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Thema: Medienberichte Jan-Jun 2014


Zürcher Gemeinden droht mehr Fluglärm

http://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/Zuercher-Gemeinden-droht-mehr-Fluglaerm-/story/23689423

Aktualisiert am 19.01.2014 56 Kommentare

Zu Spitzenzeiten werden am Flughafen Zürich unfallanfällige Kreuzungen in Kauf genommen. Das Bazl möchte dem entgegenwirken – mit negativen Folgen für gewisse Zürcher Gemeinden.

Das für den Flughafen Zürich zuständige Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) will im Sommer über eine Änderung der Startrouten entscheiden. Bazl-Chef Peter Müller signalisiert im Interview mit der «NZZ am Sonntag», dass das Bundesamt künftig zu gewissen Zeiten Südstarts geradeaus vorschreiben könnte.

«Wir haben aufgrund der sich kreuzenden Pisten in Zürich eine recht komplexe Situation», sagt Müller der Zeitung. «Unsere Flugsicherung Skyguide würde aus Sicherheitsüberlegungen deshalb ein Betriebskonzept bevorzugen, bei dem die Flugzeuge nach Süden hin geradeaus abfliegen und vom Norden her landen.» Mit dieser zusätzlichen Startmöglichkeit erhofft sich das Bazl, auch zu Spitzenzeiten unfallanfällige Kreuzungen im Luftraum verhindern zu können, die derzeit in Kauf genommen werden.

Bedeutend mehr Lärm für Süden

Von der Massnahme betroffen wären die südlich vom Flughafen gelegenen Orte Schwamendingen, Wallisellen und Dübendorf. Sie kämpfen schon jetzt gegen den Fluglärm. «Die Massnahme gäbe für den Süden bedeutend mehr Lärm», sagt Müller. Doch es gelte, Sicherheits-, Lärm- und Wirtschaftlichkeitskomponenten sorgfältig zu prüfen und gegeneinander abzuwägen.

Der Flughafen selbst wehrt sich gegen die Pläne des Bundesamtes. «Das Bazl weiss, dass der Zürcher Regierungsrat und der Flughafen diese Südstarts nicht wollen», sagt Verwaltungsratspräsident Andreas Schmid der «NZZ am Sonntag».

(mrs)



Bazl-Direktor im Interview

«Die Massnahme gäbe für den Süden mehr Lärm»

http://www.nzz.ch/nzzas/nzz-am-sonntag/die-massnahme-gaebe-fuer-den-sueden-bedeutend-mehr-laerm-1.18224453

Interview: Birgit Voigt

NZZ am Sonntag: Herr Müller, als Direktor des Bundesamts für Zivilluftfahrt wachen Sie über eine Kampfzone. Alle fliegen gern und hassen Fluglärm. Wie halten Sie den Streit aus?

Peter Müller: Wir haben viele Herausforderungen moderner Gesellschaften in unserem Aufgabenbereich verquickt. Da prallen wirtschaftliche und ökologische Aspekte aufeinander, der Einsatz von komplexen Techniksystemen, der Wunsch nach Mobilität und Ruhe. Wer Konflikte scheut, ist im Bundesamt für Zivilluftfahrt am falschen Platz. Solange kein Unfall passiert, kann ich emotional gut mit diesen Spannungsfeldern umgehen. Wir setzen alles dran, dass wir von schweren Zwischenfällen verschont bleiben.

Um die Jahrtausendwende häuften sich bei Schweizer Airlines die Unfälle mit Todesopfern – Bassersdorf, Nassenwil, Halifax. Beschäftigen Sie Sicherheitsfragen noch so wie damals?

Absolut. Wir hatten im Frühling 2011 einen gravierenden Zwischenfall in Zürich, einen Fast-Zusammenstoss zweier Swiss-Maschinen, sowie einige weitere Vorfälle. Das hat uns dazu bewogen, die Sicherheitsdispositive in Zürich erneut auf den Prüfstand zu stellen.

Mit welchen Konsequenzen?

Wir prüfen etwa 30 zusätzliche Sicherheitsmassnahmen und haben einen Teil davon auch schon umgesetzt. Ein besonderes Augenmerk müssen wir dabei auf die Kreuzungspunkte am Boden und in der Luft richten. Zudem wollen wir verhindern, dass Flugzeuge beim Landen oder Starten die Pisten überschiessen. Diese Gefahr kann mit Pistenverlängerungen minimiert werden. Es stellt sich auch die Frage, ob aus Sicherheitsgründen Starts nach Süden in einem gewissen Umfang angezeigt sind. Wir haben aufgrund der sich kreuzenden Pisten in Zürich eine recht komplexe Situation. Unsere Flugsicherung Skyguide würde aus Sicherheitsüberlegungen deshalb ein Betriebskonzept bevorzugen, bei dem die Flugzeuge nach Süden hin geradeaus abfliegen und vom Norden her landen.

Südabflüge werden in Zürich auf erbitterten Widerstand stossen.

Wir kennen die Standpunkte. Die Massnahme gäbe für den Süden bedeutend mehr Lärm. Aber es gilt Sicherheits-, Lärm- und Wirtschaftlichkeitskomponenten sorgfältig zu prüfen und gegeneinander abzuwägen.

Ab wann geht es in die Entscheidungsphase?

Im Sommer sollten Ergebnisse vorliegen und dann Entscheide getroffen werden.

Dieses Jahr steht theoretisch auch der zweite Teil der Revision des Luftfahrtgesetzes an. Wann sehen wir erste Vorschläge?

Ob und wie wir die Revision an die Hand nehmen, ist noch nicht endgültig entschieden. Das Umfeld für eine Revision hat sich inzwischen gewandelt. So war ein Anlass für die beabsichtigte Revision die Erwartung, dass sich in Europa eine gemeinsame Flugsicherung entwickeln wird. Daran wird ja seit Jahren gearbeitet. Um ein solches Projekt zu realisieren, müssten die Staaten gewisse Flugsicherungsaufgaben delegieren. Die Bereitschaft dazu scheint aber nicht vorhanden zu sein. Dementsprechend ist noch unklar, ob wir auf dem Thema weiterarbeiten sollen.

Es stand doch auch zur Debatte, ob der Bund via die Gesetzesrevision versuchen soll, mehr Einfluss auf die Entwicklung der Landesflughäfen zu erzielen. Jetzt bestimmen faktisch die jeweiligen Standortkantone, was geht und was nicht.

Die inzwischen geführten Diskussionen haben aber ergeben, dass man dem Kanton Zürich – wenn dies sicherheitsmässig nicht angezeigt ist – kein Flugregime aufoktroyieren will. Aus föderalistischen Überlegungen will Bundesbern sich nicht zusätzliche Entscheidungsbefugnisse gegen den Willen der betroffenen Kantone verschaffen.



[Fortsetzung]

Die Flugindustrie fordert, man solle erst einmal eine Bestandesaufnahme machen. Es brauche einen neuen luftfahrtspolitischen Bericht, bevor es an Gesetzesanpassungen geht. Der letzte Bericht sei zehn Jahre alt.

Das ist eine Idee, die wir diskutieren.

Seit Anfang Jahr bedient die Golfstaaten-Airline Emirates Zürich mit einem Airbus A380. Die Golfgesellschaft Etihad fliegt ab dem Sommer und will ab Zürich eine Art Minihub betreiben. Andere Länder beschränken die Flugrechte für die Golfstaaten-Airlines, um die eigene Luftfahrtbranche zu unterstützen. Welche Position vertritt das Bazl?

Im Wettbewerb auf dem globalen Flugmarkt stossen Akteure mit sehr unterschiedlichen Rahmenbedingungen aufeinander. Die europäischen Airlines müssen mit vergleichsweise hohen Anforderungen beim Konsumentenschutz, in Umweltfragen, bei den Löhnen und beim Arbeitnehmerschutz zurechtkommen. Sie treffen auf Konkurrenten aus dem Nahen und Fernen Osten, auch aus der Türkei, deren Regierungen den Aufbau grosser Airlines als Teil ihrer langfristigen Industriepolitik gezielt vorantreiben. Konkurrenz ist grundsätzlich zu begrüssen, und auch diese Konkurrenz der Systeme muss für die Schweizer Volkswirtschaft nicht per se schlecht sein. Aber für die alteingesessenen Airlines in Europa ist eine ganz schwierige Situation entstanden, das ist klar.

Sie sind nicht alarmiert?

Wir bewahren Ruhe und wollen die Lage genau analysieren. Es gibt ja auch Vorteile dank den neuen Anbietern: Die Flughäfen haben mehr Passagiere, die Preise sinken tendenziell, die Schweiz bekommt allenfalls zusätzliche Verbindungen. Der Flughafen Genf zeigt gut, wie er auch dank dem stärkeren Auftritt von neuen Airlines wirtschaftlich wieder sehr erfolgreich operiert.

Zweifelt das Bazl, ob eine lokal verankerte Airline mit Langstreckennetz volkswirtschaftlich einen Zusatznutzen stiftet?

Wir haben der Universität St. Gallen, der Swiss und den Flughäfen Zürich und Genf im Zusammenhang mit dem stärkeren Auftreten der Golfstaaten-Airlines den Auftrag für eine Standortbestimmung erteilt. Wir wollen wissen, wie real die Bedrohung nicht nur für die Airlines, sondern für die Volkswirtschaft der Schweiz insgesamt ist. Persönlich zweifle ich nicht daran, dass ein Heimcarrier mit direkten Langstreckenverbindungen für die Schweizer Wirtschaft von hoher Bedeutung ist.

Grundsätzlich muss die Swiss aber selbst sehen, wie sie damit fertig wird?

In dieser Absolutheit stimmt dies nicht. Das Bazl nimmt bei der Erteilung von Verkehrsrechten auch gewisse Möglichkeiten zur Steuerung wahr. So haben wir zum Beispiel Anfragen von asiatischen Airlines, die auf dem Flug von Asien in die USA in Zürich landen und dort Passagiere aufnehmen wollten, abschlägig beurteilt. Um ein komplexes Hubsystem betreiben zu können, ist eine Fluggesellschaft auch auf ertragsstarke Strecken angewiesen. Mit einer entsprechenden Verkehrsrecht–politik können wir dies etwas steuern. Wir nehmen bei Anfragen von ausländischen Staaten und Airlines für zusätzliche Verkehrsrechte eine Güterabwägung vor: Interessen der Passagiere, des betroffenen Flughafens und der Airlines. Eigentlich bin ich aber kein Freund protektionistischer Massnahmen. Die Schweiz vertritt im Luftfahrtbereich liberale Positionen. Sollen wir unsere Märkte nun plötzlich abschotten, weil starke Konkurrenten hier auftauchen?

Der Flughafen Zürich hat aufgrund einer vom Bundesrat bewilligten Gebührenneuordnung die Dienstleistungspreise für Airlines erhöht. Dagegen hat die Swiss vor Bundesverwaltungsgericht Beschwerde eingereicht. Wie schätzen Sie die Chancen ein?

Es würde mich überraschen, wenn das Gericht den Swiss-Argumenten folgt, denn das Bazl hat bei seiner Verfügung die Spielräume innerhalb der neuen Gebührenverordnung möglichst zugunsten der Airlines ausgelegt.

Trotzdem hilft die neue Verordnung dem dank Monopolsituation gut verdienenden Flughafen. Die Airlines sind dagegen einem scharfen Wettbewerb ausgesetzt. Macht das Sinn?

Der Bundesrat hat vor zwei Jahren die Aufteilung der Einnahmen und Kosten zwischen den Landesflughäfen und den Fluggesellschaften in einer Verordnung geregelt. Heute konstatieren wir: Die Verordnung trägt möglicherweise der inzwischen sehr schwierigen Situation der Airlines nicht ganz Rechnung. Angesichts des neuen, zusätzlichen Wettbewerbsdrucks stellt sich tatsächlich die Frage, ob der Kostenteiler etwas justiert werden muss.



PRESSE/Bundesamt für Zivilluftfahrt prüft Südstarts zu gewissen Zeiten (AF)

http://www.nzz.ch/wirtschaft/newsticker/pressebundesamt-fuer-zivilluftfahrt-prueft-suedstarts-zu-gewissen-zeiten-af-1.18224645

(Meldung mit Reaktion Fluglärmforum ergänzt; Abschnitte nach dem Zwischentitel)

Zürich (awp/sda) - Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) will im Sommer über eine Änderung des Startregimes am Flughafen Zürich entscheiden. BAZL-Direktor Peter Müller schliesst nicht aus, dass zu gewissen Zeiten Südstarts geradeaus vorgeschrieben werden könnten - mit negativen Folgen für die Gemeinden.

Ein Fast-Zusammenstoss zweier Swiss-Maschinen im Frühling 2011 sowie einige weitere Vorfälle hätten das BAZL bewogen, die Sicherheitsdispositive in Zürich erneut auf den Prüfstand zu stellen, sagte Müller in einem Interview mit der «NZZ am Sonntag». Etwa 30 zusätzliche Sicherheitsmassnahmen seien geprüft, und einige davon seien bereits umgesetzt worden.

«Wir haben aufgrund der sich kreuzenden Pisten in Zürich eine recht komplexe Situation», stellte Müller fest. Die Flugsicherung Skyguide würde deshalb aus Sicherheitsgründen ein Betriebskonzept bevorzugen, bei dem die Flugzeuge nach Süden hin geradeaus abfliegen und vom Norden her landen.

Der BAZL-Direktor ist sich bewusst, dass Südstarts in den südlich des Flughafens gelegenen Gemeinden Schwamendingen, Wallisellen und Dübendorf auf erbitterten Widerstand stossen. «Die Massnahme gäbe für den Süden bedeutend mehr Lärm», räumte er ein. Aber es gelte Sicherheits-, Lärm- und Wirtschaftlichkeitskomponenten sorgfältig zu prüfen und gegeneinander abzuwägen.

FLUGLÄRMFORUM IST ERZÜRNT

Das Fluglärmforum Süd reagierte erzürnt auf die Ausführungen des BAZL-Direktors. Die Bevölkerung im Süden des Flughafens Zürich sei es leid, immer wieder Ankündigungen des BAZL aus den Medien zu erfahren.

Wenn es Müller darum gehe, mit einem Versuchsballon Druck auf irgend jemanden auszuüben, so habe er die Rechnung ohne den Wirt gemacht, schreibt Richard Hirt, Präsident des Fluglärmforums Süd. Weder der Flughafen noch die Bevölkerung im Süden des Flughafens noch der Zürcher Regierungsrat könnten der Argumentation des BAZL folgen.

Wenn die Situation am Flughafen derart drastisch wäre, wie es das BAZL darzustellen versuche, hätten das Bundesamt oder Skyguide spätestens nach dem letzten Zwischenfall im Jahr 2011 sofort handeln müssen. Massnahmen - ausser jahrelangen Überprüfungen - seien aber nicht getroffen worden.



Die Frau, die uns alle ein bisschen ärmer macht

http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Die-Frau-die-uns-alle-ein-bisschen-aermer-macht/story/25698812

Eine Analyse von Hubert Mooser. Aktualisiert vor 54 Minuten 123 Kommentare

Doris Leuthard ist die populärste Bundesrätin im Lande – obwohl sie den Bürgern eigentlich systematisch das Geld aus der Tasche zieht. Seit sie im Uvek das Sagen hat, wird alles teurer.



Flughafen Zürich

19. Januar 2014 23:22; Akt: 19.01.2014 23:22 Print

Bazl will gerade Südstarts ab Kloten

http://www.20min.ch/schweiz/news/story/Bazl-will-gerade-Suedstarts-ab-Kloten-21240159

Auf die Südschneisen-Orte kommt neues Lärm-Ungemach zu. Der Bazl-Direktor will aus Sicherheitsgründen den geraden Südabflug.

Ein Expertenbericht, der im Nachtrag auf einen Beinahe-Crash am Flughafen Zürich erstellt wurde, zeigt, wie komplex das An- und Abflugregime in Kloten ist.

Aufgrund des Berichts fordert der Direktor des Bundesamtes für Zivilluftfahrt (Bazl), Peter Müller, nun im Interview mit der «NZZ am Sonntag», dass dieses Abflugregime geändert wird. «Wir haben aufgrund der sich kreuzenden Pisten in Zürich eine recht komplexe Situation. Unsere Flugsicherung Skyguide würde aus Sicherheitsüberlegungen deshalb ein Betriebskonzept bevorzugen, bei dem die Flugzeuge nach Süden hin geradeaus abfliegen und von Norden her landen», so Müller. Heute fliegen die nach Süden startenden Flugzeuge gleich nach dem Start eine Schlaufe über den Flughafen.

Mehr Lärm für den Süden

Der Entscheid solle kommenden Sommer fallen. Von einem geraden Südstart wären die Orte Schwamendingen, Wallisellen und Dübendorf betroffen. Müller räumt dann auch ein, dass die Massnahme «für den Süden bedeutend mehr Lärm» gäbe. Doch es gelte, Sicherheits-, Lärm- und Wirtschaftlichkeitskomponenten sorgfältig zu prüfen und gegeneinander abzuwägen.

Der Flughafen selbst wehrt sich gegen die Erwägungen des Bundesamtes. «Das Bazl weiss, dass der Zürcher Regierungsrat und der Flughafen diese Südstarts nicht wollen», sagt Verwaltungsratspräsident Andreas Schmid gegenüber der «NZZ am Sonntag». Die ebenfalls im Expertenbericht genannte Variante der Verlängerung zweier Pisten sei klar die bessere Lösung, um die Komplexität im Anflugregime zu senken, sagt Schmid. Allerdings liesse sich diese Option erst in zehn Jahren umsetzen.



Zürcher Kantonsrat

Gegen WEF-Flugplatz in Dübendorf

http://www.nzz.ch/aktuell/zuerich/uebersicht/gegen-wef-flugplatz-in-duebendorf-1.18230177

Zürich Heute, 17:03

sho. Wird das WEF zur Speerspitze für die weitere aviatische Nutzung des Flugplatzes Dübendorf? Die Fraktionen von SP, Grünen, GLP und BDP sehen es als «offen deklarierten Türöffner». 2015 sollen die Business-Jets in Dübendorf nicht mehr nur parkiert werden; auch die Grenzkontrollen sollen dort abgewickelt werden. Der Verband Aerosuisse wolle so beweisen, dass die Bevölkerung keinen Anstoss an einer zivilen Nutzung der Flug-Infrastruktur nehme, schreiben die vier Fraktionen. Unter Leitung von Aerosuisse bewirbt sich ein Konsortium um den Weiterbetrieb des Flugplatzes.

SP, Grüne, GLP und BDP stellen nicht in Abrede, dass die Verhinderung von Leerflügen sinnvoll wäre. Die Bevölkerung im schon stark lärmbelasteten Glatttal akzeptiere jedoch keinen zweiten Flughafen. Sie wolle das Gelände vielmehr für einen Innovationspark mit Grünflächen und Wohnanteil nutzen. «Wir könnten den Innovationspark verlieren, wenn wir nicht klare Signale nach Bern senden», heisst es in der Erklärung. Der Regierungsrat habe eine weitere aviatische Nutzung des Flugplatzareals in Dübendorf immer klar abgelehnt. Die Fraktionen fordern ihn auf, sich gegen die Taktik von Aerosuisse auszusprechen und die Grundlagen für solche Aktivitäten in den nächsten Monaten zu verweigern.



NZZ - Gegen WEF-Flugplatz in Dübendorf

sho. Wird das WEF zur Speerspitze für die weitere aviatische Nutzung des Flugplatzes Dübendorf? Die Fraktionen von SP, Grünen, GLP und BDP sehen es als «offen deklarierten Türöffner». 2015 sollen die Business-Jets in Dübendorf nicht mehr nur parkiert werden; auch die Grenzkontrollen sollen dort abgewickelt werden. Der Verband Aerosuisse wolle so beweisen, dass die Bevölkerung keinen Anstoss an einer zivilen Nutzung der Flug-Infrastruktur nehme, schreiben die vier Fraktionen. Unter Leitung von Aerosuisse bewirbt sich ein Konsortium um den Weiterbetrieb des Flugplatzes.

SP, Grüne, GLP und BDP stellen nicht in Abrede, dass die Verhinderung von Leerflügen sinnvoll wäre. Die Bevölkerung im schon stark lärmbelasteten Glatttal akzeptiere jedoch keinen zweiten Flughafen. Sie wolle das Gelände vielmehr für einen Innovationspark mit Grünflächen und Wohnanteil nutzen. «Wir könnten den Innovationspark verlieren, wenn wir nicht klare Signale nach Bern senden», heisst es in der Erklärung. Der Regierungsrat habe eine weitere aviatische Nutzung des Flugplatzareals in Dübendorf immer klar abgelehnt. Die Fraktionen fordern ihn auf, sich gegen die Taktik von Aerosuisse auszusprechen und die Grundlagen für solche Aktivitäten in den nächsten Monaten zu verweigern.



28.01.2014 | von Franz Domgörgen | 0 Kommentare

Konstanz Initiative entfacht erneut Diskussion um Schweizer Fluglärm

http://www.suedkurier.de/region/kreis-konstanz/konstanz/Initiative-entfacht-erneut-Diskussion-um-Schweizer-Fluglaerm;art372448,6648118

Konstanz - Die Kontroverse um den Airport Zürich geht weiter: Fluglärmgegner aus dem Landkreis Konstanz appellieren an den neuen Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt.

Während der Phase der Regierungsbildung in Berlin war die Diskussion um Fluglärm im Einzugsgebiet des Airports Zürich vorübergehend abgeflaut. Doch nun bringt die Bürgerinitiative gegen Flugverkehrsbelastung im Landkreis Konstanz die schwelenden Probleme wieder in Erinnerung. Schließlich gibt es einen ausgehandelten Vertrag, der einerseits die wirtschaftliche Entwicklung des Zürcher Flughafens sichern und andererseits die Belastungen durch An- und Abflüge und den damit verbundenen Lärm im deutsch-schweizerischen Grenzgebiet gerecht verteilen soll. Die Schweiz hat den Fluglärmvertrag unterzeichnet, auf deutscher Seite ist dies noch nicht der Fall. In Südbaden sind viele Kritiker der Auffassung, dass das Verhandlungsergebnis unakzeptabel sei.

Die Bürgerinitiative gegen Flugverkehrsbelastung im Landkreis Konstanz hat nun in einem offenen Brief an den neuen Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt Neuverhandlungen mit der Schweiz gefordert. „Wir bitten Sie, den Vertrag offiziell und endgültig dem Reißwolf zu übergeben“, heißt es in dem von den Vorstandsmitgliedern Thomas Gruschkus und Winfried Stroscher gezeichneten Schreiben. Auch Zusatzprotokolle könnten das „missglückte“ und „desaströse“ Abkommen nicht mehr retten. Der vom Verkehrsministerium immer noch nicht zurückgezogene Vertrag würde sein Ziel, eine Entlastung der Region, vollkommen konterkarieren, führen die Vertreter der Bürgerinitiative aus.

Und weiter heißt es: „Das Expansionsstreben des Flughafens Zürich sowie sein Ausbau zum internationalen Drehkreuz kann nicht auf Kosten der Bürger Südbadens und des für die Region wirtschaftlich bedeutsamen Tourismus vollzogen werden.“ Die Schweiz habe die Belastungen ihrer expansionsorientierten Infrastruktureinrichtungen selbst zu tragen.

Die Bürgerinitiative bietet dem Bundesverkehrsminister an, ihre Fachkenntnisse einzubringen und an einer konstruktiven Lösung mitzuarbeiten. Man sei bereit, die Position in einem persönlichen Gespräch zu erläutern.



Turbulenzen im Flugverkehr in Sicht

http://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/region/Turbulenzen-im-Flugverkehr-in-Sicht/story/17981548

Aktualisiert um 14:29 8 Kommentare

Lotsen in ganz Europa legen ab morgen ihre Arbeit nieder. Ihre Schweizer Kollegen unterstützen die Anliegen – dürfen aber nicht streiken. Diverse Flüge werden ausfallen. Wichtige Regionen sind betroffen.

In ganz Europa wehren sich die Lotsen gegen geplante Leistungsvorgaben der EU-Kommission. Sie haben angekündigt, am Mittwoch und Donnerstag teilweise ihre Arbeit niederzulegen, was sich auf den internationalen Flugverkehr auswirken wird. «Wir protestieren gegen den unrealistischen Spardruck, der uns von der EU-Kommission auferlegt wird. Er basiert auf falschen Verkehrsprognosen und gefährdet die Flugsicherheit», sagt Mario Winiger, Sprecher der Schweizer Lotsengewerkschaft Aerocontrol.

Die EU-Kommission geht davon aus, dass der Luftverkehr in den nächsten 20 Jahren um 50 Prozent zunehmen wird. Dafür fordert sie, dass die Flugsicherungen ihre Kapazitäten ausbauen. Geld dazu sei vorhanden, weil mehr Flugbewegungen zu einer Steigerung der Gebühreneinnahmen führten. Zudem verlangt die EU-Kommission von den Flugsicherungen eine grössere Effizienz.

«Die neusten Zahlen zeigen aber, dass der Flugverkehr vor allem in Zentraleuropa abnimmt», sagt Vladi Barrosa, Sprecher der Flugsicherung Skyguide. Die Einnahmen, die Skyguide durch die Gebühren, die sie bei Überflügen, Landungen und Starts generiert, würden also faktisch sinken statt steigen, wie es die EU-Kommission wegen ihrer Prognose annimmt. «Gleichzeitig verlangt die EU, dass wir sparen.» Halten die Flugsicherungen die Vorgaben der EU nicht ein, müssen sie dafür Rechenschaft ablegen. Dem entsprechenden Staat drohen in diesen Fällen Strafzahlungen. «Der Bund könnte seinerseits danach die Flugsicherung dafür belangen», sagt Skyguide-Sprecher Vladi Barrosa.

«Wir dürfen nicht streiken»

Während in den Nachbarländern die Flugsicherer ihre Arbeit zu verschiedenen Zeiten niederlegen, werden sich die Mitarbeiter von Skyguide nur im Rahmen ihrer vertraglichen Möglichkeiten an der Aktion beteiligen. «Wir dürfen nicht streiken, unterstützen aber die Aktionen unserer Kollegen im Ausland», sagt Aerocontrol-Sprecher Winiger. Die Skyguide-Mitarbeiter werden die Flugzeuge in der Schweiz auf den geplanten Flughöhen an die Nachbarn weitergeben. Die im Alltag durch Kulanz der Lotsen möglichen Flughöhenänderungen, um welche die Piloten jeweils spontan anfragen, sind während der Aktion nur in Ausnahmefällen eine Option.

  • In Italien haben die Lotsen für Mittwoch von 13 bis 17 Uhr und am Donnerstag von 15 Uhr bis 15.15 Uhr zum Streik aufgerufen.
  • In Portugal legen Flugverkehrsleiter von 8 bis 10 Uhr und von 15 bis 17 Uhr die Arbeit nieder.
  • In der Slowakei wollen die Flugsicherer in der Zeitspanne zwischen 10 und 14 Uhr streiken.
  • In Ungarn zeichnet sich zwischen 9 und 11 Uhr ebenfalls eine zweistündige Unterbrechung der Arbeit der Lotsen ab.
  • Die Griechen werden am 30. Januar von 8 bis 11 Uhr streiken.
  • Wie sich die französische Flugsicherung an der Aktion beteiligt, ist noch unklar. Ursprünglich hatten die Lotsen einen fünftägigen Streik geplant. Nach Gesprächen mit den politischen Vertretern haben sie ihre Aktion verkürzt, weil diese sich verpflichtet haben, für das Anliegen der Lotsen einzustehen. Die Franzosen fassen nun einen Streik von Mittwochabend, 19 Uhr, bis Freitagmorgen um 5 Uhr ins Auge.

    Was die Passagiere genau erwartet, ist derzeit unklar. Fest steht, dass die Swiss für Mittwoch bereits acht Flüge von und nach Italien annulliert hat. «Der Nachmittagsflug von und nach Portugal wird zudem verspätet abfliegen, damit wir um das Streikfenster herumkommen», sagt Swiss-Sprecherin Sonja Ptassek. Sie warnt zudem vor kurzfristigen Änderungen und rät den Passagieren, die am Mittwoch oder Donnerstag unterwegs sind, den Flugplan zu konsultieren.

    Flughäfen tappen im Dunkeln

    Welche Auswirkungen die Aktion der Lotsen auf den Flughafen Zürich haben wird, ist laut Sprecherin Sonja Zöchling noch nicht klar. «Solche Streikdrohungen werden nicht immer wahr gemacht. Wir werden die Situation am Nachmittag analysieren und die möglichen Auswirkungen aufzeigen.»

    Auch die Konsequenzen des Streiks auf den Basler Flughafen sind ungewiss. Vor allem die von den Franzosen angekündigte Aktion könnte sich auf den dortigen Flugverkehr auswirken. «Noch sind uns keine Annullationen bekannt», sagt Vivienne Gaskell, Sprecherin des Euro Airports Basel-Mulhouse. Ähnlich präsentiert sich die Situation in Genf.

    Im vergangenen Herbst hat bei der letzten Verhandlungsrunde eine grosse Mehrheit der Mitgliedsstaaten die Pläne der EU-Kommission abgelehnt – darunter auch die Schweiz. Skyguide fordert nun vom Bund, dass er am Verhandlungstisch am 4. Februar auf realistische Ziele pocht. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

    Erstellt: 28.01.2014, 13:21 Uhr



  • Unmut über Fluglärm

    Mehr Ruhe über Los Angeles

    http://www.nzz.ch/aktuell/international/auslandnachrichten/mehr-ruhe-ueber-los-angeles-1.18234540

    George Szpiro ⋅ Seit Jahren klagen Bewohner im Grossraum Los Angeles über den Lärm tief fliegender Helikopter, die tagtäglich über ihren Häusern kreisen oder schweben. Fernsehgesellschaften müssen den jüngsten Autounfall auf den Bildschirm bringen, Touristen wollen die Agglomeration von oben sehen, Paparazzi hoffen, Berühmtheiten im Swimmingpool zu erwischen, Hollywoodregisseure brauchen Szenen aus der Luft, eilige Geschäftsleute haben keine Zeit für den Strassenverkehr, und Häusermakler zeigen potenziellen Kunden Kaufsobjekte von oben. Vor einigen Monaten mietete sogar ein Lebensmüder einen Helikopter mit Piloten und stürzte sich aus 180 Metern Höhe ins Meer.

    Die vom Lärm geplagten Bürger gelangten an Polizei und Feuerwehr, fanden aber nirgends Gehör. Zuständig sei die Bundesluftfahrtbehörde FAA, doch auferlege diese Helikoptern fast keine Beschränkungen. Nachdem die Behörde auf Verlangen von Lokalpolitikern das Thema nochmals eingehend studiert hatte, kam sie zu dem Schluss, dass sie am besten gar nichts unternimmt. Helikopterpiloten sollten sich lieber freiwillig Restriktionen auferlegen.

    Enttäuschte kalifornische Kongressabgeordnete versuchten sodann dem Übel in Washington mit einer Gesetzesvorlage, der «Los Angeles Residential Helicopter Noise Relief Act», Abhilfe zu schaffen. Zunächst fruchteten auch diese Bemühungen nichts. Aber schliesslich fanden die kalifornischen Abgeordneten doch noch einen neuen Trick, und dieser war erfolgreich. In einem sprichwörtlichen Kuhhandel packten sie ihren Vorstoss für mehr Ruhe über Los Angeles in das Budgetgesetz von Mitte Januar, das die Finanzierung der Aktivitäten sämtlicher Ministerien und Ämter der amerikanischen Regierung bis zum September dieses Jahres sicherstellt. Und so findet sich – fast versteckt – auf den Seiten 1427 und 1428 des 1582 Seiten dicken Dokuments der Auftrag an die FAA, umgehend zu prüfen, wie die Lebensqualität der Einwohner von Los Angeles durch Änderungen der Flugrouten verbessert werden kann.

    Kommentar
    Die kalifornischen Abgeordneten waren sehr innovativ, was unseren Zürcher Politikern leider fehlt!



    "Viel zu ruhig in Sachen Fluglärm"

    http://www.badische-zeitung.de/waldshut-tiengen/viel-zu-ruhig-in-sachen-fluglaerm--80365865.html

    CDU fordert schnelles Handeln von Landesregierung.

    KREIS WALDSHUT / STUTTGART (BZ). Die CDU-Landtagsabgeordneten Guido Wolf und Felix Schreiner setzen das Thema Fluglärm-Staatsvertrag auf die Agenda der Landespolitik. Es sei um den Staatsvertrag zu ruhig geworden, so die beiden Abgeordneten in einer gemeinsamen Presseerklärung vom Montag.

    "Wir wollen wissen, was die Landesregierung unternimmt, um in der Fluglärm-Frage die wohl begründeten Belange der Bürgerinnen und Bürger Südbadens zu vertreten", so die beiden CDU-Abgeordneten. Bislang waren es die beiden CDU-Abgeordneten, die mit Initiativen für eine einstimmige Positionierung des Landtages sorgten. Dass es in den letzten Wochen um das Thema so ruhig war, ist für den Schutz Südbadens vor steigenden Flugverkehrsbelastungen kontraproduktiv. "Dass die Landesregierung den neuen Bundesverkehrsminister noch nicht über die dringenden Belange aus Baden-Württemberg unterrichtet hat, zeigt die Nachlässigkeit der grün-roten Landesregierung. Der Fluglärm-Staatsvertrag, der von Grün-Rot mit verhandelt und zunächst begrüßt worden ist, weist fundamentale Schwächen auf", so die beiden Abgeordneten.

    Bereits im Dezember des vergangenen Jahres hatten Guido Wolf und Felix Schreiner in einem Brief an die Regierungspräsidentin eine Sitzung der Begleitkommission angeregt. Dass nun auch der Fluglärm-Beirat tagen wird, begrüßen die beiden CDU-Abgeordneten. "Es ist wichtig, dass die Position der Region und des Landtages für eine völkerrechtliche Vereinbarung in der Fluglärm-Frage, der wir zustimmen können, nochmals klar formuliert wird", so Guido Wolf und Felix Schreiner.



    30.01.2014 | von Nils Köhler und Justus Obermeyer | 15 Kommentare

    Waldshut/Konstanz Kein Witz: Schweiz stoppt deutsche Pizzalieferanten

    http://www.suedkurier.de/region/hochrhein/kreis-waldshut/Kein-Witz-Schweiz-stoppt-deutsche-Pizzalieferanten;art372586,6656668

    Waldshut/Konstanz - Jubel bei Schweizer Pizzabäckern – Katastrophenstimmung bei ihren deutschen Kollegen: Die Schweiz will die Einfuhr von Pizzen, Kebab, Thai-Food, Sushi und anderen beliebten Hauslieferungen aus Deutschland ganz offensichtlich begrenzen.

    In einem Schreiben des Eidgenössischen Finanzdepartments an mehrere deutsche Fast-Food-Lieferanten im Grenzbereich, das dem SÜDKURIER vorliegt, werden deren Inhaber aufgefordert, ihre Waren ab sofort elektronisch zu verzollen. Die Lebensmittel gelten als Handelsware und diese müssen nach den Zollbestimmungen entsprechend angemeldet und verzollt werden.

    Für manchen Pizzakurier auf deutscher Seite bedeutet das eine kleine Katastrophe. „Seit über 14 Jahren liefere ich in die Schweiz, noch nie gab es irgendein Problem“ erzählt der 50-jährige Singh Salinder, Besitzer des größten Bad Säckinger Pizza-Kurierdienstes. 60 Prozent des Umsatzes macht seine Pizzeria mit acht Angestellten jenseits des Rheins, nun sieht er seine Geschäftsgrundlage gefährdet. „Ohne Schweizer Kunden kann ich meinen Laden dichtmachen“, meint Salinder. So wie ihm geht es vielen Pizzerien am Hochrhein. Viele bekamen schon das Einschreiben der Zollverwaltung, einige blieben bislang verschont.

    Das Pizza-Geschäft wird erheblich erschwert

    Die vermeintlich neue Regelung, die in den vergangenen Jahren nach Angaben der Berner Behörde stillschweigend außer Kraft gesetzt wurde, erschwert das Geschäft über die Grenze hinweg erheblich. Vor allem zu den besten Zeiten – abends und an den Wochenenden – dürften Pizzalieferungen damit tabu sein. Denn die elektronischen Buchungen werden auf Schweizer Seite in diesen Zeiten nicht bearbeitet, wie auch das Finanzdepartement einräumt.

    Wer sich dennoch mit seiner Lieferung der Grenze nähert, werde von den Grenzwächtern der Schweiz zurückgewiesen. Wer sich gar durch „unbesetzte Zollstraßen“ mogelt und hinter der Grenze aufgegriffen wird, muss mit einem Strafverfahren rechnen.

    Immer mehr Pizzen, Kebabs und ähnliches haben in den letzten Jahren die Grenze in Richtung Basel, Aargau, Zürich, Schaffhausen oder auch in den Thurgau gewechselt. Der Grund für die Beliebtheit deutschen Fastfoods liegt auf der Hand: Wegen des starken Franken haben immer mehr Eidgenossen Appetit auf diese Waren. Sparen sie doch deutlich mehr als 30 Prozent.

    Unverständnis bei der IHK Hochrhein-Bodensee

    Das Nachsehen hatten bislang die heimischen Fastfood-Läden. Weil deutsche Waren ebenso beliebt wie günstig waren, fehlte den Schweizer Serviceanbietern die Kundschaft. Das könnte sich schon bald ändern. Mit Unverständnis reagierte Uwe Böhm, Geschäftsführer der IHK Hochrhein-Bodensee, am Donnerstag auf die plötzliche und kompromisslose Gesetzesauslegung des Schweizer Zolls. „Formal mag das ja alles richtig sein, in der Sache ist es aber wenig plausibel“, so Böhm. Die Region lebe aber auf beiden Seiten vom grenzüberschreitenden Austausch, da sei ein solches „Klein-Klein“ nicht im Sinne beider Länder. Böhm kündigte Gespräche mit der Eidgenössischen Zollverwaltung an.

    Freilich ist der Pizzastreit nicht das einzige verminte Feld im nachbarschaftlichen Verhältnis. Auch beim Thema Fluglärm und beim Handwerkerstreit sind sich Deutschland und die angrenzenden Schweizer Kantone nicht grün. Seit längerem müssen deutsche Handwerker in den gängigen Branchen teilweise satte Kautionen hinterlegen, wenn sie in der Schweiz Aufträge ausführen. Begründet wird das mit vereinzelt auftretenden Schwarzen Schafen, die vor allem in der Vergangenheit mit falschen Angaben etwa zu Sozialabgaben negativ aufgefallen waren.

    Auch beim Taxi gibt es Streit

    Hinzu kommt ein immenser Verwaltungsaufwand, der bei dem komplexen Verfahren fällig wird, wie Sonja Zeiger-Heizmann von der Handwerkskammer Konstanz erklärt. Kritik gibt es auch an den teilweise ausufernden Kontrollverfahren, die sich seit Mitte 2013 verstärkt auch auf Kleinstbetriebe erstrecken, die nicht selten der „Scheinselbstständigkeit“ verdächtigt werden. In Deutschland werden die Maßnahmen von Handwerkern nicht selten als Mittel gesehen, um den Schweizer Betrieben die teilweise deutlich günstigere Konkurrenz aus Deutschland vom Leib zu halten.

    Nach wie vor ungelöst ist aber auch der deutsch-schweizerische Taxistreit um die Abholrechte am Flughafen Zürich-Kloten. Die Stadt Kloten hatte einen Staatsvertrag mit Deutschland aus den 50er Jahren wiederentdeckt und darauf hingewiesen, dass nur Schweizer Taxen Fluggäste am Zürcher Flughafen abholen dürfen. Anlass waren Proteste der eigenen Taxiunternehmer, die sich auch wegen des starken Franken nicht mehr konkurrenzfähig fühlten. Für deutsche Taxiunternehmen, die den Airport anfahren, bedeutet diese über viele Jahre hin nicht praktizierte Regelung empfindliche Einkommensverluste.



    SR Technics zügelt Werkstatt nach Malaysia

    http://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/region/SR-Technics-zuegelt-Werkstatt-nach-Malaysia/story/26043714

    Aktualisiert um 07:26 26 Kommentare

    Die einstige SR-Group-Tochter hat in Malaysia eine Werkstatt in Betrieb genommen. Davon betroffen sind Mitarbeiter in Kloten.

    Die Flugzeugwartungsfirma SR Technics hat in Kuala Lumpur eine neue Reparaturwerkstatt in Betrieb genommen. Die mehrheitlich malaysischen Mitarbeiter warten dort für den Anfang rund 300 verschiedene Flugzeugteile, bis Ende 2014 sollen es 1200 sein. Wie SR Technics mitteilt, sollen in Kuala Lumpur in erster Linie arbeitsintensive Wartungen und Reparaturen in den Bereichen Avionikpanels, Hydraulik, Mechanik, Pneumatik und Elektronik vorgenommen werden.

    Die neue Werkstatt in Malaysia beschäftigt insgesamt 109 Mitarbeiter, wovon 94 Prozent Malaysianer sind. Sie hätten ein spezielles Trainingsprogramm durchlaufen, damit sichergestellt sei, dass die von SR Technics geforderten Qualitätsstandards eingehalten würden. «Überdies wird ein erfahrenes Team vom Hauptsitz in Kloten in der Anlaufphase vor Ort anwesend sein, um organisatorische und technische Unterstützung zu bieten», sagt Karin Freyenmuth, Sprecherin von SR Technics.

    SR-Group-Tochter in arabischer Hand

    Am Klotener Hauptsitz sind Mitarbeiter von der Inbetriebnahme betroffen, die bisher diese Art Arbeiten vornahmen. Wie Freyenmuth sagt, würden keine Angestellten entlassen. Aber: Die betroffenen Mitarbeiter in der Komponentenwartung in der Schweiz würden nach Möglichkeit in andere Unternehmensbereiche transferiert und umgeschult. «Sie werden eingesetzt, wo derzeit ein Personalbedarf besteht, wie beispielsweise in der Triebwerkwartung.»

    Der neue Standort in Kuala Lumpur ist Teil der Gesamtstrategie von SR Technics. Die einstige SR-Group-Tochter will damit eine globale Präsenz aufbauen. Ziel seien zudem «Effizienzsteigerungen, Kostenoptimierungen und ein schnellerer Kundenservice im selben kulturellen Umfeld». SR Technics befindet sich heute im Besitz der Mubadala Development Company, deren Gründer die Regierung von Abu Dhabi ist. Mubadala verwaltet nach eigenen Angaben ein Portfolio von mehreren Milliarden Dollar an lokalen, regionalen und internationalen Investitionen.

    SR Technics hatte bereits 2011 den Abbau von 200 bis 250 Stellen angekündigt. Als Grund dafür gab die Flugzeugwartungsfirma die ungünstigen Marktbedingungen und den starken Franken an. «Wir versuchen, intern andere Stellen für die Betroffenen zu finden», sagte damals die Sprecherin. Den Dubliner Standort schloss SR Technics 2009. Damals verloren 1135 Mitarbeiter ihren Job. Gleichzeitig sparte das Unternehmen am dritten grossen Standort in London Stansted. Dort wurden 90 von rund 750 Stellen gestrichen.

    (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)



    05.02.2014 | von Nils Köhler | 1 Kommentare

    Waldshut Staatssekretärin bringt Schwung in Fluglärm-Streit

    http://www.suedkurier.de/region/hochrhein/waldshut-tiengen/Staatssekretaerin-bringt-Schwung-in-Fluglaerm-Streit;art372623,6673251

    Waldshut - Die Waldshuter Staatssekretärin Rita Schwarzelühr-Sutter fordert in einem Brief an Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) Nachverhandlungen für den umstrittenen Fluglärm-Staatsvertrag mit der Schweiz.

    Das kommt nicht alle Tage vor. Rita Schwarzelühr-Sutter, SPD, ist erst wenige Wochen als Parlamentarische Staatssekretärin im Amt. Jetzt fordert sie in einem Brief an Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) offen Nachverhandlungen für den umstrittenen Fluglärm-Staatsvertrag mit der Schweiz. In ihrem Schreiben weise sie darauf hin, „dass dieser Staatsvertrag in seiner jetzigen Form den Status quo verschlechtert“, schreibt die Abgeordnete des Kreises Waldshut in einer Pressemitteilung.

    Daher habe sie beide aufgefordert, „solche Nachverhandlungen zu führen und völkerrechtlich verbindliche Verbesserungen am Vertragstext zeitnah durchzuführen“. Anlass ihres Vorstoßes sei der anstehende Besuch der Schweizer Bundesrätin Doris Leuthard und des Schweizer Bundespräsidenten Didier Burkhalter in Berlin. Burkhalter hatte bereits offen die Bundesregierung aufgefordert, dem Vertrag, der in der Schweiz bereits ratifiziert ist, parlamentarisch zuzustimmen.

    Schwarzelühr-Sutter übt nun erneut scharfe Kritik an dem Abkommen: „Es sind wesentliche Mehrbelastungen der Hochrheinregion und des Südschwarzwalds zu erwarten.“ Sie erinnere an die Zusage Bundesverkehrsminister Peter Ramsauers vom November 2012, die dieser Landesverkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) und den südbadischen Abgeordneten gegeben habe. Diese lautete: „Ohne Nachverhandlungen keinen Staatsvertrag.“

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