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Thema: Kommentare zu Medienberichten Jan-Jun 2017


Hier die Beiträge.



Notruf nach Start

Der Premierminister von Victoria, Daniel Andrews, sagte, es handle sich um den schlimmsten Unfall der zivilen Luftfahrt in dem Staat seit 30 Jahren. Der durch den Absturz ausgelöste Brand sei von 90 Feuerwehrleuten gelöscht worden. Das Unglück habe sich rund 45 Minuten vor Öffnung der Mall ereignet. Polizeiinspektor Mick Frewen zufolge hatte es kurz nach dem Start einen Notruf gegeben.

Das zweimotorige Beechcraft-Flugzeug war kurz nach dem Start vom Flughafens Essendon in Melbourne in das Direct Factory Outlet Einkaufszentrum gekracht. Dieses war zum Unfallzeitpunkt noch nicht geöffnet. Einige Mitarbeiter befanden sich bereits in einigen Shops. Sie wurden jedoch nicht verletzt.

Augenzeugen berichteten von Explosionen, Feuer und schwarzem Rauch, wie die Polizei mitteilte. Die Gegend wurde evakuiert. Die nahen Strassen seien für die Feuerwehr und Rettungskräfte gesperrt worden, hiess es. Der Flughafen liegt rund 13 Kilometer nordwestlich vom Zentrum Melbournes. Er wird hauptsächlich von kleineren Flugzeugen genutzt.


Und Frau Bundespräsidentin Leuthard unterstützt den Start auf Piste 16, Straight out, über das dichtest besiedelte Gebiet der Schweiz. Was wäre wohl die Konsequenz bei einem solchen Vorfall im Glattal mit einem Grossraumflugzeug? Kaum auszumahlen.



Kommentare im TA

Man könnte es so machen wie in Frankfurt: Der Flughafen ist verpflichtet, Eigentümern stark belasteter Liegenschaften ein verbindliches Kaufangebot zu unterbreiten. Hier mit diesem Artikel scheint eher wieder PR dahinterzustecken - man will den wenig sinnvollen und rechtswidrigen Flugbetrieb von heute schönschnorren. Letztlich haben wir ja mit dem ZFI genau so ein Modell, dass die subjektive Störwirkung und die Lärmbelästigung in der Nacht stärker gewichtet als die reine Schallenergie. Und man wüsste auch, wie man den ZFI senken könnte. Es würde wohl am meisten sinn machen, bei den nationalen Lärmschutzverordnungen auf den 1-Stunden-LEQ abzustellen, jedenfalls für die frühen Morgenstunden oder am Wochenende ab 20 Uhr abends.

Die Formel "weniger Flugverkehr gleich weniger Lärm" ist ziemlich falsch. Bestes Beispiel: Flughafen München vs. London City Airport. München fertigt mit ca. 400'000 Bewegungen über 40mio Passagiere ab. London City hat keine 80'000 Bewegungen und weniger als 5mio Passagiere. Dabei belastet München aufgrund guter Raumplanung (Endanflüge über wenig besiedelte Gebiete) keine 10'000 Anwohner über rechtlich relevante Grenzwerte, London City jedoch über 100'000 Londoner.
Fazit: Die gewählten Flugrouten sind viel wichtiger als die Anzahl Passagiere/Flüge.

Thomas Stäubli



Frankfurter Flughafen

Was aus 5,6 Millionen Fluglärm-Beschwerden wurde


Veröffentlicht am 10.03.17 um 05:41 Uhr

http://hessenschau.de/wirtschaft/was-aus-56-millionen-fluglaerm-beschwerden-wurde,fluglaerm-beschwerden-bei-fraport-100.html

Fast alle sechs Sekunden eine Fluglärm-Beschwerde, 15.325 am Tag, 5.593.806 im vergangenen Jahr: In der Beschwerdestelle des Frankfurter Flughafens, die hier "Nachbarschaftsdialog" heißt, quillt der Anwohner-Frust aus dem E-Mail-Postfach.

Elf Flughafen-Mitarbeiter sichten die Beschwerden. Jede Eingabe zählt für die Statistik. Doch die Statistik zeigt auch, wie die Beschwerdeflut beim Durchlaufen von Flughafen, Ministerien und Ämtern nach und nach zum Rinnsal wird. Die Bilanz 2016: 5,6 Millionen Beschwerden, 11 Verfahren.


"Nachbarschaftsdialog" heisst es dann noch so schön!




Bantli:
Frankfurter Flughafen

Was aus 5,6 Millionen Fluglärm-Beschwerden wurde


Veröffentlicht am 10.03.17 um 05:41 Uhr

http://hessenschau.de/wirtschaft/was-aus-56-millionen-fluglaerm-beschwerden-wurde,fluglaerm-beschwerden-bei-fraport-100.html

Fast alle sechs Sekunden eine Fluglärm-Beschwerde, 15.325 am Tag, 5.593.806 im vergangenen Jahr: In der Beschwerdestelle des Frankfurter Flughafens, die hier "Nachbarschaftsdialog" heißt, quillt der Anwohner-Frust aus dem E-Mail-Postfach.

Elf Flughafen-Mitarbeiter sichten die Beschwerden. Jede Eingabe zählt für die Statistik. Doch die Statistik zeigt auch, wie die Beschwerdeflut beim Durchlaufen von Flughafen, Ministerien und Ämtern nach und nach zum Rinnsal wird. Die Bilanz 2016: 5,6 Millionen Beschwerden, 11 Verfahren.


"Nachbarschaftsdialog" heisst es dann noch so schön!


Man muss allerdings auch wissen, dass fast alle Beschwerden automatisch generierte Mails sind, die durch Lärmmessgeräte getriggert werden.



Gepäckwagen rasen wegen Sturm über Landepiste


Jetzt fehlt nur noch eine PR-Kampagne, die uns erklärt, warum das mit geraden Südstarts nicht passiert wäre.



SRF - Streit um neuen GAV Skyguide und Lotsen schalten Mediator ein

Streit um neuen GAV bei der Schweizer Flugsicherung

Das Wichtigste in Kürze

Die 500 Fluglotsen von Skyguide befinden sich seit Anfang Jahr in einem vertragslosen Zustand, nachdem der GAV ersatzlos ausgelaufen ist.
Seither streiten die Lotsen und die Schweizer Flugsicherung über neue Arbeitsbedingungen – worüber genau, geben sie nicht bekannt.
Anfang März haben die Gewerkschaften und Skyguide einen externen Mediator eingeschaltet, der ihnen helfen soll, sich bis zum Sommer zu einigen.

Kampfmassnahmen wie Streiks seien derzeit keine geplant, sagen die Gewerkschaften.

Seit Anfang Jahr arbeiten die Fluglotsen bei Skyguide im vertragslosen Zustand. Das sei unbefriedigend, sagt Simon Eichelsberger von der Gewerkschaft Aerocontrol. «Sowohl für die Firma als auch für den einzelnen Lotsen bedeutet das eine gewisse Unsicherheit, weil nicht ganz klar ist, welche Bedingungen weiter angewendet und welche nicht übernommen werden.»

Schweigen zu den Streitpunkten

Worüber die Flugsicherung Skyguide und die Gewerkschaften genau streiten, machen sie nicht öffentlich. Doch die Differenzen scheinen gross. Nach monatelangen ergebnislosen Verhandlungen haben die Sozialpartner nun externe Hilfe geholt, wie Vladi Barrosa von Skyguide sagt:

« Wir sind seit Anfang März in einer Mediation, die helfen soll, die Positionen näher zusammenzurücken. »
Vladi Barrosa
Skyguide


«Die Mediation soll drei Monate dauern und wir stecken jetzt mitten drin», so Barrosa weiter.


Keine Streiks geplant

Beide Seiten betonen ihren Willen, eine Lösung zu finden. Mit Kampfmassnahmen wollen die Gewerkschaften derzeit denn auch nicht drohen. Bei den bisher guten Arbeitsbedingungen der Lotsen würde ein Streik in der Schweiz wohl auf eher begrenztes Verständnis stossen.

Da in ganz Europa ein Mangel an Fluglotsen herrscht, könnte die Arbeit im Ausland für Schweizer Fluglotsen attraktiver werden, wie Eichelsberger zu Bedenken gibt. Da müsse die Schweizer Flugsicherung aufpassen, sonst drohe ihr ein Fachkräfteverlust. «Und das würde natürlich die Problematik des Unterbestandes an Flugverkehrsleitern weiter verschärfen.»

Noch rasseln die Säbel. Bis im Sommer wollen sich Skyguide und Gewerkschaften einigen.

Populär auf srf.ch



"Gegen den Lärm aus Zürich sind alle vereint"

Im Stuttgarter Landtag haben sich offenbar alle Fraktionen zu einer geschlossene Front gegen den vermeintlichen Lärm aus Zürich geeint.

Dabei wird leider die Lärmstudie aus dem Jahr 2008 (hartnäckig) verschwiegen, welche angeführt von Deutschen Lärmexperten ergeben hat, dass es im Südbadischen Raum gar keinen nennenswerten Fluglärm gibt (58 Dezibel).

Ebenfalls bleibt unerwähnt, dass zur Hauptsache deutsche Jets diesen Lärm verursachen, wozu die Deutsche Swiss den Hauptanteil beiträgt. Es ist die Swiss, die jeden Morgen zu Unzeiten reisewillige Globetrotter von Stuttgart nach Zürich karrt, um von da als Umsteigepassagiere zu ihren gewünschten Destinationen gebracht zu werden.

Auch in den Nachtstunden werden die Südbadener mit der Swiss ab Zürich wieder nach Stuttgart geführt. All dieser Lärm findet bei geringer Höhe über dicht besiedelte, ausschliesslich Schweizer Gebiete statt.

Die Deutsche Swiss hat sich in Zürich einen sehr komfortablen deutschen Hub einrichten können, in diversen Flughäfen auf deutschem Gebiet, z.B. Hannover, wirbt sie mit Plakaten für den Hub in Zürich.

Zürich ist streiksicher, sehr bequem von Stuttgart erreichbar, auch die Schwarzwald-Hotellerie profitiert vom nahen Flughafen Kloten, ganz zu schweigen von den gut bezahlten Grenzgänger-Arbeitsplätzen.

Sich unter diesen Umständen über Fluglärm zu streiten, der vom Flughafen Zürich ausgehen soll, im Klartext jedoch vom eigenen (deutschen) Luftfahrtkonzern produziert wird, wirft Fragen auf.

Es ist zu hoffen, dass sich die zuständigen Schweizer Politiker auch so vehement für ihre eigenen Bürger einsetzen werden, (seit Jahren leider Fehlanzeige), die nämlich nicht unter Scheinlärm und Umweltimmissionen leiden, sondern "knallhart" davon betroffen sind.

Ursula Hofstetter
Alte Forchstrasse 24 B
8127 Forch



«Das schlägt dem Fass den Boden aus»

Zu «Weltoffenes Zürich will ZFI abschaffen»»
Ausgabe vom 29. Juli

Die kritiklos euphorische Unterstützung des Flughafens durch das Komitee Weltoffenes Zürich ist seit Jahren bekannt, und seine Wünsche betreffend den weiteren Ausbau des Flughafens erstaunen nicht.

Dass dieses Komitee nun aber ganz ungeniert verlangt ein Volksentscheid sei einfach zu streichen, schlägt dem Fass den Boden aus. Zur Erinnerung: 2007 kam die Volksabstimmung «Für eine realistische Flughafenpolitik » zur Abstimmung; sie verlangte eine Plafonierung der Flugbewegungen. Das wollte der Kanton Zürich mit allen Mitteln verhindern. Er stellte der Initiative einen Gegenvorschlag entgegen. Mit dessen Kernstück, dem Zürcher Fluglärm-Index (ZFI), wurde ein Instrument geschaffen, das die Anzahl der von Fluglärm stark gestörten Personen festlegt, die möglichst nicht überschritten werden darf. Andernfalls müsste der Kanton geeignete Massnahmen ergreifen. Mit diesem Versprechen wurde der Gegenvorschlag angenommen.

Heute sollen neue Flugrouten über dicht besiedeltes Gebiet geführt werden. Sie hätten eine krasse Mehrbelastung der Bevölkerung zur Folge, der ZFI würde massiv ansteigen. Kein Wunder, möchte das weltoffene Komitee das Resultat des Urnenganges ersatzlos streichen. Immerhin legte die Zürcher Regierung damals fest, dass ein Ausgleich zwischen Flughafenbetrieb und Lebensqualität der Bevölkerung zu sichern sei. Welche Legitimation masst dieser Wirtschaftsverband sich an? Soll er sich weiter als Sprachrohr der Flughafenturbos profilieren. Von demokratischen Spielregeln haben diese Herren offenbar keine Ahnung.

Yvonne Wewerka, Pfaffhausen



"Der Zürcher Luftraum bleibt gefährlich", NZZ vom 12. August 2017

"Im Luftraum über Zürich herrscht Dichtestress" schreibt Florian Schoop. Das ist die Problematik auf den Punkt gebracht. Leider wollen die verantwortlichen Player, weder in der Politik, noch in der Wirtschaft einsehen, dass die Schweiz ein kleines Land mit einem dazugehörenden kleinen Luftraum ist und diesem entsprechende Grenzen zu setzen wären.

Die Flughafen Zürich AG zusammen mit deren Hauptkunde, der deutschen Swiss, planen den Ausbau eines Hub Plus in Kloten. Als Mittel zum Zweck plädiert das "Komitee Weltoffenes Zürich" die Abschaffung des ZFI (Zürcher Fluglärm Index), welcher ein adäquates Mittel wäre, den Luft-Dichtestress unter Kontrolle zu haben, zudem wird verlangt, dass die Stundenkapazität von 66 Flieger auf 80 erhöht werden sollen. Das Team Flughafen/deutsche Swiss fordert die Einführung der Südstart Straight, dies angeblich aus Sicherheitsgründen, obwohl inzwischen durchgesickert ist, dass es sich hierbei um Kapazitätssteigerung handelt. Der Flugplatz Dübendorf soll für die Geschäftsaviatik geöffnet werden, der Hub in Kloten braucht mehr Platz.

Mit dem "Jahrhundertprojekt" des BAZL, angebahnt von Bundespräsidentin Leuthard werden zwar sämtliche Wünsche der Aviatiklobby erfüllt, diese werden jedoch den Dichtestress im Zürcher Luftraum erheblich erweitern und damit dessen Gefährlichkeit entsprechend erhöhen.

Auf Wunsch der Flughafen Zürich AG, der Skyguide und der deutschen Swiss gibt das BAZL den Abbruch der mehrjährigen Verhandlungen betr. der Vereinfachung der Luftraumstruktur bekannt. Der Grund dafür sollen die gescheiterten Verhandlungen sein. Dies zeugt nicht unbedingt von Stärke und ist in diesem Fall nicht zu akzeptieren, geht es doch um die Sicherheit, nicht nur der Passagiere, sondern auch der Bevölkerung am Boden.

Ursula Hofstetter
8127 Forch

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Lärm-Beschwerden: laerm@zurich-airport.com Tel 043 816 21 31  

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