FLUCHT und AUSREISE Diskussionsforum
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Thema: Der Bundesbeauftragte stoppt Schredderakten


Deutschland, ein reiches Land ? Es wird Zeit, mit dieser Mär endlich Schluss zu machen. Marode Infrastruktur, kaputte Schulen, mangelhafte Datenleitungen für das Internet, eingeschränkte Verteidigungsfähigkeit mangels intakter Ausrüstung zu Lande, zu Wasser und zur Luft bei der Bundeswehr, Investitionsstau neuerdings auch beim Strafvollzug - die Mangelliste ist lang und wird immer länger. Nun noch die Hiobsbotschaft vom Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen, dass mangels Scanner die substantielle Aufarbeitung der zweiten deutschen Diktatur gestoppt werden soll. In den verbliebenen 15.500 Schredder-Säcken wird die ganze Wahrheit über die DDR-Diktatur und ihrer Helfershelfer, insbesondere aus dem Westen, dokumentiert sein. Und diese historische Chance zur Aufarbeitung scheitert nun an fehlendem Geld, das an anderer Stelle, massgeblich an nicht Anspruchsberechtigte des Flüchtlingsansturms auf Deutschland aus aller Herren Länder, mit vollen Händen aus dem Fenster geworfen wird ? Vielleicht sitzen im Deutschen Bundestag auch politische Kräfte, die nach wie vor verhindern wollen, dass die ganze Wahrheit aus 40 Jahren DDR-Diktatur ans Licht kommt ? Die SED-Opferverbände jedenfalls werden dies nicht klag- und tatenlos hinnehmen. Nach dem Fremdrenten-Betrug dürfte somit ein weiteres Protestschlachtfeld eröffnet worden sein...





Herr Holtschke, Ihrem Beitrag stimme ich vollinhaltlich zu.
Man sagt ja: "Aus der Distanz sieht man die Dinge besser."

Hier, von Kapstadt aus, bewahrheitet sich dies sehr oft.
Unsere hiesig verfügbaren Medien, nein, nicht nur südafrikanische, obwohl auch "gleichgeschaltet wie in Deutschland wenn es um lokale Politik geht, erfährt man
doch Fakten, welche in Deutschland nicht bekannt werden.

Viele Grüsse aus Kapstadt

Klaus



Was wurde aus....der Stasi-Schnipselmaschine?

Um 17.17 Uhr geht das Tor auf - von innen. Dann strömen Zehntausende Menschen auf das Gelände. Es ist der 15. Januar 1990 und im Berliner Stadtteil Lichtenberg besetzen Berliner Bürger die Zentrale der Staatssicherheit, des lange so gefürchteten DDR-Geheimdiensts. Viel Wut hat sich aufgestaut, es wird geplündert und zerstört.Stasi-Leute waren an diesem Nachmittag de facto keine da, sie waren rechtzeitig nach Hause gegangen. Zwei Monate hatten sie nach dem Mauerfall Zeit gehabt, ihre wichtigsten Geheimnisse zu beseitigen. Während die Bezirkszentralen in Erfurt, Rostock oder Leipzig längst von der Opposition übernommen waren, war es in der Hauptstadt zunächst ruhig geblieben. Also haben die Offiziere viel Zeit, Akten zu vernichten. Weil die Schredder aber mit der Flut der Geheimnisse nicht schritthalten, entscheiden sich die Spitzel irgendwann, brisante Unterlagen auch einfach zu zerreißen. Insgesamt 16.000 Behältnisse mit "vorvernichteten" Akten, die meisten von ihnen Papiersäcke, kommen so zusammen. Ein Meer an Schnipseln. Auch heute, fast auf den Tag genau 28 Jahre später, ist nur ein Bruchteil dieser Dokumente wieder zusammengesetzt - und wie es aussieht, wird das wohl auch einstweilen so bleiben. Der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Roland Jahn, hat in dieser Woche in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur erklärt, die massenhafte Rekonstruktion am Computer komme nicht weiter voran. Das Projekt sei vorerst gestoppt. "Die technischen Voraussetzungen reichen nicht", so Jahn. Es fehlten die passenden Scanner.
Das klingt kurios. Die Menschheit schreibt das Jahr 2018 - Computer sind mittlerweile so leistungsfähig, dass sie komplexe Strategiespiele gegen Großmeister gewinnen. In ein paar Tagen soll - als aberwitziger PR-Stunt - ein Elektroauto an der Spitze einer kraftvollen Rakete Richtung Mars abheben. Und die Aufarbeitung des DDR-Unrechts scheitert an einem fehlenden Scanner? Experten haben mehr als zehn Jahre an dem Projekt gearbeitet, die zerstörten Stasi-Akten elektronisch wieder zusammenzusetzen. (Lesen Sie dazu hier einen Text von Alexander Osang aus dem Jahr 2008.) Es ist ein Puzzle mit 600 Millionen Teilen, die irgendwas um die 40 bis 45 Millionen Seiten ergeben würden. Das Fraunhofer Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik in Berlin hat mit Millionenaufwand dafür eine Software entwickelt. Sie heißt - passend - "ePuzzler" und liegt seit Jahren vor. Schon im Jahr 2013 gab es den europäischen Innovationspreis EARTO für die Software. Behördenchef Jahn bezeichnet sie auch als leistungsfähig. Woran hängt es also? Benötigen die Scanner eine besonders hohe Auflösung? Bringen die Scandaten die Auswertungscomputer an ihre Grenzen? Wohl eher nicht.Das erfährt man, wenn man sich in der Sache etwas umhört. Das Fraunhofer-Verfahren setzt nämlich durchaus erfolgreich Akten zusammen. Aus dem Nachlass des Universalgelehrten Gottfried Wilhelm Leibniz zum Beispiel, auch testweise aus dem Kölner Stadtarchiv. Steuer- und Zollfahnder arbeiten ebenfalls damit, in kleinem Umfang.
Die Scanner benötigen eine Auflösung von 300 dpi, das ist im Handel locker zu haben. Aber sie müssen befüllt werden. Die Schnipsel werden beim bisherigen System geglättet und von Hand in eine Folientasche gelegt - auch damit Papierstaub den Scanner nicht binnen kürzester Zeit beschädigt.Und dieser Schritt, das Einlegen, hat sich beim Stasi-Projekt als extrem aufwändig herausgestellt. Und teuer. So aufwändig und teuer, dass der Bundesrechnungshof bereits Anfang 2016 in einem Gutachten warnte, es bestehe "keine verlässliche Perspektive, mit der vorhandenen Technologie den Gesamtbestand der zerrissenen Unterlagen in absehbarer Zeit und zu überschaubaren Kosten wiederherzustellen". In Wahrheit war das Projekt in seiner bisherigen Form da bereits gestorben. Jahn hat das jetzt nur offen ausgesprochen.Das Ganze ist aber kein technisches Problem - sondern ein finanzielles. Ja, die Papierschnipsel lassen sich nicht einfach mit Scannern aus dem Elektromarkt einlesen - schließlich müssen beide Seiten des Papiers gleichzeitig eingelesen werden. Außerdem ist die Lagetreue der gescannten Punkte wichtig, damit die Software beim virtuellen Puzzeln keine Probleme bekommt. Aber Fraunhofer könnte solch einen Scanner wohl bauen, ist zu hören. Mit Roboterarmen und schnellen Laufbändern.
Geld dafür wäre im Grundsatz auch da. Der Bundestag hat im Jahr 2014 zwei Millionen Euro bewilligt. Doch einen neuen Vertrag zwischen Jahns Behörde und dem Fraunhofer-Institut gibt es bisher noch nicht. Und das ist offenbar die entscheidende Schwierigkeit.

"Die Prüfung des Bundesrechnungshofes hat im November 2017 einen offiziellen Abschluss gefunden", sagt die Sprecherin der Stasi-Unterlagenbehörde, Dagmar Hovestädt, dem SPIEGEL. Man habe "Aspekte der Prüfung in das neue Projektdesign einfließen lassen". Die Sache soll also weitergehen, irgendwie. "Wir sind mit dem Fraunhofer IPK in guten Gesprächen zur Fortsetzung des Projektes mit neuer Scan-Technologie und hoffen, dass ein Vertrag in 2018 abgeschlossen werden kann", so Hovestädt.

Bis jetzt erschlossen sind erst magere 23 Säcke mit insgesamt 91.000 Seiten. Diese sollen ab Frühjahr komplett ins Archiv der Jahn-Behörde integriert sein. Akten aus rund 500 weiteren Säcke wurden in jahrelanger Kleinarbeit im bayerischen Zirndorf zusammengesetzt - von Hand. Rund 1,6 Millionen Blätter sind so zusammengekommen, die Opferakten des Schriftstellers Stefan Heym und des Oppositionellen Jürgen Fuchs zum Beispiel oder Material zum Staatsdoping im Sport oder die Beziehungen zu RAF-Terroristen wie Silke Meier-Witt.

Doch auch dieses Projekt endete im Jahr 2015, die Mitarbeiter haben inzwischen Wichtigeres zu tun. Sie arbeiten für das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge.
Bleiben also noch rund 15.500 Säcke übrig.

Die seien, darauf legt Behördenchef Jahn wert, sicher gelagert. Ein Zerfall des Archivs drohe nicht.

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NEIN HERR JAHN - "ein Zerfall drohe nicht" - aber die Menschen die es betrifft sind alsbald "zerfallen"!! und Berlin braucht dann nicht mehr mit Kosten zu "kalkulieren" Herr Jahn - diese politische Taktik ist sehr wohl durchschaubar Herr Jahn!

Wo bloß haben Sie Herr Jahn Ihre Verve aus JENA vor 1989 gelassen? ...es ist traurig zu erleben wie es Menschen immer wieder schaffen ihr Rückgrat zu verbiegen!Sind da etwa bisher auch Papiere gefunden worden die aus Politik / Wirtschaft / Kultur von VIP's der Gesellschaft Ost? der Gesellschaft West? von vor 1989 stammen? - gar von Frau Merkel bei Party's mit dem Herrn Schnur(+)?....der lange Arm des Kanzleramts reicht überall hinein heute.

QUELLE: DER SPIEGEL - 4.1.2018 - Christoph Seidler
Kommentar: Klaus-Dieter Wohlgemuth




Auf der Webseite der BStU steht viel über die Rekonstruktion der Stasiakten, aber der aktuelle Stand mit Stopp des Projektes nicht.

Quelle BStU




"NEIN,HERR JAHN" und fortfahrend - das ist des Pudels Kern. Die üblichen Täuscher- und Tricksereien...



Habe es mal hier beschrieben:

General Erich Mielke, Minister für Staatssicherheit der DDR, .. befahl er allen seinen Dienststellen das Zerschreddern und Verbrennen von Akten. Noch nach dem sogenannten Sturm auf sein Ministerium am 15. Januar 1990 und bis in den Herbst 1990 hinein wurden Belege verkollert, Erschliessungskarteien, Mikroverfilmungen und digitale Findmittel vernichteten die in ihren Dienststellen weiter beschäftigten Schlapphüte noch unter schriftlicher Billigung der Bürgerkomitees.



Der (heutige) Aktenumfang dort (in der Jahn-Behörde) kann kaum benannt werden. Nach derzeitiger Darstellung des BStU verwaltet er 111 Kilometer Akten und mehr als 1,4 Millionen Fotos. Sein erster Bericht schrieb 1993 noch von einen "ca. 180 km hohen Aktenstapel", Der SPIEGEL nannte 1991 "nur" 168 km, Der damalige Staatssekretar im Bonner Innenministerium Eduard Lintner nannte am 14.November 1991 "über 200 km" sowie "Dossiers über rund 6 Millionen Menschen". Nach den Erläuterungen zu den Anlagen zum Einigungsvertrag sind es 8 Mio. Akten.


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