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Thema: Medienberichte Juli-Dez 2013


Richtwert klar überschritten

Zürcher Fluglärmindex steigt erneut stark an

http://www.nzz.ch/aktuell/zuerich/uebersicht/zuercher-fluglaermindex-steigt-erneut-stark-an-1.18193918

Zürich Heute, 09:31

58784 Personen waren 2012 zu stark vom Fluglärm betroffen - das sind 5000 mehr als im letzten Jahr.

Der Zürcher Fluglärmindex 2012 wirkt paradox: Die Zahl der Flugbewegungen nahm ab, trotzdem waren mehr Lärmbetroffene zu verzeichnen. Der Grund dafür sind vor allem mehr Starts und Landungen am späten Abend und veränderte Flugrouten.

Andreas Schürer

Der Volkswirtschaftsdirektor Ernst Stocker (svp.) ist nicht zu beneiden. Fast scheint es die Regel zu werden, dass er kurz vor der Adventszeit einen Rekord zu vermelden hat, auf den er lieber verzichten würde: Jahr für Jahr ist zuletzt der Monitoringwert im Zürcher Fluglärmindex (ZFI) angestiegen. Der Richtwert wurde bereits 2008, 2010 und 2011 überschritten. Nun sind auch im Jahr 2012 klar mehr als die im Richtwert definierten 47 000 Personen stark vom Fluglärm betroffen. Mehr noch: Der ZFI-Monitoringwert ist so stark angewachsen wie noch nie im Jahresvergleich. Im Jahr 2012 waren 58 784 Personen stark vom Fluglärm betroffen. Ein Jahr zuvor waren es rund 5100 Personen weniger, nämlich 53 704. Stocker schreibt dazu in dem heute veröffentlichten Bericht zum Jahr 2012: «Dass sich der Anstieg des ZFI-Monitoringwerts selbst in einem Jahr mit rund 3 Prozent weniger Flugbewegungen fortsetzt, ist für mich sehr unbefriedigend.»

Mehr Flüge spätabends

Tatsächlich erstaunt der neuerliche starke Anstieg. Das Verkehrsaufkommen in Zürich ist 2012 im Vergleich zum Vorjahr um 3,2 Prozent auf 270 000 Flugbewegungen zurückgegangen. Fortgesetzt hat sich der Trend, dass tendenziell grössere Flugzeuge besser ausgelastet werden. Das Passagiervolumen stieg nämlich im selben Zeitraum von rund 24,3 auf 24,8 Millionen. Dass der ZFI-Monitoringwert dennoch anstieg, begründet der Regierungsrat in seiner heutigen Mitteilung vor allem mit zwei Faktoren. Zum einen habe die Zahl der Flüge zwischen 22 und 23 Uhr beziehungsweise bis 23 Uhr 30, falls es Verspätungen abzubauen gab, markant zugenommen. Zum anderen seien wegen veränderter Routen der Starts dichtbesiedelte Gebiete stärker betroffen worden, namentlich das Limmattal, das Glatttal und Teile der Stadt Zürich. Nur noch marginal habe im Vergleich zum Jahr 2011 das überdurchschnittlich starke Bevölkerungswachstum zum Anstieg des ZFI-Werts beigetragen. Stocker verweist allerdings darauf, dass die vielen Neuzuzüger über einen längeren Zeitraum betrachtet einer der Haupttreiber des Anstiegs des ZFI-Werts seien.

Beschränkter Einfluss

Die erneute Überschreitung des ZFI-Richtwerts setzt die Zürcher Regierung unter Druck, Massnahmen zu beschliessen. Das komplexe Instrument wurde schliesslich im Jahr 2007 als Gegenvorschlag zur kantonalen Volksinitiative «Für eine realistische Flughafenpolitik» angenommen. Die Intention der Regierung war, den ZFI so festzulegen, dass er bei rund 320 000 Flugbewegungen greift, dass dann der Richtwert überschritten wird – und Massnahmen nötig werden. Das von Stocker erwähnte Bevölkerungswachstum, das der Kanton unterschätzte, bringt das Karussell nun früher in Gang als geplant. Weil die Hub-Strategie und damit das Gewährleisten der Anbindung der Schweiz an die wichtigsten Metropolen der Welt vom Bundesrat vorgegeben ist, sind zum Beispiel Eingriffe in die Zahl der Starts und Landungen nach 22 Uhr äusserst problematisch. Stocker setzt denn auch auf andere Massnahmen.

Mehr Flexibilität bei Starts

Fliegerisch sei vor allem die komplexe Flight-Level-80-Regelung zweischneidig, schreibt der Regierungsrat. Sie besagt, dass Piloten in der Nacht erst ab einer Höhe von rund 2500 Metern über Meer die ihnen zugeteilte Route verlassen dürfen. Bei Starts nach Norden mit östlichen Destinationen müssen sie deshalb Ostanflügen ausweichen, indem sie nach Westen abdrehen und in einer weiten Linkskurve südlich am Flughafen vorbeifliegen, bis sie die Höhe von 2500 Metern über Meer erreicht haben. Dabei überfliegen sie dichtbesiedelte Gebiete im Limmattal, im Glatttal und in der Stadt Zürich. In Absprache mit dem Bund solle diese Regelung gelockert werden, schreibt der Regierungsrat. Die nach Norden startenden Flugzeuge mit östlichen Destinationen sollen bereits früher von der Abflugroute abweichen und nach Osten geleitet werden.

Hoffen auf leisere Flugzeuge

Darüber hinaus setzt die Regierung auf modernere Flugzeuge und Schallschutzmassnahmen. Die wichtigste Massnahme sei die bereits beschlossene Erneuerung der Kurzstreckenflotte der Swiss, die ab 2015 stattfindet: Die Jumbolinos werden durch leisere Flugzeuge der C-Series des Herstellers Bombardier ersetzt. Ab 2016 rechnet die Regierung auch mit einer Erneuerung der Langstreckenflotte. Vom Förderprogramm «Wohnqualität Flughafenregion» erhofft sich der Regierungsrat ebenfalls eine Reduktion des ZFI-Monitoringwerts. Dabei werden Hauseigentümer, deren Liegenschaft in Gebieten mit übermässigem Fluglärm liegt, finanziell unterstützt, damit sie hochwertigen Schallschutz installieren können. Volkswirtschaftsdirektor Stocker verweist allerdings darauf, dass diese Massnahmen nicht von heute auf morgen greifen. Es dürfte noch einige Zeit brauchen, bis der ZFI-Richtwert wieder eingehalten werden könne, schreibt er. Und fügt hinzu: «Dies ist der Preis dafür, dass der Flughafen Zürich seinen verkehrs- und volkswirtschaftlichen Beitrag für den Lebens- und Wirtschaftsraum Zürich und weite Teile der Schweiz weiterhin leisten kann.»



Alle Jahre wieder - ZFI einmal mehr überschritten (VFSN)

http://www.vfsn.ch/index.php?option=content&task=view&id=2947&Itemid=1

Einmal mehr versucht sich der Regierungsrat in Erklärungen für die erneute Überschreitung des ZFI. Wann merkt der Regierungsrat, dass nun endlich Massnahmen beim Verursacher, dem Flugbetrieb notwendig sind? Die Bürgerorganisationen haben mit ZRH_2020 einen gangbaren Weg aufgezeigt.

Alle Jahre wieder verkündet der Regierungsrat, dass der ZFI überschritten wurde. Dies erstaunt nicht, ist es doch Absicht und Wille der Politik und des Flughafens, dass Zürich "eine bedeutende europäische Drehscheibe für den Weltluftverkehr" sein soll. Dieser an Grössenwahn grenzende Anspruch wird verhindern, dass der ZFI je eingehalten werden kann. Den Bestrebungen der Flughafen Zürich AG und des Lufthansakonzerns, immer mehr Leute nach Zürich zu fliegen und sie dort umsteigen zu lassen ist endlich ein Riegel zu schieben.
Die Bürgerorganisationen haben mit ZRH_2020 einen vernünftigen, gangbaren Weg aufgezeigt der dazu führt, dass auch die Flugbewegungen in der Nacht reduziert sind. Eine vernünftige Beschränkung wie sie ZRH_2020 fordert, reduziert die negativen Auswirkungen nachhaltig, ohne den wirtschaftlichern Betrieb des Flughafens zu gefährden. Dass der vom Bund und der Flughafenlobby geforderte Südstart straight den ZFI nicht nur ansteigen, sondern explodieren lässt zeigt die Entwicklung 2012.

Wer die Einhaltung des ZFI und gleichzeitig den Südstart straight fordert ist im höchsten Masse unglaubwürdig.

Medienmitteilung VFSN, 28.11.2013



ZRH-2020

Transferpassagiere im Visier

http://www.vfsn.ch/index.php?option=content&task=view&id=2718&Itemid=2

Die Zeit des Abwartens wollen die Bürgerorganisationen für eine Grundsatzdiskussion nutzen. Ihre Forderungen, gebündelt unter dem klingenden Namen «ZRH-2020», sind schon klar: Ins Visier nehmen sie nicht wie bei den gescheiterten Plafonierungsinitiativen die Zahl der Flugbewegungen, sondern jene der Transferpassagiere, die am Flughafen Zürich umsteigen. Deren Anteil soll in einem neu definierten Auftrag des Bundes an den Flughafen ab dem Jahr 2020 auf 20 Prozent reduziert werden; 2011 betrug der Anteil rund 34 Prozent. Keine Limiten geben soll es für Lokalpassagiere, die ihre Flugreise in Zürich beginnen oder beenden. Eingang finden soll diese Anpassung nach den Vorstellungen Morfs und seiner Mitstreiter in den Sachplan Infrastruktur Luftfahrt (SIL), der die Rahmenbedingungen für die langfristige Entwicklung des Flughafens Zürich definiert. Druck machen wollen die Bürgerorganisationen unter anderem mit einer Petition, die bei Bundesrätin Doris Leuthard eingereicht werden soll.



Kanton Zürich

Volkswirtschaftsdirektion

Zürcher Fluglärm-Index – Richtwert überschritten

http://www.vd.zh.ch/internet/volkswirtschaftsdirektion/de/aktuell.newsextern.-internet-de-aktuell-news-medienmitteilungen-2013-268_zuercher_fluglaerm_45_index.html

28.11.2013 - Medienmitteilung

Der Regierungsrat hat den Bericht zum Zürcher Fluglärm-Index (ZFI) 2012 verabschiedet. Gegenüber dem Vorjahr ist der ZFI-Monitoringwert um rund 5‘100 Personen auf 58‘800 Personen angestiegen. Zwar ist die Zahl der Flugbewegungen zwischen 2011 und 2012 wiederum zurückgegangen, doch haben vor allem die Zunahme der Anzahl Flüge zwischen 22 und 23 Uhr sowie die veränderte Routenführung den ZFI-Monitoringwert ansteigen lassen.

Der ZFI-Monitoringwert weist die Zahl von Personen aus, die von Fluglärm am Tag stark belästigt bzw. in der Nacht im Schlaf stark gestört sind. Er stieg von 53‘704 im Jahre 2011 auf 58‘784 Personen im Jahr 2012. Das entspricht einer Zunahme um gut neun Prozent. Damit wurde der Richtwert von 47‘000 erneut überschritten. Die Anzahl der tagsüber (6 bis 22 Uhr) stark belästigten Personen blieb zwar gegenüber dem Vorjahr unverändert, mit 28 Prozent deutlich zugenommen hat jedoch die Zahl der während der Nacht (22 bis 6 Uhr) stark gestörten Personen. Fast 97 Prozent der tagsüber stark belästigten Personen und rund 89 Prozent der während der Nacht stark gestörten Personen wohnen im Kanton Zürich.

ZFI steigt trotz rückläufiger Zahl der Flugbewegungen

Das Verkehrsaufkommen am Flughafen Zürich ist zwischen 2011 und 2012 um 3,2 Prozent von 279‘000 (2011) auf 270‘000 (2012) zurückgegangen. Im selben Zeitraum hat hingegen die Zahl der Passagiere von rund 24,3 Millionen auf 24, 8 Millionen, also um knapp zwei Prozent zugenommen. So erfreulich diese Tendenz – die Beförderung von mehr Passagieren mit weniger Flugbewegungen – ist, sie vermochte einem neuerlichen Anstieg des ZFI-Monitoringwertes nicht entgegenzuwirken.

Hauptgrund für den Anstieg des ZFI-Monitoringwerts war die Zunahme der Flugbewegungen nach 22 Uhr bis zum Ende der Betriebszeit sowie die dabei belegten Flugrouten. Die neue, siebenstündige Nachtflugsperre hatte zwar zur Folge, dass die Zahl der Flugbewegungen zwischen 23.30 und 00.30 Uhr im Jahr 2009, dem Jahr vor der Einführung der verlängerten Nachtflugsperre, gegenüber 2012 um rund 50 Prozent abgenommen hat. Jedoch hat die Zahl der Starts und Landungen zwischen 22 und 23 Uhr (bei Verspätungsabbau bis 23.30 Uhr) markant zugenommen. Die mit dem vorläufigen Betriebsreglement (vBR) eingeführte so genannte Flight Level 80-Regel erwies sich jedoch als zweischneidiges Schwert. Gemäss geltender Regelung dürfen Flugzeuge in der Nacht (22 bis 6 Uhr) die ihnen zugeteilte Route erst bei Erreichen von Flight Level 80 (FL 80, d.h. 8‘000 Fuss bzw. rund 2‘500 m ü. M.) verlassen. Da während der Nacht grundsätzlich von Osten her auf die Piste 28 gelandet wird und die Starts zu dieser Zeit nach Norden erfolgen, müssen sie, um nicht in Konflikt mit dem Anflugverkehr zu geraten, nach dem Start aus Sicherheitsgründen nach Westen abdrehen und in einer weiten Linkskurve südlich am Flughafen vorbei nach Osten geführt werden, bis sie eine Höhe von 8‘000 Fuss erreicht haben. Dabei überfliegen sie sehr dicht besiedelte Gebiete wie z.B. das Limmattal, Teile der Stadt Zürich und das Glattal. Dies könnte vermieden werden, wenn die nach Norden startenden Flugzeuge mit östlichen Destinationen bereits früher von der Abflugroute abweichen und nach Osten geleitet werden könnten. Auch der Bund erachtet eine Lockerung der FL 80-Regel für sinnvoll. Deshalb hat er im SIL-Objektblatt Flughafen Zürich, erste Etappe, festgelegt, dass die Flugsicherung während der Nacht ein Flugzeug bereits ab einer Flughöhe von 5000 Fuss von der ihm zugewiesenen Abflugroute nehmen kann, wenn die Staffelung von kreuzenden, d.h. von startenden und landenden Flugzeugen, dies notwendig macht.

Nur noch marginal zum Anstieg des ZFI-Monitoringwerts trug das über dem kantonalen Durchschnitt liegende Bevölkerungswachstum in der Flughafenregion bei.

Flottenerneuerung der Swiss und Förderprogramm «Wohnqualität Flughafenregion»

Wichtigste Massnahme zur Senkung des ZFI ist die bereits beschlossene Erneuerung der Kurzstreckenflotte der Swiss, die ab 2015 stattfinden wird (Ersatz der Avro RJ100 [Jumbolino] durch neue, lärmgünstigere Flugzeuge der CSeries des Herstellers Bombardier). Mittelfristig, d.h. ab 2016, dürfte die vorgesehene Ablösung der Langstreckenflotte durch neue, zweistrahlige Flugzeuge zu einer Reduktion der vom ZFI erfassten Anzahl Personen sorgen.

In dieselbe Richtung zeigt das Förderprogramm «Wohnqualität Flughafenregion», das am 1. März 2012 gestartet wurde. Es hat unter anderem zum Ziel, jene Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer mit Beiträgen an Beratungsdienstleitungen und hochwertigen Schallschutz zu unterstützen, deren Liegenschaften übermässigem Fluglärm ausgesetzt sind. Gegen Ende des Berichtsjahres fand ein Versand entsprechender Informationsmaterialien an über 11‘000 Eigentümerinnen und Eigentümer solcher Gebäude statt; über das Programm informiert wird zudem auch mittels Inseraten im Publikationsorgan des Hauseigentümerverbandes des Kantons Zürich.



Fluglärm-Organisationen fordern griffigere Massnahmen

http://www.zol.ch/bezirk%20uster/standard/FluglaermOrganisationen-fordern-griffigere-Massnahmen-/story/30711737

Aktualisiert am 28.11.2013

Die Fluglärmorganisationen wollen noch weniger Flugbewegungen und Fluglärm. Vor allem am frühen Morgen und späten Abend leide man unter dem Lärm. Die Südschneiser fordern gar Massnahmen im Flugbetrieb.

Fluglärm-Organisationen und Parteien fordern vom Kanton Zürich griffigere Massnahmen zur Reduktion der Zahl der lärmgeplagten Personen rund um den Flughafen Zürich. Zudem soll die Nachtflugsperre konsequenter eingehalten werden.

Die Beruhigungspille Zürcher Fluglärm-Index (ZFI) wirke je länger je weniger, teilte die SP Kanton Zürich mit. Die SP begrüsst, dass die Zahl der Flugbewegungen erneut abgenommen habe und vermehrt grössere Flugzeuge eingesetzt werden. «Das ist vernünftig, aber nur ein Tropfen auf den heissen Stein.»

Das Lärmproblem zu später Abend- und früher Morgenstunde stelle sich immer stärker als eine bittere Pille für die Bevölkerung rund um den Flughafen Zürich heraus.

Gemäss CVP Kanton Zürich greifen die Gegenmassnahmen nicht genügend. Die Partei erwartet, dass die Regierung hier einen Gang höher schaltet und im nächsten Jahr den ZFI-Wert stabilisiert.

Für die Grünen sind die Zunahmen alarmierend, insbesondere auch in der Zeit nach 23 Uhr. Die Partei verlangt deshalb vom Regierungsrat, dass er seinen Einfluss geltend macht und die Nachtflugsperre ab 23 Uhr umsetzt.

Auf ein griffiges, rasch umsetzbares Massnahmenpaket warten die Grünliberalen. Zudem fordern sie, dass keine Betriebsänderungen zulasten der lärmgeplagten Bevölkerung mehr bewilligt werden.

Besorgt, aber wenig überrascht

Einmal mehr versuche sich der Regierungsrat in Erklärungen für die erneute Überschreitung des ZFI, teilte der Verein «Flugschneise Süd - NEIN» mit. «Wann merkt der Regierungsrat, dass nun endlich Massnahmen beim Verursacher, dem Flugbetrieb notwendig sind?»

Besorgt, aber wenig überrascht nimmt der Dachverband Fluglärmschutz (DVFS) den ZFI-Bericht 2012 zur Kenntnis. Ein Ende des stetigen Anstiegs des Monitoringwertes sei nicht abzusehen, die von der Regierung vorgeschlagenen Massnahmen griffen offenbar zu wenig.

Der DVFS verlangt eine konsequente Einhaltung der Nachtflugsperre sowie eine weitere Ausdünnung des Flugplans ab 22 Uhr.

Auch das Fluglärmforum Süd fordert, dass die Nachtruhe rigider durchgesetzt werde. Skyguide solle verstärkt durch den Kanton Zürich und den Bund kontrolliert werden.

Als besorgniserregend bezeichnet die Zürcher IG Nord den Anstieg des ZFI-Monitoringwertes. Derzeit sei die letzte Betriebsstunde chronisch überlastet, was zu einem systematischen Verspätungsabbau führe.

Das Komitee «Weltoffenes Zürich» zweifelt, ob der ZFI noch seine ihm ursprünglich zugedachte Funktion weiter erfüllen könne. Es sei ernsthaft in Erwägung zu ziehen, Liegenschaften mit hochwertigem Schallschutz aus der ZFI-Betrachtung zu entlassen. (mca/sda)

Erstellt: 28.11.2013, 20:19 Uhr



Starten/Landen ohne Fahrwerk?!

http://www.welt.de/regionales/hamburg/article122546687/Flugzeuge-sollen-ohne-Fahrwerk-starten-und-landen.html



Flughafen Zürich/BAZL genehmigt Lärmschutzkonzept Süd - Weitere Massnahmen nötig

http://www.nzz.ch/wirtschaft/newsticker/flughafen-zuerichbazl-genehmigt-laermschutzkonzept-sued---weitere-massnahmen-noetig-1.18199316

Zürich (awp) - Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) genehmigt ein neues Lärmschutzkonzept des Flughafens Zürich. Es sieht Schutzmassnahmen für rund 1'300 Liegenschaften im Süden des Flughafens vor, die besonders von den morgendlichen Südanflügen betroffen sind, wie das Amt am Freitag mitteilte. Das betroffene Gebiet umfasst Wohnliegenschaften in den Gemeinden Opfikon-Glattbrugg, Wallisellen, Zürich und Dübendorf. Dort ist bei exponierten Wohnliegenschaften die Montage eines Schliessmechanismus an den Schlafzimmerfenstern vorgesehen.

Mit der Genehmigung und Umsetzung des Konzepts könne in einer ersten Phase ein möglichst rascher Schutz der Bevölkerung erreicht werden, so das BAZL. Weil der Perimeter im Konzept jedoch nicht nach akustischen Kriterien festgesetzt worden sei, werde der Flughafen dazu verpflichtet, innerhalb von zwei Jahren ein ergänzendes Schutzkonzept vorzulegen.

Dieses muss den Angaben zufolge ein auf akustischen Kriterien beruhendes Schutzgebiet definieren und die bis zu dessen Fertigstellung vorliegenden Erkenntnisse auf dem Gebiet der Lärmforschung berücksichtigen. Das ergänzende Schutzkonzept solle anschliessend in einer zweiten Phase umgesetzt werden, heisst es.

uh/cp



Medienmitteilung vom 6.12.2013

Flugschneise Süd NEIN (VFSN)

BAZL genehmigt Lärmschutzkonzept Süd

Das Bundesamt für Zivilluftfahrt BAZL genehmigt das völlig unzureichende, aber dafür kostengünstige Konzept der Flughafen Zürich AG. Damit wird einmal mehr das Bundesgerichtsurteil vom Dezember 2012 missachtet.

Das Bundesgericht hat im Dezember 2012 einen umfassenden und wirkungsvollen Schutz der Bevölkerung im Süden gefordert. Die in der Folge von der Flughafen Zürich AG vorgeschlagenen Schutz-Massnahmen, wie auch der Perimeter sind unzureichend und nicht im Sinne des Bundesgerichtes. Die gemäss BG-Urteil und der ETH Lärmstudie 2000 äussert sensible Randstunde von 6 - 7 Uhr, kann nur mit einem Lärmgrenzwert für die Nacht einigermassen sinnvoll abgebildet werden. Der Perimeter für das Konzept hat sich an einem solchen Lärmgrenzwert auszurichten und nicht an einem Perimeter der für die Klammerung von Dachziegeln definiert wurde.

Mit der Genehmigung dieses Alibischutzkonzeptes demonstriert das BAZL einmal mehr seine Geringschätzung gegenüber der betroffenen Bevölkerung. Dass sich das BAZL zudem 2 Jahre Zeit nimmt für diese Entscheidung und der Flughafen Zürich AG weitere 2 Jahre Zeit gewährt um einen Perimeter nach akustischen Kriterien zu definieren ist eine schallende Ohrfeige an die betroffene Bevölkerung und eine krasse Missachtung des Bundesgerichtes.

Der VFSN erwägt rechtliche und politische Schritte, um gegen dieses skandalöse Agieren des BAZL vorzugehen.

Kontakt:
Thomas Morf, Präsident VFSN
044 825 25 31



Bund genehmigt Schutzkonzept Süd

Für die Südschneiser sind die eigenwilligen Motörchen ein Hohn

http://www.nzz.ch/aktuell/zuerich/uebersicht/fuer-die-suedschneiser-sind-die-eigenwilligen-motoerchen-ein-hohn-1.18199695

Der Bund hat das Schutzkonzept Süd des Flughafens genehmigt. Danach sollen Motörchen, die am Morgen die Fenster schliessen, vor Fluglärm schützen. Der Süden kritisiert die Massnahme als ungenügend. Auch der Bund sieht noch Handlungsbedarf.

Andreas Schürer

In dieser Geschichte sind zwei Begriffe zentral, die das Zeug zum Unwort des Jahres haben: Fensterschliessmotörchen und Dachziegelklammerungssektor. Sie stehen für das umstrittene Schutzkonzept Süd, das seit rund drei Jahren zu reden gibt. Am Anfang stand ein Bundesgerichtsurteil vom 22. Dezember 2010, das die Südschneiser als Weihnachtsgeschenk auffassten: Der Flughafen wurde verpflichtet, die betroffene Bevölkerung wirksam gegen den Lärm der morgendlichen Südanflüge zu schützen. Im Jahr 2011 reichte der Flughafen dann seinen Vorschlag ein, bald darauf gehörten die zwei Wortungetüme zum Standardvokabular der Südschneiser. Die Fensterschliessmotörchen sollen vor dem ersten Anflug kurz nach sechs Uhr morgens automatisch und leise anspringen und ein Aufwachen verhindern. Der Dachziegelklammerungssektor definiert das Gebiet, in dem Betroffene Anspruch auf die Motörchen haben. Kriterium ist nicht der Lärm, sondern die Wirbelschleppen der Flugzeuge im Landeanflug. Die Devise lautet: Ein Motörchen erhält, wer in einem Haus wohnt, in dem die Dachziegel ohne Befestigung heruntergewirbelt würden. Konkret umfasst das Gebiet rund 1300 Liegenschaften in Opfikon, Zürich, Wallisellen und Dübendorf.

Konzept muss ergänzt werden

Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) hat das Konzept nun genehmigt, wie es am Freitag mitteilte. Es verpflichtet den Flughafen allerdings auch, innert zweier Jahre ein weitergehendes Schutzkonzept auszuarbeiten. Darin sollen akustische Kriterien gelten und Erkenntnisse aus der Lärmforschung berücksichtigt werden. Laut dem Sprecher Urs Holderegger gewährleistet dieses Vorgehen, dass die stark Betroffenen rasch und wirksam einen Schutz erhalten und dass in einem zweiten Schritt weitere Massnahmen getroffen werden müssen. Statt Motörchen könnten Betroffene aus dem Dachziegelklammerungssektor auch Schalldämpflüfter beziehen. Diese sorgen dafür, dass das Schlafzimmer trotz geschlossenem Fenster mit Aussenluft versorgt wird.

Einsprache zeichnet sich ab

Thomas Morf, Präsident des Vereins Flugschneise Süd – Nein (VFSN), bezeichnet das Schutzkonzept kurzerhand als Frechheit. Die Umsetzung sei möglichst kostengünstig ausgestaltet, der Wille des Bundesgerichts werde missachtet. Für die Definition des Gebiets, in dem Schutzmassnahmen nötig seien, müsse die Stunde von sechs bis sieben Uhr als Nachtstunde gewertet werden, entsprechend seien tiefere Grenzwerte anzuwenden. So ergebe sich ein Gebiet bis nach Meilen. Den Dachziegelklammerungssektor herbeizuziehen, sei minimalistisch. Der VFSN werde sicher für Einsprachen besorgt sein. Unzufrieden ist auch das Fluglärmforum Süd, die Plattform der Gemeinden. Via Twitter monierte es: «Wenn das Bazl meint, Motörchen an den Fenstern stellten die Südanflugschneise ruhig, irren die Herren in Bern.» Morf zweifelt das Funktionieren der Motörchen grundsätzlich an: «Wahrscheinlich sind sie so laut, dass man dann ihretwegen aufwacht.»

Dies verneint Sonja Zöchling, Sprecherin des Flughafens. Es gebe Prototypen auf dem Markt, die sehr leise funktionierten. Ins Leere ziele auch die Kritik am gewählten Dachziegelklammerungssektor. Da im Süden keine geltenden Grenzwerte überschritten würden und unklar sei, welche Beurteilungskriterien zur Anwendung gelangen sollten, fehle es an klaren Vorgaben für die Umsetzung von Schutzmassnahmen. Der Flughafen habe darum einen bereits bestehenden Perimeter gewählt, der mit verschiedenen möglichen Beurteilungskriterien gut korreliere.

Bis jetzt hat der Flughafen für Schallschutzmassnahmen und Rückvergütungen für solche rund 160 Millionen Franken ausgegeben. Der Fluglärmfonds ist mit rund einer halben Milliarde Franken gefüllt. Damit müssen aber auch Entschädigungszahlungen abgedeckt werden, wie Zöchling sagt. Wie hoch die Kosten für das Schutzkonzept Süd ausfielen, sei offen. Zu unklar sei noch, wer welche Massnahmen wünsche.



Möglichst wenig Menschen mit Fluglärm belasten





Bund startet Ausschreibung für den zivilen Betrieb des Flugplatzes Dübendorf

http://www.news.admin.ch/message/index.html?lang=de&msg-id=51359

Bern, 13.12.2013 - Das Bundesamt für Zivilluftfahrt und das VBS eröffnen am Montag, 16. Dezember 2013, die Ausschreibung für eine mögliche zivile Nutzung des Flugplatzes Dübendorf. Ausgegangen wird von einem Betrieb der Piste Dübendorf durch die Geschäftsfliegerei und einer Mitbenutzung durch die Luftwaffe. Der Bundesrat wird Mitte 2014 über das weitere Vorgehen entscheiden.

Im Februar 2013 hat der Bundesrat aus strategischen Überlegungen entschieden, vorderhand an einer fliegerischen Nutzung der Piste in Dübendorf festzuhalten und deren Weiternutzung durch einen zivilen Betreiber zu prüfen. Nach Prüfung mehrerer Optionen hat er zudem festgelegt, dass von Dübendorf aus kein planmässiger Linien- oder Charterverkehr durchgeführt wird, sondern dieser Flugplatz für die Leichtaviatik, insbesondere für die Geschäftsfliegerei und für Werkflüge zur Verfügung stehen soll.

Die Luftwaffe wird nach dem neuen Stationierungskonzept der Armee in Dübendorf zukünftig eine Helikopterbasis betreiben und die Piste - sofern diese von einem zivilen Betreiber im Baurecht übernommen wird - nur noch mitbenutzen. Auch die Schweizerische Rettungsflugwacht Rega wird ihre Basis in Dübendorf weiter betreiben. Für die Erstellung eines nationalen Innovationsparks bleibt eine genügend grosse Landfläche auf dem Areal des heutigen Militärflugplatzes reserviert; diese ist nicht Bestandteil der zivilaviatischen Ausschreibung.

Um den Flugplatz Dübendorf während mindestens 20 Jahren zivil weiternutzen zu können, sucht der Bund einen geeigneten zivilen Betreiber. Für diesen stellt die Nutzung der Piste Dübendorf für die Geschäftsfliegerei (Business Aviation) ein wichtige Option dar. Die Schweiz verfügt über die drittgrösste Business-Aviation-Flotte in Europa. Diese generiert eine jährliche Wertschöpfung von über einer Milliarde Franken.

Bei der Festlegung des Rahmens für einen zivilen Betrieb des Flugplatzes haben die Bundesstellen auch berücksichtigt, dass der Flugplatz in einem dicht besiedelten Gebiet liegt. Entsprechend wird die Zahl der jährlich möglichen Flüge auf etwa 28‘000 beschränkt; heute finden insgesamt etwa 14‘000 militärische und zivile Flüge statt. Die Betriebszeiten würden im Vergleich zum heutigen Militärbetrieb ausgeweitet, sind aber deutlich weniger lang als diejenigen des Flughafens Zürich.

Die Bewerbungsunterlagen können ab Montag, 16. Dezember 2013, 10 Uhr, in elektronischer Form auf der Internetseite www.bazl.admin.ch bezogen werden. Bewerbungen können bis spätestens Freitag, 4. April 2014, 16.00 Uhr, eingereicht werden. Die Bundesstellen werden die Bewerbungen beurteilen und dem Bundesrat bis Mitte 2014 Empfehlungen für das weitere Vorgehen unterbreiten.



«Wir verdienen erstmals die Kapitalkosten»

http://www.fuw.ch/article/wir-verdienen-erstmals-die-kapitalkosten/

Thorsten Riedl

Thomas Kern, CEO des Flughafens Zürich, äussert sich im Interview mit FuW über die neuen Gebühren, die Hassliebe zu den Kunden und die Wachstumsfelder, wenn der Airport aus allen Nähten platzt.

Der Streit über Gebühren stand für den Flughafen Zürich (FHZN 511 0%) im Vordergrund des abgelaufenen Jahres. Flughafen-Chef Thomas E. Kern erklärt, wieso die neuen Abgaben allen nutzen.

Herr Kern, braucht der Standort Zürich einen teuren Flughafen?
Der Flughafen Zürich ist nicht teuer. Die Region Zürich und die Schweiz brauchen einen leistungsfähigen Flughafen, einen hochwertigen – aber keinen teuren.

Zum Vergleich: Basel und Genf verlangen weniger von Passagieren und Airlines.
Diese Flughäfen lassen sich nicht mit ­Zürich vergleichen. Genf und Basel sind kleiner und betreiben keine Drehkreuze.

Mit wem möchten Sie verglichen werden?
Im Wettbewerb mit europäischen Flug­häfen ähnlicher Grösse halten wir gut mit. Nahe fühlen wir uns – geografisch wie qualitativ – München. Gerechnet auf die Landung eines Airbus A320 sind wir nominell so teuer wie München, preisbereinigt 30% günstiger. Der Flughafen Zürich ist nicht billig, aber wettbewerbsfähig.

Was bringt dieses Beispiel den Airlines? Die wollen Passagiere dort holen, wo sie leben.
Unser Flughafen bringt den Fluglinien dank der Kaufkraft in der Schweiz einiges, zum Beispiel höhere Ticketpreise. Ein Flug mit Swiss von Zürich nach Hongkong ist wesentlich teurer als einer von München dorthin mit Lufthansa (LHA 15.055 -0.43%). Nicht umsonst gilt Swiss als Ertragsperle der Lufthansa.

Das Bundesamt für Zivilluftfahrt Bazl hat gerade die Gebühren erhöht. Zufrieden?
Das System wird um über 250 Mio. Fr. entlastet, weil Gebühren für Sicherheit und Lärm sinken. Die für uns wichtigen Passagiergebühren für die Refinanzierung unserer Kosten für die Flugbetriebsinfrastruktur hat das Bazl leicht erhöht. Das bringt uns in der Gebührenperiode 2014 bis 2017 kumuliert höhere Einnahmen von rund 100 Mio. Fr. Alle übrigen Flugbetriebs­gebühren bleiben in der Summe konstant. Unter dem Strich wird der Passagier ab 2014 tiefere Flughafengebühren bezahlen als heute. Passagieren, Fluglinien und dem Flughafen nutzt der Entscheid.

Kanton und Stadt Zürich sind am Flughafen beteiligt, ein Amt fixiert die Gebühren – müsste das nicht unabhängiger laufen?
Wir agieren unabhängig vom Staat: Der Flughafen Zürich finanziert sich über Fluggebühren und Einnahmen aus dem Nichtfluggeschäft, hat nie den Steuer­zahler belastet, noch keinen Franken an Subvention gesehen – anders als Airlines.

Der Schlagabtausch im Gebührenstreit war hart. Der Swiss-CEO hat Sie attackiert – und umgekehrt. Wäre gegenüber Ihrem Kunden nicht mehr Freundlichkeit vonnöten?
Der Konflikt zwischen Airlines, Nutzern eines Flughafens und Betreibern liegt in der Natur der Sache. Es gehört zum Geschäft – beschränkt sich aber auf Gebühren. Ohne die Swiss könnten wir unseren Auftrag nicht erfüllen, die Schweiz mit den wichtigsten Metropolen zu verbinden.

Sichern die Gebühren die Investitionen?
Wir investieren pro Arbeitstag 1 Mio. Fr. in den Ausbau. Das können wir weiter tun.

Die Kapitalkosten hat der Flughafen Zürich indes noch nie verdient.
Bei normalem Geschäftsgang decken wir in der aktuellen Gebührenperiode bis 2017 erstmals unsere Kapitalkosten.

Wie zufrieden sind Sie mit 2013?
Das Jahr schliessen wir voraussichtlich im Rahmen unserer im Frühjahr ausgegebenen Prognose. Das Passagierwachstum wird zwischen 0 und 1% liegen, und zwar eher am unteren Ende. Aber es ist ein hochwertiges Wachstum: Wir hatten mehr lokale als Transferpassagiere. Diese Klientel bringt Geschäften am Flughafen mehr.

Und wie wird 2014?
Eine Prognose kommunizieren wir im März. Das Bruttoinlandprodukt soll wachsen, davon werden wir profitieren.

Bestätigt die Fracht Ihren Optimismus?
Eindeutig ja. Exportfracht legt aktuell stark zu, ein Zeichen, dass der Wirtschaftsmotor der Schweiz auf hohen Touren läuft.



[Fortsetzung]

Unter vergleichbaren Airports hat der ­Flughafen Zürich eine der stärksten Bilanzen – aber eine der tiefsten Ausschüttungsquoten. Ändert sich das jetzt?
Wir haben eine konstante Pay-out Ratio von 30 bis 40% des Gewinns, wobei sie in den vergangenen Jahren eher am oberen Ende der Bandbreite lag. Selbstverständlich orientieren wir uns auch an den Ausschüttungsquoten anderer Flughäfen.

Die Aktien Flughafen Zürich sind seit Anfang Jahr 21% gestiegen – nur etwas mehr als der Markt. Das macht wenig Lust.
In meinen Augen ist der Flughafen Zürich ein Juwel. So etwas könnte man gar nicht mehr bauen. Die Nachfrage nach Luft­mobilität wird zunehmen; wir besitzen die Infrastruktur, um diese Mobilität zu befriedigen, und wertvolle Landreserven. Mit Aktien des Flughafens Zürich sehen Anleger also physisch, was sie bekommen.

Die Kapazitätsgrenze ist in Sicht. Wie lange können Sie die Nachfrage noch bedienen?
Sicher bis Ende des nächsten Jahrzehnts. Wir machen uns aber schon Gedanken über Ertragsquellen für die Zeit danach.

Sie meinen das Einkaufszentrum Circle.
The Circle wird ein Dienstleistungs-, kein Einkaufszentrum. Die Bauprojektierung bringt uns neue Erkenntnisse über den ­Investitionsrahmen. Was Kapitalgeber angeht, sind wir zuversichtlich, dass wir schon bald mehr berichten können.

Und wann finden Sie einen Ankermieter? Ohne den gibt es ja keinen Spatenstich.
Wir haben uns selbst zum Ziel gesetzt, erst mit dem Bau zu beginnen, wenn wir eine Vorvermietungsquote von 50% erreicht haben. Derzeit liegen wir bei 33%, führen aber interessante Gespräche.

Nehmen Sie den Spaten auch in die Hand, wenn Sie keinen Ankermieter finden?
Der Grundsatz von 50% gilt, aber gewiss würden wir bei einer Vorvermietungsquote von 49% nicht alles umwerfen.

Das Ausland soll dritte Säule neben Kommerz und Flugbetrieb werden. Klappt das?
Sicher braucht es mehr Volumen. Heute sind wir schon an zehn Flughäfen in Lateinamerika beteiligt, an einem in Indien. Das ist eine Chance, unser Know-how zu exportieren. Vielleicht wird es keine tragende Säule – aber sicher ein drittes Bein.

Was haben die Aktionäre davon?
Der Buchwert unserer Beteiligungen liegt unter 20 Mio. Fr. Alle unsere internationalen Aktivitäten tragen – wenn auch noch überschaubar – zur Wertsteigerung unserer Gesellschaft bei. Mittelfristig machen wir uns Gedanken, wo wir neue Geschäfte erschliessen: Der Circle ist eine Antwort, das Ausland eine andere.

Wie lebt es sich mit Kanton Zürich und Stadt Zürich im Aktionariat?
Gut. Die Regierung beweist mit ihren Entscheiden eine konstruktive Haltung.

Der politische Druck aber wächst. Das kann als Unternehmer nicht in Ihrem Sinn sein.
Die Vielstimmigkeit stellt eine Herausforderung dar: Oft kommt aus jeder Himmelsrichtung eine andere Idee. In der Summe lähmt das die Entwicklung.

Wann rechnen Sie mit der Ratifizierung des Staatsvertrags mit Deutschland?
Wenn die neue Regierung in Deutschland ihre Arbeit aufnimmt, wird sie die Vorteile des Vertrags schnell erkennen. Sollte das nicht der Fall sein – dann wird es ein endloser Weg. Das Geld für die nötigen Pistenausbauten geben wir erst aus, wenn wir Gewissheit haben und der Kanton Zürich dafür seine Zustimmung gegeben hat.

Sie sind sechzig geworden, führen seit 2008 den Flughafen. Denken Sie ans Aufhören?
Von der Saat, die wir heute säen, den Investitionen, die wir jetzt angehen, profitiert die nächste Führungsgeneration. Mich beschäftigt deshalb mehr die Frage nach dem richtigen Zeitpunkt für einen Generationenwechsel als die meines Ruhestands. Die Aufgabe ist spannend und macht mir noch grosse Freude.



BAZL/Flughafen Zürich: Fluggesellschaften reichen Beschwerde gegen Gebühren ein

http://www.nzz.ch/wirtschaft/newsticker/bazlflughafen-zuerich-fluggesellschaften-reichen-beschwerde-gegen-gebuehren-ein-1.18205682

Zürich (awp/sda) - Die Swiss wehrt sich gegen die neuen Flughafengebühren. Zusammen mit anderen Fluggesellschaften hat sie am Montag beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde eingereicht. Am Nachmittag wird die Fluggesellschaft über Einzelheiten informieren.

Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) hatte im November neue Flughafengebühren am Flughafen Zürich verfügt. Hintergrund dieser neuen Festlegung waren die gescheiterten Gebührenverhandlungen zwischen der Flughafen Zürich AG und den Flughafennutzern. In monatelangen Diskussionen hatten diese sich nicht einigen können.

Die Swiss zeigte sich von Beginn weg unzufrieden mit dem Beschluss des BAZL. Deshalb reichte sie nun mit anderen Fluggesellschaften Beschwerde dagegen ein. Unter anderem sei ein unsachgerechter Schlüssel für die Zuteilung der Vermögenswerte zum Aviationsbereich angewandt worden, monieren die Beschwerdeführenden.

Zudem seien zu hohe Kapitalkosten geltend gemacht worden und es fehlten Effizienzanreize für den Flughafenbetreiber, hiess es am Montag bei der Swiss auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda.

Beschwerde führen neben der Swiss die Edelweiss Air, die Lufthansa Passage Airlines, Austrian Airlines, Germanwings sowie das Board of Airline Representatives Switzerland (BAR).



Eidgenössisches Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung WBF

Preisüberwachung PUE


http://www.preisueberwacher.admin.ch/aktuell/00059/index.html?lang=de

Flughafengebühren Zürich: Geltendes Recht verhindert günstigere Taxen

Newsletter 06/13

Trotz den Rekordergebnissen des Flughafens Zürich genehmigt das Bundesamt für Zivilluftfahrt eine Gebührenvorlage, die dem Flughafen höhere Flughafennutzungsgebühren bringt. Für die Passagiere sinken die Passagiergebühren zwar, aufgrund der neuen Verordnung über die Flughafengebühren jedoch nur in sehr bescheidenem Mass.

Mit Verfügung vom 14. November 2013 hat das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) den revidierten Gebührenantrag des Flughafens Zürich genehmigt. Die Passagiertaxen sinken, was an sich erfreulich ist. Eine Senkung gibt es allerdings nur, weil die Lärmgebühren auf den Passagiertaxen wegfallen und weil lärmbezogene Abgaben nur noch auf den Landungen erhoben werden. Zudem ist der zweckgebundene Lärmfonds zur Abgeltung der Schadenersatzansprüche soweit gefüllt, dass die Mittel reichen, um die voraussichtlichen Forderungen zu decken. Die eigentlichen Flughafenbenutzungsgebühren steigen jedoch an und somit auch die eigentlichen Einnahmen des Flughafens.

Der erste Gebührenvorschlag des Flughafens Zürich wurde der Preisüberwachung vorgelegt. Ausdrücklich vorenthalten wurden der Preisüberwachung die WACC-Berechnungen gemäss dem Anhang zur Verordnung über die Flughafengebühren (FGV; SR 748.131.3). In diesem Gebührenvorschlag hatte der Flughafen aus der FGV geradezu exorbitante Renditeforderungen abgeleitet. Basierend auf der Empfehlung des Preisüberwachers und aufgrund eigener Überlegungen hat das BAZL den Flughafen daraufhin aufgefordert einen korrigierten Gebührenantrag einzureichen. Dieser zweite Gebührenvorschlag, den das BAZL genehmigt hat, wurde der Preisüberwachung entgegen den Vorgaben des Preisüberwachungsgesetzes hingegen nicht vorgelegt.

Wie das BAZL selbst im Vorfeld angekündigt hatte, hat es die Gebührenvorschläge nur in ausgewählten Punkten überprüft. Dies ist aus Sicht der Preisüberwachung bedenklich, da es sich um die erste Überprüfung eines Gebührenvorschlags aufgrund der neuen FGV handelt. Dies zumal die FGV die Möglichkeit vorsieht, die Entscheidfrist in begründeten Fällen zu überschreiten. Immerhin konnte der Preisüberwacher mit seiner Empfehlung einen stärkeren Anstieg verhindern: Die Gebühren, die der Flughafen ursprünglich beantragte, waren rund 10 Prozent höher als im zweiten Gebührenvorschlag. Nicht berücksichtigt wurde jedoch die Forderung des Preisüberwachers, die wesentlichen Schutzeinrichtungen und Infrastrukturen des Flughafengeländes (Zaun, Tore und Erschliessungsstrassen innerhalb des Flughafengeländes) über Landetaxen anstatt Passagiersicherheitstaxen zu finanzieren. So bleibt das Verursacherprinzip beim Gebührensplitting nach wie vor stark strapaziert und auf dieser Basis dürfte es – wegen mangelnder Manövriermasse bei den Landetaxen – auch schwierig sein, die Lenkungsabgaben in Bezug auf den Lärm wirkungsvoll umzusetzen.

Problematischer Schutz von Übergewinnen in der Verordnung

Das Luftfahrtgesetz (LFG; SR 748.0) sieht ausdrücklich vor, dass der Verordnungsgeber die Flughafenhalter verpflichten kann, Gewinne aus Geschäftszweigen, die nicht unmittelbar für den Flugbetrieb notwendig sind, in die Gebührenberechnung mit einzubeziehen. Diese Möglichkeit nutzt die FGV in einem minimalen Mass. Dementsprechend erzielt nun der Flughafen Zürich massive Gewinne aus nicht flugbetriebsrelevanten Bereichen (in denen er zudem über eine marktmächtige Stellung verfügt) die er grösstenteils selbst einfährt und bei der Berechnung der Flughafengebühren nicht berücksichtigen muss.

Aufgrund der geltenden Verordnung ist es möglich, dass der Flughafen trotz Rekordergebnis die Gebühren erhöhen und seine Gewinne auf Kosten der Passagiere weiter steigern kann. Eine Revision der Verordnung durch den Bundesrat ist deshalb klar angezeigt.

Folgende Punkte in der FGV sind aus regulatorischer Sicht fragwürdig:

• Zulassung von Übergewinnen in Bereichen, in denen der Flughafen über Marktmacht verfügt;
• Zuweisung von Gewinnen aus „Lenkungsabgaben“ an den Flughafen bzw. dessen Aktionäre (insbesondere die hohen Parkgebühren am Flughafen als Anreiz mit dem Zug anzureisen);
• Sehr kurze Frist von 60 Tagen für die Prüfung einer umfassenden Kostenberechnung durch das BAZL, die eine tiefgreifende Prüfung nicht zulässt;
• WACC-Berechnung abweichend von der regulatorischen Praxis.

Im Rahmen der Beratung der Interpellation Bieri Peter [1] räumte auch die zuständige Bundesrätin Doris Leuthard im Ständerat ein, dass der Bundesrat bei der Ausgestaltung der FGV klar flughafenfreundlich entschieden hat [2]. Sie stellte in Aussicht, dass die Frage, inwiefern die Einnahmen aus dem Parking und aus dem Shoppingbereich, die im Flughafen Zürich sehr hoch ausfallen, massgebend für die Bestimmung der Gebühren sind, noch einmal angeschaut werden muss. Dieser Moment ist nach der Erfahrung, welche Auswirkungen diese Verordnung in der Realität hat, nun definitiv gekommen.

[Stefan Meierhans, Agnes Meyer Frund]

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Lärm-Beschwerden: laerm@zurich-airport.com Tel 043 816 21 31  

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