FLUCHT und AUSREISE Diskussionsforum
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Thema: ELLEN THIEMANN: „Wo sind die Toten von Hoheneck?“


Dr_Dietrich_Koch:
Sicher ist die Klägerin etwas komisch.


Mir scheinen handfeste ökonomische Interessen dahinterzustecken .

ET. ....Kurz vor Drucklegung teilte mir die Klägerin dann plötzlich in einer Mail mit, dass sie mir keine Freigabe für ihre Geschichte erteile, weil sie ins Kloster gehen wolle, um ihr eigenes Buch zu schreiben, von dem sie bereits 79 Seiten fertig habe.....





ET. ....Kurz vor Drucklegung teilte mir die Klägerin dann plötzlich in einer Mail mit, dass sie mir keine Freigabe für ihre Geschichte erteile, weil sie ins Kloster gehen wolle, um ihr eigenes Buch zu schreiben, von dem sie bereits 79 Seiten fertig habe.....


Bernd Mäge:

„Die betreffenden 4 Seiten habe ich nochmals in Ruhe gelesen. Mir ist nicht erklärlich, was es daran auszusetzen gibt.“


Da der Verlag (HERBIG) und Ellen Thiemann nicht mit einer nachträglichen Schwärzung des Namens einverstanden waren, blieb als Alternative nur, die vier Seiten aus dem Buch zu entfernen und durch einen anderen Beitrag zu ersetzen.


Wieder im Buchhandel: „Wo sind die Toten von Hoheneck?“

Köln/München, 21.05.2014/cw - Nach einer kurzfristigen Unterbrechung, die einem absurd wirkenden Rechtsstreit zu verdanken war, ist das letzte Buch von Ellen Thiemann „Wo sind die Toten von Hoheneck?“ wieder im Buchhandel erhältlich. Gegen die Erstausgabe des auf der Leipziger Buchmesse 2013 vorgestellten wichtigen Enthüllungsbuches der bekannten Journalistin und Autorin aus Köln hatte die ehemalige Hoheneckerin Dagmar J. geklagt (siehe Interview mit der Münchner Verlegerin und der Autorin im Hohenecker Boten


Neu: Arbeit verweigert, in Wasserzelle gesperrt

Der Verlag hat den Beitrag über Dagmar J. (Seiten 210 – 214) gegen die berührende Geschichte eines Ehepaares unter der Zwischenüberschrift „Sylvia Heinrich: Arbeit verweigert, in Wasserzelle gesperrt“ ausgetauscht. Sylvia Oschem und Volker Heinrich waren unabhängig voneinander wegen Republikflucht 1974 bzw. 1975 im Kofferraum an der Grenze nach West-Berlin verhaftet worden. Da kannten sie sich noch nicht. Während die technische Zeichnerin Sylvia im berüchtigten Frauenzuchthaus Hoheneck landete, kam der Berliner Langstreckenläufer Volker nach Cottbus.

Im Jahr 2005 gingen sie in Sylvias alte Heimat zurück und leben heute in Thüringen.

Während Sylvia wie fast alle ehemaligen Hoheneckerinnen mit posttraumatischen Belastungsstörungen zu kämpfen hat, leidet Volker an Leberzirrhose. Seit nunmehr 18 Jahren, in denen er sich zahlreichen Operationen unterziehen musste, wartet der ehemalige Spitzensportler auf ein Spenderorgan.
...

Fehlurteil und Prozessbetrug?

Der Autorin ist es gelungen, auf den vier neuen Seiten die Fluchtgeschichte zweier Menschen zu dokumentieren, die auch wegen ihres ungewöhnlichen Ausgangs zu Herzen geht. Zweifellos ein Gewinn für die Dokumentation.

...

Ellen Thiemann: „ ... Der wirtschaftliche Schaden für den Verlag ist hoch. Dass diese Person in meinem Buch nicht mehr vorkommt und durch zwei berührende Schicksale ersetzt werden konnte, ist unter diesen Umständen allerdings eine Bereicherung."



Der gesamte Beitrag hier





3. Juni 2014




Zuletzt bearbeitet: 24.07.2015 13:53 von Administrator


F_Schaarschmidt:
Ellen Thiemann
„WO SIND DIE TOTEN VON HOHENECK?“


Buchautorin Ellen Thiemann feiert Geburtstag

Köln/Berlin, 23.05.2015/cw – Die bekannte Buchautorin und einstige Ressortleiterin beim Kölner Express feiert heute in ihrem Feriendomizil Geburtstag. Aus diesem Anlass senden wir gerne an die einstige Hoheneckerin von dieser Stelle aus unsere herzlichsten Geburtstagswünsche :-)))))))))

Bleib gesund, liebe Ellen und uns noch lange erhalten. Denn wir brauchen mehr denn je mutige Menschen, wie Dich. Du hast wahre Kärrnerarbeit geleistet, besonders für die Frauen von Hoheneck. Deine Bücher sind zu Standardwerken über dieses schreckliche Kapitel politischer Verfolgung in der zweiten Diktatur geworden. Das werden Dir die einst politisch Verfolgten niemals vergessen.
Daher zu Deinem Geburtstag besonders liebe Grüße aus dem fernen Berlin und der übrigen Republik!


Redaktion Hoheneck, Berlin




Selbstverständlich schließe ich mich dieser Gratulation aus ehrlichem Herzen an .

Bernd Stichler



Zuletzt bearbeitet: 24.05.2015 10:40 von B_Stichler


Nachträglich auch von mir alles Gute, vor allem
Gesundheit !
Vielen Dank für die bewegenden, wichtigen Bücher
wie zB.:










22.7.2015

Geschichten der Deutschen Einheit

VOM EIGENEN EHEMANN AN DIE STASI VERRATEN

Welche Geschichten die Teilung Deutschlands schreibt, konnten Schüler in Saarbrücken hautnah erleben. Die Journalistin Ellen THIEMANN erzählte über ihr Leben in der DDR und ihre dreieinhalbjährige Haft im sächsischen Frauengefängnis Hoheneck.


Deutschlandreise in Saarbrücken: Ellen Thiemann schilderte eindrucksvoll ihr Leben in der DDR
©dg

Mucksmäuschenstill ist es in der Aula der Marienschule in Saarbrücken. 80 Neuntklässler lauschen gespannt, wie Ellen THIEMANN von ihrem Fluchtversuch aus der DDR erzählt. Ihr elfjähriger Sohn soll zuerst raus; er liegt versteckt in einem Hohlraum ihres umgebauten Fluchtautos. Am 29. Dezember 1972 holen DDR-Grenzsoldaten am Grenzübergang Chausseestraße in Ost-Berlin den Jungen aus dem Wagen. Sie wussten Bescheid. Kurze Zeit später werden Ellen THIEMANN und ihr Mann in ihrer Wohnung verhaftet.

Schikanen im Gefängnis

Was Ellen THIEMANN erst später erfährt: Offenbar ihr Mann selbst hatte die Flucht verraten und danach jahrelang für die Stasi gearbeitet und als informeller Mitarbeiter viele Menschen bespitzelt. Sie schützt ihn, nimmt vor Gericht alle Schuld auf sich, damit der Sohn nicht in ein Heim muss. Sie büßt dafür mit dreieinhalb Jahren Zuchthaus, zunächst in Berlin-Hohenschönhausen, dann im Frauengefängnis Hoheneck im sächsischen Erzgebirge.

Nach ihrer Entlassung lässt sie sich scheiden und kann mit Hilfe des DDR-Anwalts Wolfgang VOGEL im Dezember 1975 zusammen mit ihrem inzwischen 14-jährigen Sohn in die Bundesrepublik Deutschland ausreisen. "Ich bin nicht freigekauft worden, wie überall geschrieben steht, sondern über die Familienzusammenführung nach Köln gekommen", berichtet THIEMANN. Sie schildert schonungslos die harten Bedingungen im Gefängnis: bei der Herstellung von Elektromotoren, die katastrophale Versorgung, die fehlende Hygiene und die Schikanen. "Und nur, weil ich frei leben und reisen wollte."

"Ich vermisse nichts an der DDR

Sie vermisse daher auch nichts an der DDR. Obwohl nicht alles schlecht gewesen sei, könne man doch beispielsweise mit der größeren Zahl von Kita-Plätzen nicht Diktatur, Drill, Bespitzelung und all die Beschneidungen rechtfertigen, so THIEMANN.

Den Tag des Mauerfalls am 9. November 1989 erlebte sie im Urlaub auf Fuerteventura. Nur ungeduldig habe sie die Rückreise erwarten können, um danach sofort nach Berlin zu reisen und für ihre Zeitung, den Kölner "Express", zu berichten. Ihre persönlichen Eindrücke hat sie auch in drei Büchern verarbeitet. Die Schüler lädt sie ein, sich weiter mit dem Thema zu beschäftigen, vor allem, weil auch heute immer wieder versucht werde, "Geschichte zu verfälschen".

Die "kleine Wiedervereinigung" im Saarland

Dagegen will die mittlerweile 78-Jährige weiterhin entschieden ankämpfen. THIEMANN nutzte dazu auch gleich die Gelegenheit und diskutierte im Saarbrücker Schloss mit dem ehemaligen KOHL-Berater Wolfgang BERGSDORF und Reinhard KLIMMT, dem früheren Bundesverkehrsminister und saarländischer Ministerpräsident.

Zu Beginn erinnerte Saarbrückens Oberbürgermeisterin Charlotte BRITZ an die "kleine Wiedervereinigung". 1955 hatte die Mehrheit der Saarländer für den Anschluss an die Bundesrepublik gestimmt; 1957 trat das Saarland dann der Bundesrepublik als elftes Bundesland bei und bekam 1959 auch die D-Mark.

Auch KLIMMT sieht Parallelen zum Saarland beim Beitritt der neuen Länder vier Jahrzehnte später. "Das große Experiment, das mit erheblichem Aufwand betrieben wurde, ist gut gelungen", zieht KLIMMT eine positive Bilanz nach 25 Jahren Deutsche Einheit. Kritisch merkt er an, dass die Regierung von Helmut KOHL die Kosten der Einheit nicht offen genannt habe. Mit Blick auf die aktuelle Diskussion über den Solidaritätszuschlag und den Solidarpakt fordert KLIMMT, zu überprüfen, wie die Mittel künftig verwendet werden und wie auch bedürftige Länder in Westdeutschland stärkere Unterstützung erhalten können.

Wenig Zeit für Einigungsverhandlungen

Auch Wolfgang BERGSDORF sieht die Integration und wirtschaftliche Annäherung Ostdeutschlands als gelungen an. Es seien gewaltige Anstrengungen notwendig gewesen angesichts des maroden Zustands, den man allerorten vorgefunden habe. Daraus habe sich viel entwickelt, "auch viele blühende Landschaften", verteidigt BERGSDORF das von KOHL verwendete Bild der Aufbauhilfe.

BERGSDORF berichtet von dem engen Zeitfenster, um die Deutsche Einheit zu vollenden. 14 bis 18 Monate hätten der Bundesregierung zur Verfügung gestanden. Man habe nicht sicher sein können, dass die günstige internationale Situation und der Veränderungsprozess nach dem Amtsantritt von Michail GORBATSCHOW in der Sowjetunion dauerhaft anhalten würden. Dass die Verhandlungen des 2+4-Vertrages, der Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion und des Einigungsvertrages dann insgesamt nur neun Monate gedauert hätten, sei ein Zeichen für den Willen aller Beteiligter gewesen.

Und damit - darin waren sich THIEMANN, KLIMMT und BERGSDORF einig - habe die Politik auch dem Willen der Mehrheit der DDR-Bürger entsprochen, die mutig den Weg zur Einheit eingeschlagen hätten.

Quelle



Und schon wieder sind die Rentenbetrügereien durch die Regierungen Kohl, Schröder und Merkel an uns politischen Flüchtlingen " vergessen " worden - auch in diesem Artikel - auch bei dieser Diskussion im Saarland.

Mensch Leute - Euch betrifft es doch früher oder später ebenso und das wird dann ziehmlich hart sein...wieso denkt niemand nach vorn - immer nur wird rückwärts gedacht und polemisiert.

Wer will sich dazu mal äussern hier??

Mit Grüßen

Klaus-Dieter Wohlgemuth
Aktives Mitglied der Interessengemeinschaft ehemaliger DDR-Flüchtlinge e.V. (I.E.D.F.)






Kampf gegen die Stasi bestimmt ihr Leben

von Nils Müller Palma de Mallorca



Ellen Thiemann schüttelt den Kopf. "Vergeben und vergessen? Das geht nicht, solange die Täter nie um Entschuldigung gebeten haben, solange sie nicht versucht haben, sich zu erklären", lautet die eindeutige Meinung der gebürtigen Dresdnerin. Aufklärungsarbeit leisten über die Verbrechen der Stasi in der einstigen DDR - seit vielen Jahren Thiemanns Lebensaufgabe. Das war schon so in der Zeit, als Mallorca ihr Zuhause gewesen ist, in den Jahren 1996 bis 2006. Denn Ellen Thiemann ist Opfer und hatte bereits damals viel zu erzählen. Gerade stattete die 78-Jährige Mallorca wieder einen Besuch ab und traf sich mit MM.

1972 wollte Ellen Thiemann mit ihrem Mann Klaus aus Ost-Berlin in den Westen fliehen. Doch die Pläne waren verraten worden, es kam nicht zur Flucht, stattdessen zur Verhaftung. Später wurde Thiemann zu drei Jahren und fünf Monaten verurteilt. Sie saß 23 Monate im berüchtigten Frauenzuchthaus Hoheneck. Folter, Schlafentzug, Zwangsarbeit.

1975 kommt Thiemann frei, darf mit ihrem Sohn in den Westen ausreisen. Sie zieht nach Köln, ist jahrelang für die Boulevardzeitung "Express" als Redakteurin und Ressortleiterin tätig. Schon 1984 erscheint ihr Buch "Stell dich mit den Schergen gut", in dem sie über ihre Haft berichtet. Dass die Stasi auch den Rest ihres Lebens bestimmen wird, war zu dem Zeitpunkt für Thiemann noch nicht abzusehen. "Ich habe gedacht, mit der Aufklärung habe ich meine Pflicht getan. Jetzt muss ich Abstand gewinnen, um das Leben genießen zu können."

Als sie 1992 das erste Mal Einblick in ihre Stasi-Akten bekommt, stellt Thiemann fest, dass ihr Ex-Mann Klaus, früher Fußballer, dann Sportjournalist, ein Stasi-Spitzel war und sogar die eigene Ehefrau bespitzelt hat. "Da ging es erst richtig los ...", meint die Autorin über ihre Aufklärungsaktivitäten. Es folgen zwei weitere Bücher - "Der Feind an meiner Seite" (2005) und "Wo sind die Toten von Hoheneck?" (2013).

Thiemann forscht weiter, wälzt Akten für sich selbst und auch für andere Stasi-Opfer, sitzt in Talkshows, nimmt an Diskussionsveranstaltungen teil, wird zu Vorträgen eingeladen. Sie macht oft die Erfahrung, dass die Täter von damals immer noch präsent sind. Und häufig bis heute noch nicht enttarnt. "Bei mir gibt es zum Beispiel immer noch sieben IM, deren Klarnamen nicht bekannt sind."

Thiemann wirkt unter anderem in Zeitzeugenprojekten mit und zeigt sich enttäuscht darüber, dass sich 25 Jahre nach der Wiedervereinigung "die Opferverbände zoffen". Sie weiß auch: "Manchen Politikern passt es nicht, dass wir Horrorgeschichten erzählen." Dennoch will Thiemann weitermachen. Auch wenn sie sich durch ihre Erzählungen und Forschungen nicht selten in unangenehme bis beängstigende Situationen bringt. "Jedes Mal, wenn ich irgendwo im TV zu sehen bin, muss ich mit Anrufen rechnen."

Ellen Thiemann glaubt, dass die Aufarbeitung der DDR-Geschichte noch viel Zeit in Anspruch nehmen wird. "Das Thema, das jetzt in den Mittelpunkt rückt, ist die Zwangsarbeit", stellt sie in Aussicht.

Auch Ellen Thiemann will an der Vergangenheitsbewältigung weiterhin mitwirken. Auf die Frage, ob es noch ein viertes Buch zum Themenkomplex geben wird, meint sie: "Ja. Dabei wollte ich eigentlich endlich mal einen Mallorca-Krimi und eine Familiensaga schreiben. Aber es wird noch ein politisches Buch geben."

Wenn Ellen Thiemann nach Mallorca kommt, widmet sie sich heutzutage weniger dem Schreiben, sondern ihrer zweiten Passion, der Malerei. In Palma besucht Thiemann mehrmals im Jahr Aquarellkurse der Kunstdozentin Mercedes Laviña.

© mallorcamagazin.com 12.12.2015





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