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Thema: Medienberichte Jul-Dez 2016


Hier die Berichte.



Die Stiftung gegen Fluglärm (www.stiftungfluglaerm.ch) nimmt Stellung zum revidierten Korruptionsstrafrecht:

Ausgewogene Berichterstattung wird verlangt

http://static1.squarespace.com/static/570f79e4cf80a157aa6c01f7/t/5774cac2e6f2e1176cdc941b/1467271875214/MI_Ausgewogene+Berichterstattung+wird+verlangt_16_06_30+Kopie.pdf

Gockhausen, 30.06.2016: - Die einseitige Berichterstattung vieler Medien in Sachen Flugverkehr, Gesundheits- und Umweltschutz beruht nicht selten auf der Grundlage einer „Pflege“ der Medien durch weitblickende Unternehmen und Organisationen.

Mit der Inkraftsetzung des revidierten Korruptionsstrafrechts per 1. Juli 2016 wird die Stiftung gegen Fluglärm verstärkt darauf achten, ob solche Begünstigungen unter Umständen zu einer einseitigen Berichterstattung führen, die nicht mehr ganzheitlich ist.

Adolf Spörri, der Präsident der Stiftung, sagt dazu: „Gerade im Falle des Flughafens Kloten, aber auch bei den beiden Flughäfen Genf und Basel-Mulhouse ist es offensichtlich, dass nicht nur die Flughäfen, sondern auch die Fluggesellschaften eine auffallend positive Darstellung in den Medien erhalten. Umweltschutz und Gesundheitsfragen werden im Zusammenhang mit dem Ausbau der Flughäfen nur ungenügend berücksichtigt“. Als Folge der Inkraftsetzung des neuen Korruptionsstrafrechts per 1. Juli 2016 werden Korruptionsfälle, auch bei der Bestechung Privater, als Offizialdelikt verfolgt und mit Freiheits- oder Geldstrafe bestraft. „Es ist zu hoffen“, so Adolf Spörri, „dass das neue Gesetz unter anderem auch zu einer ausgewogenen Berichterstattung führt, bei welcher künftig verstärkt auch Gesundheitsrisiken und Umweltbelastungen thematisiert werden, die vom Flughafen und vom Flugbetrieb ausgehen.“

Stiftung gegen Fluglärm

Präsident: Adolf Spörri

spoerri@spoerrilaw.ch



SRF - Swiss will leiser werden

Die neuen Bombardier-Jets sind leiser als ihre Vorgänger, die Jumbolinos. Keystone

Als der Jumbolino noch neu war, nannte man ihn auch «Flüster-Jet». Heute sind diese Swiss-Flugzeuge im Schnitt 15-jährig und viel lauter als neuere Modelle. Deshalb werden die Jumbolinos durch CS-100- und CS-300-Flugzeuge der Firma Bombardier ersetzt. Die erste dieser Maschinen wird heute der Öffentlichkeit gezeigt, in zehn Tagen hebt sie flugplanmässig ab.

Nur noch halb so laut

Die neuen Jets sollen viel leiser sein als ihre Vorgänger. Das zeigten die bekannten Lärmdaten, sagt Mark Dennler, Abteilungsleiter Luftverkehr beim Kanton Zürich: «Wir wissen, dass das Flugzeug zehn bis 15 Dezibel leiser sein wird.» Und da zehn Dezibel weniger einer Halbierung des Lärms entspreche, seien die neuen Flugzeuge «wahrnehmbar leiser».

Insgesamt geht es um 11'000 Starts pro Jahr, die in Zürich künftig leiser erfolgen werden. Zudem will die Swiss in den kommenden Jahren Maschinen eines weiteren, leiseren Flugzeugtyps für die Kurz- und Mittelstrecke beschaffen. Der Fluglärm-Verantwortliche des Kantons rechnet deshalb damit, dass bis in zehn Jahren mehr als ein Drittel der Starts in Zürich viel leiser sein werden als heute.

Langstrecken-Jets bleiben laut

«Das ist eine sehr gute Nachricht», sagt Thomas Hardegger, SP-Nationalrat und Präsident des Flughafen-Schutzverbandes. Trotzdem ist die Lärmfrage damit nicht vollständig vom Tisch: «Diese Entlastung findet vor allem während des Tages statt. In den Randstunden am Morgen und am Abend werden nach wie vor laute Flugzeuge eingesetzt», so Hardegger.

Denn bei den grossen Langstrecken-Fliegern, welche die Menschen um den Flughafen frühmorgens wecken oder sie abends nicht einschlafen lassen, ist eine vergleichbare Verbesserung beim Lärm noch nicht absehbar.



Zürichsee-Zeitung
Donnerstag, 7. Juli 2016

Slot Pricing auch am Flughafen Zürich-Kloten

Das Ziel sei es, die Verkehrsspitzen zu brechen und die Kapazitätsprobleme zu lösen, erklärte Verkehrsministerin Doris Leuthard den Vorschlag des Mobility Pricing, um die omnipräsenten Überlastungen im Strassen- und Schienenverkehr zu entschärfen. Endlich ein erfolgversprechender Ansatz, um die täglichen Stosszeitenengpässe zu bewältigen!

Doch wo bleibt die Integrierung des Luftverkehrs in diese bundesrätliche Grundsatzerkenntnis? Verspätungen am Flughafen Zürich könnten auf einfache Weise vermieden werden, wenn das Flugvolumen mittels Slot Pricing gleichmässig auf den ganzen Tag verteilt würde. Stattdessen finden masslose Forderungen nach noch grösseren Spitzenkapazitäten für die fünf täglichen Flugbetriebswellen in Bern immer wieder Rückhalt.

Die Luftfahrtpolitik der Schweiz steht in krassem Widerspruch zu den Lösungsvorschlägen für den Strassen- und Schienenverkehr. Uneingeschränkt kann die deutsche Swiss ihre Flottenkapazität mit den neuen Tripple-Seven- und CS-100-Maschinen ausbauen. Swiss-CEO Thomas Klühr zeigt sich in den Medien überzeugt, dass die dafür zusätzlich notwendige Nachfrage generiert werden kann (mit noch mehr ausländischen Zubringerpassagieren, ohne Wertschöpfung für die Schweiz). Keine Spur mehr von nachfrageorientiertem Wachstum. Der Mehrverkehr zwecks reiner Gewinnmaximierung (zulasten der Bevölkerung) wird ohne Skrupel in Kauf genommen. Ein zu hoher Preis! Slot Pricing wäre das ideale Steuerinstrument für Pünktlichkeit, Sicherheit und Umweltverträglichkeit ohne zusätzliche Belastung der Bevölkerung.

Jean-Pierre Schiltknecht,
Zollikerberg



Fluglärm in Friedrichshafen deutlich unter Grenzwerten

http://www.suedkurier.de/region/bodenseekreis-oberschwaben/friedrichshafen/Fluglaerm-in-Friedrichshafen-deutlich-unter-Grenzwerten;art372474,8797185

Claus-Dieter Wehr, Geschäftsführer des Häfler Flughafens, stellt den Fluglärmbericht für 2015 vor. Linien-Verkehr schrumpft wegen Intersky-Insolvenz.

Früher als in der Vergangenheit wurde der Fluglärm-Bericht des Vorjahres im Rahmen der gestrigen Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Nachhaltigkeit vorgestellt. Dies ist auf eine Initiative von Claus-Dieter Wehr, Geschäftsführer der Flughafen Friedrichshafen GmbH (FFG) zurückzuführen. Darauf wies Tillmann Stottele seitens der Stadtverwaltung eingangs der Sitzung hin. Die Ergebnisse für 2014 hatte Wehr erst Ende 2015 den Mitgliedern des Gemeinderats präsentiert. Zu diesem Zeitpunkt habe er "von kaltem Kaffee geredet." Mit der Stadtverwaltung ist jetzt vereinbart, dass der Fluglärmbericht des Vorjahres in der Mitte des Folgejahres präsentiert wird. Im Bericht für 2015 hatte die Insolvenz der österreichischen Fluggesellschaft Intersky ihren Niederschlag gefunden, die Zahl der Flugbewegungen im Linienbetrieb schrumpfte. Mit der Insolvenz der belgischen Regionalfluglinie VLM in diesem Jahr wird diese Zahl für 2016 weiter deutlich nach unten gehen. Die Gesamtsumme der Flugbewegungen war im vergangenen Jahr wegen des guten Wetters, das Privatflieger nutzten, so hoch.

Grundsätzlich wies Wehr darauf hin, dass die Grenzwerte für Fluglärm am Flughafen Friedrichshafen sowohl tagsüber als auch nachts stets deutlich unterschritten würden. Um immer auf verlässliche Messergebnisse zurückgreifen zu können, sei am Flughafen eine neue Mess-Anlage installiert worden – siehe unten. Die aktuellen Lärmdaten können auf der Homepage des Flughafens eingesehen werden. Spätestens sechs Wochen nach dem Ende eines Monats würden die Werte online gestellt. Diese Verzögerung ist deshalb nötig, da die Sensoren der Anlage alle Lärmereignisse registrieren.

Doch nicht immer stammt der Lärm von einem Flugzeug. Das Silvesterfeuerwerk sei jedes Jahr die Ursache für die höchsten gemessenen Werte, so Wehr. Um die für den Flugbetrieb relevanten Daten zu ermitteln, werden die Messwerte mit den Flugbewegungen in Übereinstimmung gebracht. Wehr sagte, dass es auf der Airport-Homepage auch grundsätzliche Informationen zum Thema gibt.

Neue Mess-Anlage

Um die Lärmbelastung durch den Flugbetrieb zuverlässig ermitteln zu können, hat die Flughafen Friedrichshafen GmbH (FFG) im Herbst vergangenen Jahres in eine neue Mess-Anlage investiert. Die aktuellen Mess-Punkte sind in der nebenstehenden Grafik zu erkennen. Die Vorgängeranlage habe nicht mehr ganz zuverlässig gearbeitet, sagte Claus-Dieter Wehr, FFG-Geschäftsführer, als er am Donnerstag vor den Mitgliedern des Ausschusses für Umwelt und Nachhaltigkeit den Fluglärmbericht für 2015 vorstellte. Die Investitionssumme für die neue Mess-Anlage nannte er nicht. (dim)



Fluglärm-Gipfel in Berlin: Landräte bei Verkehrsminister Dobrindt

http://www.suedkurier.de/region/hochrhein/kreis-waldshut/Fluglaerm-Gipfel-in-Berlin-Landraete-bei-Verkehrsminister-Dobrindt;art372586,8798459

Die Landräte aus Waldshut (Martin Kistler), Schwarzwald-Baar (Nicole Ebert in Vertretung von Sven Hinterseh) und Frank Hämmerle (Konstanz) diskutierten in Berlin mit Verkehrsminister Alexander Dobrindt über den Fluglärm und das Ostanflugkonzept. Ein Gutachten soll weitere Überflüge verhindern.

Noch herrscht Ruhe in den frühen Morgen- und späten Abendstunden am Himmel über Südbaden. Doch die Ruhe trügt. Denn die Betreiber des Flughafens Zürich-Kloten wollen ihr Betriebsreglement ändern – dies hätte bis zu 10¦000 mehr Flüge über deutschem Gebiet zur Folge. Um dies zu verhindern, haben die drei betroffenen Landkreise ein Gutachten in Auftrag gegeben, das sie gestern in Berlin mit Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) diskutierten. Mit dabei waren auch die südbadischen Bundestagsabgeordneten und die Freiburger Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer.

Die Landräte Martin Kistler (Walds­hut), Frank Hämmerle (Konstanz) sowie Nicole Ebert in Vertretung von Sven Hinterseh (Schwarzwald-Baar) übergaben dem Minister das von der Gesellschaft für Luftverkehrsforschung (GfL) erstellte Gutachten über die Auswirkungen des von der Schweiz beantragten Ostanflugkonzeptes (BR¦2014). Laut Pressemitteilung des Landratsamtes bekräftigten sie dabei ihre Ablehnung der Schweizer Pläne. Das Gutachten zeige auf, dass der Flughafen Zürich zur Abwicklung seines An- und Abflugverkehrs nicht in dem beantragten Ausmaß auf den deutschen Luftraum angewiesen sei. Mit Befriedigung, so die Mitteilung weiter, "nahmen die Landräte zur Kenntnis, dass der Bundesverkehrsminister den auf Eis liegenden Staatsvertrag weiterhin nicht dem Bundestag zur Ratifizierung zuleiten wird".

Die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium und SPD-Bundestagsabgeordnete Rita Schwarzelühr-Sutter wies darauf hin, dass bezüglich der für den von der Schweiz beantragten Ostanflug (BR 2014) genannten Sicherheitsaspekte zu prüfen sei, ob vorhandene andere Konzepte nicht anwendbar seien. „Das Ostanflugkonzept war nicht die erste Priorität des Schweizer Bundesamtes für Zivilluftfahrt und der schweizerischen Sicherheitsuntersuchungsstelle“, so Schwarzelühr-Sutter. Die Sicherheitsrelevanz zu werten sei Sache des Bundesverkehrsministeriums. Die Stellungnahme des Umweltbundesamtes UBA befasse sich lediglich mit den Lärmauswirkungen, so, wie sie auch für deutschen Flughäfen bewertet würden. „Ich bin gerne bereit, die Stellungahme mit den Landräten und dem UBA durchzusprechen und erläutern zu lassen“, so die Abgeordnete. Für das Bundesverkehrsministerium sei die Stellungnahme des UBA nicht bindend. Zudem sei der Flughafen Zürich kein deutscher Flughafen. „Am Ende ist es eine politische Entscheidung.“

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Thomas Dörflinger erklärte auf Anfrage, dass das Treffen in einer angenehmen und sachlichen Atmosphäre verlaufen sei. Die Landräte hätten die wesentlichen Punkte des Gutachtens dargestellt, die in den nächsten gut acht Wochen mit der Position des Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung und des UBA abgeglichen werden sollen.

Die Schweizer Pläne

> Das gilt: Laut DVO darf deutsches Hoheitsgebiet montags bis freitags von 21 bis 7¦Uhr sowie samstags, sonntags und an Feiertagen zwischen 20 und 9¦Uhr nicht unter 3700¦Metern überflogen werden. Damit ist für die betroffenen Bürger in der Regel eine Nachtruhe garantiert.

> Das ist geplant: Außerhalb der deutschen Sperrzeiten (siehe oben) Landeanflüge von Osten auf die Piste¦28, wobei die Flugzeuge über dem Südschwarzwald und dem Bodensee für die Landevorbereitung konzentriert werden sollen. Außerhalb der Sperrzeiten Starts in Richtung auf Norden, also in Richtung Hohentengen.



Kommentar zur Fluglärm-Debatte: Über Unterschiede im Luftverkehr

http://www.suedkurier.de/region/hochrhein/waldshut-tiengen/Kommentar-zur-Fluglaerm-Debatte-UEber-Unterschiede-im-Luftverkehr;art372623,8806153

Während noch mehr Schweizer Passagiermaschinen über Deutschland einschweben sollen, geht es in der Schweiz selbst ganz anders zu.

Dass Flugzeuge laut sind, ist unbestritten. Umstritten ist dagegen, ob sie mit ihrer Lautstärke stören. Diese Frage wird am Hochrhein und im Südschwarzwald schon seit Jahrzehnten mit den eidgenössischen Nachbarn in einem endlosen Hin und Her diskutiert. Bisher ohne hörbares Ergebnis. Im Gegenteil. Trotz des Arguments, Flugzeuglärm sei nicht gerade förderlich für Tourismusgebiete, wie es der Schwatzwald und der Hochrhein sind, möchte die andere Seite noch ein paar Flieger mehr auf diese Seite über die Köpfe der Touristen bringen – auch frühmorgens und spätabends. Anders verfahren die Eidgenossen, wenn es um Touristen in ihrem Land geht: Die Schweizer Luftwaffe legt während der touristischen Sommer-Hochsaison in ihren Trainigsräumen Jura/Chasseral, Hohgant und Speer auf Weisung des Eidenössischen Departements für Bevölkerungsschutz und Verteidigung eine sechswöchige Flugpause ein. Bis zum 28. August sollen Schweiz-Touristen unbehelligt von Fliegern sein. Die Touristen-Schon-Pause gibt es übrigens schon seit 2013. Flugzeuge am Schweizer Himmel sind offenbar störend, egal ob über Touristenregionen oder der Goldküste. Am deutschen Himmel stören sie die Eidgenossen verständlicherweise nicht.
manfred.herbst@suedkurier.de

Antwort:
Es ist schon unglaublich, wie der Südkurier immer wieder Artikel mit völlig unqualifierten Behauptungen, falschen Vergleichen und Unterschlagung von Tatsachen publiziert. Was Manfred Herbst nämlich tunlichst unterlässt, ist der Lautstärkenvergleich! In der Schweiz handelt es sich bei den lärmverursachenden Flugzeugen in den von ihm erwähnten Regionen um Kampfjets, teilweise sogar mit Nachbrennern, die beim Starten über 100 dB verursachen, im Schwarzwald hingegen um Verkehrsflugzeuge die rund 3000 m über Grund fliegen und wo, wenn überhaupt, höchstens ein Summen wahrnehmbar ist. Das hat auch die Deutsche Fluglärmbehörde, anno dazumal auf spezielles Verlangen von Bundeskanzlerin Angela Merkel, festgestellt. Also bitte nicht Äpfel mit Birnen vergleichen!

Beispiel Blumberg:
http://www.schwarzwaelder-bote.de/inhalt.blumberg-fluglaerm-buerger-koennen-widerstand-leisten.65e2d006-6d81-4a35-b0a3-1dfda36e760f.html
Flughöhe bei 3600 Metern über dem Meeresspiegel, was faktisch 3000 bis 2700 Meter über Grund bedeutet. In Ausnahme- und Notfallsituationen niedrigere Anflüge in Höhen um die 2100 Meter über Grund.



Flughafen Zürich will Anwohner vor morgendlichem Fluglärm schützen

https://www.cash.ch/news/politik/flughafen-zurich-will-anwohner-vor-morgendlichem-fluglarm-schutzen-474786

Zürich (awp/sda) - Die Flughafen Zürich AG will in den kommenden zwei Jahren sein Schutzkonzept Süd umsetzen. Rund 10'000 Schlafzimmer werden mit Schalldämmlüfter oder Fensterantrieb ausgerüstet. Damit sollen die Anwohner vor dem Lärm der morgendlichen Südanflüge geschützt werden.

22.07.2016 12:45

Begünstigt werden Haus- und Wohnungseigentümer, deren Liegenschaften im Bereich der Südanflugroute liegen und nicht Bestandteil des ordentlichen Schallschutzprogramms sind, wie die Flughafen Zürich AG am Freitag mitteilte. Betroffen sind Teile der Gemeinden Opfikon, Wallisellen, Zürich und Dübendorf.

Die betroffenen Immobilienbesitzer haben die Wahl: Sie können zwischen einem Fensterantrieb, der das offene Fenster vor dem ersten Anflug am Morgen automatisch schliesst, oder einem Schalldämmlüfter wählen. Dieser sorgt bei geschlossenem Fenster für Frischluftzufuhr.

Für die Betroffenen ist der Einbau kostenlos. Ein Info-Pavillon, der in den kommenden Wochen an verschiedenen Orten aufgestellt wird, soll ihnen dabei helfen, eine Wahl zu treffen.

Das Ziel der Flughafen Zürich AG sei es, bereits in wenigen Wochen mit der Realisation beginnen zu können, heisst es weiter.

BUNDESVERWALTUNGSGERICHT MUSSTE ENTSCHEIDEN

Das Bundesgericht hatte den Flughafen im Dezember 2010 dazu verpflichtet, zusätzlich zum bestehenden Schallschutzprogramm ein Schutzkonzept Süd auszuarbeiten. Der Bund bewilligte das Konzept im Jahr 2013.

Allerdings waren Dübendorf, Opfikon und der Verein Flugschneise Süd - Nein (VFSN) mit dem Konzept unzufrieden und gelangten ans Bundesverwaltungsgericht. Ihnen ging der Schutz der Bevölkerung zu wenig weit.

Das Bundesverwaltungsgericht liess sie im Oktober 2015 jedoch mit ihren Forderungen abblitzen. Das Schutzkonzept Süd sei ausreichend und die weitergehenden Forderungen unverhältnismässig.

(AWP)



25. Juli 2016, 18:51 Uhr

Wessen Fluglärm?

http://www.sueddeutsche.de/kolumne/weitere-briefe-wessen-fluglaerm-1.3093595#2

Die Südbadener wehren sich gegen vermehrten Fluglärm ("Lärm von der anderen Seite", 9./10. Juli). Dafür haben wir Schweizer volles Verständnis, werden doch auch wir täglich (und nächtlich!) von startenden und landenden Flugzeugen belästigt.

Auch wir sind gegen jegliche Ausweitung des Flugbetriebs in Zürich-Kloten. Unfair finden wir aber die Äußerung: "Es ist der Lärm der anderen, der die Südbadener aufregt. Schweizer Lärm." Dürfen wir daran erinnern, dass Klotens wichtigste Airline, die Swiss, gar keine Swiss ist, sondern die ertragsreichste Tochter der Lufthansa? Und wir also mehrheitlich von deutschen Flugzeugen gestört werden?

Monica und André Amsler-Rüttimann, Winterthur/Schweiz



Swiss startet grösste Imagekampagne der Geschichte

http://www.handelszeitung.ch/unternehmen/swiss-startet-groesste-imagekampagne-der-geschichte-1165062

Luftfahrt Swiss will ihr Image erneuern und hat dafür ein Rekordbudget gezahlt. Schrittweise soll der Konzern über zwölf Monate einen anderen Auftritt bekommen – die Schweiz steht dabei im Fokus.

[...]

Die Kampagne ist der umfassendste Neuauftritt, den die Lufthansa-Tochter je gestartet hat, berichtet «Persoenlich.com». «Es wurde noch nie ein so grosses Budget für eine Launch-Kampagne aufgewendet», sagte Swiss-Marketingchef Bernhard Christen ihnen gegenüber im Interview.



Piloten & Skyguide nerven mich nur noch. Aber die Lösung kommt in den nächsten Jahrzehnten: Diese Fehlerquellen werden durch KI-Algorithmen ersetzt werden.

http://www.bbc.com/future/story/20130502-pilotless-planes-plan-to-take-off

Damit ist dann auch das selbstherrliche Getue der Piloten und Fluglotsen wohl am Ende.

Die letzte Hoffnung von denen ist, dass der Passagier es nicht akzeptiere. Da erinnere ich mich immer dran, dass gewisse Leute vor Krebsgefahr warnten, als die Mikrowelle populär wurde Die Passagiere werden es akzeptieren, die Versicherungsgesellschaften sogar verlangen.

Bahnen fahren heute oft schon ohne Zugführer. Als nächstes kommen LKW, dann PKW und dann die Luftfahrt.


Zuletzt bearbeitet: 14.08.16 14:15 von Thomas


Flughafen Zürich

6,8% mehr Passagiere als vor einem Jahr

http://www.nzz.ch/wirtschaft/unternehmen/flughafen-zuerich-68-mehr-passagiere-als-vor-einem-jahr-ld.111087

15.8.2016, 18:14 Uhr

(sda) Im Ferienmonat Juli sind am Flughafen Zürich 2'856'095 Passagiere abgeflogen oder gelandet. Das sind 6,8% mehr als im Juli 2015, wie die Flughafen Zürich AG am Montag mitteilte. Die Zahl von 25'410 Flugbewegungen lag um 1,8% über jener des Vorjahresmonats.

Um 6,7% auf 2'095'993 angewachsen ist die Anzahl Lokalpassagiere, deren Reise in Zürich startete oder endete. Gestiegen ist auch die Zahl der Umsteigepassagiere und zwar um 7,2% auf 754'570. Der Transferanteil veränderte sich leicht um plus 0,1 Prozentpunkte auf 26,5%.

Pro Flug waren im Durchschnitt 129 Fluggäste unterwegs, 4,4% mehr als im Juli 2015. Die Sitzplatzauslastung ist jedoch um 0,7 Prozentpunkte auf 81,6% zurückgegangen.

Angewachsen ist der Güterverkehr. Im Juli 2016 wurden 35'966 Tonnen Fracht am Flughafen Zürich abgewickelt. Dies sind 1,9% mehr als im Juli 2015.



Flughafen Zürich

Leuthard will längere Pisten, aber keine Südstarts am Mittag

http://www.nzz.ch/zuerich/aktuell/flughafen-zuerich-leuthard-will-laengere-pisten-aber-keine-suedstarts-am-mittag-ld.111942

von Andreas Schürer 19.8.2016, 17:53 Uhr

Mit Pistenverlängerungen und Südstarts geradeaus bei Nebel und Bise sollen am Flughafen Zürich Sicherheitsmarge und Kapazität erhöht werden. Dies geht aus einem vertraulichen Entwurf hervor.

In Bern wird gegenwärtig die künftige Ausrichtung des Flughafens Zürich definiert. Das Zauberwort, das Aviatiker aufhorchen lässt, heisst «SIL 2» und meint den zweiten und entscheidenden Teil des Sachplans, der den Rahmen für die Entwicklung des Flughafens Zürich in den nächsten zehn bis fünfzehn Jahren absteckt.

Im Zentrum stehen Reizbegriffe wie Pistenverlängerungen und Südstarts geradeaus, letztlich geht es um die Quadratur des Kreises: Wie können Sicherheitsmarge und Kapazität erhöht werden, ohne mehr Menschen mit Fluglärm zu belasten? Ende September, so der Plan, wird Bundesrätin Doris Leuthard das Objektblatt des Sachplans bekanntmachen und in die Anhörung schicken.

Swiss will mehr Kapazität

Die Präferenzen der Verkehrsministerin Leuthard zeigen sich aber bereits jetzt, wie aus dem aktuellen Entwurf des Sachplans für die 1. Ämterkonsultation hervorgeht. In dem 63-seitigen Dokument, das der NZZ vorliegt, fallen zwei Kernaussagen besonders auf: Zum einen sind Verlängerungen der Pisten 28 und 32 nun als verbindliche Festlegungen definiert; im «SIL 1» erhielten sie nur den Status von Vornotierungen. Im Entwurf heisst es: «Der Flugbetrieb soll langfristig auf einem System mit verlängerten Pisten 28 und 32 abgewickelt werden.» Zum anderen sind Südstarts geradeaus, die «Straight out 16», in der Mittagsspitze nicht vorgesehen – und damit für lange Zeit vom Tisch, wenn sie nicht doch noch in letzter Minute in das Objektblatt aufgenommen werden.

Unter anderem die Airline Swiss und die Flugsicherung Skyguide hatten vehement auf Südstarts geradeaus am Mittag gedrängt. In Kombination mit Nordanflügen liesse sich so kreuzungsfrei starten und landen – was Stundenkapazität und Sicherheitsmarge erhöhen würde. Die Kehrseite: Diese Startvariante träfe das am dichtesten besiedelte Gebiet rund um den Flughafen.

Wie im «SIL 1» ist der «Straight» über Teile der Stadt Zürich, die Zürichseeregion und das Zürcher Oberland nun aber auch im Entwurf des «SIL 2» bei Nebel und Bise als Option enthalten. Im Falle einer Umsetzung wäre mit rund tausend solcher Südstarts jährlich zu rechnen. In den Erläuterungen heisst es, Südstarts geradeaus bei Nebel und Bise ermöglichten einen sicheren Betrieb und seien ein gutes Mittel, um Verspätungen zu vermeiden; diese sind heute ein dringliches Problem am Flughafen Zürich.

Drehkreuz in Zürich soll möglich bleiben

asü. ⋅ Zentrale Punkte im Objektblatt-Entwurf zum Flughafen Zürich sind, dass Verlängerungen der Pisten 28 und 32 sowie Südstarts geradeaus bei Nebel und Bise möglich sein sollen, Letztere aber nicht in der Mittagsspitze. Weitere wichtige Festsetzungen in dem Entwurf des Bundesamts für Zivilluftfahrt sind:

■ In der Zweckbestimmung ist festgehalten, dass ein Drehkreuzbetrieb möglich sein soll. Der Flughafen Zürich soll Voraussetzungen schaffen, dass die Airlines möglichst gute Direktverbindungen in Europa und zu den wichtigen Zentren weltweit anbieten und im Wettbewerb mit ihrer Konkurrenz auf anderen Flughäfen bestehen können.
Während der morgendlichen Sperrzeiten soll weiterhin von Süden gelandet werden. Denkbar anstelle der Südanflüge sei aber auch ein auf Satellitentechnologie basierender gekrümmter Nordanflug, wenn dieser bezüglich Sicherheit, Umweltauswirkungen und Kapazität gleichwertig sei und Einigkeit mit Deutschland bestehe.
■ Unverändert bleiben die Ruhebestimmungen. Der Betrieb soll von 6 bis 23 Uhr möglich sein, bis 23 Uhr 30 ist der Verspätungsabbau ohne eine besondere Bewilligung zulässig. In den Erläuterungen heisst es, weitere Einschränkungen der Betriebszeiten sollten nur dann geprüft werden, wenn sich auch im europäischen Umfeld verlängerte Nachtruhezeiten durchsetzten, die über die Regelung in der Schweiz hinausgingen.
■ Die Hackordnung bleibt gleich: Priorität haben Flüge des Linien- vor solchen des Charterverkehrs. Soweit es die Kapazität erlaubt, steht der Flughafen dem übrigen Verkehr offen – angesichts der Engpässe ist aber absehbar, dass Geschäfts- und Hobbyflieger zunehmend unter Druck geraten.
■ Unter dem Punkt «Betriebsreglement» heisst es, dieses sei den Vorgaben anzupassen, die der Bundesrat im Objektblatt verabschiede.


Zuletzt bearbeitet: 20.08.16 16:54 von Administrator


[Fortsetzung]

In der Einleitung des Entwurfs weist das federführende Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) darauf hin, dass sich das gegenwärtige Objektblatt auf Varianten beschränkt, die mit den einseitigen deutschen Sperrzeiten kompatibel sind. Sollte der in Berlin blockierte Staatsvertrag doch noch umgesetzt werden, sei eine neuerliche Anpassung nötig. Das Bazl will aber nicht weiter mit dem «SIL 2» zuwarten, um Empfehlungen aus einer Sicherheitsüberprüfung aus dem Jahr 2012 umzusetzen. Zu diesen gehören auch die Umrollung der Piste 28 und Schnellabrollwege von der Piste 14.

Bereichert wird die Flughafendiskussion mit einem neuen Begriff: «4-LVP», der Abkürzung für die im Entwurf favorisierte Betriebsvariante. Sie beruht auf Start und Landung mit verlängerten Pisten. Am Tag soll gemäss dieser Variante von Norden, bei starkem Westwind von Osten angeflogen werden. Sind aufgrund der Wind- und Wetterverhältnisse Landungen von Norden oder von Osten her nicht möglich, wird von Süden angeflogen. Die Starts erfolgen nach Westen und Süden – dorthin mit Linkskurve. Bei Bise und Nebel sind Südstarts geradeaus vorgesehen. Im Objektblattentwurf heisst es: «Die Umstellung vom heutigen Betrieb auf die geplante langfristige Betriebsvariante wird schrittweise vorgenommen werden müssen.»

Engpässe zeichnen sich ab

Als Vorteil der Variante «4-LVP» streicht das Bazl hervor, dass sie Sicherheitsanforderungen erfülle und die künftige Verkehrsnachfrage «so weit wie möglich» abdecken könne. Auch die Lärmbelastung sei aber als wesentliches Kriterium berücksichtigt worden. Bezüglich Kapazitätsentwicklung muss indes ein Fragezeichen gesetzt werden. Zwar wird laut den Festlegungen angestrebt, die Stundenkapazität bei einem Betrieb mit Landungen von Norden und Osten von heute 66 leicht zu erhöhen. Im Entwurf wird aber eingeräumt, dass 2030 auch mit der Variante «4-LVP» das Potenzial nicht abgeschöpft werden könne – bezüglich Flugbewegungen fehlten rund 8 Prozent, bezüglich Passagiere 10 Prozent Kapazität. Ausgehend von der Variante «4-LVP» sei 2030 mit 39 Millionen Passagieren und 346 000 Flugbewegungen zu rechnen.

Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen – nicht zur Variante «4-LVP», aber auch nicht zu den Pistenverlängerungen und zu den Südstarts. Nach der Ende September beginnenden Anhörungsphase wird der Bundesrat das Objektblatt festlegen. Konkrete Umsetzungen muss dann der Flughafen in einem Betriebsreglement beantragen, bei lärmrelevanten Fragen besitzen Regierung und Kantonsrat faktisch ein Vetorecht. Aktualität gewinnt die Volksinitiative «Pistenveränderungen vors Volk», die bald in den Kantonsrat gelangt. Das grossmehrheitlich von Bürgerlichen geprägte Initiativkomitee verlangt, dass das Zürcher Volk zu beantragten Pistenverlängerungen in jedem Fall das letzte Wort hat – auch wenn der Kantonsrat ein konkretes Projekt ablehnen sollte.



Flughafen Zürich

Der Südstart geradeaus gibt zu reden

http://www.nzz.ch/zuerich/flughafen-zuerich-der-suedstart-geradeaus-gibt-zu-reden-ld.112162

von Stefan Hotz 21.8.2016, 18:42 Uhr

Der Süden des Flughafens will sich gegen mehr Abflüge über sein dicht besiedeltes Gebiet wehren. Andere Kritiker des Fluglärms halten den Verzicht auf Südstarts geradeaus für kurzsichtig.

Der Bericht der NZZ (20. 8. 16) über den Entwurf für den SIL 2 hat Reaktionen ausgelöst. In deren Fokus steht weniger die im Sachplan Infrastruktur Luftfahrt nun verbindlich geplante Verlängerung der Pisten 28 (nach Westen) und 32 (nach Norden). Dies war zu erwarten, nachdem der Bund den Entscheid des Kantonsrats vom Frühjahr 2014, die Festlegung im Richtplan zu streichen, rückgängig gemacht hatte.

Unterschiedlich beurteilt wird, dass Starts geradeaus nach Süden nur bei Nebel und Bise, aber nicht auch über Mittag vorgesehen sind. Dieses Entgegenkommen des Bundes beeindruckt das Fluglärmforum Süd wenig. Die Plattform der Gemeinden im Süden schreibt, sobald Südstarts eingerichtet seien, würden diese zunehmen. Das Vorgehen des Bundes erinnere an die einstige Einführung der Südanflüge. Forums-Präsident Lothar Ziörjen wird in der Mitteilung mit den Worten zitiert, man erwarte, dass sich der Regierungsrat weiter gegen Südstarts einsetze.

SP-Nationalrätin Priska Seiler Graf, Präsidentin des Dachverbandes Fluglärmschutz, versteht die Beschränkung des Südstarts geradeaus auf ein Schlechtwetterverfahren nicht. Im Sicherheitsbericht von 2012 sei dieser als Hauptmassnahme genannt. Es gehe nur um eine planerische Festlegung: «Dass der Bund angesichts vieler Unbekannter, etwa der Haltung Deutschlands, sich nicht getraut, den Südstart geradeaus über Mittag in den SIL 2 aufzunehmen, ist kurzsichtig», so Seiler Graf auf Anfrage.

Generell lehnen die Anwohner eine Kapazitätssteigerung des Flughafens ab. SP-Nationalrat Thomas Hardegger, Präsident des Schutzverbandes, relativiert aber die Bedeutung des SIL. Er vertraue auf die Aussage von Stephan Widrig, CEO des Flughafens, vor einer Einigung mit Deutschland gebe es keine Pistenausbauten. Zu Teilaspekten äussere sich der Schutzverband nicht. Als Gemeindepräsident von Rümlang habe er aber ein Interesse an weniger Abflügen nach 23 Uhr wegen Verspätung untertags, so Hardegger. Dazu könne der Südstart geradeaus beitragen. Positiv am Entwurf sei, dass Bundesrätin Leuthard nicht an den heutigen Nachtsperrzeiten rüttle.

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Lärm-Beschwerden: laerm@zurich-airport.com Tel 043 816 21 31  

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