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Thema: Medienberichte Jan-Jun 2016


Luftfahrt als wichtigen Pfeiler der Schweizer Verkehrspolitik stärken

https://www.news.admin.ch/dokumentation/00002/00015/?lang=de&msg-id=60762

Bern, 25.02.2016 - Die Luftfahrt ist für Bevölkerung und Wirtschaft zentral. Aufgabe des Bundes ist es, Rahmenbedingungen zu schaffen, um eine gute internationale Anbindung der Schweiz beizubehalten und ein hohes Sicherheitsniveau zu gewährleisten. Im neuen, gestern verabschiedeten luftfahrtpolitischen Bericht legt der Bundesrat dar, wie sich das Umfeld verändert hat und wie er dafür sorgen will, dass die Schweizer Luftfahrt wettbewerbsfähig bleibt. Dabei geht es beispielsweise um Kapazitätsengpässe bei den Landesflughäfen, welche der Bund gemeinsam mit den Standortkantonen beheben will.

Aufgrund des stark geänderten Umfelds hat der Bundesrat beschlossen, nach 2004 einen neuen luftfahrtpolitischen Bericht (Lupo) vorzulegen. Der erste Bericht war unter dem Eindruck der Swissair-Krise und schwerer Unfälle entstanden. Der neue Bericht stellt keine Abkehr von der bisherigen Luftfahrtpolitik dar, sondern zeigt auf, wie sie vor dem Hintergrund wachsender Mobilität, neu auftretender Fluggesellschaften und technologischer Fortschritte weiterentwickelt werden soll. Der Bundesrat hat den Bericht gestern verabschiedet.

Der Bundesrat bekräftigt, dass eine gute Anbindung der Schweiz am effektivsten von aus der Schweiz operierenden Fluggesellschaften sichergestellt werden kann. Der Drehkreuzbetrieb (Hub) in Zürich ist für die Schweiz von herausragender Bedeutung. Da der Luftverkehr auf den Landesflughäfen seit bald 40 Jahren aber auf unveränderten Pisten abgewickelt wird, zeichnen sich Kapazitätsengpässe ab. Der Flughafen Zürich und der Flughafen Genf stossen in Spitzenzeiten bereits an Grenzen. Dies wirkt sich nachteilig aus und kann die Luftverkehrsanbindung der Schweiz in Zukunft empfindlich schwächen. Die heutigen Rahmenbedingungen auf den Flughäfen sollen daher nicht verschlechtert, sondern wo möglich optimiert werden, dies auch unter Verwendung moderner Navigationstechnologien. Militärische Flugplätze sollen nach dem Rückzug der Luftwaffe zivilaviatisch genutzt werden können, um den Landesflughäfen etwas Luft zu verschaffen.

Der Bund nimmt seine verfassungsmässigen Kompetenzen zur Luftfahrtinfrastruktur weiterhin über den Sachplan Infrastruktur der Luftfahrt (SIL) wahr. Die Entwicklung der Luftfahrtinfrastruktur soll gemeinsam mit den Kantonen in den bestehenden Koordinationsprozessen festgelegt werden. Aufgrund der nationalen Bedeutung der Landesflughäfen strebt der Bund in den Sachplan-Objektblättern zu den Landesflughäfen verbindliche Leistungs- und Kapazitätsziele an.
Der Bericht thematisiert auch die Konkurrenz der europäischen Luftfahrtgesellschaften durch stark expandierende Fluggesellschaften aus der Golfregion. Zwar schaffen diese Airlines Verbindungen zu zahlreichen Destinationen, doch konkurrenzieren sie den Drehkreuz-Carrier Swiss. Langfristig könnten dadurch das Drehkreuz in Zürich und damit zahlreiche interkontinentale Direktverbindungen gefährdet sein. Protektionistische Massnahmen oder staatliche Subventionen kommen für den Bundesrat aber nicht in Frage. Vielmehr soll auf den Erhalt einer effizienten und qualitativ hochstehenden luft- und bodenseitigen Infrastruktur, auf kompetitive Betriebszeiten an Landesflughäfen und auf die Ausbildung von qualifiziertem Luftfahrtpersonal gesetzt werden. Der Bundesrat unterstützt zudem die europäischen Bemühungen, Standards für fairen Wettbewerb im Luftverkehrsmarkt zu entwickeln. Mit Blick auf die schwierige Wettbewerbssituation der schweizerischen Airlines soll zudem geprüft werden, ob die öffentliche Hand hoheitliche Sicherheitskosten übernehmen soll, wie dies bereits im ersten Bericht von 2004 erwähnt worden war.

Sicherheit erheblich verbessert

Dank vereinter Anstrengungen von Aufsichtsbehörden und Luftfahrtindustrie konnte die Sicherheit in der Schweizer Luftfahrt in den letzten zehn Jahren erheblich verbessert werden. Sicherheit bleibt aber eine Daueraufgabe, nicht zuletzt wegen des zunehmenden Verkehrs im dichten Schweizer Luftraum und der an der Kapazitätsgrenze operierenden Flughäfen. Der Bericht zeigt zudem, dass die Lärmbelastung in den vergangenen Jahrzehnten dank leiserer Flugzeuge abgenommen hat. Die technischen Fortschritte bei Lärm- und Schadstoffausstoss werden teils jedoch durch die Verkehrszunahme kompensiert, weshalb die Anstrengungen zur Reduktion von schädlichen Umweltauswirkungen fortgesetzt werden sollen.

Der Bund ist zudem gefordert, das Potenzial, aber auch mögliche Sicherheitsrisiken neuer aviatischer Technologien frühzeitig zu erkennen. Auf dem Gebiet der Drohnen, aber auch bei der Flugnavigation, will der Bundesrat die Voraussetzungen schaffen, damit die Schweiz bei Entwicklung und Nutzung neuer Technologien eine führende Rolle einnehmen kann.

Im Übrigen betont der Bundesrat stärker als im LUPO von 2004 das öffentliche Interesse an den Sparten der General Aviation, insbesondere an der Business Aviation, aber auch der Rettungs- und Arbeitsfliegerei sowie an Flügen zu Ausbildungszwecken. Er erachtet deshalb auch den Erhalt eines Netzes von Regionalflughäfen und Flugfeldern als wichtig.



Luftfahrtpolitischer Bericht

Eine Vogelperspektive für die Luftfahrt

http://www.nzz.ch/schweiz/bund-will-kapazitaetsziele-fuer-landesflughaefen-vorgeben-1.18701146

Flughäfen und Flugplätze sollen nach dem Willen der Landesregierung optimiert werden. In der Frage, wie die Schweiz der Expansion von Golf-Fluggesellschaften begegnen soll, will sie auf die EU warten.

von Paul Schneeberger 25.2.2016, 18:40 Uhr

Verkehrsministerin Leuthard will mehr Einfluss des Bundes auf die Luftfahrt.

In Zürich, aber auch anderswo wird der Begriff Luftfahrt vor allem mit Fluglärm in Verbindung gebracht. Der luftfahrtpolitische Bericht 2016, mit dem der Bundesrat nach zwölf Jahren seine Strategie für den Verkehr in der dritten Dimension revidiert, pflegt bewusst eine andere Optik. Nicht, dass hier Fluglärm als Problem negiert würde: Der Bericht postuliert grundsätzlich eine Reduktion der Emissionen, macht aber auch deutlich, dass es vor allem darum geht, den Status quo zu erhalten. So sollen möglichst keine weiteren Gebiete von Fluglärm betroffen werden. Und die Nachtruhe soll nicht – wie vor Ort gefordert – ausgedehnt werden, sondern schlicht bleiben, wie sie ist.

Zauberwort Optimierung

Während kantonale und regionale Diskussionen um den Fluglärm verschiedenste Froschperspektiven abbilden, ist das bundesrätliche Strategiepapier dezidierter Ausdruck der nationalen Vogelperspektive. Als zentrale Herausforderung nennt es die Bewältigung der prognostizierten Frequenzzunahmen um drei Prozent pro Jahr auf den grossen Landesflughäfen (vgl. Grafik). Insbesondere wird es darum gehen, das Betriebsmanagement der Flughäfen und des Luftverkehrs zu optimieren. Dadurch soll es gelingen, das Wachstum trotz der heute in Zürich und Genf in den Spitzenzeiten bestehenden Sättigung des Systems zu bewältigen.

Substanzielle Ausbauten der Landesflughäfen sind aufgrund des knappen Bodens und der geringen politischen Akzeptanz kein Thema mehr. Im eigentlichen Wortsinn mehr Luft verspricht sich der Bundesrat von der Verlagerung ziviler Flüge auf aufgegebene oder nicht mehr vollumfänglich genutzte Flugplätze der Luftwaffe. Die angestrebte Entwicklung in Dübendorf ist als erster Schritt in diese Richtung zu interpretieren. Um die Vogelperspektive in die Weiterentwicklung der Landesflughäfen einzubringen, soll der Bund in den Sachplänen Infrastruktur Luftfahrt nicht mehr nur räumliche Festlegungen treffen, sondern auch Ziele für Leistung und Kapazität der Anlagen definieren. Die Integration von betrieblichen Zielen in ein raumplanerisches Instrument wäre eine Premiere.

Drehkreuzfunktion erhalten

Zentral für die Landesregierung ist auch, dass der Flughafen Zürich ein internationales Drehkreuz bleibt. Nur auf diese Weise lässt sich ihres Erachtens die Attraktivität aufrechterhalten, die aus den zahlreichen bestehenden Direktverbindungen innerhalb von Europa und nach Übersee resultiert. Mit Passagieren allein aus der Schweiz liessen sich lediglich die Strecken nach New York, Singapur, Tel Aviv, Bangkok und Dubai rentabel betreiben, schreibt sie. Eng verbunden mit diesem Ziel ist die Frage des Umgangs mit den expandierenden, staatlich zumindest indirekt gestützten Fluggesellschaften aus den Emiraten am Persischen Golf. Sie beleben zwar den Wettbewerb, aber es besteht die Gefahr, dass sich Umsteigeverkehr von Zürich auf deren Hubs verschieben könnte. Dies insbesondere, wenn diese Unternehmen «Durchmesserlinien» von ihren Herkunftsländern aus über die Schweiz in Drittstaaten, insbesondere jenseits des Atlantiks, einführen würden.

Der Bundesrat lässt offen, ob er solchen Begehren von Golf-Fluggesellschaften, wie sie bereits vorliegen, entsprechen wird. Er hält lediglich fest, in diesen Fällen sei abzuwägen, ob dabei negative Konsequenzen für hiesige Fluggesellschaften und mit ihnen für den Hub Zürich überwiegen. Darüber hinaus verweist die Landesregierung auf das von ihr für die Schweizer Luftfahrt als existenziell eingeschätzte Luftverkehrsabkommen mit der Europäischen Union. Es sei sinnvoll, zuzuwarten, wie die EU dieser Herausforderung begegne. Diskutiert wird dort unter anderem über einen Rahmenvertrag, der die Gewährung liberaler Verkehrsrechte an aussereuropäische Gesellschaften an die Erfüllung gewisser Standards, insbesondere bezüglich staatlicher Unterstützungen, knüpfen würde.

Drohnen, Regionalflugplätze

Aufmerksamkeit richtet der Bundesrat auch auf die Sicherheit neuer aviatischer Technologien, zum Beispiel von Drohnen. Hier will er in einer Weise am Ball bleiben, dass die Schweiz in der Entwicklung und Nutzung solcher neuartiger Fluggeräte eine führende Rolle einnehmen kann. Last, but not least betont er die Wichtigkeit der Geschäfts- und Privatfliegerei; für deren Attraktivität sei die Aufrechterhaltung des bestehenden Netzes von Regionalflughäfen und Flugfeldern essenziell.



Bundesrat will sich in Kloten mehr einmischen

http://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/region/Bundesrat-will-Ausbau-in-Kloten/story/13402671

Bern wird den Zürchern in Sachen Flughafen mehr dreinreden. Das wird der Kanton nicht ohne weiteres hinnehmen.

Der Bund will bei den Landesflughäfen mehr Einfluss nehmen: Er will den Kantonen verbindliche Leistungs- und Kapazitätsziele vorgeben. So soll sichergestellt werden, dass die Flughäfen ihre Ziele erreichen können, heisst es im luftfahrtpolitischen Bericht, der am Donnerstag vorgestellt und von Bundesrätin Doris Leuthard (CVP) präsentiert wurde.

Im Rahmen der Vernehmlassung hatte die geplante verstärkte Einflussnahme auf die Landesflughäfen durch den Bund bei den Standortkantonen für Verärgerung gesorgt. Der Bundesrat hält an seinen Plänen aber grundsätzlich fest: Denn die Luftfahrt sei für die Bevölkerung und die Wirtschaft zentral, heisst es im luftfahrtpolitischen Bericht (Lupo). Den Flughäfen Zürich, Genf und Basel komme eine nationale Bedeutung zu.

Sowohl der Flughafen Zürich als auch der Flughafen Genf stossen gemäss Lupo-Bericht in Spitzenzeiten bereits an ihre Grenzen. «Das wirkt sich nachteilig aus und kann die Luftverkehrsanbindung der Schweiz in Zukunft empfindlich schwächen.»

Kapazitäten müssen erhöht werden

Die vorhandenen Kapazitäten seien möglichst effizient zu nutzen, um die absehbaren Engpässe kurz- und mittelfristig zu entschärfen. Auf längere Sicht seien die Kapazitäten der Flughäfen auch mit baulichen Massnahmen zu steigern.

Die Entwicklung der Infrastruktur soll zwar «gemeinsam mit den Kantonen in den bestehenden Koordinationsprozessen festgelegt» werden. Der Bund will neu aber verbindlich vorschreiben, welche Leistungs- und Kapazitätsziele diese Flughäfen erfüllen sollen.

Die Frage der Sicherheitskosten

Der Lupo-Bericht thematisiert auch die Konkurrenz der europäischen Airlines durch stark expandierende Fluggesellschaften aus der Golfregion. Diese schaffen zwar zusätzliche Verbindungen. Sie konkurrenzieren aber auch den Drehkreuz-Carrier Swiss.

Für den Bundesrat kommen protektionistische Massnahmen oder staatliche Subventionen nicht in Frage. Er will «auf den Erhalt einer effizienten und qualitativ hochstehenden Infrastruktur» setzen.

Prüfen will er aber «mit Blick auf die schwierige Wettbewerbssituation der schweizerischen Airlines», ob zumindest die hoheitlichen Sicherheitskosten durch die öffentliche Hand getragen werden sollen. Der Lupo-Bericht lässt noch offen, ob dafür der Bund oder der Standortkanton aufkommen soll. (sda)
(Erstellt: 25.02.2016, 11:30 Uhr)



«Stiftung gegen Fluglärm» gegen Kompetenzsteigerung des Bundes

http://www.zol.ch/bezirk-uster/duebendorf/stiftung-gegen-fluglaerm-gegen-kompetenzsteigerung-des-bundes/story/13250060

Aktualisiert vor 35 Minuten

Der Bund wünscht sich bei den Landesflughäfen mehr Einfluss. Dies gab Bundesrätin Doris Leuthard am Donnerstag an einer Medienkonferenz bekannt. Bereits regt sich Widerstand.

Den drei Landesflughäfen Zürich, Genf und Basel kommt eine nationale Bedeutung zu. Doch eine «Infrastrukturplanung aus einem Guss», wie sie der Bund etwa für die Nationalstrassen oder die Bahn betreibt, ist derzeit nicht möglich, heisst es im luftfahrtpolitischen Bericht (Lupo), den Bundesrätin Doris Leuthard am Donnerstag vorstellte.

Dies, weil die Standortkantone über entscheidende Mitwirkungsmöglichkeiten verfügten. Der Bundesrat sieht nun vor, dass er verbindliche Leistungs- und Kapazitätsziele für die Landesflughäfen vorgeben kann.

Wie es im Lupo-Bericht heisst, sind die Anliegen der Kantone «auch in Zukunft so weit als möglich zu berücksichtigen, sie dürfen aber das nationale Ziel der guten Luftverkehrsanbindung nicht vereiteln».

«Stiftung gegen Fluglärm» geht auf die Barrikaden

Dieses Zugeständnis ist der «Stiftung gegen Fluglärm» Gockhausen zu wenig. In einer Mitteilung vom Donnerstag, 25. Februar 2016 schreibt sie, dem Zürcher Regierungsrat würde im Fall des Flughafens Kloten die Kontrolle entzogen.

«Die Expansionspläne des Zürcher Grossflughafens würden dazu führen, dass nicht nur, wie jetzt, über 200‘000 Menschen belärmt würden. Mit den vom Bundesamt für Zivilluftfahrt befürworteten Südstarts würden grosse Teile der Stadt Zürich und weitere Gemeinden im Süden mindestens über die Mittagsstunden im Lärmteppich der Fluggesellschaften versinken», heisst es von Seiten der Fluglärmgegner. (zür/sda)

Erstellt: 25.02.2016, 18:54 Uhr



«Wir sind froh, dass Zürich nicht entmachtet wird»

http://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/region/wir-sind-froh-dass-eine-entmachtung-zuerichs-nicht-mehr-vorgesehen-ist/story/21588533

Regierungsrätin Walker Späh ist zufrieden mit dem neuen luftfahrpolitischen Bericht und glaubt, dass ihr Protest in Bern gewirkt hat.

Gegen die erste Version des luftfahrtpolitischen Berichts sind Sie Sturm gelaufen. Was sagen Sie jetzt zur überarbeiteten Fassung?
Es ist erfreulich, dass der Bundesrat keine referendumsfähigen Bundesbeschlüsse mehr vorsieht. Die Schweiz wird also nicht gegen den Willen Zürichs über die Zukunft des Flughafens abstimmen können. Ich glaube, die engagierte Intervention der Zürcher Regierung hat sich in dieser Sache ausbezahlt.

Die Regierung wird diesen Bericht ohne Widerrede akzeptieren?
Wir sind froh, dass eine solche Entmachtung des Kantons Zürich nicht mehr vorgesehen ist. Dies wäre in Zürich niemals akzeptiert worden, da war man sich über praktisch alle Bürgerorganisationen und Parteien hinweg einig. Auch ein Landesflughafen kann nicht gegen den Willen einer Mehrheit der kantonalen Bevölkerung betrieben werden. Ich bin wirklich erfreut, dass man das in Bern erkannt hat.

Sie würden also nicht mehr von einer Entmachtung Zürichs reden?
Nein. Im Bericht heisst es ausdrücklich, dass Flughafenplanungen zusammen mit den Standortkantonen gemacht ­werden sollen. An den bisherigen kantonsinternen Prozessen wird sich nichts ändern. Das ist für mich wichtig. Etwas anderes wäre aber auch nicht denkbar gewesen, denn die Bevölkerung hat den Flughafen nur unter der Bedingung privatisiert, dass der kantonale Einfluss via Flughafengesetz gewahrt bleibt.

Der Bund will aber künftig die ­Kapazitätsziele am Flughafen allein festlegen. Was sagen Sie dazu?
Was dies bedeutet, müssen wir prüfen, wenn die Fakten auf dem Tisch liegen. Im Bericht werden weder konkrete Ziele genannt noch etwas zum künftigen An- und Abflugregime gesagt.

Was geschieht, wenn der Bundesrat Ziele festlegt, die aus Sicht Zürichs zu hoch sind?
Wie gesagt, diese Frage kann ich erst ­beantworten, wenn konkrete Zahlen auf dem Tisch liegen. Ich betone aber: Der Flughafen in Kloten hat nicht nur für die Schweiz, sondern auch für Zürich eine hohe volkswirtschaftliche Bedeutung. Er muss seine Drehscheibenfunktion auch in Zukunft erfüllen können.

Welche Möglichkeiten bleiben Zürich, sich gegen den Ausbau des Flughafens und die Zunahme des Lärms zu wehren?
Wir können weiterhin Einfluss nehmen auf das Betriebsreglement der Flughafen AG, etwa mit unserer Sperrminorität im Flughafen-Verwaltungsrat. Dann kann auch der Kantonsrat mitwirken. Und auch das Volk. Das ist auch richtig, denn die Zürcher Bevölkerung trägt 94 Prozent des Fluglärms.

Der Bund will die Geschäftsfliegerei nach Dübendorf verlegen. Was ist Ihre Meinung dazu?
Der Regierungsrat hat dazu mehrfach Vorbehalte geäussert, weil Dübendorf sehr nahe bei Kloten und im dicht besiedelten Glattal liegt.

Wie würden Sie sich wehren, wenn der zivile Flugverkehr in Dübendorf verfügt würde?
Das geeignete politische und juristische Vorgehen können wir erst festlegen, wenn wir wissen, was der Bund auf dem Areal genau vorhat.

(Tages-Anzeiger)
(Erstellt: 25.02.2016, 22:12 Uhr)



«Der Fluglärm würde bloss verzettelt»

http://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/region/Der-Fluglaerm-wuerde-bloss-verzettelt/story/31736922

Für Dübendorfs Stadtpräsident Lothar Ziörjen macht es keinen Sinn, die Businessfliegerei vom Flughafen Zürich auf den Dübendorfer Flugplatz umzulagern.

Der Bundesrat überlegt sich, die Geschäftsfliegerei vom Flughafen Zürich auf den stillgelegten Flugplatz Dübendorf umzulagern. Was sagen Sie als Dübendorfer Stadtpräsident zum Luftfahrtpolitischen Bericht 2016 von gestern?
Der Bund fährt eine Strategie, die wir in Dübendorf nicht akzeptieren wollen. Neu ist sie nicht. Dieselbe Botschaft hat der Bund vor etwas mehr als zwei Jahren übermittelt. Damals entschied er, einen zukünftigen Betreiber für den Flugplatz Dübendorf mittels öffentlicher Ausschreibung zu suchen. Der gestern veröffentlichte Bericht ist im Übrigen bloss ein Strategiepapier mit Zielen und Stossrichtungen des Bundesrates. Falls die konkreten Verfahren – und es sind doch einige – dann einmal anstehen, werden wir unsere ablehnende Haltung weiterhin entschieden vertreten.

Was ist der Hauptgrund, dass Sie dagegen sind?
Unser Flugplatz würde durch die Auslagerung zur vierten Piste von Kloten. Es gäbe eine Verzettelung der Fluglärmbelastung im Glattal – eine Verteilung der Flugbewegungen und des Fluglärms auf ein grösseres Gebiet. Wir hätten den Flugbetrieb nicht konzentriert in Kloten, sondern ein Teil der Belastung und Beschallung würde das Glattal hinauf verschoben. Übrigens schafft der Bund da gleich auch einen raumplanerischen Zielkonflikt. Einen Widerspruch. Siedlungsverdichtung ist nämlich auch ein Bundesauftrag, den wir im Glattal umsetzen müssen.

Man will ein Gebiet dichter besiedeln und es gleichzeitig vermehrt mit Lärm eindecken.
Man verteilt den Lärm auf eine grössere Fläche mit vielen Menschen. Das ist vom Grundsatz her falsch. Es ist nicht zukunftsgerichtet, sondern retro.

Auf dem alten Militärflugplatz Dübendorf ist auch ein Innovationspark geplant. Eine Dynamik zu schaffen mit Geschäftsleuten, die anfliegen: Das könnte doch eine Chance sein. Die Nutzungen könnten sich ergänzen.
Sie müssen eines sehen: Die heutige Businessfliegerei spielt sich ganz in der Nähe von Dübendorf ab; die Distanz vom Flughafen Zürich nach Dübendorf ist minim, es sind zehn Autominuten. Der Flughafen Zürich ist distanzmässig für den geplanten Innovationspark äusserst interessant. Die Wertschöpfung wird aber nicht grösser, wenn mittlere Kader und Geschäftsleute Dübendorf direkt anfliegen. Man muss ja nicht direkt vor die Haustür des Innovationsparks fliegen.

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
(Erstellt: 26.02.2016, 12:28 Uhr)



Bund will sich bei den Landesflughäfen mehr einmischen (VFSN)

http://www.vfsn.ch/index.php?option=content&task=view&id=3249&Itemid=1

Mit Befremden nimmt der VFSN zur Kenntnis, dass der Bund die Ansicht vertritt, bei der Leistung und Kapazität der Landesflughäfen bestehe ein dringender Handlungsbedarf, welcher nur mit stärkerer Einflussnahme des Bundes gewährleistet werde. Die Anbindung des Zürcher Flughafens an die Welt ist ausgezeichnet. Die Kapazität genügt für die aktuellen Flugbewegungen. Dass der Betrieb des Flughafens Kloten sicher ist, wird von allen Seiten immer wieder beteuert. Trotz wiederholt völlig überrissener Prognosen, ist die Anzahl der Flugbewegungen in den letzten zehn Jahren nicht angestiegen. Auch die Prognosen auf die man sich jetzt beruft, kommen aus der gleichen Quelle wie die früheren Fehlprognosen.

Wenn der Flughafen seine Infrastruktur den heutigen Anforderungen an einen sicheren Flugbetrieb anpasst, ist er auf viele Jahre hinaus sicherheits- und kapazitätsmässig für die kommenden Entwicklungen gewappnet. Eine weitere Einmischung von Bundesbern in die Angelegenheiten des Kantons ist nicht erforderlich. Der Bund soll dafür besorgt sein, dass mit Deutschland endlich eine befriedigende Einigung erzielt wird. Da besteht echter Handlungsbedarf, nicht bei den Leistungs- und Kapazitätsvorgaben des Bundesamtes

Medienmitteilung vom 26.02.2016, Matthias Dutli, Präsident VFSN



Ranking für Servicequalität

Passagiere geben dem Flughafen Zürich gute Noten

http://www.nzz.ch/zuerich/aktuell/ranking-fuer-servicequalitaet-passagiere-geben-dem-flughafen-zuerich-gute-noten-ld.5956

Bei der Kundenzufriedenheit liegt der Flughafen Zürich europaweit auf dem zweiten Platz. Das haben die Befragungen des führenden internationalen Dachverbandes der Flughafenbetreiber ergeben.

(sda) In der Kategorie «beste Flughäfen Europas» schnitten drei russische Airports besser als der Schweizer Landesflughafen ab. Die Flughäfen Pulkowo bei Sankt Petersburg, Sotschi und Sheremetjewo bei Moskau teilen sich den ersten Platz.

Auf dem zweiten Platz landete der Flughafen Zürich gemeinsam mit den Airports von Malta, Prag und Dublin, wie der Flughafen am Dienstag mitteilte.

Die sogenannten «Airport Service Quality Awards» werden seit 2006 vergeben. Der Flughafen Zürich schaffte es in der Europa-Kategorie in jedem Jahr mindestens auf Rang 5.

Am Ranking nehmen 320 Flughäfen in 80 Ländern teil. Jedes Jahr werden weltweit rund 600'000 Passagiere jeweils kurz vor dem Boarding befragt, wie zufrieden sie mit dem gerade genutzten Flughafen sind.



Der Bund - Die Wahrheit über die Kondensstreifen

Die Meinung im Publikum schien an der Vorpremiere in Bern bereits gemacht: Der Film «Overcast» handelt von den sogenannten Chemtrails, den Spuren von Chemikalien, die Flugzeuge bewusst in die Atmosphäre sprühen sollen – für militärische Experimente oder gegen den Klimawandel. Seit Mitte der Neunzigerjahre ranken sich abenteuerliche Theorien um die Streifen am Himmel, die nicht nur auf kondensierte Flugzeugabgase zurückzuführen seien. Aluminium oder Barium würde gezielt ausgebracht. Damit hielten sich diese sichtbaren Chemikalienspuren gegenüber normalen Kondensstreifen viel länger in der Atmosphäre, und sie würden sich flächig ausbreiten.

Matthias Hancke wollte selber wissen, was hinter diesen weltweit kolportierten Theorien steckt. «Als ich vor bald zehn Jahren zum ersten Mal beobachtete, wie die Sonne durch Kondensstreifen künstlich bedeckt wurde, störte mich das gewaltig», erinnert sich der 36-Jährige. Der Historiker, Medienwissenschaftler und Ethnologe begann zu recherchieren. Er stiess dabei auf die herkömmlichen atmosphärenphysikalischen Erklärungen, aber auch auf viele Verschwörungstheorien. «Ich wollte selbst Antworten auf die Frage finden, ob mit Kondensstreifen bewusst das Klima verändert wird oder nicht.»

Forschender Regisseur

Das Resultat seiner Spurensuche ist ein 80-minütiger Dokumentarfilm. Hancke realisierte den Film abgesehen von einem Filmförderungsbeitrag des Kantons Wallis praktisch durch private Mittel. Im Zentrum der unterhaltsamen und informativen Dokumentation stehen die ei­genen Messflüge des Filmemachers, auf denen er in grosser Höhe Partikel der Kondensstreifen einfing und die Proben anschliessend analysieren liess.

Zu Wort kommen führende Wissenschaftler auf dem Gebiet der Kondensstreifenforschung. Aber auch Ken Cal­deira, einer der weltweit wichtigsten ­Exponenten der Geoengineering-Forschung. Er sieht einen Weg, die Erde abzukühlen, indem man die Atmosphäre mit Chemie impft. So bringen Chemtrail-Gläubige die milchigen Streifen am Himmel eben auch immer wieder mit Geoengineering in Verbindung. Matthias Hancke lässt auch Mick West, einen der einflussreichsten Verfechter von Verschwörungstheorien, reden. Doch der Filmemacher wollte einen ausgewogenen Film drehen. In «Overcast» treten Atmosphärenphysiker, Meteorologen und Klimatologen auf.

https://vimeo.com/120800512

Nach sechs Jahren Arbeit zieht der in Bern lebende Walliser Regisseur seine eigenen Schlüsse: Behörden in den USA, Europa und auch das Schweizer Bundesamt für Umwelt würden seit Jahren mit Anfragen zum Chemtrail-Phänomen überhäuft, sagt er. Doch trotz ausgiebiger chemischer Messungen in Kondensstreifen seien die «verdächtigen Stoffe» Aluminium und Barium bislang nicht untersucht worden. Die Resultate seiner Messungen hätten «einen ernstzunehmenden und wissenschaftlichen Hinweis» für Chemtrails ergeben, weil Barium auf 8500 Meter Höhe festgestellt wurde. «Meiner Meinung nach ist es Pflicht der Behörden, endlich eine unabhängige und seriöse Messung in Auftrag zu geben», so Hancke.

Die Wissenschaft hat allerdings seit langem Erklärungen: Bei gewissen atmosphärischen Bedingungen lassen sich nicht erst seit den Neunzigerjahren, sondern schon seit vielen Jahrzehnten langlebige Kondensstreifen am Himmel beobachten. So stand bereits am 7. März 1944 in der US-amerikanischen Tageszeitung «The News»: «Kondensstreifen können oft eine vollständige Bewölkung bewirken.» Und in einer Studie von 1970 schrieb Peter M. Kuhn, es sei ein bekanntes Phänomen, dass sich Kondensstreifen zu einer ausgedehnten Zirrus­decke ausbreiten könnten. Tatsache ist auch, dass sich Kondensstreifen nur bei gewissen atmosphärischen Bedingungen lange am Himmel halten. «Jedes Flugzeug stösst hauptsächlich Wasserdampf und Kohlendioxid aus, nebst geringen Mengen anderer Abgase», erklärt Ulrike Lohmann, Professorin für Atmosphärenphysik an der ETH Zürich. Kondensstreifen seien nur dann sichtbar, wenn die relative Luftfeuchtigkeit hoch genug sei, sodass der abgegebene Wasserdampf kondensiere und sich ein sichtbarer Streifen bilde. Je höher die Luftfeuchtigkeit, desto langlebiger die Kondensstreifen, sagt Lohmann. «Im Laufe der Zeit führt Wind dazu, dass sich Kondensstreifen ausbreiten. Irgendwann sind sie dann nicht mehr von der Hintergrundbewölkung, den Zirren unterscheidbar.»

Ungewolltes Klimaexperiment

Nicht falsch ist indessen, Kondensstreifen als «Chemtrails» zu bezeichnen, da sie nebst Wasserdampf und Kohlendioxid auch Chemikalien aus dem Verbrennungsprozess und vom Abrieb in den Flugzeugmotoren enthalten. Die Abgase des wachsenden Flugverkehrs führen also vielmehr zu einem unbeabsichtigten als zu einem mutwilligen «Klimaexperiment». «Zirren und langlebige Kondensstreifen vermindern die langwellige Abstrahlung von Wärme in den Weltraum, sie wirken also überwiegend wärmend», erklärt Ulrike Lohmann. Bestehende Geoengineering-Ideen zur Abkühlung der Erde beabsichtigten deshalb, Zirren zu reduzieren, und nicht wie mit Kondensstreifen mehr davon zu produzieren.

Unbestritten ist aber auch, dass sich mit dem Ausbringen gewisser Substanzen in die Atmosphäre das Wetter manipulieren lässt. Zum Beispiel mithilfe von Hagelraketen. Sie sollen in einer Gewitterwolke diejenige Zone mit Silberjodid versetzen, wo die Eisbildung stattfindet. «Mit Silberjodid sollen mehr Eiskeime zur Verfügung stehen», sagt Lohmann. So verteile sich die Eisbildung auf mehr Eiskeime. Damit entstehen mehr, aber kleinere Hagelkörner.

....



Flughafen Zürich: Kommission für “Pistenveränderungen vors Volk!”

18. März 2016 13:30

http://www.moneycab.com/mcc/2016/03/18/flughafen-zuerich-kommission-befuerwortet-pistenveraenderungen-vors-volk/

Zürich – Das Zürcher Stimmvolk soll bei geplanten Änderungen am Pistensystem beim Flughafen Zürich in jedem Fall das letzte Wort haben. Eine Mehrheit der zuständigen Kommission des Kantonsrats ist gleicher Ansicht wie der Regierungsrat und empfiehlt dem Parlament, der Volksinitiative “Pistenveränderungen vors Volk!” zuzustimmen.

Heute hat das Volk gemäss geltendem kantonalem Flughafengesetz keine Mitsprache, wenn der Kantonsrat Gesuche der Flughafen Zürich AG zur Änderungen am bestehenden Pistensystem ablehnt. Es gibt nur ein Mitspracherecht in Form des fakultativen Referendums, wenn der Kantonsrat einem konkreten Projekt des Flughafens zugestimmt hat. Die Initiative fordert, dass auch ablehnende Entscheide vors Volk gebracht werden können. Damit möchten die Initianten erreichen, dass der Kantonsrat Ausbauten am Flughafen Zürich nicht verhindern kann.

Grosse Bedeutung für das Volks und den Wirtschaftsraum

Eine Mehrheit der Kommission für Energie, Verkehr und Umwelt (KEVU) findet es richtig, dass im Falle von Kantonsratsbeschlüssen zu Pistenveränderungen in jedem Fall das Referendum ergriffen werden kann. In einer Mitteilung vom Freitag unterstreicht sie die Bedeutung solcher Entscheide für das Volk und den Wirtschaftsraum Kanton Zürich.

Zudem führe ein Beschluss des Stimmvolks zu einer “gewichtigeren Vertretung der Meinung der Zürcherinnen und Zürcher beim Bund als das bei einem reinen Parlamentsbeschluss der Fall wäre”. Die Regierung gewinne bei der Vertretung der Zürcher Anliegen durch einen Volksentscheid zudem starken Rückhalt, schreibt die KEVU.

Fremdkörper in der Gesetzgebung

Eine Minderheit – die Vertreter der Grünen und der GLP – lehnt die Initiative ab. Sie bezeichnet das negative Referendum grundsätzlich als “einen Fremdkörper in der Gesetzgebung”, der nicht gern gesehen werde. Mit dieser Spezialregelung werde zudem die Richtplanhoheit des Kantonsrats weiter abgebaut. Die Gegner befürchten zudem, dass durch die Initiative die verschiedenen Regionen im Kanton gegeneinander ausgespielt würden und dadurch einem Pistenausbau am Flughafen Vorschub geleistet würde. Die Grünen etwa wollen ein negatives Referendum auf der Ebene der Verfassung debattieren, und nicht als “Privileg von Sonderinteressen”.

Die Vorlage stammt von flughafennahen Organisationen und wird von Wirtschaftsverbänden sowie SVP, FDP und CVP – aber auch von der SP – unterstützt. Letztere sieht im Negativreferendum auch eine Chance. Denn mit einem Entscheid des Stimmvolks könne die Position des Kantons Zürich gegenüber dem Bund gestärkt werden, begründen die Sozialdemokraten ihre Haltung. (awp/mc/pg)



Grüne kämpfen allein gegen Pisten-Initiative

http://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/region/Gruene-kaempfen-allein-gegen-PistenInitiative/story/24686224

Das Zürcher Stimmvolk soll bei Änderungen am Pistensystem beim Flughafen immer das letzte Wort haben. Die entsprechende Initiative bekommt zusätzlichen Schub.

Eine Mehrheit der zuständigen Kommission des Kantonsrats ist gleicher Ansicht wie der Regierungsrat: Sie empfiehlt dem Parlament, die Volksinitiative «Pistenveränderungen vors Volk!» anzunehmen. Heute hat das Volk gemäss geltendem kantonalem Flughafengesetz keine Mitsprache, wenn der Kantonsrat Gesuche des Flughafens zur Änderungen am bestehenden Pistensystem ablehnt. Nur wenn der Kantonsrat einem Projekt des Flughafens zugestimmt hat, gibt es ein Mitspracherecht in Form des fakultativen Referendums.

Die Initiative fordert, dass auch ablehnende Entscheide vors Volk gebracht werden können. Damit möchten die Initianten erreichen, dass der Kantonsrat Ausbauten am Flughafen Zürich nicht verhindern kann.

Wichtig für die Wirtschaft

Eine Mehrheit der Kommission für Energie, Verkehr und Umwelt findet es richtig, dass im Falle von Kantonsratsbeschlüssen zu Pistenveränderungen in jedem Fall das Referendum ergriffen werden kann. In einer Mitteilung von heute Freitag unterstreicht sie die Bedeutung solcher Entscheide für das Volk und den Wirtschaftsraum Kanton Zürich.

Zudem führe ein Beschluss des Stimmvolks zu einer «gewichtigeren Vertretung der Meinung der Zürcherinnen und Zürcher beim Bund als das bei einem reinen Parlamentsbeschluss der Fall wäre». Die Regierung gewinne bei der Vertretung der Zürcher Anliegen durch einen Volksentscheid zudem starken Rückhalt, schreibt die Kommission.

Die Befürchtungen der Grünen

Eine Kommissionsminderheit - nämlich die Vertreter der Grünen und der GLP - lehnt die Initiative ab. Sie bezeichnet das negative Referendum grundsätzlich als «Fremdkörper in der Gesetzgebung», der nicht gern gesehen werde. Mit dieser Spezialregelung werde zudem die Richtplanhoheit des Kantonsrats weiter abgebaut.

Die Gegner befürchten zudem, dass durch die Initiative die verschiedenen Regionen im Kanton gegeneinander ausgespielt würden und dadurch einem Pistenausbau am Flughafen Vorschub geleistet würde. Die Grünen etwa wollen ein negatives Referendum auf der Ebene der Verfassung debattieren, und nicht als «Privileg von Sonderinteressen».

Auch die SP steht dahinter

Die Vorlage stammt von flughafennahen Organisationen und wird von Wirtschaftsverbänden sowie SVP, FDP und CVP – aber auch von der SP – unterstützt. Letztere sieht im Negativreferendum auch eine Chance. Denn mit einem Entscheid des Stimmvolks könne die Position des Kantons Zürich gegenüber dem Bund gestärkt werden, begründen die Sozialdemokraten ihre Haltung. (hub/sda)

(Erstellt: 18.03.2016, 12:43 Uhr)



Lausanne präzisiert Entschädigung für Fluglärm

http://www.handelszeitung.ch/politik/lausanne-praezisiert-entschaedigung-fuer-fluglaerm-1023408

Urteil

Seit Jahren streiten sich Hausbesitzer und der Flughafen Zürich über die Entschädigung für Fluglärm. Nun liegt ein neuer Entscheid des Bundesgerichts dazu vor.

17.03.2016

Eine Lärmentschädigung wegen der Ostanflüge auf den Flughafen Zürich soll in der Regel für das gesamte Grundstück entrichtet werden, falls dieses direkt überflogen wird. Das Bundesgericht hat dies am Donnerstag in einer öffentlichen Beratung festgehalten.

Im Oktober 2001 waren die Ostanflüge auf die Piste 28 auf den Flughafen Zürich eingeführt worden. Zahlreiche Hausbesitzer verlangten darauf eine Entschädigung, weil ihre Liegenschaften nun weniger wert waren.

Acht Pilotfälle

Die Eidgenössische Schätzungskommission (ESchK) entschied 2011 in acht Pilotfällen zu Grundstücken in Kloten ZH und sprach den Eigentümern eine Entschädigung zu. Das Bundesverwaltungsgericht hiess jedoch im April 2014 Beschwerden der Flughafen Zürich AG, des Kantons Zürich sowie der Grundeigentümer teilweise gut und wies die Verfahren zur Neubeurteilung zurück an die ESchK.

Die Flughafen Zürich AG und der Kanton Zürich gelangten darauf hin ans Bundesgericht. Dieses hiess die Beschwerden nun in seiner öffentlichen Beratung teilweise gut und wies die Sache zur Neubeurteilung in verschiedenen Punkten zurück ans Bundesverwaltungsgericht. Dieses werde - soweit möglich - endgültig und ohne Rückweisung an die ESchK zu entscheiden haben, teilte das Bundesgericht am Donnerstag mit.

Weniger Entschädigung für grosse Grundstücke

Das Bundesgericht hat gemäss Mitteilung seine bisherige Rechtssprechung bestätigt, falls das Grundstück direkt überflogen wird. In solchen Fällen spiele es keine Rolle, ob die Lärmentwicklung beim Kauf des Grundstücks voraussehbar war.

Weiter bestätigt wird die Auffassung des Bundesverwaltungsgerichts, dass bei einem direkten Überflug in der Regel der Minderwert des gesamten Grundstücks zu entschädigen ist und nicht nur derjenige für den direkt überflogenen Teil.

Zuschlag für andere Auswirkungen

Allerdings könne dieser Entscheid bei ungewöhnlich grossen und/oder mit mehreren Häusern bebauten Parzellen zu stossenden Ergebnissen führen. Die Entschädigung soll in solchen Fällen nur für die tatsächlich überflogenen Gebäuden mit Umschwung ausbezahlt werden. Bei drei Grundstücken ist die Entschädigung deshalb entsprechend zu kürzen.

Anders als Ansicht des Bundesverwaltungsgerichts soll zur Berechnung des lärmbedingten Minderwerts das Modell der ESchK beibehalten werden. Für nicht lärmbezogene Auswirkungen des direkten Überflugs soll es einen entsprechenden Zuschlag geben. Dieser soll durch Schätzungsermessen bestimmt werden, wobei als grober Richtwert ein Minderwert von fünf Prozent angenommen werden könne.

(sda/mbü)





Erfolg für Hauseigentümer im Fluglärmstreit

http://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/region/erfolg-fuer-hauseigentuemer-im-fluglaermstreit/story/25595157

Hausbesitzer in Kloten können sich freuen: Sie erhalten höhere Entschädigungen, als der Flughafen zahlen wollte. Das Bundesgericht hat für sie aber auch eine schlechte Nachricht.

Der Flughafen Zürich muss Entschädigungen für die gesamte Fläche eines direkt überflogenen Grundstücks zahlen. Diesen Grundsatzentscheid hat das Bundesgericht heute Donnerstag gefällt. Es hat acht Pilotfälle aus Kloten behandelt, also aus der Ostanflugschneise des Flughafens. Die Grundstückbesitzer hatten nach der Einführung des forcierten Ostanflugs im Jahr 2001 geltend gemacht, dass ihr Grundstück an Wert verloren hat.

Das Bundesgericht bestätigte mit seinem Entscheid die Vorinstanz, das Bundesverwaltungsgericht (BVG). Dieses hatte 2014 einen Pilotentscheid der Eidgenössischen Schätzungskommission von 2011 kritisiert. Die Kommission hatte jeweils nur für jene Teile der Parzellen Entschädigungen auszahlen wollen, die genau überflogen werden.

Flughafen wollte Grundsatzentscheid

Ans Bundesgericht gelangte der Flughafen sowie der Kanton Zürich, weil diese einen höchstrichterlichen Entscheid diesbezüglich wollten. Gemäss Bundesgericht ist jetzt wieder das BVG am Zug.

Nun dürfen sich diese acht Grundstückbesitzer in Kloten freuen. Sie werden höhere Entschädigungen erhalten, als ihnen die Schätzungskommission und der Flughafen zuhalten wollten. Bei drei Grundstücken machte das Bundesgericht aber eine Ausnahme von der Regel. Deren Flächen sind derart gross, dass sie nicht gänzlich direkt überflogen werden und entsprechend weniger hoch entschädigt werden müssen.

Südmodell gilt auch für Osten

Die gute Nachricht für die in diesem Fall betroffenen Grundstückeigentümer ist aber nicht unbedingt eine gute Nachricht für den ganzen Osten des Flughafens. Denn das Bundesgericht hat weiter entschieden, dass die Schätzungskommission das richtige Modell für die Berechnung des lärmbedingten Minderwerts angewendet hatte.

Es handelt sich um jenes Modell, das auch für Entschädigungen im Süden des Flughafens (Opfikon) angewendet wurde. Dabei wird zur Berechnung des Lärms ein Durchschnittswert für die Stunden zwischen 6 und 22 Uhr ermittelt.

Auch Scheinwerferlicht der Flugzeuge wird entschädigt

Während der Süden regelmässig durch Südstarts belärmt wird, ist der Osten (Kloten) fast nur am Abend und vor allem zwischen 20 und 23 Uhr durch Landungen betroffen. Der Durchschnittswert für die 16 Stunden sinkt dadurch stark, obwohl die Belastung in den Abendstunden gross ist. Die Hauseigentümer im Osten hatten ein eigenes Modell für ihre Flugschneise gefordert.

Das Bundesgericht hat einen weiteren Entscheid gefällt zu Auswirkungen von direkten Überflügen, die bisher ausserhalb des öffentlichen Fokus' waren. So muss der Flughafen den Hauseigentümern weitere rund 5 Prozent wegen Minderwerts aufgrund nicht lärmbezogener Auswirkungen wie Wirbelschleppen, «Bedrohlichkeit» oder «Lichteinwirkung» zahlen. Unter Lichteinwirkung sind die Scheinwerfer der Flugzeuge gemeint, die teils direkt in die Attikawohnungen der Mehrfamilienhäuser scheinen, wenn sie am Abend anfliegen.

Der Flughafen Zürich will erst einen Kommentar zum neusten Bundesgerichtsurteil abgeben, wenn die schriftliche Begründung vorliegt. Sprecherin Sonja Zöchling lässt sich nur einen Satz zum Entscheid zum Modell entlocken, das für die Berechnung des Minderwerts von Ertragsliegenschaften zur Anwendung kommt: «Das gibt uns Sicherheit für die Bearbeitung weiterer Fälle.»

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
(Erstellt: 17.03.2016, 14:26 Uhr)



UVEK -Flughafen Zürich: UVEK erteilt die Plangenehmigung für Schnellabrollwege

Flughafen Zürich: UVEK erteilt die Plangenehmigung für Schnellabrollwege

Das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) hat ein Plangenehmigungsgesuch der Flughafen Zürich AG für den Bau von Schnellabrollwegen für die Pisten 28 und 34 genehmigt. Diese Rollwege dienen dazu, dass landende Flugzeuge die Piste schneller verlassen und diese damit für die nächste Landung freimachen.

Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) hatte das Gesuch zusammen mit dem Betriebsreglement 2014 im Herbst 2014 öffentlich aufgelegt. In den zahlreich eingegangenen Einsprachen - insbesondere aus den Regionen östlich und südlich des Flughafens - war in erster Linie befürchtet worden, dass der Flughafen durch den Bau der Schnellabrollwege seine Kapazität massiv erhöhen könne. Das UVEK ist zum Schluss gelangt, dass die neuen Rollwege sowohl das Ostkonzept wie das Südkonzept geringfügig leistungsfähiger machen. Damit ergibt sich auch mehr Spielraum für die Reduktion von Verspätungen.

Durch die Schnellabrollwege wären maximal zwei Landungen pro Stunde mehr möglich. Während den deutschen Sperrzeiten könnte somit die Landekapazität des Flughafens um täglich höchstens sechs Landungen erhöht werden. Dies entspräche einer Zunahme von 1,5 Prozent. Beide Konzepte bieten aber weiterhin deutlich weniger Kapazitäten und werden weniger häufig eingesetzt als das Nordkonzept. Daher wird die Gesamtkapazität des Flughafens kaum erhöht. Der Umweltverträglichkeitsbericht weist aus, dass die Fluglärmbelastung durch die zusätzlich möglichen Landungen nicht verändert wird; dies wird von den angehörten Umweltfachstellen bestätigt.

Noch nicht abgeschlossen ist hingegen das Verfahren für das Betriebsreglement 2014. Dieses sieht aus Sicherheitsgründen eine Entflechtung von An-und Abflugrouten im Ostkonzept vor. Die abschliessende politische Beurteilung durch Deutschland steht noch aus. Das deutsche Umwelt-Bundesamt beurteilt die Lärmauswirkungen auf deutsches Gebiet als gering.

Der Flughafen Zürich hatte bereits vor über 10 Jahren die neuen Schnellabrollwege für die Pisten 28 und 34 beantragt, wie sie auch auf den meisten internationalen Flughäfen üblich sind. Die vom UVEK im Jahr 2007 erteilte Plangenehmigung wurde aber 2010 vom Bundesgericht aufgehoben, da noch kein SIL-Objektblatt für den Flughafen Zürich und damit keine raumplanerische Festlegung vorlag. Im Sommer 2013 hat der Bundesrat die erforderlichen Voraussetzungen im SIL-Objektblatt getroffen, auf dessen Grundlage der Flughafen Zürich ein neues Gesuch einreichte.

Adresse für Rückfragen:

Für Medienschaffende:
Kommunikation BAZL
Telefon: 058 464 23 35
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Bundesamt für Zivilluftfahrt
Internet: http://www.bazl.admin.ch
Generalsekretariat UVEK
Internet: https://www.uvek.admin.ch/uvek/de/home.html



http://www.spkantonzh.ch/icc.asp?oid=136622&cid=70580

KEIN BUNDESDIKTAT BEIM PISTENAUSBAU, DEM ZÜRCHER VOLK DAS LETZTE WORT

Die SP ist mit dem Re­gie­rungs­rat ein­ver­stan­den, dass die Stimm­be­völ­ke­rung des Kan­tons Zürich end­gül­tig über einen all­fäl­li­gen Aus­bau des Flug­ha­fens Zürich ent­schei­den soll. Sie be­grüsst daher den An­trag der Kan­tons­rats­kom­mis­sion für die Än­de­rung des Flug­ha­fen­ge­set­zes.
In letz­ter Zeit ver­sucht der Bund, den Kan­ton Zürich – im­mer­hin der ent­schei­dende Haupt­ak­tionär des Flug­ha­fens – und seine Be­völ­ke­rung zu be­vor­mun­den. Die In­ter­es­sen der Luft­ver­kehrs­bran­che sol­len au­to­ma­tisch na­tio­nale In­ter­es­sen sein, denen die An­lie­gen der lo­ka­len Zür­cher Be­völ­ke­rung un­ter­zu­ord­nen sind. Nicht zu­letzt sol­len Pis­ten­aus­bau­ten dazu die­nen, mit Deutsch­land eine Ei­ni­gung über die Be­nut­zung des deut­schen Luftraums zu fin­den. Dies zu­las­ten der Be­völ­ke­rung im dicht be­sie­del­ten Bal­lungs­raum rund um Zürich-Klo­ten.

Die Pis­ten­aus­bau-In­itia­ti­ve, von die­ser Bran­che mit ganz an­de­ren Ab­sich­ten lan­ciert, bie­tet der Be­völ­ke­rung die Chan­ce, die öko­lo­gi­schen, volks­wirt­schaft­li­chen und so­zia­len Fol­gen eines Flug­ha­fen­aus­baus breit zu dis­ku­tie­ren. Den an­sch­lies­sen­den Volks­ent­scheid gilt es dann auch in Bern zu re­spek­tie­ren.

Vom neuen Ver­fah­ren er­hofft sich die SP auch, dass das jahr­zehn­te­lange Ge­gen­ein­an­der-Aus­spie­len der ver­schie­de­nen Re­gio­nen im Kan­ton ein Ende hat.

Aus­kunft er­tei­len:
Da­niel Frei, Prä­si­dent, dfrei­@spzue­rich.ch, 079 482 44 03
Ruedi Lais, Kan­tons­rat, Prä­si­dent KEVU, in­fo@lais.ch, 076 436 43 74

Kommentar: Was steckt genau hinter dieser Kehrtwende der SP? Wohl kaum ist plötzlich eine Mehrheit der Partei pro Pistenverlängerung. Es geht wohl eher drum, nicht eine weitere klare Niederlage an der Urne einstecken zu müssen.


Zuletzt bearbeitet: 23.03.16 06:57 von Thomas
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