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Thema: Siebzehnter Juni 1953


Mehr Arbeit für gleichen Lohn löste 1953 den Volksaufstand aus.

Ab 4. August 1953 war der 17. Juni in der Bundesrepublik gesetzlicher Feiertag. Ab 29. Oktober 1990 wurde er zum nationalen Gedenktag.

Heute ist wieder einmal der Tag, zu gedenken.

Von Bertolt Brecht:
Die Lösung

Nach dem Aufstand des 17. Juni
Ließ der Sekretär des Schriftstellerverbands
In der Stalinallee Flugblätter verteilen
Auf denen zu lesen war, daß das Volk
Das Vertrauen der Regierung verscherzt habe
Und es nur durch verdoppelte Arbeit
zurückerobern könne. Wäre es da
Nicht doch einfacher, die Regierung
Löste das Volk auf und
Wählte ein anderes?




Mehr Arbeit für gleichen Lohn? Heute sind wir weiter, moderner, reell ist mehr Arbeit für weniger Lohn. Waren die Arbeiter damals mit ihren Forderungen im UnRecht, der Umgang der Staatsgewalt mit ihnen etwa im Recht? Waren die Arbeiter einfach zu sensibel, leicht größenwahnsinnig. Ist dieser Gedenktag überhaupt gerechtfertigt? Was, wenn die heutigen Arbeiter ihrer Sensibilität bewusst werden und ebenso handeln. Auf wessen Seite würden dann die ehrfürchtig Gedenkenden stehen? Gar einen zusätzlichen Gedenktag einführen?

Oder ging es damals etwa um etwas ganz anderes, was nicht so sehr ins Auge stechen darf?

Es ist ein unehrlicher Gedenktag. Was soll`s, wir sind ja so verliebt in unseren permanenten Selbstbetrug.




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