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Thema: Medienberichte Jan-März 2013


Flughafen Zürich

Südanflüge verletzten internationale Normen

http://www.nzz.ch/aktuell/zuerich/stadt_region/suedanfluege-verletzten-internationale-normen-1.18056702

üy. ⋅ Die Südanflüge widersprechen den gültigen Sicherheitsempfehlungen der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation (ICAO). Beim Anflug auf die Piste 34 am Flughafen Zürich werden die von der Organisation vorgegebenen Sicherheitsmargen über dem Gelände für An- und Abflugrouten nicht eingehalten. Die Pfannenstiel-Hügelkette rage bis zu 215 Meter in den frei zu haltenden Luftraum, heisst es in der neusten Ausgabe der «Sonntags-Zeitung».

Sicherheitsraum verkleinert

Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) bestätigt die Verletzung der internationalen Normen gegenüber der Zeitung. Der Kommunikationschef des Bundesamts, Urs Holderegger, fügt aber an, dass die Sicherheit beim Südanflug heute hundertprozentig gewährleistet sei.

Der Südanflug wurde im Juni 2003 durch einen Verwaltungsgerichtsentscheid genehmigt. Damals verkleinerte das Bazl auf eigene Faust den Sicherheitsraum: Statt die Untergrenze nach 6,6 Kilometern wie von der ICAO vorgeschrieben horizontal fortzusetzen, führte das Amt die Grenze auf einer Steigung von 2,5 Prozent weiter. Damit verringerte sich die Differenz zu den vorgegebenen Normen beziehungsweise befand sich nur noch ein geringer Teil der Pfannenstiel-Hügelkette im von Hindernissen frei zu haltenden Sicherheitsraum.

Keine Landung bei Nebel

Die Schwierigkeit beim Anflug auf die Piste 34 sieht Thomas Steffen von der Pilotenvereinigung Aeropers gemäss «Sonntags-Zeitung» in der etwas steilen Topografie. Diese schliesse eine Landung mit dem Autopiloten beziehungsweise bei Nebel aus. Das Hauptproblem sei aber, dass die Landepiste in Zürich nach politischen Vorgaben gewählt werden müsse. Normalerweise sei entscheidend, dass der Wind von vorne komme.



NZZ - Fluglotsen verteidigen Südanflüge

Das Bundesamt für Zivilluftfahrt widerspricht der Kritik, die Südanflüge widersprächen internationalen Standards. Auch der Verband der Fluglotsen bezeichnet die Anflüge über den Pfannenstiel als problemlos.

asü. Die Diskussion über die Sicherheit am Flughafen Zürich ist um ein Kapitel reicher. Das jüngste legte die «Sonntags-Zeitung» ins Osternest – es handelt davon, dass die Südanflüge verbindliche Normen der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation (Icao) verletzen sollen. Die Meldung, die auch die NZZ zitiert hat, entpuppt sich nun allerdings wenn auch nicht als Aprilscherz, so doch als falsch.

Verletzt werden Icao-Normen beim Südanflug laut «Sonntags-Zeitung» bezüglich der Sicherheitsmargen über dem Gelände. Die Pfannenstiel-Hügelkette rage bis zu 215 Meter in den frei zu haltenden Luftraum. Der Vorwurf ist massiv: Eine einseitig begangene Verletzung einer Norm der Icao, eines sogenannten Standards, würde die Betriebsbewilligung des Flughafens ernsthaft gefährden. Entsprechend geharnischt fällt die Reaktion des Bundesamts für Zivilluftfahrt (Bazl) aus, das sich zu Unrecht an den Pranger gestellt sieht.

Dass bezüglich der Südanflüge Icao-Normen verletzt würden, sei völlig falsch, sagt Bazl-Kommunikationschef Urs Holderegger. Bekanntermassen richtig sei, dass die Südanflüge Empfehlungen der Icao bezüglich der Sicherheitsmargen über dem Gelände nicht vollumfänglich befolgten. Solche Abweichungen kämen aber aufgrund lokaler Gegebenheiten und der Verhältnismässigkeit an vielen Flughäfen bei verschiedensten Verfahren häufig vor; in Zürich auch bezüglich der heutigen Ostanflüge. Empfehlungen würden im Sinn einer Best Practice angewendet. Abweichende Verfahren werden laut Holderegger mit einem Safety-Assessment kompensiert, das den Sicherheitsnachweis erbringe.

Für den Flughafen Zürich seien die Südanflüge «genauso sicher wie alle anderen», sagt Sprecherin Sonja Zöchling. Dass nicht allen Empfehlungen der Icao gefolgt werden könne, sei weltweit gang und gäbe, betont auch sie. In solchen Fällen werde aber mit Mechanismen wie zum Beispiel strengeren Sichtminima dem Aspekt Sicherheit Rechnung getragen – zulasten der Kapazität.

Als unproblematisch bezeichnet die Südanflüge Mario Winiger, Sprecher des Fluglotsen-Verbands Aerocontrol. Im Vergleich zu den komplexeren, fehleranfälligeren Ostanflügen im heutigen Pistensystem seien die Südanflüge übersichtlich und einfach abzufertigen. Um die Sicherheit zu verbessern, sei anderes zentral: Entflechtungen der An- und Abflugrouten in der Luft und am Boden, Verlängerungen der Pisten 28 und 32 – und die Einführung des Südstarts geradeaus.

... und die Einführung des Südstarts geradeaus.
und die Einführung des Südstarts geradeaus.
und die Einführung des Südstarts geradeaus.


Nun werden unsere Befürchtungen bestätigt.



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