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Thema: MERKEL im STASIKNAST


WELT online, 5.5.2009

ALS DIE STASI ANGELA MERKEL ANWERBEN WOLLTE

Von Joachim FAHRUN

Zum ersten Mal hat die Kanzlerin das ehemalige Stasi-Gefängnis in Berlin-Hohenschönhausen besucht. Im Gespräch mit Schülern plauderte MERKEL frei über ihre eigenen Erfahrungen mit dem System. Sie berichtete, wie die Stasi sie anwerben wollte – und wie sie die Offerte ablehnte.

Der Besuch der Kanzlerin im Stasi-Gefängnis in Berlin-Hohenschönhausen war als Botschaft an all jene gedacht, die die DDR-Diktatur im Rückblick verharmlosen. Aber im Gespräch mit Gymnasiasten aus Neuwied (Rheinland-Pfalz) wurde Angela MERKEL unverhofft zur Zeitzeugin.

Als die vom Blick in karge Zellen und den Erzählungen von drangsalierten Ex-Häftlingen beeindruckten Schüler nach ihren eigenen Erfahrungen mit der Stasi fragten, erzählte MERKEL, wie sie selbst als Studentin von Stubennachbarn bespitzelt worden sei. Sie berichtete von der „täglichen Angst und den Sorgen“, die das Leben denkender Menschen in der DDR begleiteten.

Und sie berichtete den Jugendlichen, wie die Staatssicherheit in den 70er-Jahren versucht habe, sie als Spitzel zu gewinnen. Als sie sich nach dem Studium auf ihre erste Stelle an der Technischen Hochschule Ilmenau bewarb, sollte sie nach dem Gespräch ihre Fahrtkosten abrechnen. Aber im Büro saß stattdessen die Stasi. „Die wollten mich werben“, sagte die Kanzlerin. Als wissenschaftliche Assistentin müsse ihr doch daran gelegen sein, dass der Staat Erfolg habe, sagten die Agenten.

Aber die Pfarrerstochter war durch ihre Eltern auf eine solche Situation vorbereitet. „Sie haben uns immer gesagt, wir sollen sagen, dass wir den Mund nicht halten können und allen alles weitererzählen“, berichtete die Kanzlerin den überraschten Jugendlichen. Die Stasi verlor also das Interesse an IM Angela MERKEL.

Aber die Stelle in Thüringen bekam die Physikerin auch nicht. Stattdessen wurde ihr ein Arbeitsplatz im Glaswerk Ilmenau angeboten. Sie lehnte ab, fand später eine Stelle bei der Akademie der Wissenschaften in Berlin-Adlershof.

Eine Oppositionelle sei sie nicht gewesen, sagte Merkel offen. Aber sie wollte sich auch nicht auf zu viel Nähe einlassen zum System. Ihr war bewusst, ständig in Gefahr zu schweben, „in die Mühle“ zu kommen. Ob sie etwas Positives an der DDR sehe, wollte ein Schüler wissen. „Nee“, erwiderte MERKEL.

Dabei habe auch sie keine unglückliche Kindheit gehabt und vieles gelernt: „Aber je mehr man nachgedacht hat und Unabhängigkeit zeigte, umso mehr ist man angeeckt.“ Mit Respekt sprach MERKEL dann von den Menschen, die Mut aufbrachten und im Stasi-Gefängnis in Hohenschönhausen landeten. Sie wisse nicht, wie sie sich verhalten hätte in einem solchen Verhör, sagte MERKEL. Nicht jeder sei ein Held.

Auch zur Diskussion um die Verklärung der DDR bezog MERKEL Position. Es müsse verhindert werden, dass das Sprechen über diejenigen, die mutig waren, vom Rest der DDR-Bevölkerung als Angriff auf ihr Leben aufgefasst werde. „Das finde ich unerträglich“, sagte die Kanzlerin. Wenn sie sehe, dass von den Tätern der SED-Diktatur nur sehr wenige verurteilt wurden, „da kriegt man schon die kalte Wut“.

Gedenkstättenleiter Hubertus KNABE sagte, er sei „besorgt darüber, dass die DDR-Diktatur zunehmend aus der Perspektive der Mitläufer oder gar der Täter bewertet“ werde und die Sicht der Opfer vergessen werde. Wer mit den Menschen spreche, die der politischen Justiz ausgeliefert waren, der verstehe, warum die DDR ein Unrechtsstaat war.

Links:
- Der Spiegel
, 5.5.2009
- Welt N24, 5.5.2009



Zuletzt bearbeitet: 08.08.2017 22:40 von Administrator


Betr.: Stasitäter verklagen Stasi-Opfer:
"Die Gerichte entscheiden darüber bislang unterschiedlich."


Schon das allein ist ein Beweis dafür, daß alle im 44 jährigen Vorfeld der Wiedervereinigung erbrachten Opfer an Leib und Leben, an Hab und Gut von der heutigen offiziellen Politik völlig ignoriert werden.
Daran wird auch ein Merkel-Besuch in Hohenschönhausen nichts ändern sondern nur eine längst überfällige klare und eindeutige Gesetzeslage.

Bernd Stichler





VERFOLGTE ÜBERGEBEN OFFENEN BRIEF AN ANGELA MERKEL

Bundeskanzlerin besucht Stasi-Gedenkstätte Hohenschönhausen

Berlin, 5.05.2009/cw – Anlässlich ihres Besuches in der Stasi-Gedenkstätte Hohenschönhausen im Berliner Bezirk Lichtenberg übergaben ehemalige Verfolgte des Stasi-DDR-Systems an die Bundeskanzlerin einen „Offenen Brief“.


In dem vom gesamten Bundesvorstand der Vereinigung der Opfer des Stalinismus (VOS) unterzeichneten Schreiben bittet der älteste und größte Verfolgten-Verband die Bundesregierung um die vordringliche Beachtung folgender Punkte:

Die VOS erinnert an den Koalitionsvertrag von 2005, in dem u.a. die sogen. Beweislastumkehr für die Anerkennung von in der DDR-Haft erlittenen Gesundheitsschäden beschlossen wurde. Dies sei noch nicht umgesetzt.

An zweiter Stelle bedankt sich die VOS für die Verbesserungen in der Novelle zum Rehabilitierungsgesetz, in dem eine monatliche Zahlung für ehemalige politische Gefangene beschlossen worden war. Allerdings habe diese Zahlung den Charakter einer sozialen Zuwendung. Betroffene müssten „sich schämen, diese Zahlung überhaupt zu erwähnen, da sie damit ihre soziale Bedürftigkeit dokumentieren“ würden, merkt der Verband kritisch an. Des weiteren entbehre die beschlossene „Ehrenpension“ für ehemalige Minister der letzten DDR-Regierung „für eine gutbezahlte Dienstzeit von maximal fünfeinhalb Monaten“ eklatant der Mindestfrist von sechs Monaten für politisch Verfolgte und „in ihrer Beitragsgestaltung der notwendigen Gerechtigkeit“, moniert die VOS.

Bekanntlich erhalten die angeführten Minister ab dem 55. Lebensjahr eine monatliche Ehrenpension für ihre „Verdienste um Deutschland“ in Höhe von 650 Euro, während sich ein ehemaliger politischer Gefangener bei entsprechender Bedürftigkeit auch nach acht Jahren Inhaftierung mit 250 Euro monatlich abfinden muss.

Zum Schluss bitten die Verfolgten des DDR-Regimes die Bundeskanzlerin um eine entsprechende Initiative der Bundesregierung, um den „unerträglichen Zustand“ einer zulässigen Leugnung von kommunistischen und DDR-Verbrechen zu beseitigen, während nachvollziehbar die Leugnung von NS-Verbrechen strafbewehrt sei.

In einer Presseerklärung anlässlich der Briefübergabe an Angela MERKEL spricht der Bundesvorstand die Hoffnung aus, bei der Bundeskanzlerin „auf berechtigtes Interesse für die Anliegen“ zu stoßen.


Wortlaut des Briefes:

Bundeskanzleramt
Bundeskanzlerin Angela Merkel
Willy-Brandt-Straße 1
10557 Berlin

Durch Hand in Gedenkstätte Hohenschönhausen

Ihr Besuch in der Gedenkstätte Hohenschönhausen


Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,

herzlichen Dank für Ihr Interesse an dem Schicksal der ehemaligen politisch Verfolgten des SED-DDR-Systems, das Sie mit Ihrem heutigen Besuch in der ehemaligen U-Haftanstalt der Stasi in Hohenschönhausen unterstrichen haben.
Erlauben Sie uns, Ihnen aus diesem Anlass unsere wichtigsten Anliegen mit der Bitte um entsprechende Würdigung und Berücksichtigung durch die Bundesregierung vorzutragen:

1. Die große Koalition hatte die Beweislastumkehr im Anerkennungsverfahren von in der DDR-Haft entstandenen Gesundheitsschäden beschlossen; dies ist noch nicht umgesetzt.

2. Ihre Regierung hat dankenswert eine Verbesserung für die ehemals aus politischen Gründen Inhaftierten mit der Novellierung des Rehabilitierungsgesetzes durchgesetzt. Die dort festgelegte Bindung an eine soziale Bedürftigkeit trifft hingegen auf Unverständnis und berechtigten Unmut. Sie widerspricht einer vorbehaltlosen Anerkennung durchlittener Leiden und erwiesenen Widerstandes gegen ein diktatorisches System. Gegenwärtig müssen sich Betroffene schämen, diese Zahlung überhaupt zu erwähnen, da sie damit ihre soziale Bedürftigkeit dokumentieren. Die weiterhin beschlossene Ehrenpension für ehemalige Minister der letzten DDR-Regierung für eine gutbezahlte Dienstzeit von maximal fünfeinhalb Monaten widerspricht eklatant der Mindestfrist von sechs Monaten Haftzeit für politisch Verfolgte und in ihrer Betragsgestaltung der notwendigen Gerechtigkeit.

3. Die Leugnung von Verbrechen durch das NS-Regime wurde nachvollziehbar strafbewehrt, um nicht zuletzt die Würde der Opfer zu wahren. Hingegen ist es nach wie vor zulässig, Verbrechen des Kommunismus bzw. des SED-Stasi-Systems zu leugnen und auf diese Weise deren Opfern erneuter Demütigung und Diffamierung auszusetzen. Wir halten diesen Zustand für unerträglich und bitten Sie um entsprechende Initiativen der Bundesregierung.

Für Ihr Verständnis bedanken wir uns hoffnungsvoll im Namen der Betroffenen!

Mit freundlichen Grüßen

Johannes RINK, Bundesvorsitzender
Carl-Wolfg. HOLZAPFEL, stv. Bundesvorsitzender
Hugo DIEDERICH, stv. Bundesvorsitzender




Ja, so war das damals mit den letzen Häftlingen in Hohenschönhausen. Die wegen versuchter Republikflucht und ähnlichem einsaßen, bis in den Dezember 1989 hinein, als die Mauer lange offen war.

Angela Merkel hat sich also sehr erschüttert von ihnen berichten lassen:

www.stiftung-hsh.de/page.php?cat_id=CAT_1&con_id=CON_1449&page_id=814&subcat_id=CAT_1&recentcat=&back=

Ich erinnere mich, dass die so genannten DDR-Oppositionsgruppen und auch Angela Merkels Demokratischer Aufbruch den Inhaftierten damals in der Ausgabe des Neuen Deutschland, 9. November 1989 zuriefen:

"...wir alle sind tief beunruhigt. Wir sehen die Tausende, die täglich unser Land verlassen. ... Wir bitten Sie, bleiben Sie doch in Ihrer Heimat, bleiben Sie bei uns! ...

Was können wir Ihnen versprechen? Kein leichtes, aber ein nützliches und interessantes Leben.
Helfen Sie uns, eine wahrhaft demokratische Gesellschaft zu gestalten, die auch die Vision eines demokratischen Sozialismus bewahrt. Kein Traum, wenn Sie mit uns verhindern, dass er wieder im Keim erstickt wird. Wir brauchen Sie. Fassen Sie zu sich und zu uns, die wir hier bleiben wollen, Vertrauen...


Schon am Vorabend, dem 8. November 1989 hatte Christa Wolf den Aufruf in der "Aktuellen Kamera" verlesen:

www.ddr89.de/ddr89/texte/erklaerung12.html

Die Stiftung Hohenschönhausen erinnert, dass die

"letzten Gefangenen des früheren Stasi-Gefängnisses ... vor zwanzig Jahren ... durch die friedliche Revolution in der DDR die Freiheit wiedererlangt."

hätten.

Hut ab vor diesen vernetzten Revolutionären, Befreiern und sonst wie Wichtigen.

Hut ab vor vor allem vor diesem geschliffen glatten und erstaunlich perfekten Erinnerungsmanagement!

Bodo Walther




...." die auch die Vision eines demokratischen Sozialismus bewahrt."

Diese Formulierung sagt eigentlich schon alles aus, was uns als ehemalige politische Häftlinge von den "Bügerrechtlern " unterscheidet. Wir waren und sind doch da etwas realistischer.

Bernd Stichler




Merkel besucht Gedenkstätte

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) besucht am 11. August in der Zeit von elf bis zwölf Uhr das ehemalige Stasi-Gefängnis in Hohenschönhausen.

Gemeinsam mit der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, Monika Grütters wird sie sich über anstehende Baumaßnahmen in der Gedenkstätte informieren. Bis voraussichtlich Herbst 2019 sollen hier für Investitionen in Höhe von 8,8 Millionen Euro alle historischen Oberflächen denkmalgerecht saniert werden. Dabei sollen auch neue museale Bereiche und Seminarräume gebaut werden. Nach einem Rundgang mit Gedenkstättendirektor Hubertus Knabe trifft Merkel den ehemaligen politischen Häftling Arno Drefke.

Gemeinsam mit ihm wird sie einen Kranz am Gedenkstein für die Opfer kommunistischer Gewaltherrschaft auf dem Anstaltsgelände niederlegen. (...).

Quelle: http://www.abendblatt-berlin.de/2017/08/04/merkel-besucht-gedenkstaette/

Genaueres hier:
http://www.stiftung-hsh.de/presse/pressemitteilungen/2017/kanzlerin-merkel-besucht-ehemaliges-stasi-gefaengnis/




Persönlich bin ich tief gerührt von der herzlichen Anteilnahme unserer hochverehrten Frau Bundeskanzlerin. Hatte sie doch über all die Jahre stets ein tiefes Mitgefühl für uns . Irgendwelche böswilligen Unterstellungen dass hier ein Zusammenhang mit der Bundestagswahl bestehen würde , entbehren selbstverständlich jeglicher Grundlage .



Bundesregierung für Desinteressierte:
BPK vom 7. August 2017 + BPK-Wortprotokoll


Naive Fragen zu: Merkels Termine – weiß die Kanzlerin schon, wann sie in die BPK kommt?


SRS’IN DEMMER (zu den Terminen der Bundeskanzlerin): Am kommenden Freitag, den 11. August, wird die Bundeskanzlerin ab 11 Uhr die Gedenkstätte Hohenschönhausen besuchen. Gemeinsam mit der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, Monika Grütters, informiert sie sich über anstehende Bau- und Sanierungsmaßnahmen in der ehemaligen zentralen Untersuchungshaftanstalt des Ministeriums für Staatssicherheit. Nach einem Rundgang legt die Bundeskanzlerin im Hof der Gedenkstätte einen Kranz am Gedenkstein für die Opfer der kommunistischen Gewaltherrschaft nieder.

Zum Abschluss ihres Besuchs wird die Bundeskanzlerin ein Pressestatement abgeben.

Themen: Termine der Bundeskanzlerin (Besuch der Gedenkstätte Hohenschönhausen, Gespräch mit dem Hohen Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen und mit dem Generaldirektor der Internationalen Organisation für Migration), Ehrensold des Bundespräsidenten, Äußerungen des FDP-Vorsitzenden zur Krim, Dieselmotoren in der Binnenschifffahrt, Vorschlag einer Mindestquote von E-Autos, Inhaftierung von vier deutschen Staatsangehörigen im Irak, elektronische Gesundheitskarte, Beschlagnahme des Rettungsschiffs „Iuventa“ durch Italien, geplante deutsch-französische Zusammenarbeit beim Kampf gegen Steuervermeidung durch Großkonzerne, Berichterstattung über Einflussnahme von Lobbyisten auf das Regierungshandeln in Bezug auf die Regeln für Abgastests, Inhaftierung von deutschen Staatsangehörigen in der Türkei, Treffen des Bundesaußenministers mit Auszubildenden des VW-Werks Wolfsburg






Und täglich grüßt das Murmeltier

+++ Wenn Wahlen vor der Tür stehen geht man auch dorthin, wo man sonst nicht gerne hingeht. +++

Das war 2009 schon so und die 8 Bilder werden sich 2017 gleichen.

Angel Merkel bei ihrem ersten Besuch im ehemaligen Stasi-Gefängnis in Berlin-Hohenschönhausen.


Stilles Gedenken: Angel Merkel bei ihrem ersten Besuch im ehemaligen Stasi-Gefängnis in Berlin-Hohenschönhausen (Mai 2009). Sie legt einen Kranz für die Opfer der Stasi nieder und ...

https://www.welt.de/politik/gallery3680313/Merkel-besucht-Hohenschoenhausen.html





Hohenschönhausen - Merkel-Besuch – Kein Wahlkampf ???



Berlin/Hohenschönhausen, 8.08.2017/cw – Der Pressesprecher der Stasi-Gedenkstätte Hohenschönhausen, André Kockisch, hat bestritten, dass der bevorstehende Besuch Angela Merkels mit dem aktuellen Wahlkampf zu tun hätte:

„Die Kanzlerin kommt in ihrer Funktion als Regierungschefin in die Gedenkstätte, nicht als CDU-Chefin“, schreibt Kockisch an die ehemalige Hoheneckerin Tatjana Sterneberg.
Die ehemalige politische Gefangene und nachgefragte Zeitzeugin hatte zuvor in einer Mail an Hubertus Knabe eben diesen Vorwurf erhoben und darauf hingewiesen, dass die Bundeskanzlerin bereits 2009 in einem Wahlkampfjahr die Gedenkstätte besucht hätte:
„Ist es Aufgabe der Gedenkstätte Hohenschönhausen, sich in die Wahlkampf-Strategien von Parteien hineinziehen oder gar missbrauchen zu lassen?“ Dazu Kockisch:

„Ich kann Ihnen versichern, dass die Gedenkstätte keinen Wahlkampf macht. Wir sind grundsätzlich der politischen Neutralität verpflichtet und respektieren dies auch.“


Proteste ehemaliger politischer Gefangener

Der für den 11.August zwischen 11:00 und 12:00 Uhr vorgesehene Besuch der Bundeskanzlerin in Hohenschönhausen stößt inzwischen auf teils heftige Proteste ehemaliger politischer Gefangener. So wird die Benennung nur eines Gesprächspartners aus dem Kreis ehem. Gefangener in HSH ebenso kritisiert wie die Tatsache, das dieser Häftling während seiner Gefangenschaft im berüchtigten „Lager X“ ausgerechnet an statischen Plänen zum Bau der Berliner Mauer mitwirken musste. „Zwei Tage vor dem Jahrestag des Mauerbaus von 1961 zeugt dieser Umstand nicht gerade von großer Sensibilität bei den Verantwortlichen,“ sagte ein Betroffener gegenüber unserer Redaktion.


Hoffnung auf „spontanen“ Gedankenaustausch

Ehemalige DDR-Flüchtlinge wollen nun den geplanten Besuch am kommenden Freitag nutzen, um die ehemalige DDR-Bürgerin Angela Merkel auf ihre Probleme aufmerksam zu machen. ... hoffen einige ehem. Flüchtlinge auf einen spontanen Gedankenaustausch mit der Regierungschefin in den Mauern des einstigen Zentralen Untersuchungsgefängnisses der SED-Staatssicherheit.. Andere ... wollen trotzdem „gegen diese ihnen angetane Ungerechtigkeit protestieren.“ Wenigstens das.






Empfehle in diesem Zusammenhang Prof. Dr. Rainer Mausfeld:



Zuletzt bearbeitet: 08.08.2017 22:48 von Administrator


Berlin:

MERKEL SPRICHT MIT RENTENBETRUGSOPFERN



Ein Durchbruch? MERKEL im Gespräch mit Rentenbetrugsopfern.
Nach links: Monika GRÜTTERS, Hubertus KNABE


Berlin-Hohenschönhausen, 11.08.2017/cw – Auf Vermittlung von Hubertus KNABE sprach Angela MERKEL zu Beginn ihres Besuches in der Gedenkstätte Hohenschönhausen am heutigen Freitag mit Demonstranten gegen den Rentenbetrug. Der Direktor der Gedenkstätte hatte sich zuvor über Inhalt und Ziele der Protestierenden informiert und zugesichert, die Bundeskanzlerin bei ihrer Ankunft auf die „berechtigten Anliegen“ aufmerksam zu machen.

Gespräch trotz strengen Protokolls

Ehemalige DDR-Flüchtlinge hatten nach bisher vergeblichen Versuchen, den Rentenbetrug gegenüber der Regierung zu artikulieren, die Gelegenheit des MERKEL-Besuches im ehemaligen zentralen Untersuchungsgefängnis der Stasi genutzt, um die Aufmerksamkeit der Bundeskanzlerin auf sich zu lenken. MERKEL ließ sich bei ihrem im Protokoll nicht vorgesehenen kurzen Gespräch den Grund für die Proteste erläutern. Die ehemaligen Flüchtlinge hatten nach ihrer Flucht in die Freiheit die Zusage erhalten, dass ihre Anwartschaften aus der Tätigkeit in der DDR nach westdeutschem Rentenrecht berechnet werden würden (Fremdrentengesetz/FRG). Nach der Wiedervereinigung wurden diese Rentenanwartschaften neu bestimmt (Rentenüberleitungsgesetz/RÜG). Das seinerzeitige Sozialministerium interpretierte das RÜG gegenüber der Rentenversicherung dann zum Nachteil der ehemaligen DDR-Bürger. Ohne Debatte im Bundestag, quasi am Gesetzgeber vorbei, wurden daraufhin ehemalige Republikflüchtlinge und Übersiedler rentenrechtlich wieder zu DDR-Bürgern erklärt. Dies hatte schlimme Auswirkungen, weil die Renten der so düpierten einstigen „Brüder und Schwestern“ aus der Zweiten Deutschen Diktatur um 100 bis 800 Euro reduziert wurden. Das Vorzeigen einstiger Rentenauskünfte aus der Zeit vor 1989 nutzte ihnen nichts. Das Rentenrecht sei novelliert worden, hieß es lapidar. Seither sprechen die Betroffenen und deren eigene Vertretung „Interessengemeinschaft ehemaliger DDR-Flüchtlinge e.V. – IEDF“ von Rentenbetrug.
    __
    Die Unentwegten: Immerhin waren rund 20 Personen dem Aufruf
    zum Protest gefolgt. Auch Kultursenator Klaus LEDERER begrüßte die Demonstration: „Gut, dass Sie hier sind!
SPD stimmte gegen den eigenen Antrag

Die SPD hatte in der vorletzten Legislaturperiode über ihren verstorbenen sozialpolitischen Sprecher Ottmar SCHREINER vehement gegen diesen Betrug an Menschen, die uns vertraut haben, protestiert. Dennoch wurde die vom Bündnis90/GRÜNE und DIE LINKE unterstützte sozialdemokratische Gesetzesinitiative von der CDU/CSU/FDP-Koalition abgelehnt. Im letzten Jahr hatten die Oppositionsparteien den SPD-Antrag von 2011 wortgleich erneut im Bundestag eingebracht. Diesmal scheiterte der erneute Versuch, einen schweren sozialpolitischen Fehler zu korrigieren, nicht zuletzt an der SPD, die sich – nunmehr Koalitionspartner der CDU/CSU – den Argumenten der Union anschloss und gegen ihren eigenen ursprünglichen Antrag stimmte.

Die Bundeskanzlerin registrierte aufmerksam die vorgetragenen Argumente und versprach, sich „noch einmal“ mit dieser Angelegenheit zu befassen und insbesondere die Ausführungen von Ottmar SCHREINER nachzulesen. Carl-Wolfgang HOLZAPFEL, Vorsitzender der Vereinigung 17. Juni, die diese Protestaktion initiiert hatte, bedankte sich ausdrücklich für die Aufmerksamkeit der Regierungschefin und bat Staatsministerin Monika GRÜTTERS, diesen ausdrücklichen Dank der Betroffenen an die Bundeskanzlerin weiterzuleiten. GRÜTTERS versicherte, dass es Angela MERKEL ernst meine und die Betroffenen darauf vertrauen dürften, dass „sich die Bundeskanzlerin wie zugesagt um das Thema bekümmern“ werde. Auch GRÜTTERS, seit einigen Monaten Landesvorsitzende der Berliner CDU, sagte ihrerseits „jegliche Unterstützung“ zu. Der aktuelle SPD-Vorsitzende und Kanzlerkandidat Martin SCHULZ hatte eine Einladung der Gedenkstätte „aus terminlichen Gründen“ abgelehnt.


Im Schatten des Merkel-Besuches: Die Medien zeigten Interesse an dem Protest. Permanente Protestler gg. den Rentenbetrug Wolfgang GRAETZ, Christa LADENDORF, C.W. HOLZAPFEL (v.l.)

Rentenbetrug im neuen Koalitionsvertrag korrigieren

Der Veranstalter zeigte sich gegenüber Medien in einem ersten Resume „vorsichtig optimistisch.“ Die Bundeskanzlerin habe bereits mehrfach erfolgreich von ihrer Richtlinienkompetenz Gebrauch gemacht, zum Beispiel in der Atom-Politik oder der Flüchtlingsfrage („Wir schaffen das!“). Die Betroffenen hofften nun im Ergebnis des heutigen „ersten direkten Gespräches auf die Korrektur eines schweren politischen Fehlers,“ so der Vereinsvorsitzende. HOLZAPFEL wies auf die folgende, von den Betroffenen angemeldete Demonstration am 13. September 2017 zu diesem Thema hin: „Es wäre bemerkenswert, wenn bis zu diesem Zeitpunkt zumindest ein Signal aus dem Bundeskanzleramt käme, diesen „Verrat an den einstige Schwestern und Brüdern“ zumindest in einem neuen Koalitionsvertrag als regelungsbedürftig zu thematisieren.“

Der 17.Juni-Chef bedankte sich am Ende der Demonstration herzlich bei Hubertus KNABE für dessen „wertvolle Unterstützung“ des gemeinsamen Anliegens. Anschließend legten die einstigen DDR-Flüchtlinge und ehemaligen Insassen der Stasi-U-Haft Rosen am Gedenkstein in der Gedenkstätte nieder: „Eure Leiden – unser Auftrag“ stand auf den an den Rosen befestigten Bändern.

Quelle
Fotos: ©LyrAg
Redaktion Hoheneck, Berlin – Tel.: 030-30207785 (1270)




Danke an die Teilnehmer, dem Fähnlein der 12 Aufrechten, die die Demo vor dem Stasi-Knast in Berlin so klar durchführten.
Das Geschehen zeigt mir, dass das Abschirmsystem der Kanzlerin durchbrochen wurde. Mir scheint, sie hat zum ersten Mal von dem Rentenbetrug erfahren. Da sie als "Aussitzerin" von Problemen bekannt ist, kann es auch sein, dass sie die Sache nun einfach laufen lässt. Auf alle Fälle sollte wir darauf drängen, dass sie sich zu unserem Problem noch vor der Wahl äußert. Die AfD steht für uns in den Startlöchern. Sollte jemand meinen, dies sei eine Erpressung? Dann sage ich ein klares, ja!



Man helfe mir! Als Bettler und Bittsteller, so kommt diese
Vorstellung bei mir an, stehen Persönlichkeiten deutscher Geschichte vor der größten Mutti aller Zeiten. Wahl"kampf"
und das der großen Angela eigene monarchische Verhalten -
die Bilder benötigen keine Unterschrift. Wenn viele Kame-
raden nicht jeden Cent bräuchten, könnte man glatt schreien: Steckt Euch das uns Zustehende in Euern Aller-
wertesten.



Lieber Herr Schaumburg,

eigentlich mag ich Ihren zuweilen sarkastischen Humor. Aber Sie werden kein Bild finden, auf dem eine/-r der Teilnehmer auf den Knien bettelnd um eine Spende für den vor seinen Beinen liegenden Hut bittet.

Ideen, welche Gelegenheiten besser zu nutzen sind und wie, werden gerne entgegengenommen. Danke.

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