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Thema: Medienberichte Jan-Jun 2017


Hier die Beiträge.



Flugplatz Dübendorf

Kehrtwende der Regierung

http://www.nzz.ch/zuerich/aktuell/flugplatz-duebendorf-regierungsrat-formuliert-neue-haltung-ld.139456

von Stefan Hotz 12.1.2017, 21:36 Uhr

Der Regierungsrat gibt den Widerstand gegen die zivile Fliegerei in Dübendorf auf. Er unterstützt aber das Konzept der Standortgemeinden, welche die Geschäftsfliegerei verhindern wollen.

Noch im November 2015 äusserte die Zürcher Regierung grundsätzliche Bedenken gegen eine zivilaviatische Nutzung des Flugplatzes Dübendorf. Als Gründe führte sie dessen Lage in einem dichtbesiedelten Gebiet und die unmittelbare Nähe zum Flughafen Zürich an. Einverstanden war sie nur mit einer Helikopterbasis für Armee, Kantonspolizei und Rettungsflugwacht.



Jetzt hat die Exekutive eine Neubeurteilung vorgenommen. Da der Bund als Eigentümer auf der weiteren aviatischen Verwendung des Geländes besteht, gehe es nicht mehr darum, ob in Dübendorf geflogen werde oder nicht, sondern darum, welche Funktion künftig dem Militärflugplatz zukomme und wie der Flugbetrieb ausgestaltet werden solle, schreibt die Zürcher Regierung in einer Mitteilung. Deshalb hat sie beschlossen, sich konstruktiv in den demnächst anlaufenden SIL-Prozess (Sachplan Infrastruktur Luftfahrt) einzubringen.

Man folgt dem Bundesrat

Die Ausgangslage änderte sich in verschiedener Hinsicht, wie auch die Regierung ausführt. So hat der Bund von seiner umfassenden Kompetenz in der Luftfahrt Gebrauch gemacht und Ende August 2016 die weitere aviatische Nutzung des Flugplatzes festgelegt. Das sei für den Kanton verbindlich, hält die Regierung fest. Im Übrigen habe das Parlament im kantonalen Richtplan auf die Zuständigkeit des Bundes verwiesen. Gleichwohl werden Festlegungen zum Flugplatz Dübendorf nicht unumstritten bleiben. Die Exekutive will aber lange Auseinandersetzungen vermeiden: Das gelinge nur, wenn der Kanton seine Handlungsfähigkeit gegenüber dem Bund stärke.

Als weiteren wichtigen Grund für ihren Gesinnungswandel führt die Regierung den Kurswechsel der Standortgemeinden Dübendorf, Wangen-Brüttisellen und Volketswil an. Diese lehnten zunächst jede weitere Nutzung des Flugplatzes mit Flächenflugzeugen ab, präsentierten aber im letzten Herbst überraschend einen eigenen Vorschlag für einen «historischen Flugplatz mit Werkflügen». Die Regierung reicht dieses Konzept nun im SIL-Prozess beim Bund ein.

Aus einer Mitteilung der drei Gemeinden vom Donnerstag geht erstmals genauer hervor, was sie sich darunter vorstellen. Ziel ist es, den Flugplatz zwar weiter zu nutzen, aber die Belastungen der Bevölkerung durch Fluglärm zu minimieren. Konkret ist vorgesehen, die heutigen Funktionen, insbesondere für die Luftwaffe, Blaulichtorganisationen, aber auch wie derzeit als Ausweichflughafen während des Weltwirtschaftsforums in Davos und für die historischen Rundflüge der Ju-Air, beizubehalten. Hinzu kommen Flüge im Zusammenhang mit dem Innovationspark, generell für Forschungszwecke und neu die Funktion als Werkflugplatz für den Unterhalt, die Reparatur oder die Umrüstung von Fluggeräten.

Die drei Gemeinden nennen nun auch Eckwerte für den Flugbetrieb. Er soll sich mit Ausnahmen für die Ju-Air und Notfälle mehr oder weniger auf die Bürozeiten beschränken (Montag bis Freitag 7 Uhr 30 bis 12 Uhr und 13 Uhr 30 bis 17 Uhr). Angestrebt werden rund 20 000 Flugbewegungen im Jahr, inklusive der rund 7600 Flüge der Luftwaffe. Weil damit die anfallenden Kosten nicht gedeckt werden können, wollen die Gemeinden eine private AG gründen und das Defizit von geschätzt 1,7 Millionen Franken im Jahr selber decken.

Zivilfliegerei als Chance

Der Regierungsrat beurteilt dieses Konzept ziemlich skeptisch. Er rechnet vor, dass die Beiträge der Gemeinden etwa einem Steuerprozent entsprächen, was erheblich sei, und zweifelt deshalb am positiven Ausgang einer Volksabstimmung. Die im Konzept geforderten Beiträge durch den Innovationspark und die Luftwaffe könnten diese nicht leisten. Vorsichtig formuliert die Regierung in doppelter Verneinung, dass ein solcher Entwicklungspfad insgesamt «nicht grundsätzlich unmöglich» erscheine. Eine Klärung und Vertiefung sei aber möglich und sinnvoll.

Umgekehrt äussert sich die Exekutive heute positiver zur Nutzung des Flugplatzes für die Geschäftsfliegerei. Sie zitiert Studien, wonach diese in der Schweiz eine Wertschöpfung von rund 1,1 Milliarden Franken leiste. Es sei absehbar, dass die Business-Aviation aus betrieblichen Gründen aus Kloten verdrängt werde, heisst es im Beschluss: «Dübendorf bietet die Chance, durch Aufnahme von Teilen dieser Sparte Arbeitsplätze im Kanton zu halten und die Attraktivität des Wirtschaftsstandorts Zürich zu erhalten und stärken.»

Hauptsache ist die Beilage

Haben die Standortgemeinden dem Regierungsrat ungewollt einen Pass zugespielt, so dass er seinen Widerstand gegen die Zivilluftfahrt in Dübendorf aufgeben konnte? Dübendorfs Stadtpräsident Lothar Ziörjen winkt ab. Dass der Regierungsrat sich etwas geöffnet habe, gehöre zu dessen Job. Die verschiedenen Interessen seien im bevorstehenden Prozess ohnehin noch auszutarieren. Am wichtigsten ist Ziörjen, dass der Kanton nun das Konzept für einen «historischen Flugplatz» als Beilage nach Bern schickt. Als Gemeinden könnten sie nicht direkt an den Bund gelangen. So habe man erreicht, dass neben der zivilaviatischen Nutzung gemäss den Vorstellungen des Bundes endlich auch über einen alternativen Vorschlag gesprochen werden müsse.



Das WEF führt zu mehr Flügen und zu mehr Lärm

http://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/region/das-wef-fuehrt-zu-mehr-fluegen-und-zu-mehr-laerm/story/26197630

Der Flughafen Zürich geht davon aus, dass das Davoser Weltwirtschaftsforum über 1000 zusätzliche Flugbewegungen bringt.

Das Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos sorgt im Raum Zürich auch in diesem Jahr für mehr Fluglärm: Der Flughafen Zürich rechnet mit rund 1000 zusätzlichen Starts und Landungen, vor allem von Privatmaschinen und Helikoptern.

Zusätzliche Lärmemissionen lassen sich in den Tagen vor, während und nach dem WEF nicht vermeiden, wie der Flughafen mitteilte. Das WEF findet vom 17.-20. Januar statt. Auf dem Zürcher Flughafen stehen für die WEF-Maschinen etwa 60 Standplätze bereit. Sie sind bereits alle reserviert.

Wer keinen Standplatz hat, muss das Flugzeug nach einer dreistündigen Ein- und Ausladezeit umparkieren. Die Piloten müssen also einen anderen Flughafen ansteuern, um ihre Maschine dort abstellen zu können. Wo sie hinfliegen, ist ihnen überlassen.

Weniger Leerflüge

Um das Platzproblem zu entschärfen, ist es auch in diesem Jahr möglich, mit der Maschine direkt auf den Flugplatz Dübendorf zu fliegen. Die Gäste durchlaufen die üblichen Kontrollen dann auf dem Militärflugplatz. Dübendorf wird so zur Schengen-Aussengrenze.

Ein weiterer Vorteil ist, dass Leerflüge zwischen Zürich Flughafen und Dübendorf vermieden werden können. In früheren Jahren landeten Piloten mit ihren ausländischen Gästen häufig in Kloten und flogen ihre leeren Maschinen anschliessend zum Parkieren nach Dübendorf.

Rundgänge für Aviatik-Begeisterte

Für Aviatik-Begeisterte, so genannte Planespotter, ist das WEF der Höhepunkt des Jahres. Der Flughafen bietet deshalb auch in diesem Jahr zusammen mit einem Anbieter von Modellflugzeugen geführte Rundgänge an. Dabei können die selten zu sehenden Business- und Regierungsmaschinen besichtigt werden, zumindest von aussen. (SDA)
(Erstellt: 12.01.2017, 11:21 Uhr)



Doris Leuthard kritisiert den Flughafen Zürich

https://www.travelnews.ch/tourismuswelt/4594-doris-leuthard-kritisiert-den-flughafen-zuerich.html

Mit einer klaren Ansage konfrontiert Bundespräsidentin und Verkehrsministerin Doris Leuthard den Zürcher Flughafen und die Politik: Weil der Flughafen zu viele Landerechte in Spitzenzeiten vergeben hat, wird der Bund künftig die umstrittenen Südstarts zulassen. Im grossen Interview mit der «SonntagsZeitung» – als Nachlese zum WEF in Davos – wirft sie den Flughafen-Verantwortlichen vor, zu viele Slots vergeben zu haben und damit für die Verspätungen, unter denen vor allem die Swiss leidet, verantwortlich zu sein. Leuthard fordert unmissverständlich: «Die Verspätungen müssen weg», weil sie Bevölkerung und die Passagiere ärgern. „Die Betriebszeiten und die Ruhezeiten müssen eingehalten werden.« Es sei Aufgabe des Flughafens einen Beitrag zu leisten. Man könne auch in dieser Frage «nicht immer die Schuld bei den anderen suchen oder die Lösung an die Politik nach Bern delegieren.»

Doris Leuthard macht überdies klar, dass es jetzt «Bewegung gibt»: Es werde eine Antwort aus Deutschland kommen und dann gibt es ein neues Startsystem. «Wegen der Südstarts wird der Süden von Zürich wohl keine Freude haben», zeigt sie die Richtung an. «Aufgrund der unterschiedlichen Signale müssen wir beim Bund entscheiden.» (Im Klartext: also gegen den Stadt- und Regierungsrat von Zürich.)



23.1.2017 - Erneute Kriegserklärung der Bundespräsidentin:
Doris Leuthard lässt den Süden fallen


https://static1.squarespace.com/static/570f79e4cf80a157aa6c01f7/t/58864150414fb5b4eca14f4b/1485193553723/MI_Die+Kriegserkla%CC%88rung+der+Bundespra%CC%88sidentin_17-01-23.pdf

Im Namen von 300'000 Menschen im Glatttal und im Süden der Stadt Zürich protestieren die Stiftung gegen Fluglärm, Zürich, und der Verein Flugschneise Süd NEIN (VSFN) gegen die Aeusserung von Bundespräsidentin Doris Leuthard in der Sonntagszeitung vom 22. Januar 2017, in der es klingt, als wären die Südstarts bereits beschlossene Sache.

„Das ist eine weitere Kriegserklärung der Bundesrätin gegen die Menschen im Süden der Stadt Zürich und rund um den Zürichsee“, sagen Adolf Spörri, Präsident der Stiftung gegen Fluglärm, und Matthias Dutli, der Präsident des VFSN. Bundesrätin Doris Leuthard sagte in einem Interview mit der „Sonntagszeitung“: „Wegen der Südstarts wird der Süden von Zürich wohl keine Freude haben, andere Regionen unterstützen dies aber. Aufgrund der unterschiedlichen Signale müssen wir beim Bund entscheiden.



Flughafen Zürich Prognostiker kämpfen um die Lufthoheit

NZZ - Flughafen Zürich Prognostiker kämpfen um die Lufthoheit


Der Bund will dieses Jahr die langfristige Entwicklung für den Flughafen Zürich festlegen. Eine Gemeinde-Allianz greift nun die Basis für die Pläne an – die Prognosen zur Verkehrsentwicklung.

Erst vor kurzem konnte der Flughafen Zürich einen Rekord vermelden: Im Jahr 2016 registrierte er erstmals über 27 Millionen Passagiere – die Zunahme betrug satte 5,3 Prozent. Auch die Zahl der Flugbewegungen legte zu, allerdings weniger stark, um 1,5 Prozent auf 269 160. Geht es nach dem Münchner Büro Intraplan, das für den Bund die Verkehrsentwicklung am Flughafen Zürich vorhersagt, wird das Wachstum weitergehen. In einer Prognose, die Engpässe im Betrieb ausklammert, sagt es für Zürich für das Jahr 2020 eine Passagiernachfrage von 32,5 Millionen voraus, 2030 sollen es fast 44 Millionen sein. Um dieses Passagieraufkommen 2030 zu bewältigen, prognostiziert Intraplan 376 000 Flugbewegungen.

Auf diese Annahmen hat der Bund den Sachplan Infrastruktur der Luftfahrt ausgerichtet, dessen Entwurf letzten Herbst präsentiert wurde; im Sommer soll er vom Bundesrat verabschiedet werden. Die Vorlage stellt einen Kompromiss dar: Enthalten sind Verlängerungen der Pisten 28 und 32 sowie Südstarts geradeaus bei Nebel und Bise, nicht aber solche in der Spitzenzeit über Mittag. Die Folge: Die Kapazität in Zürich bleibt limitiert. 2030 könnten mit den nun vorgesehenen Massnahmen statt 44 nur rund 39 Millionen Passagiere bedient und statt 376 000 nur etwa 346 000 Flugbewegungen abgewickelt werden. Entsprechend laut ist der Ruf aus der Branche, Südstarts geradeaus auch über Mittag zuzulassen – nur diese Massnahme brächte merkliche Kapazitätsgewinne.

Ganz anders tönt es von der Allianz N-O-W, dem Zusammenschluss der Fluglärmorganisationen im Norden, Osten und Westen des Flughafens, in der auch 135 Gemeinden vertreten sind. Die Allianz greift die Basis für die Pläne des Bundes an – die Prognosen des Büros Intraplan. Dieses habe bezüglich der prognostizierten Zahl der Flugbewegungen in der Vergangenheit mehrmals stark danebengelegen, schreibt die Allianz. Hans-Peter Lienhart, Stadtrat in Bülach und Präsident der IG Nord, streicht die Wichtigkeit der Prognosen hervor. Sie prägten nicht nur die Planung für den Flughafen, sondern auch die Definition der Abgrenzungslinie, die den Spielraum für die Siedlungsentwicklung definiert. Wenn dies auf der Basis von falschen Annahmen erfolge, seien die Folgen für die Gemeinden fatal.

Die Allianz untermauert ihre Kritik mit einer Gegenoffensive. In ihrem Auftrag erstellte das Büro Oliva aus Zürich Oerlikon ein Gutachten über Qualität und Methodik der Intraplan-Prognose. Dieses kommt zum Schluss, dass früher aufgetretene Differenzen zwischen der realen Entwicklung der Flugbewegungen und den Prognosewerten auf falschen Annahmen beruhten. Die Intraplan-Methodik sei wissenschaftlich unzureichend und blende den Markt aus. So nehme Intraplan als Grundlage für die Berechnungen lediglich Passagierströme von und nach dem Flughafen Zürich aus dem Jahr 2013 und rechne diese linear auf die Jahre 2020 und 2030 hoch. Der Bülacher Stadtrat Lienhart sagt: «Wir fordern, dass der Bund die Intraplan-Studie kritisch hinterfragt und dabei auch das Gutachten des Büros Oliva berücksichtigt.»

Das Büro Intraplan lässt die Kritik nicht gelten. Co-Geschäftsführer Markus Schubert sagt, sie hätten sich mitnichten nur auf Passagierströme fixiert. Aspekte wie Angebotsentwicklung, Preise und landseitige Erschliessung seien sehr detailliert in die Prognosen eingeflossen. Festzuhalten sei auch, dass ihre früheren Prognosen zum Passagieraufkommen ziemlich exakt gewesen seien. Bezüglich der Flugbewegungen sei unterschätzt worden, dass die Airlines grössere Flugzeuge einsetzten und diese besser auslasten konnten. Diese Massnahme wirke nun aber kaum mehr: Künftig werde das Passagierwachstum europaweit fast nur noch über eine Zunahme der Bewegungen abgewickelt werden können, sagt Schubert – auch in Zürich. Von dieser Annahme geht auch das Bundesamt für Zivilluftfahrt aus, wie Sprecher Urs Holderegger sagt. Er sieht denn auch keinen Bedarf, auf die Intraplan-Studie zurückzukommen. Für das Sachplanverfahren seien die Prognosen zudem gar nicht entscheidend. Im Vordergrund stehe ja nicht ein Kapazitätsausbau, sondern die Verbesserung der Sicherheitsmargen.



Donald Trump sauer wegen Fluglärms

http://www.businessinsider.com/donald-trump-is-suing-palm-beach-county-100-million-because-he-thinks-theyre-directing-noisy-airplanes-to-fly-over-his-property-2015-1




Zuletzt bearbeitet: 01.02.17 22:56 von Thomas


Gericht verbietet dritte Startbahn in Wien wegen Klimaschutz

https://www.cash.ch/news/boersenticker-ausland/gericht-verbietet-dritte-startbahn-wien-wegen-klimaschutz-1041426

Aus Klimaschutzgründen darf am Flughafen in Wien-Schwechat keine dritte Lande- und Startbahn gebaut werden. Das Bundesverwaltungsgericht (BVwG) wies am Donnerstag einen Antrag zur Errichtung und zum Betrieb einer weiteren Flughafenpiste ab. "Durch den Bau der dritten Piste am Flughafen Wien -Schwechat und dem damit erhöhten Flugverkehr würden die Treibhausgasemissionen Österreichs deutlich ansteigen", hiess es zur Begründung.

09.02.2017 19:00

Die hohe CO2-Belastung sei gewichtiger einzuschätzen als die wirtschaftlichen und arbeitmarktpolitischen Interessen. Die Möglichkeiten des Flughafens, den Ausstoss von Treibhausgasen durch eigene Massnahmen zu verringern, seien nicht ausreichend. "Auch ist die Erhaltung wertvollen Ackerlands für zukünftige Generationen zur Nahrungsmittelversorgung dringend geboten", so das Urteil.(AZ: W109 2000179-1/291E)

Ein Flughafensprecher bedauerte das Urteil und kündigte juristischen Widerstand an. "Die Flughafen Wien AG wird gegen diesen Bescheid vorgehen und in dieser Frage den Verwaltungsgerichtshof befassen", sagte der Sprecher. Ohne weitere Piste seien die Wettbewerbschancen des Wirtschafts- und Tourismusstandortes Österreich bedroht. Schwechat ist mit 22,8 Millionen Passagieren (2015) ein wichtiges Drehkreuz gerade für den Flugverkehr in Ost- und Südosteuropa./mrd/DP/jha

(AWP)



Gericht verbietet dritte Startbahn in Wien wegen Klimaschutz


Man kann übrigens mit nur einer Piste fast doppelt soviele Passagiere abwickeln wie Wien mit seinen 2 Pisten, siehe Flughafen Gatwick:

https://de.wikipedia.org/wiki/Gatwick_Airport


Zuletzt bearbeitet: 09.02.17 20:41 von Thomas


ZSZ - Südschneiser wollen neues Flugregime

Südschneiser wollen neues Flugregime

Die geplanten Südstarts geradeaus bei Bise und Nebel sind den Fluglärmgegnern im Süden ein Dorn im Auge. Nun schlagen sie eine Alternative vor.

Gestern haben die Fluglärmgegner aus dem Süden zu einer Medienkonferenz geladen. Beraten vom bekannten PR-Fachmann Klaus J. Stöhlker führten die Präsidenten Matthias Dutli (Flugschneise Süd – Nein) und Adolf Spörri (Stiftung gegen Fluglärm) aus, weshalb sie den bei Bise und Nebel geplanten Südstart geradeaus bekämpfen. Der Zeitpunkt ist nicht zufällig gewählt. Nächste Woche will sich die Zürcher Regierung zum Entwurf des umstrittenen Sachplans Infrastruktur Luftfahrt (SIL2) äussern. Dieser gibt vor, in welchem Rahmen der Flughafen künftig betrieben werden darf. Darin sieht das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) eine Abflugvariante vor, welche die Komplexität bei Bise und Nebel entschärfen würde: mit Starts auf Piste 16 geradeaus Richtung Süden. Heute existiert diese Variante nicht. Die Piloten müssen aus lärmpolitischen Gründen nach Starts auf Piste 16 abdrehen und teils den Flughafen überfliegen. Beim aktuellen Bisenkonzept entstehen Kreuzungspunkte in der Luft und am Boden: ein potenzielles Risiko gerade bei schlechtem Wetter.

Adolf Spörri (Gockhausen) und Matthias Dutli (Zumikon) finden das aktuelle Bisenkonzept unproblematisch. Unverantwortlich sei es dagegen, mit den geplanten Südstarts geradeaus eines der am dichtesten besiedelten Gebiete der Schweiz zu überfliegen. Dabei würden laut Spörri nicht nur «grosse Lärm-, Gesundheits- und Umweltschäden für rund 300 000 Menschen in Kauf genommen», sondern auch die Möglichkeit einer Katastrophe.

Mit Südstarts geradeaus erhöhe sich das Absturzrisiko gegenüber heute um ein Mehrfaches, sagte Fritz Neresheimer von der Stiftung gegen Fluglärm unter Berufung einer Studie, die das Bazl in Auftrag gegeben habe. Dessen Sprecher Urs Holderegger widerspricht jedoch auf Anfrage und verweist auf einen Bericht zur Umsetzung von Sicherheitsmassnahmem im SIl. Darin heisst es, dass die Abflüge geradeaus das Risiko eines Unfalls mit Todesfolge nicht oder nur marginal erhöhten.

Kritik am «Laienvorschlag»

Neresheimer, pensionierter ETH-Ingenieur aus Zollikon, legte weiter dar, wie er das Risiko minimieren würde: Mit Starts auf Piste 14 und Landungen auf Piste 16 (siehe Grafik). Sein Grundgedanke: Flüge über weniger besiedeltes Gebiet richten weniger Schaden an.

Nur lässt sich diese Variante gar nicht umsetzen. Laut Flughafen-Sprecherin Raffaela Stelzer müsste dazu der Rollweg zur Piste 14 verlängert werden. Dabei kämen die Flugzeuge jedoch den auf Piste 16 landenden Maschinen in die Quere. Ein Rollweg auf der anderen Seite ist wiederum aufgrund des Flachmoors ausgeschlossen.

Das bestätigt auch Urs Holderegger vom Bazl. «Unsere Expterten arbeiten seit Jahren am SIL und haben alle Varianten geprüft», erklärt er sichtlich genervt über einen weiteren «Laienvorschlag» aus dem Süden.

Neresheimer gibt denn auch zu, dass er seine Variante nicht von Fachleuten untersuchen liess und sich seine Fachkompetenz auf das Abonnieren von Aviatikzeitschriften, berufliche Erfahrungen im Risk-Management und der Kenntnis von militärischen Radarsystemen beschränkt. «Trotzdem glaube ich, dass das Bazl noch nicht alle Varianten geprüft hat.»

(Zürcher Regionalzeitungen)

Erstellt: 10.02.2017, 18:34 Uhr



DOKUMENTATION - DIENKONFERENZ VOM 10. FEBRUAR 2017 Stiftung gegen Fluglärm

Hier geht es zur vollständigen Dokumentation DER Stiftung gegen Fluglärm.



Regierungsrat nimmt Stellung zum angepassten SIL-Objektblatt für den Flughafen Zürich

14.02.2017 - Medienmitteilung

http://www.rr.zh.ch/internet/regierungsrat/de/aktuell.newsextern.-internet-de-aktuell-news-medienmitteilungen-2017-regierungsrat_45_nimmt_45_stellung_45_zum_45_angepassten_45_sil_45_objektblatt.html

Der Regierungsrat hat seine Stellungnahme zur Anpassung des SIL-Objektblatts für den Flughafen Zürich verabschiedet. Er anerkennt, dass verschiedene vorgeschlagene Massnahmen einen positiven Beitrag zur Erhöhung der Sicherheitsmarge des Flugbetriebs und gleichzeitig zur Verbesserung der Pünktlichkeit leisten. Allerdings führen insbesondere Südstarts über dicht besiedeltes Gebiet zu einer deutlich grösseren Zahl von Fluglärmbetroffenen. Der Regierungsrat fordert deshalb verschiedene Massnahmen, damit die zusätzliche Fluglärmbelastung für die Bevölkerung so gering wie möglich gehalten werden kann. Die im Zuge der Umsetzung von Sicherheitsmassnahmen gewonnene Stabilität des Flugbetriebs muss zur besseren Einhaltung der im kantonalen Flughafengesetz verankerten siebenstündigen Nachtflugsperre führen.

Mit dem Sachplan Infrastruktur der Luftfahrt (SIL) werden die Rahmenbedingungen für die langfristige Entwicklung des Flughafens Zürich festgelegt. Nach der Festlegung des SIL-Objektblatts im Jahr 2013 und einer ersten Anpassung 2015 hat das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) Ende September 2016 eine erneute Anpassung des SIL-Objektblatts für den Flughafen Zürich in Anhörung gegeben. Damit soll basierend auf dem 2012 verfassten Bericht zur Sicherheitsüberprüfung die Sicherheit am wichtigsten Schweizer Landesflughafen weiter erhöht und die raumplanerischen Leitplanken für den künftigen Flugbetrieb festgelegt werden. Wesentliche Elemente sind der Betrieb auf verlängerten Pisten 28 und 32 sowie Südabflüge geradeaus bei Bise und bei Nebel. Nach der Durchführung der entsprechenden kantonsinternen Konsultationen und der Auswertung der Stellungnahmen von Gemeinden und Interessensgruppen hat der Regierungsrat nun seine Stellungnahme abgegeben.

Flughafen Zürich muss sicher betrieben werden

Für den Regierungsrat steht ausser Frage, dass der Flughafen Zürich sicher betrieben werden muss. Ein Grossteil der dargelegten Massnahmen im SIL-Objektblatt leistet einen positiven Beitrag zur Erhöhung der Sicherheitsmarge des Flugbetriebs und gleichzeitig zur Verbesserung der Pünktlichkeit. Der Einführung diverser neuer Abflugrouten sowie der Option von Pistenverlängerungen ist daher auf Stufe SIL-Objektblatt zuzustimmen. Im Falle von Pistenverlängerungen verweist der Regierungsrat auf die demokratische Entscheidungsfindung gemäss dem kantonalen Flughafengesetz.

In Anbetracht der negativen Auswirkungen von Südstarts geradeaus über den dicht besiedelten Süden des Flughafens ist jedoch alles zu unternehmen, um die zusätzliche Belastung so gering wie möglich zu halten. In seiner Stellungnahme zum SIL-Objektblatt fordert der Regierungsrat unter anderem die folgenden Präzisierungen und Anpassungen:

  • Klare Kriterien zum Einsatz des Bisenkonzepts: Das Bisenkonzept darf zum Schutz der Bevölkerung nur zur Anwendung gelangen, wenn tatsächlich eine Bisenlage vorherrscht. Der Regierungsrat verlangt vom Bund, dass das neue Bisenkonzept auf präzis definierte, messbare und nachvollziehbare Wettersituationen beschränkt bleibt. Im Rahmen eines jährlichen Monitorings ist auszuweisen, wie oft das Bisenkonzept tatsächlich eingesetzt wurde.

  • Verspätungsabbau und Einhaltung der Nachtflugsperre: Die vom Bund vorgeschlagenen Massnahmen zur sichereren Abwicklung des Bisenkonzepts verringern die Komplexität des Flugbetriebs und haben dadurch auch betriebliche Vorteile. Dies ist konsequent dafür zu nutzen, den Betrieb zu stabilisieren und die Verspätungssituation soweit zu verbessern, dass die siebenstündige Nachtflugsperre gewährleistet werden kann.

  • Keine Südstarts bei Nebel: Im Gegensatz zu den Südstarts geradeaus bei Bise ist die Notwendigkeit, die Starts nach Süden geradeaus aus Sicherheitsgründen auch bei Nebellagen einzusetzen weder ausreichend begründet noch nachvollziehbar. Bei dieser Wetterlage ist die Problematik der gefährlichen Kreuzungspunkte weit weniger ausgeprägt.

  • Fragwürdige Priorisierung der Luftwaffe: Dass bei der Gestaltung der Flugrouten über einem der dichtest besiedelten Gebiete der Schweiz einseitig die Interessen der Luftwaffe berücksichtigt und die Bevölkerung in diesen Gebieten einer erheblichen Mehrbelastung ausgesetzt werden soll, kann aus Sicht des Regierungsrates nicht hingenommen werden. Die Interessen der Bevölkerung der Stadt Zürich dürfen nicht der Freihaltung des Kontrollraumes Emmen untergeordnet werden. Die entsprechenden Flugrouten sind zu überprüfen und entsprechend anzupassen.

  • Keine Südstarts zur Kapazitätssteigerung: Südstarts geradeaus zur Kapazitätssteigerung in den Hauptverkehrszeiten (z.B. tägliche Südstarts zwischen 10 und 14 Uhr) sind im SIL-Objektblatt grundsätzlich und in aller Klarheit auszuschliessen. Die dem aktuellen Verfahren zugrundeliegenden Dokumente zeigen zudem mit grosser Deutlichkeit, dass mit einer solchen Massnahme keine Verbesserung der Sicherheit verbunden wäre und dass der mögliche Kapazitätszuwachs verhältnismässig bescheiden wäre.




  • [Fortsetzung]

    Regierungsrat erwartet griffige Massnahmen zur Einhaltung der Nachtflugsperre

    Die siebenstündige Nachtflugsperre ist für den Regierungsrat und die Bevölkerung im Kanton Zürich von zentraler Bedeutung. Gemäss Flughafengesetz wirkt der Staat darauf hin, dass eine Nachtflugsperre von sieben Stunden eingehalten wird. Diese umfasst auch die Zeit zwischen 23.00 bis 23.30 Uhr. Auch wenn der Verspätungsabbau in dieser halben Stunde ohne formelle Ausnahmebewilligung erfolgen kann, muss alles unternommen werden, damit diese halbe Stunde frei von Flugbewegungen bleibt. Die Planung und Vergabe von Start- und Landerechten für die erste Nachtstunde hat sich danach auszurichten, dass der Verkehr im Regelfall vor 23.00 Uhr bewältigt werden kann. Das Erreichen dieses Ziels wird auch dadurch unterstützt, dass die im vorliegenden Objektblatt-Entwurf vorgeschlagenen Massnahmen zur Verbesserung der Sicherheit mehrheitlich auch die Komplexität des Flugbetriebs verringern und dadurch betriebliche Vorteile bringen. Diese Chancen sind konsequent auch zur Verbesserung des Schutzes der Bevölkerung vor allem während der Nachtzeit zu nutzen.

    Nächste Schritte

    Sobald der Bundesrat das SIL-Objektblatt beschlossen hat, wird der Regierungsrat dem Kantonsrat die notwendigen Anpassungen des kantonalen Richtplans unterbreiten.

    Weitere Informationen

    Der Bericht «Zürcher Fluglärm-Index, Zusatzauswertungen zum SIL2, Dezember 2016» mit den Auswirkungen der vom Bund am 26. September 2016 vorgeschlagenen SIL-Anpassungen auf den Zürcher Fluglärm-Index (ZFI) kann abgerufen werden unter:

    http://www.vd.zh.ch/sil
    Regierungsratsbeschluss Nr. 88/2017

    (Medienmitteilung des Regierungsrates)



    Minderwertentschädigung: Erinnerungsschreiben

    http://www.vfsn.ch/index.php?option=content&task=view&id=3339&Itemid=1

    Empfehlung des VFSN zum Erinnerungsschreiben vom Januar/Februar 2017 zum Antwortformular der Flughafen Zürich AG vom Oktober / November 2016 betr. Minderwertentschädigung und Entschädigungsansprüche im Süden des Flughafens vom 13. Februar 2017

    Die Flughafen Zürich AG hat im Januar/Februar 2017 ein Erinnerungsschreiben verschickt betr. ihrer im Oktober / November 2016 verschickten Briefe betreffend den Entschädigungsforderungen aus Minderwert wegen Südanflügen. Dies mit der Frage, ob die Adressaten und Grundeigentümer ihre Forderung betreffend Minderwertenschädigung zurückziehen (Variante A) oder aufrechterhalten (Variante B) wollen.

    Der VFSN hat das richtige Vorgehen erneut juristisch prüfen lassen und empfiehlt wie bisher erneut folgendes Vorgehen:

  • Auf dem Antwortformular die Variante B (Aufrechterhaltung der Forderung) ankreuzen und das Formular unterzeichnet bis zum Freitag, 31. März 2017 (Poststempel) der Flughafen Zürich AG zurückzusenden.

  • Es empfiehlt sich, eine Kopie zu Ihren Akten zu nehmen oder sich dazu eine Notiz in Ihre Akten zu machen.

  • Mit diesem Vorgehen erwachsen dem Grundeigentümer auch bei Wahl der Variante B (Aufrechterhaltung der Forderung) verbindlich keine Verfahrenskosten und dem Grundeigentümer oder der Grundeigentümerin kann auch später verbindlich zu keiner Umtriebsentschädigung an den Flughafen Zürich AG verpflichtet werden (Art. 114 und 115 Enteignungsgesetz). Der anderslautende Hinweis der Flughafen Zü-rich AG im 4. Punkt auf Seite 1 ist u.a. schon aus folgendem Grund klar falsch: Der Grundeigentümer oder die Grundeigentümerin hat Anspruch darauf, dass sein oder ihr Begehren und dessen Berechtigung oder Nichtberechtigung von einer unabhängigen Behörde (Eidg. Schätzungskommission Kreis 10) oder einem Gericht, und nicht ein-fach nur von der Verfahrenspartei Flughafen Zürich AG selbst, beurteilt und entschieden und dem Grundeigentümer oder der Grundeigentümerin mitgeteilt wird. Das ist nicht rechtsmissbräuchlich.

  • Ein weiterer Kommentar oder Hinweise auf dem Antwortformular ist ausdrücklich nicht nötig und nicht zielführend. Der berechtigte Unmut über die andauernden Südanflüge und die diskutierten Südstarts ist bei anderer Gelegenheit kund zu machen.

  • Bitte das Antwortformular in jedem Fall mit der Variante B (oder andernfalls der Variante A) angekreuzt einsenden. Der VFSN empfiehlt klar nicht, gar nicht zu reagieren und das Antwortformular nicht einzusenden oder die Variantenwahl offen zu lassen. Bitte auch die Personalien/Grundstückdaten auf dem Formular prüfen.

    Wir haben ein Dokument mit den häufigsten Fragen zusammengestellt. Dieses finden Sie hier (PDF)

    Verein Flugschneise Süd – NEIN

    Der Vorstand



  • Fragen und Antworten zum Erinnerungsschreiben des Flughafens vom Januar/Februar 2017 betr. Ihrer Forderung aus Minderwertentschädigung von:

    Rechtsanwalt Christopher Tillman LL.M., Fachanwalt SAV Bau -und Immobilienrecht, Zürich, http://www.legis-law.ch

    Datum:
    13. Februar 2017

    http://www.vfsn.ch/images/stories/INFO/Fragen_und_Antworten_%20zum_Erinnerungsschreiben_zum_Antwortformular_Minderwert.pdf

    [...]

    Frage:
    Kann die Flughafen Zürich AG mit dem Erinnerungsschreiben vom Januar/Februar 2017 dem Grundeigentümer eine Frist setzen?
    Antwort:
    Ja, der Flughafen als Verfahrenspartei kann und darf das.

    Frage:
    Bis wann läuft die Frist zur Rücksendung des unterzeichneten Antwortformulars?
    Antwort:
    Die Frist läuft bis zum Freitag, 31. März 2017 bei Versand mit B -Post oder A -Post oder Einschreibepost.

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