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Thema: Beratungsfirmen wozu


Gestern schreibt die Süddeutsche Roland Berger durchleuchtet den BND. Da wird von einer Behörde ein Beratungsauftrag ausgeschrieben, obwohl diese und jede Behörde amtlich selbst dafür verantwortlich ist, zuständig zu sein und diese Zuständigkeit weiter zu entwickeln. Eine eindeutigere Unzuständigkeitserklärung dürfte es kaum geben.

Aber vielleicht geht es nicht darum. Den Bericht hat auch golem.de und im angehängten Forum schreibt dadie zu Berater kosten unnötig Geld und werden geholt, weil den eigenen Leuten nicht getraut wird:

Als jemand der Leute kennt die bei IT-Consultern arbeiten, muss ich dich leider enttäuschen. Manager von AGs holen in der Regel Berater ins Boot um unliebsame Änderungen zu machen ohne das sie der Sündenbock sind oder um den Aktienkurs (kurzzeitig) zu erhöhen, um die eigene Bonus-Ausschüttung zu erhöhen.

Entsprechend erhalten die Berater in der Regel (unter der Hand) das Ergebnis zu welchem sie kommen sollen. Der komplexe Teil (für die Berater) ist dann eine Begründung zu finden, wieso das Ergebnis gemacht werden soll.

Die Beater ziehen sich aus der Haftung über einen komplexen Beratungsvertrag, der sie von der Haftung ausschließt und die Manager ziehen sich aus der Haftung, in dem sie auf die Beratungsfirma verweisen.

Ein weiterer Teil der Scharade sind die Kosten für die Beratung. Die Kosten für eine Beratung werden in der Regel nicht nach dem Aufwand berechnet sondern nach der Umsatzhoffnung der AG. Idee ist hier, dass eine teure Beratung auch immer eine gute Beratung ist und eine AG die sich eine teure Beratung leisten kann vor den Aktienmärkten stabil, reicht und wohlüberlegt aussieht. Entsprechend hebt sich der Aktienkurst selbst dann, wenn nichts von der Beratung umgesetzt wird.

Wodurch die Bonuszahlungen der Manager steigen, weil diese in der Regel an den Aktienkurs gekoppelt sind. Den "Trick" kann man natürlich nicht jedes Jahr machen.

Ich erwarte daher, dass der alte BND-Chef dem Unternehmen schon gesagt hat, zu welchem Ergebnis sie kommen sollen und der neue BND-Chef davon nichts weiß. Dann kann man schön behaupten, dass die Berater "unabhängig" zu einem Ergebnis gekommen sind und der neue BND-Chef hat bei Vorwürfen eine plausible deniability.

Und da das Konzept "plausible deniability" Tagesgeschäft für die Politik ist, würde es mich nicht hart wundern, wenn meine Erwartung näher an der Realität ist, als mir lieb ist.


Wieder was gelernt.


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