Fluglärm-DiskussionsforumHeader Ein | Aus
Seiten: Anfang ... 2 3 4 5 Zurück zur Übersicht
Autor
Thema: Medienberichte Jan-Jun 2015


Flughafen Zürich

Morgendliche Starts auch nach Westen

http://www.nzz.ch/zuerich/morgendliche-starts-auch-nach-westen-1.18518746

9.4.2015, 11:02 Uhr

asü. Der Testbetrieb am Flughafen Zürich an Wochenenden zwischen 6 und 9 Uhr hat zwar die betriebliche Komplexität reduziert – die Pünktlichkeit ist aber unbefriedigend. Darum passt der Flughafen Zürich ab Samstag, 18. April, den Betrieb erneut an, wie er am Donnerstag mitgeteilt hat. Neu werden Starts nach europäischen Destinationen von 7 bis 7 Uhr 30 auch ab der Piste 28 nach Westen erfolgen, ergänzend zu den Starts ab der Piste 32 nach Norden. Während dieser Zeit entfallen Südanflüge auf die Piste 34, um Kreuzungen mit den Starts nach Westen zu verhindern.

Eingeführt hatte der Flughafen den Testbetrieb während der deutschen Sperrzeiten im Juni 2014 . Hauptgrund dafür war, die problematischen Kreuzungen zu vermeiden, die aufgrund der gleichzeitigen Nutzung der Pisten 28 und 34 entstehen. Schon bald zeigte sich, dass der angepasste Betrieb die Sicherheitsmarge zwar tatsächlich erhöht – dass er aber auch zu Verspätungen führt, weil die Kapazität bei den Starts nicht ausreichend ist. Durch die zusätzlichen Starts nach Westen während einer halben Stunden soll diese Problematik nun entschärft werden. Von 7 Uhr 30 bis 9 Uhr wird weiterhin wie derzeit üblich auf der Piste 32 nach Norden gestartet und auf der Piste 34 von Süden her gelandet.

Die Neuerung auf den 18. April erfolgt laut der Mitteilung des Flughafens in Absprache mit dem Bundesamt für Zivilluftfahrt, der Flugsicherung Skyguide und der Airline Swiss. Auf den Winterflugplan Ende Oktober 2015 wird definitiv entschieden, in welcher Form das Südkonzept während der deutschen Sperrzeiten an Wochenende weiter geführt werden soll.



Scheichs setzen auf Grossflieger

Emirates greift Swiss jetzt mit A380 an

http://www.blick.ch/news/wirtschaft/scheichs-setzen-auf-grossflieger-emirates-greift-swiss-jetzt-mit-a380-an-id3637473.html

Zweimal täglich hebt künftig ein A380 der Emirates Airlines in Kloten ab. Die Golfairline kann pro Woche so fast 1000 Passagiere mehr nach Dubai befördern als heute. Und von dort in die ganze Welt.

Emirates erhöht den Druck auf die Swiss. Die Golfairline setzt ab Oktober zwischen Kloten und Dubai pro Tag zwei Airbus A380 ein. Bis dann fliegen die Strecke ein A380 und eine Boeing 777-300ER. In Dubai steigen die europäischen Passagiere dann um. Und reisen nach Asien und Australien.

Der A380, das grösste Passagierflugzeug der Welt, kann 517 Passagiere transportieren. Er hat vier Privatsuiten in der First Class, und 76 luxuriöse Liegesitze in der Business Class. Zum Vergleich: Die Swiss fliegt einmal pro Tag nach Dubai. Mit einem Airbus A330-300. Er hat 236 Sitzplätze.

«Bekenntnis zum Schweizer Markt»

Stefan Conrad von der Flughafen Zürich AG freut sich über den Entscheid. «Das ist ein klares Bekenntnis zum Schweizer Markt. Ausserdem wird die Attraktivität des Flughafens Zürich, dem Drehkreuz im Herzen Europas, hervorgehoben», sagt er.

Die neue Offensive der Emirates dürfte der Forderung nach gleich langen Spiessen für alle Airlines neuen Auftrieb geben. Die Golfairlines Emirates, Etihad und Qatar Airways profitieren von Regierungen, die den Luftverkehr konsequent fördern. Und bezahlen in ihren Heimatländern überdies keine Steuern.

«Open Skies» in Gefahr?

Für viele Experten ist klar: Die starke Expansion der Golfairlines wäre ohne direkte oder indirekte staatliche Unterstützung gar nicht möglich. Die Swiss hat beim Bundesamt für Zivilluftfahrt bereits eine Beschwerde eingereicht.

Auch Frankreich und Deutschland haben angeregt, dass die EU die Verkehrsrechte für die Golfairlines regeln. In den USA gibt es Aviatiker, die sogar das «Open Skies»-Flugabkommen aufkündigen wollen. Es gewährt den Airlines Zugang zu allen Märkten. (pbe)



Gefährliche Annäherung über dem Flughafen Zürich

http://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/region/Gefaehrliche-Annaeherung-ueber-dem-Flughafen-Zuerich/story/29352204

Weil ein Skyguide-Ausbildner bei einer lernenden Lotsin zu spät eingriff, kamen sich zwei Swiss-Flieger gefährlich nahe.

Am 22. März 2013 kamen sich kurz nach 18 Uhr zwei Swiss-Flugzeuge nach dem Start im Luftraum über dem Flughafen Zürich gefährlich nahe. Die Schweizerische Sicherheitsuntersuchungsstelle (Sust) analysierte den «schweren Vorfall». Für die Experten steht fest, dass die Ursache bei der Flugsicherung Skyguide zu suchen ist.

Eine Lotsin, die sich in Ausbildung befand, sass am Abflugradar – betreut von einem Instruktor. Dieser griff zu spät ein, als sein Protegé nicht rechtzeitig erkannte, dass sich die beiden Maschinen auf Konfliktkurs befanden. Die Lernende war zudem von einem anderen Flugzeug abgelenkt, das südwestlich des Flughafens unterwegs war.

Warnsysteme alarmierten Lotsen und Piloten

Wie aus dem Schlussbericht der Sust hervorgeht, alarmierte das Warnsystem am Boden die Lotsen, worauf der Instruktor der Crew eines Jumbolinos auf dem Weg nach Nürnberg befahl abzudrehen. Wenige Sekunden später alarmierten die Kollisionsverhinderungssysteme (TCAS) der Flugzeuge die Piloten: Jenes des Jumbolinos befahl der Besatzung zu steigen, jenes der anderen Maschine, eines Airbus A330 nach Newark, ordnete einen Sinkflug an.

Die Piloten zögerten nicht und befolgten die entsprechenden Anweisungen. Der geringste Abstand der beiden Swiss-Flugzeuge betrug bei der gefährlichen Annährung horizontal drei Kilometer und vertikal 106 Meter beziehungsweise 2,7 Kilometer und 160 Meter.

Startintervalle nicht angepasst

Die Unfallexperten halten in ihrem Schlussbericht auch fest: Wenn die Lotsen nicht eingreifen, führen am Flughafen Zürich verschiedene Standardflugrouten bei ungünstiger Startsequenz zwangsläufig dazu, dass gestartete Maschinen sich auf Konfliktkurs begegnen. Als begünstigenden Faktor erwähnt die Sust zudem, dass die Zeitintervalle des abfliegenden Verkehrs in den Minuten vor dem schweren Vorfall nicht angepasst worden waren.

Wie aus dem Bericht hervorgeht, nahm die lernende Lotsin ihre Arbeit nach einer kurzen Besprechung mit ihrem Instruktor und weniger als zwei Minuten wieder auf. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
(Erstellt: 08.04.2015, 19:12 Uhr)



Flughafen Zürich: Streit um Bussard-Abschuss geht in weitere Runde

http://www.bluewin.ch/de/news/regional/region-zurich/2015/4/13/flughafen-zuerich--streit-um-bussard-abschuss-geht-.html

sda

13.04.2015 - 15:25

Der Streit um den Abschuss von Mäusebussarden am Flughafen Zürich geht in eine weitere Runde: Das Zürcher Verwaltungsgericht hat entschieden, dass die Baudirektion sich erneut mit dem Thema befassen muss. Bis auf Weiteres schiesst der Flughafen deshalb keine Bussarde mehr ab.

So genannter Vogelschlag ist am Flughafen Zürich keine Seltenheit: Bis zu 100 Mal pro Jahr prallen Tiere auf startende Maschinen - trotz Vergrämungsaktionen. Im Herbst und Frühling sind es vor allem Zugvögel, die den Flugzeugen in die Quere kommen, aber auch Mäusebussarde geraten gelegentlich auf Konfrontationskurs.

Durch Vogelschlag können nicht nur Schäden am Flugzeug entstehen, auch die Sicherheit ist gefährdet. Gerät ein Tier in ein Triebwerk, kann dies den Piloten zur Umkehr zwingen.

Zu viele Tiere getötet - Bewilligung zurückgezogen

Um die Sicherheit zu gewährleisten, erteilte die kantonale Jagdaufsicht 2012 dem Flughafen eine Abschussbewilligung. Einzelabschüsse von Mäusebussarden waren erlaubt, wenn die Tiere die Flugsicherheit gefährdeten.

Doch von dieser Sondergenehmigung machte der Flughafen aus Sicht der Jagdaufsicht zu häufig Gebrauch. Flughafen-Mitarbeitende holten innert weniger Monate 17 Vögel vom Himmel - zu viele, als dass es sich noch um Einzelabschüsse handeln konnte, fanden die Behörden. Schon Ende 2012 zogen sie die Sonderbewilligung wieder zurück.

Ball liegt wieder bei der Baudirektion

Die Flughafen-Verantwortlichen sahen dies anders. Von der Abschussgenehmigung für Mäusebussarde sei nur dann Gebrauch gemacht worden, wenn dies wirklich nötig gewesen sei. Sie reichten deshalb beim Kanton Beschwerde gegen den Entzug der Bewilligung ein.

Nachdem der Kanton die Bewilligung nicht wieder erteilen wollte, gelangte der Flughafen an das Verwaltungsgericht. Einen Entscheid fällte es noch nicht, wie aus dem Urteil hervorgeht, das der sda vorliegt. Es schickt das Thema aber zurück an die Baudirektion, damit diese erneut über die Bücher geht. Der Rechtsstreit dürfte sich somit noch längere Zeit hinziehen.

Für die Bussarde sind dies gute Nachrichten: Seit Beginn des Rechtsstreits wird nämlich nicht mehr auf sie geschossen. So lange die Sache nicht rechtlich geklärt ist, bleibt es auch dabei. Es droht ihnen aber immer noch der Tod im Triebwerk.



Villingen-Schwenningen

Fluglärm im Blick

http://www.schwarzwaelder-bote.de/inhalt.villingen-schwenningen-fluglaerm-im-blick.e784626d-a54a-4b37-a7a6-81a932c1f2a5.html

Schwarzwälder-Bote, 16.04.2015 04:36 Uhr

Schwarzwald-Baar-Kreis. Wirksamer Lärmschutz muss nach den Worten von Verkehrsstaatssekretärin Gisela Splett bei vielen Quellen ansetzen. "Wir unterstützen die Kommunen in ihrem Bemühen, die Bürger wirksam vor Lärm zu schützen. Dabei müssen umfassende Maßnahmenpakete geschnürt werden", sagt die Lärmschutzbeauftragte der Landesregierung. Auch gegen den Fluglärm des Zürcher Airports sei die Landesregierung aktiv, um die Belastung der Menschen in Südbaden zu verringern. "Wir stehen da im engen Schulterschluss mit der Region", betonte Splett. Der Schlüssel zur Lösung des Problems liege aber in Berlin. Die Bundesregierung müsse in Verhandlungen mit der Schweiz hart bleiben. Im Schwarzwald-Baar-Kreis wehren sich Kommunen und eine Bürgerinitiative bereits seit Jahren gegen Belastungen wegen Fluglärms durch den Züricher Flughafen.



Der neue Chef des Flughafens Zürich im Interview

«Die verfügbare Kapazität ist gesunken»

http://www.nzz.ch/zuerich/die-verfuegbare-kapazitaet-ist-gesunken-1.18538750

Interview: Andreas Schürer 9.5.2015, 05:30 Uhr

Stephan Widrig warnt vor einem schleichenden Verlust der Standortattraktivität Zürichs. Der Chef des Flughafens beklagt, dass schon heute Engpässe aufträten – mit Blick auf die Nachfrage in zehn Jahren müsse die Politik jetzt Massnahmen beschliessen.

Herr Widrig, Sie waren zuletzt für die kommerziellen Angebote des Flughafens Zürich verantwortlich. Spiegelt Ihre Beförderung zum CEO, dass Wachstum vor allem mit Shopping-Angeboten generiert werden soll?
Nein, ich verstehe mich als jemand, der das Flughafengeschäft in der ganzen Breite vertritt. Dass ich dabei auch Erfahrungen im Kommerz- und Auslandgeschäft sammeln konnte, hilft sicher. In modernen Flughäfen findet zunehmend eine Integration kommerzieller Angebote in die Verkehrsdrehscheibe statt. Sie tragen zur Erlebnisqualität bei und finanzieren die Infrastruktur mit.

Diese Entwicklung gab es auch an Bahnhöfen, der Zürcher Hauptbahnhof ist heute eine eigene Destination. Der Flughafen positioniert sich mit dem Dienstleistungszentrum «Circle» aber dezidiert im Premium-Bereich. Entfernt er sich so nicht vom Auftrag, Angebote für die breite Öffentlichkeit zu bieten?
Der Vergleich mit dem Hauptbahnhof ist treffend. Dort findet an der Europaallee auch eine Entwicklung vom klassischen Detailhandel zu einem breiteren Dienstleistungsspektrum statt. Im «Circle» hat sich etwa das Universitätsspital Zürich eingemietet – medizinische Dienstleistungen werden den Kunden an Pendlerdrehscheiben geboten, insbesondere ambulante Leistungen.

Aber der Flughafen Zürich positioniert sich mit dem «Circle», anders als der Hauptbahnhof, im Hochpreissegment.
Flughäfen sind heute die modernsten Plattformen überhaupt. Dies erlaubt, Hochwertigeres zu etablieren als an einem Bahnhof. Der «Circle» steht nicht für Luxus, sondern, wie wir es formulieren, für New Premium. Wir bieten eine Plattform für Angebote, die sich jeder leisten kann, die aber in einem hochwertigen Umfeld präsentiert werden.

Das spektakuläre «Circle»-Projekt verstellt den Blick auf das Kernproblem: Die Entwicklung des Flugbetriebs ist politisch blockiert. Ein Ausdruck davon: Kopenhagen hat Zürich bezüglich des Verkehrsaufkommens überholt. Ist das nicht ein Alarmsignal?
Es besteht kein Grund zur Panik. Aber die Gefahr einer schleichenden Verschlechterung der Standortattraktivität Zürichs ist da. Dessen muss man sich bewusst sein, da eine gute Luftverkehrsanbindung mitentscheidend ist für unseren Wohlstand.

Wegen Kapazitätsproblemen kommt es schon heute in Spitzenzeiten oft zu Verspätungen. Wie ernst ist die Lage?
Der Flughafen Zürich ist heute in Europa qualitativ führend. Das wollen wir auch in zehn Jahren sein. In den letzten Jahren ist die verfügbare Kapazität aber tatsächlich gesunken, unter anderem wegen Verschärfungen der Nachtflugregelung und der steigenden Sicherheitsauflagen. Heute haben wir in verschiedenen Tagesspitzen die Kapazitätsgrenze überschritten, und es ist eine grosse Herausforderung, die Pünktlichkeit zu halten. Mittel- bis langfristig braucht es Massnahmen, die über punktuelle Optimierungen hinausgehen.

Woran denken Sie konkret?
Die Diskussion über Flugbetriebs-Massnahmen muss politisch geführt werden. Grundsätzlich muss aus unserer Sicht in den Planungsinstrumenten von Bund und Kanton sichergestellt werden, dass wir den Betrieb abwickeln können, den die Volkswirtschaft nachfragt. Es geht es nicht um Wachstum per se, aber die Zahl der Flugbewegungen muss sich parallel zur Nachfrage entwickeln können. Wenn aber die Wirtschaft jährlich um 1 bis 2 Prozentpunkte wächst und die internationale Mobilität wie erwartet zunimmt, können wir die Nachfrage in 10 bis 15 Jahren mit dem heutigen Betrieb nicht mehr zufrieden stellend bedienen. Da es für Anpassungen Jahre braucht, muss sich die Politik heute mit diesen Fragen befassen.

Umstritten sind Verlängerungen der Pisten 28 und 32. Sie haben sich forscher geäussert als ihr Vorgänger Thomas Kern. Dieser knüpfte den Ausbau an die Umsetzung des blockierten Staatsvertrags mit Deutschland. Sie erachten Pistenverlängerungen auch ohne Staatsvertrag als sinnvoll. Warum?
Es gilt zu unterscheiden zwischen langfristiger Raumplanung über den Sachplan Infrastruktur der Luftfahrt, SIL, und konkreten Baugesuchen. Uns ist wichtig, dass die Verlängerungen der Pisten 28 und 32 im SIL und folglich auch im kantonalen Richtplan gesichert sind, um die Entwicklungsfähigkeit des Flughafens zu erhalten. Ein Antrag auf Umsetzung ist wegen der Unsicherheiten bezüglich des Staatsvertrags mit Deutschland derzeit aber kein Thema.

Was könnten die Pistenverlängerungen denn für Vorteile bringen?
Der Flughafen baut historisch auf dem Nordkonzept auf. Das Ostkonzept ist die einzige valable Alternative, weil nur in diesem auch zwei unabhängige Pisten für Starts und Landungen betrieben werden können.

Anflugregimes wie der gekrümmte Nordanflug sind auch mit dem Staatsvertrag verknüpft. Treiben Sie diese neuen Optionen trotz der Blockade voran, oder sind auch sie schubladisiert?
Wir wollen die technischen Möglichkeiten bestmöglich ausschöpfen. Deshalb sind wir mit Experten der Flugsicherung, der Swiss und des Bundes daran, den «curved north approach», wie wir ihn nennen, so weiterzuentwickeln, dass er als Standardverfahren möglich wird. Er wird aber kaum je eine ähnliche Kapazität aufbringen wie andere Anflugverfahren und entsprechend nur in Zeiten mit wenig Verkehrsaufkommen eingesetzt werden können.

Der Süden kann also nicht hoffen, dass die Südanflüge bald durch gekrümmte Nordanflüge ersetzt werden?
Es ist unrealistisch, dass die Südanflüge jemals gänzlich abgeschafft werden können. Der Staatsvertrag würde am Morgen Entlastung bringen. Nur in der ersten halben Stunde könnte der gekrümmte Nordanflug eingesetzt werden, danach wäre er aus betrieblichen Gründen nicht mehr möglich.

Und wie halten Sie es mit den Südstarts geradeaus? Die würden in den Spitzenzeiten, etwa am Mittag, eine spürbare Kapazitätsverbesserung bringen.
Im SIL sind sie für Verspätungsabbau bei Bise und bei Nebel vorgesehen. Langfristig ist wichtig, dass sie als Option über einen Eintrag im Sachplan raumplanerisch gesichert bleiben und grundsätzlich möglich sind, die konkrete Umsetzung kann aber nur mit Zustimmung des Kantons Zürich erfolgen und ist zurzeit kein Thema.



[Fortsetzung]

Würden Sie es begrüssen, wenn Bundesrätin Doris Leuthard diese Starts für Spitzenzeiten forcieren würde?
Wie gesagt: Der Bund muss über den Sachplan raumplanerisch vorsehen, dass die künftige Nachfrage abgewickelt werden kann. Die Massnahmen muss die Politik definieren.

Wegen der Kapazitätsprobleme hat die Geschäfts- und Kleinfliegerei in Zürich einen schweren Stand. Wann wird sie verdrängt?
Die Verdrängung findet bereits heute statt und wird weiter zunehmen. Auf den Sommerflugplan hin mussten wir weitere Slots für Geschäftsflieger streichen. Das sind schmerzhafte Schritte für die Business-Aviation.

Wäre es sinnvoll, dieses Segment nach Dübendorf zu verlagern?
Wir haben kein Interesse am Betrieb in Dübendorf, und die Verdrängung am Flughafen Zürich findet unabhängig davon statt, ob in Dübendorf geflogen wird oder nicht. Der Flughafen Zürich muss zudem auf jeden Fall flugbetrieblich vor Dübendorf Priorität haben. Aus meiner Sicht wäre es aber schon wichtig, dass Zürich ein Standort bleibt für die Geschäftsfliegerei.

In der Lärmdiskussion sind die Flüge in der Nacht zentral. Der Kanton drängt auf eine Halbierung der Flüge in der für Verspätungsabbau vorgesehenen Zeit zwischen 23 und 23 Uhr 30. Ist das eine realistische Forderung?
Weder die Airlines und schon gar nicht der Flughafen haben ein Interesse an Verspätungen. Zürich hat eine der strengsten Nachtflugregelungen in Europa. Darum ist es wichtig, die bestehende Regelung nicht zu verschärfen; sonst würde der Interkontinentalbetrieb gefährdet. Eine Halbierung der Zahl der Flüge zwischen 23 und 23 Uhr 30 dünkt mich etwas gar optimistisch. Flüge nach 23 Uhr sind oft eine Folge von Verspätungen am Tag, von Wettereinflüssen oder technischen Problemen. Nach 23 Uhr 30 reduzierte sich zudem die Zahl der Flüge deutlich, die früher bis 00 Uhr 30 stattfinden konnten.



Volksinitiative «Pistenveränderungen vors Volk!» steht

http://www.zsz.ch/ueberregional/Volksinitiative-Pistenveraenderungen-vors-Volk-steht/story/16014168

Die kantonale Volksinitiative «Pistenveränderungen vors Volk!» ist zustande gekommen. Die erforderliche Anzahl von 6000 Unterschriften wurde übertroffen.

Das Volk wird über die Initiative «Pistenveränderungen vors Volk!» abstimmen. Die erforderlichen 6000 Unterschriften sind zusammengekommen, wie die Prüfung durch die Direktion der Justiz des Innern ergeben hat.

Das Komitee Pro Flughafen hat die Initiative im letzten Oktober lanciert. Sie verlangt, dass das Zürcher Stimmvolk künftig in jedem Fall über Pistenveränderungen entscheiden kann. Diese Möglichkeit besteht heute nur, wenn der Kantonsrat einen Ausbau und das Referendum ergriffen wird. Lehnt der Rat einen solchen Vorstoss ab, kann das Volk gemäss heutigem Flughafengesetz nicht eingreifen.

Unterstützt wird die Initiative von Wirtschaftsverbänden, Exponenten von SVP, FDP und CVP sowie vom ehemaligen Stadtpräsidenten und heutigen Präsidenten von Zürich Tourismus, Elmar Ledergerber (SP). (ori/sda)

(Erstellt: 15.05.2015, 11:12 Uhr)



Und wieder einmal wird dem breiten Publikum vorgegaukelt, am Flughafen Zürich bestünden Engpässe im Start- und Landesystem wegen limitierter Bewegungsmöglichkeiten. In Tat und Wahrheit nehmen die Flugbewegungen seit dem Jahre 2000 kontinuierlich ab. Das bedeutet konkret, dass die freie Kapazität zunimmt! Die Flughäfen Zürich und Genf leiden nicht unter zunehmenden Kapazitätsengpässen bezüglich der Flugbewegungen, sondern allenfalls einzig bezüglich der Passagierabfertigung.
Die Informationspolitik der Flughafenlobby ist unehrlich und intransparent. Es gibt andere Beispiele dafür. zB. : obwohl seit dem Jahre 2003 Südanflüge stattfinden hat bis dato die Flughafen AG nicht einen einzigen Franken in Lärmschutzmassnahmen wegen dieser Südanflüge investiert/ investieren müssen, und dies obwohl die Gesetzeslage eigentlich klar wäre. Der Informationspolitik der Verantwortlichen ist es bis dato gelungen diese Tatsache vor der breiten Öffentlichkeit zu verschleiern.
Es wäre längst an der Zeit, dass die zuständigen Interessensvertreter darauf verzichtet der Bevölkerung Sand in die Augen zu streuen. Vertrauensfördernde Argumentationslinien und Handlungen sind gefragt!





Konstituierung des Regierungsrates für die Amtsdauer 2015 bis 2019

http://www.rr.zh.ch/internet/regierungsrat/de/aktuell.newsextern.-internet-de-aktuell-news-medienmitteilungen-2015-rr_konstituierung.html

18.05.2015 - Medienmitteilung

Zurück zu Aktuell

Nach dem ökumenischen Gottesdienst im Grossmünster haben die Regierungsratsmitglieder und die Kantonsratsmitglieder zur Eröffnung der Legislatur im Kantonsratssaal gemeinsam ihr Amtsgelübde abgelegt. An seiner anschliessenden konstituierenden Sitzung wählte der Regierungsrat für das Amtsjahr 2015/2016 Finanzdirektor Ernst Stocker zu seinem Präsidenten und Sicherheitsdirektor Mario Fehr zu seinem Vizepräsidenten.

Die Direktionen hat der Regierungsrat wie folgt zugeteilt:

Baudirektion: Regierungsrat Markus Kägi (bisher)
Gesundheitsdirektion: Regierungsrat Thomas Heiniger (bisher)
Volkswirtschaftsdirektion: Regierungsrätin Carmen Walker Späh (neu)
Sicherheitsdirektion: Regierungsrat Mario Fehr (bisher)
Finanzdirektion: Regierungsrat Ernst Stocker (bisher)
Direktion der Justiz und des Innern: Regierungsrätin Jacqueline Fehr (neu)
Bildungsdirektion: Regierungsrätin Silvia Steiner (neu)

Regierungspräsident Ernst Stocker wechselt in die Finanzdirektion. Somit ergibt sich in vier Direktionen ein Wechsel an der Spitze. Drei der bisherigen Regierungsräte behalten ihre angestammten Direktionen.



Deutschland - Schweiz

22. Mai 2015 05:51; Akt: 22.05.2015 06:45

Neue Verhandlungen im Fluglärmstreit möglich

http://www.20min.ch/schweiz/news/story/16323131

Seit 2012 liegt der Flug-Vertrag zwischen Deutschland und der Schweiz auf Eis. Bald könnte wieder Bewegung in die Sache kommen, glaubt CDU-Mann Guido Wolf.

Im Streit um Fluglärm über dem Südwesten Deutschlands hat sich der CDU-Fraktionsvorsitzende Guido Wolf für neue Verhandlungen mit der Schweiz ausgesprochen. Nach einem Besuch bei der Kantonsregierung Schaffhausen sagte er: «Wir sind bereit, Lasten zu übernehmen.»

«Aber nur in dem Masse, in dem Süddeutschland auch vom Flughafen Zürich profitiert.» Wolf warnte am Donnerstag gleichzeitig davor, die «extrem gute Zusammenarbeit» mit der Schweiz durch die Fluglärmfrage aufs Spiel zu setzen.

Konsenslösung gesucht

Er habe bei seinem Besuch beim Schaffhauser Regierungsrat Reto Dubach «durchaus Bewegung erkennen dürfen», sagte der CDU-Spitzenkandidat für die Landtagswahl. «Ihm ist wichtig, zu einer Konsenslösung zu kommen.»

Wolf betonte aber auch, dass der 2012 ausgehandelte Staatsvertrag, der bislang auf Eis liegt, für Südwestdeutschland in der jetzigen Form nicht akzeptabel sei. «Es geht um eine gerechte Lastenverteilung und nicht um einen ungerechten Export von Fluglärm aus der Schweiz nach Süddeutschland.»

Im Anflug auf den Flughafen Zürich nehmen die meisten Maschinen Kurs über deutsches Gebiet. Betroffen sind der Schwarzwald und der Bodensee. Dort gibt es seit Jahrzehnten Widerstand.

«Mehr Flugbewegungen durch die Hintertür»

Kürzlich sorgten zudem Pläne für ein neues Betriebskonzept in Zürich für Kritik auf deutscher Seite: Die betroffenen Landkreise fürchten noch mehr Anflüge als bisher über Südbaden und haben Einspruch gegen die Pläne des Airports erhoben.

Das geplante Konzept sei dazu geeignet, mehr Flugbewegungen durch die Hintertüre zu realisieren, sagte Wolf. «Das könnte auf kaltem Wege Teile des Entwurfs des Staatsvertrags realisieren. Das ist eine ganz schwierige Phase, in der man aufpassen muss, dass das Misstrauen auf der deutschen Seite nicht noch genährt wird.»

Der Flughafen Zürich wies die Vorwürfe kürzlich zurück. «Die Änderung hat keine Lärmauswirkungen auf deutsche Landkreise», sagte eine Sprecherin des Flughafens. Die letzten Kilometer des Landeanfluges würden vollständig über Schweizer Gebiet erfolgen. Dieser Aspekt werde von deutscher Seite «völlig ignoriert». Die teilweise sehr harsche Kritik habe den Flughafen überrascht.

(sda)



Text der Bildstrecke

http://www.20min.ch/schweiz/news/story/16323131

Der Kompromiss mit Deutschland sieht vor, dass die Flieger den Flughafen Zürich vermehrt aus Osten anfliegen. Deshalb muss die Piste 28 (Mitte) verlängert werden. Ebenso die Piste 32 (links). Das letzte Wort über den Pistenausbau hat das Zürcher Stimmvolk.

Grossraumflugzeuge wie der Airbus A340 der Swiss sollen dank der Verlängerung der Piste 28 auch bei schlechten Wind- und Wetterverhältnissen von Osten her landen können.







Bantli:


Als "Zugeständnis" gegenüber Deutschland darf die Schweiz von mir aus noch zusichern, dass die Pistenverlängerungen kommen.



Fluglärmstreit

29. Mai 2015 07:26; Akt: 29.05.2015 07:26

«Das Vertrauen in den Flughafen ist zerstört»

http://www.20min.ch/schweiz/news/story/17088773

Der Fluglärmstreit zwischen Süddeutschland und der Schweiz hat Botschafter Tim Guldimann hautnah miterlebt. Und er ortet Fehler auf Schweizer Seite.

Heute Freitag geht der Schweizer Diplomat Tim Guldimann in Pension. In seiner Zeit als Botschafter in Berlin hat er die Lösung im Steuerstreit zwischen den beiden Ländern miterlebt. Der Fluglärmzwist indes bleibt auch nach seinem Abgang virulent.

«Das Grundproblem ist, dass im süddeutschen Raum das Vertrauen in die Schweizer Seite und den Flughafen zerstört ist», sagte Guldimann in einem Interview mit dem «Tagesanzeiger» und dem «Bund» vom Freitag. Das sei seit 20 Jahren so. «Und wir haben uns in der ganzen Zeit zu wenig bemüht, dieses Vertrauen wiederherzustellen.»

Für deutsche Regierung «nicht wichtig»

Der Staatsvertrag, den Verkehrsministerin Doris Leuthard 2012 mit ihrem deutschen Amtskollegen Ramsauer ausgehandelt habe, sei in der Folge «der Öffentlichkeit zu wenig koordiniert erklärt» worden, sagte Guldimann. Es sei nicht gelungen, klar zu vermitteln, «dass der Staatsvertrag im Vergleich zum Status quo die Lärmbelastung über deutschem Gebiet reduziert».

So habe sich eine «regionalpolitische Überbietungsdynamik» entwickeln können, Politiker aus Baden-Württemberg hätten in der Sache gemeinsam Stuttgart bedrängt, das sich seinerseits von Berlin hintergangen fühle. Daher sei die deutsche Seite nicht mehr bereit gewesen, den Vertrag in Kraft zu setzen. Komme dazu, dass der Fluglärmstreit für die deutsche Regierung «nicht wichtig» sei.

«Man spürt die Sorge»

Von Bedeutung im Bezug auf die Schweiz seien in Berlin andere Themen. Etwa die Personenfreizügigkeit und die «gefährdete Schweizer Beteiligung am Binnenmarkt». Denn «unsere Beziehung zur Europäischen Union ist ja vor allem eine Beziehung zu Baden-Württemberg». Hier bestehe ein eng verflochtener Wirtschaftsraum, sagte der 64-jährige Guldimann, der seit 2010 als Botschafter in Berlin tätig war.

Die Abstimmung zur Zuwanderungsinitiative stelle für Deutschland nun infrage, ob weiterhin ein gemeinsamer Binnenmarkt bestehe. «Man spürt die Sorge vor allem in Baden-Württemberg, aber auch in Berlin.»

(sda)

Seiten: Anfang ... 2 3 4 5 Zurück zur Übersicht


Lärm-Beschwerden: laerm@zurich-airport.com Tel 043 816 21 31  

Nutzungsbedingungen