eLeW, ein Land eine Welt - Forum 1 und FAQ
Zurück zur Übersicht
Autor
Thema: Lebensgefährliche Respektlosigkeit - Klauen bei Kr


Lebensgefährliche Respektlosigkeit - Klauen bei Kreativen
Ein grundsätzliches Problem von Gemeinschaft ist das Verhältnis von Gesellschaft und Individuum bezüglich was entnehme ich der Gemeinschaft und was gebe ich ihr zurück.
Wenn ich Arbeit erbringe und verkaufe, brauche ich Infrastruktur und Gemeinschaft als Abnehmer. Dann kommt prompt der Staat und schöpft Steuern ab.
Dass muss ich einsichtiger Weise dulden, denn meine eigene Lebensqualität ist unmittelbar mit der Qualität von Infrastruktur und Staat verbunden.

Zwei derständigen Wiederholungen von mir:
  • Es gilt das Prinzip von Leben und Lebenlassen.
  • Wir sparen uns zu Tode. Jede Einschränkung von staatlicher und privater Seite lässt irgendwo Einkommen sterben und senkt meine eigene Lebensqualität.

Wer das nicht so sieht, sollte konsequenter Weise als Aussteiger nach Art Robinson Crusoe auf sich allein gestellt leben. Haareschneiden und Zahnreißen mag er allein vollziehen, wenn es aber zum Blinddarmdurchbruch kommt, dann auch daran sterben.
Nehme ich dagegen an Gemeinschaft teil, - Teil nehmen! -, dann gehört dazu auch das Teil geben.

Wie in einem Brennpunkt wird das in einem Interview vom 16.3.07 mit dem Vizeprädsidenten des Phonoverbandes in der Welt angesprochen:

Zitat Gorny:
"Der fehlende Respekt vor dem geistigen Eigentum und der Leistung ist ein wesentliches Problem dieser Gesellschaft. Weil Sie an eine Idee kein Preisschild hängen können, ist leider das Unrechtsbewusstsein beim Klauen entdinglicht. Dabei ist die Kreativ-Wirtschaft einer der größten Umsatzbringer der Zukunft. Wo sollen denn noch Arbeitsplätze entstehen, wenn die Industrie aus Europa abwandert. Die Kopierschutz-Diskussion greift deshalb viel zu kurz. Es geht um eine Verschleuderung von gesellschaftlichem Eigentum, die unter dem Deckmäntelchen von „cool“, „Jugend“ und „digital“ stattfindet. Das ist lebensgefährlich. Mein Plädoyer: Wir müssen zu einer Neubewertung des Urheberrechts kommen. Es geht um die Geschäftsgrundlage eines zentralen Leitmarktes der Zukunft."

Da wird bei einem Wirtschaftszweig geklaut und raubkopiert, dass diesem das Einkommen wegbricht.

Als Kommentar (Wenn mein Link oben nicht schon die Kommentare mitgeöffnet hat, dann unterhalb des Interviews auf Kommentar klicken.) findet sich am 18.3.07, Zitat dietbln: "Wenn der Herr deshalb 10 Millionen weniger zusammenrafft, sollte das alle Musikliebhaber freuen."
dietbln nimmt in Kauf, dass der Musikkommerz eingeht. Daran stirbt nicht die Musik und Musikliebhaber werden selbst musizieren oder nicht kommerzielle Angebote nutzen. Aber der Staat, der von Steuern lebt, leben muss, stirbt und dietbln vielleicht am Blinddarmdurchbruch. Mag sein, dass er es noch bis in den von Rotkreuzhelfern in freiwilliger Aufbauleistung zusammengeflickten Rettungswagen Modell 1969 schafft, aber der Achsenbruch im 4-Meter-Schlagloch besiegelt dann sein Ende. So geht das heute schon in Ländern mit bankrotter Regierung zu.
(Zufälliges Beispiel aus dem eLeW-Kurs1, wo es nicht darum geht,aber etwas zum Neoliberalismus gesagt wird.)

Rhetorisch sehr gut der Kommentar an gleicher Stelle von Heinrich Kolbe am 16.3.07: "Das ist lebensgefährlich"...Und das ist gut so!...
...Ist das alles fair? Nein, vielleicht nicht, aber wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit. So wie der Milchmann. Das nennt man freie Marktwirtschaft!"

Es handelt sich nicht beim Klauen um einen Markt. Wir sprechen hier von freier Klauwirtschaft. Und nach allem Gesagtem ums gegenseitige Umbringen, also doch um Lebensgefahr.



Zuletzt bearbeitet: 19.03.07 10:28 von Administrator

WebMart Homepage Tools: Eigenes Forum kostenlos starten

Webdesign - Shop-System - Newsletter-System - Homepage-Verzeichnis