FLUCHT und AUSREISE Diskussionsforum
Seiten: 1 2 Zurück zur Übersicht
Autor
Thema: War die DDR Heimat oder Unrechtsstaat?


Sehr geehrter, lieber Herr Dr. Bilke,

mit großer Zustimmung habe ich Ihren Leserbrief gelesen.
Sie schreiben, dass er in Vorbereitung einer Podiumsdiskussion entstand, welche in Coburg am 27.10.2014 stattfinden soll.

Ich möchte zu dieser Veranstaltung aus Regensburg anreisen, möchte Sie gern persönlich kennenlernen und würde gern von Ihnen erfahren, was das Thema der Veranstaltung sein wird.

Für die Beantwortung meiner Frage bedanke ich mich recht herzlich.

Mit den besten Grüßen
Peter Kämpfe




Zuletzt bearbeitet: 16.10.2014 21:48 von Peterkae


Thema der Veranstaltung in Coburg am 27.10.2014, 18 Uhr:

"25 JAHRE GRENZÖFFNUNG"





Auch die Bezeichnung Unrechtsstaat entspringt nicht dem Sprachschatz der Opfer sondern wurde von der weichspülenden Aufarbeitungsindustrie kreiert. Wer zwingt uns , dieses Vokabular zu übernehmen ? Die DDR war eine linksfaschistische Diktatur .



Thüringen - das Bundesland, in dem ich geboren wurde -
erstrahlt wahrscheinlich im grellen Rot der Funktionärs-
eliten von Linke und SPD, die Grünen als willige Steig-
bügelhalter. Da kommen verloren gegangene Heimatgefühle auf!
Und nachträglich auch ein herzliches "Dankeschön" an
Bimbes- Helmut und seinen Adlatus Schäuble. Heute die
Quittung für den warmherzigen Umgang seinerzeit mit den
SED-Eliten.
Schaumburg



Auch die Bezeichnung Unrechtsstaat entspringt nicht dem Sprachschatz der Opfer sondern wurde von der weichspülenden Aufarbeitungsindustrie kreiert. Wer zwingt uns, dieses Vokabular zu übernehmen? Die DDR war eine linksfaschistische Diktatur.


Ich habe mich immer schwer damit getan, die totalitären Diktaturen Faschismus und Stalinismus gleichzusetzen. Der verheerende 2. Weltkrieg und der Völkermord an den Juden, Roma und Sinti, verursacht durch den deutschen Faschismus, haben in der DDR nicht stattgefunden. Aber ähnlich monströse Verbrechen wurden zum Beispiel in der Sowjetunion, in Kambodscha und in China begangen.

Stellen wir Filmaufnahmen aus Nazideutschland und aus der DDR gegenüber, dann sehen wir: Unterordnung des Einzelnen in die Gemeinschaft (Volksgemeinschaft - Arbeiterklasse),
Fahnenappelle (Wir geloben - Seid bereit-immer bereit), Aufmärsche (Parteitage, Heldenverehrung), Jugendorganisationen ( Pimpfe - Pioniere, HJ - FDJ), Propaganda, (Reden von Goebbels - der schwarze Kanal von v. Schnitzler), vormilitärische Ausbildung (in Schule und Jugendorganisationen), paramilitärische Einheiten (SA - Betriebskampfgruppen), totale Überwachung und Unterdrückung (Gestapo - Staatssicherheit), die Partei mit der einzigen Wahrheit (NSDAP - SED).

Würde man Zeittypisches sowie Uniformen und Embleme nicht kennen, wäre eine Zuordnung ins Dritte Reich oder in die DDR nicht möglich. Ob linker Stalinismus oder rechter Faschismus, die Erscheinungsformen und Auswirkungen gleichen sich frappierend, daher muss ich der Aussage von Bernd Stichler zustimmen.

Rolf Günther



Lieber Kamerad ruwolf , es ist eine ganz gezielte rhetorische Masche des linken Spektrums , die Diskussion immer so zu lenken daß ein Vergleich zwischen NAZI-Deutschland und der DDR entsteht . Leider fällt eine Mehrheit der Diskutanten auch heute noch auf diesen simplen Trick herein weil die Linksschickeria sofort loszetert daß man Nazi-Deutschland und DDR nicht vergleichen könne. Es geht aber real nicht um Nationalsozialismus und DDR sondern um Nationalsozialismus in seiner gesamten Ausdehnung und um Kommunismus , ebenfalls in seiner gesamten Ausdehnung . Wenn man die Sache aus diesem Blickwinkel betrachtet dann stimmt der Vergleich.Die NAZI`s hatten in den von ihnen beherrschten Ländern ihre ideologischen Ziele mit Gewalt durchgesetzt und die Kommunisten ebenso . Da sehe ich keinen Unterschied in der Machart , wobei der Kommunismus laut Schwarzbuch des Kommunismus dreimal mehr Todesopfer zu verantworten hat als der Nationalsozialismus .

Faschismus : Persönlich sehe ich den Begriff Faschismus nach heutiger Deutung als einen grundsätzlichen Oberbegriff für Gesellschaftsordnungen in denen Unterdrückung , Entrechtung , Demütigung , Enteignung , Gewalt gegen Andersdenkende , Verweigerung der elementarsten Menschenrechte u.s.w. vorherrschen .
Und da gibt es erschreckende Parallelen zwischen Nationalsozialismus und Kommunismus . Zu diesen beiden faschistischen Ideologien scheint sich jetzt noch eine dritte zu gesellen , der sogenannte Islamismus . Menschheit , sei wachsam !












"Unser Auftrag ist es, die Demokratie zu erhalten"

Der Artikel vom 8. November in der Coburger NEUEN PRESSE (NP) ist geeignet, über Parteienstreit und Auftrag der Parteien durch das Wählervotum nachzudenken. Dieses politische Streitgespräch in der Redaktion der NP zeigt, dass dabei die Demokratie auf der Strecke bleibt und die aussagekräftige Überschrift mal wieder zur Farce wird.
Zwar haben hier nur Lokal- bzw. Kommunalpolitiker, ein anerkannter Systemkritiker, Herr Dr. J. Bilke, und die Redaktion gestritten aber das eigentliche Thema, was für die Opfern des Unrechtsstaates DDR getan werden kann, blieb auf der Strecke. Das aber muss der Auftrag an die Politik sein, sei es auf der Lokal,- der Landes- oder Bundesebene und zwar parteiübergreifend!

Nur einen Tag nach Erscheinen dieses Artikels wurde in Berlin im folkloristischem Stil der 25. Jahrestag des Mauerfalls zelebriert. Kanzlerin Merkel hielt an der Bernauer Straße eine respektable Rede und gedachte der toten Flüchtlinge an der ehemaligen innerdeutschen Grenze.
Gleichzeitig aber werden die ehemaligen DDR- Flüchtlinge, denen die Flucht aus dem Diktaturstaat DDR gelungen ist - wie auch immer -, von der Regierung Merkel verhöhnt, schikaniert, verachtet, ignoriert, diskriminiert und das auf die schäbigste Art.

Seit Jahren kennt die Politik das Thema des Rentenbetruges an den ehemaligen DDR-Flüchtlingen, zu einer Lösung aus Anlass des 25. Jahrestages hat sich die Politik nicht durchringen können.
Das ist ein Skandal der besonderen Güte.

Nun schickt sich gerade im Nachbarland Thüringen eine Regierung aus ROT-ROT-GRÜN an, die Geschicke des Landes zu übernehmen.
Der Linkspartei-Kandidat für das Amt des Thüringer Ministerpräsidenten, Bodo Ramelow, will sich persönlich für eine Aussöhnung zwischen seiner Partei und Opfern der SED-Diktatur einsetzen. "Dass mit meiner Kandidatur bei manchen Opfern eine Retraumatisierung eingesetzt hat, nehme ich sehr ernst", sagte Ramelow dem Nachrichten-Magazin "Der Spiegel". "Ich mache jetzt Termine mit entsprechenden Initiativen. Ich gehe auf alle zu, die mit mir reden wollen, dränge mich aber niemandem auf."
Bodo Ramelow also ist es, der sich für die Opfer einsetzen will.
Was ist das für eine verkehrte Welt???
Ein Vertreter der SED Nachfolgepartei, die LINKE, kann die Dinge auf den Kopf stellen, weil die Regierungsparteien seit Jahren in dieser Frage untätig geblieben sind. Die SED, die sich mehrmals umbenannt hat, trägt dafür Verantwortung, dass 4 Millionen Bürger ihre Heimat verlassen haben, dass sie vertrieben wurden und ein unerfülltes Leben führen mussten.
Was also hat die Überschrift "Unser Auftrag ist es, die Demokratie zu erhalten" mit der Realität zu tun? Die Realität in Deutschland ist, dass das Interesse an einem Mitmachen an Politik immer weiter sinkt. Die Beteiligungszahlen bei Landes- oder Bundestagswahlen sprechen eine eigene Sprache, sie sind am ständigem Sinken.
Die angeblichen "Volksparteien" CDU und SPD verlieren ihre Wählerklientel. Neue Parteien wie z. B.: die AfD gewinnen immer mehr an Bedeutung und schicken sich an, dem Erhalt von Demokratie und Rechtstaatlichkeit den Stellenwert im Land zu geben, den die sie verdienen.

Peter Kämpfe



Zuletzt bearbeitet: 27.11.2014 13:35 von Peterkae


1951 erschienen "Beamte" im "Geschäft" meiner Großmutter
in Großdeuben/Leipzig : Backformen,Kaffeesiebe u.ä.:
Betriebsgröße:1 Prokurist(mein Vater) und maximal 3 weitere Arbeiter. Sie erklärten,Finanzbeamte zu sein und eine "Tiefenprüfung des Betriebs" durchzuführen.Das Ergebnis der "Prüfung" lag nach ca 10 Minuten vor: mein Vater wurde der Steuerhinterziehung in 6-stelliger Höhe beschuldigt. Nun zogen die "Prüfer" vorbereitete Papiere aus der Tasche und erklärten: entweder mein Vater überschreibe augenblicklich den gesamten Betrieb "dem Volke" oder er bezahle augenblicklich die geforderte astronomische Summe oder er habe seine Familie für sehr lange zum letzten Mal gesehen /(er würde auf der Stelle verhaftet). Wir teilten das Schicksal Tausender derart
sozialistisch vernichteter Existenzen.Rechtsstaat? Oh,nein!
vielmehr möglichst lautloser linker Faschismus-Folger!



ruwolf:
In dem künstlichen Gebilde "DDR" herrschte ... Unrecht, die Menschenrechte werden nicht gewährt. Die DDR war ein verlogener Unrechtsstaat ...
Rolf Günther


Hab mal hier etwas dazu geschrieben.



Lieber Herr Walther,
ich bin nur Gärtner von Beruf, habe keinen juristischen Sachverstand. Daher verwende ich den Begriff Unrecht, wie er im Duden erklärt wird:

"BEDEUTUNGSÜBERSICHT
(gehoben) nicht recht; nicht richtig; falsch; verwerflich
unpassend, nicht recht
falsch, verkehrt
in »unrecht/Unrecht bekommen« und anderen Wendungen, Redensarten oder Sprichwörtern

SYNONYME ZU UNRECHT
böse, falsch, garstig, gemein, niederträchtig, schändlich, schlecht, schlimm, unfair; (gehoben) frevelhaft, schimpflich, sündhaft, übel, unschicklich, verwerflich; (umgangssprachlich abwertend) mies, schofel
fehlerhaft, inkorrekt, nicht richtig, regelwidrig, unkorrekt, verkehrt
nicht angemessen, unangebracht, unbequem, ungelegen, unpassend"

Dass sich auch Diktaturen/Unrechtsstaaten Strafrecht und Gesetze geben, um zu funktionieren und ihren Machtanspruch und ihre furchtbaren Taten zu legitimieren, ist mir klar. Trotzdem bin ich der Meinung, dass Gesetze, die gegen die Menschenrechte und die guten Sitten verstoßen, Unrecht sind. Mein Herz und mein Hirn sagen mir, Despoten und ihre Helfershelfer sind nicht im Recht. Hier könnte jetzt noch ein Bertolt Brecht zugeschriebenes Zitat folgen, lasse ich aber lieber mal…

Rolf Günther




ruwolf:
Lieber Herr Walther,
ich bin nur Gärtner von Beruf, ...
Rolf Günther


Gott zum Gruße, Herr Kollege ...

Seiten: 1 2 Zurück zur Übersicht