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Thema: Gefängnis, weil es um die Ehre ging


Der aktuelle SPIEGEL 34/2007, S.52 berichtet über einen "Musterfall der Grenzen für die Integration". Herr Muharrem E. wurde wegen erpresserischem Menschenraubs in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung zu drei Jahren und neun Monaten ohne Bewährung verurteilt. Seine Frau als Mittäter erhielt ein Jahr und sechs Monate, sein Sohn drei Jahre und drei Monate, beide auch ohne Bewährung. Der Richter begründet dies, der Fall sei nicht weit entfernt von der nächsten Stufe, den Ehrenmorden.

Die jüngere, erwachsene Tochter wohnte bei ihrem deutschen Freund, den sie demnächst heiraten will. Das bestrafte Trio besorgte sich Flugtickets in die Türkei, eines davon ohne Rückflug aus der Provinz heraus für die Tochter. Der Freund wird abgepasst, gefangen genommen, geschlagen und mit dem Tode bedroht, um an die Tochter heran zu kommen. Der entkommt und das Trio wird verhaftet.
Der Spiegel stellt dar, dass kein Unrechtsbewusstsein vorlag. Es ging um die Ehre.

Der Spiegel gibt auch zwei Kommentare wieder.

"Ein „trauriges und ärgerliches“ Beispiel für misslungene Integration sei das, sagte der Vorsitzende des Ausländerbeirats der Stadt. Die Familie habe nichts dazugelernt."

"Sie habe ihr Bleiberecht verwirkt, sagte Bayerns Sozialministerin Christa Stewens. Wer sich wie der Vater dieser Familie, hartnäckig weigere, das Selbstbestimmungsrecht der Menschen und damit die freiheitlich-demokratische Grundordnung anzuerkennen, solle in sein Heimatland
zurückgehen."

Die in der Türkei lebende ältere Tochter von Herrn E. weiß, wo das Problem liegt: "Es gehe oft nur so lange gut, wie die deutschen Werte nicht auf die türkischen Werte träfen."

Wo liegt die Lösung?


Zuletzt bearbeitet: 20.08.07 10:33 von Administrator


Spiegel-Online berichtet über zwei Mädchen, ein und vier Jahre alt, die von der Bremer Polizei vor der Genitalverstümmelung gerettet wurden. Zehntausende sind in Deutschland bescnitten oder von der Genitaverstümmelung bedroht.
Es gibt in Deutschland "INTACT". Deren Vorsitzende weiß: "Wenn eine beschnittene Frau eine Tochter zur Welt bringt, wäre es zum Beispiel wichtig, dass der Arzt der Frau sagt: 'Sie sind beschnitten, aber Sie dürfen Ihre Tochter nicht beschneiden. Sie leben in einem Land, in dem das verboten ist'."

Die Lösung hier, alle helfen bei der Integration, wenn nicht weggesehen wird, sondern beim geringtsten Hinweis auf künftige Probleme, diese benannt und ausgeräumt werden. Hier, der entbindende Arzt informiert auch die Behörden oder INTACT über Gefahr im Verzuge.


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