eLeW, ein Land eine Welt - Forum 1 und FAQ
Zurück zur Übersicht
Autor
Thema: Köhler for Chancellor / Weltlehrerkongress


Die SPD denkt daran, Köhler, wenn er denn will, als Kandidat für das Bundespräsidentenamt das nächste Mal zu unterstützen. Er macht gute Politik.

Stimmt, und damit er noch bessere Politik machen kann, ist er der inoffizielle eLeW-Kanzlerkandidat.

Gestern hat er den Weltlehrerkongress (22.7.-26.7.07 in Berlin) eröffnet.
Er stellte fest,dass Bildung:
  • der Schlüssel zu Wohlstand und sozialer Anerkennung.
  • den Menschen befähigt, sein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen und etwas aus seinem Leben zu machen.
  • der vielleicht wichtigste Beitrag zu sozialer Gerechtigkeit in unserer Welt sei.
  • ein Menschenrecht sei.

Er beklagte, dass:
  • weltweit fast 80 Millionen Kinder keine Schule besuchen.
  • die Gespräche für ein entwicklungsfreundliches multilateralen Handelssystems blockiert sind. Denn der Entwicklung eines Bildungssystems geht die Armutsbekämpfung voraus.

Er hält leistungsbereite und engagierte Lehrer für die Helden des Alltags. Für diese forderte er bessere Arbeitsbedingungen und Wertschätzung und Anerkennung.

Nach meiner Auslandserfahrung ist das weltweit zu fordern, für G8, für EU, für Tigerstaaten und auch Entwicklungsländer. Ein ehemals hochgeachteter Beruf erfährt in der Tendenz überall immer niedrigere Löhne und eine sich verschlechternde Ausbildung. In Indonesien verabschieden sich die Schüler mit Handkuss und Ehrerbietungsbezeugungen in die Ferien. Ein Relikt von vor Dekaden, als die Lehrer die Autorität überhaupt darstellten. Damit ist es nicht nur dort vorbei.
Bei uns haben Kollegien mit Durchschnittsalter über 55 Jahren, wiewohl noch gut bezahlt, auch keine Autorität mehr. Und die jungen Lehrer haben keine Chancen, werden z.T. wie Zeitarbeiter behandelt.

Finnland wird uns in Deutschland immer als Vorbild in Sachen Schule vorgehalten. Da sollte aber auch gesehen werden, dass Finnland pro Schüler doppelt soviel Personal einsetzt. Und nicht mit Zeitarbeitern oder wie jetzt in Vorbereitung, mit in wenigen Wochen umgeschulten Ingenieuren für die Berufsschule zum Niedrigstgehalt oder Eltern als 1-Euro-Jobber bei Unterrichtsausfall.

Also Köhler for Chancellor und nur leistungsbereite und engagierte Lehrer mit entsprechender in Gehalt gemünzter Hochachtung for teachers.




Zuletzt bearbeitet: 24.07.07 08:45 von Administrator


Köhler for President, was soll das, von ihm kommt doch nur leeres Geschwätz, stetige Arschkriecherei, ob bei den Ärmsten, Bauern, Industrie - Arbeiter, Kinder und jetzt Lehrer. War er doch einer derjenigen, die unseren Sauertopf mit eingerührt haben, das haben sogar Reporter vom dlf in etwa rübergebracht.



Wo steht denn President? Wo steht denn offizielle Verlautbarung.
Aber ich schaue mal beim erwähnten DLF unter Köhler nach:

In 2004: Vor seiner Wahl. "Erster internationaler Fachmann als Staatsoberhaupt, will die Deutschen wachrütteln."

Ende 2004: Nach der Wahl. "Köhler kritisiert Topmanager."

Ende 2006: Darf er das? "Wo die Macht von Liberalen, Grünen und Linken im Bundestag und im Bundesrat nicht reicht, die Politik der großen Koalition zu kontrollieren, hilft der Bundespräsident, der zeigt, dass er keineswegs machtlos ist."

Herbst 2006: ..fordert Kraftakt für bessere Bildung. "..die deutsche Demokratie brauche mehr Bildung."

Ende 2006: Hoffnungsträger "Er fordert von der Regierung, was der Bürger längst ins Reich der Utopie verwiesen hat: dass sie ihr Handwerk versteht und sauber arbeitet, dass sie Entscheidungen herbeiführt, statt alle wichtigen Themen in Profilierungskämpfen zu zerreden."
"Eine Parteiendemokratie lebt davon, dass niemand die Wahrheit gepachtet hat, dass man Widerstrebendes zusammenführen, sich auf einen Kompromiss einigen muss, damit ein weites Spektrum von Wählerinteressen repräsentiert wird."

Buchtipp Anfang 2007: Technokrat ohne Visionen. "Bundespräsident Horst Köhler ist zwar bei der Bevölkerung sehr beliebt, doch sein Einfluss auf die Tagespolitik bleibt schwach, meint Biograph Gerd Langguth."

Einen Einblick in den Lebenslauf vermittelt Langguth hier.

Frühjahr 2007: Wirtschaftswachstum alleine reicht nicht "..Einkommensverteilung und die Bildungspolitik verbessert werden muss." "..dass die Eliten begreifen, dass sozialer Ausgleich auch für sie wichtig ist, um politische Stabilität zu bekommen, und für Unternehmer, dass sie in Ruhe wirtschaften können.

Es muss einem ja nicht alles gefallen, aber (so finde ich), mal wenigstens wieder ein Name. Die eLeW braucht auch die Diskussion über Kandidaten. Als ich Paul Kirchhof als eLeW-Mann anbot, kamen nur zwei anonyme Zustimmungen. Diesmal also eine Ablehnung. Dabei hat Horst Köhler am 24.10.2006 wie auf eLeW-Geheiß die Privatisierung der Flugsicherung als einzige/letzte Instanz gestoppt. eLeW 28.8.04.




Zuletzt bearbeitet: 24.07.07 21:18 von Administrator


Köhler hat seine zweite Berliner Rede gehalten. BERLINER REDE Köhler mimt den Sozi titelte SPIEGEL Online gestern.

Anlass für mich, mal wieder das Gefangensein im Lagerdenken der Vergangenheit zu kritisieren. Gleichzeitig kann aber an Köhler die Überwindung dessen gezeigt werden.

Spiegel: "In seiner zweiten "Berliner Rede" hat Bundespräsident Köhler .... - und übernahm erstaunlich viele Positionen der SPD."
Hat er nicht. Die SPD hat nach ihrer Geiselnahme durch Schröder ihre Linie verlassen und Mitglieder verloren. Erst durch die Erneuerung ihrer früheren Grundsätze kürzlich, ist sie gerade mal dabei selbst die Positionen der SPD zu übernehmen. Wenn von Übernahme die Rede sein kann, dann dass die CDU inzwischen stellenweise die Rolle der alten SPD spielt.
Also, Köhler hat das "Richtige" übernommen, spaßeshalber darf ich sagen, die eLeW-Positionen übernommen.
Als da sind: 1. Es geht ausschließlich darum, was gut ist für das Volk. 2. Es geht nicht darum, was die Position einer Partei ausmacht, um ausschließlich die Macht der eigenen Partei zu festigen. Und 3., es muss Schluss sein mit der neoliberalen Politik aller im Bundestag vertretenen Parteien. Der Staat ist die Repräsentanz des Volkes und nicht der Investoren und Banken. Selbst Investoren und Banken brauchen das gedeihliche Staatswesen und jeder chirurgische Eingriff zur Beseitigung wirtschaftspolitischer Missbildungen dient auch den Banken und Investoren. Spaßeshalber darf ich sagen, die eLeW stützt auch das Überleben der Banken und Investoren, ist also für alle da.

Spiegel: "Bundespräsidenten stehen seither im Ruf, notorische Optimisten zu sein. Auch Köhler machte heute diesem Ruf alle Ehre. "Die Globalisierung, das ist einfach das Leben, das gestaltet sein will", erklärte er dem hochkarätigen Berliner Publikum. Gerade Deutschland habe davon profitiert, nicht umsonst sei das Land Exportweltmeister. Keine Angst also vor der Globalisierung, lautete seine Botschaft."
Das ist kein Optimismus, sondern unser aller Wille zum Überleben und Leitmotiv künftigen Handelns. Will der Spiegel einpacken und die Erde verlassen oder sich irgendwo abgelegen einmauern?
Der Begriff vom Raumschiff Erde ist schon lange bekannt, wegen der unumkehrbaren Globalisierung muss er nun gelebt werden. Und zwar (eLeW wieder einmal) in Zusammenarbeit aller. Der Erfolg von Arbeitsteilung und Teamgeist ist auch bekannt, warum fördern wir dann gegen diese Erfahrung und wegen des vorübergehenden Nutzens der großen Ausplünderer den gnadenlosen Konkurrenzdruck?

Köhler laut Spiegel: Er warnte vor der wachsenden Ungleichheit, die die Globalisierung mit sich bringe: "Der Aufstieg der einen darf nicht der Abstieg der anderen sein." (mehr...) Er sprach von den Abstiegsängsten in Deutschland - und empfahl als Mittel dagegen die Mitarbeiterbeteiligung an Unternehmen und gleiche Bildungschancen. Er nahm sogar das Wort vom "vorsorgenden Sozialstaat" in den Mund.
Was Köhler in den Mund nimmt, würde anscheinend den Spiegel zum Erbrechen führen.

Die gnadenlose Einführung oder Wiedereinführung (Beispiel BRD 1965) der Vollbeschäftigung macht (eLeW-Wortwahl) "den Sozialstaat zur federleichten Bürde", weil alle Fähigen sich selbst fördern können und alle Unfähigen, als zum Glück weil wenige betroffen, verdammt noch mal von der Gemeinschaft zu stützen sind. Das hat nichts mit Links und Rechts, Marx oder Murx zu tun, eher mit unserem historisch jüdisch christlich europäischem Hintergrund.

Spiegel: "Kurzum, er sagte all das, was die SPD in ihr neues Grundsatzprogramm geschrieben hat - bis hin zur Forderung nach stärkerer Regulierung der globalen Finanzmärkte. Köhler schlug hierfür seinen alten Arbeitgeber, den Internationalen Währungsfonds (IWF), als geeignete Kontroll-Instanz vor."
Hier hat der Spiegel einen Wahrnehmungsschaden. Was Köhler anspricht liegt jedem Denkenden klar im Blick. Rüttgers von der CDU nahm alte Fäden von CDU Geißler auf, lange bevor die SPD-Führung jetzt merkte, wo es lang geht. CDU Merz ist ausgemerzt und CDU-Köhler ist zum Volks-Köhler geworden. Waren oder sind alle Bundestagsparteien neoliberal, so wandeln sie sich wieder zu Volksparteien. Besser, aber das hat nur die eLeW, das Lagerdenken höre auf und das Richtige, egal ob Nicht-Marx oder Nicht-Murx, setzt sich zum Wohle des Volkes durch.

Und die Stärkung internationaler Zusammenschlüsse im Verbund mit einer fortschreitenden globalen Demokratisierung derselben ist die einzige globale Überlebenschance. Notwendig zur Eindämmung zum Beispiel der leider weltanführenden Kriegstreiber, z. B. die Drahtzieher hinter Bush.

Spiegel: "Manche Beobachter werten die neue SPD-Affinität des einst von Schwarz-Gelb ins Amt gehievten Kandidaten als strategisches Manöver, um sich eine zweite Amtszeit zu sichern. Sollte das der Grund sein, wirkt es bereits: Maßgebliche Sozialdemokraten haben Sympathien für eine Wiederwahl Köhlers erkennen lassen. Es könnte aber auch einfach daran liegen, dass Köhler der Öffentlichkeit gefallen will und sich geschmeidig dem Linksruck des Landes anpasst."
Könnte es nicht sein, dass jemand, der "alles" erreicht hat, sich nicht mehr "nach dem Wind" drehen muss. M. E. ist das bei diesem Präsidenten der Fall und ich darf mal spekulieren, dass er sich selbst gar nicht zur Wahl stellen will und es ihm egal ist. Das ist das Hoffen der eLeW bei der von ihr propagierten Ablösung der Ichvertreter, dass erfolgreiche Personen nicht mehr den Erfolg brauchen und deshalb unbestechliche Volksvertreter sein können. Kirchhof und Köhler sind für mich Modelle unbestechlicher Haltung. Und schade, wenn Unbestechlichkeit auf Unverständnis und Nichterkennen stößt.

Falls Sie die eLeW-Aussagen zur Zukunftsgestaltung suchen, wie zum Beispiel die Ich- / Volksvertretersache, hier in diesem Forum sind sie immer wieder angesprochen.

Wieder zurück zu Köhler gemäß Spiegel: Die Entwicklungsländer müssten in den internationalen Gremien stärker Gehör finden. Die Nationen der Welt bildeten eine "Schicksalsgemeinschaft" und müssten sich gegenseitig zur "Freundlichkeit" erziehen. Die Welt brauche "Fairplay statt Gemeinheit, Brot und Bücher statt Aufrüstung, Respekt statt Überheblichkeit", sagte Köhler.

So ist es.



Ich denke, „Köhler for Chancellor“ und die folgende Begründung ist mehr eine Provokation, ein Anstoß zum Nachdenken als ernst gemeint. Sicher vermisst man ähnlich deutliche Worte bei den vielen anderen Parteipolitikern. Und ich mag auch nicht mitspekulieren, was Köhlers Beweggründe sind, sich quer zum politischen Mainstream zu äußern, ob da wirklich ein geläuterter Geist spricht.
Nur, schöne Sprechblasen sind mir zu wenig. Wer von mehr Bildung und mehr Gerechtigkeit redet, der muss das auch bezahlen können und Köhler hat bisher die Agenda 2010, Hartz IV, als richtig und als ersten Schritt für weitere Reformen in diese Richtung (und das ist die Richtung zu mehr Ungerechtigkeit und Armut) bezeichnet. Genauso findet er die vielen bisherigen Steuererleichterungen für Reiche und Unternehmen richtig, die ja mit an entscheidender Stelle dafür verantwortlich sind, dass man für mehr Bildung angeblich nicht genügend Geld hat.
Ein weiteres Beispiel für hohle Phrasen: er fordert, die Vereinten Nationen und die Kontrolle der internationalen Märkte zu stärken. Nur stehen WTO, IWF und Weltbank gerade nicht unter UN-Macht, es sind Parallelstrukturen, deren Machteinschränkung Köhler noch nie gefordert hat. Als Chef vom IWF bis 2004 hatte er erheblichen Anteil am Verfestigen der jetzigen, ungesunden Weltfinanzsituation.
Desgleichen mit seiner Warnung vor der wachsenden Ungerechtigkeit, die die Globalisierung mit sich bringe. Gerade die drei eben genannten Weltfinanzinstitutionen, außerhalb der UN angesiedelt und unter Führung der USA sind für die verheerenden Strukturen verantwortlich.
Kurz: ein paar schöne Reden reichen mir jedenfalls nicht, um jemanden als positiven Mitstreiter zu akzeptieren, ich wäre da etwas vorsichtiger.




Provozieren natürlich nicht, Anregen durchaus.

Es gibt noch keine eLeW-Diskussion, welche Frau, welcher Mann als Volksvertreter geeignet ist. Dazu müssten zuerst einmal auch vertretungswürdige Mitgliederzahlen vorhanden sein. Aber irgendwo muss angefangen werden. Wenn es jemand wie unser Präsident wäre, dann hätten wir jetzt schon mal eine Modell-Ablehnung und eine Modell-Kritik.

Zum anderen geht es auch um die Inhalte, die hier wieder angesprochen werden. Ich denke nicht, dass Köhlers Inhalte quer zum politischen mainstream liegen, eher, Köhler erfasst als Erster den Wandel. Die Haltung der eLeW von Anfang an, Gemeinwohl geht vor, um dem Einzelnen eine Chance auf Würde und Verwirklichung zu geben, erfasst wieder Teile der SPD, die damit der CDU in Teilbereichen hinterherläuft. Beispiele sind eLeW-Forderungen nach Bildung und gegen Privatisierung der Grundbedürfnisse. Mit der Kohl-CDU und der Schröder-SPD wurde das mißachtet und das Fischer-Grün wird zur Zeit auch umgefärbt bzw. wieder eingegrünt.

Aber weg vom Inhalt, nochmal zurück zur Person im Allgemeinen. Ich schlage vor, jedem die Möglichkeit zur Änderung zuzubilligen. Ich denke, es gibt keine Chance zur Wahrheitsfindung und zur Gedankenleserei. Wahrheiten werden am Computer erstellt und Urteilen nach Aktenlage ist schwer. Aber Urteilen, nach dem was geschieht und was jemand hervorbringt an Taten, bleibt möglich. Was ich also in die Wagschale werfen würde, sind die Taten, auch die mit Taten belegten Sprechblasen oder die widerspruchsfreien letzten Haltungen.

Für mich kommt noch etwas hinzu. Wenn ich es mir leiste, anzuerkennen, dass der Gegner Recht haben kann, wenn ich akzeptiere, dass der Gegner Würde besitzt und Respekt verdient, dann habe ich keine auszurottende Kakerlake vor mir, sondern einen potentiellen Partner. Wehner hat die SPD zur Regierungspartei aufgebaut, indem er sie vorher zum Koalitionspartner der CDU machte. Brandt hat den Wind of Change eingeleitet mit Wandel durch Annäherung (Die Anerkennung gebührt Egon Bahr). Annäherung ist ein Gegensatz zu Vernichtung. Wenn ich vernichten will, muss ich auch damit rechnen, vernichtet zu werden. Und die Erfahrung lehrt, dass auch der Gewinner verliert.

Damit habe ich das Thema verlassen, aber den eLeW-Standard wiederholt: Weg mit dem Lagerdenken, Andere haben auch Recht, entscheidend ist die Zusammenarbeit, geregelt durch den Souverän in der 24/-Demokratie.

Zurück zur Übersicht

WebMart Homepage Tools: Eigenes Forum kostenlos starten