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Thema: Medienberichte Juli-Dez 2014


Frankfurter Flughafen

Anflugsystem soll Landungen leiser machen

http://www.handelsblatt.com/technologie/it-tk/it-internet/frankfurter-flughafen-anflugsystem-soll-landungen-leiser-machen/10637802.html

01.09.2014, 13:27 Uhr

Mit dem satellitengestützten Anflugsystem GBAS soll am Frankfurter Flughafen der Fluglärm reduziert werden. Die Technologie wurde bereits in Bremen getestet und soll von diesem Mittwoch an eingesetzt werden.

Frankfurt/Main Als erstes internationales Drehkreuz in Europa nimmt der Frankfurter Flughafen das satellitengestützte Anflugsystem GBAS in Betrieb. Nach Mitteilung der Betreibergesellschaft Fraport soll die neue Technologie von diesem Mittwoch (3. September) an mit Hilfe des Ortungssystems GPS präzisere und steilere Anflüge ermöglichen. Langfristig soll so auch Fluglärm reduziert werden. GBAS steht für „Ground Based Augmentation System“ (bodengestütztes Ergänzungssystem).

An den Flughäfen Newark und Houston (beide USA) sowie Sydney (Australien) arbeitet es bereits. In Deutschland wurde es in Bremen getestet. Die Kosten für den Aufbau der Bodenstation hat Fraport mit rund fünf Millionen Euro beziffert. Lufthansa und die Deutsche Flugsicherung beteiligen sich als Partner.

Langfristig soll das neue System helfen, die Lärmbelastung rund um den größten deutschen Flughafen zu senken. Denn die Flugzeuge können mit ihm in einem Winkel von 3,2 Grad - statt 3,0 Grad mit dem aktuellen Instrumentenlandesystem ILS - die Landebahnen ansteuern. Bislang sind allerdings nur moderne Großraumflugzeuge wie die A380 und die Boeing 747-8 technisch entsprechend ausgerüstet.



Businessjets für Dübendorf

http://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/region/Businessjets-fuer-Duebendorf/story/27369217

Der Flugplatz Dübendorf erhält ein neues Gesicht. Am Kopf entsteht ein Innovationspark, in der Mitte soll die Geschäftsfliegerei einziehen. Der Widerstand ist angekündigt.

Dübendorf – Der Bundesrat hat ­beschlossen, den Flugplatz Dübendorf für die kommenden 30 Jahre im Baurecht einem zivilen Betreiber zu überlassen. Daneben wird die Armee sich mit der Rega und der Polizei einen Heli-Landeplatz teilen. Zudem hat der Bund auf dem 230 Hektaren grossen Gelände eine Fläche von 70 Hektaren für den Innovationspark reserviert, den der Kanton ­Zürich vorantreibt.

Bis Ende 2014 will der Bund die Einzelheiten klären und über die konkrete Ausgestaltung des nationalen Innovationsparks entscheiden. Das Geschäft geht dann ans Parlament. Politiker von links bis rechts quittierten die Nachricht zum Innovationspark wohlwollend. Ganz anders die Reaktionen auf den Entscheid, dass künftig die Geschäfts- und Kleinflieger auf dem Flugplatz starten und landen werden. Insbesondere die Verdoppelung der möglichen Flugbewegungen sorgt für sehr viel Unmut.

Betreiber haben Rückbaupflicht

Zwei Kandidaten hatten sich für den Betrieb des Flugfelds beworben. Den Zuschlag erhalten hat die Flugplatz Dübendorf AG. Sie vereint sieben Gesellschafter aus den verschiedenen Bereichen der Geschäfts- und Kleinfliegerei sowie die Rega. Geschäftsführer der jungen AG ist Urs Brütsch, ein früheres Kadermitglied des Flughafens Zürich. Für ihn ist der Entscheid des Bundesrats von nationaler Bedeutung und ein tragfähiger Kompromiss, der sowohl den Bedürfnissen der zivilen Fliegerei als auch jenen des Innovationsparks Rechnung trage. «Wir sind zudem der erste Flugplatz, dem eine Rückbaupflicht auferlegt wird. Das gibt der künftigen Generation die Möglichkeit, nach 30 Jahren eine andere Nutzung in Erwägung zu ziehen», sagt Brütsch.

Für ihn stellt der bundesrätliche Entscheid eine Chance für die Region dar – gerade durch die Verbindung von Forschung und Aviatik. «Wir möchten gemeinsam mit den Promotoren des Innovationsparks das Areal entwickeln.» Die zahlreichen Firmen, die im Grossraum Zürich im aviatischen Sektor tätig sind, könnten in Dübendorf ein Kompetenzzentrum mit internationaler Ausstrahlung schaffen. Dies sei letztlich auch bei der Standortförderung des Kantons eine wichtige Branche. Dübendorf soll aber nicht nur ein Flugplatz fürs Geschäft sein. «Wir wünschen uns auch ein Begegnungszentrum, in dem die Menschen die Faszination Fliegerei mit all ihren Facetten, insbesondere die bewegte und über hundertjährige Geschichte des Flugplatzes erleben können.»

«Grössten Widerstand»

Ganz anders sieht es der Dübendorfer Stadtpräsident Lothar Ziörjen (BDP). «Für die Stadt ist das schlimmste Szenario eingetroffen.» Dieser Entscheid habe die meisten Flugbewegungen und damit die grösste Lärmbelastung zur Folge. Tatsächlich kann die neue Betreiberin laut Ausschreibung des Bundes mit mehr Flugbewegungen und längeren Betriebszeiten planen. Deshalb ist Stadtpräsident Ziörjen überzeugt: «Entsprechend ist auch mit dem grössten Widerstand zu rechnen.»

Auch die Gemeindepräsidenten der anderen Anrainergemeinden sind nicht erfreut über den Aviatikentscheid. «Wir geraten vom Regen in die Traufe», sagt Bruno Walliser (SVP) aus Volketswil. Er werde alles versuchen, um die Geschäftsfliegerei zu verhindern. Ähnlich äussert sich Marlies Dürst (parteilos), Präsidentin von Wangen-Brüttisellen. «Ich bin enttäuscht. Dieser Entscheid ist gar nicht im Sinne unserer Gemeinde.» Auch sie stellt in Aussicht, alles Erdenkliche zu unternehmen. Dafür will sie sich mit den anderen Gemeinden und dem Kanton absprechen.

Brütsch ist sich des Gegenwindes bewusst und relativiert: «Wir sprechen keineswegs von einem exzessiven Flugbetrieb. Mit dem vorgegebenen Rahmen handelt es sich im Durchschnitt um drei Starts und drei Landungen pro Stunde.»

Das Nachsehen im Rennen um den Betrieb des zivilen Flugplatzes hatte die Firma Topmotion, hinter der Kurt Waldmeier, Chef der Ju-Air und des Air- Force-Centers, steht. Er hatte bei seiner Bewerbung Schützenhilfe von Alt-Regierungsrätin Rita Fuhrer (SVP). Sie präsidiert die Stiftung Museum und historisches Material der schweizerischen Luftwaffe. Fuhrer sieht sich nicht grundsätzlich als Verliererin: «Unsere Ziele waren, dass der Flugplatz als solcher erhalten bleibt und wir mit den JU-52 weiterhin von den Pisten abheben können.» Die «Tante Ju» und das Fliegermuseum werden auch künftig Gastrecht geniessen.

Entlastung für Kloten

In den kommenden Monaten will die Flugplatz Dübendorf AG gemeinsam mit dem Bund die Verträge und Verfahren regeln. «Wir werden uns bemühen, eng mit den Standortgemeinden und den Promotoren des Innovationsparks ­zusammenzuarbeiten», verspricht Brütsch. Normalerweise vergingen bis zu einer rechtsgültigen Betriebsbewilligung dieser Tragweite vier Jahre, dies sei aber von den Einsprachen abhängig. Hat das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) die Bewilligung erteilt, können die Aviatiker den Bau der Gebäude wie Terminal und Hangars in Angriff nehmen. «Wir hoffen, zwei Jahre später den Betrieb aufnehmen zu können.»

Ziehen die Geschäfts- und Kleinflieger nach Dübendorf, entlastet dies den Flughafen in Kloten. Bei der Pressestelle des Zürcher Flughafens übt man sich aber in Zurückhaltung: Grundsätzlich habe der Entscheid für den Flughafen keine Konsequenzen. Fakt sei, dass die Businessfliegerei durch den wachsenden Verkehr am Flughafen verdrängt werde. Gemäss Betriebsreglement hätten Linien- und Charterverkehr Vorrang.

(Tages-Anzeiger)

(Erstellt: 03.09.2014, 22:04 Uhr)


Zuletzt bearbeitet: 04.09.14 01:09 von Administrator


Zwist in Dübendorf um Flugplatz

Fliegerei belebt Innovationspark

http://www.nzz.ch/meinung/kommentare/fliegerei-belebt-innovationspark-1.18376452

Andreas Schürer 3.9.2014, 18:09 Uhr

Der Bundesrat hat es spannend gemacht: Am Mittwoch vor einer Woche lotste er den lange erwarteten Entscheid zum Flugplatz Dübendorf überraschend in die Warteschlaufe – nun darf man doch noch ein «happy landing» beklatschen. Die beschlossene Dreifachnutzung des 230 Hektaren grossen bundeseigenen Areals überzeugt: Der Kanton kann den Innovationspark errichten, gleichzeitig findet die Fliegerei eine ausgebaute Heimat: Auf dem bisherigen Militärflugplatz soll die volkswirtschaftlich zunehmend wichtige zivile Fliegerei eine gut erschlossene Basis erhalten. Militär, Rettungsflugwacht und Kantonspolizei können zudem eine Helikopterbasis betreiben.

Leuthard in der Rolle der Bösewichtin

Allen voran Verkehrsministerin Doris Leuthard beweist Mut. Der Entscheid für die zivile Fliegerei provoziert in Zürich Widerstand – zähe Diskussionen und Rechtsstreitigkeiten sind programmiert. SP, Grüne, GLP und BDP künden erbitterte Gegenwehr an. Auch der bürgerlich dominierte Zürcher Regierungsrat betont mantrahaft, dass er sich gegen die zivile Fliegerei ausspricht – wobei nicht restlos klar ist, ob er seine Bedenken tatsächlich ernst meint oder ob er nicht schlicht davor zurückschreckt, sich in dem leidigen Fluglärm-Thema zu exponieren. Wahrscheinlich trifft letztere Vermutung zu: Im Wissen darum, dass der Bund seine letzte strategische Reserve für die Luftfahrt nicht leichtfertig aufgeben wird, begnügt sich die Zürcher Regierung damit, sich als Fürsprecherin der Bevölkerung zu inszenieren. Leuthard wird derweil die Rolle der Bösewichtin zugedacht. Mit Blick auf das Gesamtbild muss sie für die Standortgemeinden unangenehme Entscheide treffen.

Fatal an dieser Rollenteilung ist, dass sich der einseitig argumentierende Kanton Zürich in der Flughafenpolitik zunehmend aus dem Spiel nimmt. Dies gibt jenen Stimmen Auftrieb, die eine Verlagerung der Kompetenzen nach Bern verlangen. Brisanz erhält diese Machtverschiebung nicht zuletzt deshalb, weil weitere einschneidende Entscheide anstehen, namentlich die allfällige Einführung der Südstarts geradeaus über die Stadt Zürich und die Goldküste. Nicht auszuschliessen ist, dass Leuthard auch in diesem Dossier die Zürcher Regierung überstimmt – und auch den von der Swiss aus betrieblichen und von der Skyguide aus sicherheitstechnischen Gründen geforderten Starts die grundsätzliche Freigabe erteilt.

Ein Gewinn für den Innovationspark

In Bezug auf den Flugplatz Dübendorf verfügt Leuthard über gute Argumente. Mittelfristig betrachtet löst die Verlagerung die Probleme der am Flughafen Zürich bedrängten Geschäftsfliegerei, deren Wegfall die Standortqualität Zürichs markant reduzieren würde. Zudem muss dem Kanon der Fluglärmgegner entgegengehalten werden: Gerade der Innovationspark profitiert von der Piste in unmittelbarer Nähe. Die internationale Top-Elite, die das neue Angebot aus den Bereichen Wirtschaft und Forschung anziehen soll, wird sich kaum an einigen Kleinflugzeugen stören – vielmehr wird sie die gute Erreichbarkeit des Standorts schätzen. Bedacht werden muss auch, dass Flugplätze weltweit die Umgebung nicht abtöten, sondern beleben. Das ist in Zürich nicht anders als in Frankfurt oder Amsterdam, und dieser Mechanismus wird auch in Dübendorf spielen, obschon die Anlage massstäblich kleiner ist.

Geradezu fahrlässig wäre eine Stilllegung der Piste in Dübendorf aus langfristiger Perspektive. Niemand weiss, was die Anforderungen an die Luftfahrt in 50 Jahren sein werden, wie sich die Mobilität entwickelt, namentlich im Bereich der Geschäftsfliegerei. Nimmt deren Bedeutung ab und ist die Piste auch sonst künftig weniger gefragt, kann eine nächste Generation immer noch neue Nutzungen festlegen. Die Fliegerei jetzt aber blindlings abzuschiessen, wäre töricht.


Zuletzt bearbeitet: 04.09.14 16:15 von Administrator


Dübendorf: Innovationspark und ziviles Flugfeld mit Bundesbasis

https://www.news.admin.ch/message/index.html?lang=de&msg-id=54312

Bern, 03.09.2014 - Der Bund will den bisherigen Militärflugplatz Dübendorf künftig als ziviles Flugfeld mit Bundesbasis nutzen sowie auf einem Teil des Areals die Errichtung eines Innovationsparks durch den Kanton Zürich ermöglichen. Der Bundesrat hat heute einen entsprechenden Antrag der drei Departemente UVEK, VBS und WBF gutgeheissen. Damit wird sichergestellt, dass die grösste strategische Landreserve des Bundes für kommende Generationen erhalten bleibt. Während der mehrjährigen Übergangsphase wird die Luftwaffe den Standort weiterhin als Militärflugplatz nutzen.

Der Militärflugplatz Dübendorf mit einer Fläche von rund 230 Hektaren ist die grösste strategische Landreserve im Eigentum des Bundes. Das Areal im dichtbesiedelten Glatttal und in unmittelbarer Nähe des Wirtschaftsstandortes Zürich bietet vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten. Aufgrund seiner Lage und guten Erschliessung ist es für den Bundesrat wichtig, dass künftigen Generationen die grösstmögliche Handlungsfreiheit erhalten bleibt. Da das VBS entschieden hat, die Piste nicht mehr weiter zu betreiben und sich auf eine Helikopterbasis zurückzuziehen, hat der Bundesrat verschiedene Optionen für das Gelände geprüft und sich 2013 im Grundsatz dafür ausgesprochen, einen zeitlich befristeten zivilen Weiterbetrieb des Flugplatzes zu prüfen. Das UVEK erhielt den Auftrag, in Zusammenarbeit mit dem VBS Offerten möglicher ziviler Betreiber für den Flugplatz einzuholen, der genügend Platz lässt für den auf dem gleichen Areal geplanten Innovationspark. Zudem wird die Armee in Dübendorf künftig zusätzlich zur Helikopterbasis auch die Piste mitbenutzen können.

Mit den heute gefällten Entscheiden verfolgt der Bundesrat das Ziel, alle drei Interessen des Bundes (militärische Aviatik, zivile Aviatik, Innovationspark) parallel weiterzuverfolgen.

Innovationspark auf 70 Hektaren

Am bisherigen Flughafenkopf soll der Hubstandort Zürich des nationalen Innovationsparks entstehen. Der Bundesrat hat hierzu eine Fläche von etwa 70 Hektar reserviert. Diese soll dem Kanton Zürich in mehreren Etappen zur Verfügung gestellt werden. Bis Ende 2014 werden die Einzelheiten dieser Landabgabe geklärt - dann wird der Bundesrat über die konkrete landesweite Ausgestaltung des nationalen Innovationsparks entscheiden und das Geschäft ans Parlament überweisen.

Ziviles Flugfeld mit Bundesbasis

In einem Ausschreibungsverfahren haben im April 2014 zwei Organisationen ihre Bewerbung als ziviler Flugplatzhalter eingereicht. Der Bundesrat hat heute entschieden, mit der „Flugplatz Dübendorf AG" die Vertragsverhandlungen über den Betrieb eines künftigen Flugfeldes mit Bundesbasis aufzunehmen. Vorgesehen ist eine Betriebsdauer von 30 Jahren. Das künftige Flugfeld soll vor allem der Geschäftsfliegerei, der Leichtaviatik und für Werkflüge offenstehen. Ein regelmässiger Linien- oder Charterverkehr ist ausgeschlossen. Weiterhin auf dem Flugfeld stationiert bleiben die Armee und die Schweizerische Rettungsflugwacht REGA. Mit diesem Konzept ist ein wirtschaftlicher Betrieb möglich, ohne dass die Umgebung des Flugplatzes durch den Flugbetrieb übermässig belastet wird. Die Nähe zum Wirtschaftszentrum Zürich ermöglicht es, einen Teil der Geschäftsfliegerei vom Flughafen Zürich nach Dübendorf zu verlagern.

Luftwaffe plant Helikopterbasis

Mit der Veröffentlichung des Entwurfs zum neuen Stationierungskonzept der Armee im letzten November hat das VBS definitiv bestätigt, dass es die Piste nicht mehr weiter betreiben möchte und sich auf eine Basis für Helikopter im Norden des Flugplatzes zurückziehen wird. Während der mehrjährigen Planungs- und Bewilligungsphase des zivilen Flugfeldes wird das VBS den Betrieb des Flugplatzes bis zur Übergabe an den neuen Flugplatzhalter noch sicherstellen.

Nach Auslaufen der Betriebsbewilligung des zivilen Betreibers kann erneut entschieden werden, ob das Flugfeld in Dübendorf dereinst weiter betrieben oder ob das Flugfeldareal einer anderen Nutzung zugeführt werden soll. Dadurch bleibt die strategische Landreserve für kommende Generationen weitgehend erhalten.

Kommentar

Richtig gelesen: Während der mehrjährigen Übergangsphase wird die Luftwaffe den Standort weiterhin als Militärflugplatz nutzen!



«Das dürfen wir nicht zulassen»

http://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/region/Das-duerfen-wir-nicht-zulassen/story/24742797

Interview Der Zürcher Regierungsrat wehrte sich bis zuletzt gegen die Fliegerei in Dübendorf. Nun ist er beim Bundesrat abgeblitzt. Im Interview sagt Volkswirtschaftsdirektor Ernst Stocker (SVP), was er jetzt noch tun kann.

Der Bundesrat will in Dübendorf die Geschäftsfliegerei installieren – gegen den Willen des Zürcher Regierungsrats. Ein Affront?
Wir nehmen den Entscheid mit Bedauern zur Kenntnis. Jetzt startet der Bund die Planungsverfahren: Zuerst das neue Objektblatt für den Sachplan Infrastruktur der Luftfahrt (SIL) und danach das Betriebsreglement für den Flugplatz Dübendorf. In letzterem wird entschieden, wo wann und wie oft geflogen werden darf. In beiden Verfahren werden wir uns einbringen und allenfalls Rechtsmittel ergreifen.

Wann muss die Bevölkerung mit dem neuen Fluglärm rechnen?
Wer den SIL-Prozess zum Flughafen Zürich verfolgt hat, weiss, dass dies lange dauern kann. Für Dübendorf gehe ich von 5 bis 10 Jahren aus, wenn nicht länger.

Das heisst, der Kanton Zürich wird auf Zeit spielen?
Wir werden im SIL-Prozess im bisherigen Sinne Stellung nehmen und die Interessen der Flugplatzgemeinden wahrnehmen, welche die Zivilfliegerei ablehnen.

Kann sich der Kanton auch mittels Richtplan wehren?
Die Luftfahrt ist grundsätzlich Sache des Bundes. Er kann einen Sachplan erlassen. Kommt es zu Differenzen mit dem kantonalen Richtplan, müssen diese in einem Bereinigungsverfahren beseitigt werden.

Bundesrätin Simonetta Sommaruga wollte auf dem Flugplatzareal Land aussparen für ein Asylzentrum. Wäre das ein Deal: Zürcher Ja zum Asylzentrum, wenn die Fliegerei nicht kommt?
Das Asylzentrum steht überhaupt nicht zur Diskussion. Ausserdem hat der Bundesrat sich nun für die Fliegerei entschieden und einen Betreiber ernannt. Da kann er nicht zurück.

Falls sich der Bund mit seinem Vorhaben durchsetzt: Wie wollen Sie den neuen Fluglärm um Dübendorf möglichst tief halten?
Das müssen Sie den Bund fragen. Keiner kann einen Flugplatz gegen den Willen der Bevölkerung betreiben. Erst recht nicht in einem so dicht besiedelten Gebiet wie dem Glatttal.

Der Flughafen dürfte sich freuen, dass er die lästige Businessfliegerei loswird. Haben Sie als Verwaltungsrat der Flughafen AG angesichts des Bundesratsentscheids doch ein lachendes Auge?
Nein. Es besteht das Risiko, dass der Flughafen Zürich durch die Fliegerei in Dübendorf in seinem Betrieb eingeschränkt wird. Das dürfen wir nicht zulassen.

Was überwiegt am Ende des Tages: Die Freude über das bundesrätliche Ja zum Innovationspark oder die Enttäuschung, dass auf dem Flugplatz Dübendorf weiter geflogen wird?
Aus unserer Sicht ist der Entscheid zum Innovationspark wichtig. Der Kanton Zürich kann auf dem, wie gesagt wurde, begehrtesten Stück Land der Schweiz ein Jahrhundertprojekt durchführen, das den Wirtschaftsstandort Zürich stärken wird. Innovation ist der Treiber unserer Volkswirtschaft. Gegenüber der Fliegerei in Dübendorf haben wir nach wie vor Vorbehalte.

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

(Erstellt: 03.09.2014, 18:29 Uhr)



Off topic

Bankgeheimnis: Das Volk entscheidet

http://www.handelszeitung.ch/politik/bankgeheimnis-das-volk-entscheidet-661909

Initiative Banker und SVP-Politiker Thomas Matter reicht bald 100'000 Unterschriften in Bern ein. Damit bestimmt das Volk, ob das Bankgeheimnis in die Verfassung gehört. Doch bereits jetzt wird Kritik laut.

Von Stefan Barmettler

03.09.2014

Der 48-jährige Zürcher Banker und Unternehmer Thomas Matter ist im Sommer als Nachfolger von Christoph Blocher in den Nationalrat eingezogen. Nun kann der Jungparlamentarier einen ersten Erfolg vorweisen: Seine Initiative «Ja zum Schutz der Privatsphäre», die das Bankgeheimnis in der Bundesverfassung verankern will, kommt zustande. Dies bestätigt der Politiker gegenüber der «Handelszeitung». Derzeit träfen beim Initiativ-Komittee die beglaubigten Unterschriftenbögen aus den Gemeinden ein, wo sie auf ihre Gültikgeit überprüft wurden. «In den nächsten Wochen», so Matter, «wird die Initiatve in Bern eingereicht».

An dem Vorstoss von Matter wird allerdings bereits Kritik laut - ausgerechnet von Seiten der Finanzbranche. Zwar hat sich die Schweizerische Bankiervereiniung noch nicht offiziell positioniert, allerdings ist die Initiative laut «NZZ» Gegenstand kontroverser Diskussionen im Verband. «Unsere Skepsis dürfte Thomas Matter kaum überraschen», sagte Sprecher Thomas Sutter der Zeitung. Der Plan der Initiative bedeutet offenbar ein höheres Risiko für Banker, bei Steuerhinterziehung durch ihren Kunden straftrechlich verantwortlich zu sein. Auch der Wirtschaftsdachverband Economiesuisse will die rechtlichen Folgen der Initiative prüfen.

Dem SVP-Nationalrat bleibt offiziell bis zum 6. Dezember Zeit, um die 100'000 Unterschriften bei der Bundeskanzlei zu deponieren. Damit sich Matter noch stärker auf sein Nationalratsmandat und seine Aktivitäten in der einflussreichen Kommisson für Wirtschaft und Abgaben (WAK) konzenterieren kann, richtet er sein Portfolio neu aus und trennt sich von einzelnen Mandaten.

Kommentar
Es ist höchste Zeit, dass beim Fluglärm und in nächster Zeit auch beim Pistenausbau eine Volksinitiative zustande kommt! Sonst entscheidet unsere Verkehrsministerin Doris Leuthard wieder über die Köpfe der betroffenen Bevölkerung hinweg. Dübendorf lässt grüssen!


Zuletzt bearbeitet: 04.09.14 21:40 von Administrator


Strategien gegen den Fluglärm in Dübendorf

http://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/region/Strategien-gegen-den-Fluglaerm-in-Duebendorf/story/31415972

Die Gegner der zivilen Fliegerei in Dübendorf formieren sich.

«Auf dem Flugplatzareal Dübendorf soll künftig kein Flugbetrieb mehr stattfinden.» Diesen Satz wollte die Zürcher Regierung in den kantonalen Richtplan eintragen. Im März 2013 war der Kantonsrat noch ganz auf dieser Linie. Alle Parteien ausser der SVP und der EDU kritisierten die Pläne der Bundesräte Ueli Maurer (SVP) und Doris Leuthard (CVP), Dübendorf für die Geschäfts­fliegerei zu öffnen. Ein entsprechender Vorstoss wurde deutlich überwiesen.

Das Drehbuch, um die Businessjets zu verhindern, stand: Der Bundesrat als Genehmigungsinstanz könnte den ­Zürcher Richtplan nicht annehmen, weil er seinen Interessen widerspricht. Und da der Bund den Kanton nicht zu einem anderen Richtplanvermerk zwingen kann, würde der Status quo gelten – ohne zivile Nutzung der Piste.

Wallisers Widerspruch

Ein Jahr später, im März 2014, sah die Welt plötzlich anders aus. Als es um den konkreten Eintrag in den Richtplan ging, änderten FDP und CVP ihre Meinung. Sie weigerten sich, den Satz gegen die Fliegerei aufzunehmen. In der Abstimmung resultierte ein Patt, der Kantonsratspräsident musste den Stichentscheid fällen. Das war damals Bruno Walliser (SVP). Er verhalf den Anhängern der Fliegerei zum Sieg. Jetzt stehen lediglich die Sätze: «Die Frage eines künftigen Flugbetriebs auf dem Flugplatzareal Dübendorf wird im Rahmen der Sachplanung des Bundes entschieden. Eine weitere Stationierung von Helikoptern der Rega, der Kantonspolizei sowie der Luftwaffe soll möglich sein.»

Nur ist Walliser auch Präsident der Flugplatzanrainergemeinde Volketswil. Als solcher sagte er am Mittwoch nach dem Entscheid des Bundesrates zu­gunsten der Fliegerei: «Wir geraten vom ­Regen in die Traufe. Ich werde alles versuchen, um die Geschäftsfliegerei zu verhindern.»

Auf den Widerspruch angesprochen, sagt Walliser, es stehe auch jetzt nichts von Zivilfliegerei im Richtplan. Ausserdem sei die Flugpiste aus dem Richtplan gestrichen worden. Walliser geht davon aus, dass Zivilfliegerei nicht möglich ist.

Beim Kanton tönt es anders. «Der Regierungs­rat wollte im Richtplan ausdrücklich festhalten, dass auf dem Flugplatz Dübendorf keine zivile Fliegerei mehr erwünscht ist», sagt Sacha Peter, Abteilungsleiter in der Baudirektion. Das hätte ein Differenz­bereinigungs­verfahren mit dem Bund nach sich ge­zogen – mit unsicherem Ausgang, da es kaum Erfahrungen damit gibt. «Der Kantons­rat hat aber anders entschieden und die Frage der Fliegerei an den Bund delegiert.» Nun wird der Bund den Prozess für ein neues Objektblatt für den Sachplan Infrastruktur der Luftfahrt (SIL) in Gang setzen.

«Gar nicht ideal»

Robert Brunner, der Luftfahrtexperte der Grünen im Kantonsrat, fand die ­Aktion Wallisers zwar «gar nicht ideal», verweist aber wie Walliser auf den Satz nach dem – so Brunner – «banalen» Eintrag zum Sachplan, in dem nichts von Zivil­fliegerei steht. Dies wiederum sehen Kanton und Bund anders. «Die SIL-Vorgaben sind schon für sich behörden­verbindlich», sagt Sacha Peter von der Baudirektion. Und Urs Holderegger, Sprecher des Bundes­amtes für Zivilluftfahrt (Bazl), verweist auf die Luft­fahrt­gesetz­gebung: «Für eine neue Nutzung des Flugplatzes Dübendorf ist kein separater Eintrag im kantonalen Richtplan nötig.»

Brunner bestreitet dies weiterhin energisch: «Die Kantone haben die Hoheit für die Raumplanung.» Differenzen müssten ausgefochten werden. Der grüne Kantonsrat sieht ohnehin weitere Widerstandsmöglichkeiten. Die grössten Chancen sieht Brunner in der Bekämpfung des Betriebsreglements und der Flugrouten. Beide werden vom Bazl erlassen und können bis vor Bundes­gericht bekämpft werden. Allenfalls lasse sich auch etwas über die Lärm­grenz­werte machen, sagt Brunner.

Gemäss Bundesrätin Leuthard dürfen die «strengen Planungswerte» nicht überschritten werden. Doch gemäss Entwurf der Lärmkarte ragen einige ­Gebäude in die Lärmkurven hinein. Bazl-­Sprecher Holderegger relativiert. Die Kurve sei als Grundlage für die ­Ausschreibung zuhanden möglicher ­Betreiber des Flugplatzes erstellt worden und deshalb nicht definitiv. Die genaue Lärmkurve werde noch erarbeitet. «Klar ist, dass die Lärmgrenzwerte ­eingehalten werden müssen», sagt Holder­egger.

Regierungsrat Ernst Stocker (SVP) hat bereits deutlich gemacht, dass der ­Kanton das Betriebsreglement allenfalls juristisch bekämpfen wird.

(Tages-Anzeiger)
(Erstellt: 05.09.2014, 02:20 Uhr)

Kommentar
Die Delegation nach Bern hat nicht etwa der Zürcher Regierungsrat, sondern der Kantonsrat zu verantworten. Die gleichen dafür verantwortlichen Kreise klagen, man hätte beim Bund nichts zu sagen. Welch ein Widerspruch!



Platz für zwei zusätzliche Airbus A380

http://www.zol.ch/ueberregional/kanton-zuerich/Platz-fuer-zwei-zusaetzliche-Airbus-A380/story/13831232

Aktualisiert am 09.09.2014

Bis anhin konnte der Airbus A380 am Flughafen Zürich an zwei Standplätzen am Dock E abgefertigt werden. Nun wurden zwei zusätzliche Standplätze geschaffen.

Am Flughafen Zürich sind zwei zusätzliche Standplätze für den Airbus A380 geschaffen worden. Bis anhin konnte das grösste Passagierflugzeug der Welt nur an zwei Standplätzen am Dock E abgefertigt werden.

Um flexibler auf Verspätungen oder Sanierungsarbeiten reagieren zu können, seien zusätzlich je ein Standplatz am Dock E sowie am Dock B für die Abfertigung des Airbus A380 geschaffen worden, schreibt die Flughafenbetreiberin in einer Mitteilung vom Dienstag. Zu diesem Zweck seien die Markierungen geändert, die Energieversorgung sowie am Standplatz beim Dock E die Fluggastbrücken aufgerüstet worden.

Auch an den Rollwegen mussten aufgrund der Grösse des Flugzeuges einige Änderungen vorgenommen werden. Um Hindernisfreiheit sicherzustellen, wurden auf drei Rollwegen Schilder versetzt. Zudem wurden die Prozessanweisungen für die Mitarbeitenden von Apron Control und Tower angepasst.

Zu Testzwecken wird der Airbus A380 der Singapore Airlines am Donnerstag am Dock B abgefertigt. Für Flughafenfans, die den Riesenvogel aus nächster Nähe bestaunen wollen, wird die Zuschauerterrasse Dock B bereits um 7 Uhr geöffnet. (khe/sda)

Erstellt: 09.09.2014, 17:17 Uhr



Flughafen Zürich: Mehr Passagiere im August

http://www.zol.ch/ueberregional/kanton-zuerich/Flughafen-Zuerich-Mehr-Passagiere-im-August/story/13099187

Aktualisiert um 21:16

August 2014 sind 2'587'338 Passagiere über den Flughafen Zürich geflogen. Im Vergleich zur Vorjahresperiode entspricht dies einem Wachstum von 5,9 Prozent.

Am Flughafen Zürich sind im August 2'587'338 Passagiere ein-, aus- oder umgestiegen.Das sind 5,9 Prozent mehr als im August 2013. Die Zahl der Starts und Landungen stieg im Vergleich zum Vorjahresmonat um 2,3 Prozent auf 24'655.

Die Zahl Lokalpassagiere nahm um 9,8 Prozent auf 1'777'723 zu, wie die Flughafen Zürich AG am Freitag mitteilte. Der Transferanteil in diesem Zeitraum lag bei 31,1 Prozent, dies sind 2,3 Prozentpunkte weniger als im Vorjahr. Die Zahl der Umsteigepassagiere sank um 1,4 Prozent auf 804'056.

Die durchschnittliche Zahl Passagiere pro Flug lag mit 119 Fluggästen 2,2 Prozent über dem Vorjahresniveau. Die Sitzplatzauslastung hat um 1,6 Prozentpunkte auf 81,2 Prozent zugenommen.

Im August 2014 wurden 35'664 Tonnen Fracht am Flughafen Zürich abgewickelt. Dies entspricht einem Plus von 1,6 Prozent gegenüber August 2013. (mca/sda)

Erstellt: 12.09.2014, 21:16 Uhr



Flugplatz Dübendorf

Hohe Hürden für Zivilfliegerei auch am Boden

http://www.nzz.ch/zuerich/region/hohe-huerden-fuer-zivilfliegerei-auch-am-boden-1.18382490

Stefan Hotz 12.9.2014, 16:11 Uhr

Die Promotoren eines zivilen Flugbetriebs in Dübendorf wollten aviatiknahe Betriebe auf dem Gelände ansiedeln. Der Kanton kann das aber vereiteln. Auch der Innovationspark gibt für sie kein Druckmittel her.

Der Bund will die Wiege der Schweizer Luftwaffe der zivilen Fliegerei erhalten. Anfang Monat wurde bekannt, dass der Bundesrat den Militärflugplatz Dübendorf einer privaten Betreiberin übertragen will. Seither ist viel davon die Rede, was das für den Verkehr in der Luft bedeutet – und für die Lärmbelastung der Anwohner. Etwas untergegangen ist, dass auch am Boden die planerischen Voraussetzungen noch zu schaffen sind, bevor ein kommerzieller Flugbetrieb starten kann. Schliesslich liegt das Areal des Flugplatzes zum grössten Teil in der Landwirtschaftszone.

Kein Gewerbe zulässig

Als die Aviatik-Freunde 2010 erstmals ihre Pläne bekannt machten, zählte prominent die Ansiedlung von Firmen dazu. Die Rede war von 450 bis 500 zusätzlichen Arbeitsplätzen, etwa für die Wartung von Maschinen oder den Innenausbau von Business-Jets. Heute wird das nicht mehr hervorgestrichen. Der Grund ist klar: Der Bund kann, weniger als Eigentümer, sondern primär als Zuständiger für Luftfahrt, den Flugplatz Dübendorf wohl gegen den Willen des Kantons und der Region weiterbetreiben (lassen). Die Kompetenz für Umnutzungen erstreckt sich gemäss Luftfahrtrecht aber nur auf die zu diesem Zweck nötigen Anlagen.

Das geht schon aus den Ausschreibungsunterlagen hervor. In der für Flugplatz-Hochbauten ausgesparten 23 Hektaren grossen Fläche südlich der Piste ist gemäss Luftfahrtgesetz nur zulässig, was ganz oder überwiegend der Fliegerei dient. Erwähnt sind Hangars, Betriebs-, Unterhalts- und Verwaltungsbauten. Sogenannte Nebenanlagen, zum Beispiel Werkstätten, sind dagegen nur gestützt auf einen kantonalen oder kommunalen Nutzungsplan möglich. Das ist, wie es ausdrücklich heisst, heute nicht gegeben – und dürfte angesichts des Widerstand durch den Kanton und die Standortgemeinde gegen den Flugbetrieb auch so bleiben.

Deshalb drängt der Aerospace-Cluster nun in den Innovationspark, den der Kanton am Flughafenkopf plant. Doch es wird schwierig, Unterschlupf zu finden. Der Park ist explizit für Forschung und Entwicklung gedacht; Flugzeugwartung oder -ausbau fallen kaum darunter. Der Regierungsrat hat ohnehin andere Pläne. Als thematische Schwerpunkte im künftigen Innovationspark nannte er im letzten Frühling Life Sciences, Umwelt und Kommunikation, nicht aber Aerospace.

Innovationspark startet eher

Der Versuch der Aviatiker, den Innovationspark als Pfand einzusetzen, verfängt ebenso wenig. Aus der Flugplatz Dübendorf AG wird behauptet, das für Wissenschaft und Forschung vorgesehene Gelände werde erst dann frei, wenn der Flugbetrieb an die zivile Betreiberin übertragen sei. Weil das wegen absehbarer Rekurse eher zehn als fünf Jahre dauern wird, oder noch länger, würde sich der Innovationspark deutlich verzögern. Auf die Frage an das Bundesamt für Zivilluftfahrt, ob diese Verquickung zutreffe, lautet die Antwort im Absprache mit dem VBS unmissverständlich; das sei schlicht falsch. Es ist auch plausibel: Der Innovationspark ist kein Entgegenkommen an Zürich, auch der Bundesrat will ihn. Er hat dem Kanton ja schon grünes Licht für die Planung erteilt, bevor er den Zuschlag an die Flugplatzbetreiberin gab.

Eine erste Etappe dürfte umgesetzt sein, lange bevor der zivile Flugbetrieb starten kann. Umso wichtiger ist es deshalb für dessen Befürworter, dass jene Betriebe, die sich seit dem schrittweisen Rückzug der Luftwaffe 2005 auf dem Flugplatz eingerichtet haben, bleiben können. Auch da sieht es schlecht aus. Erstens könnte diese Geschichte unerfreulich enden: Vor zwei Jahren machte die Finanzkontrolle des Bundes bekannt, dass die Mietverträge undurchsichtig und zum Nachteil des VBS formuliert sind. Seit einem Jahr läuft in dieser Sache eine Strafuntersuchung des Bundesanwaltschaft.

Die Verträge sind bis Ende 2014 befristet – auf den Zeitpunkt, als die Luftwaffe Dübendorf verlassen wollte. Diese Betriebe liegen zudem in einer Zone für öffentliche Bauten am Rand des Flughafens, sind also nicht zonenkonform. Auch das fällt in die Planungshoheit des Kantons. Im Beschluss zum Richtplaneintrag für den Innovationspark schreibt der Regierungsrat, die Mietverträge könnten längstens um zwei Jahre bis Ende 2016 verlängert werden. Danach beginnen im günstigsten Fall die Arbeiten am Innovationspark. Dass die Regeirung hart bleiben will, zeigt ihre Präzisierung, auf die Schaffung neuer Untermietverhältnisse solle verzichtet und das Unterlaufen der Mietverträge durch Gebrauchsleihe unterbunden werden. Auch für die Ansiedlung zusätzlicher Tätigkeiten bestehender Betriebe oder neuer Unternehmungen fehlten die Voraussetzungen.

Fragliche Wirtschaftlichkeit

Ob diese Firmen nach 2016, wenn die Luftwaffe Dübendorf vorerst weiter betreibt, bleiben können, ist offen und wäre mit dem Kanton neu auszuhandeln. Eine Industrie- und Gewerbezone ist auf dem Areal heute nicht vorgesehen. Das belastet das Businessmodell der Betreiberin, das ursprünglich davon ausging, dass die beträchtlichen Investitionen und der Unterhalt in den Flugplatz nicht allein durch Landegebühren, sondern durch zusätzliche Wertschöpfung finanziert werden kann. Das ist ein weiterer Grund für die Zürcher Regierung, die schon in einer Studie des Bundes angezweifelte Wirtschaftlichkeit des zivilen Flugbetriebs in Frage zu stellen. Was aber wenig ändert: «Der volkswirtschaftliche Nutzen steht für den Bund nicht im Vordergrund», schrieb sie Anfang Jahr an den Kantonsrat: «Es geht ihm zur Hauptsache darum, der nationalen Luftfahrt eine strategische Landreserve zu sichern».



Flugplatz Dübendorf

Bundesrätin verteidigt Fluglärm

http://www.nzz.ch/zuerich/bundesraetin-verteidigt-fluglaerm-1.18384396

16.9.2014, 00:00 Uhr

ing. Bern ⋅ Bundesrätin Doris Leuthard hat sich am Montag im Nationalrat den Fragen zum Flugplatz Dübendorf gestellt. Seit dem 3. September 2014 steht fest, dass der Standort Dübendorf auch als ziviles Flugfeld genutzt werden soll. Für die Bevölkerung des Glatttals bedeutet dies zusätzlichen Fluglärm. Der Bundesrat sei sich dieser Zusatzbelastung bei seinem Entscheid bewusst gewesen, räumte Leuthard ein. «Die Rahmenbedingungen zum Betrieb sind allerdings derart restriktiv, dass der Bundesrat die zusätzliche Lärmbelastung als massvoll und vertretbar erachtet», so Leuthard. Am Wochenende, insbesondere am Sonntag, gälten äusserst eingeschränkte Betriebszeiten. Auf keinem anderen zivilen Flugplatz in der Schweiz seien diese so zurückhaltend.

Den Einwand von Nationalrat Thomas Maier (glp., Zürich), dass der Flugplatz bisher lediglich tagsüber von Montag bis Freitag genutzt worden sei, liess Leuthard nicht gelten. Der Flugplatz Dübendorf gelte neu als ziviler Betrieb, und ein solcher habe andere Betriebszeiten als militärische Areale. Die festgelegte Lärmbegrenzung sei in allen nachfolgenden Planungsschritten zu beachten. Laut Maier lehnen alle Standortgemeinden und der Kanton Zürich eine zusätzliche Fluglärmbelastung an den Abenden und am Wochenende vehement ab. Nationalrat Balthasar Glättli (gp., Zürich) forderte den Bundesrat auf, den betroffenen Einwohnern «endlich reinen Wein einzuschenken». Diese wollten wissen, was sie genau erwarten müssten. «Die Standortgemeinden wurden bei der Auswahl des künftigen Betreibers nicht unmittelbar einbezogen», sagte Leuthard. Der Kanton Zürich habe allerdings an den Arbeiten zur Ausschreibung mitgewirkt. Zudem sei der Kanton Zürich detailliert über den Entscheid des Bundesrates informiert worden.

Leuthard stellte fest, dass das Areal nicht den Gemeinden oder dem Kanton, sondern dem Bund gehöre. Es diene als strategische Reserve für die Zukunft. Die betroffenen Gemeinden könnten sich mittels Einsprache wehren, wenn sie mit dem Entscheid des Bundesrates nicht einverstanden seien.

Kommentar
Noch schlechtere Ausreden und Argumente kann Doris Leuthard kaum vorbringen, insbesondere dass sich die betroffenen Gemeinden mittels Einsprachen wehren könnten. Denselben Mist hat schon ihr Vorgänger Moritz Leuenberger bei der Einführung der Südanflüge vorgebracht!



Ticketpreise

22. September 2014 12:12; Akt: 22.09.2014 12:29 Print

«Ein komfortabler Direktflug hat seinen Preis»

http://www.20min.ch/finance/news/story/-Ein-komfortabler-Direktflug-hat-seinen-Preis--27731913

Einige Flüge sind für Deutsche, die in Zürich umsteigen, billiger als für Passagiere, die erst in der Schweiz einsteigen. Die Swiss meint: Aus gutem Grund.

Es klingt stossend: Ein Flug mit der Swiss von Frankfurt nach Peking mit Umsteigen in Zürich kostet zum Spezialtarif rund 550 Euro (660 Franken). Wer erst in Zürich an Bord geht, zahlt gemäss einer Stichprobe der «SonntagsZeitung» rund 924 Franken. Trotz der kürzeren Strecke sind das 40 Prozent mehr. Passagiere, die diesen Preisvorteil auch aus der Schweiz nutzen wollen und sich das Günstig-Ticket ab Frankfurt besorgen, aber erst in Zürich einsteigen, zahlen drauf: Die Swiss berechnet dann den höheren Preis ab der Schweiz plus eine Änderungsgebühr, die abhängig ist von den Ticketkonditionen.

Hintergrund dieser Preispraxis sei die Notwendigkeit für die Swiss, Passagiere zum Umsteigen nach Zürich zu ködern: Damit ihre Maschinen ausgelastet würden, sei sie auf Gäste aus dem Ausland angewiesen: «Swiss ergänzt ihr Schweiz-basiertes Streckennetz mit Umsteigepassagieren», erklärt die Swiss-Sprecherin. Rund ein Drittel der Passagiere für einen Langstreckenflug werden aus dem Ausland in die Schweiz eingeflogen, um erst hier in ein Flugzeug zu ihrem eigentlichen Reiseziel umzusteigen. «Denn ohne diese Umsteigepassagiere könnten lediglich eine Handvoll Langstreckendestinationen aus der Schweiz wirtschaftlich betrieben werden», so die Sprecherin. Im Moment könne die Airline auf diese Weise aber 25 interkontinentale und 59 europäische Destinationen ab der Schweiz direkt anfliegen.

Swiss lockt Umsteigepassagiere mit Spezialpreisen

«Ein Direktflug ist komfortabler, das schlägt sich im Preis nieder», sagt die Sprecherin. Und der besteht darin, dass Schweizer teilweise mehr bezahlen als Umsteige-Passagiere. Damit die nämlich den Umstieg überhaupt in Kauf nehmen, werden sie mit Günstig-Preisen gelockt. So gestalte sich der Tarif nicht nur nach den Flug-Kilometern, sondern auch nach «Marktumfeld und Angebot/Nachfrage», wie die Swiss-Sprecherin sagt.

Wer das Spezialangebot Frankfurt-Zürich-Peking auch ab der Schweiz nutzen will und den Zubringerflug von Frankfurt ausfallen lässt, dem schieben die Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Airline einen Riegel vor: Sie erlauben zwar seit 2010, dass man die Reihenfolge der Reise ändert, respektive eine Teilstrecke auslässt. Aber in diesem Fall werde eben der Tarif für die geänderte Flugroute berechnet.

Hängige Klage

Sara Stalder vom Konsumentenschutz kritisiert das: «Passagiere müssen selber entscheiden können, wie sie ihr Ticket nutzen», sagte sie der «SonntagsZeitung». Sie prüfe deshalb eine Klage.

Im Moment ist laut der Swiss-Sprecherin jedoch noch eine Klage hängig. 2011 hatte ein Gericht in Basel-Stadt eine entsprechende Beschwerde abgewiesen, nun ist der Fall vors Appellationsgericht weitergezogen worden.

(ish)



Piloten werfen Swiss Ignoranz vor

http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/unternehmen-und-konjunktur/Piloten-werfen-Swiss-Ignoranz-vor/story/28819601

Der Pilotenverband reagiert verärgert auf die Ankündigung der Swiss, den Gesamtarbeitsvertrag aufzulösen. Der Entscheid zeuge von mangelndem Respekt.

Der Pilotenverband Aeropers zeigt sich überrascht und empört von der Kündigung des Gesamtarbeitsvertrages durch die Swiss. Dies sei ein weiteres Zeichen der Ignoranz des Swiss-Managements gegenüber der Sozialpartnerschaft, erklärte Sprecher Tobias Mattle.

Die Swiss hatte zuvor mitgeteilt, den Gesamtarbeitsvertrag «GAV 2011» aufgrund unüberbrückbarer Differenzen in wesentlichen Diskussionspunkten sowie der wiederholten Ankündigung von gerichtlichen Schritten durch Aeropers gegen die Swiss vorsorglich auf Ende November 2016 zu kündigen.

«Kein Grund zur Eile»

Doch aufgrund der noch langen Laufzeit habe gar kein Grund zur Eile bestanden, ergänzte Aeropers-Sprecher Peter Schmid. Die Auffassung von unüberbrückbaren Differenzen teile er nicht: Der Verband habe seinerseits sozialpartnerschaftlich verhandelt.

So habe das jüngste Angebot eine Bereitschaft zur langfristigen Einsparung von 6 Prozent des Gesamtaufwandes enthalten: «Das ist mehr, als das Management bei den eigenen Salären zu kürzen bereit ist.» Mit der GAV-Kündigung habe die Swiss aber lieber den Weg des Konflikts gewählt.

Schmids Aeropers-Kollege Mattle kritisierte weiter, dass das Swiss-Management mit der überraschenden GAV-Kündigung den Respekt vor Schweizer Werten vermissen lasse. Dieser Umgang mit den Mitarbeitern zeige einmal mehr, weshalb die Angestellten kein Vertrauen mehr in die Geschäftsleitung setzten.

Swiss zeigt sich «gesprächsbereit»

Nachdem eine Einigung der Swiss mit dem Pilotenverband bereits im Frühjahr gescheitert war, hätten auch die seit Juli laufenden Gespräche zu keinem Ergebnis geführt, erklärte die Swiss. Im Hinblick auf bevorstehende Milliardeninvestitionen in die neue Flugzeugflotte mit Bombardier CSeries, Boeing 777 und Airbus A320neo sei die Swiss auf «zukunftsfähige Rahmenbedingungen angewiesen, um nachhaltig Arbeitsplätze zu sichern», hiess es weiter in der Mitteilung.

Swiss bleibe aber gesprächsbereit. Zudem ermögliche der mit dem zweiten Pilotenverband IPG abgeschlossene Gesamtarbeitsvertrag weiterhin auch eine Integration von Aeropers-Piloten, erklärte die Fluggesellschaft. Trotz der vorsorglichen Kündigung gelte bis zum Ablauf des GAV die absolute Friedenspflicht, die einen Pilotenstreik ausschliesse, hält die Swiss weiter fest. (cpm/sda)

(Erstellt: 22.09.2014, 08:43 Uhr



Waldshut

Schwarzelühr-Sutter warnt vor mehr Fluglärm

http://www.swr.de/landesschau-aktuell/bw/suedbaden/schwarzeluehr-sutter-warnt-vor-mehr-fluglaerm/-/id=1552/nid=1552/did=14248692/8igpu7/

Die SPD-Bundestagsabgeordnete Rita Schwarzelühr-Sutter warnt vor zusätzlichem Fluglärm am Hochrhein. Das neue Lande-Verfahren sei die technische Voraussetzung für den gekröpften Nordanflug entlang der deutschen Grenze. Dies würde zu einer weiteren Belastung der Hochrheinregion und auch zur Aushöhlung des Nachtflugverbotes führen, so die Staatssekretärin. Mitte Oktober darf das neue GPS-gesteuerte Landesystem am Flughafen Zürich in Betrieb gehen. Mit der neuen Technik können Flugzeuge steiler als bisher zur Landung ansetzen und nach einem Kurvenflug sofort sicher aufsetzen.

Stand: 27.09.2014, 11.30 Uhr



Passend dazu der Artikel vom 23.09.2014 in der SZ.

http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.flughafen-zuerich-neue-angst-vor-dem-gekroepften-nordanflug.60e6a51a-6605-4dc0-9156-c11ae8125c75.html

[...]

Schweizer Luftfahrtbehörde hat das GPS-System genehmigt

In den Reihen der Fluglärmgegner auf deutscher Seite ist das Misstrauen gegenüber Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) und seiner Behörde gewaltig gewachsen. Denn das GPS-System steht offenbar kurz vor seiner Einführung. In der Schweiz ist es vom Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) schon 2011 genehmigt worden. Der Flughafen Zürich hat bereits eine vier Millionen Euro teure Bodenstation für den Satellitenanflug gebaut.

Die Eidgenossen benötigen nur noch die Erlaubnis aus Deutschland, da die DVO abgeändert werden muss. Das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung im hessischen Langen sieht offenbar kein Problem und stuft die hochsensible politische Frage offenbar auf ein technisches Problem herab.

Die geplanten Anpassungen hätten „weder Auswirkungen auf den Fluglärm noch auf die luftverkehrsbedingten Schadstoffemissionen“, ließ das Ministerium bereits Ende Juli einige Mitglieder der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen auf eine Kleine Anfrage hin wissen. Explizit heißt es : es gebe „keinerlei Auswirkung auf die Lärmbelästigung der süddeutschen Grenzregion“.

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