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Thema: Kommentare zu Medienberichten Jul-Dez 2016


Hier die Berichte.



Von: Ursula Hofstetter <ursula@familie-hofstetter.ch>
Betreff: "10'000 Schlafzimmer schützen", NZZ vom 23. Juni 2016
Datum: 24. Juli 2016 10:41:38 MESZ
An: NZZ <leserbriefe@nzz.ch>


Was ist mit den restlichen 290'000 Schlafzimmern?

Wie absurd die Berechnung des Lärmperimeters ist, zeigt schon die Tatsache, dass Häuser auf der einen Strassenseite als lärmgefährdet eingestuft worden sind, diejenigen auf der anderen Strassenseite jedoch nicht.

Ursula Hofstetter
Alter Forchstrasse 24 B
8127 Forch



Placebo-Verdikt für die Gockhauser

Die Medien verkünden unüberlegt, dass 10'000 Wohnungen (nicht Schlafzimmer!) vom Fluglärm befreit werden sollen.

Ein Blick auf den Plan "Schutzkonzept Süd des Flughafens Zürich" betr. Gockhausen zeigt, dass hier wieder einmal höchst qualifizierte Schreibtischtäter am Werk sind, welche die Situation überhaupt nicht realisieren. Glaubt jemand mit vernünftigem IQ, dass ein Bewohner in der nur 305-365 m breiten Parameter-Schneise, welcher seit bald 13 Jahren alltäglich in den Ruhezeiten oft im 2-3 Minuten-Intervall mit bis zu 85 dB dem krankmachenden Fluglärm-Terror ausgesetzt ist, mit automatischen Fenster-Schliessmechanismen in seinem Schlafzimmer Ruhe finden soll und seine Nachbarn in nur 20 oder 50 oder 100 m Entfernung vom genau gleichen Lärm nicht betroffen sind?

Einmal mehr versucht der Flughafen das von ihm geschaffte Lärmproblem mit geringsten Mitteln zu bekämpfen. Automatisch zu schliessende Schlafzimmerfenster nützen nichts, wenn nicht auch die Rolladenkästen (innseitig meist hinter nur 15 mm Spanplatten versteckt) und die Oberlichter der anliegenden Doucheräume und in einzelnen Fällen die Dächer isoliert sind! Dieser Plan ist nichts als ein weiterer plumper Versuch des Flughafens, den illegalen Fluglärm-Terror auf billigste Art zu legalisieren.

Die Entwicklung der Liegenschaftspreise im einst privilegierten Gockhausen im Vergleich zu vom Fluglärm nicht betroffenen vergleichbaren Lagen in den vergangenen 12 Jahren zeigt deutlich, dass die hiesigen Bewohner bereits gewaltige Einbussen erlitten haben und bei den angedrohten Südstarts noch weitere Einbussen erleiden werden. Jeder Flug über die Flugschneise Süd kommt mit all seinen Wohnwert mindernden, gesundheitlich schweren Belastungen und grossen finanziellen Beeinträchtigungen für die betroffene Bevölkerung einer in hohem Masse lebensbeeinträchtigenden Teilenteignung gleich. Gemäss Aussage des damaligen Bundesrats Leuenberger ist dazu der Verursacher, also in erster Linie der Flughafen Zürich, haftbar. Gemäss Artikel 26 unserer Bundesverfassung müssen Eigentumseinschränkungen entschädigt werden!

Adrian Schoop, Gockhausen

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Schutzkonzept Süd

https://www.flughafen-zuerich.ch/unternehmen/laerm-politik-und-umwelt/schallschutz/schutzkonzept-sued

Ziel und Umsetzung

Um die Bewohnerinnen und Bewohner vor Aufwachreaktionen durch die morgendlichen Südanflügen zu schützen, werden rund 10‘000 Schlafzimmer mit einem automatischen Fensterantrieb oder einem Schalldämmlüfter ausgestattet.

Gockhausen (pdf, 1.63 MB) Übersichtsplan



"Leuthard will längere Pisten, aber keine Südstarts am Mittag", NZZ vom 20.08.2016

Keine Südstarts am Mittag, dafür aber "Maximum 1'000" bei Nebel und Bise. Zusammen mit den Ausbauten der Pisten 28 und 32 sollen diese der Sicherheit und des Kapazitätsausbaus dienen.

Um welche Tages-oder Nachtzeit die Südstarts denn stattfinden sollen, kann man dem vertraulichen Papier nicht entnehmen. Tatsache ist auf jeden Fall, dass die vor 13 Jahren per Notrecht eingeführten Südanflüge nur für die frühen Morgenstunden vorgesehen waren und nur in absoluten Ausnahmefällen auch des Nachts bewilligt wurden. Mittlerweile wird die Bevölkerung im am dichtesten besiedelten Gebiet der Schweiz, im Süden des Flughafens mit bis zu 85 Dezibel praktisch jede Nacht am Einschlafen gehindert. Bei Nachfragen sind die Bise, der Nebel, undurchsichtige Wolkenfelder die Schuldigen. Nebel, Bise und Wolken, welch wunderbare Naturereignisse und höchst geeignete "Füller" schwammiger Gesetzeslücken.

Sind einmal die Schleusen, äh Flugwege geöffnet, gibt es kein Halten mehr.

Fazit
Hier ein Zitat aus einer Zeitung vom Zürichsee: "Das Einzige, was Medienministerin, (in diesem Fall Verkehrsministerin) Doris Leuthard, zustande gebracht hat, ist ein Papiertiger", Zitat Ende. Auch als Vorsteherin des Bundesamtes für Umweltschutz hat Frau Leuthard bisher viel Papier produziert.

Ursula Hofstetter
8127 Forch



Warum führte der Flughafen Zürich nicht schon früher ein leistungsfähiges Queueing-System ein, um unnötige Warteschleifen zu vermeiden?

30.09.2016 - 15:17, sda

Flughafen Zürich: Weniger Warteschleifen dank besserer Planung

https://www.bluewin.ch/de/news/regional/region-zurich/2016/9/30/flughafen-zuerich--weniger-warteschleifen-dank-bess.html

Bessere Planung der Ankunftszeiten, weniger Warteschleifen für die Flugzeuge: Am Flughafen Zürich ist im vergangenen Jahr ein neues System getestet worden, das die Ankunftswellen optimieren soll. Dieses System, iStream genannt, wird nun definitiv eingeführt.

Mit iStream können die Flugsicherung skyguide, die Fluggesellschaft Swiss sowie die Piloten in den Maschinen die Ankunftszeiten laufend austauschen und korrigieren. Dauert ein Flug länger, ist skyguide somit bereits informiert und kann die Ankunftswelle besser planen.

Wie die Swiss am Freitag mitteilte, verlief die einjährige Testphase positiv. Mit iStream konnte die Zahl der Warteschleifen am Flughafen Zürich um rund 95 Prozent reduziert werden. Entsprechend wurde einiges an Kerosin eingespart.

Das Konzept mit den während des Fluges angepassten Ankunftszeiten wird deshalb ab dem 13. Oktober verbindlich. Vorerst gilt es für alle Anflüge der Morgenwelle in Zürich.

Künftig soll das Konzept auch für andere Ankunftswellen in Zürich angewendet werden. Getestet wird es zudem neu am Flughafen Paris Charles de Gaulle. iStream wird von der EU mitfinanziert.


Die am Anfang gestellte Frage ist schnell beantwortet:

Für die EMPA oder auch ETH wäre es ein leichtes gewesen, für eine Übergangszeit von über 10 Jahren ein Scheduling-Programm zur Vermeidung von Warteschlaufen zu schreiben, wenn auch noch nicht ganz so perfekt, bis iStream im Rahmen von Sesar soweit war. Skyguide hat lieber gewartet.

Dass man Warteschleifen vermeidet und Kerosin spart, ist grundsätzlich schon einmal gut. Was ist aber mit der 60 km-Umwegschleife bei Südanflügen, wo zusätzlich zum Kerosinverbrauch ungleich mehr Menschen in ihrer Sicherheit und Gesundheit betroffen sind? Gelten dort andere Regeln?

Literatur:

[1] Queueing theory

https://en.wikipedia.org/wiki/Queueing_theory

Queueing theory is the mathematical study of waiting lines, or queues.[1] In queueing theory, a model is constructed so that queue lengths and waiting time can be predicted.

[2] Models and Algorithms for Transient Queueing Congestion at Airports

http://www.mit.edu/~dbertsim/papers/AirTransportation/Models%20and%20Algorithms%20for%20Transient%20Queueing%20Congestion%20at%20Airports.pdf

We develop a new model for studying the phenomenon of congestion in a transient environment, focusing on the problem of aircraft landings at a busy "hub" airport.

[3] iStream: optimising the arrival management at congested airports

http://www.atc-network.com/atc-news/dsna/istream-optimising-the-arrival-management-at-congested-airports

A European consortium of air navigation service providers, airlines, airports and Eurocontrol has started live trials as part of the iStream (integrated SESAR TRials for Enhanced Arrival Management) project concerning all morning flights into Paris and Zurich airports.

[...]

Live trials in Paris and Zurich airports

The project will build on the results of FAIR STREAM, a recently completed SESAR project which demonstrated the ability to increase predictability of arrival adherence through the use of target times. iStream will scale up this work on arrival flows with the objective of a better use of the capacity.

[4] The FAIR STREAM Project honoured

http://www.atc-network.com/atc-news/sesar-joint-undertaking/the-fair-stream-project-honoured

Tuesday, March 08, 2016 7:31 PM - Madrid, Spain.

The FAIR STREAM project was the winner in the « Best Demonstration Project » category of the SESAR Project Awards at the World ATM Congress in Madrid on 8 March 2016.

The members of the FAIR STREAM consortium led by DSNA include 3 ANSP members of FABEC (DSNA, DFS, skyguide), 3 European airlines (Air France, SWISS, Lufthansa) and Airbus Prosky, Airbus’ ATM subsidiary. Other partners have been associated: Hop!, Delta and Boeing. Eurocontrol has also supported FAIR STREAM live trials.

This project demonstrated the feasibility of a new time-based operational procedure, known as “Target Time of Arrival (TTA)”, in situations where the arrival sector is saturated and needs to be regulated.


Zuletzt bearbeitet: 02.10.16 19:39 von Administrator


Südschneiser bieten Kooperation an – andere Vereine sind skeptisch

http://www.zuonline.ch/suedschneiser-bieten-kooperation-an-andere-vereine-sind-skeptisch/story/24837471

Die Fluglärmgegner im Süden spannen zusammen. Auch andere Organisationen werden aufgefordert, im gemeinsamen Kampf gegen einen Ausbau des Flughafens mitzumachen. Doch diese stellen klare Forderungen auf.


Der gemeinsame Nenner ist sehr klein, denn er besteht nicht bei den Flugrouten. Um diese geht es hauptsächlich!



Bantli:
Südschneiser bieten Kooperation an – andere Vereine sind skeptisch

http://www.zuonline.ch/suedschneiser-bieten-kooperation-an-andere-vereine-sind-skeptisch/story/24837471

Die Fluglärmgegner im Süden spannen zusammen. Auch andere Organisationen werden aufgefordert, im gemeinsamen Kampf gegen einen Ausbau des Flughafens mitzumachen. Doch diese stellen klare Forderungen auf.


Der gemeinsame Nenner ist sehr klein, denn er besteht nicht bei den Flugrouten. Um diese geht es hauptsächlich!


Das ist so. Allzu viel Zeit sollten wir mit diesem Projekt nicht vertun. Vielmehr sollte der Regierungsrat die Studie Westanflug einer Zweitmeinung unterziehen resp. ihre Korrektheit überprüfen lassen.



Kooperation, statt taktische Spielchen.

Ich bin grundsätzlich für Kooperation, verspreche mir aber davon in diesem Falle wegen der bisher fehlenden Ehrlichkeit seitens des Ostens und Nordens, nicht viel. Immer wenn es um etwas Wichtiges wie Abstimmungen ging, hat der Osten und Norden sein wahres Gesicht gezeigt.

Bundes- und Regierungsrat sollten endlich einmal die Fakten gegen Südstarts- und landungen zur Kenntnis nehmen. Es wird in diesem Zusammenhang auch vielfach von Spagat zwischen dem Flughafen und der Bevölkerung geredet, dabei sprechen Verfassung und Gesetze eine klare Sprache. Diese sollen jetzt, wie es gegenwärtig aussieht, über den politischen SIL-Prozess ausgehebelt werden.

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Lärm-Beschwerden: laerm@zurich-airport.com Tel 043 816 21 31  

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