FLUCHT und AUSREISE Diskussionsforum
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Thema: LUFTANGRIFF AUF DRESDEN 1945


LUFTANGRIFF AUF DRESDEN 1945

FRITZ SCHAARSCHMIDT

Als "alter Dresdner" – im Deutschen Reich 1942 geboren – haben wir im Zentrum von Dresden gewohnt. Die klugen Texte in den Beiträgen (unten) beschreiben diese entsetzlichen Bombardierungen nicht mit den passenden Worten.

Hunderte von Langstrecken-Bombern flogen Dresden an; man hatte sich wohl auf den Faschingsdienstag 13. Februar 1945 geeinigt ? Churchill ?
An diesem Dienstag, kurz vor 22 Uhr, wurde in Dresden der 175. Fliegeralarm ausgelöst. Die Menschen begaben sich wie gewohnt in die Keller ihrer Häuser oder Wohnblocks und die wenigen vorhandenen Luftschutzbunker. Historiker berichten, Gauleiter Martin Mutschmann hätte rechtzeitig die Stadt verlassen, obwohl er in seiner Villa am „Großen Garten“ einen eigenen Bunker hatte. Verschlossen. Dresden sollte die letzte große deutsche Stadt sein, die kurz vor Kriegsende „noch leiden sollte“.

Die heute geöffneten britischen Geheimarchive sprechen eine deutliche Sprache. Denn der Krieg war für Großdeutschland verloren, die Truppen zerschlagen – zu Lande, zu Wasser und in der Luft.

Die rote Armee stand mit ungeheuren Boden-Kräften schon an Oder und Neiße. Die jungen alliierten Bomberpiloten hatten nur die Marschrichtung erhalten und durften erst kurz vor dem Zielgebiet die Befehle öffnen. Man dachte zunächst, dass man so weit nach Osten fliegend evtl. die rote Armee aus der Luft unterstützen sollte… Dresden als weltbekannte Kulturmetropole – genannt „Elbflorenz“ – hatten die Bomberstrategen bisher ausgeklammert.

Dass man das schutzlose Dresden bombardieren sollte, kam für alle Piloten der Alliierten total überraschend. Dresden hatte zu diesem Zeitpunkt weder Flakgeschütze noch Luftverteidigung ...
Den Piloten erzählte man hinterher – so ein Dokumentarfilm – im abgesteckten Zielgebiet der Dresdner Innenstadt von ca. 4 km² befänden sich Giftgas- und Waffenfabriken. Das diente zur Entschuldigung des Bombenterrors, den Air Marshal Arthur Harris „entwickelt“ hatte: Spreng- und Brandbomben ! Dies erzeugt auch einen unglaublichen Feuersturm, der aus den Schutzräumen und Kellern und am Boden den Sauerstoff heraussaugt und leichte Gegenstände (Aktenordner) kilometerweit trägt.
So wurden nach den Angriffen vom 13. bis 14. Februar 1945 die Menschen in den Schutzräumen erstickt aufgefunden, nicht verbrannt !

Es gab übrigens ab August 1944 schon „kleinere Bombardierungen“ mit „Kollateralschäden“. Was ja auch die westlichen Geheimdienste wußten, die Kasernen und Rüstungsfabriken lagen weitläufig am Rande von Dresden und im benachbarten Industrieort Freital. Diese wurden alle verschont. Es gab nur Zufallstreffer, da von tausenden Bomben auch einige abgetrieben wurden oder die blutjungen unerfahrenen Piloten Schwierigkeiten mit dem Zielgebiet hatten oder die Abwurfschächte zu spät öffneten...

Natürlich hat die Dresdner Stadtverwaltung danach versucht, die Opfer zu zählen. Zuerst beerdigte man hunderte Leichen (identifiziert) noch in Massengräbern. Da aber Dresden mit Flüchtlingen aus Ostpreußen, Schlesien vollgestopft war, ging man dann dazu über, große Scheiterhaufen auf dem Dresdner Altmarkt zu errichten (Roste aus Eisenbahnschienen), um tausende unbekannte Bombenopfer zu verbrennen. Tagelang. Zeitzeugen berichteten von bestialischem Gestank. Diese Kommandos aus alten Volkssturm-Männern bekamen täglich ihren Schnaps, um das Elend auszuhalten, so berichten Zeitzeugen.

Wie viele Tote es durch diesen Angriff gab, wird man nie erfahren. Hat man doch nach Kriegsende die Trümmerberge weggeräumt und die so entstandenen Flächen begrünt. Noch heute findet man beim Baugeschehen Kellerverliese und Knochen... In der Nähe des Postplatzes wurde Ende der 8oer Jahre sogar ein Keller eines Dresdner Geschäftes noch gefunden mit umfangreichen intakten Beständen von Porzellan "Villeroy & Boch".

Auch ein kommunistischer Oberbürgermeisters von Dresden – Walter Weidauer – konnte in seinem Buch „Inferno Dresden“ die Zahl der getöteten Zivilisten und Flüchtlinge vermutlich nur schätzen. Es ist auch nicht primär, die genaue Zahl zu ermitteln. Hat der 2. Weltkrieg doch Millionen Tote gefordert. Auch bei der Roten Armee. Hier sagen Zeitzeugen aus, dass diese anfangs schlecht ausgerüstet war, es fehlten Nahrung, Bekleidung, Stiefeln und Waffen. Sowjetische Frauen montierten unter freiem Himmel in Taiga-Regionen Panzer und Lafetten, miserabel geschweißt, aber fronttauglich. Wie die legendäre Kalaschnikow, unverwüstlich.

Heute wissen wir ja, dass Stalin und seine Handlanger mehr Menschen umgebracht haben, als der 2. Weltkrieg forderte (Hungersnöte, Gulag, Erschießungen, Katyn usw.). Augenzeugen berichten, dass auch Jagdflugzeuge, die jene Bomberstaffeln von hunderten Langstreckenbombern begleiteten, im möglichen Tiefflug "abdrehten" und dabei aus den Bordgeschützen auf die Fliehenden schossen, was die Sieger heute vehement bestreiten.

Über den Angriff auf Dresden am 13. Februar 1945 gibt es -zig Bücher. Wer diesen Holocaust (darf man das sagen?) überlebte, wurde zwar neugeboren, aber in der Nachkriegszeit ging es ums Überleben oder Verrecken. Dresden hatte wieder Pech, fiel an die „sowjetische Besatzungsmacht“.

Nun, auch meine Mutter (heute 95) entkam mit mir kleinem Bub diesem Inferno, auch meine Großmutter. Mein Großvater Carl Kampe hatte ein Frisörgeschäft in der Dresdner Innenstadt; jener Dienstag war ein Arbeitstag. Er kam samt seiner Gesellen nie wieder. Nie gefunden. Mein Vater war als Frontsoldat zufällig auf Heimaturlaub daheim, man hat ihn im "Großen Garten" in Dresden – eine Parkanlage – von Tieffliegern erschossen aufgefunden. Er wollte wenigstens noch einen Koffer retten, seine Lieben hatte er vorausgeschickt. Man konnte ihn anhand seiner Papiere identifizieren. Damit hatte er ein Recht aufs Massengrab, sonst wäre er auf den Scheiterhaufen gelandet…

Unser Wohnung auf der Reißiger Straße in Dresden am Rande des Zielgebietes wurde total zerstört, ebenso wie das beschriebene Frisörgeschäft meiner Großeltern auf der Margarethenstrasse, die heute vom Stadtplan verschwunden ist; war nur eine enge Straße, eine Gasse. Haus an Haus !



Nun könnte man noch über die Jahre nach diesem letzten großen Bombenangriff auf eine deutsche Großstadt schreiben, über Plünderungen und Vergewaltigungen durch die ROTE ARMEE auf Befehl Stalins, über immer wieder Ortswechsel der mittellosen Flüchtlinge, die nicht wussten, wohin. Denn sie hatten alles verloren, oftmals gemieden, Bettler. Und fast nichts zu essen und anzuziehen. Was nutzten Lebensmittelmarken und Bezugsscheine bei leeren Läden... Die schweren Zeiten gingen immer weiter, auch nach dem „Tag der Befreiung“ (8. Mai 1945).

Meine Mutter, meine Großmutter (1963 verstorben) und ich haben überlebt. Meiner Mutter verdanke ich mein zweites Leben, sie hat mich als 3-jährigen Bub aus diesem Inferno gerettet.

Hinweis:
Eine 2005 von der Stadt Dresden beauftragte Historikerkommission unter der Leitung von Rolf-Dieter Müller sollte bis zum 800-jährigen Stadtjubiläum anno 2006 eine möglichst verlässliche Gesamtzahl der Getöteten ermitteln, um Geschichtsfälschungen zu begegnen. Sie arbeitete ergebnisoffen und zog außer bekannten Dokumenten auch bis dahin unberücksichtigte Akten städtischer Ämter, neue archäologische Befunde und Zeitzeugenberichte heran, zu denen sie die Bevölkerung aufrief. Nachdem der Finanzausschuss des Dresdner Stadtrats der ehrenamtlich arbeitenden Kommission die Sachmittel vorübergehend gesperrt hatte, nahm sie ihre Arbeit im Januar 2007 wieder auf.
Ergebnisse wurden jedoch erst 2008 der Öffentlichkeit vorgelegt. Die Mindestanzahl der Opfer beläuft sich demnach auf 22.700 Menschen, die Höchstzahl läge etwa bei 25.000.


Weiterführende Literatur:

Götz Bergander: Dresden im Luftkrieg, Würzburg 1998
Frederick Taylor: Dresden, Dienstag, 13. Februar 1945. Militärische Logik oder blanker Terror?
Walter Weidauer: Inferno Dresden. Über Lügen und Legenden um die Aktion "Donnerschlag", Dietz Verlag, 8. Auflage 1990
B. Axel Rodenberger: Der Tod von Dresden. Bericht vom Sterben einer Stadt in Augenzeugenberichten. Berlin 1995
Wolfgang Schaarschmidt: Dresden 1945. Dokumentation der Opferzahlen.
Herbig, München 2005
Victor Klemperer: Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten – Tagebücher 1933–1945. Aufbau Verlag, Berlin 1995
Gerd R. Ueberschär: Dresden 1945. In: Gerd R. Ueberschär (Hrsg.): Orte des Grauens. Verbrechen im Zweiten Weltkrieg. Primus Verlag, Darmstadt 2003

Links:
- http://www.bombenkrieg.net/dresden_aktuell.htm
- http://www.bombenkrieg.net/als%20die%20sirenen%20heulten.htm
- http://de.wikipedia.org/wiki/Luftangriffe_auf_Dresden
- http://www.bombenkrieg.net/Bombenkrieg%20Dresden%20dunkle%20Tage%20danach.htm




Apropos Mutter,
nicht bloß mein zweites Leben verdanke ich ihr, sondern auch diese Karte hier:



Wie man sieht, hat man es damals mit der Terminologie (Amerika, Rußland, England) nicht ganz so genau genommen wie heute.





Heute vor 68 Jahren -
hunderte Langstreckenbomber fliegen Angriff auf das schutzlose Dresden


Mehrfach wurde über die sinnlose Bombardierung Dresdens und anderer deutschen Großstädte geschrieben.
Durch die Zerstörung der Heimstätten der deutschen Armee sollte die Kampfmoral der Soldaten geschwächt werden.

Geschwächt und vernichtet wurden hundertausende von Frauen, Kindern, Greisen, Flüchtlingen...
Immer wieder stellen Historiker die Frage, waren diese entsetzlichen Angriffe auf Zivilisten nötig und hat man damit den Krieg vorzeitig beenden können ?

Im Fall "Dresden" ist immer wieder spekuliert wurden, wieviele Opfer diese drei Angriffswellen am 13./14. Februar 1945 kosteten.
Dazu gibt es ein neues Buch in 2. Auflage vom
Verlag "Libergraphix", der auch immer wieder gern kritische Bücher kostengünstig verlegt:

Bombenlügen
"Richtigstellung zum Terrorangriff auf Dresden"


Der Autor und Historiker Wolfgang Hackert recherchierte in Archiven und geheimen Dokumenten:

Aus dem Klappentext:

"Die volkspädagogischen Prinzipien der Umerzieher des deutschen Volkes - ernannter wie selbsternannter - basieren auf der fundamentalen Erkenntnis des Christian Morgenstern, nachdem nicht sein kann, was nicht sein darf; eine Erkenntnis, welche die gesamte Geschichtsastrologie der Nachkriegsepoche umfaßt. Es darf nicht sein, daß das unbefleckte Gewand unserer „Befreier” angeschmutzt wird. Dafür sorgen inzwischen die Intellektuellen und Wissenschaftler des Tätervolkes selbst. Mit zunehmender zeitlicher Distanz zum angeblichen Geschehen nimmt die psychologische Kriegsführung gegen das deutsche Volk immer aufdringlichere und hysterischere Formen an. Im Gegensatz dazu reduzieren sich die Kriegsverbrechen unserer alliierten „Befreier” auf mirakulöse Weise zu medial kaum noch wahrnehmbaren „Kollateralschäden”, wie es so schön im Neusprech heißt.

Das vorliegende Buch Wolfgang Hackerts befaßt sich mit einem derartigen Wunder der Verminderung, welches einer Kommission von Hof- und Gefälligkeitshistorikern drei Jahre lang zu einem sicheren Lebensunterhalt verhalf.

Diese Ausarbeitung befaßt sich mit jenen Vorgaben, deren Schlußfolgerungen Teilen der kritischen Öffentlichkeit zum Anlaß tiefgründiger Reflexionen wurden. Einer von der Dresdner Stadtverwaltung unter der Ägide des einstigen Bürgermeisters der Stadt, Ingo Roßberg (F.D.P.), eingesetzten Historikerkommission wurde die Aufgabe zuteil, die bisher bekannte Faktenlage bezüglich des Dresden-Holocausts vom 13. bis 15. Februar 1945 gemäß den Maßstäben der politischen Korrektheit zurechtzubiegen.

Unter der Leitung von Prof. Dr. Rolf-Dieter Müller vom Militärgeschichtlichen Forschungsamt der Bundeswehr werkelten vom 24. November 2004 bis zum 7. Oktober 2008 insgesamt dreizehn Hofberichterstatter der Journalistik und Geschichtswissenschaft als alliierte Hilfswillige in dieser sich „unabhängig” gebenden Kommission.

Diese „Expertenkommission” hatte die Aufgabe, die erwünschte Opferzahl auf eine halbwegs „annehmbare” Grundlage zu stellen. Ob ihr dies gelang, mag der Leser nach der Lektüre von Hackerts brisantem Buch beurteilen. "




Aus einer unbekannten Quelle / Archiv:

Der Tod von Dresden


Ein kühl berechneter Mord- und Vernichtungsplan.

Unter der Überschrift "Der Tod von Dresden“ gibt der Journalist Rudolf Sparing
in der NS-Wochenzeitung „Das Reich“ eine Schilderung der Luftangriffe auf Dresden vom 13./14. Februar 1945, die er als die „radikalste Vernichtung" eines grossen zusammenhängenden Stadtgebietes charakterisiert.

Die Dresdner Katastrophe sei beispiellos.
In den inneren Stadtbezirken gibt es nur die vollkommene Zerstörung, kein Gebäudeteil oder einzelne Häuser, die halbwegs wieder instand zu setzen wären.
Daher ist dieses weite Gebiet menschenleer. Hier gibt es nur Tote, und Lebende nur, um Tote zu bergen und Vermißte zu suchen.
Eine Stadt-Silhouette von vollendeter Harmonie ist vom europäischen Himmel gelöscht.

Die unter ihren Trümmern werkten und wohnten, sind in Massengräbern beigesetzt, ohne daß auch nur der Versuch einer Identifizierung möglich gewesen wäre.

Was ist an diesem späten Abend des 13. Februar geschehen, fragt der Verfasser?

An jenem Abend mag die Stadt rund eine Million Menschen in ihren Mauern gehabt haben, außer ihren 600.000 Einwohnern einige l00.000 Bombengeschädigte und Umquartierte sowie Flüchtlinge aus den beiden schlesischen Nachbargauen.

Im Rasen des Feuersturmes und der Flächenbrände, die sich unwiderstehlich aus den engen,lückenlos
gebauten und bis dahin völlig intakten Strassenzügen erhoben und weiterfraßen, fanden viele Menschen unter Sauerstoffnot ein rasches Ende.

Zehntausenden,denen der Ausbruch gelang, wandten sich nach den grossen Grünflächen ausserhalb des Stadtkernes, vornehmlich dem Grossen Garten im Osten und dem Ufergelände an der linken Elbseite.

Um Mitternacht erschien am blutroten Himmel des Elbtales eine zweite britische Luftflotte und richtete mit Sprengbomben und Bordwaffen unter den Menschenmassen auf den Grünflächen ein Blutbad an, wie es bis dahin allenfalls die Phantasie des berüchtigten Ilja Ehrenburg hätte erfinden können. Zwölf Stunden später - die Sirenen vorsagten den Dienst- legte ein dritter Angriff einen neuen Kranz des Verderbens um die Stadt, dem Gürtel folgend, in welchem die Hauptmasse der strahlenförmig an die Peripherie und die Umgebung strömenden Obdachlosen zu vermuten war…


Das sind, so stellt der Bericht fest, die vier Akte eines kühl berechneten Mord- und Vernichtungsplanes.
Ein Fall wie der von Dresden belehrt darüber, dass nicht nur das Völkerrecht selbst zu einem inneren Widerspruch und hinfällig geworden ist, sondern die gesamte abendländische Kultur von den anglo- amerrikanischen Bombern und ihren Kommandeuren fast gänzlich vernichtet werden sollte..
Dies und nichts anderes geschah in Dresden.

Wann wird die Welt erkennen, was es auch für sie bedeutet, dass man von dem, was den Begriff Dresden als "Elbflorenz" ausmacht, nur noch in der Vergangenheitsform sprechen kann?

Kommentare erwünscht, oder besser nicht ?





"...die Höchstzahl läge etwa bei 25.000...."

Im vorigen Jahr waren es noch 35ooo.
Unser verstorbener Kamerad Knut Fischer , ein echter Dresdener der diese Bombenangriffe selbst erlebt hat , sprach mehrmals mit mir über dieses Thema und erregte sich stets über den Trend, die Tragik dieses Bombenterrors von Jahr zu Jahr mehr herunterzuspielen. Ursprünglich lag die offizielle Zahl der Bombenopfer über Jahrzehnte bei über 100 000.
Wieviel werden es nächstes Jahr noch sein ?



Das Buch "Schlachthof 5" des US-Bestsellerautors Kurt Vonnegut basiert auf seinen Erlebnissen zurzeit der Bombardierung Dresdens. Er soll gesagt haben, dass es ihm nahezu unmöglich gewesen sei, hierfür Worte zu finden.

In den Siebzigern (oder Achtzigern?) hatte ich sein Buch gelesen und die darin enthaltene Textpassage auf Arbeit über meinem Schreibtisch an die Wand gehängt:
Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,
den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann,
und immer die Weisheit, den Unterschied zu erkennen.
(das Zitat stammt eigentlich von Reinhold Niebuhr, USA 1892 - 1971 und dürfte den meisten von Ihnen bekannt sein)

Meine Eltern (Jahrgang 1896 und 1902) haben zwei Kriege miterleben müssen. Wollen wir unser Möglichstes dafür tun, dass Frieden bleibt.





Zeitzeugen berichten über den Bomber-Terror-Angriff auf Dresden am 13. bis 14. Februar 1945


Das Drama von Dresden
Ein Film von Sebastian Dehnhardt

Heute, 15. Februar 2013 - 18:30 Uhr bei Phönix

Schon seit gestern wiederholt der Sender Phönix
diese vor Jahren gedrehte Dokumentation der drei Angriffswellen auf die weltweit bekannte Kulturstadt in Sachsen: DRESDEN.
Brisant, erschütternd, entsetzliches Leid.
Unmenschlich.

Dieser Film öffnet die Augen der Zuschauer durch die Aussagen der Zeitzeugen, was passiert war...
Eine sehr gute korrekte Dokumentation, die jeder sehen sollte. Denn einige der Zeitzeugen sind inzwischen leider verstorben. Leid verblaßt...
Einige der Bomberpiloten kommen zu Wort...

Ein Film über kriegswichtige Zerstörungen deutscher Großstädte...
Manche Historiker meinen dazu:
Die Alliierten wollten ihre Lufthoheit der "Roten Armee" beweisen,
noch kurz vor Ende der Kampfhandlungen...



"In den Geschichtsbüchern steht nichts von der Versenkung des Lazarettschiffes 'LZ II' (ex 'Wilhelm Gustloff') in der Ostsee und des Lazarettschiffes 'Tübingen' in der Adria oder von der Bombardierung der Lazarettschiffe 'Erlangen', 'Freiburg' und 'Stuttgart', von der Torpedierung der Flüchtlingsschiffe 'Goya' und 'Steuben' (ex 'München'), vom Ende der 'Cap Arcona'...
In den Geschichtsbüchern steht, der Untergang der 'Andrea Doria' (am 25. Juli 1956, von 1.740 Menschen an Bord starben lediglich 48) sei das größte Schiffsunglück seit dem Untergang der 'Titanic' gewesen.

Vor dem Ostbahnhof (ex Schlesischer Bahnhof) in Berlin steht ein Gedenkstein. Für einen einzelnen Mann mit Namen Hermann Stöhr. Einen Wehrdienstverweigerer, der 1940 in Plötzensee sterben mußte.

Auf einer Anhöhe namens Golm steht die steinerne Plastik einer frierenden Frau im Soldatenmantel. Die Anhöhe gehört zur Gemeinde Kamminke auf der Insel Usedom. Die steinerne Plastik ist nicht so groß wie der Stein für Hermann Stöhr. Sie erinnert an rund 25.000 Flüchtlinge aus Pommern und Ostpreußen sowie Einwohner von Swinemünde, die noch am 12. März 1945 bei einem Terrorangriff der Amerikaner in Stücke gerissen wurden oder lebendigen Leibes verbrannten: Hinter ihnen die brandschatzenden, mordenden, plündernden, vergewaltigenden Horden unter dem Sowjetstern und vor ihnen das Wasser des Oderhaffs - es gab kein Entrinnen: Mitten unter die dicht an dicht kauernden Flüchtlinge in Swinemünde warfen die 'Boys' und 'Heroes' von der US Air Force ihre Bomben. 'Verkehrsangriff auf Rangierbahnhöfe' nannten sie das. Aber das ist natürlich kein Stoff für Hollywood. Denn wer kennt schon Kamminke? Keiner kennt Kamminke."

Aus: "Achtung, Hintermann!" Berlin 2005, Seite 577

Einen Erlebnisbericht zur Bombardierung Dresdens gibt es auf meiner Website > www.felsenwolf.ch >> Leseprobe zu "Let It Be".

Nur Gutes wünscht der Wolf auf dem Fels!



Es bleibt aber trotz allem ein unumstößliches Faktum, dass Hitler diesen verbrecherischen Krieg vom Zaun gebrochen hat, dass es in den überfallenen Ländern Erschießungen von Frauen und Kindern in extra dafür ausgehobene Gräben hinein gegeben hat.

Und jedem zu empfehlen das Buch "Der Tod ist mein Beruf". Es ist ein biografischer Roman, von Robert Merle geschrieben. Darin wird das Leben von Rudolf Höß (im Buch Rudolf Lang genannt) geschildert. Er war Kommandant in den Konzentrationslagern von Auschwitz im Zweiten Weltkrieg.

Die Vorgänge sind aus einer Distanz geschrieben, die das Buch auch für empfindliche Seelen lesbar und begreifbar macht, welche Bestien dort am Werk waren, wie sie nach "technischen" Lösungen suchten, für das Verbrennen von massenhaft vergasten Menschen, weil das Feuer immer wieder durch aus den Körpern herausschmelzendes Fett - so abgemagert die Körper auch waren - erstickt wurde. Man konnte nicht mehr so viele Menschen verbrennen wie täglich vergast wurden.

Deutsche Ingenieurskunst für die Massenvernichtung!

Und nach gefundener Lösung ging Höß zu Frau und Kind und sang mit denen Lieder unterm Weihnachtsbaum.





"..Es bleibt aber trotz allem ein unumstößliches Faktum, dass Hitler diesen verbrecherischen Krieg vom Zaun gebrochen hat,..."

Absolut richtig !
Aber : Hat das denn jemand bezweifelt ? Ist das eine Rechtfertigung , ebenfalls Kriegsverbrechen zu begehen ? Hier geht es doch um die stetig weiter fortschreitende Verharmlosung und Verniedlichung dieses aus militärischer Sicht garnicht mehr nötigen Bombenterrors.



Sie wollten, wenn ich die Argumente richtig verstehe, die deutsche Bevölkerung demoralisieren, dass sie von Hitler abrücken. Das haben sie mit den Bombardierungen ganz offensichtlich nicht erreicht. Denn die Allierten (vor allem die westlichen) waren von vielen längst als Befreier herbeigesehnt. Und so zeigten sie sich für diese zuerst einmal nicht als Befreier, sondern als die, die ihre Städte bombardierten.

Gerichte verurteilen einen Verbrecher, wenn eine Schuld festgestellt ist. Und das nicht nur wegen der Strafe an sich, sondern auch, um den Opfern zur seelischen Heilung eine Genugtuung zu verschaffen.

Wer heilte die Verbrechen Hitlers? Und so haben sich die Sieger (ja eigentlich Befreier) eben auch Genugtuung verschaffen wollen, mit den Vergewaltigungen und den vielen, vielen anderen Verbrechen.

Alle Erklärungen bleiben irgendwie Interpretationen und Wertungen aus der Danach-Perspektive.

Eine Frau aus Dresden sagte mir mal, wenn sie gewusst hätte, was für Verbrechen von Nazi-Deutschland begangen werden, dann müsse sie heute sagen, dass es vielleicht besser gewesen wäre, die Amerikaner und Engländer hätten deutsche Städte vielleicht besser gleich 1933 zerbombt, Hitler von der Macht gebombt.

Verrückt, nicht wahr?




  • Tiefflieger - Dresden Februar 1945 / Teil I

    Beschossen Tiefflieger der Alliierten nach Bombenabwürfen die flüchtenden, wehrlosen Zivilisten ?
    Zeitzeugen berichten... aber man glaubt ihnen nicht.


  • Dazu am Anfang diese Beitrages Hinweise von Herrn Gert Bürgel / Dresden !
    Zitiere:

  • Seit mehr als einem Jahrzehnt wird in Dresden eine öffentliche Diskussion geführt, in der Augenzeugen von selbsterlebten Tieffliegerangriffen am 14. Februar 1945 berichten. Den Anlaß dafür gaben Historiker, die sich mit den Einzelheiten der Bombardierung Dresdens befaßt haben. Sie ermittelten, vornehmlich durch Aktenrecherchen, daß es solche Tieffliegerangriffe nicht gegeben hat. Mit ihrer Aussage finden sie Unterstützung durch die Dresdner Historikerkommission und die Mehrzahl der Medien, insbesondere durch überregionale Medien. Ungeachtet deren Meinungsdominanz hat sich der Widerspruch in Dresden zu einer gesellschaftspolitischen Dimension ausgeweitet. Die Generation der Augenzeugen wird es bald nicht mehr geben. Deshalb ist es dringend geboten, dem Konflikt nachzugehen, um eine Verfestigung möglicher Irrtümer durch die neuerliche und künftige Geschichtsschreibung ausschließen zu können.

    Das Thema „Tiefflieger Dresden 1945“ bearbeite ich seit dem Jahr 2005. Dresdner Augenzeugen erinnern sich an Tiefflieger zu sehr unterschiedlichen Zeiten. Sowohl bei den zwei Nachtangriffen am 13./14. Februar, als auch tagsüber am 14. und 15. Februar beobachteten sie tief fliegende Flugzeuge. Das Hauptaugenmerk in der Auseinandersetzung liegt momentan auf den Tieffliegerbeobachtungen am 14. Februar 1945. Beim Studium der Fachliteratur erkannte ich, daß die mit dem Thema befaßten Historiker Bergander und Dr. Schnatz die überaus zahlreichen Augenzeugenberichte nicht hinreichend in ihre wissenschaftlichen Untersuchungen einbezogen haben. Das war für mich Anreiz, diesen methodischen Mangel durch neue Recherchen und Analysen zu beheben.




    Zum alljährlichen wichtigen Thema meldet sich am 11.02.2014 "Die Welt":

    Dossier berichtet über Tiefflieger-Angriffe auf Dresden
    Zum Jahrestag der Zerstörung Dresdens im Februar 1945 wird neu über Opferzahlen und Tieffliegerangriffe spekuliert. Erkenntnisse der seriösen Forschung bleiben dabei allerdings auf der Strecke.
    Von Sven Felix Kellerhoff

    Aber folgen Sie dem obigen Link zur "Welt" und lesen Sie selbst.
    Herr Kellerhoff, geboren 1971 in Stuttgart, findet kritische Worte zur Arbeit des Dresdners Gert Bürgel und verweist wiederholt auf die sog. "Aktenlage":
    Zitat:
    Regelrechte Menschenjagden?

    Jetzt bekommt die Debatte einen anderen Dreh, den sie zuletzt und besonders in den Jahren 2000 bis 2002 gehabt hatte. Es geht um die Frage, ob am 14. Februar 1945 amerikanische Tiefflieger regelrecht Jagden auf ausgebombte und zutiefst verstörte Menschen veranstaltet hätten, etwa auf den Elbwiesen und im Großen Garten. Der Dresdner Gert Bürgel hat jetzt, zum wiederholten Male, seine eigenen "Forschungsergebnisse" ins Netz gestellt.

    Neu an Bürgels aktuellen Kampagne ist, dass er diesmal die Tieffliegerangriffe auf den Vormittag des 14. Februar 1945 verlegt, während bisher stets die Rede davon war, sie hätten nach dem nur wenige Minuten kurzen Hauptangriff der 8. US-Luftflotte ab 12.17 Uhr mittags stattgefunden. Dem Privatforscher zufolge müsste in der Zeit von zehn bis elf Uhr "eine Gruppe von drei oder vier US-Jagdflugzeugen wenigstens dreimal das Gebiet der Elbauen vom Ostra-Gehege bis Tolkewitz / Laubegast sowie die südlichen Randbereiche Dresdens überflogen" haben: "Dabei wurde mit Bordwaffen auf die Personen geschossen. Von einzelnen Toten und Verwundeten wird berichtet."


    Ich meine dazu, dass man die akribischen Recherchen zur Zerstörung Dresdens -viele Bücher wurden auch hier im Forum vorgestellt- nicht negieren kann.
    "Die Feinde des Historikers sind die Zeitzeugen !"
    Müssen die noch lebenden Zeitzeugen die entsetzlichen Tatsachen des Angriffs auf Dresden erneut beweisen !

    Die sog. "Aktenlage" ist umstritten und schon der erste Bürgermeister Dresdens nach dem 8.Mai 1945 -Walter Weidauer-
    stützte sich in seinem Buch auf überlieferte Zahlen der Wehrmacht, der Ordnungspolizei aus März/April 1945.
    Deshalb kann man die Arbeiten von Hackert, Bürgel, Bergander, Wolfgang Schaarschmidt u.a. nicht hoch genug schätzen.
    Besonders Gert Bürgel aus Dresden ist zu danken, denn er versucht unermüdlich, auch unter Hinzuziehung von "Akten", von Friedhofsdokumenten und alten Adressbüchern die Zahl der Einwohner in bombardierten Stadtgebieten und etwaige Zahlen der Toten und Vermißten zu ermitteln.
    Eine super Leistung für einen Hobby-Historiker in seiner Freizeit, die einer Doktorarbeit würdig ist.

    Es wird nie gelingen, eine einigermaßen exakte Zahl der Opfer festzustellen.
    Denn wer zählte die Flüchtlinge in der Stadt und wieviel überlebten davon?

    Im nächsten Beitrag (Tiefflieger-Teil II) ein in meinen Unterlagen befindlicher Original Zeitzeugenbericht !
  • Eine Mieterin aus unserem zerstörten Wohnhaus Reißiger Str. 51, Dresden, schreibt am 10. März 1945 an meine Mutter .

    Hier vorweg schon das Original-Kuvert:



    Fritz Schaarschmidt




  • Bomben auf Dresden Liste des Grauens...

      7. Oktober 1944 Tagesangriff auf Dresden-Friedrichstadt und Dresden-Löbtau
      - gleichzeitig Luftaufklärung / Fotos vom Zielobjekt durch die USAAF

      vier schwerste Angriffe auf Dresden innerhalb von 40 Stunden:

    • => 1. Angriff 13. Februar 1945 - Nachtangriff
      -- 235 Lancester-Bomber werfen 507 Tonnen Sprengstoff und 374 Tonnen Stabbrandbomben auf das markierte Zielgebiet - Ausfall fast aller Alarm- und Telefonanlagen !
      (Innenstadt/Altstadt)

    • => 2.Angriff 14. Februar 1945 - Nachtangriff
      -- Bombenabwurf 1.30 bis 1.55 Uhr
      -- 524 Lancester-Bomber sowie Markierer und Beleuchter werfen 965 Tonnen Minen- und Sprengbomben sowie 891 Tonnen Brandbomben ab

    • => 3. Angriff 14. Februar 1945 - Tagesangriff
      -- Bombenabwurf 12.17 bis 12.30 Uhr
      ** in dieser Zeit lt. Zeitzeugen Beschuß durch tieffliegende Begleitjäger **
      311 "B-17"-Bomber und 200 "P-51 Mustang" werfen 475 Tonnen Minen- und Sprengbomben und ca. 295 Tonnen Brandbomben auf das schon durch den
      1. und 2. Angriff zerstörte Innenstadt-Wohngebiet

    • => 4. Angriff 15. Februar 1945 - Tagesangriff
      Eigentlich hatte die 8. Bomberflotte der USAAF die Stadt Böhlen als Ziel, aber das Zielgebiet ist durch Wolken verdeckt. Was nun ?
      ** Ausweichziel wird DRESDEN !
      Bombenabwurf von 11.51 bis 12.01 Uhr
      210 "B-17"-Bomber und 141 [ ! ] Begleitjäger des Typs "P-51 Mustang" werfen 3700 Sprengbomben ab...

    • => weitere Angriffe:
      2. März 1945 -- Tagesangriff 10.00 bis 11.40 Uhr
      406 Lancester-Bomber und 225 Mustang-Begleitjäger werfen 3.400 Spreng- und 63.000 Stabbrandbomben auf Wohngebite, auch auf das an der Elbe liegende Lazarettschiff "Leipzig"

      17. April 1945 - die "Rote Armee" steht unweit Dresdens
      -- Tagesangriff 13.15 bis 16.00 Uhr
      981 "B-17"-Langstreckenbomber und 723 [ ! ]Mustang-Begleitjäger werfen 6.700 Spreng- und 76.000 Stabbrandbomben auf das Dresdner Trümmermeer...
      Anmerkung:
      Der Krieg neigte sich dem Ende zu, Churchill hatte die Luftüberlegenheit der RAF und USAAF demonstriert...
      Wohin also mit tausenden Tonnen Kriegsmaterial ?


    ** Zahlen und Fakten aus dem Buch von Wolfgang Schaarschmidt


    Zuletzt bearbeitet: 13.02.2014 08:34 von F_Schaarschmidt



  • Tiefflieger über Dresden – Februar 1945 / Teil II


    Beschossen Tiefflieger der Alliierten nach Bombenabwürfen die flüchtenden, wehrlosen Zivilisten ?
    Zeitzeugen berichten... aber man glaubt ihnen nicht.

  • Seit mehr als einem Jahrzehnt wird in Dresden eine öffentliche Diskussion geführt, in der Augenzeugen von selbsterlebten Tieffliegerangriffen am 14. Februar 1945 berichten. Den Anlaß dafür gaben Historiker, die sich mit den Einzelheiten der Bombardierung Dresdens befaßt haben. Sie ermittelten, vornehmlich durch Aktenrecherchen, daß es solche Tieffliegerangriffe nicht gegeben hat. Mit ihrer Aussage finden sie Unterstützung durch die Dresdner Historikerkommission und die Mehrzahl der Medien, insbesondere durch überregionale Medien. Ungeachtet deren Meinungsdominanz hat sich der Widerspruch in Dresden zu einer gesellschaftspolitischen Dimension ausgeweitet. Die Generation der Augenzeugen wird es bald nicht mehr geben…


    Wie im Teil I "Tiefflieger" geschrieben, möchte ich den Zweiflern hier einen Zeitzeugenbericht präsentieren.
    Nach den schwersten Angriffen der alliierten Bomberflotten auf die schutzlose Großstadt Dresden, auf Innenstadt-Wohngebiete, auf Krankenhäuser und in den Parks kampierende Flüchtlinge aus den Ostgebieten des Reiches schildert eine Frau, wie die "Kugeln klatschten".
    An den Ruinen waren damals überall Hinweise auf Vermißte und Suchen mit Kreide angeschrieben:
    z.B. " wo ist Frau Bertram ?"
    Frau Bertram war eine Mitmieterin in unserem Wohnhaus Reißiger Str. 51 in Dresden und hatte sich nach Rabenau flüchten können.
    Örtliche Polizei- und Wehrmachtsdienstellen leiteten die Flüchtlingsströme der "Ausgebombten" weiträumig um Dresden auf Dörfer, wo vorzugsweise bei Bauern einquartiert wurde.
    Meine Mutter und ich waren so in Luchau gelandet.


  • 10. März 1945
    Der betr. Brief wurde auf sehr dünnes Papier mit Bleistift geschrieben, im Original noch gut lesbar.
    Zunächst als Beweis: Absender und Original-Briefauschnitt:






    Wegen besserer Lesbarkeit die 1. Seite des Briefes hier in Maschinenschrift, die weiteren Seiten 2 und 3 betreffen hauptsächlich Sorgen und Nöte und Privates.
    Die "Ausgebombten" hatten ihr Leben gerettet, jedoch wie immer nach Flucht: "man hatte nichts mehr..."




    Hier der wichtigste Ausschnitt aus dem Brief:

    Das Vorderhaus brannte hell und mein Mann führte mich durch die [Nr.]53.
    Im Hausflur gab es einen Einschlag und wir legten uns glatt hin. Ich vermute, daß es ein Zeitzünder war und die 51 in Trümmer verwandelte.
    Denn der Luftschutzwart, Herr Müller, sagte noch, daß die Wand abgerissen war.
    Auf der Fürstenstraße haben wir dann gesessen und waren ganz benommen und wußten nicht, was wir machen sollten. Wir fassten dann Mut und sind durch Feuer nach der Pfotenhauer Straße und wollten zu meinen Schwiegereltern. Da überraschte uns der zweite Angriff.
    Wir liefen nach der Elbe. Da kamen in Scharen die Flüchtlinge aus der brennenden Stadt. Mein Mann wollte zu „Antons“ in die Abflussröhren, doch die Flieger kamen zu schnell und es war auch Hochwasser. So lagen wir dicht nebeneinander platt auf der Erde ohne Deckung. Ringsherum zischte und krachte es und ich wundere mich, daß wir mit dem Leben davongekommen sind.
    In einer Pappel hing ein Fallschirm mit Feuer gespensterhaft und grauenvoll der Anblick.
    Die Bäume brannten.

    Mit Bordwaffen wurde geschossen und das Wasser klatschte auf. Ich glaube, meine Sinne waren nicht beisammen und alles was noch folgte, ist wohl im Unterbewußtsein geschehen.

    Mein Mann war in Sorge um seine Mutter, da dieselbe erst fünf Tage aus der Klinik von einer Operation zu Hause war. Da sind wir durch Feuer nach der Hammerstraße, dort waren sie nicht im Keller oder in der Wohnung. Zurück nach der Hindenburgstraße. Dort hat mein Mann mitgeholfen, Frauen und Kinder aus dem Feuersturm zu holen. Nun beschlossen wir, die Nacht bei meinen Eltern in Striesen zu verbringen. Doch noch nicht genug, das Haus brannte auch vollständig ab.

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