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Thema: Steinhöring: Es brummt immer noch ...


Die Info-Veranstaltung des „Verein zum Schutz der Gesundheit und Umwelt vor Infraschall“ in Steinhöring vom 31. Mai 2017 ist von der Presse gewürdigt worden:

http://www.sueddeutsche.de/muenchen/ebersberg/steinhoering-der-kuehlschrank-ist-es-auch-nicht-1.3530867

https://www.ovb-online.de/rosenheim/wasserburg/unerkannt-umweltkrank-8409223.html
(Hier musste ich mich beim 2. Besuch der Seite erst anmelden.)

Die Referenten (der Allgemeinarzt Dr. Johannes Mayer unbekannten Alters, der pensionierte Bauingenieur Dr. Karl-Heinz Strauß) haben den Infraschall im Visier.

Der Referent Professor Dr. Johannes Mayer, Allgemeinarzt und Dekan an der Hochschule für gesundheitsorientierte Wissenschaften in Dasing ist in Sachen der bösen Windmühlen aktiv.
https://www.youtube.com/watch?v=V5ZkfXbXmzo

Eine solche Hochschule konnte ich allerdings im Netz nicht finden. Können Hochschulen, die es nicht gibt, einen Dekan haben?
Und wie die Presse berichtet, ist Steinhöring nicht gerade von Windenergieanlagen umzingelt ;-). Der pensionierte Bauingenieur hob daher auf die am Ort tätige Firma mit großen Pumpen ab.
Nette Grüße vom Brummbär


Zuletzt bearbeitet: 05.07.17 20:24 von Brumm_Baer


Hallo Brummbär,

ganz toller Post ;-) von dir zu den aktuellen Steinhöring Zeitungsberichten. Einen Nutzen (für die Betroffenen dort) und tiefere Erkenntnis kann ich diesem jedoch leider nicht entnehmen.
Ich teile jedoch ansatzweise hier mal deine Meinung, da auch ich mir recht sicher bin, dass es dort NICHT um WEA-Immissionnen geht, die als Auslöser der Problematik vor Ort hier in Frage kommen.

Titel (wie Dekan, wo auch immer) sind doch "Schall und Rauch", jedoch kenne ich den dort benannten Arzt und Dr. med. ganz gut und fachlich (im Bereich dieser Problematik) ist Er in der Tat kein Schlechter :-) und hat dort mehr fachliches Wissen, als viele Mediziner in den entpsrechenen Landesgesundheits- oder Umweltbehöhrden. Aber sicher (da Er aus dem Unfeld einer bayrischen BI von WEA-Gegnern kommt) ist Er in 1. Linie immer sehr auf WEA-Immissionen fixiert, da sein Wissen (der pathogenen Auswirkungen) sich in der Hauptsache auf diesen Bereich konzentriert.

ich selber bin hier mit meiner Firma im Breich von Messungen und vielen Nachbargemeinden von Steinhöring schon aktiv gewesen (im Rahmen und Bereich von Brummton-Quellenortungs-Messungen)
und einer meiner Ing. hatte gerade erst in der letzten Woche solch eine Auftragsmessung in "Renningen" bei Betroffenen, bei der die Stadt dort sehr kooperrativ war und unterzützt hat, wo und wie sie nur konnte. In dem Fall stammte hier dass Brummen (wie wir rausfinden konnten) von einem Abwasserrohr, welches durch eine dort direkt drüber (schlampig) verlegt 20 KV Strom-Erdleitung (außerhalb des Grundstücks) in Schwingung versetzt wurde und dann auch tonal (im Tieffrquenzbereich) angeregt wurde, dieses wurde dann auf den Hausbaukörper dort übertragen (durch eine baulich schlechtgemachte Einführung des Abwassserrohrs in das Haus der betroffenen Familie und innenräumig hier dann noch verstärkt.
Mann kann also durchaus solche Problemfälle lösen, bzw. wie hier aufdecken (denn an einer Lösung des Problems wird gerade noch dort gearbeitet) und einer konkreten Quelle dann zuordnen!
Steinhöring hat hier bisher jedoch wohl (leider) auf die falschen Massnahmen und (Fach-)Leute gesetzt ;-)
Ich habe diesen Fall aus Renningen absichtlich hier versucht, mit einer etwas einfacher von mir gewählten Problemauslösungbeschreibung, kurz einmal skizzenhaft als Beispiel zu beschreiben, denn für tiefere ausufernde technische Erklärungen fehlt mir ansonsten einfach die Zeit.
Es soll auch nur verdeutlichen, dass man mit einem "richtigen" Messungsanstatz, durchaus erfogreich Brummton-Phänomene aufklären kann. Sicher ist das so keine 100% Lösung udn wird auch bei uns nicht in JEDEM FALL gelingen, aber mit einer Trefferquote von etwas über 80% sind wir da schon recht gut (denke ich zumindest). Es gibt aber vereinzelt (auch bei uns) durchaus mal Fälle, wo dann selbst wir vor einem Rätsel stehen .. , aber das sind zum Glück nur wenige und kommt eben auch nur sehr selten vor.



Hallo umweltmessung!
Die Berichterstattung über Steinhöring verfolge ich, weil sie für mich voller Ungereimtheiten ist.

Du meinst, Titel sind Schall und Rauch? Naja, seriöse Titel signalisieren eine bestimmte Kompetenz und eine Verantwortlichkeit für korrektes Handeln. In der BI-Szene sind Referenten, eher oft fachfremd, mit langen Titeln besonders beliebt und geradezu typisch. Ein Titel oder Rang, den man nicht nachprüfen kann, ist für mich erstmal kein Signal für redliche Sach-Kompetenz. Und in der BI-Szene sitzen Wanderprediger, Verschwörungstheoretiker und Esoteriker ebenso schnell mit auf dem Podium wie die kommerziellen Nutznießer. Weswegen sich echte Fachleute und Wissenschaftler das selten bis nie antun.
Mag sein, dass die Zeitung die Hochschule ungenau genannt hat, weswegen meine Suche ins Leere lief. Auf die Frage, ob Hochschul-Dekane, also Leute mit sehr viel Wissen und maßgeblicher Meinung, üblicherweise vor Laienpublikum auftreten verzichte ich besser. Jedenfalls hole ich nicht den Bäcker, wenn bei mir die Wasserleitung undicht ist. Und mit meiner Grippe gehe ich nicht zum Klempner.

Meinst du Renningen im Kreis Böblingen? Das ist bei mir um die Ecke und dort ist mir jedenfalls kein Cluster von Betroffenen bekannt. Ich bezweifle nicht, dass echte akustische Störungen von fitten Messtechnikern auch in so einem komplizierten Fall abgeklärt werden können. Nur: Die Hausbewohner hätten mit gleichem Erfolg auch wegziehen können. Und sie dürften im Urlaub keine Störung erfahren haben. Hier im Forum berichteten etliche Schreiber, dass ein Umzug nichts genutzt hat. Auch mein eigener Umzug brachte mich erst dazu, nicht länger nach irgendwelchen mechanischen oder elektrischen Verursachern im und am Haus zu suchen. Das sind eben keine Fälle für den Messtechniker oder gar den Baubiologen mit Baumarkt-Equipment.
Nette Grüße vom Brummbär



Hallo Brummbär,

ja, genau das Renningen meinte ich!
Das Du hier dort davon (von der dortigen Brummproblematik) nichts mitbekommen hast, liegt ggfs. daran dass diese dort noch nicht so alt ist und nur ein paar wenige Strassenzüge und Betroffene betrifft (mit nur Einem dann ganz heftig Betroffenen) und man dort wohl auch nicht medial bisher an die Öffentlichkeit ging. Wenn es Dich wirklich interessiert, kann ich Dir (wenn Du mich privat "telefonisch" ggfs. kontaktierst) gerne einmal die Strasse dort nennen, die es in 1. Linie dort betrifft.

Das mit den Titeln und dem "Schall und Rauch" war hier etwas anders von gemeint und Du interpretierst da nun sehr extrem!
Denn ob man als Mediziner nun nur Dr. med. ist, oder auch noch einen Prof.-Titel hat (oder auch nicht), ist für mein Empfinden irrelevant und tut zur quallitativen und faktischen Beurteilung eines fachlich dort gehaltenen Vortrags sicher nicht beitragen. Daher hier noch einmal kurz und knapp: Dr. Mayer ist kein schlechter Arzt und ein echter Arzt und ZUDEM kennt Er als einer von wenigen Medizinern sich sehr gut mit der pathogenen Belastungen Betroffener bei Infraschall-Expostionen aus. Das er als Bayer da eine sehr besondere (evtl. manchmal leicht arrogante) Art hat, kann ich bestätigen ... tut hier aber seiner fachlichen Qualli (zu dem Thema) sicher keinen Abbruch, denn es gibt dort nur sehr wenige Mediziner in Deutschland, die sich so intensiv (wie Er) in die fachliche Materie eingearbeitet haben und mit inzternationalen Forschern in dem Bereich ausgetauscht haben. Ich weiß aber was Du meinst Brummbär, das trifft hier dann aber (sicher) den Falschen.

Kann man faktisch jemand keine Fehler nachweisen, geht es dann oft (alternativ) unter die Gürtellinie und jemanden zu diskreditieren ist in heutigen Zeiten einfach und nur schwer bis gar nicht ggfs. zu revidieren, daher MAG ICH SOWAS NICHT ;-)
Schau dir mal dazu folgenden recht aktuellen Zeitungsartikel an (der ist von einem Familienmitglied der Familie des Herrn Dr. Mayer):
http://www.swp.de/hechingen/lokales/hechingen/rangendinger-uebt-scharfe-kritik-an-windkraft-studie-des-landes-15369616.html , dann weist Du evtl. warum ich oft da sehr gereizt auf manche Sachen und Dinge reagiere (da ich viele Dinge aus udn in diesem Artikel nur fachlich bestätigen kann und sehr ähnlich sehe). Ansonsten an dich auch nette Grüsse meinerseits :-)



Hallo umweltmessung!
Wieder besten Dank für deine Mühen!
Ehre, wem Ehre gebührt! Dr. med. Johannes Mayer, Dekan und Professor.
Hier die richtige Hochschule:
http://www.hgwr.de/de/hgwr
Die Hochschule für Gesundheitsorientierte Wissenschaften Rhein-Neckar (HGWR) ist die erste eigenständige Hochschule für Osteopathische Medizin und Physiotherapie in Deutschland mit Standort Mannheim.
Das ist (oder besser wird erst) eine alternativ-medizinische private Hochschule „in Gründung“. Studienbeginn 1. August 2017 … Die staatliche Anerkennung wird wohl noch erwartet.
In wieweit diese Hochschule Professorentitel zu vergeben hat, ist mir nicht bekannt.
Wikipedia zu Osteopathie, dem Thema der HGWR:
https://de.wikipedia.org/wiki/Osteopathie_(Alternativmedizin)

Fakt jedenfalls: Mit Wind-Energieanlagen und ihren möglichen Risiken hat der Herr Dr. Mayer als Dekan und Professor nichts zu tun.

Gerne habe ich mir auch deinen letzten link angesehen:
http://www.swp.de/hechingen/lokales/hechingen/rangendinger-uebt-scharfe-kritik-an-windkraft-studie-des-landes-15369616.html

Dr. Wolfgang Müller, 75, Doktor der Biologie und mit recht vielseitigem Profil (findet sich ganz unten im Artikel der Südwestpresse):
„Wie viel Betrug verträgt unser Land?“ Damit wendet er sich an den grünen Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg, Winfried Kretschmann. Dazu zerpflückt er die umfangreiche Studie der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW) über „Tieffrequente Geräusche inkl. Infraschall von Windkraftanlagen und anderen Quellen“. Er meint, wissenschaftlichen Betrug zu erkennen.

Auch er ein engagierter Anti-WEA-Mann:
http://www.gegenwind-hohenzollern.de/category/aktuelles/

Die Südwestpresse nennt auch wissenschaftliche Arbeiten von Steven Cooper oder die der Kanadierin Claire Paller, die belegt, dass sich Schlafqualität, Schwindel und Tinnitus mit der Nähe zur Windkraftanlage verschlechtern.
Claire Paller hat einen statistischen Zusammenhang erarbeitet (auf deiner Firmen-Seite zu finden). Man braucht kein Wissenschaftler zu sein um zu wissen, dass damit noch kein ursächlicher Zusammenhang bewiesen ist.
Das alte Leiden in der BI-Szene: Eher randständige Studien, die längst nicht unabhängig bestätigt sind, werden der Laien-Gemeinde als die einzige Wahrheit präsentiert. Seriöse Wissenschaft geht etwas anders …

Auch der Schwarzwälder Bote berichtet dazu:
http://www.schwarzwaelder-bote.de/inhalt.rangendingen-der-denkbar-schlechteste-ratgeber-fuer-kretschmann.f535e140-616a-4c1b-a88a-37206f2ee099.html

Ich vermute, dass unser MP deswegen nicht schlecht schlafen wird ;-). Und als grüner Chef des windärmsten Bundeslandes ganz gut eine sorgfältige Arbeit seiner Fachbehörde vom aufgeregten Geklingel der Laienschar unterscheiden kann ;-).
Nette Grüße vom Brummbär …



Hallo zusammen!
Uff, seit einem Monat kein neuer Beitrag. Gut, Saure-Gurken-Zeit eben. Das ändert sich auch wieder.
Aber: Was ist der Grund für die seit einem Monat auffallend hohen täglichen Zugriffe? Welche neue Interessen-Gruppe ist auf unser Forum gestoßen? Könnte sich da mal jemand melden?
Jedenfalls kann ich weder zu Steinhöring noch zu Leinfelden seitdem irgendwas Neues im Netz finden. Von den vielversprechenden Messungen durch prominente Fachleute und mit öffentlichen Geldern finanziert, hört man nichts mehr. Was hören die Leute, wenn da nichts Messbares ist?
Hier im „Steinhöring“-Thread ging es zuletzt um Infraschall. (Zur Erinnerung: In Steinhöring hat sich eine BI zum Schutz vor Infraschall gegründet und eine Info-Veranstaltung durchgeführt.)
Zum Infraschall kursieren die erstaunlichsten Vorstellungen. Er soll sich ungedämpft endlos weit ausbreiten und allüberall Schlimmes anstellen.
Infraschall, das sind Töne die so tief sind, dass man sie nicht hören kann.
Physikalisch richtig dürfte sein:
- Auch für Infraschall gilt, dass die „Lautstärke“ im Quadrat der Entfernung abnimmt. D.h.: Doppelte Entfernung – ein Viertel des Schalls. Zehnfache Entfernung – ein Hundertstel davon, also eigentlich nix mehr. Dies ist für Arbeitsmediziner wichtig: Ausreichender Abstand von Infraschall-Quellen, um unter die Intensitäten zu kommen, die bekannt gesundheitsgefährdend sind. Dabei geht es aber ausschließlich um den Nahbereich von Maschinen. (Hier im Forum kämpft ein Schreiber für seine Vorstellung, dass eine in seiner Nähe Infraschall-abgebende Maschine die halbe Welt verbrummt.)
Diese Abnahme im Quadrat zur Entfernung ist auch der Hintergrund der politischen Diskussion über Mindestabstände zwischen Wohnbebauung und Windmühlen. Und dabei geht es wieder um den Nahbereich, also wenige hundert Meter oder auch wenige Kilometer. Schon zehn Kilometer sind einfach kein Thema mehr, denn: Da kommt nix mehr wirklich an ;-).
- Aber woher kommt dann die Vorstellung vom Infraschall, der sich mit unveränderter „Lautstärke“ endlos weit fortpflanzt? Der kommt aus dem gleichen physikalischen Zusammenhang! Wenn zwei Erdbebenwarten den Infraschall eines Erdbebens messen, dann sind das typischerweise weit entfernte Ereignisse. Die eine Station ist z.B. 1.000km entfernt, die andere 1.100km. Die Quadrate dieser Zahlen unterscheiden sich nur um 21%. Beide Stationen messen also praktisch die gleiche Intensität. Der Unterschied liegt im Bereich der Mess-Genauigkeit. Und während im Erdbebengebiete die Häuser einstürzen, zucken bei den entfernten Mess-Stationen gerade mal die Zeiger der hochempfindlichen Messgeräte.
- Kurzform: Wie die Zahlen zeigen: Den Infraschall, der sich (fast) ungedämpft ausbreitet, gibt es wirklich. Aber nur im Fernbereich mit richtig großen Kilometer-Zahlen. Wer sich gegen eine WEA-Mühle oder eine Pumpe in seiner Sichtweite wehren will, darf damit jedenfalls nicht argumentieren, sofern er ernst genommen werden möchte ;-).
Nette Grüße vom Brummbär



-Ich weiß, dass der Schalldruck mit dem Abstand quadratisch sinkt-
es wurde diese wiederkehrende Behauptung eines einzelnen Schreibers im Forum eigentlich schon vor längerer Zeit korrigiert.
Nun hier letztmalig dazu von entchen:
Dieses unrichtige Wissen mit dem "Quadrat" ist beim Schalldruck als Schallfeldgröße ganz schnell zu vergessen. Der Schallwechseldruck, der dem Luftdruck überlagert ist und der unsere Trommelfelle bewegt, sinkt schlicht mit 1/r mit dem Abstand r.
Also rund 6db pro Abstandsverdopplung beim Kugelwellenfeld und ca. 3db bei dem Zylinderwellenfeld.

Noch ein Beispiel für Ungläubige gefällig?
Der hörbare Schall eines Strahltriebwerkes (Punktstrahler) von einem Flugzeug in 10km Höhe und 40km Entfernung ist ohne Hilfsmittel deutlich am Boden wahr zu nehmen. In dem Moment sogar nur als reiner Luftschall, ohne irgendwelche von Boden Emittenten eingetragenen Körperschallkomponenten die zusätzlich in Räumen durch Moden den Pegel noch erhöhen.
Gruß Entchen


Zuletzt bearbeitet: 30.08.17 00:27 von entchen


Hallo Entchen!
Wieder danke für deine Mühen!
Woher beziehst du dein Wissen? Eine Quelle wäre hilfreich.
Du weißt, dass dB ein logarithmisches Maß ist, mit dem nicht jeder so einfach umgehen kann? Das ist sogar für Missverständnisse richtig gut …
Was soll dein „Beispiel für Ungläubige eigentlich sagen? An dem Beispiel ist jedenfalls zutreffend, dass es reiner Luftschall einer punktförmigen Quelle ist. Entscheidend ob man was hört, ist aber die Windrichtung.
Körperschall aus dem Boden, der Gebäude zum Vibrieren bringt: Das ist doch eine Hilfskonstruktion der Freunde des Infraschalls. Ein Hühnerstall reagiert da etwas anders als eine Fertig-Garage, ein Wolkenkratzer anders als ein Reihenhaus oder ein Fernsehturm. Das lässt sich nicht als immer gültiges Prinzip für jedes Gebäude verwenden. Eben so wenig kann man aus dem Echo vom Königssee was Allgemeingültiges für all die vielen Seen im flachen Mecklenburg ableiten.
Und die nächste Hilfskonstruktion, auf die du hinweist, sind die Raummoden (stehende akustische Wellen). Klar, die gibt es (und sind das Arbeitsfeld von Tontechnikern in Hallen und Studios). In Emma Müllers Wohnküche sind die eher kein Thema ;-). Stehende Wellen im Tieftonbereich gehen nur in großen und geeigneten Räumen.
Es ist einfach nicht belastbar, mit solchen Hilfskonstruktionen den Brummton als Folge von Infraschall zu erklären.
Nette Grüße vom Brummbär



Neues aus Steinhöring:
Der Infraschall-Verein in Steinhöring engagiert sich für verbesserte DIN-Normen im Tiefton-Bereich. Was ja nach den erfolglosen Messungen vor Ort gut nachvollziehbar ist.
http://infraschallverein.de/data/documents/Dr.-Kunzmann.pdf
Gemeint ist als Empfänger:
Dr. Ing. Bernd Kunzmann, DIN Deutsches Institut für Normung e.V., Am DIN-Platz, Burggrafenstraße 6, 10787 Berlin

Allerdings ist das kein eigenes Werk des Vereins.
Im Netz wird die Abschreib-Vorlage für diesen Text u.a. von
www.vernunftkraft-hessen
angeboten (ein Anti-WEA-Verein):
https://www.bing.com/search?q=dr.+kunzmann+DIN+norm&qs=n&form=QBRE&sp=-1&pq=dr.+kunzmann+din+norm&sc=0-21&sk=&cvid=03291ACB7940453194E9277596735AAA

Verändert ist, dass der Verein aus Steinhöring in seinem Text auf die Initiative eines Herrn Johannsen verweist (der gleiche, der hier als „umweltmessung“ schreibt?), den man unterstützen möchte.
Diese Schneeball-Schreiben sind recht beliebt in den verschiedenen BI-Szenen. Ob die Empfänger sich von einem Haufen gleichlautender Forderungen aus Laien-Kreisen beeindrucken lassen, ist nicht bekannt.
Nette Grüße vom Brummbär



Schallausbreitung, ein übersichtlicher Link für den Laien:

https://www.pa.op.dlr.de/acoustics/essay/daempfung.html


etwas wissenschaftlicher, mit dem gleichem Ergebnis:

https://www.uni-due.de/ibpm/BauPhy/Schall/Buch/25.00-vor26.htm

wer die Seite nicht nur überfliegt, sondern auch noch des Rechnens mächtig ist kann dort z.B. für Punktschallquellen bei 25.1.1 den Zusammenhang zwischen dem entfernungsabhängigen, auf unsere Ohren wirkenden und für uns zur Berechnung wichtigen Schalldruck LP und dem Schallleistungspegel LW erkennen.

wer nicht rechnen möchte geht halt auf der Seite ganz unten gleich auf die Fußnote 6


den Unterschied Schalldruck zu Schallintensität nachlesen kann man ebenfalls wiederholt:

http://www.sengpielaudio.com/Rechner-entfernung.htm


Die Einheit dB ist übrigens, wenn mann denn will, nicht für Missverständnisse, sondern zur wesentlich einfacheren Berechnung gut.

Wenn wir gerade dabei sind. Brummbär, nenne uns doch mal deine Quelle dafür das, wie du immer behauptest, der Schall (druck) mit dem Abstand quadratisch sinkt.
Gruß Entchen


Zuletzt bearbeitet: 30.08.17 19:26 von entchen


ZDF-Sendung Terra Xpress am Sonntag den 17. September 2017 um 18.30 Uhr zum geklärten „Obersulmer Brummton“ unter anderem auch zur Entwicklung in Steinhöring:
http://www.obersulm.de/zdf-sendung-terra-xpress-zum-obersulmer-brummton.n1560.htm


hier schon mal paar Infos vorab:
https://meine.stimme.de/heilbronn/ratgeber/ausgesummt-brummton-in-obersulm-ist-weg-thema-am-sonntag-im-zdf-d21077.html

In die Lächerlichkeit driftet bei mir schon mal das dortige Landratsamt:

Zitat:
..Letztlich blieb die Verpackungsfirma übrig. Messungen auf dem Dach des Unternehmens brachten keine Ergebnisse, schildert Koehler die Untersuchungen. „Es war gar nichts zu hören.“
Zitat Ende

Vielleicht misst das Landratsamt dort mit Hilfe eines Beamten generell nur mit den Ohren, wir werden sehen.

Zitat
Lärmgrenzen hat das Unternehmen dem Landratsamt zufolge keine überschritten. Darauf weist Volker Koehler hin. Es sei aber klar, dass der Ton als störend empfunden wurde.
Zitat Ende

In 3 Ortschaften?! Man sieht, das Problem der für niederfrequenten Schall nicht funktionierenden TA Lärm ist wieder mal offensichtlich.


Zuletzt bearbeitet: 13.09.17 23:00 von entchen


TerraXpress heute, die von Entchen angekündigte Sendung: Zehn Minuten zum Brummen …

Obersulm (bei Heilbronn): Die nur vermutete „Täter“-Firma lässt trotz geringen Emissionen Schalldämpfer montieren und gut ist. Hoffentlich dauerhaft und wirklich für alle Betroffenen. Das lässt die Sendung allerdings offen. Ein lokales Ereignis wie vor Jahren der ominöse „Viernheim-Brumm“ ;-). Schon interessant, aber für mich nicht hilfreich.
Steinhöring wurde auch kurz gestreift, die dort Betroffenen haben wg. bisher fehlender Klärung einen Verein gegründet. Was bekannt war.
Tiefschürfend oder gar investigativer Fernseh-Journalismus war das nicht. Die „Betroffenen“ durften aber im typischen Stil von Doku-Soaps ihre emotionale Betroffenheit sehr schön schauspielern.
Beteiligte Fachleute? Leider ziemliche Fehlanzeige.
Kurzform: Vorabend-Unterhaltung ohne Tiefgang. Die Fernseh-Leute machten eine schöne kleine Geschichte, zur Klärung der Sache trugen sie nichts bei.
Schade …
Der nachfolgende kleine Film über völlig abstruse Wasser-Verbräuche und horrende Rechnungen, überforderte Sachbearbeiter und fehlerhafte Wasser-Uhren war irgendwie knackiger. Und zeigte ein, wenn auch juristisch hart erkämpftes, klares Ergebnis.
Nette Grüße vom Brummbär



Das Vorabendfilmchen brachte keinerlei neue Erkenntnis, ich schließe mich meinem Vorredner an.
Leider kam die wichtigste Diskrepanz nicht einmal zur Sprache:
Grenzwerte für Lärm hat das Verpackungsunternehmen laut Landratsamt Heilbronn eingehalten. Die Firma Multi Packaging Solutions, früher Cartondruck, hat elf Lüfteranlagen trotzdem schallisoliert. FREIWILLIG!

!!!
Was wäre gewesen wenn die Firma statt dessen auf die gesetzlich geltende TA-Lärm gepocht hätte?
!!!

Hier liegt das signifikante Lärm-Problem zur Zeit in unserer modernen, technisierten Gesellschaft.

----------

Überarbeitung der Schwachstellen DIN 45680:
https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/1968/dokumente/170314_tieffrequenter_laerm_06_krahe.pdf

Bericht zur jüngsten Ausschusssitzung zur DIN 45680 (mit kleinem Lichtblick):
http://www.vernunftkraft-hessen.de/wordpress/wp-content/uploads/2017/09/Bericht-zur-Ausschusssitzung-zur-DIN-45680.pdf

Zitat aus dem Bericht, es ist zu wichtig um überlesen zu werden:
Im Rahmen der Überarbeitung der DIN 45680 (Schutz-Norm für tieffrequente Schallbelastungen) wird es mit hoher Sicherheit nun doch KEINERLEI Beurteilung von künftig gemessen Frequenzen unter 8 Hz geben!
Man wird zwar bis 1 Hz hinunter mitmessen können und dürfen, aber es wird dort KEINERLEI Beurteilungskriterien oder Empfehlungswerte in der Norm dazu geben!
Als Grund nannten diese Ausschuss-Mitglieder, dass es dort im Bereich unter 8 Hz angeblich keinerlei belastbaren Fakten in Form von Messdaten und Erkenntnissen in Bezug auf Grenz- oder Richtwerte gibt, ab wann und auf welche Weise eine Schädigung bei Betroffenen einsetzt.
Zitat Ende

was können wir daraus lernen?
für Nahbereich-Infraschallopfer und damit verbunden wahrscheinlich auch die Phantombrummtonhörer im IS- Fernbereich (ohne messbaren Hörschall) wird es in Zukunft weiterhin per DIN keinerlei Beachtung geben.

Zitat yewie56:
Vielmehr zeigt das nur, dass wir Opfer
einer Gesellschaft sind, welche vermehrt höherfrequente Emissionen
aus rein taktischen Gründen in niederfrequente Emissionen
transformiert. Niederfrequente Emissionen lassen sich
- von der Industrie ERKLÄRTERMASSEN (!!) - viel leichter in den Grenzwerten einhalten.
Zitat Ende

Es haben hoffentlich alle Leser das nicht zu unterschätzende Ausmaß erkannt/ verstanden.

tja, was fällt mir dazu noch ein?
"Eines Tages wird der Mensch den Lärm genauso bekämpfen müssen wie Cholera und Pest."
Robert Koch (1843-1910)

Gruß entchen


Zuletzt bearbeitet: 17.09.17 23:44 von entchen


Hallo zusammen!
Das fand ich gut an dem gestrigen Fernseh-Beitrag: Kein HAARP, keine Strahlenwaffen, keine Windmühlen, keine Verschwörungstheorien. Und nicht mal der böse Infraschall ;-). Und keine Laien, die im Rentner-Stand über die Dörfer tingeln und missionarisch den sicheren Weltuntergang verkünden.
Nette Grüße vom Brummbär



Unter der Überschrift „Das nächtliche Brummen ist zurzeit verstummt“ berichtet die Stuttgarter Zeitung über Waldenbuch (eine Kleinstadt, die eher durch quadratische Schokolade bekannt ist). Und nebenbei auch über Leinfelden-Echterdingen, wo eine Firma mit Messungen gescheitert ist.

http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.waldenbuch-das-naechtliche-brummen-ist-zurzeit-verstummt.e3cb32b9-4735-4bff-bef6-2b1590e54cd9.html

Text-Ausschnitt: „Jürgen Schnizler und seine Frau hatten lange Zeit die Sorge, wahnsinnig zu werden.“
Auch über WLAN macht sich der 77-jährige Brummtonhörer seine Gedanken.
Jetzt kann er wieder schlafen.

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