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Thema: Medienberichte Jan-Jun 2016


Hier die Beiträge.



International - Veröffentlicht am 2. Januar 2016, 09:44 Uhr

WEF 2016: Vorfeldrundfahrten am Flughafen Zürich

https://www.austrianwings.info/2016/01/wef-2016-vorfeldrundfahrten-am-flughafen-zuerich/

Einmal mehr organisiert BuchAIRTours dieses Jahr die weltweit einmaligen Vorfeldrundfahrten auf dem Flughafen Zürich während des WEF-2016.

Vom 19. – 24. Januar können hunderte von Business Jets und Regierungsmaschinen am Boden und in der Luft am Flughafen-Zürich fotografiert werden! Die jeweiligen Touren auf dem Vorfeld dauern circa 2 Stunden und die Teilnehmer haben auch die Möglichkeit auszusteigen, um die exotischen Vögel aus allernächster Nähe zu bewundern und zu fotografieren. Neben den Tagestouren werden auch, einmal mehr, vier Nachttouren angeboten die für die Fotografen sicherlich eine Herausforderung darstellen. Tolle Nacht-Aufnahmen sind garantiert!

Da nur eine beschränkte Anzahl Plätze vorhanden sind, empfiehlt sich eine baldige Buchung. Auf den Nachttouren sind ein Kamerastativ und ein Fernauslöser für gute Bilder unerlässlich.

Wegen der winterlichen Wetterverhältnisse sind warme Kleidung, Handschuhe und gutes Schuhwerk ein „must have“.

Alle Buchungs- und Tour Informationen finden Interessierte auf der Webseite von BuchAIRTours. Besonderes Augenmerk sollte man auf die Sicherheits- und Spotterregeln legen.




Die Scheichs lassen sich hier nicht nur operieren

So viel Katar steckt in der Schweiz

http://www.blick.ch/news/politik/die-scheichs-lassen-sich-hier-nicht-nur-operieren-so-viel-katar-steckt-in-der-schweiz-id4508352.html

Wenn der ehemalige Emir von Katar seinen Beinbruch in der Schweiz operieren lässt, ist das kein Zufall. Es gibt zahlreiche Spuren der Scheichs, die in unser Land führen.

Die Schweiz ist für das katarische Herrscherhaus nicht nur erste Adresse, wenn es um medizinische Leistungen geht. Für die Kataris ist die Schweiz und ihre Wirtschaft auch ein interessanter Platz, um Investitionen zu tätigen.

So besitzt die Investment-Sparte des katarischen Staatsfonds, die Qatar Holding LLC, 4,98 Prozent der Aktien und 13,59 Prozent der Erwerbsrechte der Credit Suisse. Das reichte den Scheichs noch nicht. Sie sandten auch gleich Jassim Bin Hamad J. J. Al Thani (37), einen Sohn des früheren Emirs von Katar, in den Verwaltungsrat der Bank. Al Thani hat in Katar studiert und die Royal Military Academy in Sandhurst, England, abgeschlossen. Eine eigene Private Bank, die QNB Banque Privée Suisse, betreiben die Katarer in Genf.

Zudem hält der Fonds des Emirats 8,42 Prozent der Aktien von Rohstoff-Multi Glencore Xstrata mit Sitz in Baar (ZG) und 4,11 Prozent von Reisedetailhändler Dufry mit Sitz in Basel.

Die Scheichs sind ohnehin grosse Fans von Tourismus. Sie besitzen nicht nur zahlreiche Hotels in unserem Nachbarland Frankreich. Für die Hotelinvestments ist Hamad Abdulla Al-Mulla als CEO von Katara Hospitality zuständig. Die Kataris investierten auch eine halbe Milliarde in ein neues Resort auf dem Bürgenstock oberhalb von Luzern. Zum Hotelportfolio gehören auch das Savoy in Lausanne, das Hotel Atlantis in Zürich, die Villa Honegg in Ennetbürgen (NW) und der Schweizerhof in Bern. In letzterem ist seit mehreren Jahren auch die Botschaft des Königreichs auf der arabischen Halbinsel.

Anfang Woche hatten die Katari für Schlagzeilen in der Schweiz gesorgt. Der ehemalige Herrscher des Emirats am Persischen Golf, der 64-jährige Hamad Bin Khalifa al-Thani, war in Marokko beim Skifahren verunglückt und benötigte eine Hüftoperation. Daraufhin liess er sich und wohl ein grosser Teil des Hofstaats mit mehreren Boeing- und Airbus-Jets nach Zürich fliegen, wo er in der Schulthess-Klinik operiert wurde. Das ganze wurde publik, weil die Kataris mit eine Sonderbewilligung der Schweizer Luftwaffe trotz Nachtflugverbot am frühen Morgen des Stephanstags mit drei Maschinen in Kloten landen durften. Während des Samstag landeten und starteten dann noch weitere Jets, die alle zur Staatsflotte des Golf-Emirats gehören.

Aus dem Königreich des aktuellen Herrschers Scheich Tamim bin Hamad Al Thani (36) fliessen aber noch andere Gelder in die Schweiz, die nicht direkt als Investitionen zu bezeichnen sind. So finanziert sich der Schweizerische Islamrat IZRS unter Präsident Nicola Blancho mitunter auch dank Grossspenden aus dem Emirat am Golf.

Im September 2014 schrieb der «Sonntagsblick»: «Weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit hat sich Konvertit Blancho in den letzten Jahren beste Kontakte zu einflussreichen und finanzkräftigen Akteuren in der islamischen Welt aufgebaut. Blancho ist dort, wo das Geld ist: vor allem in den Golfstaaten Katar und Kuwait. Durch ihre reichen Partner sichern sich die Zentralrats-Vorstände die nötigen finanziellen Mittel, um den Steinzeit-Islam in der Schweiz zu verbreiten.»

Steinzeit-Islam herrscht auch im Emirat, gilt doch die Scharia als Grundlage für das Rechtssystem. So ist etwa Homosexualität verboten. Wer erwischt wird, riskiert eine Auspeitschung. Dies musste FIFA-Präsident Sepp Blatter 2010 schmerzvoll zur Kenntnis nehmen. Er hatte aufgrund des Verbots im Emirat, den schwulen Fussballfans empfohlen, wenn die WM 2020 am Persischen Golf ausgetragen werden soll, dort einfach auf Sex zu verzichten. Nach einem Shitstorm blieb Blatter nichts andres übrig, als sich zu entschuldigen. (ono/eis)

Publiziert am 30.12.2015



Podium mit C. Walker-Späh

http://winterthurer-zeitung.ch/stadt/detail/article/info-veranstaltung-zum-fluglaerm-0071081/

Wer will den Fairteiler-Gottesdienst etwas aufmischen?



Flugplatz Dübendorf wird zum Privatjet-Parkplatz

http://www.zol.ch/bezirk-uster/duebendorf/Flugplatz-Duebendorf-wird-zum-PrivatjetParkplatz/story/26608769

Aktualisiert am 05.01.2016 3 Kommentare

Im Rahmen des WEF 2016 ist auf dem Militärflugplatz Dübendorf mit erhöhtem Flugbetrieb zu rechnen. Die Geschäftsflugzeuge von WEF-Teilnehmern werden auf dem Flugplatz parkiert.

Vom 20. bis 23. Januar 2016 findet in Davos das World Economic Forum (WEF) 2016 statt. Während dieser Zeit ist zur Sicherheit des Luftraums über Davos sowie zur Durchführung von Lufttransporten mit erhöhtem Flugbetrieb ab dem Militärflugplatz Dübendorf zu rechnen, wie es in einer Mitteilung des Flugplatzes heisst.

Die fliegerischen Einsätze finden in der Vorbereitungsphase und während der Durchführung des Forums von Montag, 18. Januar, bis Montag, 25. Januar, auch ausserhalb der ordentlichen Flugbetriebszeiten sowie am Wochenende statt.

Während der gesamten Dauer des WEFs werden auch Geschäftsflugzeuge auf dem Flugplatz Dübendorf parkiert, heisst es weiter. Es bestehe die Option, dass Flugzeuge aus dem Ausland direkt nach Dübendorf anfliegen. Ebenso werde zur Entflechtung der Verkehrsdichte auf dem Flughafen Zürich der Weitertransport von Teilnehmern des WEF per Helikopter direkt ab Dübendorf angeboten.

Aus diesem Grund werden auf dem Militärflugplatz Personenkontrollen nach Schengen-Vorgaben und Zollabfertigungen durchgeführt werden.

(liv)

Erstellt: 05.01.2016, 16:09 Uhr



Religionskampf am Flughafen Zürich

Geistlicher fordert eigenen Gebetsraum für Hindus

http://www.blick.ch/news/schweiz/zuerich/religionskampf-am-flughafen-zuerich-geistlicher-fordert-eigenen-gebetsraum-fuer-hindus-id4527627.html

ZÜRICH - Ein Hindu-Geistlicher aus den USA fordert einen eigenen Gebetsraum für Hindus am Flughafen Zürich, inklusive Götterstatuen, Schriften, einer Glocke und Gebetsmusik. Beim Flughafen winkt man jedoch ab.

Rajan Zed ist Präsident der Universal Society of Hinduism, einer weltweiten Hindu-Gesellschaft, und lebt in Nevada. Regelmässig äussert er sich zu gesellschaftlichen Themen. Vor einigen Jahren kritisierte er etwa die Verdingkinder-Ära der Schweiz und forderte, das Land müsse die Betroffenen entschädigen.

Nun ist ihm der Flughafen Zürich negativ aufgefallen. Hier fehle ein Gebetsraum für die zahlreichen Passagiere, welche dem Hinduismus angehörten, hielt Zed in einer Stellungnahme fest.

Seiner Ansicht nach wäre es angebracht, wenn Hinduisten einen ruhigen Raum hätten, in dem sie beten, meditieren und Gottesdienste, so genannte Pujas, abhalten könnten. Dies wäre ein «Akt der Fairness und Gleichberechtigung» im Umgang mit den Kunden.

«Ein Ding der Unmöglichkeit»

Beim Flughafen Zürich stösst das Anliegen nach einem eigenen Raum für Hindus jedoch nicht auf offene Ohren. Es gebe sehr viele Religionen. Für alle einen eigenen Raum zu gestalten, sei ein Ding der Unmöglichkeit, hiess es bei der Medienstelle.

Man biete lieber einen Raum für alle. In einem Kasten habe es für jede Weltreligion Utensilien, die ausgeliehen werden könnten. Spätestens im Sommer werden die Gläubigen aller Religionen aber mehr Platz haben. Im Terminal 2 wird ein neuer, geräumigerer Ort der Stille eröffnet.

Auch dieser wird aber nicht speziell auf verschiedene Glaubensrichtungen eingehen. Beim Eingang werden lediglich die Symbole der Weltreligionen angebracht. (SDA)

Kommentar:
Im Sinne der Gleichberechtigung darf aber eine Schweizer Kuhglocke nicht fehlen!



Bantli:
Religionskampf am Flughafen Zürich

Geistlicher fordert eigenen Gebetsraum für Hindus

http://www.blick.ch/news/schweiz/zuerich/religionskampf-am-flughafen-zuerich-geistlicher-fordert-eigenen-gebetsraum-fuer-hindus-id4527627.html

ZÜRICH - Ein Hindu-Geistlicher aus den USA fordert einen eigenen Gebetsraum für Hindus am Flughafen Zürich, inklusive Götterstatuen, Schriften, einer Glocke und Gebetsmusik. Beim Flughafen winkt man jedoch ab.

Rajan Zed ist Präsident der Universal Society of Hinduism, einer weltweiten Hindu-Gesellschaft, und lebt in Nevada. Regelmässig äussert er sich zu gesellschaftlichen Themen. Vor einigen Jahren kritisierte er etwa die Verdingkinder-Ära der Schweiz und forderte, das Land müsse die Betroffenen entschädigen.

Nun ist ihm der Flughafen Zürich negativ aufgefallen. Hier fehle ein Gebetsraum für die zahlreichen Passagiere, welche dem Hinduismus angehörten, hielt Zed in einer Stellungnahme fest.

Seiner Ansicht nach wäre es angebracht, wenn Hinduisten einen ruhigen Raum hätten, in dem sie beten, meditieren und Gottesdienste, so genannte Pujas, abhalten könnten. Dies wäre ein «Akt der Fairness und Gleichberechtigung» im Umgang mit den Kunden.

«Ein Ding der Unmöglichkeit»

Beim Flughafen Zürich stösst das Anliegen nach einem eigenen Raum für Hindus jedoch nicht auf offene Ohren. Es gebe sehr viele Religionen. Für alle einen eigenen Raum zu gestalten, sei ein Ding der Unmöglichkeit, hiess es bei der Medienstelle.

Man biete lieber einen Raum für alle. In einem Kasten habe es für jede Weltreligion Utensilien, die ausgeliehen werden könnten. Spätestens im Sommer werden die Gläubigen aller Religionen aber mehr Platz haben. Im Terminal 2 wird ein neuer, geräumigerer Ort der Stille eröffnet.

Auch dieser wird aber nicht speziell auf verschiedene Glaubensrichtungen eingehen. Beim Eingang werden lediglich die Symbole der Weltreligionen angebracht. (SDA)

Kommentar:
Im Sinne der Gleichberechtigung darf aber eine Schweizer Kuhglocke nicht fehlen!


Und für süddeutsche Parlamentarier ein Zählrahmen und ein Feldstecher, um Flugzeuge zählen zu können.



Wie Obdachlose im Flughafen Kloten leben

http://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/region/Wie-Obdachlose-im-Flughafen-Kloten-leben/story/14326594

Der Zürcher Flughafen ist für die meisten Menschen eine Reisedrehscheibe. Doch für einige ist er Obdach, Bett und Waschraum.

Wenn um halb elf Uhr abends die letzten Passagiere mit ihren Rollkoffern durch die Gänge des Flughafens hasten, wenn Läden und Cafés langsam schliessen, dann treffen sie ein: Männer und Frauen, die hier ihre Nacht verbringen. Nicht Touristen, die einen der ersten Flüge erwischen müssen, sondern ­Menschen, die kein anderes Obdach haben. Je nach Jahreszeit nächtigen zwischen fünf und fünfzehn Menschen am Flughafen. Ist es draussen sehr kalt, sind es sogar noch mehr. Manche kommen nur sporadisch, andere verkehren seit Jahren hier.

An diesem Samstagabend machen wir uns auf die Suche nach ihnen. Wir begleiten Mario Rüegg und Noemi ­Allemann von der SIP Züri auf ihrer ­Patrouille. Die SIP kombiniert aufsuchende Sozialarbeit mit ordnungsdienstlichen Aufgaben, die drei Buchstaben stehen für «Sicherheit, Intervention, Prävention». Ursprünglich ein Dienst der Stadt Zürich, bietet die SIP ihre Leistungen vereinzelt auch anderen Gemeinden an. Die Stadt Kloten hat letztes Jahr eine Vereinbarung für Patrouillen im Flughafen Zürich abschlossen. Jeden Freitag, Samstag und Sonntag sind zwei SIP-Leute hier von halb elf bis zwei Uhr früh unterwegs.

Nicht alle wollen Hilfe

Wir sehen uns als Erstes im Flughafen-Shopping um. Schon nach wenigen Metern deutet Mario Rüegg diskret auf einen Mann, der neben sich einen Rollkoffer stehen hat und Zeitung liest. Er sieht aus wie ein normaler Fluggast. «Er ist schon lange hier», sagt Rüegg, «und möchte keinen Kontakt.» Die SIP-Leute respektieren das, solange sie nicht den Eindruck haben, den Betroffenen gehe es schlechter. Aber es ist eine Gratwanderung, sagt SIP-Betriebsleiter Christian Fischer. Denn die SIP hat auch einen Auftrag: die Betroffenen wenn möglich mit den zuständigen Stellen ihres letzten Wohnortes zu vernetzen, damit sie Unterstützung und eine Unterkunft bekommen. Hin und wieder braucht es dafür sanften Druck. Doch das hilft nicht bei allen, so Fischer: «Manche Menschen wollen keine Hilfe.»

Beim Aufgang zum Busbahnhof treffen wir auf einen älteren Mann mit abgetragener Kleidung. Er hat einen schütteren Bart, sein Mund ist fast zahnlos. Der Mann stellt sich als Herr Ackermann* vor. Mario Rüegg fragt, ob er die SIP kenne. «Ja, ja», beteuert Herr Ackermann, «ich brauche keine Hilfe.» Rüegg checkt seine Liste: Darauf sind alle Obdachlosen, mit denen die Patrouillen Kontakt hatten, mit Name, Signalement und kurzer Beschreibung verzeichnet. Ein unverzichtbares Instrument, denn nicht immer gehen die selben SIP-Leute am selben Ort auf Patrouille.

Auf die Frage, ob er mir ein bisschen aus seinem Leben erzählen möge, lehnt Herr Ackermann erst ab. Dann besinnt er sich, doch, wenn er zehn Franken bekommen könnte, würde er erzählen. Trotz unseres freundlichen Nein redet er weiter. Er sei von Interpol angestellt, seine Arbeit geheim. Zudem fahre er Skirennen, leider sei er aber verunfallt. Seither erhalte er eine IV-Rente.

Sie reden sich das Leben schön

So wie Herr Ackermann reden sich viele SIP-Klienten ihr Leben schön. Viele träumen davon, einmal zu verreisen – der Flughafen ist auch ein Ventil für ihre Sehnsüchte.

Auch Peter würde gern verreisen, am liebsten in einem alten Camper ans Mittelmeer fahren. Mit dabei sein müsste Laszlo, sein bester Freund, ebenfalls obdachlos. Peter gehört zu den wenigen, die halbwegs glaubhaft erzählen. Sein ausgemergeltes Gesicht ist das eines Junkies: ohne Mimik, so als wären alle Nerven längst taub, mit unstetem Blick.

Seit zweieinhalb Jahren haust Peter am Flughafen; ein Zimmer im betreuten Wohnen hat er verloren, weil er einen anderen bei sich übernachten liess. Ist dieses Leben nicht hart? Peter zuckt die Schultern. Immerhin ist es hier sicher und warm, die Toiletten sind sauber. Anderseits sind die Nächte kurz und unruhig. Nie ist es richtig dunkel, ständig dudelt Musik aus versteckten Lautsprechern. Putzequipen, Polizei, Securitas und die SIP-Leute stören den Schlaf. Privatsphäre gibt es keine. Spätestens um fünf weckt die Polizei die Leute und schickt sie weg.

Und dann? Was machen Menschen wie Peter und Laszlo tagsüber? Das wollen die zwei Männer nicht genauer erläutern, und auch die SIP-Vertreter wissen es nur von einigen wenigen. Es gebe einzelne, die würden arbeiten, sagt Mario Rüegg: «Manche haben sogar ein geregeltes Einkommen.»

Und dann ist da noch der, den sie «den Glarner» nennen. Er hat ein Generalabonnement und fährt den ganzen Tag Zug. Und die anderen? Manche hängen irgendwo herum. Von vielen aber weiss es nicht einmal die Sip.

Vom Flughafen toleriert

Mittlerweile ist es nach Mitternacht, wir sind im Terminal 1 unterwegs. Es hat etwas Surreales, durch die verwaisten Hallen, vorbei an leblosen Check-in-Schaltern und durchs menschenleere Restaurant Asia zu gehen, dessen Tische für den nächsten Tag gedeckt sind. Rüegg und Allemann leuchten in jede Nische. Obwohl es unzählige Möglichkeiten gäbe, sich an unerlaubten Orten zu verkriechen, halten sich die Randständigen an die Regeln. Sie wissen: Tun sie es nicht, droht Hausverbot. Der Flughafen toleriert sie auf Zusehen hin, solange die Situation stabil bleibt.

Nur einmal treffen wir auf eine Obdachlose, die in einem abgesperrten Bereich schläft, auf der Polsterbank in einem Café. Sie schreckt mit einem spitzen Schrei hoch, als die SIP-Leute sie ansprechen. Dann schaut sie mit grossen Augen um sich, eine zierliche Frau mit sorgfältig zum Knoten geschlungenem Haar. Sie wirkt gepflegt, und doch gehört sie zu jenen, die seit Jahren am Flughafen leben. Nein, sie brauche nichts, sagt sie, und mit den Medien wolle sie nicht reden. Dann sucht sie ihre Sachen zusammen, zieht an einen anderen Schlafplatz. Wie kann jemand, der obdachlos ist, so adrett daherkommen? Mario Rüegg lächelt: «Viele waschen ihre Kleidung in den Toiletten, und sie machen auch die Körperpflege da.» Später treffen wir auf eine weitere langjährige Flughafenobdachlose, sie hat ihre frisch gewaschene Kleidung über einen Gepäcktrolley gehängt. «Hat Wahnvorstellungen, fühlt sich am Flughafen sicher», so lautet der Eintrag in der Liste.

Wo die zwei Frauen herkommen, weiss niemand. Menschen wie sie sind mit ein Grund, warum die Stadt Kloten die SIP für die Rundgänge beauftragte. Denn wenn diese Menschen irgendwann medizinische Hilfe oder Pflege brauchen, wird Kloten kostenpflichtig. So wie bei jener Frau, die über zehn Jahre lang am



Rund 1000 zusätzliche Starts und Landungen am Flughafen Zürich

http://www.zol.ch/ueberregional/rund-1000-zusaetzliche-starts-und-landungen-am-flughafen-zuerich/story/28455490

Aktualisiert am 15.01.2016

In der Zeit des Wirtschaftsforums rechnet die Flughafen Zürich AG mit über 1000 zusätzlichen Flugbewegungen. Darin eingeschlossen sind zahlreiche Helikopterflüge.

Der Flughafen Zürich erwartet während des Weltwirtschaftsforums (WEF) etwa 1000 zusätzliche Starts und Landungen zum normalen Flugbetrieb. Dazu gehören auch zahlreiche Helikopterflüge, mit denen die Gäste aus Politik und Wirtschaft vom 20. bis zum 23. Januar 2016 nach Davos gelangen.

Viele der Gäste reisen mit Privatflugzeugen an. Deshalb werde bereits am Dienstag, 19. Januar mit bis zu 220 zusätzlichen Flugbewegungen gerechnet, heisst es in der Mitteilung der Flughafen Zürich AG vom Freitag. Während des WEF seien Spitzenwerte von rund 800 Flugbewegungen an einem Tag möglich.

Bei Normalbetrieb sind es gemäss Flughafen-Sprecherin Sonja Zöchling etwa 650 Flugbewegungen. Bis zu 800 pro Tag gebe es auch zu Spitzenzeiten in den Ferien, sagte sie gegenüber der sda. Für die WEF-Maschinen stehen am Flughafen in Kloten – je nach Grösse der Flugzeuge – insgesamt 65 Standplätze zur Verfügung.

Direktanflug nach Dübendorf

Wie bereits im Vorjahr können die Piloten mit ihren Maschinen während des WEF auch wieder den Flugplatz in Dübendorf direkt anfliegen und dort abgefertigt werden. Auf dem Militärflugplatz stehen 40 Standplätze zur Verfügung.

In früheren Jahren landeten Piloten mit ihren ausländischen Gästen häufig in Kloten und flogen ihre leeren Maschinen anschliessend zum Parkieren nach Dübendorf. Mit dem Direktanflug und der Zollabfertigung könnten diese Leerflüge nun vermieden werden, sagte Zöchling. (liv/sda)

Erstellt: 15.01.2016, 13:48 Uhr



Lauter Applaus für alle Fluglärmkritiker

http://www.landbote.ch/region/winterthur/lauter-applaus-fuer-alle-fluglaermkritiker/story/21132115

Das Thema Fluglärm bewegt im Tösstal: Gegen 400 Interessierte verfolgten eine lebhafte Podiumsdiskussion in der Grosshalle. Regierungsrätin Carmen Walker Späh erntete dabei mehrmals unwilliges Raunen, Kritiker dafür viel Sukkurs.

Auswärtige kennen das Tösstal vor allem als ruhiges und beschauliches Wandergebiet. Am Abend aber kann es auch hier ziemlich laut werden. Dann nämlich, wenn weiter oben die Flugzeuge über die Dörfer donnern – und auch dann, wenn unten im Tal über ebendiese Maschinen ausgiebig diskutiert wird.

Gegen 400 Zuschauer sind am Dienstagabend in die Grosshalle in Turbenthal gekommen. Fünf Gemeinden hatten zur Podiumsdiskussion «Mehr Fluglärm im Osten» eingeladen. Das Publi­kum kommentierte die Voten der Podiumsteilnehmer mal mit lautem, kräftigem Applaus, mal mit tiefem, unwilligem Raunen. Klar beliebter waren dabei stets jene Stimmen, die sich in irgendeiner Form kritisch gegenüber dem Fluglärm äusserten.

Wirtschaftsfaktor Flughafen

Viel Applaus konnte denn auch wenig überraschend Ralph Weidenmann ernten, der für den Bürger­protest Fluglärm Ost auf der Bühne sass. Einen schweren Stand hatten hingegen Regierungsrätin Carmen Walker Späh (FDP) und Flughafenbetriebs­leiter Stefan Conrad, wobei auch sie mit ihren ruhig und sachlich vorgetragenen Argumenten vereinzelt punkten konnten.

Carmen Walker Späh betonte während der Diskussion mehrfach den volkswirtschaftlichen Nutzen des Flugverkehrs: «Ohne Flughafen wäre der Kanton nicht so erfolgreich.» Zudem erwähnte sie bereits im kurzen Eröffnungsvortrag, dass es Regionen gibt, die deutlich mehr von Fluglärm betroffen seien, was aber nicht heisse, dass das Tösstal nicht betroffen sei. Weiter stellte sie unmissverständlich klar, dass sie die bisherige Haltung der Regierung mittrage. «Die Flughafenpolitik des Kantons hat sich durch meine Wahl nicht verändert.»

Ein Hauptthema während der insgesamt rund zweistündigen Diskussion waren die Nachtflüge. Sie sind massgeblich dafür verantwortlich, dass sich die Anzahl Lärmbelästigter gemäss Zürcher Fluglärm-Index 2014 (ZFI) auf einem Rekordhoch befindet und der Grenzwert deutlich überschritten wird. Walker Späh versprach, das Problem anzupacken, auch als Verwaltungsrätin der Flughafen Zürich AG. Wie genau sie das jedoch tun will, blieb trotz Nachfrage des Moderators, Jakob Bächtold, stellvertretender Chefredaktor des «Landboten», offen. Eine einfache Lösung habe sie nicht, räumte Walker Späh ein. Man müsse aber daran arbeiten, den Flughafen zu Spitzenzeiten zu entlasten, um so verspätete Flüge in der Nacht zu verhindern. Ähnliches forderte auch Flughafenbetriebsleiter Stefan Conrad. Der Flugplan sei zwar weniger dicht als noch vor einigen Jahren, da grössere Flieger mehr Passagiere aufnehmen könnten. Zu Spitzenzeiten könnten sich allerdings Verspätungen kumulieren, die man nur am Abend abbauen könne. Verantwortlich dafür seien auch Auflagen des Bundes. Er plädierte deshalb unter anderem dafür, die Pisten auszubauen und Schnellabrollwege einzurichten.

Ralph Weidenmann vom Bürgerprotest fühlte sich von den beiden Gesprächspartnern zeitweise offenkundig zu wenig ernst genommen. Mehrmals versuchte er, den Südstart geradeaus ins Spiel zu bringen, blitzte damit jedoch ab. Schliesslich sagte Walker Späh, dass dieser nicht der Flughafenpolitik entspreche, worauf viele im Publi­kum lachen mussten. Es gehe darum, möglichst wenige Leute zu beschallen, sagte Walker Späh weiter. Auch Conrad erinnerte an den demokratischen Prozess: Der Südstart sei nicht im Sachplan Infrastruktur der Luftfahrt (SIL) enthalten, rein betrieblich wäre er aber von Nutzen.

Diverse kritische Voten kamen im Anschluss aus dem Publi­kum. Ein Mann lud alle dazu ein, sich an einem Sonntagabend mal in seinem Garten den Fluglärm anzuhören. «Das ist unangenehm.» Ein anderer sprach sich gegen den Umsteigeverkehr in Zürich aus und ern­tete dafür lauten Applaus. Worauf Conrad erklärte, dass es diesen brauche, um Direktflüge aufzufüllen und somit zu ermöglichen. Walker Späh sagte dazu: «Der eine oder andere von ­Ihnen fliegt doch sicher auch – und ­will nicht immer in München um­steigen.» Hörbaren Widerspruch ­löste diese Aussage nicht aus.

(Landbote)
(Erstellt: 13.01.2016, 20:27 Uhr)



«Das wird der Kunde nicht mehr lange akzeptieren»

http://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/region/exswisschef-will-zuerich-kontrolle-ueber-den-flughafen-entziehen/story/18690634

Harte Kritik vom ehemaligen Swiss-Chef: Für Topmanager Harry Hohmeister sind die Lärmgegner schuld an der Flughafenmisere. Er hat Lösungen parat.

Seit Anfang Jahr sind Sie nicht mehr bei der Swiss. In Ihrer neuen Funktion bei der Lufthansa haben Sie die ­Verantwortung über die vier Hubs Zürich, Frankfurt, München und Wien. Wird die Swiss nun für die Lufthansa wichtiger oder weniger wichtig?
Was die Machtverteilung angeht, ändert sich kaum etwas. Wenn wir über zukünftige kritische Momente für die Swiss sprechen, ist das Problem keinesfalls die Zusammenarbeit mit der Lufthansa. Problematisch sind vielmehr die operativen Bedingungen am Flughafen Zürich.

Warum?
Die Infrastruktur ist nicht adäquat, und zudem ist das Betriebskonzept suboptimal, weil es aus einer Summe von Kompromissen besteht. Das sieht im Übrigen der Flughafen auch so. Das alles führt dazu, dass das System kaum mehr funktioniert. Das wird der Kunde nicht mehr lange akzeptieren und schlimmstenfalls nicht mehr über Zürich fliegen, wenn er hier immer öfter mit erheblichen Verspätungen rechnen muss.

Verkompliziert wird das Flugregime in Kloten durch die deutschen Restriktionen beim Landeverkehr. Offenbar hat man sich in Bern damit abgefunden, dass es so bleibt. Beim Bundesamt für Verkehr heisst es, man könne mit der jetzigen Lösung super leben.
Wenn wir die Pünktlichkeitsentwicklung ansehen, können wir damit gerade nicht gut leben. Es geht schon lange nicht mehr um Kapazitätserweiterungen, sondern um die betriebliche Machbarkeit des Flugregimes. Die ist in ­Zürich kaum noch gewährleistet.

Weshalb ist dem so?
Weil Skyguide in den letzten Jahren erhebliche, zusätzliche Sicherheitsmargen eingebaut hat, was zu Verzögerungen geführt hat. Da müssen wir uns dringend etwas einfallen lassen.

Wo liegt das Hauptproblem für den Flughafen, bei der Politik in Bern oder in Zürich?
An beiden Orten. Zürich ist natürlich lokalpolitisch geprägt, und die gefühlten Nachteile unserer Tätigkeit werden in den Vordergrund gestellt. Bern hat faktisch kein Durchgriffsrecht und will das auch nicht. Das verstehe ich aus demokratischer Sicht, aber trotzdem muss man sich der Realität stellen.

Das heisst?
So, wie das Betriebskonzept heute gestaltet ist, kann es auf Dauer nicht gut gehen. Wir müssen die Politiker dazu bringen, Lösungen anzubieten.

Was wäre aus Ihrer Sicht die Lösung, wenn man davon ausgeht, dass die deutschen Einschränkungen bleiben?
Die meisten Einschränkungen kommen eben nicht von Deutschland, vielmehr haben sie sich die Schweizer unter dem Titel Lärmgerechtigkeit selber auferlegt. Darum kann man in der Schweiz selber eine Lösung finden, um betrieblich ­optimaler zu fliegen, wenn man will.

Wie soll diese Lösung aussehen?
Ein Thema ist der so genannte Südstart geradeaus. Den will niemand den ganzen Tag über, aber zu den Belastungsspitzen am Mittag, wenn die Lärmbelastung auch sonst am höchsten ist und die meisten Menschen am Arbeiten sind, sollte man den Südstart in Betracht ziehen. Zudem hört man ja die neuen Flugzeuge kaum mehr.

Dann haben wir aber in der Stadt Zürich noch mehr Leute, die unter dem Lärm leiden.
Das ist es genau: Wir investieren Milliarden, damit wir leiser und ökologischer werden, doch das wird in keiner Art und Weise honoriert. Wenn nichts geschieht, hat das Auswirkungen auf den Standort. Denkt die Politik nicht um, dann wird sich der Flughafen nicht mehr weiterentwickeln können.

Warum setzen Sie sich eigentlich nicht durch? Volksabstimmungen gehen ja immer flughafenfreundlich aus.
Das abstimmende Volk repräsentiert alle Interessen. Die allermeisten profitieren privat und beruflich vom Flughafen. Aber die Gegner machen halt mehr Lärm. Gegen etwas zu sein, ist einfacher, als etwas vorwärtszubringen. Das spiegelt sich in der Flughafenpolitik. Wir haben eine Kapazitätsblockade in Zürich.

Wo müssten die Kompetenzen liegen, um die Blockade zu lösen, in Bern oder in Zürich?
In Bern, denn der Flughafen ist ein gesamtgesellschaftliches Problem der Schweiz. Er ist von internationalem Interesse, und darum braucht es eine vernünftige Aufteilung der Kompetenzen. Bern hat Angst davor, Zürich zu sagen, wo es langgeht. Aber schliesslich wird auch national und nicht nur in Uri und im Tessin darüber abgestimmt, ob man einen neuen Gotthardtunnel will oder nicht.

Übertreiben Sie nicht etwas? Flughafengegner gibt es auch in München und Frankfurt.
Darum geht es nicht. Es sind die Hubs in Dubai, Abu Dhabi oder Istanbul und damit die grossen Fluggesellschaften aus dem Mittleren Osten, die von der Blockade profitieren. Diese haben im Asiengeschäft immer grössere Marktanteile, in Zürich sind es bereits 30 Prozent.

Der Ölpreis liegt noch auf einem Viertel seines Höchststands. Das hilft den Fluggesellschaften und ihren Margen enorm. Wann endlich fällt der Kerosinpreiszuschlag?
Das stimmt nur theoretisch, denn erstens ist der Dollar gestiegen, und zweitens sind die Ölpreise abgesichert. Dadurch vergeht eine gewisse Zeit, bis die Preissenkungen durchschlagen. Drittens sind die Flugpreise teilweise dramatisch gefallen – um bis zu 30 Prozent allein im letzten Jahr, und das wird noch weitergehen.

Haben die vielen Streiks letztes Jahr bei der Lufthansa nichts ausgelöst? Sollte man jetzt nicht trotz den Problemen in Kloten vermehrt auf die Schweiz setzen? Hier wird wenigstens immer geflogen.
Stabilität und gelebte Sozialpartnerschaft sind ein wichtiger Standortfaktor. Mit dem Kabinenpersonal haben wir ­soeben wieder eine Lösung gefunden, die alle zufriedenstellt. Das wirkt sich positiv auf die Investitionen aus. In ­diesem Jahr erwarten wir sechs neue Langstreckenflugzeuge Boeing 777 und neun Bombardier C-Series für den ­Europaverkehr. Das ist ein Investitionsprogramm von mehreren Milliarden, und wir schaffen damit über 500 neue Arbeitsplätze.

Also wächst die Swiss doch.
Richtig. Wir haben 7 Prozent Wachstum, aber vor allem dank grösserer Flugzeuge. Wir bauen unsere Flotte im Moment vor allem über den Ferienflieger Edelweiss aus.

Dort müssen Sie den Piloten weniger zahlen.
Das stimmt, aber das ist nicht das Hauptmotiv.



[Fortsetzung]

Für immer grössere Flugzeuge braucht es immer mehr Umsteigepassagiere. Sind die überhaupt profitabel?
Das muss man sich ganz genau ansehen. Im Europaverkehr kommen nicht allzu viele Kapazitäten hinzu. Im Interkontinentalverkehr gibt es auf jeden Fall noch Luft nach oben, denn wir fliegen an verschiedene Orte mit fast 90 Prozent Auslastung. Das schafft kein anderer Hub.

Wie weit treiben Sie das noch? Fliegen Sie bald mit A380ern ab Zürich?
Nein, das wäre wieder Grössenwahnsinn. Wir bleiben Realwirtschaftler.

(Tages-Anzeiger)
(Erstellt: 24.01.2016, 23:10 Uhr)



Forderung

Flughafen: Zürich will nicht mehr Kompetenzen abgeben

http://www.finanzen.ch/nachrichten/aktien/Flughafen-Zuerich-will-nicht-mehr-Kompetenzen-abgeben-1001012805

Für die Forderung des ehemaligen Swiss-Chefs Harry Hohmeister nach mehr Entscheidungskompetenzen rund um den Flughafen Zürich für den Bund hat die Zürcher Volkswirtschaftsdirektorin Carmen Walker Späh (FDP) wenig Verständnis.

"Es gib keinen Grund, in der Flughafenfrage noch mehr Kompetenzen nach Bern zu verlagern", sagte sie der Nachrichtenagentur sda.

Gemäss Walker Späh betreibt der Kanton Zürich eine umsichtige Flughafenpolitik, die auf einem Ausgleich der verschiedenen Interessen basiert. Und natürlich habe auch der Kanton Zürich als Mitbesitzer des Flughafens ein Interesse an einem starken Flughafen und an einer starken Swiss, sagte sie weiter.

Aus unternehmerischer Sicht hat die Regierungsrätin ein gewisses Verständnis, dass Hohmeister "etwas lauter als früher" ein Maximum an guten Rahmenbedingungen für sein Unternehmen fordert. Ihrer Ansicht nach können diese Bedingungen jedoch nicht so schlecht sein, da die Swiss ja einen Passagierrekord ausweist und zu den erfolgreicheren Unternehmen innerhalb des Lufthansa Konzerns zählt.

Etwas Sorgen bereiten der Volkswirtschaftsdirektorin, wie auch Hohmeister, die Verspätungen am Flughafen. Hier sei der Bund ja daran, für den Flugbetrieb Lösungen zu finden. Gegen den vom Bund ins Spiel gebrachten verstärkten Bundeseinfluss hat sich der Zürcher Regierungsrat bereits dezidiert gewehrt, weil dieser einer Beschneidung der kantonalen Mitsprache in Flughafenfragen gleichkommen würde.

KEIN GRUND FÜR MISSTRAUENSVOTUM

Die Zürcher Regierung und die Bevölkerung seien sich der Bedeutung des Flughafens durchaus bewusst, hält Walker Späh weiter fest. Die Zürcher Stimmbevölkerung hat sich in diversen Volksabstimmungen in den letzten Jahren für den Flughafen ausgesprochen. Auch deshalb bestehe kein Grund für ein Misstrauensvotum gegenüber dem Standortkanton des wichtigsten Schweizer Flughafens.

Walker Späh erinnert beispielsweise an die kantonale Volksabstimmung vom Januar 2002. Damals sagte das Zürcher Stimmvolk Ja zu 300 Mio CHF zugunsten der neu gegründeten Swiss. (awp/sda)



«Akzeptanz für Flughafen nicht gefährden»

http://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/region/akzeptanz-fuer-flughafen-nicht-gefaehrden/story/31725004

Flughafenministerin Carmen Walker Späh (FDP) kontert die Kritik von Swiss-CEO Harry Hohmeister an der lokalen Politik.

Harry Hohmeister kritisiert die Zürcher Politik scharf. Es gebe zu viele Verspätungen, der Flugbetrieb funktioniere nicht mehr.
Aus unternehmerischer Sicht habe ich ein gewisses Verständnis für die Kritik. Ein Firmenchef versucht stets, das Beste für sein Unternehmen herauszuholen. Allerdings muss man auch erwähnen, dass sowohl der Flughafen Zürich wie die Swiss glänzende Zahlen präsentieren. Die Swiss hat soeben einen neuen Passagierrekord ausgewiesen und gehört zu den erfolgreicheren Unternehmen im Lufthansa-Konzern.

Hohmeister sagt, die Passagiere blieben aus, wenn es so weitergehe.
Heute hat es am Flughafen rund 18 Prozent weniger Flugbewegungen als im Jahr 2000, aber rund 16 Prozent mehr Passagiere. Die Flugzeuge werden grösser und sind besser ausgelastet. Die hervorragenden Zahlen der Swiss wären doch nicht möglich, wenn die Rahmenbedingungen so schlecht wären, wie von Herrn Hohmeister geschildert.

Sehen Sie keine Probleme?
Was Herr Hohmeister richtig analysiert, sind die flugtechnischen Restriktionen. Die Skyguide hat aus Sicherheitsgründen die Zeitmargen zwischen den Flügen verlängert, was die Kapazität mindert. Diese Auflagen haben das Betriebsregime am Tag verkompliziert, was das System anfällig für Verspätungen macht . . .

. . . und zu Verspätungsabbau und mehr Flügen in den heiklen Abendstunden führt.
Hier besteht tatsächlich Handlungsbedarf. Denn dem Regierungsrat sind die sieben Stunden Nachtruhe wichtig. Der rechtlich zulässige Verspätungsabbau zwischen 23 und 23.30 Uhr war als Ausnahme gedacht. Diese ist zur Regel geworden. Das ist nicht zufriedenstellend.

Kann der Regierungsrat nicht von sich aus aktiv werden, um die Situation zu verbessern ?
Er hat eine Änderung des Betriebsreglements unterstützt, welche durch betriebliche Optimierungen Abhilfe schaffen soll. Was die Reduktion der Anzahl Flüge in den Abendstunden betrifft, sind wir aber auf die Unterstützung der Flughafenpartner und der Swiss angewiesen.

Hohmeister schlägt den Südstart geradeaus am Mittag vor.
Obwohl verschiedene Bundesstellen immer wieder von diesen Südstarts sprechen, hat der Bund nicht offiziell bekannt gegeben, wie er sich das künftige An- und Abflugregime vorstellt. Deshalb wissen wir auch nicht, ob es definitiv Südstarts geben wird, wann diese zum Tragen kommen, wo sie genau durchführen und was allenfalls Alternativen sind. Solange dies nicht bekannt ist, kann man darüber keine seriöse Diskussion führen.

Der Regierungsrat hat doch auch schon positiv zum Südstart straight Stellung genommen.
Damals ging es nur um die Frage des Südstarts bei bestimmten Wetterlagen, nämlich bei Bise und Nebel.

Hohmeister sagt, die Lärmgegner seien besonders laut, und die Politik kusche vor ihnen.
Ich möchte daran erinnern, dass das Zürcher Volk stets flughafenfreundlich abgestimmt hat – für eine Anschubhilfe von 300 Millionen Franken für die Swiss im Jahr 2002, für die 5. Ausbauetappe, gegen ein Pistenmoratorium, gegen eine Lärmverteilung. Auch hat der Kanton mit dem Segen des Volks in die Glattalbahn investiert, die auch die öV-Anbindung des Flughafens verbessert hat. Kurzum: Wir sind uns der volkswirtschaftlichen Bedeutung des Flughafens sehr wohl bewusst. Aber das Volk hat am Flughafen tatsächlich etwas zu sagen, und das ist gut so. Man kann einen Flughafen nicht gegen den Willen der kantonalen Bevölkerung betreiben. Immerhin leben laut Zürcher Fluglärmindex (ZFI) 94 Prozent aller Lärmbetroffenen im Kanton Zürich.

Sind Harry Hohmeister und die Swiss mit ihrer Kritik undankbar?
Herr Hohmeister erfüllt seine Aufgabe als Unternehmer. Und mit seinen neuen Aufgaben in der Lufthansa-Zentrale in Frankfurt, wo er für eine grössere Leistung der Swiss am Hub Zürich sorgen soll, hat er eine Optik, und wir im Kanton Zürich haben unsere. Unsere Flughafenpolitik basiert auf einem gesetz­lichen Auftrag, der einen Interessenausgleich zwischen einem starken Flughafen und dem Schutz der Bevölkerung vor Lärm anstrebt.

Hohmeister sagt, die Flieger verursachten heute kaum mehr Lärm.
Die Flieger werden dank dem technologischen Fortschritt immer lärmgünstiger. Zudem haben wir wie gesagt rund 18 Prozent weniger Flugbewegungen als noch im Jahr 2000. Aber diese Vorteile werden aufgehoben durch das Bevölkerungswachstum, darum steigt auch der ZFI. Vereinfacht gesagt: Es werden mehr Leute mit leiseren Flugzeugen belärmt. Man darf aber die Akzeptanz des Flughafens in der Bevölkerung trotzdem nicht aufs Spiel setzen. Wenn diese schwindet, schadet das auch den Unternehmen Flughafen und Swiss.

Diese klagen aber, dass sie sich nicht mehr entwickeln können.
Dessen sind wir uns bewusst. Aber der Flughafen hat nun einmal seine natürlichen Grenzen. Diese sind zum einen durch das Pistensystem und die Topografie gegeben, zum anderen durch die einseitigen Restriktionen von Deutschland, aber auch durch gestiegene Sicherheitsanforderungen. In diesem komplexen Umfeld müssen nun alle Beteiligten versuchen, das bestehende System zu optimieren, ohne den Schutz der Bevölkerung zu vernachlässigen.

Hohmeister meint, Bern getraue sich nicht, Zürich den Tarif durchzugeben. Ist das auch Ihr Eindruck?
Die Kompetenzen sind heute klar ge­regelt. Sowohl der Bund wie der Kanton Zürich haben eine Interesse daran, dass der Flughafen Zürich erfolgreich ist und die Lärmschutzvorgaben aus dem ­Umweltrecht eingehalten werden. Der Bund hat bereits heute einen grossen Einfluss auf den Flughafen Zürich. Diesen hat er jüngst geltend gemacht, indem er die Pistenverlängerungen gegen den Willen des Kantonsrats in den Richtplan gepackt hat.



[Fortsetzung]

Gemäss Entwurf zum neuen Bericht über die Luftfahrtpolitik des Bundesrats (Lupo) will Verkehrsministerin Doris Leuthard der Bundesversammlung mehr Macht über den Zürcher Flughafen geben.
Der Bundesrat spielt mit dem Gedanken, die kantonale Mitsprache zu beschneiden. Dagegen wehren wir uns aber dezidiert. Für ein solches Misstrauensvotum gegenüber dem Kanton und seiner Bevölkerung besteht kein Anlass, man schaue nur auf den Ausgang der vergangenen Volksabstimmungen. Hier stellen sich zudem heikle eigentumsrechtliche Fragen, beispielsweise ob eine Aktiengesellschaft vom Staat enteignet werden darf.

Die deutsche Verordnung (DVO), welche morgens und abends Überflüge in Süddeutschland verbietet, spielt laut Hohmeister eine weniger grosse Rolle als selbst auferlegte Einschränkungen wegen des Fluglärms. Einverstanden?
Nein. Das heutige Betriebsregime ist ganz klar die Folge der einseitigen Restriktionen durch Deutschland. Wenn heute im Kanton Zürich gelegentlich die Wogen wegen des Fluglärms hochgehen, dann ist die DVO der Hauptgrund dafür.

Soll Hohmeister als wichtiger deutscher Manager versuchen, in Sachen Staatsvertrag Dampf zu machen?
Beim Staatsvertrag liegt der Ball seit Monaten bei Deutschland. Vielleicht kann Herr Hohmeister ja seinen Einfluss in der deutschen Politik geltend machen, um für die Schweiz möglichst gute Rahmenbedingungen zu schaffen. Er hat mir mehrfach bestätigt, dass er sich nicht nur mit der Sicht der Swiss, sondern auch mit jener der Schweiz identifiziert.

(Tages-Anzeiger)
(Erstellt: 25.01.2016, 23:24 Uhr)

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