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Thema: Medienberichte Juli-Dez 2014


Hier die Beiträge.



Passagiere mussten am Flughafen schlafen

http://www.blick.ch/news/schweiz/zuerich/passagiere-mussten-am-flughafen-schlafen-swiss-flieger-nach-sao-paulo-kreist-ueber-dem-jura-id3039405.html

Swiss-Flieger nach São Paulo kreist über dem Jura

ZÜRICH - Aus dem Flug gestern Abend von Zürich in die brasilianische Metropole São Paulo wurde nichts. Nach langem Kreisen über mehreren Kantonen kehrte die Maschine nach Kloten zurück.

«Ich bin völlig fertig», sagte der Leserreporter heute Morgen zu Blick.ch. Dies wegen der unfreiwilligen Nacht am Zürcher Flughafen. Swiss-Flug LX 92 Zürich - São Paulo von gestern Abend 22:40 Uhr: Eigentlich wollten sich die 203 Passagiere für den Nachtflug einrichten, um heute einigermassen ausgeruht in Südamerika anzukommen. Doch daraus wurde nichts.

Wie Leserreporter berichten, kreiste der Airbus A340 nach dem Start fast zwei Stunden über mehreren Kantonen am Rande des Juras. Dann landete er wieder am Flughafen Zürich. Auch Bewohner am Boden hatten das mitbekommen: «Mich hat das Kreisen aus dem Schlaf geholt», berichtet ein Leserreporter.

Massenlager am Flughafen ...

Ein Ärger kommt selten allein. Nach dem abgebrochenen Flug gab's, so ein Leserreporter, für die Economy-Passagiere nicht einmal ein Hotelzimmer. Sondern nur ein Massenlager am Flughafen: «Die Swiss ist auch nicht mehr was sie mal war», ist sein Kommentar. «Das ist extrem billig.»

Der Mann musste sich mit dem primitiven Massenlager am Flughafen begnügen. Heim nach Hause, er wohnt in Lenzerheide, das lag leider nicht drin.

Dazu kommentiert eine Swiss-Sprecherin gegenüber Blick.ch: «Aufgrund der Leichtathletik-EM waren leider nicht genügend Hotelzimmer verfügbar.»

... und Zwangsimbiss an Bord!

Überhaupt ist der Passagier bitter enttäuscht von der Swiss. «Für den Ausfall des Flugs gab's eine Entschädigung von 20 Fränklein», berichtet er. Und nach der Landung einen Znacht, auf den er lieber verzichtet hätte: «Wir mussten für diesen Imbiss noch eineinhalb Stunden eingepfercht an Bord bleiben.» Völlig daneben, findet der Mann.

Das habe man so organisiert, weil zu diesem Zeitpunkt «am Flughafen alle Restaurationsbetriebe schon geschlossen waren», sagte dazu die Swiss-Sprecherin.

Bei den 20 Franken handle es sich nicht um eine Entschädigung sondern um einen Verpflegungsgutschein, präzisierte eine Swiss-Sprecherin gegenüber Blick.ch.

Als Grund für die Umkehr habe der Pilot Probleme mit dem Fahrwerk angegeben. Mehr Infos habe man nicht erhalten. Immerhin wurde gestern Abend noch mitgeteilt, dass der Flug nach São Paulo heute Morgen um 9.00 Uhr starten sollte. Das ist unterdessen geglückt.

Einziger Trost für unseren Leserreporter: «Nach dieser Nacht werde ich wohl zum ersten Mal im Flugzeug schlafen können.»
Pilot musste Treibstoff ablassen

Der Flughafen Zürich bestätigt gegenüber Blick.ch den Abbruch des Fluges. Swiss erklärt über eine Sprecherin, das linke Hauptfahrwerk habe nach dem Start nicht eingezogen werden können. Weil die vollgetankte Maschine zu schwer für eine Landung gewesen sei, habe der Pilot zuerst Treibstoff ablassen müssen. (snx/noo)



Swiss-Maschine aus dem Verkehr genommen

Bettwanzen in der Business-Class


http://www.blick.ch/news/schweiz/zuerich/swiss-maschine-aus-dem-verkehr-genommen-bettwanzen-in-der-business-class-id3043084.html

ZÜRICH - Auf dem Flug von Mumbai nach Zürich waren deutlich mehr Passagiere an Bord als gewünscht. Bettwanzen hatten es sich im Swiss-Flieger bequem gemacht. Sie flogen Business-Class.

Sie verkriechen sich in den kleinsten Ritzen und Spalten. Bettwanzen sind schwierig zu entdecken. Das musste auch die Swiss merken. Auf dem Flug von Mumbai nach Zürich hatten sich die Schädlinge am 4. August in der Business-Class eingenistet. Eine Flight Attendant wurde gebissen.

Mit Spürhunden Kabine untersucht

«Nachdem der Vorfall bekannt wurde, wurde das betroffene Flugzeug temporär aus dem Verkehr genommen», sagt Swiss-Sprecherin Myriam Ziesack zur «Schweiz am Sonntag».

Mit Spürhunden untersuchten Kammerjäger die Maschine. «Die Kabine wurde anschliessend mit einem speziellen Heissluftofen auf 60 Grad erwärmt. Dabei wurden sämtliche Wanzen und deren Larven vernichtet», sagt Ziesack.

Mangelnde Hygiene könne der Airline nicht vorgeworfen werden, sagen Experten. Marcus Schmidt von der Beratungsstelle für Schädlingsbekämpfung der Stadt Zürich sieht die neuerliche Zunahme von Bettwanzen in der Schweiz bei der vermehrten Reisetätigkeit der Menschen.

Matratzen im Hotel kontrollieren

Er empfiehlt bei Hotelübernachtungen als Erstes die Rückseite der Matratze zu kontrollieren. «Zudem sollte mach den Koffer nicht in der Nähe des Bettes aufbewahren.» Rund 70 Prozent der Wanzen würden nämlich im Koffer mit eingeschleppt.

Ende Juli meldete Genf eine deutlich Zunahme an Bettwanzen, die Fälle hätten sich im Vergleich zum Vorjahr verdreifacht (Blick.ch berichtete). Um «ein Problem der öffentlichen Gesundheit zu verhindern», wurde eine Arbeitsgruppe gebildet.

Wanzenbisse können Ausschläge und Juckreiz verursachen. Krankheiten werden durch die Schädlinge nicht übertragen. Für die Kammerjäger sind sie eine gute Einnahmequelle. Die Behandlung eines befallenen Zimmers kostet zwischen 800 und 1500 Franken. (mad)



Deutscher Politiker will Friedensvertrag mit Schweiz

http://www.handelszeitung.ch/politik/deutscher-politiker-will-friedensvertrag-mit-schweiz-655002

Bilateral

Die Debatte um das deutsch-schweizerische Verhältnis sei geprägt von vielen Problemen im Grenzbereich, sagt Andreas Schwab. Um die Vorzüge hervorzuheben, will der Europaabgeordnete einen Vertrag.

Im angespannten Verhältnis zwischen der Schweiz und Deutschland macht sich der deutsche Europaabgeordnete Andreas Schwab für einen Nachbarschaftsvertrag zwischen beiden Ländern stark. Mit diesem sollen auch die Gemeinsamkeiten betont werden.

Deutschland und die Schweiz sollten ihre Beziehungen nach etlichen Konflikten auf ein echtes Fundament stellen, sagte Schwab, der dem Schweiz-Ausschuss des Europaparlaments angehört, in Freiburg der Nachrichtenagentur dpa. Dies gelinge am besten durch eine solche schriftliche Vereinbarung beider Länder, so wie sie Deutschland mit Frankreich und Polen abgeschlossen habe.

Ein solcher Vertrag hebe die Vorteile der Zusammenarbeit hervor und entschärfe Streit. Davon würde vor allem Baden-Württemberg profitieren. Gefordert seien die Regierungen in Berlin und Bern.

«Debatte geprägt von den vielen Problemen im Grenzbereich»

«Die Debatte um das deutsch-schweizerische Verhältnis ist geprägt von den vielen Problemen, die es im Grenzbereich gibt. Es wird niemals ein Überblick über die vielfältigen und gut funktionierenden Bereiche der Zusammenarbeit hergestellt», sagte der CDU-Politiker. «Die deutsch-schweizerischen Beziehungen sind in einer schwierigen Phase», sagte Schwab. Ein binationaler Vertrag könne das Misstrauen bekämpfen und «neues Verständnis» erzeugen. Vom grenzüberschreitenden Miteinander profitierten Bürger, Wissenschaft und Wirtschaft. Die Schweiz sei ein wichtiger Handelspartner.

Das deutsch-schweizerische Verhältnis wird von mehreren Konfliktthemen überschattet. Dazu gehören die im Februar angenommene Zuwanderungsinitiative, die Kontingente für die Einwanderung verlangt, aber auch der Fluglärm- und Steuerstreit oder die Diskussionen um ein Atommülllager nahe der Grenze.

(sda/moh/vst)



Flughafen Zürich

Staatsvertrag im «Tiefkühlfach»

http://www.nzz.ch/zuerich/staatsvertrag-im-tiefkuehlfach-1.18365648

Andreas Schürer Gestern, 18. August 2014, 19:58

GLP und SP positionieren sich im Kantonsrat als die härtesten Gegnerinnen von Pistenausbauten am Flughafen Zürich. Mit ihrem neusten Vorstoss sind sie nun gescheitert – sogar die Grünen versagten die Unterstützung.

Wieder einmal hat der Kantonsrat am Montag über den Flughafen gestritten – zum Ärger von Volkswirtschaftsdirektor Ernst Stocker (svp.). Sichtlich genervt meinte er, dass er gerne wissen würde, wie viele der Parlamentarier mit dem Flugzeug in die Sommerferien geflogen seien – wie die über 90 000 Passagiere, die an Rekordtagen zu verzeichnen waren. Antworten gab es keine, aber in der GLP und der SP dürfte Fliegen ein Tabuthema sein, so hartnäckig bekräftigten die Parteien auch am Montag ihre Abneigung gegen den Flughafen.

Keine Protestnote

Auf der Traktandenliste stand ein dringliches Postulat der GLP, das Pistenverlängerungen von einer allfälligen Umsetzung des Staatsvertrags mit Deutschland entkoppeln will. In dem Abkommen ist vorgesehen, die Sperrzeiten des deutschen Luftraums auszudehnen, so dass rund 20 000 zusätzliche Landungen jährlich nicht von Norden her abgewickelt werden könnten. Vom Regierungsrat wird in dem Vorstoss der GLP das Aufzeigen von Möglichkeiten verlangt, wie das Abkommen auch ohne Ausbauten am Flughafen umgesetzt werden könnte. Die Verkehrskommission des Kantonsrats folgte allerdings der Argumentation der Regierung, wonach es dazu zu früh sei. Da die Ratifizierung des Staatsvertrags in Berlin auf Eis liegt und es keine Anzeichen gibt, dass sich daran bald etwas ändert, setzte der Bund planerische Grundlagenarbeit wie Lärmberechnungen für mögliche neue Betriebsvarianten aus.

Eine Kommissionsminderheit aus SP und GLP drängte aber darauf, dass die Abschreibung des Geschäfts nicht ohne eine Form des Protests erfolgt, sprich mit einer von der Meinung des Regierungsrats abweichenden Stellungnahme versehen wird. In dieser sollte zum Ausdruck kommen, dass der Kantonsrat einen Pistenausbau ablehne, auch wenn er mit dem Staatsvertrag begründet werde. Das heutige Pistensystem biete genügend Kapazität, um die Anbindung des Wirtschaftsraums Zürich an den weltweiten Luftverkehr zu gewährleisten. Mit 102 zu 43 Stimmen lehnte der Kantonsrat den Minderheitsantrag ab – auch die Grünen versagten die Unterstützung. Robert Brunner (gp., Steinmaur) verwies darauf, dass der Kantonsrat in der Richtplandebatte eine klare Stellungnahme abgegeben hatte – dies müsse genügen. Tatsächlich verzichtete das Zürcher Parlament im März darauf, Verlängerungen der Pisten 28 und 32 in den Richtplan aufzunehmen (NZZ 25. 3. 14). Wegen der nationalen Bedeutung des Flughafens hat das letzte Wort allerdings der Bundesrat: Er verfügt über einen Genehmigungsvorbehalt.

Für Brunner steht unabhängig davon fest, dass der Staatsvertrag sowohl für die Schweiz als auch für Südbaden schlecht ist – und somit «im Tiefkühlfach des deutschen Bundestags» gut lagere, wie Brunner es formulierte. Letztlich empfehle er den Deutschen, den Vertrag abzulehnen.

Kapazitätsverlust befürchtet

Für Felix Hoesch (sp., Zürich) kommt ein Pistenausbau grundsätzlich nicht infrage, weil damit ein Kapazitätsausbau verbunden sei, wie er behauptete. Barbara Schaffner (glp., Otelfingen) bekräftigte die grundsätzliche Kritik an den Ausbauplänen. Yvonne Bürgin (cvp., Rüti) hielt dagegen, dass vorzeitige Denkblockaden unsinnig seien: Zuerst müsse der nächste Zug Deutschlands abgewartet werden. Christian Lucek (svp., Dänikon) kritisierte die Anti-Flughafen-Haltung insbesondere der GLP und konterte das Wachstumsszenario des SP-Kantonsrats Hoesch mit der Aussage, dass ohne Pistenausbauten der Staatsvertrag nur mit markanten Kapazitätseinbussen umgesetzt werden könne. Der Flughafen selber beziffert diese auf rund 15 Prozent in den ausgedehnten Sperrzeiten.



Initiative wird bald lanciert

http://www.nzz.ch/zuerich/staatsvertrag-im-tiefkuehlfach-1.18365648

asü. ⋅ Nun ist es definitiv: Wirtschaftskreise lancieren eine Volksinitiative, mit der letztlich ein Pistenausbau am Flughafen Zürich ermöglicht werden soll. Angestrebt wird eine Änderung des Flughafen-Gesetzes: Auch ablehnende Entscheide des Parlaments zu beantragten Pistenverlängerungen sollen vor das Stimmvolk gebracht werden können. In der gegenwärtigen Fassung ist ein Kantonsratsentscheid nur referendumsfähig, wenn er zugunsten von Pistenverlängerungen ausfällt. Die Initiative zielt also darauf ab, dass der Kantonsrat einen Ausbau nicht blockieren könnte. Lanciert werde die Initiative im Herbst, sagt Christian Bretscher, Geschäftsführer des Komitees Pro Flughafen.



Fluglärm

Aktualisiert am 22.08.14, um 18:40

Testbetrieb verlängert - weiterhin mehr Fluglärm für Ostaargau

http://www.aargauerzeitung.ch/aargau/kanton-aargau/testbetrieb-verlaengert-weiterhin-mehr-fluglaerm-fuer-ostaargau-128278606

Ostaargauer müssen auch weiterhin mehr Fluglärm in Kauf nehmen als sonst: Der Flughafen Kloten verlängert eine Testphase, in der er an bestimmten Tagen alle Flugzeuge nach Norden starten lässt.

Betroffen sind die Stunden zwischen 7 und 9 Uhr morgens am Wochenende sowie an deutschen Feiertagen – „lärmsensible Randstunden“, nennt dies die IG Nord, die sich gegen Fluglärm einsetzt. Ursprünglich war der Testbetrieb nur für zwei Monate bis Ende August angesetzt. Nun wurde er bis März 2015 verlängert.

„Die unter dem Deckmantel des Testbetriebs fortgesetzte Kanalisierung ist ein Schlag ins Gesicht der ohnehin schon stark lärmbelasteten Wohnbevölkerung im Norden des Flughafens“, sagt Hanspeter Lienhart, Präsident der IG Nord. Konkret geht es um etwa 25 zusätzliche Starts pro Tag. „Diese Starts waren in unseren Gemeinden deutlich spür- und hörbar und haben zu zahlreichen Anfragen und Unmutsäusserungen aus der Bevölkerung geführt“, sagt Lienhart.

Doch was wird überhaupt getestet – und wozu? Der Flugbetrieb am Flughafen Zürich ist aufgrund des Pistensystems und diverser Rahmenbedingungen eine sehr komplexe Angelegenheit. Während der deutschen Sperrzeiten wird am Flughafen Zürich morgens an Werktagen von 6 bis 7 Uhr, beziehungsweise. an Wochenenden und deutschen Feiertagen von 6 bis 9 Uhr von Süden her auf der Piste 34 gelandet. Die Starts finden ab 7 bis 9Uhr entweder auf der Piste 32 nach Norden oder auf der Piste 28 nach Westen statt.

Während der Tests starten die Flugzeuge in dieser Zeit – unabhängig vom Flugziel – ausschliesslich auf der Piste 32 nach Norden. „Ziel der Testreihe ist es, zu prüfen, ob sich die Komplexität des Flugbetriebs reduzieren lässt und welche Auswirkungen sich für die Pünktlichkeit und Leistungsfähigkeit des Südkonzepts ergeben“, erklärt Flughafen-Mediensprecher Michael Stief. Während der bisherigen Testwochenenden starteten durchschnittlich 25 Flugzeuge pro Tag neu nach Norden statt nach Westen. „Die temporäre Betriebsumstellung hat wie erwartet zu Verspätungen geführt“, so Stief. Durch die Verlängerung der Testreihe könnten die bisherigen Erkenntnisse hinsichtlich Verspätungen und Reduktion der Komplexität weiter vertieft und Möglichkeiten für Optimierungsmassnahmen ausgearbeitet werden.

Die IG-Nord hält die Ausdehnung des Testbetriebs von zwei auf neun Monate für unnötig. „Schon in den ersten zwei Monaten hat sich gezeigt, dass ein einachsiger Betrieb auf einer Piste nicht bewältigt werden kann und zu Verspätungen führt“, sagt Lienhart. „Wenn eine auf zwei Monate befristete Testphase um weitere sieben Monate verlängert wird, wirft das Fragen auf. Wir sind besorgt, dass der Flughafen mit einer befremdenden Salamitaktik die Nordkanalisierung vorantreiben will“, so Lienhart.

Ganz auszuschliessen ist dies wohl nicht. „Nach der Testreihe werden die Ergebnisse ausgewertet, dann wird das weitere Vorgehen bestimmt“, sagt Flughafen-Mediensprecher Michael Stief. Man könne zum jetzigen Zeitpunkt weder sagen, ob die Testphase über den März 2015 hinaus verlängert werde, noch, ob aus dem Test gar eine fixe Einrichtung werde.

Der IG Nord gehören neben Zürcher und Schaffhauser Gemeinden auch alle Zurzibieter Gemeinden (plus Mandach) an. (NRO)



Flughafen Zürich schirmt Privatjets von Federer und Co. vor Aviatikfans ab

http://www.aargauerzeitung.ch/wirtschaft/flughafen-zuerich-schirmt-privatjets-von-federer-und-co-vor-aviatikfans-ab-128279138

80000 Personen besichtigen auf einer Rundfahrt jährlich den Flughafen Zürich. Doch nun gibts eine einschneidende Veränderung: Aviatik-Fans können die teuren Privatjets nur noch aus der Ferne bestaunen. Privatjet-Firmen halten den Daumen hoch.

Die Rundfahrtenbusse am Flughafen Zürich müssen neu einen Bogen um die luxuriösen Privatjets machen, wie die „Schweiz am Sonntag“ berichtet.

Seit vielen Jahren bietet der Flughafen Zürich Rundfahrten für grosse und kleine Aviatik-Fans an. 80000 Personen nutzen das Freizeitangebot jedes Jahr.

In einem Bus geht es während 90 Minuten an den Werftanlagen, der Berufsfeuerwehr oder den Pisten vorbei. Doch die Highlights sind die Riesenmaschinen wie der A380, und die exklusiven Businessjets, mit denen Prominente abheben, von Tennis-Ass Roger Federer bis hin zu Hollywoodstars wie Sylvester Stallone.

Für die Privatjet-Firma Netjets stand Federer schon als Werbeträger vor der Kamera.

Die Flughafen-Touristen können die teuren Privatmaschinen nun aber nur noch aus der Ferne beobachten. Seit Anfang Juli wurde die Rundfahrten-Route geändert, der Bereich der Privatjet-Firmen wie zum Beispiel Jet Aviation oder Execujet wird bewusst umfahren, schreibt die „Schweiz am Sonntag“.

Die exklusiven Lufttaxi-Unternehmen zeigen sich erfreut, ohne genannt werden zu wollen. «Wir goutieren es nicht, wenn die Rundfahrten-Teilnehmer Fotos von unseren Maschinen und Gästen machen, da wir auf Diskretion angewiesen sind», sagt ein Vertreter einer Privatjet-Firma, die Zürich anfliegt.

Ein anderer Firmenvertreter sieht das auch so: «Die Privatsphäre ist für unsere bekannten Kunden sehr wichtig. Da sehen wir es nicht gerne, wenn die Busse vor unseren Maschinen halten.»

Flughafen-Zürich-Sprecherin Sonja Zöchling bestätigt in der „Schweiz am Sonntag“ die neue Regelung und das Fahrverbot für den Tourbus rund um die luxuriösen Mini-Flieger.

Beschwerden von Privatjet-Firmen habe es aber keine gegeben. Betriebliche Gründe hätten zu diesem Entscheid geführt. Im sogenannten General-Aviation-Bereich, wo die Maschinen der Geschäftsreisenden und der Hobbyflieger parkiert sind, herrsche oft reger Betrieb.

«Da stören im Prinzip alle Fahrzeuge, die nichts mit der Flugzeugabfertigung oder dem Parkieren der Flugzeuge zu tun haben.»

Am Verkehrsaufkommen hat sich allerdings in den letzten Jahren nicht viel verändert. Zöchling kann auch nicht beantworten, weshalb der Entscheid gerade jetzt getroffen wurde.



http://www.blick.ch/news/wirtschaft/drei-stockwerke-senkrechtstarts-755-passagiere-ist-dieser-fette-flieger-die-zukunft-der-luftfahrt-id2626253.html

Vielleicht lacht man dank senkrecht startender Flieger in 50 Jahren nur noch über diesen lachhaften sog. "Fluglärmstreit".


Zuletzt bearbeitet: 26.08.14 09:30 von Thomas


Thomas Kern geht

27. August 2014 09:53; Akt: 27.08.2014 10:07 Print

Flughafen Zürich bekommt neuen Chef

http://www.20min.ch/finance/news/story/Flughafen-Zuerich-bekommt-neuen-Chef-15611526

Nach sieben Jahren an der Spitze der Flughafen Zürich AG tritt Thomas Kern zurück. Er konnte heute einen Halbjahresgewinn von 88,1 Millionen Franken präsentieren.

Im ersten Halbjahr 2014 nutzten 11,9 Millionen Passagiere den Flughafen Zürich. Das ist ein leichtes Plus von einem halben Prozent. Für das Gesamtjahr rechnet der Flughafen mit ein Prozent mehr Passagieren.

Die Flughafen Zürich AG steht generell wieder besser da: Ihr Semestergewinn hat um fast 80 Millionen Franken zugenommen, auf 88,1 Millionen Franken. Im Vorjahr hatten Restrukturierungen von Krediten die Bilanz belastet.

Der Umsatz ging im Halbjahr um 3,4 Prozent auf 453,7 Millionen Franken zurück. Dies sei ausschliesslich auf die Sistierung des sogenannten Lärmfünflibers zum 1. Februar 2014 zurückzuführen, hiess es am Mittwoch.

Wechsel an der Spitze

Mit den Halbjahreszahlen kündigte der Flughafen zugleich einen Wechsel an der Spitze an: Der Chef Thomas Kern suche mit fast 62 Jahren noch einmal eine neue Herausforderung und gehe auf Ende Jahr. Seine Nachfolge ist schon geregelt: Der bisherige Chef für kommerzielle Belange des Flughaufens sowie für Entwicklung, Bau und Betrieb aller Gebäude, Stephan Widrig, rückt nach.

Kern hatte den Flughafen seit 2008 geleitet und unter anderem das Dock B und das neue Sicherheitskontrollgebäude eröffnet. Im Frühling hatte er das renovierte Terminal 2 eröffnet.

(ish)




Flughafen-CEO tritt zurück

Überraschende Ankündigung

http://www.nzz.ch/zuerich/flughafen-ceo-tritt-zurueck-1.18371287

Andreas Schürer 27.8.2014, 11:41 Uhr

Der Zeitpunkt überrascht: Der Flughafen-Chef Thomas Kern tritt auf Ende Jahr zurück – obwohl wegweisende Projekte noch in der Schwebe sind. Der Nachfolger ist bestimmt.

Auf dem Höhepunkt muss man aufhören, könnte sich der bald 62-jährige Thomas Kern gesagt haben. Die Monate Juli und August dürften für den Flughafen-CEO, der in Lärmdebatten oft Kritik einstecken musste, tatsächlich Balsam gewesen sein: Die Sommerferien bescherten dem Flughafen Rekordzahlen im Passagierbereich, die Qualität ist hervorragend, was Kern und seinem Team zum elften Mal in Folge den World Travel Award einbrachte – und von der «Schweizer Illustrierten» eine Rose.

Blumen gab es am Mittwoch nach der Bekanntgabe seines Rücktritts auf Ende Jahr auch von erbitterten Gegnern, dem Verein Bürgerprotest Fluglärm Ost. Dieser schreibt: «Auch wenn er die Gegenseite vertrat, wurde offen kommuniziert. Wir erhielten stets Antworten auf unsere unbequemen Fragen. Chapeau!»

Vater des Status quo

Der angekündigte Rücktritt wirft aber auch Fragen auf: Er erfolgt zu einem Zeitpunkt, in dem viele für den Flughafen wegweisende Projekte noch in der Schwebe sind. Der Staatsvertrag mit Deutschland ist in Berlin blockiert und wird vor Ende Jahr sicher nicht unter Dach und Fach sein. Kern betonte aber stets, er wolle nicht als Vater des Status quo in die Annalen eingehen. Tröstlich dürfte für ihn sein, dass die Schweiz mit dem jetzigen Betriebssystem deutlich besser fährt als mit jenem, das im Staatsvertrag vorgesehen ist.

Der Status quo ist aber auch unabhängig von der Entwicklung in Deutschland infrage gestellt. Unbestritten ist, dass die Sicherheitsmarge am Flughafen Zürich verbessert werden muss – zu viele Kreuzungen am Boden und in der Luft erschweren heute den Betrieb. Mögliche Massnahmen, über die besonders kontrovers diskutiert wird, sind Pistenverlängerungen oder Südstarts geradeaus über die Stadt Zürich, das Oberland und die Zürichseeregion.

Dem Vernehmen nach soll diese Startvariante planerisch ausgearbeitet sein. Die Frage ist bloss, ob Bundesrätin Doris Leuthard wagt, das heisse Eisen aus der Schublade zu nehmen. Einen wichtigen Erfolg mit Blick auf den Flugbetrieb konnte Kern aber verbuchen: Den Kampf gegen die von Gemeinden ergriffene Behördeninitiative gewann er – die Zürcher lehnten es 2011 deutlich ab, den Flughafen mit einem kategorischen Ausbauverbot zu belegen.

Schlüsselprojekt «Circle»

Ungewissheit herrscht im kommerziellen Bereich, namentlich bezüglich der Realisierung des Grossprojekts «Circle». Wichtige Partner sind zwar gefunden: die Swiss Life in der Finanzierung, die Hotelkette Hyatt und das Universitätsspital Zürich als künftige Nutzer des als grösstes Hochbauprojekt der Schweiz angekündigten Bauwerks am Fusse des Butzenbüel-Hügels. Noch fehlen aber weitere Ankermieter, um die für den Baubeginn definierte Vorvermietungsquote von rund 50 Prozent zu erreichen.

Der Rücktritt Kerns öffnet denn auch Tür und Tor für Spekulationen, zumal das geplante Dienstleistungszentrum mit 180 000 Quadratmetern Nutzfläche ein Schlüsselvorhaben Kerns ist. Der ehemalige CEO der Globus-Gruppe, der vor seinem Antritt als Flughafen-CEO im Jahr 2008 eine lange Karriere im Detailhandel vollzog, betonte stets die Wichtigkeit des «Circle», um kommerziell wachsen zu können, wenn die Steigerungen im Fluggeschäft wegen Kapazitätsengpässen ausbleiben. Nun kündigt Kern an, dass er zurücktreten und in seiner letzten Berufsphase etwas Neues wagen wolle, bevor der «Circle» abgehoben sei, und man fragt sich: Wird er vor Ende Jahr noch den Durchbruch kommunizieren und einen glorreichen Abgang feiern? Oder ist das Projekt zum Scheitern verurteilt?

Interner Nachfolger

Letztere Spekulation erscheint mit Blick auf den Nachfolger als waghalsig. Auserkoren wurde nämlich Stephan Widrig, der heute als Chief Commercial Officer für die kommerziellen Belange des Flughafens und für die Entwicklung, den Bau und den Betrieb aller Gebäude und Anlagen verantwortlich ist. Widrigs Name steht auch für das «Circle»-Projekt: Wäre dieses bei bisherigen Kosten von mehreren Dutzend Millionen Franken kurz vor dem Absturz, wäre die jetzige Beförderung schwer zu erklären.

Widrig, der Politik- und Wirtschaftswissenschaften an der Universität St. Gallen studierte, stiess 1999 zur damaligen Flughafen-Immobilien-Gesellschaft (FIG). Kurz darauf setzte er im Privatisierungsteam die Verselbständigung um, leitete dann zunächst die Frontorganisation des Flughafenbetriebs und ab 2002 das Immobiliengeschäft. Aus eigener Erfahrung kennt er das für den Flughafen Zürich zunehmend wichtige Auslandgeschäft: 2005 bis 2008 verantwortete Widrig die Finanzen am Bengaluru International Airport im südindischen Bangalore, an dem die Zürcher beteiligt sind. Widrig ist verheiratet und hat drei Kinder.



Bundesrat vertagt Entscheid

Verwirrung um den Flugplatz Dübendorf

http://www.nzz.ch/zuerich/region/verwirrung-um-den-flugplatz-duebendorf-1.18371771

27.8.2014, 22:14 Uhr

Der Entscheid über die Zukunft der zivilen Fliegerei in Dübendorf ist vertagt: Der Bundesrat wird frühestens nächsten Mittwoch darüber befinden. Die Stossrichtung ist klar – doch der Druck aus Zürich ist gross.

asü./For. «Wir sind einigermassen konsterniert»: So fasste einer der Befürworter eines zukünftigen zivilen Betriebs auf dem Flugplatz Dübendorf die Stimmungslage in der Aviatikszene zusammen. Der Grund für die Verwirrung: Der Bundesrat hat seinen Entscheid in diesem Dossier vertagt.

Allgemein war erwartet worden, dass der Bundesrat am Mittwoch darüber befinden würde, ob in Dübendorf weiter geflogen werden soll – und wer allenfalls den Zuschlag erhält. Wie im Vorfeld bekanntgeworden war, sprechen sich die drei involvierten Bundesräte für eine weitere aviatische Nutzung der Piste aus (NZZ 25. 8. 14). Favorisiert wird die Bewerbung der Flugplatz Dübendorf AG, die dort die Geschäftsfliegerei etablieren will und mit knapp 30 000 jährlichen Flugbewegungen rechnet; heute sind es rund 14 000. Aus der erwarteten bundesrätlichen Pressekonferenz ist aber nichts geworden. Trotzdem ist aus gut unterrichteten Quellen zu vernehmen: Unstimmigkeiten gab es im Bundesrat keine. Neben Verkehrsministerin Doris Leuthard und Verteidigungsminister Ueli Maurer spricht sich auch Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann explizit für die zivile Fliegerei aus – und für die Koexistenz mit dem von ihm vorangetriebenen Innovationspark. Die Vertagung des Entscheids legt eine Interpretation nahe: Offenbar ist der Widerstand des Kantons Zürich und der Standortgemeinden so vehement, dass der Bundesrat sein Vorgehen hinterfragt – oder dass er zuerst kommunikativ das Terrain für seinen Beschluss ebnen will. Gegen die Fliegerei sprechen sich insbesondere die Zürcher Regierung und die Stadt Dübendorf aus (siehe Artikel oben).

Offiziell fiel die Kommunikation am Mittwoch dürr aus. Die Bundeskanzlei liess wissen, dass der Bundesrat am Mittwoch nur eine erste Diskussion zum Flugplatz Dübendorf geführt habe. Die Beratung sei noch nicht abgeschlossen. Mit wichtigen Dossiers setze sich der Bundesrat oft an mehr als einer Sitzung auseinander – was nichts mit Streit oder Differenzen zu tun habe. Der Widerstand des Kantons Zürich und der betroffenen Gemeinden sei ein Element in der Diskussion, es gehe aber auch um andere Aspekte. Die Beratungen des Bundesrats würden voraussichtlich in einer Woche wiederaufgenommen.



Innovationspark Flugplatz Dübendorf: Kanton präsentiert Studie

http://www.srf.ch/news/regional/zuerich-schaffhausen/innovationspark-flugplatz-duebendorf-kanton-praesentiert-studie

Mittwoch, 27. August 2014, 13:27 Uhr, aktualisiert um 20:35 Uhr

Langsam werden die Umrisse für den geplanten Innovationspark auf dem Gelände des Flugplatzes Dübendorf erkennbar. Der Regierungsrat hat am Mittwoch eine Projektstudie vorgestellt.

Die Baudirektion und die Volkswirtschaftsdirektion des Kantons Zürich informierten am Mittwoch gemeinsam über die Pläne für das 25 Hektare grosse Gebiet im nordwestlichen Teil des Flugplatzes Dübendorf. Die städtebauliche Studie bildet die Basis für den kantonalen Gestaltungsplan, welcher seinerseits die Grundlage für den Standortentscheid durch den Bund im Sommer 2015 darstellt.

Bis im Sommer 2015 sollen nun die planungsrechtlichen Grundlagen vorliegen. Dabei gilt es, die Arbeiten mit den laufenden Planungsarbeiten der Stadt Dübendorf, der laufenden Richtplanrevision des Kantonsrates sowie mit den laufenden und anstehenden Planungen des Bundes inhaltlich und zeitlich abzustimmen.

«Säntisachse» und «Götterbogen»

Die erste Etappe wird vom bestehenden Eingangsgebäude des Flugplatzareals aus in Angriff genommen, dem sogenannten «Götterbogen». Daran anschliessen soll die neue «Säntisachse», die als Park gestaltet werden soll, wie es in der Mitteilung heisst.

Als zentrale Achse des Innovationsparks dient die sogenannte «Innovation Mall». Diese soll einen städtischen, dichten Charakter erhalten. Konkret ist die Ansiedlung von Grossfirmen und urbaner Infrastruktur vorgesehen. Auf der äusseren Seite dieser «Innovation Mall» liegt das «Innovation Village». Dieses «Dorf» umfasst verschiedene kleinere Nutzungseinheiten.

Das Verkehrskonzept sieht die räumliche Trennung des öffentlichen und motorisierten Individualverkehr vor. Die «Innovation Mall» ist laut Mitteilung die zentrale Erschliessungsachse für den Fuss- und Veloverkehr sowie für die Glattalbahn.

Der Autoverkehr dagegen soll längerfristig über den «Parkway» rollen. Diese dreispurige begrünte Strasse mit breiten Trottoirs schliesst den Innovationspark rückseitig ab.

«Identitätsstiftende Orte»

Mit dem «Götterbogen», der «Säntisachse», der «Innovation Mall» und dem «Parkway» verfüge das Konzept über «einprägsame und identitätsstiftende Orte», schreibt der Regierungsrat in der Mitteilung. Schon in der ersten Etappe seien alle wesentlichen Elemente vorhanden.

Parallel zu den raumplanerischen Themen treibt der Kanton die Planungen für die zukünftige Organisation des Innovationsparks voran. Ein Realisierungskonzept für die später zu gründende Trägerschaft soll bis zum ersten Quartal 2015 vorliegen.

Planerische Eingriffe zwischen Bahnhof und Flugplatz

Die Stadt Dübendorf informierte ihrerseits in einer Mitteilung über die Ergebnisse der Testplanung zum Gebiet zwischen Bahnhof und Flugplatz. Dabei geht es in erster Linie um die Trasseesicherung der Glattalbahn-Verlängerung, die Erneuerung und Verdichtung der Quartiere in der Nähe des Flugplatzes sowie um eine Verbesserung des ÖV-Knotens Bahnhof Dübendorf.

In einem Synthesebericht wurden zu ingesamt zehn Themen Erkenntnisse und Empfehlungen formuliert. Die stärksten raumplanerischen Eingriffe sind demnach für die Häuserzeilen entlang der Wangenstrasse zwischen Bahnhof und Flugplatz, für das gesamte Flugfeldquartier sowie für das Areal südwestlich des Bahnhofs zu erwarten. Auf diesem Areal soll dereinst ein neuer Bushof entstehen.



Weitere Nutzung des Flughafens Dübendorf (VFSN)

http://www.vfsn.ch/index.php?option=content&task=view&id=3058&Itemid=1

Der VFSN ist nach wie vor empört über die Pläne des Bundesrates, den Flughafen Dübendorf für die zivilaviatische Nutzung freizugeben. Die Auslagerung der Geschäftsfliegerei von Kloten nach Dübendorf, hätte eine massive Erweiterung des Lärmteppichs um den Flughafen Kloten zur Folge. Zusätzlicher Lärm ist vor allem im Glattal und in der Greifenseeregion zu erwarten, einerseits eine Region mit geplanter Zunahme der Wohnbevölkerung und andererseits eine der wichtigsten Naherholungszonen in der Agglomeration Zürich. Es würden dichtbesiedelte Wohngebiete wie Volketswil, Schwerzenbach, Dübendorf, Wallisellen in geringer Höhe überflogen. Es ist geradezu zynisch, wie man Lärmmanagement, Lärmschutzkonzepte und Entschädigungen immer wieder mit fadenscheinigen Gründen auf die lange Bank schiebt und gleichzeitig hemmungslos der Bevölkerung immer mehr Lärm zumuten möchte.

Die angestrebten kreuzungsfreien Luftwege vom Flughafen Kloten, würden zusätzlich beeinträchtigt.

Hinzu kommt, dass eine Verlagerung der Privatfliegerei von Kloten nach Dübendorf in Kloten zusätzlich Raum für 30000 grosse Linienflugzeuge schafft. Auf diese Weise versucht man einmal mehr die Kapazität des Flughafens Kloten zu erhöhen.

Wir hoffen sehr, dass sich Zürich weiterhin vehement und erfolgreich gegen die Pläne des Bundes wehrt.

Matthias Dutli, Präsident VFSN
Mail: praesident@vfsn.ch

Medienmitteilung VFSN, 28.08.2014



Villingen-Schwenningen Streit um den Fluglärm des Flughafens Zürich geht weiter

http://www.schwarzwaelder-bote.de/inhalt.villingen-schwenningen-streit-um-den-fluglaerm-des-flughafens-zuerich-geht-weiter.208a5e64-23a5-409d-9e94-a751d44c1bf3.html

Felicitas Schück, 29.08.2014 07:11 Uhr

Villingen-Schwenningen - Jörg-Dieter Klatt, Sprecher der Bürgerinitiative gegen den Fluglärm im Schwarzwald-Baar-Kreis, vermutet, dass die Schweiz durch ein Hintertürchen die Ratifizierung des Staatsvertrages auf deutscher Seite umgehen will.

Die Freiburger Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer hat jetzt im September zu einer Sitzung der Begleitkommission Flughafen Zürich eingeladen, um über die Ergebnisse ihres Gespräches mit Peter Müller, Direktor des Bundesamtes für Luftfahrt in der Schweiz zu informieren. Bei diesem Gespräch hatte Müller der Präsidentin offenbar mitgeteilt, dass der Flughafen Zürich eine sogenannte Entflechtung des Ostkonzeptes anstrebe.

Klatt: "Man versucht, Schlupflöcher und Winkel rauszuholen"

"Wir gehen davon aus, dass dieses ›entflochtene Ostkonzept‹ auch im ›Erklärungspapier‹ zum Staatsvertrag enthalten ist", stellt die Bürgerinitiative fest. "Ein eleganter Weg zur Verlagerung der Belastung in den Norden, mindestens in den im Staatsvertrag enthaltenen ›Schutzzeiten‹ ab 18 Uhr", meint Wolfgang Schu von der Bürgerinitiative.

Geflogen würde dann über den Hegau, Blumberg und Schwenningen. Der Warteraum Rilax werde dadurch nach Norden und Osten erweitert, befürchtet Jörg-Dieter Klatt. "Die verdächtige Ruhe macht mich skeptisch. Man versucht, Schlupflöcher und Winkel rauszuholen, um den Staatsvertrag auf einfachem Weg zu erreichen", vermutet er. Möglich machen würde das die 220. Durchführungsverordnung (DVO), die die An- und Abflüge zum Flughafen Zürich regelt, beziehungsweise deren dritte Änderung.

Das "maximale wirtschaftliche Interesse" des Flughafens Zürich werde bei solchen Bestrebungen deutlich. Außerdem existiert offenbar ein Video, schon vom Januar 2013, das "das Wunschkonzept des Flughafens" anschaulich zeigt. "Weder von der Schweiz noch vom Bundesministerium wurden wir über solche Pläne informiert", erklärte Edgar Neumann, Sprecher des Verkehrsministeriums in Baden-Württemberg, auf Anfrage unserer Zeitung. Bisher habe die Schweiz offiziell keinen Antrag auf Änderung der 220. Durchführungsverordnung gestellt.

"Sollte der Plan tatsächlich existieren, so werden wir ihn sehr kritisch sehen", erklärt Neumann. Inoffiziell ist aber schon etwas zum Landesverkehrsministerium durchgedrungen: "Was wir bisher gehört haben, finden wir nicht besonders gut." Zu befürchten sei, dass über das "Hintertürchen DVO" das eingeführt werden solle, was im Staatsvertrag, dessen Ratifizierung auf deutscher Seite immer unwahrscheinlicher wird, steht.

Das Bundesverkehrsministerium gibt auf eine Anfrage zu diesem Thema folgende Antwort: "Das Ratifizierungsverfahren in der Bundesrepublik Deutschland wird nicht eingeleitet, bis alle im Zusammenhang mit dem Vertrag aufgetretenen Fragen auf Fachebene geklärt und Einigungen rechtsverbindlich festgelegt sind. Die Flugsicherungsorganisationen beider Länder entwickeln derzeit Verfahren, die den Bestimmungen des Staatsvertrages entsprechen sollen."

Weiter heißt es: Die notwendigen Abstimmungen laufen und sind noch nicht abgeschlossen. Anschließend wird über weitere klärende Gespräche auf Fachebene mit der Schweiz entschieden. Ein Zeitpunkt hierfür kann derzeit nicht genannt werden."

Unterdessen hat sich am Hochrhein eine neue Gruppe "Bürgerbrief" gegründet, die die gleichen Ziele verfolgt wie die Bürgerinitiative gegen den Fluglärm im Kreis Waldshut, die sich 2013 aufgelöst hat. Sprecher Rolf Weckesser setzt sich in einem Schreiben vehement dafür ein, den "desaströsen Staatsvertrag" in den Reißwolf zu werfen.

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