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Thema: Letzte Worte für meinen Bruder Wolfgang


Es werden mir wohl nicht die richtigen Worte einfallen...

Ohne es bewußt zu wollen, habe ich doch immer irgendwie zu meinem Bruder Wolfgang aufgeschaut.
Viele, viele Menschen hier werden ihn wohl besser kennen als ich.
Die zeitliche und räumliche Trennung unserer Familie hat eben ihre Spuren hinterlassen. Dennoch habe ich in der relativ wenigen Zeit, die wir zusammen verbracht haben, doch viel von ihm gelernt.
Er war halt der geborene Lehrer. Von ihm lernte ich Tischtennis spielen, Schach-und was sicher noch viel wichtiger war - wie man sich anständig benimmt und respektvoll miteinander umgeht.

Ich habe heute selbst eine Familie mit zwei Kindern.
Und dass ich sie mit der tatkräftigen Hilfe meiner lieben Frau bisher gut durch die täglichen Wirrungen des Lebens geleitet habe, verdanke ich wohl auch zu einem guten Teil meinem lieben Bruder Wolfgang.

Nun ist er nicht mehr da...
...vielleicht aber auch doch noch.

Die sehr ergreifende Trauerrede seines besten Freundes,
Prof. Dr. Gerd Heinrich, hat mich inspiriert, meine Tochter Michèle zu bitten, für ihren Onkel ein letztes Bild zu gestalten, das ich hier allen lieben Menschen zugänglich machen möchte.

Es soll unser Dank sein für die vielen tröstenden Worte an uns trauernde Angehörige.
Prof. Dr. Gerd Heinrich beschrieb den Himmel als einen Garten mit einem Sessel darin, auf dem mein Bruder Wolfgang sitzt und uns bei unserem Treiben hier unten beobachtet und vielleicht uns von dort Hilfe zukommen lässt, wie er es hier auf Erden getan hat.
So werde ich ihn in Erinnerung behalten - mit diesem Bild vor Augen.

Danke, lieber Wolfgang, dass du mein Bruder warst und bist.

Joachim Sottong, geb. Mayer



Bild: Michèle Sottong


Zuletzt bearbeitet: 14.11.2017 08:44 von Joachim