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Thema: Financial Times D.: The Germans to the Front


FTD, Andreas Theyssen: The Germans to the Front
Das ist der Leitartikel von Montag, 20.11.06, heute Abend schon on-line. Die Ausgewogenheit im Artikel kommt nicht zu kurz, es steht auch drin, was wirklich Not tut:
Theyssen
Vor allem aber darf der Westen nicht einseitig auf Militär setzen. Er muss dafür sorgen, dass in Kabul und in den Provinzen eine Regierung sitzt, die das Vertrauen der Bevölkerung hat. Warlords, die ihr Ministeramt einzig zur Bereicherung nutzen, haben aus öffentlichen Ämtern zu verschwinden. Die Nato muss den Opiumanbau - inzwischen eine Finanzierungsquelle der Taliban - flächendeckend unterbinden und dafür sorgen, dass die Bauern genügend Einnahmen für alternative Ernten erhalten.
Eine funktionierende Justiz ist dringend nötig, und die Nato sollte versuchen, entsprechende Entwicklungshelfer aus gemäßigten islamischen Staaten dafür zu gewinnen.


Der Artikel in der Financial Times dient aber der Kriegsvorbereitung.
Was ist denn da passiert?
Im September zitierte die FTD unseren Verteidigungsminister Jung.
"Das Konzept muss lauten: Sicherheit und Wiederaufbau", sagte Jung am Donnerstag im ZDF. Die Nato-Strategie müsse dahingehend geändert werden. Dann könnte die afghanische Bevölkerung sehen, "dass wir nicht Besatzer sind".

Dann folgte, dass die Bildzeitung die schändlichen Totenschädelbilder aus ihrem Archiv holte und Unzufriedenheit mit der Bundeswehr auslöste. Der Spiegel zitiert in Nr. 46/2006, S. 19 amerikanische Stimmen: "Die Deutschen müssen das Töten lernen" und setzt das heute in Nr. 47 als Titelzeile auf den Umschlag. Da passt auch die von der Bundeswehr bestrittene Meldung, weil die Bundeswehr nicht zu Hilfe eilte, mussten 12 Kanadier in Afghanistan sterben.

Was hier abläuft ist Kriegstreiberei. Gestern postet Anette Lotz im FAZ-Net Forum: "Jeder Krieg beginnt mit der Einstimmung der Bevölkerung auf den Kriegskurs und mit der Rationalisierung der edlen Kriegsgründe der Kriegstreiber."

Lassen wir uns das "Von deutschem Boden soll nie wieder ein Krieg ausgehen!" kaputtmachen? Der Spiegel schreibt heute, S.23, "Deutsche Soldaten schleppen Sandsäcke im überfluteten Dresden, sie helfen serbischen Müttern im Kosovo, sie bauen
Schulen in Afghanistan, sie sind Sanitäter und Sozialarbeiter – nur eines sind sie im öffentlichen Bewusstsein bislang nicht:
Kämpfer, die dazu ausgebildet sind, andere Menschen zu töten. Und die womöglich selbst getötet werden."

Lassen wir es dabei und seien wir Vorbild. Nennen wir Kriegstreiber Kriegstreiber. Wenn unsere Bündnispartner Kriege aushecken, ist es Bündnispartnerpflicht, sie daran zu hindern, nicht Tod und Schrecken zu verbreiten.



Deutschlands vergessene Soldaten

Also geht es nach Aufrichtigkeit, Stetigkeit und Stimmigkeit sowie neuen Zielen in der Politik, dann sind diese Jungs nur die ersten.

Haben sie sich wirklich für uns alle geopfert?

Ich wünsche auch ihnen und ihren Angehörigen alles Gute (nicht nur) zum Fest!




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