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Thema: Wasser ist Menschenrecht


Heute hat in Istanbul das 5. Welt-WasserForum begonnen, wo erwartete 20 000 Teilnehmer aus 180 Ländern Probleme der Verteilung von Trinkwasser diskutieren werden. Rund eine Millarde Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Bei Abwasser ist es noch viel schlimmer, wo 2,6 Milliarden Menschen keine sanitäre Versorgung kennen.

Im Vorfeld wurde am 12. März von der UNESCO der Wasser-Bericht 2009 vorgelegt. Fazit: "Trinkwasser ist nur begrenzt verfügbar. Durch die Bedürfnisse der schnell wachsenden Weltbevölkerung und die Auswirkungen der Klimaveränderungen sind die Wasser-Ressourcen auf dem Planeten jedoch in Gefahr."

Die Wasserproblematik droht zurzeit von der Finanzkrise in den Schatten gestellt zu werden. Im Vorfeld des in Deutschlands Medien wenig erwähnten Weltsozialforums (WSF) wurde dieses Jahr in Belém (Brasilien) auch ein Wasserforum abgehalten. Die Diskussion dort über Wassserpolitik und deren Herausforderungen wie Umweltverschmutzung, Zugang zu Trinkwasser und der Privatisierung von Quellen griff die 2005 erstmals in Brasilien unterzeichnete ökumenische Erklärung (5 Seiten pdf-Datei) auf. Rund 40 NGOs, die belgische Bischofskonferenz und der ungarische Kirchenbund haben unterzeichnet:
Die Unterzeichnenden der "Ökumenischen Erklärung zum Wasser als Menschenrecht und öffentliches Gut" erkennen an, das Wasser eine Grundvoraussetzung für alles Leben und der Zugang zu Wasser ein Menschenrecht ist, dass Wasser auch eine soziale, kulturelle, medizinische, religiöse und mystische Bedeutung besitzt, und dass es für viele Menschen knapp wird. Auf dieser Grundlage fordern sie:
  • Der Zugang zu Wasser ist als Menschenrecht zu erklären.
  • Wasser ist als öffentliches Gut zu behandeln. Für den Wasserverbrauch sind gesetzliche Prioritäten festzulegen.
  • Dem Recht auf Wasser ist mit einer von der UNO zu verabschiedenden Internationalen Wasserkonvention ein verbindlicher Rahmen zu geben.
.Bolivien hat in seiner neuen Verfassung Wasser als Menschenrecht und öffentliches Gut deklariert. Das Amazonas-Parlament, ein Zusammenschluss von Vertretern aller Amazonas-Staaten wird die ökumenische Erklärung demnächst unterzeichnen. In der Schweiz verlangt der grüne Ständerat Luc Recordon die Deklaration von Wasser als öffentliches Gut.

In Istanbul geht es ab heute auch um die Frage, soll es ein Menschenrecht auf Wasser geben, wieviel darf Wasser kosten und soll Privatisierung erlaubt sein. Die Bundestagsabgeordnete Uschi Eid von Bündnis90/Die Grünen ist als stellvertretende Vorsitzende des Beratungsausschusses des Generalsekretärs der Vereinten Nationen zu Wasser und sanitärer Grundversorgung in Istanbul dabei und fordert:
  • Es gibt ein Menschenrecht auf Wasser.
  • Wir brauchen dringend ein grenzüberschreitendes Wassermanagement, damit Konflikte um Wasser nicht ausbrechen, dass sozusagen die Kooperation zu einem besseren Wassermanagement eine Quelle des Friedens wird.
  • Die UN-Konvention über das Recht der nichtschifffahrtlichen Nutzung internationaler Wasserläufe muss endlich ratifiziert werden.
  • Es muss Wassereffizienz ins Zentrum unserer Klimadebatte rücken. Nicht nur Energieeffizienz, sondern Wassereffizienz muss dringend auf die Tagesordnung.




  • "Die einen verdursten, die anderen ertrinken - Wassermangel und Wasserüberfluss bedrohen die Menschheit", so beginnt Zeit Online gestern den Bericht zum Weltwasserforum.

    Am Ende des Berichts steht dieses: "Ulrich Eichelmann, von der Stop-Ilisu Kampagne, die gegen den Ilisu-Staudamm kämpft, sagte: "Die Bezeichnung Weltwasserforum ist irreführend. Richtiger wäre Wasserausbeutungsforum, denn es geht hier fast ausschließlich um die Frage, wie man Wasser zu Geld machen kann."

    Bei n-tv kann Mensch erfahren, dass das die Organisation des Weltwasserforums 17,6 Millionen gekostet hat. Sponsoren sind u.a. die türkischen Baufirmen Nurol und Cengiz, die an der Spitze jenes Konsortiums stehen, das den Ilisu-Staudamm bauen will.

    Das Weltwasserforum geht am 22.3. zu Ende. Das ist der Weltwassertag. Hier die Pressemitteilung des BUND.

    Als Berliner poste ich unter "eLeW - Forum Volksbegehren, Volksbefragungen in D" mit "VOLKSBEGEHREN, Schluss mit Geheimverträgen - Wir Berliner wollen unser Wasser zurück" sobald ich Zeit habe weiter.


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