FLUCHT und AUSREISE Diskussionsforum
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Thema: Wir trauern um Dr. Wolfgang Mayer


Am Montag, den 02.10.2017 ist mein geliebter Mann Dr. Wolfgang Mayer nach schwerer Krankheit für immer von mir und von uns gegangen.

Er war ein unerschrockener Gegner des SED-Regimes, in deren wissenschaftliche Aufarbeitung er sich nach der politischen Wende aktiv eingebracht hat. Das war ihm ein besonders wichtiges Anliegen. Er hat vieles bewegt und sich nie beirren lassen.

Mit dem Diskussionsforum zu Flucht und Ausreise hat er ein Informationsmedium geschaffen, dass über die letzen Jahre ein breites Themenspektrum auch außerhalb der politischen Korrektheit bearbeitet hat und stetig wachsenden Zuspruch erhält. In seinem Sinne werden wir das Forum unverändert weiterführen.

Die Trauerfeier findet am Samstag, den 14.10.2017 um 13:30 Uhr in 07973 Greiz / Thüringen in der Trauerhalle des Großen Friedhofs in der Leonhardtstraße statt.

Marika Mayer

Anstelle Blumen bitten wir um Spenden an das SOS-Kinderdorf Pfalz auf die

Sparkasse Donnersberg
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BIC MALADE51ROK




Zuletzt bearbeitet: 05.10.2017 20:03 von Administrator


.... breites Themenspektrum auch außerhalb der politischen Korrektheit....

Dieses Engagement ist unserem verstorbenen Kameraden als Verdienst anzurechnen , es ist aber nicht das einzige . Unbesehen seines Engagements beim Protest gegen den Rentenbetrung hatten wir bereits vor 15 Jahren über einen sehr langen Zeitraum jedes Wochenende gemeinsam mit anderen Kameradinnen und Kameraden in Berlin vor dem Schloss Bellevue gegen die Ungleichbehandlung zwischen NS-Opfern und den Opfern kommunistischer Gewaltherrschaft demonstriert.Dort lernten wir Wolfgang als einen guten Kameraden kennen und schätzen - und auch als einen überzeugten Demokraten , was er mit seiner eindeutigen Meinung zum Netzwerkdurchsetzungsgesetz eines Herrn Maas kundtat.

Wolfgang Mayer wird im Herzen immer unser Kamerad bleiben .

Christina und Bernd Stichler




Oh, Mann, sorry, ich habe es jetzt erst gelesen, und ich hatte mich schon gewundert meine letzte Mail blieb von Wolfgang unbeantwortet. Nun weiss ich warum.

Dr. Wolfgang Mayer war der größte politische Kämpfer für Recht und Gerechtigkeit, den ich in meinem Leben bis heute kennenlernen durfte.

Auch wenn wir wissen, dass es Gerechtigkeit eigentlich nicht gibt, hat es Dr. Wolfgang Mayer immer verstanden, möglichst immer versucht, eine Gerechtigkeit zu fordern, die der objektiven Wahrheit möglichst nahe gerecht wurde.

Ich verliere einen grossartigen Freund und auch einen persönlichen Unterstützer, dem ich viel altruistische Hilfe zu verdanken habe.

Ich habe auch versucht, etwas über dieses Forum an Hilfe zurückzugeben und werde es auch weiterhin tun.

Ich danke Dir Wolfgang und ruhe glücklich in Frieden.
Du hast es verdient.

Rainer Hoffmann
Solarkritiker im Exil



Wolfgang Mayer war der große Anreger und Motivator. Er war einer der engagiertesten Verfechter von Freiheit und Demokratie. So haben wir vom Vorstand der IEDF ihn kennen und schätzen gelernt. Wir sind unendlich traurig, ihn nicht mehr unter uns zu wissen.

C.W. Holzapfel hat es in seiner Würdigung auf den Punkt gebracht, was auch wir empfinden: "Er wird uns schmerzlich fehlen. Der Verlust ist unersetzlich. Für seine Frau Marika. Für seine Familie. Für uns."

Wir sind es ihm und uns schuldig, weiterhin dafür zu kämpfen, dass der Mißbrauch des für den Beitritt der DDR geschaffenen Rentenrechts, den die politische Klasse zu Lasten der ehemaligen DDR-Flüchtlinge, Ausreiseantragsteller und politischen Häftlinge bis heute toleriert, abgestellt wird.


Zuletzt bearbeitet: 07.10.2017 17:08 von J_H


Liebe Marika Mayer,

mein herzliches Beileid aus Rom.

Wolfgang war mir ein guter und vor allem kluger Freund.



Hat man nicht viele von.

Bodo Walther



Es war Zufall, dass ich Wolfgang Mayer im internet fand. Ich habe Kontakt zu ihm gesucht, was bei Wolfgang Mayer gleichbedeutend war mit Kontakt zu seinem Forum „Flucht und Ausreise“.

Das war vor 13 Jahren, im Juli 2004. Wolfgang hat, wie alle Anderen auch, zunächst die Ungeheuerlichkeit des Rentenbetrugs nicht verstanden, es überstieg auch sein Vorstellungsvermögen. Aber wir konnten sein Forum nutzen. Wir haben so unser Wissen verbreiten können. Das Entsetzen wurde allgemein.

In den letzten Jahren hat sich Wolfgang zunehmend für den Kampf um unser eigentlich simples Recht eingeschaltet. Er war bei unseren Demonstrationen nicht nur der aktive Organisator, sondern auch der Mann mit der Trommel. Man konnte ihn nicht überhören.

Sein Motto könnte von Heinrich Heines Doktrin sein „schlage die Trommel und fürchte dich nicht“.

Er musste Zeuge sein, wie unser oberstes Gericht die Durchsetzung des Rechts wegen Formfehlern der Verfassungsbeschwerde endgültig blockierte, gegen 300 000 Flüchtlinge, nach über vier Jahren des höchstrichterlichen Nachdenkens.

Wir haben viel von ihm gelernt, Wissen, Kontakte, aber auch Stil, Haltung und Kraft. In diesem Sinne sollten wir sein Forum weiterleben lassen, unerschrocken, in Sorge um die Zukunft, in Sorge um den Rechtsstaat.

Ich habe einen guten, unersetzlichen Freund verloren.

Lothar Gebauer




Wenn der Himmel ein großer Garten ist und dort ein weich gepolsterter Sessel steht, dann sitzt auf diesem jetzt Wolfgang und schaut von oben, ob wir hier unten alles richtig machen.

Hier unten allerdings vermisse ich seine freundlichen e-mails und auch die kritische Stimme. Man konnte mit ihm die Dinge erörtern. Das und noch vieles anderes mehr wird in guter Erinnerung bleiben.

Wolfgang hinterlässt eine Lücke!

Unser Mitgefühl gilt vor allem seiner Frau Marika und den Angehörigen. Gekämpft und gehofft haben sie alle gemeinsam, bis zuletzt.

Nun trauern wir mit Euch
Reinhard und Christa Ladendorf




Christian Dietrich: Nachruf zu Dr. phil. Wolfgang Mayer

Erfurt, 6.10.2017/CD – Am 2. Oktober ist Wolfgang Mayer nach längerer Krankheit verstorben. Wolffgang Mayer besetzte am 9. September 1988 die Dänische Botschaft in Ostberlin zusammen mit weiteren Ausreisewilligen. Der dänische Botschafter verständigte die DDR-Regierung, die in der darauffolgenden Nacht in das Botschaftsgelände eindrangen und die Botschaftsbesetzer inhaftierten. Die dreizehn Erwachsenen wurden einen halben Tag lang verhört, die fünf Kinder in ein Heim verbracht. Später wurden die Flüchtlinge zu mehrjährigen Gefängnisstrafen „auf Bewährung“ verurteilt und durften am 22. März 1989 ausreisen.

Wolfgang Mayer nahm seinen Wohnsitz in Cochem an der Mosel und verarbeitete seine Erfahrungen mit der Ausreise in den beiden Büchern „Dänen von Sinnen“ (1990) und „Die mit dem Storch zogen“ (1992). Er studierte Politikwissenschaft und promovierte zur Rechtslage und DDR-Praxis gegenüber Ausreisewilligen („Flucht und Ausreise“, publiziert 2002).

Zuvor hatte er von 1970 bis 1975 Pädagogik an der Martin-Luther-Universität in Halle-Wittenberg studiert. Anschließend war er bis 1986 in Ilmenau und Hildburghausen als Lehrer für Mathematik und Polytechnik angestellt. Am 10. März 1987 stellte Wolfgang Mayer zusammen mit seiner Frau und seinen Kindern einen Ausreiseantrag. Er wurde daraufhin fristlos entlassen. Nach längerem Kampf wurde er 2002 in Thüringen wieder in den Thüringer Schuldienst eingestellt. 2007 begründete er das Internetforum „Flucht und Ausreise“.

"Ich habe ihn als einen aufmerksamen Zeitgenossen und streitbaren Demokraten und Erwachsenenbildner kennengelernt", sagt der Landesbeauftragte Christian Dietrich. Er wird uns fehlen. Seine Beerdigung findet am 14. Oktober statt.

Quelle: http://www.thla-thueringen.de/index.php/840-nachruf-zu-dr-phil-wolfgang-mayer





Kamerad Wolfgang Mayer musste nach der Wiedervereinigung lange gegen die Seilschaften darum kämpfen wieder in den Thüringer Schuldienst übernommen zu werden und kam nach dem er es endlich geschafft hatte, so zu uns nach Erfurt.
Er war dann auch der Erfurter Gruppe ehemaliger politischer Häftlinge mit Rat und Tat verbunden.
Nun ist sein Kampf zu Ende.
Herzliches Beileid den Angehörigen des Verstorbenen!

Er wird auch uns fehlen.
VOS-Bezirksgruppe Erfurt.

In Vertretung:
Gerd-Peter Leube



in memoriam




Wer wie ich das Glück hatte, Wolfgang Mayer kennenzulernen, der wird ihn nie vergessen.

Wolfgang war zu jeder Zeit ein Kamerad und für mich ein persönlicher Freund.
Seit seiner Geburtstagsnachfeier am 29. August 2015 in seinem Wohnort Speyer – zu der er 100 Gäste einlud ! – wußten wir von seiner Erkrankung.
Jahre und Monate kämpfte er gegen diesen heimtückischen Krebs… Wir hofften alle, dass Therapien und Operationen die Oberhand gewinnen...

Wir haben ihn verloren…
Mein aufrichtiges Beileid gilt seiner Frau Marika, seinen Kindern und seiner Mutter und allen Angehörigen.



Ehren wir unseren Kameraden und Freund Dr. Wolfgang Mayer, indem wir ihm würdig das letzte Geleit in Greiz
am 14. Oktober 2017 geben.

Fritz Schaarschmidt

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