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Thema: Medienberichte Juli-Dez 2014


Schweizer geben nach

Ausländische Taxis am Flughafen Zürich wieder zugelassen

http://www.blick.ch/news/wirtschaft/schweizer-geben-nach-auslaendische-taxis-am-flughafen-zuerich-wieder-zugelassen-id3268345.html

Ausländische Taxis dürfen definitiv wieder Gäste am Flughafen Zürich aufnehmen. Die IG Airport Taxi Fahrer hat beschlossen, das Urteil des Zürcher Verwaltungsgerichtes von Ende Oktober nicht ans Bundesgericht weiterzuziehen. Damit wird es rechtskräftig.

Den Verzicht begründet die IG in einer Mitteilung vom Mittwoch damit, dass für einen Weiterzug ans Bundesgericht das Geld fehle. Zudem wolle man nicht, dass der ganze Streit von vorne beginne.

Das Urteil erlaubt ausländischen Taxibetrieben wieder offiziell, am Flughafen Passagiere einzuladen - zumindest während der 90 Tage pro Jahr, die im Rahmen des Freizügigkeitsabkommens erlaubt sind. Schweizer Taxibetriebe hatten sich über mehrere Instanzen gegen den offiziellen Zugang für Ausländer gewehrt.

Inoffiziell, kritisiert die IG, hätten ausländische Taxis aber ohnehin ständig am Flughafen und anderswo in der Schweiz Passagiere eingeladen und abgesetzt. Auch die 90-Tage-Regel sei von den Behörden nie durchgesetzt worden.

Die IG fordert nun, dass die ausländischen Taxifahrer - wenn sie schon wieder offiziell am Flughafen tätig sein können - zumindest die gleichen Kriterien erfüllen wie die hiesigen Fahrer.

Das heisst: einen Fahrtenschreiber führen, Arbeitszeiten kontrollieren, gleich hohe Standplatz-Gebühren und Löhne bezahlen wie die Schweizer sowie die Beförderungspflicht für Kurzfahrten einhalten. Würden diese Regeln bei den ausländischen Taxis nicht durchgesetzt, seien diese gegenüber den Schweizern bevorzugt.

Zu Ende ist der Taxi-Streit mit Sicherheit nicht: Die Industrie- und Handelskammer Hochrhein-Bodensee (IHK) kündigte bereits an, dass sie sich für ein Ende der 90-Tage-Regel einsetzen will.

(SDA)



Hunderte Einsprachen gegen neues Betriebsreglement am Flughafen Zürich

http://www.nzz.ch/wirtschaft/newsticker/hunderte-einsprachen-gegen-neues-betriebsreglement-am-flughafen-zuerich-1.18425022

Zürich (awp/sda) - Beim Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) sind bereits mehrere hundert Einsprachen gegen das neue Betriebsreglement am Flughafen Zürich eingegangen. Fast alle stammen aus Süddeutschland, wo der Widerstand gut organisiert wurde.

Eine genaue Auszählung hat das BAZL noch nicht vorgenommen, weil die Einsprachefrist erst in vier Tagen abläuft. Woher die meisten Beschwerden kommen, ist aber bereits heute klar.

Gegen 90% stammen aus Deutschland, wie es beim BAZL am Freitag auf Anfrage hiess. Neben Einzelpersonen hätten auch zahlreiche Lokalpolitiker gegen die Änderungen interveniert.

MASCHINEN SOLLEN DEM RHEIN ENTLANG FLIEGEN

Für rote Köpfe sorgt in Süddeutschland vor allem, dass die Maschinen mit dem neuen Reglement in 3'700 Metern Höhe dem Hochrhein entlang fliegen würden, wenn sie auf den Flughafen Zürich zusteuern.

Dabei würden sie grösstenteils kein deutsches Gebiet überqueren, was Rekurse erschwert, die Maschinen wären in Deutschland aber trotzdem zu hören. Bei Bekanntwerden dieser Pläne Mitte Oktober bezeichneten dies süddeutsche Politiker als «politisch nicht nachvollziehbar» und «nur schwer erträglich».

Auch für einige Schweizer Gemeinden dürfte es mit dem neuen Reglement lauter werden. Das BAZL rechnet deshalb damit, dass vor allem aus dem Osten des Flughafens noch einige Post eintreffen wird. Mit wie vielen Einsprachen es sich befassen muss, ist voraussichtlich am 20. November bekannt. Dann sollen alle Beschwerden erfasst sein.

MEHR SICHERHEIT FÜR DEN FLUGHAFEN

Ziel des neuen Reglementes ist es, die An- und Abflüge im Osten zu entflechten. Heute kreuzen sich die Maschinen in der Luft mehrmals, was sowohl für Lotsen als auch für Piloten eine Herausforderung ist.

Mit Anpassungen im Betriebskonzept soll dieses Sicherheitsrisiko entschärft werden. Neu sollen alle Abflüge im südlichen Raum des Flughafens abgewickelt werden und alle Anflüge im Nordosten.

Insgesamt werden einzelne Gemeinden stärker mit Fluglärm belastet, andere weniger. Insgesamt bleibt die Zahl der Betroffenen gemäss Angaben des Flughafens aber gleich.



Trendwende am Flughafen Zürich in Sicht

Zahl der Flüge steigt wieder

http://www.nzz.ch/zuerich/region/zahl-der-fluege-steigt-wieder-1.18425316

14.11.2014, 18:39 Uhr

Trotz steigenden Passagierzahlen war die Zahl der Flugbewegungen in Zürich in den letzten drei Jahren rückläufig. Doch nun scheint der Wind zu drehen. Engpässe zeichnen sich ab.

asü. Der Flughafen Zürich kann die Mitteilung, dass er bei den Passagierzahlen im Jahr 2014 erstmals die 25-Millionen-Grenze geknackt hat, schon vorbereiten. Den letztjährigen Rekord von 24,9 Millionen Passagieren wird er klar übertreffen, wenn nicht noch Unvorhergesehenes geschieht. Von Januar bis Ende Oktober 2014 benutzten rund 21,8 Millionen Passagiere den Flughafen Zürich, 2,3 Prozent mehr als in der Vorjahresperiode. Rechnet man die schwachen November- und Dezemberzahlen des letzten Jahrs dazu, kommt man auf 25,3 Millionen Passagiere für das Gesamtjahr 2014 – satte 400 000 mehr als 2013.

Mehr Lokalpassagiere

Diese defensiv geschätzte Zahl entspricht ziemlich genau der Prognose des Münchner Beratungsbüros Intraplan Consult aus dem Jahr 2009. Laut dessen Studie wird die Nachfrage weiter zunehmen: auf rund 30 Millionen Passagiere im Jahr 2030 und auf 40 Millionen im Jahr 2040. Bemerkenswert ist, dass vor allem die Zahl der attraktiven Lokalpassagiere stark zunimmt, dieses Jahr bis jetzt um 6,1 Prozent. Transferpassagiere nutzen den Zürcher Flughafen dagegen weniger oft (–5,4 Prozent).

Wiederholt zu hitzigen Diskussionen Anlass gab die Intraplan-Prognose bezüglich der Zahl der Flugbewegungen. Sie wurde auf 316 000 im Jahr 2015 geschätzt, auf 346 000 im Jahr 2020 und auf 405 000 im Jahr 2030. Tatsächlich nahm die Zahl der Flüge von und nach Zürich in den letzten drei Jahren aber stetig ab, von 279 000 auf 270 000 bis schliesslich letztes Jahr auf 262 000. Politisch hat dies einerseits für Beruhigung gesorgt, andererseits aber auch Kritik ausgelöst, da die Intraplan-Prognose offizielle Planungsgrundlage für die Entwicklung des Flughafens ist.

Bessere Auslastung ausgereizt

Der Grund für den Rückgang war, dass grössere Flugzeuge eingesetzt wurden und diese besser ausgelastet waren. Der Effekt ist in der Studie unterschätzt worden, weshalb das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) eine Aktualisierung in Auftrag gab . Fundamental anders ausfallen wird die Prognose nicht, und der Wind scheint zu drehen: In den letzten Monaten stieg die Zahl der Flüge markant an. So waren im Oktober im Vergleich mit dem Vorjahresmonat 3,9 Prozent mehr Bewegungen zu verzeichnen, im September betrug die Zunahme sogar 4,2 Prozent. Ende Jahr dürften rund 270 000 Bewegungen abgewickelt worden sein, Ende Oktober waren es 225 315, 1 Prozent mehr als in der Vorjahresperiode. Laut der Flughafen-Sprecherin Sonja Zöchling macht sich bemerkbar, dass die grosse Nachfrage nicht mit guter Auslastung allein abgefangen werden kann, zudem seien auch auch zusätzliche Angebote wie jenes von Etihad regional wirksam.

An ein dynamisches Wachstum der Zahl der Flugbewegungen glaubt auch der Intraplan-Co-Geschäftsführer Markus Schubert. Das Potenzial der besseren Auslastung sei inzwischen weitgehend ausgereizt. Die Prognose aus dem Jahr 2009 sei zwar bezüglich Bewegungszahl auf kurzfristige Sicht nicht eingetroffen. Langfristig werde sich die Zahl aber wie prognostiziert entwickeln. Die Kapazitätsgrenze in Zürich liegt bei 350 000. Irgendwann zwischen 2020 und 2030 dürfte sie erreicht sein .



Sofort mitmachen - Einsprache BR2014 (VFSN)



Aktualisierung vom 19.11.2014:

Es gab Probleme mit der Post beim Versand der Formulareinsprache an die Mitglieder des VFSN. Hier die aktuelle Situation.

http://www.vfsn.ch/index.php?option=content&task=view&id=3086&Itemid=1



Flughafendirektor hat im Osten einen schweren Stand

http://www.landbote.ch/detail/article/flughafendirektor-hat-im-osten-einen-schweren-stand/gnews/99291460/

Der Fluglärm im Osten wird nicht abnehmen. Darin sind sich Regierungsrat Ernst Stocker, Flughafenchef Thomas E. Kern und SP-Nationalrat Thomas Hardegger einig.

Grosses Interesse am Betriebsreglement des Flughafens: Rund 300 Einwohner aus dem Osten des Flughafens kamen ans Podium in die Weisslinger Mehrzweckhalle.

Gerne hätten die 300 Einwohner aus dem Osten des Flughafens in der Weisslinger Mehrzweckhalle Widum dem Flughafendirektor Thomas E. Kern geglaubt. Er versicherte ihnen, dass sie auch mit dem neuen Betriebsreglement für den Flughafen Zürich nicht mehr Fluglärm zu ertragen hätten, «aber auch nicht weniger». Anflüge würden zwar künftig häufiger über den Osten geführt. Starts nähmen dort wegen geänderter Abflugrouten aber ab. Doch die Zuhörer blieben skeptisch.

Die Gemeinden Weisslingen, Turbenthal, Wila, Wildberg und Zell hatten am Montagabend zu einem Podiumsgespräch zur Frage «Mehr Fluglärm im Osten?» geladen. Neben Kern stellten sich Ernst Stocker, Zürcher Volkswirtschaftsdirektor, und Thomas Hardegger, Präsident des Schutzverbands der Bevölkerung um den Flughafen Zürich (SBFZ), den Fragen von Jakob Bächtold, stellvertretender Chefredaktor des «Landboten».

Eine schwierige Aufgabe

Der Flughafendirektor hatte zweifellos die schwierigste Auf­gabe. Die Anwesenden im Saal waren ihm nicht gut gesinnt. Es gelang ihm aber, glaubhaft darzulegen, dass der Osten nur mehr Fluglärm zu ertragen hätte, wenn der Staatsvertrag mit Deutschland ratifiziert würde. «Dass dieser auf Eis liegt, ist gar nicht mal so schlecht», sagte er.

Das trug ihm sogleich Kritik von Hardegger ein. «Sie hatten doch für den Staatsvertrag lobbyiert?», warf er ihm vor. Hard­egger wusste das Publikum hinter sich. Seine Voten erhielten viel Applaus. Kern verteidigte sich: «Es ging uns darum, die Stuttgarter Erklärung zu verhindern.» Diese würde die Zahl der Über­flüge über süddeutschem Gebiet auf 80 000 beschränken. Heute sind es etwas über 100 000.

Hardeggers Hauptvorwurf an die Adressaten Kern und Stocker war die Tatsache, dass der Abflug Richtung Süden (straight out 16) nicht mehr Teil des Betriebs­reglements ist, obwohl dieser im Sachplan Infrastruktur Luftfahrt (SIL) enthalten ist. Der SBFZ will den Fluglärm auf alle Regionen verteilen. «Jeder hat ein Anrecht auf Erholung», sagte Hardegger.

Dass der Südstart kein Thema mehr sei, bestätigten Kern wie auch Stocker, was ein Raunen im Saal auslöste. «Der Kanton muss dafür sorgen, dass möglichst wenig Leute belastet werden», gab Stocker als Grund an. Und das sei nun mal im Süden nicht möglich. Starts über der Stadt Zürich würden die Zahl der belasteten Personen explodieren lassen.

Stocker wirkte oft so, als würde er die Ängste der Anwesenden nicht ernst nehmen. Für Hard­egger war der Grund klar: Der Kanton steckt in einem Rollenkonflikt. Einerseits ist er Aktionär des Flughafens, anderseits muss er die Interessen der Gemeinden vertreten. «Wie kann er das überhaupt?», fragte Hardegger.

Pistenausbau vors Volk

Bei den einzelnen Themenschwerpunkten Pistenausbau und Zürcher Fluglärm-Index (ZFI) kam es zu keinen über­raschenden Positionen. Gefreut haben dürfte die Aussage des Flughafendirektors, Pisten würden nur dann ausgebaut, wenn der deutsche Staatsvertrag in Kraft tritt. Dass das Volk über Pistenausbauten entscheiden kann – so wie es eine In­itia­ti­ve des Komitees Pro Flughafen verlangt –, würde Kern begrüssen.

Auch Stocker fand, dass mehr Demokratie «grundsätzlich gut» sei. Hardegger hingegen konnte sich mit der Absicht, «das Vetorecht des Kantonsrates auszu­hebeln», nicht anfreunden. Lehnt der Kantonsrat heute Pistenausbauten ab, kommt der Entscheid nicht vors Stimmvolk.

Stocker wollte sich die neusten Zahlen zum ZFI nicht entlocken lassen. Die Zahl der Lärmgeplagten dürfte erneut gestiegen sein. Trotzdem sei er ein «gutes Instrument», fand er. Hardegger bezeichnete den ZFI als Fehlkon­struktion. Es gelte, den Betrieb vor allem in den Abendstunden auszudünnen.

Nadja Ehrbar



Hunderte Einsprachen gegen neue Ostanflüge

http://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/region/Hunderte-Einsprachen-gegen-neue-Ostanfluege/story/13372019

Die Pläne des Flughafens, die Ostanflüge anders zu führen als bisher, stossen auf grossen Widerstand – aus allen Himmelsrichtungen. Auch die Stadt Zürich hat Einsprache erhoben.

Der Ostanflug auf Piste 28 ist so, wie er heute stattfindet, nicht gerade optimal. Denn die Anflugroute kreuzt sich in der Luft mit der Abflugroute jener Maschinen, die auf den Pisten 34 und 32 nach Norden starten und kurz vor der deutschen Grenze nahezu rechtwinklig abdrehen müssen. Das will der Flughafen mit einem neuen Betriebsreglement ändern: Sowohl An- als auch Abflugrouten werden so verschoben, dass sich startende und landende Flugzeuge nicht mehr in die Quere kommen können.

Gestern ist die Einsprachefrist gegen die Pläne abgelaufen. Und wie erwartet stossen sie nicht auf Gegenliebe. Laut Urs Holderegger, dem Mediensprecher des Bundesamts für Zivilluftfahrt (Bazl), sind mehrere hundert Einsprachen eingegangen, und zwar aus allen Himmelsrichtungen. Zu grossen Teilen handle es sich allerdings um vorformulierte Schreiben, welche von Gemeinden und Fluglärmorganisationen zur Verfügung gestellt wurden.

Norden wehrt sich

Am meisten Einsprachen kamen laut Holderegger aus den Gemeinden nördlich des Flughafens. Sauer stösst dem Norden vor allem auf, dass schwere Maschinen gemäss dem neuen Reglement rund 300 Meter tiefer als bisher abdrehen dürfen. Das dürfte zu spürbar mehr Lärm führen. «Wir wehren uns aber auch gegen den politisch motivierten Willen, den Fluglärm einseitig über dem Norden zu kanalisieren», sagt Hanspeter Lienhart (SP), Stadtrat in Bülach und Präsident der IG Nord. Schon heute werde fast die Hälfte aller Flugbewegungen über dem Norden abgewickelt. «Das reicht», heisst es in einer Medienmitteilung der IG Nord.

Zahlreiche Schreiben trafen auch aus der Region Zurzach ein. Dort ist künftig ebenfalls deutlich mehr Lärm zu erwarten, weil nach Norden startende Maschinen nicht mehr nach Osten, sondern nur noch nach Westen abdrehen dürfen.

Einsprache erhoben hat auch die Stadt Zürich. Denn die neue Nordabflugroute führt in einem weiten Bogen via Zurzach, das Limmattal und schliesslich über die nordwestlichen Stadtquartiere, dann weiter über Opfikon und Wallisellen. Das verursache deutlich mehr Lärm als bisher, schreibt Gesundheitsvorsteherin Claudia Nielsen (SP). Zürich zweifelt auch daran, dass die Umstellung aus Sicherheitsgründen überhaupt nötig ist. Betroffene aus Südgemeinden wenden sich vor allem gegen den geplanten Bau neuer Schnellabrollwege. Das zementiere die Südanflüge, glauben sie.

Angst vor mehr Bewegungen

Der Bürgerprotest Fluglärm Ost (BFO) und die in der Region Ost zusammengeschlossenen Gemeinden sprechen sich vor allem deshalb gegen das neue Betriebsreglement aus, weil dieses aus ihrer Sicht das dringendste Problem nicht löst. Tatsächlich nannte der offizielle Sicherheitsbericht aus dem Jahr 2012, der den Anstoss für das neue Anflugkonzept gab, einen ganz anderen Punkt als grösstes Sicherheitsrisiko: Dass Flugzeuge, die nach Süden starten, nicht geradeausfliegen dürfen, sondern aus lärmpolitischen Gründen nach Westen abdrehen müssen. BFO und Region Ost fordern deshalb die Einführung des Südstarts geradeaus. Die Stadt Zürich kritisiert im Gegenteil, dass der Südstart geradeaus noch immer nicht vom Tisch sei.

Vehement ist die Ablehnung der neuen Flugrouten auch in Süddeutschland. Grund: Künftig werden die Flugzeuge, die von Osten her auf Piste 28 landen, über Süddeutschland in den Endanflug aufgereiht. Damit würden die Sperrzeiten faktisch ausgehebelt, kritisiert eine breite Allianz von Politikern aller betroffenen Landkreise. Eine Befürchtung teilen alle Anwohner rund um den Flughafen: Dass das neue Betriebsreglement dem Flughafen mehr Spielraum und damit mehr Flugbewegungen ermöglicht.

Es kann noch Jahre dauern

Bis die neuen Flugrouten geflogen werden dürfen, kann es noch Monate dauern, möglicherweise sogar Jahre. Noch bis Januar läuft die Anhörung der Kantone und betroffenen Landkreise, dann werden die Einsprachen ausgewertet und dem Flughafen zur Stellungnahme vorgelegt. Anschliessend dürfen sich die Einsprecher noch einmal äussern. Vorgeschrieben ist auch eine Umweltverträglichkeitsprüfung. Und wenn das neue Betriebsreglement dann bewilligt werden sollte, können Betroffene sich dagegen auf dem Rechtsweg wehren.

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
(Erstellt: 19.11.2014, 13:37 Uhr)



Zürcher Unterländer -Neues Flugregime spaltet die Region

Zürcher Unterländer - Neues Flugregime spaltet die Region

Flughafen Bis Dienstag lag das neue Betriebsreglement des Flughafens öffentlich auf. Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) ist mit Einsprachen überhäuft worden. Die Post aus der Schweiz und aus Deutschland hielt sich dabei etwa die Waage.

Der Briefkasten des Bundesamts für Zivilluftfahrt (Bazl) in Bern quoll in den letzten Wochen förmlich über. Der Inhalt der Post hatte meist denselben Charakter: Einsprachen zum neuen Betriebsreglement 2014 des Flughafens Zürich.

Bis Dienstag konnten Gemeinden, Organisationen und Privatpersonen zu den geplanten Änderungen Stellung nehmen. Mit den Anpassungen soll vor allem im sogenannten Ostkonzept mit Ostanflügen und Nordstarts eine Entflechtung des komplexen Status quo erreicht werden. So soll eine Stunde früher von Osten her gelandet werden. Auch die Routen werden geändert: Die Abflüge, welche derzeit nach dem Start in Richtung Norden in einer grossen Linkskurve über den Flughafen in den Osten fliegen und dabei den Anflugverkehr kreuzen, sollen weiter südlich durchgeführt werden.

Zudem will der Flughafen auch die grossen Langstreckenflieger am Abend auf Piste 32 Richtung Nordwesten starten lassen. Ebenfalls Gegenstand der Einsprachen sind die geplanten Schnellabrollwege ab den Pisten 28 und 34.

Hohe Zahl überrascht nicht

Mehrere Hundert Einsendungen hat das Bazl gezählt. «Die genaue Zahl der Einsprachen haben wir nicht eruiert. Diese ist für uns auch nicht entscheidend», erklärt Urs Holderegger, Bazl-Mediensprecher. Denn die meisten Einsprachen von Privatpersonen seien mittels standardisiertem Formular verfasst worden und würden die gleichen Punkte betreffen. «Solche Einsprachen werden nur einmal gezählt», sagt Holderegger.

Während bis letzter Woche die Einsprachen aus Deutschland in der Überzahl waren, sind in den letzten Tagen vermehrt Einsendungen aus der Schweiz eingegangen. «Mittlerweile stammen etwa gleich viele Einsprachen aus Deutschland wie aus der Schweiz», sagt Holderegger. Dass die öffentliche Auflage die Bevölkerung dermassen mobilisiert, sei nicht überraschend, meint Holderegger. Schliesslich sei auch eine Vielzahl Personen betroffen.

Eine erste Sichtung hat ergeben: «Aus dem süddeutschen Raum ist die Angst vor noch mehr Überflügen zu Randzeiten herauszuhören.» Generell werde im Norden und Westen die gesteigerte Ausrichtung nach Nordwesten vehement beanstandet und dass schwere Maschinen früher als bisher abdrehen dürfen. Aus dem Osten sei aus gewissen Gemeinden die Angst vor noch mehr Lärm zu spüren. Dem Süden seien vor allem die neuen Abrollwege ein Dorn im Auge, weil damit ein Kapazitätsausbau einhergehe.

Langer Zeithorizont

Mit der nun anstehenden Auswertung der Einsprachen sei nur ein erster Schritt zum neuen Betriebsreglement des Flughafens getan, führt Holderegger aus. Während Gemeinden und Private zum Betriebsreglement nun keine Einsprachen mehr machen können, haben die Kantone für ihre Anhörungen noch bis Mitte Januar Zeit. Basierend darauf ist zudem eine Umweltverträglichkeitsprüfung nötig.

Sollte das neue Betriebsreglement irgendwann einmal bewilligt werden, könnten sich die Beteiligten noch vor Gericht dagegen wehren. «Die meisten Leute haben das Gefühl, dass es sich um ein politisches Mitwirkungsverfahren gehandelt habe. Vielmehr ist die nun abgeschlossene öffentliche Auflage aber ein Verwaltungsverfahren», sagt Holderegger. Damit werde sichergestellt, dass geltendes Recht eingehalten werde. Denn, wer jetzt keine Einsprache erhoben hat, darf gegen eine spätere Genehmigung nicht mehr Beschwerde führen. Bis der Flughafen sein neues Betriebsreglement einführt, könnten noch einige Jahre ins Land ziehen.

(Mehr dazu erfahren Sie in der Printausgabe)



Medienmitteilungen

Der Stadtrat von Zürich

19. November 2014

Einsprache gegen neues Betriebsreglement Flughafen Zürich

https://www.stadt-zuerich.ch/gud/de/index/das_departement/medien/medienmitteilungen/2014/november/141119a.html

Der Stadtrat von Zürich erhebt Einsprache gegen das neue Betriebsreglement 2014 am Flughafen Zürich. Der Stadtrat bekräftigt mit dieser Einsprache erneut seine beiden Hauptforderungen: Erstens sollen möglichst wenige Menschen mit Lärm belastet werden und dieser Lärm soll so gering wie möglich gehalten werden, und zweitens soll es keine Südstarts geradeaus geben. Ein weiterer Anstieg der Lärmbelastung für die Stadt Zürich, insbesondere für die bereits heute stark lärmbelasteten Quartiere in Zürich-Nord, ist nicht akzeptabel.

Mit dem Betriebsreglement 2014 will die Flughafen Zürich AG ein geändertes Ostkonzept einführen. Nach Norden startende Flugzeuge mit östlicher Destination würden neu in einer erweiterten Linkskurve weiter südlich als bisher über das zentrale Zürcher Stadtgebiet fliegen. Damit würden die Stadtquartiere Höngg, Affoltern, Wipkingen, Unterstrass, Oberstrass, Fluntern und Schwamendingen zusätzlich belärmt. Wobei anzumerken ist, dass diese bereits heute teilweise einer erheblichen Lärmbelastung ausgesetzt sind. Über 100 000 Einwohnerinnen und Einwohner zusätzlich würden während der sensiblen Nachtstunden in einer Höhe von – je nach Flugzeugtyp – nur 1300 bis 2000 Metern überflogen und Lärm von bis zu 70 dB(A) (Dezibel) ausgesetzt, was weit über der Aufwachgrenze (ungefähr 50 bis 60 dB(A)) liegt. Die Stadt Zürich bemängelt zudem, dass Südstarts geradeaus nach wie vor nicht vom Tisch sind. Das geänderte Ostkonzept berücksichtigt weder die Lärmschutzbedürfnisse der Bevölkerung der Stadt Zürich noch die Sicherheit der zusätzlich überflogenen dicht besiedelten Gebiete. Die neue Flugroute widerspricht auch dem umweltrechtlichen Vorsorgeprinzip. Dieses verlangt, dass Lärm begrenzt wird, soweit dies technisch und betrieblich möglich sowie wirtschaftlich tragbar ist. Die Begründung für die neue Route ist nicht nachvollziehbar. Der Sicherheitsbericht, der als Hauptargument für die neue Route angeführt wird, erweist sich in verschiedener Hinsicht als mangelhaft.

Sicherheit der überflogenen Gebiete

Im Gesuch für das neue Betriebsreglement fehlen wichtige Angaben. Die Lärm- und Sicherheitsauswirkungen der neuen Routenführung auf die betroffenen Gebiete sind aus den eingereichten Unterlagen zu wenig klar ersichtlich. Die Stadt Zürich verlangt in ihrer Einsprache, dass alternative Flugrouten geprüft werden, die weniger Personen in Mitleidenschaft ziehen.

Für einen verantwortungsvollen Flugbetrieb

Die Stadt Zürich anerkennt die wirtschaftliche Bedeutung des Flughafens für die Stadt und die ganze Schweiz. Sie setzt sich dafür ein, dass er sich möglichst nachhaltig weiterentwickeln kann und dass er die Bevölkerung möglichst wenig belastet. Die Stadt Zürich ist schon heute stark fluglärmbelastet, insbesondere durch Südanflüge und Starts nach Westen mit Linkskurve. Die Stadt Zürich wehrt sich deshalb dezidiert und klar dagegen, dass über 100 000 Einwohnerinnen und Einwohner zusätzlichem gesundheitsschädigendem und lästigem Lärm ausgesetzt werden sollen.



Drohnen als Geschenk

21. November 2014 05:51; Akt: 21.11.2014 08:47 Print

Nach Weihnachten summt es am Schweizer Himmel

http://www.20min.ch/finance/news/story/Nach-Weihnachten-summt-es-am-Schweizer-Himmel-16548594

von Laura Frommberg - Drohnen sind in der Schweiz ein beliebtes Weihnachtsgeschenk. Das kann zum Problem werden, da die Piloten nicht gut genug informiert sind. Das Bazl handelt.

An den Weihnachtstagen dürfte es am Schweizer Himmel unruhig werden. Der Grund: Drohnen und Multikopter gehören zu den beliebtesten Geschenken in diesem Jahr. «Der Run auf die Drohnen ist auch bei uns spürbar», berichtet etwa Microspot-Sprecher Luc Suter. Bei Digitec und Galaxus sieht es ähnlich aus. «Bei uns erfreuen sich Drohnen grosser Beliebtheit», so Sprecherin Stefanie Hynek. Media-Markt erklärt, dass Helikopter mit und ohne Kamera sowie ferngesteuerte Quadrokopter «gut laufen».

Beim Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) hat man den Trend auch bemerkt und spricht von einer zunehmenden Aktivität. Zwar gibt es keine genauen Zahlen, wie viele Hobby-Piloten Drohnen durch die Schweiz steuern – wenn die Drohnen unter 30 Kilogramm wiegen und sich jederzeit in Sichtweite des Steuernden befinden, braucht dieser keine Genehmigung der Behörden.

Nicht gut organisiert

Der Trend birgt auch Probleme. Während Piloten von klassischen Modellfliegern in einem Verband organisiert sind, sind die Multikopter-Piloten das nicht. Daher, so Holderegger, seien ihnen die Vorschriften teilweise nicht bekannt. Viele wüssten gar nicht, dass sie sich mit bestimmten Manövern sogar strafbar machen. So darf man etwa mit dem Gerät nicht ohne eine Sonderbewilligung über Menschenmassen fliegen – etwa bei Veranstaltungen wie der Street Parade. Auch, wenn der Flieger ausser Sichtweite des Steuernden ist, ist das ein Gesetzesverstoss.

Damit Hobby-Drohnenpiloten nicht zum Problem werden, handelt das Bazl nun. In den nächsten Tagen beginnt die Behörde, Flyer an Schweizer Händler zu verteilen, auf denen die wichtigsten Regeln erläutert sind, die Piloten beachten müssen.

Nur geringe Vorfälle

«Das Risiko für die allgemeine Luftfahrt erachten wir nicht als gross», lenkt Holderegger aber ein. Es habe erst einzelne «geringe» Vorfälle gegeben und ein Passagierflieger sei nicht involviert gewesen. Doch die Drohnen schaffen es teilweise auf bis zu 300 Meter Höhe. Und dort müsse man eben auf andere Luftfahrtteilnehmer achten – und sich bewusst sein, wann man die Privatsphäre anderer verletzt.



Kloten

23. November 2014 13:26; Akt: 23.11.2014 16:01 Print

Velofahrer fährt auf Flughafen-Piste

http://www.20min.ch/schweiz/zuerich/story/Velofahrer-faehrt-auf-Flughafen-Piste-24452473

Trotz Barriere und 24-Stunden-Überwachung schaffte es ein Mann mit Velo auf das Flughafengelände. Jetzt muss der Flughafen Zürich die Sicherheitsmassnahmen überdenken.

Der Flughafen Zürich muss bei den Sicherheitsmassnahmen nachbessern. Auslöser war ein Velofahrer, der es vor gut einem Jahr bis auf die Pisten schaffte. In den kommenden Wochen werden Barrieren an einem Eingangstor verlängert. Auch andere Massnahmen werden geprüft.

Welche das sind, macht der Flughafen aber nicht publik. Zugang verschaffte sich der Velofahrer bei einem Wärterhäuschen, das mit einer Barriere gesichert ist.

Zwei Pisten gesperrt

Wie eine Flughafen-Sprecherin am Sonntag auf Anfrage sagte, wird dieser Zugang rund um die Uhr bewacht. Irgendwie habe es der Velofahrer aber geschafft, an der Barriere vorbei auf das abgesperrte Gelände zu fahren. Die Polizei habe ihn aber relativ schnell festnehmen können.

Gemäss «SonntagsZeitung, die über den Vorfall berichtete, mussten zwei Pisten für Starts und Landungen vorübergehend gesperrt werden. Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) wurde über den Zwischenfall informiert und ordnete Verbesserungen bei der Sicherheit an.

Keine Verurteilung wegen psychischer Probleme

Terroristische Absichten hegte der Mann zum Glück nicht: Er war offenbar psychisch angeschlagen und fühlte sich verfolgt. Wegen Störung des öffentlichen Verkehrs muss sich der inzwischen 23-Jährige am Dienstag vor Gericht verantworten. Aufgrund seiner psychischen Probleme dürfte er aber kaum verurteilt werden.

(sda)



CASH - Panalpina: Thomas Kern als neues Verwaltungsratsmitglied vorgeschlagen

20.11.2014 18:53
Basel (awp) - Beim Logistikkonzern Panalpina soll Thomas Kern neu in den Verwaltungsrat einziehen. Kern werde der Generalversammlung vom 12. Mai 2015 zur Wahl als neues Verwaltungsratsmitglied vorgeschlagen, teilte Panalpina am Donnerstagabend mit. Er soll in dem Gremium Hans-Peter Strodel ersetzen, der wegen der statutarischen Altersbegrenzung nicht zur Wiederwahl antritt.

Thomas Kern ist seit 2008 CEO der Flughafen Zürich AG. Von 2002 bis 2006 führte er als CEO die Globus-Gruppe.



GBAS am Flughafen Zürich

http://www.internettv.ch/wirtschaft-politik/airporttv-ch/neues-satellitengestuetztes-praezisions-anflugverfahren-1



Zahl der Fluglärm-Geplagten sinkt

http://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/Zahl-der-FluglaermGeplagten-sinkt/story/27799917

Erstmals seit 2009 ist der Fluglärmindex gesunken. Ausschlaggebend waren mehr Nachtstarts über dem wenig besiedelten Nordosten.

Es gibt auf den ersten Blick ein kleines Aufatmen. Im letzten Jahr fühlten sich im Kanton Zürich etwas weniger Menschen vom Fluglärm gestört als 2012. Das belegt der neuste Bericht des Zürcher Fluglärm-Indexes (ZFI). Als erstmaligen Rückgang preist ihn Volkswirtschaftsdirektor Ernst Stocker (SVP). 58'800 waren es 2012, nur noch 57'100 im Jahr 2013. Das entspricht einem Rückgang von drei Prozent. Dabei bleibt anzumerken, dass 2012 ein absolutes Rekordjahr war, seit das Volk 2007 der Einführung des ZFI zugestimmt hatte.

Doch so erfreulich das ist, es sind nach wie vor 10'000 Personen zu viel, die sich gestört fühlen. Der ZFI-Monitoring-Richtwert von 2007 liegt bei maximal 47'000 Personen. Seit 2010 wird der Wert konstant überschritten. Über 90 Prozent der vom Lärm Geplagten wohnen im Kanton Zürich.

Nordostroute bevorzugt

Zurückgegangen ist in erster Linie die Zahl derjenigen Personen, die sich in der Nacht stark gestört fühlten. Die Abnahme um 9 Prozent führt der Bericht auf die flugbetrieblichen Veränderungen zur Nachtzeit zurück. Zwischen 22 Uhr abends und 6 Uhr wurde die Abflugroute nach Nordwesten leicht weniger benutzt, und die Maschinen konnten wegen günstiger Verkehrskonstellationen vermehrt nach Nordosten starten.

Diese Abflüge müssen die sogenannte Flight-Level-80-Regel einhalten, welche Mitte 2011 eingeführt worden war. Sie besagt, dass Flugzeuge ihre Route erst verlassen dürfen, wenn sie eine Höhe von 8000 Fuss (2500 m ü. M.) erreicht haben. So sollten die Maschinen gebündelt um dicht besiedelte Regionen herumgeführt werden. Doch Maschinen, die in den Korridor Nordwest gelenkt werden und eine Destination im Osten ansteuern, überfliegen dabei dicht besiedelte Gebiete wie das Limmattal und Teile der Stadt Zürich oder das Glattal. Deshalb fühlten sich 2012 auch besonders viele Personen in der Nacht vom Fluglärm geplagt.

Tagsüber hat der Fluglärm 2013 hingegen leicht zugenommen. Alles in allem ist die Zahl der Flugbewegungen zwischen 2012 und 2013 aber leicht zurückgegangen.

«Wohnidyll» trotz Lärm

Neben den Monitoring-Werten legt der Bericht aber auch grosses Gewicht auf das Bevölkerungswachstum in der Region. Dieses ist im letzten Jahr durchschnittlich um 1,8 Prozent angestiegen, wohingegen der Zuwachs im ganzen Kanton bei lediglich 1,1 Prozent lag. Besonders fluglärmexponierte Gemeinden wie Rümlang und Wallisellen verzeichnen gar einen Anstieg von 3 beziehungsweise 4,5 Prozent. Das belegt aus Sicht des Regierungsrates einmal mehr, dass die Flughafenregion trotz Lärmbelastung eine gesuchte Wohngegend sei.

Bei den Massnahmen hofft die Regierung nach wie vor auf die Flottenerneuerung der Swiss und auf ein neues Lärmgebührenmodell des Flughafens sowie auf die raumplanerischen Massnahmen, sprich das Förderprogramm «Wohnqualität Flughafen». Im Bericht sagt Stocker, ob es mittel- oder langfristig gelingen werde, den Richtwert einzuhalten, werde sich weisen.

IG-Nord klagt

Bei den verschiedenen Anrainern des Flughafens stösst der neue ZFI-Bericht trotz der leicht positiven Entwicklung auf wenig Gehör. Die Interessenvertreter des Nordens (IG-Nord) wehren sich dagegen, dass die Starts Richtung Norden weiter ausgebaut werden. Hanspeter Lienhart, Präsident der IG-Nord, sagt: «Die Gemeinden im Norden des Flughafens tragen schon heute mehr als die Hälfte aller Flugbewegungen. Das reicht.» Die IG hat deshalb auch gegen das Betriebsreglement 2014 des Flughafens, das zurzeit beim Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) zur Konzessionierung liegt, Einsprache erhoben.

Der Schutzverband der Bevölkerung um den Flughafen (sbfz) sieht noch mehr Potenzial bei der Lärmreduktion, unter anderem bei der Ausdünnung der nächtlichen An- und Abflüge. Zudem plädiert er dafür, eine Gebührenordnung einzuführen, die tatsächlich lenkungswirksam ist, beispielsweise mit lärmabhängigen Landegebühren. Damit kämen tatsächlich lärmgünstigere Flugzeuge zum Einsatz und die Flugplangestaltung wäre lärmoptimiert. Das aktuelle Lärmgebührenmodell erfülle diese Bedingungen nicht. Rolf Bänziger, Geschäftsführer des sbfz, sagt: «Da wird eine grosse Chance, den ZFI positiv zu beeinflussen, einfach vertan.»

Das Komitee Weltoffenes Zürich hingegen appelliert an die Bevölkerung der Flughafenregion, nicht ständig den Luftverkehr an den Pranger zu stellen. Zentraler Treiber des hohen Fluglärmindexes sei das Bevölkerungswachstum. Lediglich für zwei Prozent sei der Flugverkehr verantwortlich.

Ausgewogene Wahrnehmung

Die Regierung indes ist darum bemüht, dass die Öffentlichkeit und die Politik den Flughafen ausgewogen wahrnehmen. Der Flughafen sei in erster Linie ein wichtiger Wirtschaftsmotor für die ganze Region, der auch Lärm mache. Um sowohl die positiven als auch negativen Seiten des Flughafens gleich zu gewichten, will der Regierungsrat künftig gleichzeitig den Bericht zum ZFI und zur Beteiligung des Kantons an der Flughafen Zürich AG vorlegen.

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
(Erstellt: 28.11.2014, 10:14 Uhr)



Zürcher Fluglärm-Index – Rückgang des Monitoringwerts gegenüber dem Vorjahr um drei Prozent

https://www.zh.ch/internet/de/aktuell/news/medienmitteilungen/2014/zfi.html

28.11.2014 - Medienmitteilung

Der Regierungsrat hat den Bericht zum Zürcher Fluglärm-Index (ZFI) 2013 verabschiedet. Gegenüber dem Vorjahr ist der ZFI-Monitoringwert erstmals seit 2009 gesunken und zwar um rund 1‘700 auf rund 57‘100 Personen. Der Richtwert von 47‘000 wurde dennoch um mehr als 10‘000 Personen überschritten. Hauptursache für den Rückgang des ZFI-Monitoringwerts waren die flugbetrieblichen Veränderungen zur Nachtzeit. Die Anzahl der Flugbewegungen ist zwischen 2012 und 2013 erneut zurückgegangen.

Der ZFI-Monitoringwert weist die Zahl von Personen aus, die von Fluglärm am Tag stark belästigt bzw. in der Nacht im Schlaf stark gestört sind. Er sank von 58‘784 im Jahr 2012 auf 57‘123 Personen im Jahr 2013. Damit ist erstmals seit 2009 ein Rückgang des ZFI-Monitoringwerts zu verzeichnen und zwar um rund drei Prozent im Vergleich zu 2012. Der ZFI-Monitoringwert lag im Berichtsjahr um 10‘123 Personen über dem Richtwert von 47‘000.

Die Anzahl der tagsüber (6 bis 22 Uhr) stark belästigten Personen lag bei 36‘068 Perso-nen, was einer Zunahme von einem Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Mit 9 Pro-zent deutlich abgenommen hat jedoch die Zahl der während der Nacht (22 bis 6 Uhr) im Schlaf stark gestörten Personen, die 2012 bei 21‘055 lag.

Flugbetriebliche Veränderungen in der Nacht als Hauptgrund für den Rückgang des ZFI-Monitoringwertes

Das Verkehrsaufkommen am Flughafen Zürich ist um rund 3 Prozent von 270‘027 (2012) auf 262‘227 (2013) Flugbewegungen zurück gegangen. Dies und die lärmgünstigere Belegung der Flugrouten nachts sind die Hauptgründe für den Rückgang des ZFI-Monitoringwerts. Der Rückgang hängt nicht zuletzt damit zusammen, dass die Flugzeuge in der Nacht, wenn grundsätzlich gegen Norden gestartet wird, nach dem Abheben ver-mehrt nach Osten und damit über weniger dicht besiedelte Gebiete geführt wurden. Die Zahl der tagsüber stark belästigten Personen stieg aufgrund des erneuten Bevölkerungs-wachstums in der Flughafenregion an und minderte damit die flugbetriebsbedingte Abnahme leicht.

Langfristbetrachtung: Bevölkerungswachstum als Hauptgrund für ZFI-Anstieg

Obwohl der ZFI-Monitoringwert im Berichtsjahr abgenommen hat, liegt der Wert immer noch deutlich über dem vom Regierungsrat festgelegten Richtwert von 47‘000 Personen. Gegenüber dem Referenzzustand, also der bei der Einführung des ZFI verwendeten Grundlage für die Festlegung des Richtwerts, ist der ZFI-Monitoringwert um insgesamt
20 Prozent gestiegen, wobei die tagsüber stark belästigten Personen mit einer Zunahme um 7 Prozent und die in der Nacht im Schlaf stark gestörten Personen mit einer Zunahme um 53 Prozent zu dieser Steigerung beigetragen haben.

Die beiden Treiber für den ZFI sind einerseits das Bevölkerungswachstum und anderer-seits die flugbetrieblichen Rahmenbedingungen. Die Langfristbetrachtung, also der Ver-gleich des Referenzzustandes mit dem Jahr 2013, ergibt ein klares Bild über die Ursache der deutlichen Überschreitung des ZFI-Richtwerts. Der Anteil, den das Bevölkerungs-wachstum am Anstieg des ZFI-Monitoringwertes hat, nimmt 98 Prozent ein, die Entwick-lung des Flugbetriebsindex jedoch nur 2 Prozent. Mit anderen Worten: Würde der ZFI allein die Entwicklungen im Flugbetrieb – ohne die Bevölkerungsentwicklung – berücksichtigen, läge der ZFI-Monitoringwert 2013 mit 47‘628 nur knapp ein Prozent über dem ZFI-Richtwert von 47‘000.

Stand der Massnahmen

Die wirksamsten flugbetrieblichen Massnahmen zur Verminderung des Fluglärms um den Flughafen Zürich sind einerseits der Einsatz lärmgünstiger Flugzeuge, anderseits optimierte An- und Abflugverfahren. Beide Massnahmen sind jedoch kosten- oder zeitintensiv und nur mittel- bis langfristig umsetzbar. Die übrigen, heute verfügbaren respektive kurzfristig umsetzbaren Massnahmen wie zum Beispiel das angepasste Lärmgebührenmodell oder einzelne Massnahmen aus dem Betriebsreglement 2014 haben nur geringes Reduktionspotenzial und vermögen das Problem der Überschreitung des ZFI-Richtwertes nicht zu lösen. Trotzdem werden auch sie weiterverfolgt.

Auch im Bereich Raumentwicklung / Wohnqualität ist nicht mit kurzfristig greifenden Mass-nahmen zu rechnen, gehört die Raumplanung doch systembedingt zu den Langfristmass-nahmen. Die Verbesserung der Wohnqualität ist im Rahmen des kantonalen «Förderpro-gramms Wohnqualität» bereits in Umsetzung begriffen, doch werden sich auch hier mess-bare Resultate erst mittelfristig abzeichnen.

Ausblick: Zusammenlegung von ZFI-Bericht und Strategiecontrolling-Bericht

Als eine der wichtigsten Infrastrukturanlagen der Schweiz beeinflusst der Flughafen Zürich sein näheres und weiteres Umfeld sowohl im positiven als auch im negativen Sinn. Paragraph 1 des kantonalen Flughafengesetzes verpflichtet den Regierungsrat einerseits, den Flughafen Zürich zur Sicherstellung seiner volks- und verkehrswirtschaftlichen Interessen zu fördern, anderseits ist der Regierungsrat aber auch gehalten, den Schutz der Bevölkerung vor schädlichen oder lästigen Auswirkungen des Flughafenbetriebes zu berücksichtigen. Rechenschaft über seine diesbezügliche Tätigkeiten gibt einerseits der jährliche ZFI-Bericht, anderseits der ebenfalls jährliche Bericht über die Beteiligung des Kantons Zürich an der Flughafen Zürich AG (Bericht über das Strategiecontrolling). Über beide Berichte fasst der Regierungsrat jeweils im vierten Quartal Beschluss, doch werden sie der Öffentlichkeit separat zur Kenntnis gebracht. 2014 erscheinen beide Berichte zwar noch getrennt, die Volkswirtschaftsdirektion stellt sie jedoch an der heutigen Medienkonferenz erstmals gemeinsam vor. Damit soll erreicht werden, dass der Flughafen Zürich von Politik und Öffentlichkeit ausgewogen, d.h. mit seinen positiven und mit seinen negativen Seiten wahrgenommen wird. Ab 2015 werden beide Berichte in einem Bericht erscheinen



Konsultative Konferenz zum Entwurf des SIL-Objektblattes

http://www.zh.ch/internet/de/aktuell/news/medienmitteilungen/2014/konsultative_konferenz_entwurf_sil_objektblatt.html

03.12.2014 - Medienmitteilung

Im Rahmen der Konsultativen Konferenz Flughafen Zürich wurden am 1. Dezember 2014 die Stellungnahmen der Zürcher Gemeinden zu dem von Ende Oktober bis Mitte November 2014 öffentlich aufgelegten Entwurf des Sachplans Infrastruktur Luftfahrt (SIL), Objektblatt Flughafen Zürich (SIL-Objektblatt), präsentiert. Zudem fand gestern Abend im Rahmen des Info-Forums Flughafen ein Informationsaustausch zwischen den Bürgerorganisationen/ Interessensverbänden und der Volkswirtschaftsdirektion statt. Die beiden Veranstaltungen standen unter der Leitung von Regierungsrat und Volkswirtschaftsdirektor Ernst Stocker.

Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) legte am 20. Oktober 2014 den Entwurf zum angepassten SIL-Objektblatt Flughafen Zürich öffentlich auf, verbunden mit der Einladung an Kantone, Gemeinden und die Bevölkerung, sich dazu zu äussern.

Gegenstand des angepassten SIL-Objektblatts ist eine Änderung des festgelegten Gebiets mit Lärmauswirkungen. Auslöser dieser Anpassung sind die von der Flughafen Zürich AG beim Bund eingereichten Änderungen des geltenden Betriebsreglements, die unter anderem Massnahmen zur Verbesserung der Sicherheit des Flugbetriebs enthalten, so beispielsweise die Entflechtung diverser An- und Abflugrouten.

Vertreter des Bundeamts für Zivilluftfahrt (BAZL) orientierten an den beiden Veranstaltungen über die Gründe für die Anpassung des SIL-Objektblatts. Volkswirtschaftsdirektor Ernst Stocker nutzte die Gelegenheit, um die anwesenden Gemeindevertreter, Bürgerorganisationen und Interessensvereinigungen über verschiedene aktuelle Themen der Zürcher Flughafenpolitik ins Bild zu setzen.

Der Kanton Zürich hat nun bis Anfang Februar 2015 Zeit zur Stellungnahme zum angepassten SIL-Objektblatt. Im Rahmen der Konsultativen Konferenz Flughafen Zürich (KKFZ) wurden die Gemeinden des Kantons Zürich wie bereits bei den bisherigen Meilensteinen des SIL-Koordinationsprozesses in den Meinungsbildungsprozess zum Entwurf des SIL-Objektblattes einbezogen. Die Stellungnahmen der KKFZ werden vom Regierungsrat mit in Betracht gezogen, wenn er über die Stellungnahme des Kantons Zürich zum Entwurf des Objektblattes entscheidet.

(Medienmitteilung der Volkswirtschaftsdirektion)

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Lärm-Beschwerden: laerm@zurich-airport.com Tel 043 816 21 31  

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