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Thema: Medienberichte Jul-Dez 2015


Flughafen Zürich wartet auf neue Gebühren

http://www.fuw.ch/article/flughafen-zurich-wartet-weiter-auf-neue-gebuhren/

Das Bundesverwaltungsgericht hat die Beschwerden gegen die Flugbetriebsgebühren am Flughafen Zürich teilweise gutgeheissen. Damit ist eine Neubeurteilung durch das BAZL notwendig.

(AWP) Das Bundesverwaltungsgericht hat die Beschwerden mehrerer Fluggesellschaften gegen die Flugbetriebsgebühren am Flughafen Zürich (FHZN 730 -0.14%) teilweise gutgeheissen. Es weist die Sache zur Neubeurteilung an das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) zurück. Bis zu einem endgültigen Entscheid bleiben die bisherigen Flugbetriebsgebühren in Kraft.

Dieses muss nun näher prüfen, ob Vermögenswerte, Kosten und Einnahmen korrekt auf den gebührenfinanzierten Flugbetriebsbereich einerseits und den allen Personen zugänglichen und gewinnorientierten Shoppingbereich andererseits aufgeteilt worden sind.

Die Beschwerdeführerinnen – Swiss, Lufthansa (LHA 11.64 -0.43%), Edelweiss Air, Austrian Airlines und Germanwings – sind der Ansicht, dass die Einnahmen aus dem gewinnorientierten Bereich bei der Kostenrechnung zu berücksichtigen seien. Der Flughafen bilde schliesslich eine Betriebseinheit.

Der Flughafen Zürich will nun die Erwägungen und Aussagen des Bundesverwaltungsgerichts im Einzelnen prüfen und dann über das weitere Vorgehen entscheiden, heisst es in einer Stellungnahme. Die neuen Flugbetriebsgebühren können vorerst nicht in Kraft gesetzt werden, da mit dem Urteil noch kein endgültiger Entscheid vorliegt, heisst es weiter. Es werden also weiterhin die bisherigen Flugbetriebsgebühren (insbesondere Landegebühren und Passagiergebühren) erhoben.

Gewinn durch Monopol

Das Shopping-Center und die gute verkehrstechnische Anbindung seien schliesslich auf den Monopolbereich des Flughafens zurückzuführen, argumentieren die Fluggesellschaften. Deshalb dürften daraus erwirtschaftete Gewinne nicht privatwirtschaftlich abgeschöpft werden.

Die Verordnung zum Luftfahrtgesetz sieht gemäss Bundesverwaltungsgericht jedoch vor, dass eine solches Splitting der Rechnung zulässig ist. Eine Quersubventionierung ist aber nicht ausgeschlossen und findet auch statt.

30% des Gewinns, die im «öffentlichen» Teil des Flughafens erwirtschaftet werden, fliessen in die Rechnung der Luftseite ein, wie aus dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts hervorgeht.

Effizienzvergleich nicht nötig

Nicht notwendig ist gemäss Bundesverwaltungsgericht ein Vergleich der Zürcher Flughafengebühren mit jenen vergleichbarer Flughäfen. Dies hatten die Fluggesellschaften gefordert, um dem rechtlich verbindlichen Äquivalenzprinzip nachzukommen.

Dieses sieht vor, dass eine Gebühr der dafür erbrachten Leistung entsprechen muss. Der operative Leiter der Swiss, Rainer Hiltebrand, hatte bereits bei der Bekanntgabe der neuen Gebühr kritisiert, dass der Flughafen Zürich mit Abstand der teuerste sei. Im Vergleich mit ähnlichen Flughäfen seien die Gebühren rund 20% zu hoch.

Keine Einigung

Der Zwist um die Flugbetriebsgebühr geht auf die Revision des Luftfahrtgesetzes und die darauf basierende, 2012 vom Bundesrat erlassene Verordnung zurück.

Verhandlungen über die Gebühren zwischen der Flughafen Zürich AG und den Fluggesellschaften verliefen ergebnislos, so dass die Flughafenbetreiberin dem BAZL einen eigenen Vorschlag vorlegte. Dieser wurde Mitte November 2013 nach verschiedenen Anpassungen genehmigt. Die neuen Gebühren sollten per 1. Februar 2014 gelten.



Thurgauer Zeitung: 7. Juli 2015, 08:32 Uhr

Zweckbündnis mit den Deutschen

http://www.thurgauerzeitung.ch/ostschweiz/thurgau/kantonthurgau/tz-tg/Zweckbuendnis-mit-den-Deutschen;art123841,4283415

BALTERSWIL. Der Bürgerprotest Fluglärm Hinterthurgau will mehr politisches Gewicht. Deshalb sucht er die Allianz mit süddeutschen Fluglärmgegnern. Daneben formieren sich die Widerstände nicht nur im Osten, sondern auch im Westen und Norden des Flughafens.

MICHèLE VATERLAUS

Der Feind meines Feindes ist mein Freund. Nach diesem Motto will der Bürgerprotest Fluglärm Hinterthurgau den Druck auf die Politik und den Flughafen Zürich erhöhen. Die Bürgerbewegung will sich nämlich mit süddeutschen Vereinigungen zusammenschliessen. «Wir haben schliesslich das gleiche Ziel: Der Fluglärm soll gerecht verteilt werden», sagt Josef Imhof, Präsident des Bürgerprotests. Fluglärm gerecht verteilen heisst konkret, dass der Süden mehr belastet werden soll.

Ein Versprechen reicht nicht

Dass der Bürgerprotest das Gespräch mit den Deutschen Nachbarn sucht, hat er vergangene Woche in einem Protestschreiben an Bundesrätin Doris Leuthard bereits angekündigt. Leuthard hat bei dieser Gelegenheit den lärmgeplagten Hinterthurgauern zugesichert, dass auch der Süden des Flughafens seinen Teil der Lärmlasten übernehmen müsse. Das allein reicht Imhof aber nicht, denn ein solches Versprechen habe sie auch Regierungsrat Jakob Stark gegeben. «Nach zehn Jahren Bürgerprotest bin ich nicht mehr so naiv, dass ich mich auf solche Zusagen einfach verlasse», sagt Imhof. «Ein Versprechen ist gut für einen Dialog. Aber wir sind auf der schwächeren Seite. Mit der Allianz könnte sich das ändern, und wir bekommen mehr politisches Gewicht.»

Basis der Allianz ist das Betriebskonzept 2014 des Flughafens Zürich. Damit würde der Süden – entgegen den Zusagen von Bundesbern – komplett entlastet, wie Imhof sagt. Der Osten und der Norden, also der süddeutsche Raum, hingegen hätten mehr Fluglärm zu ertragen. «Das Betriebskonzept bindet die Deutschen mit ein und ist nur umsetzbar, wenn die Deutschen auch mitmachen», erklärt Imhof. Doch der Fluglärm ist auch dort nicht erwünscht. «Bleiben unsere nördlichen Nachbarn bei ihrer restriktiven Haltung, dann bleibt der Süden nicht verschont», hofft der Präsident. Denn im Süden über der Zürcher Goldküste sei der Flugraum bei weitem noch nicht ausgenutzt. Gespräche mit den Vereinigungen der deutschen Seite hat Imhof noch nicht geführt. Das wird erst nach den Sommerferien geschehen. «Wir sind sicher, dass wir Synergien finden.»

Norden, Westen und Osten

Imhof hofft auch auf Allianzen auf offizieller Seite, also dass sich die Politischen Gemeinden zusammenschliessen. Etwas geplant ist bereits: Die Region Ost, in der sich über 80 lärmgeplagte Gemeinden aus den Kantonen Zürich, Thurgau und St. Gallen zusammengeschlossen haben, stellt heute mit der IG Nord und der IG West – ebenfalls Zusammenschlüsse von lärmgeplagten Gemeinden – eine «Konsenslösung für eine breit abgestützte Betriebsvariante am Flughafen Zürich» der Öffentlichkeit vor.



07.07.2015

Flughafen Zürich: Das Gesamtwohl muss im Vordergrund stehen

http://www.flughafen-zuerich.ch/unternehmen/medien/news-center/2015/jul/150707-mm-gesamtwohl-im-vordergrund?cat=medienmitteilung

Der Flughafen Zürich hat für die Volkswirtschaft eine tragende Bedeutung. Seine langfristige Leistungsfähigkeit gilt es deshalb zu sichern. Ziel muss es sein, unter Berücksichtigung von Sicherheitsüberlegungen und flugbetrieblichen Aspekten Planungssicherheit sowohl für die Gemeinden als auch für die Flughafen Zürich AG als Betreiber- und Eigentümergesellschaft zu erlangen.

Heute Morgen haben Vertreter von Behördenorganisationen im Norden, Osten und Westen des Flughafens Zürich einen Vorschlag für eine mögliche Betriebsvariante für den grössten Schweizer Flughafen präsentiert. Er entspricht weitgehend dem heutigen Betriebsregime in Zürich. Der Vorschlag berücksichtigt allerdings einseitig die Interessen bestimmter Himmelsrichtungen und blendet flugbetriebliche Aspekte sowie die Bevölkerungsdichte aus.

Aus Sicht der Flughafen Zürich AG ist es wichtig, dass das Betriebsreglement 2014 mit dem Hauptelement der Entflechtung von An- und Abflugrouten in der Luft aus Sicherheitsüberlegungen wie geplant umgesetzt werden kann. Diese Entflechtung ist eine der wesentlichen Massnahmen aus der umfassenden Sicherheitsüberprüfung und im Sachplan so vorgesehen. Der Sachplan Infrastruktur der Luftfahrt, SIL, ist das Raumplanungsinstrument des Bundes. Der SIL legt den Rahmen für eine moderate Entwicklung des Schweizer Tors zur Welt für die nächsten 15 bis 20 Jahre fest. Im Rahmen der nächsten Etappe des SIL-Prozesses ist die Leistungsfähigkeit des Flughafens mittel- und langfristig raumplanerisch zu sichern.

Die Flughafen Zürich AG ist weiterhin offen für den Dialog mit den betroffenen Gemeinden und pflegt diesen auch regelmässig.




Flughafengemeinden spannen ohne Stadt Zürich zusammen

http://www.handelszeitung.ch/politik/flughafengemeinden-spannen-ohne-stadt-zuerich-zusammen-809307

Kloten 135 flughafennahe Gemeinden haben ein Positionspapier ausgearbeitet, um den Lärmstreit auf den Lösungsweg zu bringen. Nicht dabei ist die Stadt Zürich. Stadtpräsidentin Corine Mauch ist enttäuscht.

Die Gemeinden im Norden, Osten und Westen des Flughafens Zürich spannen in Sachen Fluglärm zusammen. In einem am Dienstag in Bülach ZH vorgestellten Positionspapier werben sie für eine «faire Gesamtlösung» und für den Verzicht auf Pistenverlängerungen.

Die hauptbetroffenen Gemeinden in der Schweiz und in Süddeutschland seien bisher «nicht adäquat in die Entscheidungsfindung über die Abwicklung des Luftverkehrs am Flughafen Zürich und in die Erarbeitung eines entsprechenden Staatsvertrages mit einbezogen worden», heisst es im Positionspapier. Dies habe zu «unausgereiften Beschlüssen und langwierigen Blockaden zum Nachteil aller Beteiligten» geführt.

Die nun präsentierte «Konsenslösung» sieht eine aktivere Rolle für die vom Fluglärm betroffenen Gemeinden vor. Diese verlangen künftig «direkter und verbindlicher» in die Diskussion miteinbezogen zu werden, wie es in einer gemeinsame Mitteilung heisst.

«Faire Gesamtlösung»

Die Gemeinden streben eine «faire Gesamtlösung» an. Entsprechend wehren sie sich gegen die «Umverteilung des Fluglärms zur einseitigen Entlastung einzelner Regionen». Um eine gemeinsame Lösung zu erzielen, habe man sich von Partikularinteressen distanzieren müssen, hiess es an der Medienkonferenz.

Die Gemeinden stünden hinter dem Flughafen, wollten aber Lösungen und Planungssicherheit. Die von ihnen vorgeschlagene Betriebsvariante baut auf der heutigen Betriebsvariante auf und sieht neben einem Süd-, Nord- und einem Ostkonzept auch Südstarts geradeaus vor.

Berücksichtigung süddeutscher Interessen

Laut Mitteilung handelt es sich um einen «fairen, betrieblich umsetzbaren Lastenausgleich zwischen allen Himmelsrichtungen und Regionen», der auch die süddeutschen Interessen berücksichtige. Vertreter des Landkreises Waldshut hätten zugesichert, das Positionspapier wohlwollend zu prüfen.

Das Positionspapier unterzeichnet haben 134 Gemeinden. Entstanden ist es unter Federführung der Behördenorganisationen IG-Nord, der Region Ost und der IG West. Nicht beteiligt war das Fluglärmforum Süd, dem 35 Gemeinden im Süden des Flughafens angehören.

Entflechten der Flugrouten

Der Flughafen will seinerseits aus Sicherheitsgründen die An- und Abflugrouten im Osten entflechten. Das von ihm entwickelte Betriebsreglement 2014 sieht hauptsächlich vor, dass während des Ostkonzepts alle Abflüge im südlichen Raum des Flughafens abgewickelt werden und alle Anflüge im Nordosten. Südstarts geradeaus sind in diesem Betriebsreglement nicht vorgesehen.

Dem am Dienstag präsentierten Vorschlag steht der Flughafen skeptisch gegenüber. Er berücksichtige «einseitig die Interessen bestimmter Himmelsrichtungen und blendet flugbetriebliche Aspekte sowie die Bevölkerungsdichte aus», heisst es in einer Stellungnahme. Der Fluglärmkonflikt werde aber nicht gelöst, wenn man die verschiedenen Regionen gegeneinander ausspiele, sagte Flughafen-Sprecherin Sonja Zöchling auf Anfrage.

Stadt Zürich ist enttäuscht

Alles andere als begeistert ist man in der Stadt Zürich. Der Vorschlag «basiert auf einem Grundlagenirrtum», monieren Stadtpräsidentin Corine Mauch und Gesundheits- und Umweltvorsteherin in einer gemeinsamen Reaktion. Der Süden des Flughafen und die Stadt trügen bereits heute wesentliche Lärmlasten durch Südanflüge, Südstarts und Weststarts mit Südkurve.

«Umso enttäuschender» sei es, dass «die Koalition aus dem Norden, Osten und Westen den Süden nicht einbezogen hat». Sie forderten gar zusätzliche Südstarts tagsüber. Diese führten über die am dichtesten besiedelten schon heute stark belasteten Zürcher Quartiere. Der Vorschlag widerspreche diametral dem Grundsatz, dass möglichst wenige Menschen mit möglichst wenig Lärm belastet werden sollten.

(sda/ise/me)




Seilziehen um den Flughafen Zürich

Gemeinde-Allianz kämpft für den Südstart

http://www.nzz.ch/zuerich/gemeinde-allianz-kaempft-fuer-den-suedstart-1.18576201

Der Südstart geradeaus über Zürich, die Zürichseeregion und das Oberland soll von 10 bis 14 Uhr eingeführt werden. Dies fordern 137 Gemeinden, die sich zusammengeschlossen haben.

von Andreas Schürer7.7.2015, 20:01 Uhr

Eigentlich ist nicht viel los. Rund um den Flughafen Zürich ist es still, wenn nicht gerade wie Mitte Juni Hundertscharen auf der Zuschauerterrasse das Testmodell des neuen Swiss-Europa-Fliegers CSeries 100 von Bombardier bestaunen. Doch auch Ruhe ist vergänglich – und tatsächlich stehen politisch strittige Debatten bevor.

Zum einen ist ein heisser Herbst in Süddeutschland zu erwarten. Der in Berlin auf Eis gelegte Staatsvertrag zum Flughafen Zürich wird die Landtagswahlen in Baden-Württemberg vom März 2016 sicherlich beleben. Auch die Bundesregierung setzt neuerdings offenbar wieder auf eine zahlenmässige Beschränkung der Anflüge über Südbaden statt wie im Staatsvertrag auf zugesicherte Zeitfenster ohne Überflüge. Zum anderen drängt in der Schweiz die Umsetzung der Massnahmen zur Verbesserung der betrieblichen Sicherheit, die das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) im Februar 2013 vorgestellt hat. Konkret ist zu erwarten, dass die bisher hinausgeschobene Umsetzung der umstrittensten Punkte noch in diesem Jahr angegangen wird, im sogenannten SIL 2, im zweiten und entscheidenden Teil des Sachplans Infrastruktur der Luftfahrt zum Flughafen Zürich. Geklärt werden muss dabei vor allem, ob Südstarts geradeaus über Teile der Stadt Zürich, die Zürichseeregion und das Zürcher Oberland, Verlängerungen der Pisten 28 und 32 sowie gekröpfte Anflugverfahren grundsätzlich erlaubt werden sollen oder nicht.

Konsens unter Gleichgesinnten

In diesem Umfeld ist den Gemeinden im Osten, Westen und Norden am Dienstag ein kleiner Coup gelungen. Während in Sachen Staatsvertrag und SIL viel hinter verschlossenen Türen angedacht wird, preschen die vom Fluglärm betroffenen Kommunen aus allen Himmelsrichtungen ausser dem Süden vor – mit einem Schulterschluss und einem konkreten Konzept für den Betrieb in Zürich. Der Vorschlag, Konsenslösung genannt, kommt nicht revolutionär daher, hat es aber in sich.

Das Positionspapier, das die 137 Gemeinden aus den Kantonen Zürich, Thurgau, St. Gallen, Aargau und Schaffhausen aufstellten, enthält drei Kernforderungen. Erstens seien Südstarts geradeaus von 10 bis 14 Uhr einzuführen. Zweitens solle davon abgesehen werden, gekröpfte Anflugvarianten zur Entlastung des Südens von den morgendlichen Anflügen zu entwickeln. Und drittens sei auf Pistenausbauten und damit auf eine Stärkung des Ostkonzepts mit Landungen aus Osten und Starts nach Norden zu verzichten. Der Flughafen Zürich solle grundsätzlich weiter betrieben werden wie heute: Am Morgen früh mit dem Südkonzept, danach bis am Abend mit dem Nordkonzept und dann bis 23 Uhr 30 mit dem Ostkonzept – ergänzt mit Südstarts geradeaus über Mittag.

Den Staatsvertrag mit Deutschland sieht Hanspeter Lienhart, Stadtrat von Bülach und Präsident der IG Nord, im Dauerkoma, weitergehende Forderungen aus Südbaden seien nicht angebracht. Gemeinsam ist den Regionen aus dem Westen, Osten und Norden auch die Ablehnung des Betriebsreglements 14, mit dem der Flughafen die An- und Abflugrouten entflechten will; das Bazl bearbeitet derzeit die zahlreichen Einsprachen.

Zugrunde liege der gegenwärtigen Offensive der Gemeinden die Einschätzung, dass die Betroffenen zu lange nicht in die Entscheidungen involviert gewesen seien, sagte Lienhart an der Pressekonferenz vom Dienstag in Bülach. Sekundiert wurde er von Franz Bieger, Gemeindepräsident von Bachenbülach und Vorstand der IG Nord, Max Walter, Gemeindepräsident von Regensdorf und Präsident der IG West, Barbara Günthard-Maier, Stadträtin von Winterthur und Präsidentin der Region Ost, sowie Thomas Hardegger, SP-Nationalrat, Gemeindepräsident von Rümlang und Präsident des Schutzverbandes.

Günthard-Maier betonte, dass die Region hinter dem Flughafen stehe, dass er aber in der Bevölkerung akzeptiert werden müsse. Dies sei nur möglich, wenn alle Regionen Lasten trügen. Was dies heisst, brachte Bieger ohne Umschweife auf den Punkt: «In der Allianz der Regionen fehlt der Süden, der keinerlei Kompromissbereitschaft zeigt.» Die schwache Zusatzbelastung durch den Südstart geradeaus über Mittag sei als Lastenausgleich im Gesamtinteresse hinzunehmen. Ihr Vorschlag bedeute im Übrigen nicht, dass von 10 bis 14 Uhr alle Starts geradeaus über den Süden abzufertigen seien, sondern nur jene schweren Maschinen, die nicht nach Westen starten könnten, 20 bis 25 Abflüge pro Tag. Dies sei auch betrieblich sinnvoll, weil es dringend benötigte Kapazität schaffe und die Sicherheit verbessere. Hardegger sieht in dem Vorschlag eine Basis für eine Einigung zwischen der Schweiz und Deutschland, die vielleicht schon anlässlich des Besuchs der Bundeskanzlerin Angela Merkel im September in Bern erzielt werden könnte. Ihr Positionspapier sei auch eine Einladung zum Dialog an die Gemeinden im Süden des Flughafens und in Süddeutschland.

Die Vertreter Südbadens nahmen den Vorstoss in Bülach wohlwollend, aber zurückhaltend auf; anwesend waren die Bürgermeister von Hohentengen und Klettgau sowie Jörg Gantzer, Erster Landesbeamter im Landratsamt Waldshut. Wenn sich die Gemeinden aktiv einbrächten und auf Augenhöhe den Dialog auch mit Südbaden suchten, sei dies sehr zu begrüssen, sagte Gantzer. Offene Türen rennt bei ihm die Allianz mit der Ablehnung des Betriebsreglements 14 ein: Die Entflechtung der Starts und Landungen im Ostkonzept führe zu Mehrbelastungen, befürchtet er. Dies sei falsch, entgegnet auf Anfrage die Flughafen-Sprecherin Sonja Zöchling. Die Entflechtung des Ostkonzepts im Betriebsreglement 14 erfolge primär aus Sicherheitsüberlegungen, die Zahl der Lärmbetroffenen nehme nachweislich nicht zu.



[Fortsetzung]

Stadt Zürich wehrt sich

Gross ist der Ärger über den Vorschlag im Süden. Die Zürcher Stadtpräsidentin Corine Mauch und die Stadträtin Claudia Nielsen schreiben in einer gemeinsamen Stellungnahme, dass sie vehement gegen Südstarts geradeaus seien. Die Stadt Zürich und der Süden des Flughafens trügen heute schon wesentliche Lärmlasten – tagsüber befänden sich mehr als ein Drittel der mit Fluglärm belästigten Personen im Süden des Flughafens. Der Südstart geradeaus würde dichtestbesiedeltes Gebiet zusätzlich belasten, namentlich auch die städtischen Nordquartiere. Die Stadt halte an ihrem Grundsatz fest, dass über die ganze Region betrachtet möglichst wenig Menschen mit möglichst wenig Lärm belastet werden sollten. Der neue Vorschlag laufe dieser Zielsetzung diametral entgegen.

Das Fluglärmforum Süd mokiert sich über den Begriff «Konsenslösung» – der Süden und die Stadt Zürich seien nicht einbezogen worden. Weiter schreibt der Zusammenschluss der Südgemeinden: «Was der Norden und Osten dem Süden vorwirft, tut er jetzt offensichtlich selbst: abschieben, was unangenehm ist, und dem Flughafen in die Hand spielen.» Dieser werde sich freuen, wenn er eine Kapazitätssteigerung erhalte.

Sollte er sich tatsächlich freuen, verbirgt der Flughafen dies allerdings geschickt. In einer Mitteilung schreibt er jedenfalls, der Vorschlag der 137 Gemeinden berücksichtige die Interessen der Himmelsrichtungen einseitig und blende flugbetriebliche Aspekte sowie die Bevölkerungsdichte aus. Kein Kommentar will die Zürcher Volkswirtschaftsdirektion unter der neuen Führung von Carmen Walker Späh (fdp.) abgeben. Bisher stand der Regierungsrat der Einführung des Südstarts geradeaus stets skeptisch gegenüber.

Berlin überrascht mit einer Provokation

Den Staatsvertrag mit der Schweiz zum Flughafen Zürich werde sie dem Bundestag vorläufig nicht zur Ratifikation vorlegen. Dies schreibt die deutsche Bundesregierung in einer Antwort auf eine kleine Anfrage der Grünen im Bundestag. Zuvor seien rechtlich verbindliche Regelungen über strittige Punkte nötig. Gemeint ist unter anderem die zu erwartende jährliche Maximalzahl von Anflügen über Südbaden. Deutschland will diese im Bereich von 80 000 beschränken, die Schweiz nannte eine mögliche Höchstzahl von 110 000 Anflügen. Das Schweizer Parlament hat das Abkommen bereits ratifiziert – in Berlin ist es nicht zuletzt wegen parteiübergreifenden Widerstands aus Südbaden blockiert.

Für einiges Aufsehen sorgt nun eine Formulierung der Bundesregierung in der Antwort, die in der gewählten Trockenheit erstaunt. Um die Belastung in Südbaden zu reduzieren, sei ihr Ziel «die vollumfängliche Berücksichtigung der Interessen der betroffenen Region, welche grundlegend in der ‹Stuttgarter Erklärung› niedergelegt sind». In dieser wird eine strikte Beschränkung der Überflüge auf 80 000 pro Jahr gefordert, derweil im Staatsvertrag Zeitfenster enthalten sind, in denen Südbaden keine Überflüge gewärtigen muss. Mit anderen Worten: Setzt die Bundesregierung tatsächlich auf die «Stuttgarter Erklärung», reichen Zusatzerklärungen zum Abkommen nicht aus, es käme einem neuen Ansatz gleich – Plafonierung statt Ruhezeiten. Das Bundesamt für Zivilluftfahrt in Bern hat bisher laut Auskunft eines Sprechers jedoch keine entsprechenden Signale aus Berlin erhalten.



Volksinitiative gegen die zivile Fliegerei in Dübendorf eingereicht

http://www.zol.ch/bezirk-uster/duebendorf/Volksinitiative-gegen-die-zivile-Fliegerei-in-Duebendorf-eingereicht/story/19650659

Aktualisiert am 07.07.2015

Der Bundesrat plant, den Militärflugplatz Dübendorf künftig für die zivile Luftfahrt zu nutzen. Nun wehrt sich ein überparteiliches Komitee und lanciert eine Volksinitiative.

Ein überparteiliches Komitee, angeführt von der Dübendorfer GLP/GEU, setzt sich gegen die Pläne des Bundesrates zur Umnutzung des Flugplatzes Dübendorf für die zivile Luftfahrt ein. Dazu lancierte das Komitee die Volksinitiative «Keine Zivilaviatik in Dübendorf».

Im Initiativ-Text wird betont, dass sich das Komitee hinter die aktuell bestehenden Nutzungen stellt. Schon vor Jahren habe das Militär den Jet-Betrieb eingestellt und der Flugplatz werde heute noch als Helikopterbasis genutzt, zusammen mit der Rega. Aktuell starten und landen ausserdem noch die historischen JU-52-Flugzeuge für Rundflüge. Doch auch diese Rundflüge werden aus technischen Gründen in naher Zukunft eingestellt werden.

«Bundesrat entschied gegen den Willen von Kanton und Gemeinden»

«Leider aber hat der Bundesrat gegen den ausdrücklichen Willen von Kanton und Anliegergemeinden entschieden, sich die Option einer zivilaviatischen Umnutzung auf einer verkürzten Piste zu erhalten und hat entsprechende Planungsaufträge an private Organisationen erteilt», heisst es in einer Mitteilung des Komitees.

Das Initiativkomitee begründet den Widerstand in erster Linie mit der Nähe zum Flughafen in Kloten. Die nötige Infrastruktur sei dort bereits vorhanden, heisst es. Ausserdem sei die Wohn- und Lebensqualität in der Region rund um den Flugplatz durch die zusätzlichen Lärmemissionen stark gefährdet. Zudem sei der geplante Betrieb mit rund 28'000 Flugbewegungen pro Jahr nicht wirtschaftlich. So käme es rasch zu viel mehr Flugbewegungen jährlich und damit zu noch höheren Belastungen für Anwohner und Umwelt, befürchten die Initianten.

Die Initiative «Keine Zivilaviatik in Dübendorf» wurde am 7. Juli 2015 zur Vorprüfung dem Stadtrat Dübendorf überreicht. (dak)



Luftwaffe fliegt Teilnehmer des Fluglärm-Dialogs mit Heli ein

http://www.suedostschweiz.ch/politik/2015-07-09/luftwaffe-fliegt-teilnehmer-des-fluglarm-dialogs-mit-heli-ein

Die Schweizer Luftwaffe lädt Behörden und Tourismusvertreter zu einem runden Tisch zur Fluglärm-Problematik ein. Dort wird diskutiert, wie der Fluglärm vermindert und am besten verteilt werden kann. An die Veranstaltung im Kanton Neuenburg können die Teilnehmer ausgerechnet per Helikopter reisen.

Die Schweizer Armeepiloten fliegen regelmässig Testflüge mit Flugzeugen des Typs PC-21. Auch über dem Speer im Linthgebiet, was in verschiedenen Gemeinden immer wieder zu Reklamationen geführt hat. Vor allem Tourismusdestinationen wie Amden fürchten, dass die lauten Flugzeuge ihnen das Geschäft vermiesen. Und Umweltverbände sorgen sich um die Wildtiere. Bis jetzt stiessen sie im Kampf gegen den Fluglärm auf wenig Gehör.

Nun lädt die Luftwaffe kommunale Politiker und Tourismusvertreter am 21. Oktober zu einem runden Tisch ein, um die Problematik zu diskutieren – und fliegt diese ausgerechnet per Helikopter an den Tagungsort in den Kanton Neuenburg.

Auch Nils Rickert, Kantonsrat und Präsident der Grünliberalen Partei See Gaster, ist eingeladen. Er wundert sich: «Da lädt man zu einem Dialog, an welchem diskutiert werden soll, wie der Fluglärm vermindert werden kann, und fliegt die Teilnehmer mit einem lärmigen Helikopter ein.»

David Marquis, stellvertretender Chef Kommunikation der Luftwaffe, weist die Vorwürfe zurück. Die Möglichkeit eines Helikoptertransports sei keine Idee der Luftwaffe gewesen. «Wir haben das Angebot auf Wunsch einiger Teilnehmer geprüft.»

Aus Zeitgründen

Auch Urs Roth, Gemeindepräsident von Amden, hat die Einladung erhalten. «Um die Veranstaltung in Neuenburg zu besuchen, müsste ich wohl einen ganzen Tag aufwenden – für eineinhalb Stunden Infoveranstaltung ist das etwas viel verlangt», sagt er. Er werde aber aus einem anderen Grund voraussichtlich nicht teilnehmen: «Die Problematik ist nicht mehr so akut wie auch schon, ich habe seit Monaten keine Reaktionen auf Fluglärm erhalten.» Wäre es ein akutes Problem, würde er wohl teilnehmen – und «wenn der Helikopter so oder so geflogen wäre, wäre ich aus Zeitgründen wohl auch mitgeflogen». (dgr)



Süden wehrt sich heftig gegen Südstarts

http://www.zsz.ch/meilen/sueden-wehrt-sich-heftig-gegen-suedstarts/story/24298056

Verbände und Gemeinden im Süden des Fluhafens reagieren auf die sogenannte Konsenslösung von 137 Gemeinden. Südstarts kommen für sie nicht in Frage.

Die Gemeinden im Norden, Osten und Westen des Flughafens Kloten fordern, dass die Flieger jeweils zwischen 10 und 14 Uhr gegen Süden starten. Die Gemeinden sprachen gegenüber den Medien von einer Konsenslösung. Die Vertreter des Südens waren aber nicht dabei. Die Anderen warfen dem Süden vor, Frontalopposition zu machen. Jetzt reagieren der Verein Flugschneise Süd Nein (VFSN) und die Stiftung gegen Fluglärm sowie die Gemeinde Zollikon mit Medienmitteilungen. Klarer Grundtenor: Es darf keine Südstarts geben. Der VFSN kritisiert, dass «dünn besiedelte Regionen unter fadenscheinigsten Vorwänden den Fluglärm in den Süden abzuschieben versuchen». Dies geschehe getreu dem Motto: «Uns die Arbeitsplätze, euch den Fluglärm.» Der VFSN meint, dass die geforderten Südstarts geradeaus einzig dem Flughafen nützen würden. «Sie bringen ihm mehr Kapazität», heisst es in der Mitteilung. Von einem Konsens könne keine Rede sein. «137 Gemeinden hört sich zwar nach viel an, weil diese Gemeinden aber sehr dünn besiedelt sind, vertreten sie nur einen Bruchteil der Bevölkerung», schreibt der VFSN.

Die Stiftung gegen Fluglärm spricht von einem Versuch, den «Schwarzen Peter» des Fluglärms auf die Stadt Zürich und den Zürcher Süden zu verlagern. «Dieser Versuch ist zum Scheitern verurteilt», schreibt die Stiftung. Ohne die dort wohnenden über 500 000 Menschen gebe es keine Lösung in Sachen Fluglärm, heisst es weiter. Gerechnet wird vor allem mit dem Einsatz der Stadt Zürich und der Gemeinden in Zürichs Süden, um dem «einseitigen Anspruch der anderen Flughafenanlieger zu entgegnen».

Nicht einbezogen

Die Gemeinde Zollikon macht den Anfang. Sie wehrt sich gegen Südstarts, weil diese «insbesondere den Sennhof und den Zollikerberg zusätzlich belasten». Sie tangierten generell die Wohn- und Lebensqualität im Dorf, schreibt die Gemeinde in einer Mitteilung. Von einer Konsenslösung könne nicht gesprochen werden, «denn die Gemeinden im Süden wurden in diese Meinungsfindung nicht einbezogen».

Für Gemeinderat Sascha Ullmann (GLP) ist auch klar, warum: «Es wird eine Lösung präsentiert, welche die Bevölkerung im Süden massiv mehr belasten würde». Der Vorschlag berücksichtige die Bevölkerungsdichte des Südens in keiner Art und Weise, heisst es weiter. Lärm solle nicht breit gestreut sondern so gebündelt werden, damit er möglichst wenig Menschen beeinträchtigt, hält Ullmann fest. (zsz.ch)

(Erstellt: 10.07.2015, 15:20 Uhr)



BAZL veröffentlicht Lärmbelastungskataster für den Flughafen Zürich

https://www.news.admin.ch/dokumentation/00002/00015/?lang=de&msg-id=58100

Bern, 13.07.2015 - Das Bundesamt für Zivilluftfahrt hat den Lärmbelastungskataster für den Flughafen Zürich publiziert. Der Lärmbelastungskataster stellt ein Inventar der Lärmsituation dar und hat keine direkten juristischen Auswirkungen für die betroffenen Grundeigentümer. Der Lärmbelastungskataster basiert auf dem vorläufigen Betriebsreglement des Flughafens Zürich.

Die Ausarbeitung der Lärmbelastungskataster ist eine der Grundlagen, um Massnahmen gegen den Fluglärm zu treffen. Die Schweizer Gesetzgebung für den Umweltbereich (Umweltschutzgesetz und Lärmschutzverordnung) überträgt der zuständigen Behörde die Aufgabe, in einem Kataster die Lärmimmissionen von Luftfahrtanlagen festzuhalten. Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) ist deshalb verpflichtet, die Lärmkurven für Luftfahrteinrichtungen darzustellen.

Die Lärmkataster stellen lediglich ein Inventar der Lärmsituation dar und haben keine direkten juristischen Auswirkungen für die betroffenen Grundeigentümer. Den Betreibern der Flughäfen dient dieses Instrument, um Massnahmenpläne gegen übermässige Lärmbelastungen auszuarbeiten, beispielsweise im Zusammenhang mit Sanierungsmassnahmen. Kantonale und kommunale Behörden nutzen die Lärmbelastungskataster für die Raumplanung, etwa bei der Erteilung von Baubewilligungen. Im konkreten Fall des Flughafens Zürich wurden die Lärmkurven bereits im Verfahren zum vorläufigen Betriebsreglement festgelegt.

Die durchschnittliche Lärmbelastung wird mit Kurven auf den Landeskarten dargestellt. Bei den Lärmkurven handelt es sich um Berechnungen, die auf den tatsächlichen beziehungsweise prognostizierten Flugbewegungen und den bekannten Lärmemissionen der verschiedenen Flugzeugtypen beruhen, und nicht um effektive Messungen. Im Kataster werden nicht nur die Auswirkungen auf die Anwohner aufgeführt, sondern auch die Angaben zur Raumplanung (Zonenpläne). Ferner werden auch die Lärmempfindlichkeitsstufen jeder einzelnen Zone (beispielsweise Wohnzonen oder Gewerbezonen) aufgezeigt.

Lärmbelastungskataster: Kanton Zürich extern



Hohe Komplexität am Flughafen Zürich

Flugplatz Dübendorf rückt in den Fokus

http://www.nzz.ch/zuerich/flugplatz-duebendorf-rueckt-in-den-fokus-1.18581054

Am Flughafen Zürich sind Flugobjekte gehäuft unerlaubt in den Luftraum eingedrungen. Skyguide verlangt eine Reduktion der Komplexität, etwa die Auslagerung der Kleinfliegerei nach Dübendorf.


16.7.2015, 17:08 Uhr

asü.

Die Komplexität am Flughafen Zürich ist ein Dauerbrenner. Erstens ist die Kapazität in Spitzenzeiten ausgeschöpft. Zweitens herrscht Mischverkehr – anders als zum Beispiel in Frankfurt ist der Airport nicht dem Linienverkehr vorbehalten, er ist auch offen für Hobby- und Business-Fliegerei. Und zusätzlich erschweren viele Konzeptwechsel und kreuzende Pisten die Arbeit der Piloten und Fluglotsen, wie zuletzt ein im Februar 2013 publizierter Sicherheitsbericht ergab.

Hohe Komplexität

Die Lotsen kämpfen schon länger um Entlastung, in einem Bereich schlagen sie nun sogar Alarm. In unmittelbarer Nähe des Flughafens komme es in letzter Zeit gehäuft zu unerlaubten Überflügen, sagen sie zum «Tages-Anzeiger». Sünder seien Piloten von kleinen Flugzeugen, Gleitschirmen, Segelfliegern oder Ballonen. Anfang Juni zum Beispiel sei eine Gruppe von drei Heissluftballonen einem Swiss-Jumbolino gefährlich nahe gekommen. Mario Winiger, Präsident der Lotsengewerkschaft Aerocontrol, lässt sich so zitieren: «Im heutigen Umfeld ist es eine Frage der Zeit, bis es zu einer Kollision kommt.»

Gabriela Plüss, Vorstandsmitglied von Aerocontrol, hält die Einschätzung ihres im Ausland weilenden Präsidenten für gerechtfertigt: «Wir können nicht garantieren, dass nichts passiert.» Allgemein sei in Zürich die Komplexität enorm hoch – ein Missstand, den sie seit Jahren bekämpften. Die Probleme mit Hobbypiloten könne eine Vereinfachung der Luftraumstruktur im Nahbereich des Flughafens mindern. Und was brächte die vom Bundesrat geplante Verlagerung der Hobby- und Geschäftsfliegerei auf den Flugplatz Dübendorf? Plüss meint: «Das würde das Problem entschärfen, aber wegen der räumlichen Nähe nicht gänzlich lösen.»

Ärger wegen Südstarts

Die vier Städte Dietlikon, Dübendorf, Opfikon und Wallisellen mokieren sich über die Forderung, dass am Flughafen Zürich neu von 10 bis 14 Uhr der Südstart geradeaus eingeführt werden soll. Einen entsprechenden Vorstoss, Konsenslösung genannt, lancierten kürzlich 137 Gemeinden aus dem Osten, Westen und Norden des Flughafens.

Die vier Gemeinden aus dem nahen Süden erwidern in einer Mitteilung vom Donnerstag, dass von einem Konsens keine Rede sein könne. Der Süden trage heute schon einen grossen Teil der Fluglärmbelastung. Der Südstart geradeaus würden deutlich mehr Menschen belasten, als es in der heutigen Variante mit dem «Left turn der Fall sei. Eine solche Lärmverteilung sei raumplanerisch unsinnig und widerstrebe der im Zürcher Fluglärm Index (ZFI) vorgegeben Losung, dass über möglichst wenig besiedeltes Gebiet geflogen werden solle. Es wirke befremdend, wenn Gemeinden gegeneinander aufgehetzt würden. Auch die Stadt Zürich hat Widerstand angemeldet.

Die im südlichen Gockhausen ansässige Stiftung gegen Fluglärm sieht den Vorstoss der 137 Gemeinden zum Scheitern verurteilt. Ohne die 500 '000 Menschen im Süden gebe es keine Lösung – ihnen könne nicht der «Schwarze Peter» zugespielt werden. Die Stiftung drängt auf eine Paketlösung, um von Deutschland Zugeständnisse zu erzielen.

Skyguide: «Alle Anspruchsgruppen berücksichtigen»

Bezüglich der hohen Komplexität des An- und Abflugregimes wären weniger häufige Konzeptwechsel und eine Reduktion der Kreuzungen von Flugzeugen dringlich, meint Plüss. Namentlich die Stärkung des Ostkonzepts inklusive Pistenverlängerungen und Südstarts geradeaus würden die Sicherheitsmarge erhöhen, sagt sie. Die Sicherheit müsse endlich höher gewichtet werden als die Lärmproblematik.»

Wegen der Hobbypiloten sieht auch die Flugsicherung Skyguide Handlungsbedarf. Sprecher Vladi Barrosa sagt, das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) müsse die Luftraumstruktur im Nahbereich vereinfachen. Im Klartext heisst dies: «Eine Vereinfachung wäre dann möglich, wenn das Bazl eine Priorisierung verfügen würde, sprich die General Aviation zugunsten des Linienverkehrs einschränken würde.» Heute wird laut Barrosa versucht, «alle Anspruchsgruppen irgendwie zu berücksichtigen, mit den bekannten Konsequenzen».

Entschärfungen könnten auch technische Verbesserungen bringen, beispielsweise leistungsfähigere Transponder, zudem müssten die Piloten von Kleinflugzeugen sensibilisiert werden. Von einer Auslagerung der Kleinfliegerei nach Dübendorf verspricht sich der Skyguide-Sprecher viel: «Das würde einen Teil der Komplexität reduzieren und die Sicherheitsmarge erhöhen.»

Für Bazl-Sprecher Urs Holderegger gilt es Einschränkungen der Kleinfliegerei sorgsam abzuwägen. Zum einen gelte es die Verhältnismässigkeit zu beachten, zum anderen könnten Massnahmen wie zum Beispiel die Vergrösserung der Zone, in welcher der Einsatz von Transpondern Pflicht sei, auch mehr Verwirrung stiften als Nutzen. Das Bazl sei sich aber der Problematik bewusst und prüfe Massnahmen.



Er ging nicht an den Funk

Geister-Pilot legte Flughafen Zürich lahm

http://www.blick.ch/news/schweiz/aargau/er-ging-nicht-an-den-funk-geister-pilot-legte-flughafen-zuerich-lahm-id3983181.html

BIRRFELD (AG) - Ein Amerikaner flog mit seiner Cessna ohne Bewilligung und ohne Funkkontakt über den Flughafen Zürich. Dieser musste kurzzeitig gesperrt werden.

Der US-Pilot hielt Anfang April die Flugsicherung in Atem. Denn nach seinem Start in Süddeutschland flog er in die Schweiz und quer über den Flughafen Zürich.

Doch der Amerikaner hatte weder eine Erlaubnis dafür, noch antwortete er auf die Kontaktversuche per Funk. Deshalb wurde der Flughafen Zürich für 10 Minuten gesperrt, wie das «Regionaljournal» von SRF berichtet.

Kurz nach Mittag war der Spuk vorbei. Der Geisterflieger landete – ohne Anmeldung - auf dem Flugplatz Birrfeld.

Polizei nimmt Rowdy-Pilot in Empfang

Dort wartete bereits die Polizei auf ihn nahm ihn mit. Die Lizenz konnte er aber behalten. «Da der Pilot aus den Vereinigten Staaten ist, gelten die dortigen Regeln», sagt Roger Trüb, Flugplatzchef und Leiter der Flugschule Birrfeld.

Der Privat-Pilot habe in Deutschland das letzte Mal Kontakt zu einer Flugsicherungsgesellschaft gehabt. «Er ging offenbar davon aus, dass er damit für die Durchquerung anderer Lufträume die Bewilligung hat», sagt Roger Trüb, Flugplatzchef und Leiter der Flugschule Birrfeld, zu SRF. (mrb)



Keine Liebesgrüsse aus dem Süden

http://www.zsz.ch/buelach/Keine-Liebesgruesse-aus-dem-Sueden-/story/28762301

Der Streit um den Südstart geradeaus ist nicht neu. Ein von 137 Gemeinden unterzeichnetes Positionspapier hat ihn jetzt aber neu entfacht.

In der Mitte liegt der Flughafen, und in den Himmelsrichtungen darum herum wird gestritten. Die Formel: Nord, Ost und West gegen Süd – so nimmt man es wenigstens im Süden wahr.

Die Geschichte des Streits geht zurück bis ins Jahr 2000. Damals hatte der Zürcher Regierungsrat in einem Positionspapier eine «ausgewogenere Verteilung» des Fluglärms gefordert. Allerdings mit der Anmerkung, dass nicht «nach dem Giesskannenprinzip das ganze Kantonsgebiet gleichmässig beschallt werden soll».

Die Idee der ausgewogeneren Verteilung liegt aus der Sicht der Urheber einem Positionspapier zugrunde, das in der vergangenen Woche von der IG Nord, der IG West und der Region Ost präsentiert und von 137 Gemeinden unterzeichnet wurde. Was die Gemeinden im Süden verärgert: Der Start geradeaus («Straight 16») wird «Konsenslösung» genannt.

Von Konsens keine Rede

Gestern Donnerstag nun kam die Retourkutsche in Form einer Medienmitteilung aus dem Süden – gezeichnet von den Gemeinden Opfikon, Wallisellen, Dietlikon und Dübendorf. «Die Interessengemeinschaften IG Nord, die Region Ost und die IG West und damit alle Gemeinden, die dieses Dokument unterzeichnet haben, versuchen mit unlauteren Angaben, die Wahrheit zu vertuschen», heisst es darin. Die Gemeinden im Süden seien es sich schon lange gewöhnt, Fluglärm als Teil der florierenden regionalen Wirtschaft zu erdulden.

Lothar Ziörjen, Stadtpräsident von Dübendorf und Präsident des Fluglärmforums Süd, stört sich noch an etwas anderem. Weder Dübendorf noch das Fluglärm­forum seien angefragt worden, als es um die Ausarbeitung des Positionspapiers ging – auch nicht ­inoffiziell. Von einem Konsens könne darum keine Rede sein.

Franz Bieger, Bachenbülacher Gemeindepräsident und Vorstandsmitglied der IG Nord, war in die Ausarbeitung des Positionspapiers wesentlich involviert. Er bestätigt, dass die Südgemeinden nicht beteiligt waren: «Wir haben aus dem Süden nie gehört, man sei bereit, zusammen über den Südstart geradeaus zu reden.» Es habe immer kategorisch geheissen, das Gebiet sei zu dicht besiedelt, um mit Lärm belastet zu werden. «Informell sind wir mit Thomas Morf, Verein Flugschneise Süd – Nein (VFSN), sowie mit den Gemeinden Opfikon und Wallisellen in Kontakt getreten.»

Er erinnert sich an den runden Tisch im Frühjahr 2002, an dem einem Vorschlag mit Südstart straight durch eine überwältigende Mehrheit zugestimmt wurde. Nur: Der damalige Opfiker Stadtpräsident Jürg Leuenberger hatte am runden Tisch bereits angekündigt, man werde die Sache nötigenfalls bis vor Bundesgericht ziehen. Gegen den Vorschlag hatten sich neben Opfikon auch die Vertreter der Bezirke Uster, Hinwil und Meilen sowie die der Gemeinden Brütten, Kloten, Wallisellen, Wangen-Brüttisellen und Zürich gestellt. Auf Druck der Südgemeinden wurde der Südstart geradeaus durch den Regierungsrat ab Herbst 2002 fallen gelassen.

Zu späte Kontaktaufnahme

Jetzt, 13 Jahre später, wird das gegenwärtige Flugregime von Nord, Ost und West als «politisch gewollte Privilegierung einzelner Regionen» bezeichnet. Man wolle dem Süden nicht den Schwarzen Peter zuspielen, erklärt Bieger zwar. «Es geht um 20 bis 25?Abflüge pro Tag, verteilt auf vier Stunden.» Das wird als ­akzeptabel eingeschätzt.

Der Süden sieht dies allerdings ganz anders. Man sei «befremdet, wenn Gemeinden und Städte gegeneinander aufgehetzt werden», heisst es in der gestrigen Medienmitteilung. Der Walliseller Gemeindepräsident Bernhard Krismer (SVP) fühlt sich hintergangen. Die Kontaktaufnahme mit Wallisellen sei zu einem Zeitpunkt erfolgt, als das Positionspapier bereits fertig ausgearbeitet war. Er spricht von einem Versuch, die Gemeinden im Süden zu spalten: Wallisellen hätte durch den Südstart geradeaus eher weniger lauten Lärm. Jedoch könnten die Flugzeuge in einem geringeren zeitlichen Abstand starten, weil die An- und Abflugrouten weniger kompliziert wären. Auch Dietlikon würde nicht mehr ­direkt überflogen. «Wir sind aber solidarisch mit Dübendorf», erklärt Krismer.

Das Positionspapier von Norden, Osten und Westen sei «eine Konsenslösung zulasten Dritter», heisst es in der gestrigen Medienmitteilung weiter, die Umverteilung des Lärms ein raumplanerischer Unsinn. Und ausserdem verstosse er gegen die Richtlinien des Zürcher Fluglärmindexes (ZFI).

Dass den 137 unterzeichnenden Gemeinden des Positionspapiers nur gerade vier Gemeinden entgegenstehen, welche die Replik ­darauf gezeichnet haben, sagt laut Krismer nichts aus. «Es wäre nicht im Sinn unseres Sachverständnisses gewesen, 150 Gemeinden zusammenzutrommeln.» Eine offene Kritik am Vorgehen der anderen Regionen: «Ich glaube nicht, dass gewisse Gemeinden, welche das Positionspapier unterzeichnet haben, überhaupt etwas zu sagen haben dazu.»

Franz Bieger gibt sich versöhnlicher. Man wolle nun den Kontakt mit dem Süden suchen und sei jederzeit an Gesprächen interessiert. Ob diese fruchtbar sind, darf angesichts der verhärteten Fronten allerdings bezweifelt werden.

Heikler Zeitpunkt

Im Süden sieht man noch ein weiteres Problem: Das Positionspapier komme zu einem heiklen Zeitpunkt: Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) beschäftigt sich nämlich bereits mit dem nächsten, dem Betriebsreglement 2020 für den Flughafen Zürich. In diesem wird der Südstart geradeaus mit Sicherheit eine Rolle spielen. Dem, fürchtet man im Süden, könnte das Positionspapier Starthilfe leisten.

Indes sind die Involvierten im Süden bemüht, die Bedeutung des Flughafens nicht in Abrede zu stellen. Ziörjen betont, niemand sei generell gegen den Flugverkehr. Eine Kapazitätserweiterung in Kloten mache aber keinen Sinn, wenn damit auch mehr Billigflieger die Folge sind. «Sie machen den gleichen Lärm, bringen aber einen wesentlich geringeren wirtschaftlichen Nutzen.» Bernhard Krismer schlägt ähnliche Töne an. «Darum waren wir gegen das Pistenneubau-Moratorium. Es gibt immer eine vernünftige Lösung.» Der Südstart geradeaus gehört für ihn aber in eine andere Kategorie.

(Erstellt: 16.07.2015, 20:47 Uhr)



Medienmitteilung der Städte und Gemeinden Dietlikon, Dübendorf, Opfikon und Wallisellen: Stellungnahme zur sogenannten "Konsenslösung" der IG-Nord und IG-West

http://www.duebendorf.ch/de/portrait/aktuelles/aktuellesinformationen/welcome.php?action=showinfo&info_id=287954

Am Dienstag, 7. Juli 2015 wurde von den Interessensgemeinschaften IG-Nord, der Region Ost und der IG West in einer Medienmitteilung eine Konsenslösung für den künftigen Flugbetrieb des Flughafens Zürich vorgestellt. In den Gemeinden/Städten Dietlikon, Dübendorf, Opfikon und Wallisellen wundert man sich über das Vorgehen und distanziert sich von dieser sogenannten „Konsenslösung“.
Konsens bedeutet die übereinstimmende Meinung von Personen zu einer bestimmten Frage ohne verdeckten oder offenen Widerspruch. (WIKIPEDIA)

Die obengenannten Gemeinden und Städte im nahen Süden des Flughafens Zürich distanzieren sich mit aller Klarheit von diesem Papier. Es erfolgte unter Ausschluss des Südens und kann deshalb auf keine Art und Weise als Konsens angepriesen werden.

Diese „Konsenslösung“ zulasten Dritter ist weder eine Errungenschaft, noch bringt sie irgendetwas Neues zutage. Die Interessensgemeinschaften IG-Nord, der Region Ost und der IG West und damit alle Gemeinden, die dieses Dokument unterzeichnet haben, versuchen mit unlauteren Angaben die Wahrheit zu vertuschen.

Die Gemeinden/Städte im nahen Süden sind sich schon lange gewöhnt, den Fluglärm als Teil der florierenden regionalen Wirtschaft zu erdulden. Bereits heute erfolgen alle Starts der Grossraumflugzeuge sowie Anflüge zwischen 06.00-07.00 Uhr über den Süden.

Zu den Fakten: was bedeutet eine Straight-Abflugvariante für den Flughafen? Im „Straight Gebiet“ befinden sich sehr viel mehr Einwohner als bei der bisherigen Variante, dem „Left Turn“. Eine solche Verkehrspolitik ist völlig falsch und entspricht in keiner Art und Weise dem vom Regierungsrat verabschiedeten Positionspapier.

Die Umverteilung des Lärms ist raumplanerisch ein Unsinn. Im ZFI (Zürcher Fluglärm Index) wurde geregelt, dass die Lärmverteilung über wenig besiedeltes Gebiet erfolgen soll, damit weniger Personen mit Fluglärm belastet sind.

Mit dem vorgeschlagenen Papier der Interessensgemeinschaften erfolgt eine Verteilung, bei der die Richtlinien im ZFI nicht mehr eingehalten werden können. Dies ist weder im Sinne der Kantonalen Regierung noch der Bevölkerung. Im November 2007 wurde nämlich der Gegenvorschlag des Kantonsrates bezüglich Flughafenpolitik angenommen, woraus der ZFI entstanden ist.

Es wirkt befremdend, wenn Gemeinden/Städte gegeneinander aufgehetzt werden. Aus der Sicht von Dietlikon, Dübendorf, Opfikon und Wallisellen soll in einem Dialog mit dem Flughafen Zürich und allen betroffenen Gebieten eine Lösung angestrebt werden. Dann kann das Wort „Konsens“ auch verwendet werden.

Stadt Dübendorf: Lothar Ziörjen, Stadtpräsident
Stadt Opfikon: Paul Remund, Stadtpräsident
Gemeinde Wallisellen: Bernhard Krismer, Gemeindepräsident
Gemeinde Dietlikon: Edith Zuber, Gemeindepräsidentin

Datum der Neuigkeit 16. Juli 2015



Dietikon

Stadt hat keinen Stich: Wenigstens sollen neue Flugzeuge halb so laut sein

http://www.limmattalerzeitung.ch/limmattal/region-limmattal/stadt-hat-keinen-stich-wenigstens-sollen-neue-flugzeuge-halb-so-laut-sein-129371502

Wegen Restriktionen im süddeutschen Luftraum wird das Limmattal stärker von vom Fluglärm belastet. Mangels Einfluss auf den Betrieb des Flughafens Zürich setzt die Stadt Dietikon ihre Hoffnungen auf neue Flieger mit weniger Lärmemission.

von Tobias Hänni

Der Einfluss der einzelnen Gemeinden auf den Betrieb des Flughafens Zürich ist gering: Zu diesem Schluss kommt Dietikons Stadtrat in seiner Antwort auf eine kleine Anfrage von Peter Wettler.

Der parteilose Gemeinderat wollte darin wissen, wie es mit der Bilanz des Versprechens aussehe, die Abflugrouten der Jets von der Route 27 über dem Limmattal breiter zu fächern. Der Stadtpräsident habe vor den letzten Wahlen verlauten lassen, er setze sich für eine gerechtere Verteilung des Fluglärms ein, begründet Wettler seinen Vorstoss.

In seiner Antwort verweist der Stadtrat auf die Kompetenzverteilung in der Luftfahrt. Die politischen Gemeinden würden im Rahmen der Konsultativen Konferenz Flughafen Zürich (KKFZ) in die kantonalen Entscheide betreffend Flughafen mit einbezogen. Der Kanton informiere dabei die Gemeinden über den Stand laufender Projekte und nehme ihre Anliegen entgegen. Für die Limmattaler Gemeinden sitzen Dietikons Stadtpräsident Otto Müller (FDP) und Oetwils Gemeindepräsident Paul Studer (FDP) in der KKFZ. Laut Stadtrat «setzen sie sich für weniger Fluglärm im Limmattal ein». Aber eben: «Der Einfluss ist begrenzt».

Restriktionen in Süddeutschland

Der Stadtrat verfolge «intensiv» die Entwicklung der Flugbewegungen und der damit verbundenen Lärmbelastungen in Dietikon, heisst es in der Antwort weiter. Dazu sei er «bereits mehrmals beim Kanton vorstellig geworden». In einem von sämtlichen Limmattaler Gemeindepräsidenten unterzeichneten Schreiben sei der Regierungsrat zudem aufgefordert worden, die Abflugroute K der Westpiste 28 so anzupassen, dass die Region nördlicher und damit über weniger dicht besiedeltem Gebiet überflogen werde. Gemäss Stadtrat ist die K-Route für einen grossen Teil des Fluglärms in der Region verantwortlich.

Die Forderung sei aber aufgrund diverser Anpassungen bei anderen Flugrouten und Warteräumen für Flugzeuge nicht umsetzbar, zitiert der Stadtrat Regierungsrat Ernst Stocker. Diesen Anpassungen seien Restriktionen im süddeutschen Luftraum vorausgegangen. Diese Restriktionen haben laut Stadtrat auch dazu geführt, dass die Flüge der einstigen Route L nun ebenfalls über das Limmattal führen. Er werde sich gegen diese «überdurchschnittliche Lärmbelastung wehren», schreibt der Stadtrat, und sich unter anderem für eine Umsetzung des Staatsvertrags mit Deutschland betreffend der Flugbewegungen einsetzen. Die Umsetzung «würde Dietikon eine Reduktion der Überflüge und damit der Lärmbelastung bringen».

Weniger Lärm, da steilerer Start

In der Zwischenzeit setzt der Stadtrat seine Hoffnungen auf die technologische Entwicklung. So verweist er in seiner Antwort auf die Flottenerneuerung bei der Swiss: Diese ersetze seine Kurzstreckenflugzeuge seit Anfang Jahr durch «etwa halb so laute Flieger». Und ab 2016 werde ein Teil der Airbus-A340-Langstreckenflugzeuge durch Boeing B777 abgelöst. «Diese können viel schneller steigen», schreibt der Stadtrat. Deshalb seien sie schon sechs bis sieben Kilometer nach dem Start um 1000 Meter höher als die Airbus-Flieger.

(az Limmattaler Zeitung)

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