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Thema: Flughafen Berlin Tempelhof


Gestern Rüstungsspirale und heute Nebenschauplatz Tempelhof, ist Letzteres denn so wichtig?

Im Volksbefragungsforum habe ich das thematisiert, um weitere Volksbefragungen anzulocken. Zum Inhalt kann ich aber nicht dort Stellung nehmen, sondern muss es schon hier ins Hauptforum bringen. Aus zwei Gründen, von denen einer wieder einen eigenen thread bekommen sollte. Welcher Grund entscheidet ihr durch Schwerpunkt setzen.

1. Basisdemokratie

Wat dem einen sin Uhl, iss dem anderen sin Nachtigall.
Not in my backyard!
Was gehen mich die anderen an?
Sprichwort, Ausruf, Frage als Beispiele für Haltungen zu demokratischen Entscheidungen, die das Durchsetzen einer für das Gemeinwohl wichtigen Sache erschweren.

Ganz anders, wenn Geld eingesetzt werden kann, um noch mehr Geld zu erpressen. Das ist dann undemokratische Politik im Interesse der Investoren. (Ich unterscheide streng zwischen Unternehmern und Investoren.)

Der Punkt ist, dass Basisdemokratie Bildung, Abstand von Eigennutz und, wichtig, Einsatz/Engagement für das Gemeinwohl verlangen.
Bildung, ich muss begreifen können, um was es geht.
Abstand, ich muss einsehen, dass ich nur leben kann, wenn ich andere leben lasse.
Engagement, ich muss selbst agieren, auch als kleines Rädchen im Getriebe, sonst werde ich "agiert".
Bildung, ich muss hinterfragen können, ob die Herde in die falsche Richtung läuft.
Abstand, ich muss als Herdenteil aussteigen, kritisieren können.
Engagement, ich muss mich für meine Einsichten einsetzen.
Zitat Berliner Verleger Christoph Links: "Als die Ostdeutschen gesagt haben, die Gesellschaft, die jetzt gekommen ist, sei nicht die beste aller Welten und auch hier gäbe es Veränderungs- und Reformbedarf, hat man sie beschimpft, sie seien nicht demokratietauglich. Dabei war dies nur das wache, sensible Wahrnehmen real vorhandener Defizite."
Wahrnehmen reicht nicht, es muss auch was getan werden.
(Und bei der eLeW mitmachen ist ja nun wirklich einfach.)

Das sind lauter ICHs und lauter MUSSs. Zuviele für viele und dennoch nötig.

Am Beispiel Flughafen Tempelhof gibt es Anwohner und die Mehrheit als Nichtanwohner. Für die Anwohner gibt es Fluglärm und Sicherheitsrisiko, aber auch Arbeitsplätze und Flugbegeisterung (Aus Radio RBB 20.7.05, 10:27 Uhr: "Am Flughafen Tempelhof scheiden sich die Geister. Doch sein Ende rückt in immer weitere Ferne - sehr zur Freude der Besucher des Gartenlokals "Zur Flugschneise", das direkt ans Rollfeld grenzt.") Bei der allgemeinen Verfügbarkeit von Wohnungen auch anderswo kann Mensch annehmen, dass Leidende inzwischen weggezogen sind. Bleiben für die Mehrheit die drei Gruppen Uninteressierte, Interessierte und Ideologen (hier die Grünen: "Schnell ein Riesenrad hin, damit die Landebahn verbaut ist.").

Damit komme ich langsam zu

2. Der Steuerzahlerbesitz Flughafen

Heute gibt es einen Kommentar in der Zeit, weil gestern das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg Klagen gegen die Schließung zurückgewiesen hat. Diesen Kommentar finde ich ausgezeichnet. Er ist für die Schließung, da bin ich dagegen, er listet die Vorzüge auf und er verlangt, endlich mit Energie sich für die Schließung einzusetzen. Letzteres ist gut, weil endlich auch ich einmal Argumente für die Schließung erfahren würde. Und natürlich, wenn es denn mich überzeugt, umschwenke.
Aber so wie jetzt haben wir nur Ideologen bei SPD und Grünen als Schließer. Und die (die Ideologen) kennen ja keine Rücksichten was das Vergewaltigen von Vernunft angeht.
Die Kommentare zur Zeit bei der Zeit sind auch nicht auf der Höhe der Zeit, was das Zeitniveau angeht:
  • Was für ein blödsinniges Feulleton
    Der BBI ist bereits vor dem Bau ein riesige Investitionsruine am fälschest möglichen Standort - noch dazu überflüssig wie ein Kropf, denn kaum jemand will jetzt oder später freiwillig von dort abfliegen oder wieder landen - wird es aber müssen.

    Selbst die Bahn fährt inzwischen in weitem Bogen drum herum. Und der Bau der Schnellbahntrasse ist noch nicht ganz zu Ende gedacht. Vor allem wie die Brandenburger den Flughafen erreichen sollen, interessiert niemanden.

    Tempelhof und Tegel waren und sind die am Besten erreichbaren Flugplätze, die Berlin je hatte - von den Kosten eines (sinnvollen) Rückbaus der Altlasten gerade in Tempelhof mal ganz abgesehen.

    Aber was schert sowas machtgeile Politiker, die sich Denkmäler bauen lassen wollen.

    Die anderen Politiker fahren lieber vom Reichsstag nach Tempelhof um nach Bonn oder nach Hause zu flattern.

    Und die Bürger werden wie immer nicht gefragt, wenn klar ist, dass die eine andere Meinung haben.
  • schliest tempelhof
    das wird ein schwarzer tag fuer berlin, sollte tempelhof geschlossen werden.
    einmal abgesehen von ihren unangemessenen klassenkaempferischen seitenhieben:
    - an - und abflugkorridore fuer die kleinfliegerei sind bereits nach besten sicherheitserwaegungen in betrieb und klappen bestens.
    - die geschaefts- und kleinfliegerei stellt im gegensatz zum frueheren betrieb in Tempelhof kein laerm - und sicherheitsrisko dar.
    - berlin und deutschland braucht initiativen wie diese, naemlich einen grossstadt flugplatz.
  • Einziger Hauptstadtbau Berlins
    Das Flughafengebaeude ist die einzige hauptstaedtische Architektur Berlins. Dagegen ist alles Gebaute der letzten 15 Jahre Laubenpieperei. Hellhoerig macht das Woertchen "baufaellig". Ruecken da nicht schon die Abbruchkolonnen an? Vernimmt man nicht schon das Verdikt 'Nazi-Architektur'? Zwar sitzt der Bundesfinanzminister in einem Bauwerk des gleichen Architekten, aber so genau schaut niemand hin, denn es geht um Geld und Arbeitsplaetze.

    Berlin tut gut daran, den Bau zu erhalten, wenn immer moeglich als Flughafen. Seiner staehlernen Hangar-Kolonade kann man nur den Petersplatz in Rom zur Seite stellen. Sollte diese Architektur verschwinden, bleibt Berlin die Frontstadt des Mittelmasses.

Würde mich freuen Besseres für aber auch dagegen zu hören, zu 1. und zu 2.
Alles Gute, huscholz



Zum Punkt 2:
a) Ein Berliner Flughafen ist das Schreckgespenst für Frankfurt, größter Arbeitgeber in Hessen und räumlich am Ende. Ein richtiger Hauptstadtflughafen wurde mit vereinten Kräften verhindert. Sperenberg, riesengroß, im Wald und ohne Anwohner, wäre der zentrale Europaflughafen geworden. Deshalb musste der Popanz Schönefeld her, mit den bekannten bremsenden Hindernissen. Schönefeld ist die ersehnte Totgeburt. Mit Schönefeld haben Tegel und Tempelhof eine Existenzberechtigung.

b) Keiner weiß, wie die Luftverkehre der Zukunft aussehen. Es liegt auf der Hand, dass Cargolifter als geschäftsschädigend für Airbus und Boeing geschliffen werden musste. In vierzig Jahren oder wegen des Kerosinpreises noch eher kommt Cargolifter (als US-Firma, weil Brandenburg blöde ist) zurück. Dann sollte wenigstens Tempelhof für diese umweltfreundlichen "Senkrechtstarter" offen bleiben, wenn die Berliner nicht blöde sind.




Und wieder wurde der Nagel auf dem Kopf getroffen.
Berlin muss mit der dritten oder vierten Garnitur leben.
Wir haben es mit unserer Wahlentscheidung verdient, aber hatten wir eine Alternative? Entscheidungen werden wo anders getroffen, schon gar nicht von Volksvertretern!

Zur Volksbefragung hier eine Empfehlung das betrifft auch Basisdemokratie.

Ganz ehrlich, mich interessiert dieser Flughafen nicht! Erst recht nicht, wenn er nur einer Minderheit zum Nutzen gereichen sollte. Das wird anderen ähnlich gehen und eine Mehrheit wird sich niemals für den Flughafen entscheiden.

Ich fahre jedoch fast täglich vorbei, pünktlicher mäßiger Flugverkehr, man könnte fast von der Autobahn die Piloten in kleinen niedlichen Fliegern grüßen. Da zeigt sich dann der eigentlich Nutzen für den Flughafen von einem Trend wie in den geschmähten USA. Dort gibt es wohl mehr und mehr kleine Flughäfen. Man kann dort von Kleinstadt zu Kleinstadt "springen", statt lange Wege zu und von Großflughäfen. Ein Trend, der bei uns auch bald beginnen könnte, für einen kleineren Teil der Bevölkerung. Aber dieser kleine Teil bringt es eben, Unternehmer nämlich, die etwas auf die Beine stellen wollen...diesen ehrlichen Unternehmern das geschäftliche Leben zu erleichtern. Und für den Rest der Welt muss er auch erreichbar und nutzbar werden/sein. Und das nicht mit (leeren politischen) Versprechungen.

Dann könnte man sich vielleicht auch für Tempelhof entscheiden.



Fluglärm ? Luftverschmutzung ? Fliegen für Reiche ?
Ich glaube, alle diese Schreiberlinge haben den Schuß noch nicht gehört! Aber ich erkäre Euch das:
Berlin ist ein gesunkenes Schiff ! Schulden, Kriminalität und Arbeitslosigkeit explodieren. Diese Stadt wird Euch binnen Monaten um die Ohren fliegen !!! Der Cityairport wäre einer der kleinen Rettungsanker gewesen.
Ich war schlau genug, mich schon abzuseilen. Ich sitze in einer reichen Kurstadt, arbeite bei einer reichen Firma, und schaue mir den Knall aus der Ferne an.
Jeder bekommt das, was er verdient ! Wer, wie Ihr, so kurz denkt, hat nur das verdient, was jetzt kommt.
Ich wünsche Euch trotzdem alles Gute !!! Nur, eine Chance habt Ihr nicht ! Aber saubere Luft und Ruhe....



Die Berliner Zeitung (meine, weil informiert und informativ) hat in Sachen Flughafen Tempelhofen inzwischen klar Position für die Schließung bezogen. Tenor: Selbst wenn jetzt umgeschwenkt wird, und Tempelhof dem Flugverkehr wieder erschlossen wird, dauert es bis 2012, ehe daraus eventuell was wird. Und wer das nicht versteht, ist stur und uneinsichtig. - Ich zum Beispiel.
1. War es Politik und Machenschaften, den Betrieb zu sabotieren und unnötig in die Verluste zu führen. Daraus ergab sich dann auch die Machenschaft, eine Gesetzeslage zu schaffen, die (s.o. zumindest bis 2012) unumkehrbar ist. Gerichte müssen sich an die Gesetze halten. Die zu bemühen, ist sinnlos, es ist der Gesetzgeber zu bemühen, und das soll durch Abstimmung erfolgen.
2. Den Befürwortern wird Nostalgie unterstellt. Also nicht nur stur und uneinsichtig, sondern auch noch von gestern. Von Erinnerungen wird erzählt, aber den meisten Befürwortern (und mir) geht es um die wirtschaftliche Zukunft. Den Tempelhofablehnern wird ja auch nicht Hass auf den Flughafen unterstellt, weil er das einzige Tor für Flüchtlinge war oder Gelegenheit für entführte LOT-Maschinen.
3. Die 6 Gründe der BIFT gegen Tempelhof sind
  • Sicherheitsrisiko. Stimmt. Logisch, dass es dann keine Flughäfen und Flugzeuge überhaupt geben darf. Wenn ich das aber nicht verhindern kann, warum will ich dann ausgerechnet einen nützlichen, komfortablen und richtig bewirtschaftet auch profitablen Flughafen vernichten? Und - nicht zuletzt liefern Flughäfen wirtschaftliche Impulse, so dass es ziemlich schnell eine neue umfassende Randbebauung gibt und das Sicherheitsrisiko fängt von vorne an.
  • Lärmschleuder. Stimmt. Ich hoffe, dass alle Betroffenen längst weggezogen sind, und alle, die ins Tempelhofer Lärmgebiet nach 1925 zugezogen sind, wussten, was sie machten und jetzt dazu stehen.
  • Rechtlich ist der Flughafen nicht haltbar. Stimmt, zumindest laut Berliner Zeitung, die ja rechtliche Gegenpositionen nicht mehr abdruckt. Das kommt aber nur daher, dass der Gesetzesgeber die falschen Gesetze gemacht hat.
  • Die Schließung kommt dem BBI-Geschäft zu Gute. Das stimmt nicht. BBI ist eine Totgeburt, schreibt Einfachso weiter oben. Leipzig und Frankfurt lachen sich ins Fäustchen und Brandenburg baut an Tempelhof-Ersatzflughäfen. Schon jetzt wurden Billigflieger mit Unterwasserkosten nach Schönefeld gelockt, um Passagiere herbeizuzaubern. BBI wird ein Steuermittelfriedhof werden, Tempelhof könnte die Kosten mitschultern.
  • Tempelhof ist überflüssig. Richtig heißt es, durch Sabotage wurde der Flughafen überflüssig gemacht. Da andernorts Stadtflughäfen erwünscht und gebaut werden, heißt es außerdem richtig, zum Glück haben wir schon so einen Flughafen. Damit ist auch Nummer 6 der BIFT-Argumente erledigt, das Millionengrab.
  • Nehmen wir die BIFT-Schlussfolgerung noch dazu: Tempelhof kann nur eine Zukunft als Park haben. Wie wär es denn mit einer Zukunft als Luftschiffhafen. Diese Dinger kommen 100%, weil die Energie teurer wird und Luftfahrt "mit leichter als Luft" sparsamer ist als mit Flügeln.


Ist mir Tempelhof so wichtig? Nein. Aber Politik. Volksvermögen wurde vernichtet und die Miesen nach der Schließung gehen dann richtig in die Höhe, wenn das ein verlotterter Park wird. Aber das wird er nicht, das Volksvermögen wird nur verhökert und wenn Potsdam dann einen Luftschiffhafen baut, ist es für Berlin zu spät. Tegel war mal eine architektonische Genieleistung, so dass Moskau die Architekten gleich mit noch so einem Flughafen beauftragte. Im Entwurf der Architekten war die Verdoppelung zukunftssicher vorgeplant, in Jungfernheide ist der U-Bahnhof für den Tegeler Abzweig zu sehen. Was macht aber der Senat? Das Gelände wird mit Baracken vermüllt und der geniale Ausbauplan vereitelt. Ausgebaut wurde, aber viel teurer, dümmer und für die Reisenden unbequemer. Ein teurer, dummer Senat, der regt mich auf.
Bin ich gegen Schönefeld? Ja. Dort gibt es Anwohner, die nach 1925 zugezogen sind und jetzt mit BBI überrumpelt oder zwangsumgesiedelt werden. Und in Sperenberg gibt es die Möglichkeit, noch vor 2010 einen deutschen Zentralflughafen zu bauen. Da hätten dann Zürich und Amsterdam nichts mehr zu lachen, aber wir haben ja die Kleinstaaterei und wir Berliner lieben es arm aber sexy. Meint jedenfalls K. Wowereit.



Am 22.2. stand unter Debatte im Neues Deutschland, dass zumindest bis zur Inbetriebnahme von Schönefeld der Flughafen Tempelhof offen bleiben solle:
Eine sinnvolle Ergänzung zum neuen Airport
Zitat: "Es ist unverständlich, dass zahllose Appelle von nationalen und internationalen Experten aus Wirtschaft, Handel, Industrie und Luftfahrt, ebenso wie von Politikern auch aus der SPD, Tempelhof wenigstens bis zur Eröffnung des BBI am Netz zu belassen, bisher ungehört verhallt sind. Wenn Tempelhof tatsächlich Ende Oktober dieses Jahres geschlossen und zugleich entwidmet werden sollte, würden vollendete Tatsachen geschaffen. Dann wäre es nicht mehr möglich, die Flughafenpolitik zu überdenken und zu reagieren, wenn die Zahl der Flugpassagiere weiter stürmisch steigt, sich die Eröffnung des BBI verzögern sollte und der neue Flughafen bereits kurz vor seiner Kapazitätsgrenze steht."

Debatte bedeutet ja, dass mehrere Teilnehmer etwas zu sagen haben. So kommt der BUND mit seinem Berliner Verkehrspolitiker zu Wort:
Innerstädtische Flughäfen sind Auslaufmodelle mit Kerosin- und Lärmplage und Parkidee. Das hatte ich aber weiter oben schon.

Heute begrüßt Neues Deutschland die Kampagne für die Schließung mit Rosinenbomber-Mentalität im Kopf. Zitat:
"Die Argumente für die Schließung des Flughafens sind überzeugend, sie müssen nur den Bürgern nahegebracht werden. Das war in der Vergangenheit versäumt worden, die alte Rosinenbomber-Mentalität hat sich außerordentlich fest in den Köpfen vieler Westberliner verankert."
Da komme ich dann auf die Idee, dass es nur um die Rosinenbomber-Mentalität der Westberliner geht. Worum es geht steht nicht nur hier . Zitat:
"Nun - ich will ein paar gewichtige Gründe nennen, die für einen Weiterbetrieb von THF sprechen:
1. Nach der Wende verfügte Berlin insgesamt über 4 Flughäfen: Gatow mit 1, Tegel mit 2, THF mit 2 und Schönefeld mit 2 - insgesamt also 7 Start- und Landebahnen.
Zwischenzeitlich ist der rein militärische britische Flugplatz Gatow geschlossen und Berlin verfügt mit drei Flughäfen über 6 Start- und Landebahnen, wovon mindestens drei parallel und gleichzeitig nach Instrumentenflugregeln, also mit elektronischen Landehilfen und ohne Sicht nach außen, für Starts und Landungen genutzt werden können.
Leider ist der Betrieb dieser 6 Bahnen auf 3 voneinander getrennten Flughäfen nicht effizient möglich. Schönefeld und Tempelhof hängen deshalb immer noch am wirtschaftlichen Tropf von Tegel.
2. Der Betrieb eines Großraumjets vom Typ A 340 oder Boeing 787 "Dreamliner" auf Interkontinentalverbindungen auf den alten Bestandsflughäfen ist nicht darstellbar. Eine zukunftsfähige Lösung für wachsenden Flugverkehr musste her. Der Konsensbeschluss der drei Gesellschafter sah deshalb vor, einen Großflughafen (BBI) mit 4 parallelen Start- und Landebahnen zu bauen, der dann bei Parallelbetrieb von zwei Bahnen die Leistungsfähigkeit der drei Berliner Flughäfen mit Ihren 6 Start- und Landebahnen aufnehmen soll.
3. Leider ist es nun zu diesem BBI nicht gekommen, da sich die derzeitigen Planungen auf zwei Start- und Landebahnen beschränken, die einen Parallelbetrieb nur eingeschränkt ermöglichen(siehe Flughafen Frankfurt am Main - da musste in den 80igern die Startbahn West gebaut werden und nun ist im Norden eine neue Startbahn in Planung).
4. Dass der jetzt realisierte BBI mit zwei eingeschränkt parallel betriebsfähigen Start- und Landesystemen die Kapazitäten von allen drei Berliner Flughäfen mit 6 Start- und Landebahnen nur schwerlich gleichzeitig bewältigen kann, liegt für den nüchternen Statistiker klar auf der Hand.
5. Hier muss ein Bestandsflughafen zur Entlastung erhalten bleiben. In einem Brief an Herrn Dr. Pflüger hatte ich bereits am 14. April 2007 darauf hingewiesen, dass sowohl Regierungsflüge, Luftfahrzeuge des Polizei- und Rettungsdienstes, des Ambulanzflugdienstes und der Allgemeinen Luftfahrt, das sind Geschäftsflieger ebenso, wie gewerbliche Unternehmen, die mit Rundflügen für Touristen über und um Berlin Ihre Existenz fristen als ungeliebte "Langsamflieger" den Beterieb am BBI behindern und deshalb von dort ferngehalten werden müssen. Sie sind zur Erfüllung Ihrer Aufgaben für die Innere Sicherheit, für die Gesundheits- und Daseinsvorsorge der Berliner und Brandenburger auf eine flugbetriebliche, städtische Anbindung angewiesen. Auf die Nähe Ihres Stationierungskrankenhauses, Ihrer Dienststelle, Ihres Betriebes, ja auch die Nähe Ihres Hotels und Geschäfts- und Messezentrums. Das macht eben die Lebensqualität in und die Güte einer Metropole aus.
6. Wenn wir dann noch an die Katastrophenszenarien denken, die bei einer Havarie oder einer Quarantäne (wie in 2006 wegen SARS) die temporäre Schließung des BBI zur Folge hätte, dann ist die Politik für eine 3,4 Mio. Metropole wie Berlin gut beraten, einen City- Flughafen als "Alternate" voll funktionsfähig anbieten zu können um die Nötigste Versorgung aus der Luft zu ermöglichen. Berlin hat ja da so seine unverwechselbare Geschichte.
7. Ein solcher Sonder- oder Ergänzungsflughafen erfüllt also ganz essentielle Funktionen für Berlin und wird sich aus einem viel besser, weil effizienter funktionierendem BBI locker mitfinanzieren, soweit das überhaupt nötig ist. Ein Privatflughafen darf und kann THF aber niemals werden. Der Vorschlag von Herrn Pflüger hierfür den Bund zur Kasse bitten zu wollen, war da sicher nicht sehr klug - ist aber typisch für alle Landespolitiker, weil es denen nur darauf ankommt, dass da kein Berliner Geld verschwendet wird. Dass das aber auch Steuergelder sind, wird ausgeblendet. Da haben Sie leider recht!
8. Zuletzt will ich noch darauf zu sprechen kommen, dass nun durch Herrn Wowereits Verhandlungsstrategie der Bund aus jedwelchen finanziellen Pflichten zum Erhalt des Kulturdenkmals Berlin - Tempelhof Central Airport entlassen ist. das hat den Vorteil, dass die Verantwortung für die Tatenlosigkeit nicht mehr reihum geschoben werden kann, sondern nun einzig beim Berliner Senat liegt. Das bedeutet, dass die Berliner mit Ihren Steuergelden den Erhalt des Gebäudes ebenso finanzieren müssen, wie die Pflege der riesigen Grünfläche mit seiner eigenen Flora und Fauna. Der Gesamtkomplex lässt sich in Verbindung mit den ökologischen und denkmalschützerischen Zielen Berlins wirtschaftlich nur sinnvoll nutzen in seiner ursprünglichen Funktion - als Flughafen - allerdings mit einem ergänzenden Flugbetrieb zum BBI für Berlin und seine Bürger.



Heute habe ich interessante Lesebriefe in der Berliner Morgenpost zum Thema "Tempelhof-Gegner machen mobil"
gelesen.

Hier ein Zitat des letzten Leserbriefes :
Mit dieser peinlichen Kampagne lassen die Tempelhof-Gegner endgültig die Maske sinken.In Ermangelung von Sachargumenten setzt man ganz auf links-populistische Hetze. Diese Selbstauskunft in Postkartenformat ist ein weiterer Beleg dafür, dass das Bemühen um Klärung der Sachfrage des Weiterbetriebes von Tempelhof oder sinnvoller Alternativen dazu von Anfang an vorgeschoben war, und es faktisch um ein Zugeständnis an die sich als Verlierer der Vereinigung fühlenden Kommunisten geht.
Motto: Wenn ihr unseren Palast der Repuplik abreißt, machen wir euer Tempelhof platt!

Meine eigene Meinung:
Weltweit gibt es nicht eine solche einmalige Chance, den Flugbetrieb zu dezentralisieren:
Tegel für innerstädtische Flüge (nirgends gibt es einen Flughafen mit so kurzen Wegen vom Gate zum Taxi!(in Frankfurt läuft man sich tot bis zur Gepäckausgabe.)
Tempelhof für Kleinflugzeuge (nicht als Bonzenprivatflugplatz wie jetzt polemisiert wird), sondern als Start für Städteverbindungen, die die großen Airlines nicht anbieten.

Schönefeld als ausgebauter Großflughafen,der aber nie mit Frankfurt, Leipzig oder München konkurieren wird.
Der überaus große Vorteil dieser Dezentralisierung ist die Ausweichmöglichkeit bei irgendwelchen Flugbetriebsstörungen,
egal ob wetter- oder technisch bedingt.

Ich bin entsetzt über die Schlagzeile heute:
"Berlin bietet Tempelhof auf Immobilienbörse in Cannes an."
Der "Exberliner hat in seinem Kommentar recht, wir werden hier ausverkauft.
Welche Verträge sind wohl schon unterzeichnet, die es K. Wowereit unmöglich machen, auch nur einen Millimeter von seinem harten Niemals-Kurs abzuweichen?


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