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Thema: Neuer Film zum Fall Mollath 23.02.2018 in ARTE


...und plötzlich bist du verrückt !
Zwangspsychiatrisierung auch in Deutschland !
Wieviele unschuldige Opfer warten noch auf Gerechtigkeit ?


Hier möchte ich nochmals auf diesen Film morgen am
23. Februar 2018, 20:15 Uhr auf ARTE hinweisen.
Dank an "Solarkritiker" für diesen rechtzeitgen Hinweis !


FreeSolarkritik » 01.02.2018 15:43 «


Der Fall von Gustl Mollath ist prominent (u.a. mit Jan Josef Liefers und Julia Koschitz) als Spielfilm verfilmt worden und wird am 23.02.2018, 20Uhr15 auf arte erstmalig ausgestrahlt.



Lange waren die Vermögensberaterin Elke und der Automechaniker Wastl glücklich miteinander. Bis Elke sich mehr und mehr in dubiose Finanzgeschäfte einlässt, die ihr Erfolg auf der ganzen Linie bringen. Als ihr Mann dem Einhalt gebieten will, trennt sie sich von ihm. Und geht noch weiter: Der Vorwurf er habe sie geschlagen, bringt Wastl für lange Zeit in eine psychiatrische Klinik.
Wastl und Elke sind seit Jahren glücklich verheiratet. Sie ist eine erfolgreiche Vermögensberaterin, er ein gefragter Restaurator von Oldtimern. Mit der Zeit beginnt Elke, illegale Geschäfte für ihre Bank in der Schweiz zu tätigen. Mehrmals im Monat fährt sie dafür über die Grenze. Außerdem beginnt sie, an ihrer Bank vorbei Geschäfte für ihre Kunden zu machen. Elke ist berauscht von den neuen Möglichkeiten, die sich ihr bieten, möchte immer schneller auf der Überholspur leben. Die Entfremdung des Traumpaars von einst beginnt. Um seine Frau zur Aufgabe ihrer Schwarzgeldtransaktionen zu bewegen und sie vor Strafe zu bewahren, stellt er sie zur Rede. Er möchte das alte, glückliche Leben zurück. Doch sie will raus aus der Beziehung. Plötzlich steht die Anschuldigung im Raum, er habe Elke geschlagen. Es kommt zur Scheidung und zu einem Gerichtsverfahren, bei dem Wastl als gemeingefährlich eingestuft wird. Dazu werden Gutachten von Gutachtern zitiert, mit denen Wastl Kronach nie gesprochen hat. Er wird in die psychiatrische Klinik eingewiesen. Sein Aufenthalt dort wird immer wieder verlängert. Wastl ist dem System ausgeliefert. Sein Vertrauen in den Rechtsstaat ist erschüttert. Durch die dauerhafte Einweisung in eine psychiatrische Anstalt ist er vieler Freiheitsrechte beraubt. Nur mit Hilfe seines Dickschädels schafft er es, standhaft zu bleiben. Fremde, denen er zu vertrauen lernt, helfen ihm, sich Gehör zu verschaffen. Auch die Medien werden auf seinen Fall aufmerksam, und er kommt schließlich nach siebeneinhalb Jahren frei.


--> Frühere Beiträge im Forum hier




Mein Kommentar zum Spielfilm "Gefangen - der Fall K.", am 23.02.2018, 20Uhr15 auf arte:

Was als Spielfilm ganz vielversprechend begann, wurde doch im Verlaufe der 90 Minuten zunehmend zu einem Ärgernis und man konnte dann auch die Gründe nachvollziehen, warum die erzählte Geschichte eines Wastl Kronach weder im Vorspann noch im Abspann etwas zur wahren Geschichte von Gustl Mollath andeuten durfte. Denn insbesondere gegen Ende in den letzten 20 Minuten des Spielfilms hatte die erzählte Geschichte so gut wie garnix mehr mit der ursprünglichen Geschichte von Gustl Mollath gemeinsam.

Abgesehen davon war auch für den nicht-informierten Zuschauer nicht nachvollziehbar, wie und warum der fiktive Wastl Kronach nun überhaupt aus der Psychiatriehaft entlassen worden ist. Das wichtige interne Bank-Gutachten landete schon ziemlich früh im Spielfilm einfach im Reisswolf, obwohl es im Fall von Gustl Mollath entscheidenden Anteil an der Freilassung von Gustl Mollath hatte.

Auch die positive und entscheidende Rolle der Medien und des Journalismus an der Freilassung von Gustl Mollath (Nürnberger Nachrichten und REPORT MAINZ) wurde im fiktiven Fall von Wastl Kronach komplett verschwiegen. Der Spielfilm stellt die Sachlage fälschlich so dar, als ob das Wiederaufnahmeverfahren die Freilassung erwirkt hätte, was aber faktisch und historisch grob-falsch ist.

Ganz zum Schluss versuchte der Spielfilm mit dem Video-Statement von Gustl Kronach Einiges an historischen Verfälschungen wieder zu kitten, als auf den juristischen Missbrauch der Psychiatrie-Haft aufmerksam gemacht wurde, der letzendlich jeden Unschuldigen treffen könne, was auch leider richtig ist, was ich aus eigenen leidvollen Erfahrungen ebenfalls bestätigen kann.

Positiv herausgestellt werden kann auch nur noch die Leistung von Jan Josef Liefers, der mit Gestik und Körperhaltung Gustl Mollath sehr überzeugend darstellte, was aber wegen der gravierenden Faktenfälschungen im Spielfilm zum wahren Fall von Gustl Mollath ein Affront und eine zusätzliche Demütigung für Gustl Mollath gewesen sein dürfte.

Ich vermute, dass Gustl Mollath im Vorfeld verhindert hat, dass dieser Spielfilm einen offiziellen Bezug auf seinen wahren Fall haben durfte. Denn an Gustl Mollaths Stelle würde mich dieser Spielfilm sehr verärgern und wütend machen.

Gustl Mollath ist schon jahrelang von Richtern, Psychiatrie, Politik und Justiz nicht verstanden und gedemütigt worden und seine private wie berufliche Existenz dadurch komplett zerstört und ausgelöscht worden und nun fälscht auch noch ein Spielfilm sehr wichtige und elementare Fakten seiner Geschichte. Wirklich ärgerlich und sehr frustrierend. Ich kann gar nicht so viel essen, wie ich ko...könnte.

sagt ein merklich verärgerter
Rainer Hoffmann,
Solarkritiker im Exil, der ebenfalls wegen Psychiatriemussbrauch der bundesdeutschen Justiz vor fünf Jahren aus Selbstschutz ins Ausland flüchten müsste und über dessen Fall beim NRW-Justizministerium 198 geheime Aktenseiten existieren, von denen 5 Seiten bekannt sind, die ebenfalls beweisen, wie perfide Faktenfälschungen und Psychiatriemissbrauch durch Politik und Justiz funktionieren.



Zuletzt bearbeitet: 24.02.2018 10:07 von FreeSolarkritik


Antwort des ZDF vom 26.02.2018 auf meine Kritik zum Spielfilm:

Sehr geehrter Herr Hoffmann,

vielen Dank für Ihre E-Mail an das ZDF.

Ihre Anmerkungen und Ihre Kritik zu dem Film "Gefangen - Der Fall K." haben wir in unsere tagesaktuelle Auswertung der Zuschauerreaktionen aufgenommen. Diese wird der verantwortlichen Redaktion und einem weiten Empfängerkreis in unserem Haus, inklusive der Geschäftsleitung, übermittelt und dort in der internen Auseinandersetzung mit dem Programmangebot berücksichtigt.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Zuschauerservice


Es ist einer diese üblichen Standard-Antworten, die man bekanntlich von ARD und ZDF bekommt. Wirklich ändern und verbessern tut sich bekanntlich nix.