FLUCHT und AUSREISE Diskussionsforum
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Thema: Asoziales


kbussler:
Sehr geehrter Herr Günter,
mit Freude und Interesse lese ich jeden Tag bei Herrn Dr. Mayer hier im Forum so viele verschiedene Ansichten und Meinungen von interessierten politisch denkenden Menschen. Sie erweitern meistens meinen geistigen Horizont. Bei Ihnen bin ich immer etwas ratlos…


Guten Abend Frau Bußler!

Es ist Ihr gutes Recht, bei meinen Aussagen immer etwas ratlos zu sein. Ich finde im Gegensatz zu Ihnen sehr wohl, dass es hier im Forum, in unseren vielen Gemeinden und in ganz Deutschland einen intensiven politischen Diskurs gibt. Wir sollten bedenken, dass auch in der alte Bundesrepublik kein ideales Paradies existierte. Sie war, wie ganz Deutschland heute, ein demokratisch verfasster Rechtsstaat mit vielen Makeln und Fehlentwicklungen. Die damalige sozialere Politik resultierte wohl zu einem beachtlichen Teil aus der Konkurrenzsituation zum stalinistischen Ostblock. Eine kämpferisch-propagandistische Sprache gab es auch schon zu Zeiten von Herbert Wehner und Franz-Josef Strauß. Wenn sich die eigenen Ansichten und Anliegen im demokratischen Dialog nicht gegen die Mehrheit durchsetzen, wird man schnell dazu verleitet, einen Prozess des demokratischen Verfalls zu diagnostizieren.

Ich persönlich habe weder die neun Aussagen Luthers formuliert, noch irgendwie kommentiert. Ich habe lediglich aus der Quelle zitiert, um sie hier in diesem Zusammenhang zur Diskussion zu stellen. Wie viele andere Quellen zeigen, ist es aber ein Fakt, dass sich Luther derartig über seine jüdischen Mitbürger geäußert hat! Ich denke, diese Äußerungen waren und sind asozial.

Ob wir Deutschen, wie Sie sagen, begriffen haben und so eine menschenverachtenden Ideologie wie den Nationalsozialismus nicht mehr zulassen, da habe ich meine Zweifel. Unsere Demokratie ist von verschiedenen furchtbaren Ideologien bedroht, es liegt an uns allen, Freiheit und Demokratie zu verteidigen und zu verbessern. Eine der wichtigsten Aufgaben ist die Bekämpfung der rapide steigenden Armut in unserem superreichen Land. Denn nur so ist es allen Bürgern möglich, die Freiheiten zu schätzen, zu nutzen und wirklich am demokratischen Diskurs teilzunehmen.

Rolf Günther



Sehr geehrter Herr Günter,

hier meine kurze Antwort auf Ihre Erwiderung. Ich meinte den politischen Diskurs im Bundestag, der nicht mehr stattfindet, in der Bevölkerung sehr wohl.
Frau A.M. hat in ihrer Amtszeit sämtliche Parteien geschliffen und ihnen damit Alleinstellungsmerkmale in der politischen Agenta geraubt, sonst hätten wir auch eine stärkere Opposition als Korrektiv im Bundestag sitzen. Man könnte den Eindruck bekommen, dass sie das Ziel, eine Einheitspartei wieder zu beleben, verfolgt.

Was Luther angeht, haben Sie mich nicht richtig verstanden, denn die Aussagen Luthers muss man in der jeweiligen Zeit sehen und man kann den Holocaust nicht in dieses mittelalterliche Korsett zwängen. Man muss den Grund hinterfragen, warum gab es diese Abneigung gegen Juden und dies auch schon vor Luther. Sie vergessen einfach, dass Bildung im Mittelalter den wenigsten Menschen zugänglich war. Eine Vermutung hatte ich bereits erwähnt. Die Epoche der Aufklärung stand ja erst noch bevor und damit ist für mich persönlich eine Vermischung von Aussagen Luthers damals und dem Holocaust nicht gleichzusetzen. Sie vergessen die einmalige industrielle Vernichtung der Juden unter A.H.und dies ist derartig abartig, dass man aus diesem Grund einen Vergleich tunlichst scheuen sollte. Warum stellen Sie also Ihren Beitrag unter der Überschrift "So fordert es Martin Luther So tun es die Nationalsozialisten " ins Netz? Das ist für mich ein Vergleich.

Was die Abwertung und Demütigung von Menschengruppen angeht, habe ich explizit im darauf folgenden Absatz hingewiesen und Herr Günter, diesbezüglich habe ich in der DDR durch Stasihaft leibhaftig eine Abwertung und Demütigung erfahren und in der Bundesrepublik erfahre ich diese seit Jahren wieder. Sie gestatten mir also einen differenzierteren Blick auf die politische Sachlage in Deutschland und eine kritische Sicht auf das derzeitige Geschehen um mich herum.
Ich wünsche Ihnen trotz unterschiedlicher Ansichten eine gute Zeit und vielleicht haben wir wieder das Vergnügen miteinander zu diskutieren.

Mit freundlichem Gruß
K.Bußler




ruwolf:

Ob wir Deutschen, wie Sie sagen, begriffen haben und so eine menschenverachtenden Ideologie wie den Nationalsozialismus nicht mehr zulassen, da habe ich meine Zweifel.
Rolf Günther


Na dann begründen Sie doch mal Ihre Zweifel. Belegbare Zahlen und Fakten auf den Tisch. Im Gegensatz zu Ihnen bin ich der Meinung, dass gerade die Deutschen viel aus Ihrer Geschichte gelernt haben. Nur ganz wenige wollen ein neues 3. Reich.

Es gibt ja schon eine Menge Suppenkämpfer, die alles, was ihren Doktrin nicht entspricht, ausmerzen wollen.









Bilderquellen:
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Danke für das Kompliment Herr Schaumburg, welches ich gern für Ihren Kommentar im Cicero zurück gebe. Manchmal kommentiere ich dort auch aber leider wird nicht immer alles veröffentlicht, wie hier bei Herrn Mayer im Forum. Darum auch ein großes Danke an Sie Herr Dr. Mayer und ich werde sicher noch den einen oder anderen Beitrag in diesem Forum zur Diskussion stellen.
Mit freundlichem Gruß
K. Bußler

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