FLUCHT und AUSREISE Diskussionsforum
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Thema: IKEA - von DDR-Zwangsarbeit profitiert?


9.7.2012

WESTWARE AUS DEM OSTKNAST

Mit der DDR-Häftlingsarbeit dokumentiert die ARD ein besonderes Kapitel deutsch-deutscher Geschichte


Von Thomas SCHADE

Wäre es rausgekommen, so hätte es alle schlimm getroffen, urteilt die Autorin über jene Kassiber, die Frauen aus dem Gefängnis Hoheneck bei Chemnitz zwischen die Bettwäsche schmuggelten, die sie für das Versandhaus Quelle genäht hatten: Den Gefangenen wäre eine hohe Strafe sicher gewesen. Quelle hätte einen Skandal ausgelöst, wäre bekannt geworden, unter welch katastrophalen Arbeitsbedingungen ihre Produkte im Ost-Knast entstanden. Und die DDR hätte mit Quelle wohl einen lukrativen Kunden verloren. So waren die heimlichen Kassiber, die Kunden in der Quelle-Wäsche fanden und an den Konzern schickten, für den damaligen Vorstandsvorsitzenden Willi HARRER eben „unpolitisch“ und „einfach nur Grüße aus dem Ost-Knast an den Westen“. Und so schwieg man nicht nur bei Quelle, sondern auch bei Ikea und anderen Firmen, die bestens verdienten mit DDR-Produkten aus der Häftlingsproduktion. Deren Palette reichte von Strumpfhosen, Möbeln, Kamerateilen bis hin zu elektrischen Haushaltgeräten.

©mdr
Ein Produktionsraum des DDR-Strumpfkombinates Esda für Häftlinge aus dem Frauengefängnis Hoheneck. Die Wächterin in Uniform war immer dabei.


In der ARD-Reihe „Geschichte im Ersten“, die vom MDR produziert wurde, greift die Autorin Anne WORST dieses Thema auf. Sie zeigt, welche beträchtlichen Umfänge diese zweifelhafte Form der deutsch-deutschen Geschäftemacherei erreicht hatte. Zweifelhaft deshalb, weil es um die Arbeitsbedingungen in den Produktionsstätten der DDR-Gefängnisse schlimm stand und weil Häftlinge im Osten ganz anders bestraft wurden als im Westen, wenn sie die Arbeit verweigerten. Fernsehverbot im Westen und verschärfter Arrest im Osten waren die Konsequenzen, so ist es dem Film zu entnehmen.

Selten gezeigte Aufnahmen aus DDR-Haftanstalten, zahlreiche Fakten über die Entwicklung des deutsch-deutschen Warenverkehrs und ungeschminkte Berichte zahlreicher Zeitzeugen aus Ost und West machen den Film zu einem durchaus wertvollen Kapitel Zeitgeschichte. Mit Waldheim, Hoheneck und Dresden liegen zudem viele Handlungsorte in Sachsen.

Westware aus dem Ostknast“, heute 23.30 Uhr, ARD



Aufruf

IKEA hat eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft beauftragt die prüfen soll, inwieweit IKEA mit der "Zwangsarbeit" in DDR-Haftanstalten verbunden war.

Um Haftungsansprüche zu klären, sucht diese Gesellschaft betroffene Zeitzeugen, die für IKEA Zwangsarbeit leisten mussten, (z.B. Möbelfertigung, Tischlereien, Chromstuhlherstellung)

Jeder, der meint betroffen zu sein, ob er wußte oder nicht, dass die Fertigung für IKEA war, sollte sich unter der kostenlosen Nummer registrieren lassen und soviel Infos über die Arbeitsbedingungen erzählen, wie es erinnerlich ist.

Insbesondere werden hier Betroffene gesucht, die im Zuchthaus Brandenburg in der Tischlerei zwangsarbeiten mussten.

Tel. 0800 - 000 73 03 Frau Uebachs oder an alle weiteren Teammitglieder der Hotline IKEA

Per Mail geht natürlich auch die Info, bitte Name, Adresse und Telfonnummer nicht vergessen anzugeben.

Mail an: ddraufarbeitung.ikea@de.ey.com

Folgend mein LINK zum Aufruf und mit der Bitte verbunden den Aufruf an weitere Opfergruppen auf Webseiten oder anderer Kommunikation zu verteilen.

Solche Aufrufe haben Seltenheitswert, deshalb sollte die Chance sich registrieren zu lassen, genutzt werden. Jede Information über IKEA-Zwangsarbeit und auch über allen anderen Firmen, sind wichtig und deshalb bitte anmelden !

http://www.sed-opfer-hilfe.de/





FOCUS online, 21.08.2012

HUBERTUS KNABE KRITISIERT ZÖGERLICHE AUFARBEITUNG VON IKEA

Halle. Der Direktor der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, Hubertus Knabe, hat Ikea wegen seiner zögerlichen Aufarbeitung von Zwangsarbeit in DDR-Haftanstalten kritisiert.


„Ich habe das Gefühl, dass Ikea auf Zeit spielt und auf das kurze Gedächtnis der Öffentlichkeit setzt“, sagte er der in Halle erscheinenden „Mitteldeutschen Zeitung“ (Dienstag-Ausgabe). Er nannte es „problematisch, wenn der Angeschuldigte selbst und unkontrolliert die Vergangenheit prüft. Aufgabe der Politik wäre es, die Vorwürfe durch eine neutrale Stelle prüfen zu lassen.“ Der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Arnold Vaatz, nannte es gegenüber dem Blatt „bedauerlich, dass sie das Angebot zur Kooperation mit den Opferverbänden nicht wahrnehmen“. Schließlich hätten auch andere Unternehmen in der DDR arbeiten lassen. Die Verantwortung dafür trügen die DDR-Machthaber. Anlass der Kritik ist die in einem Brief festgehaltene Weigerung Ikeas, mit der Union der Opferverbände kommunistischer Gewaltherrschaft (UOKG) ein gemeinsames Forschungsprojekt zu starten. Man müsse „Prioritäten setzen“, heißt es in dem Brief. „Es gäbe vieles zu unterstützen, doch alles ist selbst uns nicht möglich.“ Der Verbandsvorsitzende Rainer Wagner hatte daraufhin erklärt, bei der anfänglichen Ankündigung zur Zusammenarbeit habe es sich offenbar „um eine reine PR-Show“ gehandelt. Die Sprecherin von Ikea Deutschland, Sabine Nold, erklärte den ablehnenden Brief an die UOKG in der „Mitteldeutschen Zeitung“ damit, dass deren Schreiben in der Urlaubszeit untergangen und seine Bedeutung nicht erkannt worden sei. Die folgende Reaktion spiegele nicht die Meinung des Unternehmens wieder. Allerdings ließ Nold weiter offen, ob es eine gemeinsame Forschungskooperation geben werde. Darüber müssten zunächst Gespräche geführt werden.

Quelle:
http://www.focus.de/panorama/diverses/presseschau-ddr-geschichte-hubertus-knabe-kritisiert-zoegerliche-aufarbeitung-von-ikea_aid_803465.html




kirama:
FOCUS online, 21.08.2012

Anlass der Kritik ist die in einem Brief festgehaltene Weigerung Ikeas, mit der Union der Opferverbände kommunistischer Gewaltherrschaft (UOKG) ein gemeinsames Forschungsprojekt zu starten. Der Verbandsvorsitzende Rainer Wagner hatte daraufhin erklärt, bei der anfänglichen Ankündigung zur Zusammenarbeit habe es sich offenbar „um eine reine PR-Show“ gehandelt.
Quelle:
http://www.focus.de/panorama/diverses/presseschau-ddr-geschichte-hubertus-knabe-kritisiert-zoegerliche-aufarbeitung-von-ikea_aid_803465.html


Die wirklichen und wahrhaftigen Hintergründe von dem allen hat uns Pastor Rainer Wagner in seinem aktuellen Monatsbrief der Stadtmission Neustadt erläutert und ich möchte sie deshalb auch den Lesern dieses Forums nicht weiter vorenthalten:

Liebe Mitglieder und Freunde der Stadtmission,

in diesem Jahr haben wir in den Bibelstunden die Offenbarung des Johannes fortlaufend betrachtet. ... Die Offenbarung zeigt, wie das Böse in der Welt ausreift (Mt 13,30). Finstere Kreaturen beherrschen die Welt. Die teuflische Dreieinigkeit aus Satan – als teuflischem Vater (Joh 8,44; Offb 12,9) –, dem Antichrist – als Sohn des Bösen (Offb 13,2) – und dem falschen Propheten – als finsterem Geist –, macht die Welt zu ihrem Hauptquartier (Offb 13,14–15). Die Menschheit läuft, vom falschen Propheten beeinflusst, dem satanischen Zeitgeist nach und verehrt mit Worten und Taten Satan und den Welttyrannen, den Antichrist (Offb 13,16–18). Eine irdisch und fleischlich gesinnte Weltreligion, die durch die Mächte der Welt zu Reichtum und Würde kam, verfolgte ebenso wie der satanische Staat die kleine Herde der Jesusjünger (Offb 17,1–5).
...
In den Bibelstunden kam die Frage auf: Wie können die Jesusleute in dieser „letzten betrübten Zeit“ durchhalten?

Auch hier gibt Gottes Wort eine Antwort. ... 144000 wurden versiegelt (Offb 7,3).

Während die Welt mit dem Symbol eines Menschen, der Zahl 666 (Anmerkung 1), versiegelt ist (Offb 13,16–18), sind Gottes Kinder mit Gottes und Jesu Namen versiegelt. Das ist ihr Schutz.
...
Wenn Sie Jesus angenommen haben, haben sie die gleiche Versieglung wie die 144000 Jesuszeugen aus der Offenbarung. Sie bekamen diese Versiegelung durch den Heiligen Geist (Eph 1,13; 4,30).
...
In der Gewissheit, dass der Herr uns Sieg gibt (2Kor 2,14) und uns das Ziel des Glaubens, der Seelen Seligkeit, erreichen lässt (1Petr 1,9),
grüßt

Rainer Wagner

Quelle: Der Stadtmissionsbrief September 2012 ist verfügbar ...


P.S.: (Anmerkung 1): Während die Welt mit dem Symbol eines Menschen, der Zahl 666, versiegelt ist (Offb 13,16–18), sind Gottes Kinder mit Gottes und Jesu Namen ...
Also das Versiegeln kommt aus dem Postverkehr mit Siegellack und so und mit Zahlen versiegelt sind wahrscheinlich die Postleitzahlen gemeint.
Also vielleicht, dass Rainer Wagner aus 06667 Weißenfels ist.
Gruslich ist das ja alles schon, wenn man endlich in so viel Erleuchtung hineingetaucht ist ...

Noch mehr Rainer Wagner-Bibelexegese gibts übrigens hier ...

weiß

der

BoWa



Da Herr Walther, als religiöser Mensch, immer wieder einmal aus dem Gemeindebrief der von mir geleiteten Evangelischen Stadtmission zitiert empfehle ich jeweils den gesamten Text zu lesen Er findet sich unter www.stadtmission-neustadt.de. Die Seite wird jeden Monat mit neuen Daten und Andachten aktualisiert. Sicher wird mancher Leser ähnliche innere Erbauung aus den dort veröffentlichten Texten entnehmen können wie der treue Leser meiner Andachten Bodo Walther.
Allerdings muss ich etwas richtig stellen: Das von Herrn Walter veröffentlichte Bild macht mich schöner als ich bin. Es ist etwa 10 Jahre alt. Die Zeit hinterlässt auch bei mir Spuren.
Rainer Wagner / Diplom-Religionspädagoge





RaWa:
... Herr Walther, ... empfehle ich jeweils den gesamten Text zu lesen. Er findet sich unter www.stadtmission-neustadt.de. Die Seite wird jeden Monat mit neuen Daten ... aktualisiert.
Rainer Wagner / Diplom-Religionspädagoge


Lieber Rainer Wagner,

ich lese immer den ganzen Gemeindebrief.
Z.B. auf Seite 9 hab'ch gelesen:



Meine Güte... Die Judith... Kinder wie die Zeit vergeht ...



Warum habt ihr mich nicht eingeladen ?

fragt der

Bodo Walther

(Sind wir wieder per Du ?
So von Weißenfelser zu Weißenfelser ?
0
6 6 6 7 ?)


Zuletzt bearbeitet: 23.08.2012 15:32 von BoWa


Die Pressesprecherin von IKEA entschuldigte sich gegenüber dem UOKG-Bundesvorsitzenden Rainer Wagner für ein Schreiben Ihres Unternehmens, in dem eine Projektmitfinanzierung zur Aufarbeitung der Zwangsarbeit in DDR-Haftanstalten abgelehnt wurde.
Sie begründete das bedauerliche Schreiben mit urlaubsbedingten Kommunikationsproblemen innerhalb Ihres Unternehmens. Der Brief der UOKG sei versehentlich an eine Mitarbeiterin gekommen, die über die Problematik nicht unterrichtet war.

Rainer Wagner erklärte im Namen des Dachverbandes, dass er die Erklärung als glaubwürdig betrachte und die Entschuldigung akzeptiere. Gleichzeitig äußerte er den Wunsch auf eine zukünftige konstruktive Zusammenarbeit.

UOKG




Klaus_Plaetzsch:
Rainer Wagner erklärte ... dass er die Erklärung ... akzeptiere. Gleichzeitig äußerte er den Wunsch auf eine zukünftige konstruktive Zusammenarbeit. UOKG


Denkbar wäre natürlich, dass IKEA alle seine Mitarbeiter zusammenruft, um Rainer Wagners Predigten zu lauschen.

Denn natürlich ist auch IKEA in der Lage, sich zu ändern.



Rainer Wagner hat selbst für den evangelischen Gemeinschaftsverband in Sachsen-Anhalt geschildert, wie sein Herz transplantiert wurde. Ein Buch geschrieben.

Wir können lesen


P.S.:

Über den Beitrag der evangelischen Kirche zur Aufrechterltung von Mauer, Stacheldraht und Schießbefehl in der DDR hat die Diskussion noch nicht einmal begonnen.

Weiß

der

Bodo Walther




kirama:
FOCUS online, 21.08.2012
Anlass der Kritik ist die in einem Brief festgehaltene Weigerung Ikeas, mit der Union der Opferverbände kommunistischer Gewaltherrschaft (UOKG) ein gemeinsames Forschungsprojekt zu starten. Der Verbandsvorsitzende Rainer Wagner hatte daraufhin erklärt, bei der anfänglichen Ankündigung zur Zusammenarbeit habe es sich offenbar „um eine reine PR-Show“ gehandelt.
Quelle:
http://www.focus.de/panorama/diverses/presseschau-ddr-geschichte-hubertus-knabe-kritisiert-zoegerliche-aufarbeitung-von-ikea_aid_803465.html


Finde ich cool von der UOKG:
Sie pißt öffentlich IKEA ans Bein, weil die ihre Möbel beim VEB Möbelkombinat Hellerau gekauft haben.
Diesen Verbrechern.

Die DDR-Häftlinge zur Zwangsarbeit gezwungen hätten.

Warum wendet sich die UOKG nicht an die Verbrecher selbst ?

An das VEB Möbelkombinat Hellerau ?
Die sind doch wieder dicke da heute !


Die Antwort ist ziemlich einfach: Fritz Straub, der das ehemalige VEB Möbelkombinat Hellerau


heute als GmbH-Geschäftsführer führt, ist wie Rainer Wagner ein Unionsfreund.


Und CDU-Freunde pissen sich nicht gegenseitig in die Stiefel.

Weiß

der

BoWa


Zuletzt bearbeitet: 30.08.2012 11:06 von BoWa


IKEA: Im Herbst Untersuchungsergebnisse über DDR-Zwangsarbeit

Berlin, 26.09.2012/cw – Der schwedische Möbelhauskonzern IKEA will im Herbst erste Ergebnisse über seine Untersuchungen zur DDR-Zwangsarbeit für den Konzern vorlegen. Dies teilte IKEA-Deutschland auf Anfrage der Vereinigung 17. Juni in Berlin mit.

Hotline Ende August stillgelegt

IKEA hatte nach Interventionen der Vereinigung im Herbst 2011 und einem Bericht im schwedischen Fernsehen vom Mai diesen Jahres eine Hotline eingerichtet, über die sich betroffene ehemalige politische Häftlinge der einstigen DDR an eine beauftragte Wirtschaftsagentur wenden konnten. Die übermittelten Daten über die einstige Zwangsarbeit für IKEA sollten in die Untersuchungen einfließen.
Wie der Konzern in seiner Antwort mitteilte, habe man die Hotline „wegen mangelnder Inanspruchnahme“ Ende des vorigen Monats eingestellt. Die Email-Adresse stehe aber nach wie vor für die Kontaktaufnahme oder Übermittlung von Daten zur Verfügung:

DDRAufarbeitung.IKEA@de.ey.com.

Die Vereinigung bestätigte ein Nachlassen der Meldungen durch ehemalige Zwangsarbeiter: „Während unmittelbar nach unseren Protesten, denen sich andere Opferorganisationen wie der Dachverband UOKG und die VOS dankenswerterweise nach einigem Zögern angeschlossen hatten, zahlreiche Meldungen eingingen, hat sich das in den letzten Monaten nahezu auf Null zubewegt“, sagte ein Sprecher heute in Berlin. Der Verein schließt aber nicht aus, daß sich betroffene Personen vergeblich über die jetzt geschlossene Hotline gemeldet und „dann einfach aufgegeben haben.“ Es würde zu wenig die Sensibilität vieler ehemaliger Verfolgungsopfer berücksichtigt, die nach den schrecklichen Erfahrungen vielfach schnell resignieren würden und den einstigen Mut, ihre berechtigten Anliegen durchzusetzen, in den Zellen der roten Diktatur verloren hätten. Auch auf diesem Sektor besteht ein immenser Nachholbedarf, um diesen Menschen durch einen Ausbau der Beratungsangebote Hilfe zu vermitteln, betonte der Verein.

Bitte um Verständnis

In seiner Antwort bat IKEA um Verständnis „dafür, dass wir vorab keine Aussagen zu den Inhalten der Untersuchung machen können. Sicher können Sie sich vorstellen, dass der Umfang der auszuwertenden Dokumente immens war und auch die qualifizierte Auswertung der Aussagen von Zeitzeugen viel Zeit in Anspruch nimmt. Dies insbesondere auch deshalb, da wir das erste Unternehmen sind, dass sich diesem Teil seiner Unternehmensgeschichte widmet und wir an vielen Stellen Basisarbeit leisten müssen,“ so Pressesprecherin Sabine Nold am Dienstag.

V.i.S.d.P.: Vereinigung (AK) 17. Juni 1953 e.V., Berlin, Tel.: 030-30207785 > www.17juni1953.de





woma:


Respekt!

Spätestens an dieser Stelle ist den Kameraden Tatjana STERNEBERG und Carl-Wolfgang HOLZAPFEL für ihr jahrelanges, schier unermüdliches Engagement im Sinne der SED-Opfer zu danken.

Wolfgang Mayer


Hier z. Zt. noch ein 15-minütiges Video über Tatjana Sterneberg abrufbar:

Das Leben einer Anderen

Es war die Endstation für weibliche Gefangene in der damaligen DDR: das Frauengefängnis Hoheneck. Auch Tatjana Sterneberg saß dort in den 70er Jahren in Haft. Ihr Traum von der Freiheit endete in einer kargen Gefängniszelle. Bespitzelt von der Stasi wurde sie wegen geplanter Republikflucht verhaftet. Bis heute lässt ihr die Vergangenheit keine Ruhe. Nachforschungen ergaben: Sie wurde damals von einem guten Bekannten bespitzelt und verraten. 35 Jahre später treffen Stasi-Opfer und IM aufeinander.

© ZDF



Werte Forenteilnehmer,

soeben, 16,24 Uhr, sah ich einen Beitrag :
"Westware"
Titel: Westware aus dem Ostknast: So verdiente die DDR Devisen

Leider fehlt mir nach einem nunmehr 13- stündige Tag und mit dem Wissen, um 01 Uhr mich wieder erheben zu müssen, jedweder Elan.
Nehmt es bitte lediglich als Hinweis.
Leider muss bei mir derzeit alles sehr fix gehen.
Ich schreibe mal wieder mit "flinkem" Finger und so Ihr Rechtschreibfehler entdeckt, dürft ihr sie getrost behalten. ;-))

LG
Karsten




woma:
30.4.2012

"IKEA SOLL VON DDR-ZWANGSARBEIT PROFITIERT HABEN
Politische Gefangene sollen in der ehemaligen DDR als Zwangsarbeiter in der Produktion für den schwedischen Möbelgiganten Ikea eingesetzt worden sein"


Im Frühjahr hatte ein schwedischer Fernsehsender das Thema Zwangsarbeit für Ikea neu aufgebracht. Daraufhin hatte der Konzern die Studie in Arbeit gegeben.

"Zwangsarbeit / Kritik am Vorgehen von Ikea"

Kommentar an die Mitteldeutsche Zeitung:
_________

"IKEA: An Tatsachen halten

Ihre Berichterstattung, wonach IKEA erst nach dem schwedischen TV-Beitrag tätig wurde, ist schlichtweg falsch. Die Vereinigung 17. Juni hatte bereits im September letzten Jahres (nach einem TV-Bericht des NDR) mit IKEA Kontakt aufgenommen und Konsequenzen gefordert. IKEA sagte bereits in der Beantwortung Forschungen zu, die Vereinigung bat die BStU erfolgreich um Unterstützung des Möbelhauskonzerns. Erst nach der schwedischen TV-Sendung und dem medialen Echo im Frühjahr d.J. bemerkte auch die UOKG das Thema IKEA, aber das wäre ein weiteres Thema."




IKEA: Im Herbst Untersuchungsergebnisse über DDR-Zwangsarbeit

Berlin, 26.09.2012/cw – Der schwedische Möbelhauskonzern IKEA will im Herbst erste Ergebnisse über seine Untersuchungen zur DDR-Zwangsarbeit für den Konzern vorlegen. Dies teilte IKEA-Deutschland auf Anfrage der Vereinigung 17. Juni in Berlin mit.


IKEA-Diskussion:

WENN DER BOCK ZUM GÄRTNER GEMACHT WIRD


Berlin, 17.11.2012/cw – Am gestrigen Freitag stellte IKEA im Bildungszentrum der BStU nahe dem weltberühmten Checkpoint Charlie vor Medienvertretern aus dem In- und Ausland seine lang erwartete Studie über die Beteiligung des Möbelhaus-Konzerns an der Ausbeutung politischer Gefangener in der einstigen DDR vor. Zwar brachte der Chef von IKEA-Deutschland, Peter Betzel, mehrfach seine „tiefe Betroffenheit“ über die von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young bestätigte Beteiligung IKEAs an der DDR-Zwangsarbeit zum Ausdruck, blieb aber im Kern eher vage und umging mehrfach Antworten auf konkrete Fragen. So wurde durch die Vereinigung 17. Juni nach den Auswirkungen für die Opfer dieser Zwangsarbeit gefragt, die „ja nicht jünger würden und jetzt Hilfe benötigten.“ Angelika Barbe von der UOKG fragte nach der heutigen (vermutlichen) Zwangsarbeit in China. Während Betzel zur Hilfe für Betroffene mehrfach erklärte, zunächst würde IKEA die Ergebnisse der in Aussicht gestellten finanzierten Forschung abwarten müssen, versicherte er zum Thema China, dort wären „jederzeit Kontrollen möglich, die auch ausgeübt werden würden.“ Zum angesprochenen Thema von Geschäftsbeziehungen mit einer (kommunistischen) Diktatur (Die Vereinigung 17. Juni hatte die hinter Mauer und Stacheldraht verbunkerte DDR-Diktatur angesprochen und gefragt, warum man „statt zu prüfen nicht die Geschäftsbeziehungen abgebrochen hätte“.) wollte er sich hingegen nicht äußern.

Dem Möbelhaus wäre eine glücklichere Präsentation durchaus möglich gewesen, denn immerhin kann unterstellt werden, dass auch in diesem Konzern Werbe- bzw. PR-Profis tätig sind. So aber verlegte man sich auf die zerknirschte Rolle des Chefs und vermied dabei, in die Offensive zu gehen. Betzel ging mit keinem Wort auf die Abwehr von Vorwürfen ein, mit denen zunächst noch im Herbst vergangenen Jahres eine Beteiligung IKEAs an der Zwangsarbeit in der DDR bezweifelt worden war. Auch hatte der Konzern zunächst auf den TV-Bericht des NDR im September vergangenen Jahres nicht reagiert und war erst durch entsprechende Anschreiben der Vereinigung 17. Juni, die offensiv auch die BStU um Unterstützung gebeten hatte, zu Aktivitäten bereit. Allerdings wurde die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft erst acht Monate später beauftragt, externe Untersuchungen vorzunehmen, die Ernst & Young bereits nach drei Monaten vorlegte.

Für den Konzern ein Klacks, für die Opfer ein wichtiges Signal

Nach dem vielbeachteten Beitrag des schwedischen TV-Senders (SVT) im Mai 2012 nahm sich nun eine breite Öffentlichkeit, voran die UOKG, des Themas an. Experten landauf, landab kritisierten IKEA und dessen zaghaften Einstieg in eine Aufklärung. Bereits hier wurden Stimmen laut, die eine „unabhängige und historisch fundierte“ Erforschung forderten. Trotzdem beauftragte der Konzern die besagte Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. Dass die UOKG und auch die BStU die Gunst der Stunde nutzten, um IKEA die Finanzierung einer umfassenden Erforschung der Zwangsarbeit abzutrotzen, war aufgrund der Zurückhaltung des deutschen Staates, dafür Steuergelder zur Verfügung zu stellen, fast schon logisch. Dennoch wurde diese Haltung der UOKG teils heftig kritisiert, weil hier „die Schaffung neuer Arbeitsplätze, so wichtig diese Arbeit sei, vor die Notwendigkeit gestellt wird, den vor dem Sterben stehenden Opfern Hilfe angedeihen“ zu lassen (Vereinigung 17. Juni). Auch Anna Kaminsky von der Stiftung Aufarbeitung der SED-Diktatur regte zu Recht einen Fonds an, der den Opfern zugute kommen sollte. Hier hätte IKEA einen mutigen Sprung machen können und neben der zugesagten längerfristigen Erforschung eine Sofort-Hilfe konkretisieren sollen. Für den Möbelhaus-Konzern ein Klacks, für die Opfer ein wichtiges Signal.

Auch das den „Aufarbeitern“ hinlänglich bekannte Spiel des Versteckens hinter den Datenschutz wäre unter einer geschickteren Regie vermeidbar gewesen. So wurde der Öffentlichkeit nur eine allgemeine Presseerklärung präsentiert, während der „vollständige Ergebnisbericht“ von Ernst & Young lediglich dem UOKG-Vorsitzenden und dem Chef der BStU im Vorfeld vorgelegt worden war. Offensive und unvernebelte Arbeit sieht anders aus. Es wäre ein leichtes gewesen, relevante dem Datenschutz unterliegende Daten entsprechend zu schwärzen und der Öffentlichkeit den gesamten Bericht zu offerieren. Stattdessen regte BStU-Chef Roland Jahn an, den Bericht entsprechend zu bearbeiten und dann nachzureichen. Peter Betzel von IKEA äußerte sich zu diesem Vorschlag nicht.

Nicht nur IKEA hat so seine Schwierigkeiten mit ordentlichen Recherchen. So wurde in einigen Medien bis hin zum ZDF ausgerechnet der Verein eines ehemaligen AHB-Mitarbeiters für die SED-Opfer zitiert bzw. sogar der AHB-Mitarbeiter selbst interviewt (heute, ZDF). Zuvor hatte der Geschäftsführer von IKEA-Deutschland, Peter Betzel, öffentlich auf Befragen beklagt, dass die „AHB (Außenhandelsbetriebe) der DDR eine Kontrolle der Produktionsstätten verhindert hätte.“

Hier ein Zitat (Deutschlandfunk):
„Zweifel an der Validität der Studienergebnisse - Kritik an der Ikea-Studie wurde bereits vor der Präsentation laut. Er bezweifele, dass die Ergebnisse valide sind, erklärte Roland Schulz, Vize-Vorsitzender der DDR-Opfer-Hilfe, am Morgen in Berlin. Ikea habe die Ermittlungen nicht unabhängigen Stellen überlassen.“


Zuletzt bearbeitet: 09.12.2013 16:55 von Administrator


Jüngste Blüte im Strauß der Opfer-Vereinigungen

In der Tat hat der zitierte Verein „DDR-Opfer-Hilfe“ eine besondere Kompetenz in Sachen Zwangsarbeit. Denn der Vorsitzende der jüngsten Blüte im Strauß der Opfer-Vereinigungen, Ronald Lässig, war selbst bis zum Ende der DDR in einem von der Stasi, Abt. XVIII über die KoKo (Kommerzielle Koordinierung des Alexander Schalck-Golodkowski) kontrollierten AHB-Betrieb (Import/Export) tätig.

Nachdem diese Kenntnis bis in die VOS (Vereinigung der Opfer des Stalinismus) vorgedrungen war und der VOS-Vorstand von seinem Vize-Vorsitzenden und Pressesprecher die Vorlage eines entsprechenden Lebenslaufes verlangt hatte, legte der einstige AHB-Mitarbeiter im Oktober 2011 seine Ämter nieder und gründete fast ein Jahr später einen eigenen Verein: DDR-Opfer-Hilfe. Eine mittelbare Kompetenz könnte sich möglicherweise im Hinblick auf die Verstrickungen des schwedischen Möbelhauskonzerns ergeben. Nach Recherchen soll der Vater des Vereinsgründers mehrere Jahre für die DDR im Auslandseinsatz in Schweden tätig gewesen sein. Wohl auf Proteste ehemaliger politischer Gefangener verzichtete das heute-Journal (ZDF, 22 Uhr) auf die Wiederholung des Beitrages mit dem Vorsitzenden „des sehr kleinen Vereins“ (Rainer Wagner, ARD24). Hier wurde offensichtlich der Bock zum Gärtner gemacht.

V.i.S.d.P.:
Vereinigung (AK) 17. Juni 1953 e.V., Berlin
Tel.: 030-30207785 oder 0176-48061953

Quelle:
IKEA-Diskussion: Wenn der Bock zum Gärtner gemacht wird




Zuletzt bearbeitet: 29.08.2017 11:42 von Administrator
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