eLeW, ein Land eine Welt - Forum 1 und FAQ
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Thema: Bahnstreik (hierher verlagertes Thema)


Gerhard Höpfner, 22.07.07 19:57 im Forum über das miteinander umgehen:

Morgen wird über den Streik abgestimmt und schon ist das Geschrei groß.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,495865,00.html

Es zeigt sich welchen Wert ihre Arbeit hat und auch der Wert der Arbeit der anderen, nur haben diese nicht so einen Hebel.

Und wenn andere Gewerkschaften nun lamentieren, sie müssten, könnten dann für ihre Mitglieder wieder neu verhandeln, zeigt auf welcher Seite sie stehen.

Jungs zeigt ihnen, wer das Steuer in der Hand hat!!



huscholz 22.07.07 22:26

Von Geschrei ist in dem Spiegelartikel nicht die Rede, sondern von richtiger Furcht. Die Wirtschaft und die Politik fürchtet sich und die Unternehmerverbände warnen.

Das ist keine neue Situation, die Piloten haben es schon einmal erfolgreich vorgemacht: die Lokführer können die Bahn stillegen und keiner kann was dagegen machen. Ob sie 31% Erhöhung fordern oder 310% ist dabei gleich, höchstens das Verständnis dafür im Volk ist dann verschieden.

Die Bahn wird den Streik vermeiden und nachgeben. Das Ergebnis schadet aber dem Prinzip "ein Betrieb, eine Gewerkschaft" und wird leider den Weg für Spezialisten eröffnen, nur für sich was Gutes zu erzwingen. Bisher galt der Tarifvertrag der Mehrheit (Ein Betrieb, ein Tarif) für alle, diese Solidarität ist dann weg.



EinfachSo^ 22.07.07 23:12

Meines Wissens ist die GDL die älteste Gewerkschaft Deutschlands. Da sind die Gründungen von Transnet und GDBA wohl eher spaltend. Außerdem hat meines Wissens Transnet eine Klausel eingebaut. Wenn die GDL mehr erreicht, will auch Transnet mehr.

Die Bahn darf nicht privatisiert werden. Sie hat öffentlicher Dienst zu sein, dann erledigt sich das Streiken. Beamte rein und Mehdorn raus!



Die Privatisierung der Bahn, wie auch zur Zeit aller Verpflichtungen der öffentlichen Hand, oder die Variante PPP, ist ein übles Übel, das hoffentlich vermieden werden kann. Gerade ist die Untertunnelung Stuttgarts mit 21 Milliarden Steuergeldern beschlossen worden. Eine Zugabe an die Aktionäre, falls es zum Börsengang kommt.

Die Beamten sind eine feine Lösung, wenn es nicht die Beamten gäbe. Das meint die Sesselpuper, die am unkündbaren Sessel ohne Gegenleistung kleben. Und die, wo Mensch nur vor der Beförderung einmalig erlebt, was sie so drauf haben. (Hierzu in diesem Forum der Wunsch nach Ablösung der Beamten durch Staatsdiener.)

Statt Mehdorn zu entlassen, könnte man ihm eine Vereidigung zum Bundesbahnpräsidenten vorschlagen. Den gab es noch in der Zeit, als die Bahn drittgrößter Arbeitgeber war (1985) und bis mit Heinz Dürr (1993) derselbe von einem Ersten Präsidenten zu einem Vorstandsvorsitzenden mit Gewinnbeteiligung wurde. Letzteres war dann die Versuchung der Mehdorn erlag, aus Pesonalentlassungen und Kostenbeseitigung eine tolle private Einnahmequelle zu machen. Doch hierzu muss die Bahnreform (1994) rückgängig gemacht werden, was die eLeW u.a. mit "Reform der Reformen" meint, jedoch die gleichgeschalteten (Einheitspartei lässt grüßen) neo-liberalen Handlanger der Banken, Investoren und McKinseys nicht können.

Was die Gewerkschaften angeht, ist die GDBA die Vertretung der verbeamteten Bahner und Transnet kämpft um ein gemeinsames Vorgehen inklusive Vorteile für die GDL. Am 1.8.05 wurde ein gemeinsames Vorgehen mit der Bildung der Tarifgemeinschaft Transnet/GDBA (TG) vorgeführt. Der sollte die GDL beitreten oder zumindest das gemeinsame Auftreten in den Verhandlungen nicht ausschlagen.



Was die 31% oder 310% angeht, es wird darauf hinauslaufen:
Vorher: Mensch, nachher: Maschine



Wenn auch der Anlass Ernst ist, das nenne ich Rationalisierung anschaulich auf den Punkt gebracht. Das Thema Maschinen ersetzen Menschen behandelt die strukturelle Arbeitslosigkeit. (Neue Maschinen, neue Werkstoffe und Verfahren erzielen höhere Produktivität.)
Rationalisierung und Entlastung des Menschen ist eine feine Sache, wenn der Produktivitätsgewinn (eLeW-Vision) Halbe-Halbe geteilt wird. Und nicht dem Unternehmer (vormals seinen Gewinn zu erhöhen) mit niedrigeren Preisen und weniger Personal die Konkurrenz und alle die dran hängen zu meucheln.

Aber um beim Spaß zu bleiben, wenn die Lok 62% schneller fährt, dann sind 31% wohl angemessen.

Übrigens gegen strukturelle Arbeitslosigkeit hilft (eLeW) sowohl Bildung und Innovation, als auch zur Zeit millionenfach nicht/unter-bezahlte Arbeit korrekt zu entlohnen. Mal die eLeW fragen.



Ihr werkelt wieder nur rum!

Was macht die Arbeit der Lokführer so besonders, dass sie nicht auch dem privaten Gewinnstreben geopfert werden sollen?

Ist der Stahlarbeiter, Dreher, Verkäufer ...alle Arbeiter nicht genauso wichtig, wie ein Lokführer? Gehört deren Leistung nicht auch der Gemeinschaft?

Warum streiken die Lokführer nicht auch für die anderen?

Und deshalb sollte wir beim miteinander Umgehen bleiben,
warum schließen sich die anderen nicht an?

Für wenige ist die Uneinigkeit der Mehrheit sehr zum Vorteil!!

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Wer schreibt endlich mal was zum Lehrerkongress, deren Forderungen könnten bei der eLeW abgeschrieben sein. Ich habe wenig Zeit.



Der Bahnstreik führt mir zwei Lager vor Augen:

Auf der Bahnseite:
Bahn-Chef Hartmut Mehdorn, gewinnbeteiligter Manager, bereit, wegen des Auftrags, die Bahn an die Börse zu bringen, den Bahngewinn durch Personal- und Leistungsverringerung auch über die Schmerzgrenze hinaus, aufzublähen. Jegliche Lohnerhöhung ist kontraproduktiv, das Produkt Bahnverkehre muss noch kostengünstiger werden.
Der Personalvorstand Margret Suckale. Schon als Chef-Justitiar der Bahn gelang es ihr die Bahninteressen mit Härte zu vertreten, als sie die Richter überzeugte, dass es für die Hinterbliebenen der 101 Toten des ICE-Eschedeunglücks kein Schmerzensgeld geben kann. Lager 1: Profit darf über "Leichen" gehen. Eine globale Erscheinung. Geld zählt.

Auf der Lokführerseite:
GDL-Chef Manfred Schell. Um Lokführer wie der Vater zu werden, anfangs Schweinemist aus Viehtransporter entfert, später tonnenweise Kohle in der Lok geschaufelt, usw., Stufe um Stufe höher. Jede Arbeit soll eine angemessene Bezahlung finden. Lager 2: Beruf ist besser als Job, Einsatz für Karriere geht in Ordnung, am Ende muss aber was über bleiben. Eine deutsche Erscheinung. Die Arbeit definiert den Menschen.

Beide Erscheinungen sind schwer miteinander zu versöhnen. Es erfordert das Kräftemessen inklusive Showdown. Leider.

Es ist gut, dass Politik sich aus der Tarifautonomie heraushält. Nicht gut ist, wenn Politik falsche Rahmenbedingungen schafft. Es sind nicht die Tarifparteien, die die Bahn an die Börse bringen wollen. Und es ist die Politik, die zwei Lager schafft. Der Staat sind wir alle, Unternehmer und Lohnabhängige. Die zwei Lager sind über die Jahrzehnte entstanden, weil das Wohl des Kleinen vor dem Wohl der ganz Großen zurückstehen musste.
Richtig ist, wenn Wirtschaft dem Menschen (Arbeitgebern und -nehmern) dient und nicht dazu, Menschen dem Profit zu unterwerfen. Deshalb gehört auch Politik in die Hand des ganzen Volkes. (Hier 24/7-Demokratie im Internet).



Folgendem braucht nichts hinzugefügt werden:

Politische Lehren aus dem Kampf der Lokführer

Ich finde gut, was sie schreiben, bedauerlich nur, dass sie zu wenig Teilnahme finden. Woran liegt es?





Den im Beitrag genannten Artikel finde ich dagegen schlecht. Es ist die durch Vorurteile behinderte Standardanalyse. Wahrscheinlich ein Pflichtaufsatz gegen Zeilenhonorar, wo in eine alte Vorlage der Begriff Lokführer eingemengt wurde.

Wenn es einer Aufforderung bedarf, dann bitte einer wirksamen und erfolgversprechenden. Wie wäre es ganz einfach mit alle Eisenbahner treten in die GDL ein. Dann erledigt sich das Problem des gesonderten Tarifvertrages. Und Bundesbahn und Privatbahnen könnten gemeinsam Tarifpartner der GDL sein.

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