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Thema: Brummen in Leinfelden-Echterdingen: Messergebnisse


Die Stuttgarter Nachrichten berichten heute über das Brummen in Leinfelden-Echterdingen:
„Messergebnisse liegen vor, kein Verursacher …
Auffällige Werte, aber keine Quelle …“
http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.messung-des-mysterioesen-brummtons-auffaellige-werte-aber-keine-quelle.8821036f-cbaf-4987-a5f2-cc3300b7336d.html

Auszug: „Und noch etwas ist offen: „Der Abgleich der Aufzeichnungen aus den Wohnungen untereinander muss noch erledigt werden. Das ist aufgrund der Datenmenge extrem aufwendig“, sagt ein Experte aus der Gruppe. So könnte sich zeigen, ob das Geräusch überall gleich verlaufen ist – was für eine gemeinsame Quelle sprechen würde.“
Mageres Ergebnis trotz berühmtem Professor …
Soweit war man damals in Blaubeuren auch schon. Und das war 2002 …
Wer das nochmal nachlesen möchte: Bitte hier entlang:
http://www.bgr.bund.de/DE/Themen/Erdbeben-Gefaehrdungsanalysen/Seismologie/Kernwaffenteststopp/Verifikation/Infraschall/Quellen_Phaenomene/Feldmessungen/brummton.html



Hallo Brumm_Baer,
einen ähnlichen Fall hatte wir vor kurzem erst in Bayern.
Hier ist es uns jedoch nachweislich gelungen den Brummton einer technischen Quelle zu zuordnen und diese dann "auch zu lokalisieren".
Die Kollegen-Messungen in Leinfelden-Echterdingen (auch wenn diese hier von Professoren durchgeführt wurden) sind meiner Meinung nach so auch nicht unbedingt zielführend gewesen. Wenn ich mit Tieftonmikrofonen und Vorverstärkern hier messe (wie auf dem Bild der Stuttgarter Zeitung zum Artikel zu entnehmen ist), habe ich alleine schon auf Grund des Eigenrauschens der Vorverstärker keine korrekte Messung bzw. Ergebnisse im unteren Infraschallband. Dieses sehen wir bei unseren Messungen (bei Betroffenen)immer wieder, wenn wir zum Einen mit mikrobarometrischen (aus der Seismik stammenden) Messgeräten messen und zum Anderen parallel hier mit einem 8-Kanal-Sinus-Soundbook und "speziellen" Tieftonmessmirkrofonen messen.
Im direkten Vergleich der Ergebnisse beider Systeme, ist die Mikrofonlösung immer die wesentlich schlechtere Wahl und bringt hier die ungenaueren Ergebnisse. Ebenso wären hier bei so einer Messung (aus unserer Sicht) parallele 3D-Körperschall-Messungen sicher zielführender gewesen und hätten dann in Kombination "schneller" BESSERE Ergebnisse und Fakten gebracht. Schön das man jedoch dort nun weiß das Infraschall latent da ist, leider aber nicht welcher Quelle dieser zu zuordnen ist. Das liegt sicher aber dann nicht nur an der hier falsch gewählten Messtechnik. sonderen ggfs. auch daran dass man dort einfach zu breitbandig evtl. gemessen hat. So ist es dann leider kaum möglich, Frequenzsignaturen "klar und deutlich" einer bestimmten technisch auslösenden Quelle zu zuordnen. Wir reden uns hier seit ein paar Jahren schon den Mund fusselig, dass es anderer besserer und genauerer Messtechnik bedarf (...die wir hier selber entwickelt haben) und man mit konvetionellen Ansätzen dort eben nicht groß weiter kommt. Dieses ist so auch gerade mit ein Thema in der Normungsanspassung der DIN 45680 und auch hier währt man sich mit Händen und Füssen "neuere und bessere" Messtechnik künftig akzeptieren zu können und wollen. Selbst die extreme Empfindlichkeit von gängigen 1" und 1/2" Tieftonmesskapseln (die allgemein bekannt ist und hier alleine oft schon für falsche Messwerte dann sorgt) wird dann gerne dort mal übersehen und als nicht so kritisch betrachet. Wenn man hier jedoch weiß, was bei diesen Tiefton-Messkapseln Temperaturschwankungen von nur wenigen Grad im Messverlauf auslösen (und die hat man immer alleine schon auf Grund der Wärmentwicklung der Vorverstärker) ist es kaum zu Glauben warum und wie Akustische Messbüros (und auch Fach-Professoren) an dieser Messtechnik immer noch festhalten, zumal auch der Lebenszyklus der Messtechnik mehr als kurzlebig ist und dann dadurch bedingt immer fehlerhafter (nach kurzer Zeit) gemessen wird.

In sofern gebe ich Brumm_Baer hier recht, dass es dort ein mageres Ergebnis ist, was raus kam. Jedoch hätte man dieses auch "vorher" so schon wissen können und daher wundert mich dieses Ergebnis nicht ...
Die 5.000,- € hätte man sich getrost sparen und/oder besser investieren können.



Hallo Sven Johannsen!
Danke für die ausführliche Stellungnahme!
Ich habe mit den Berichten der beiden Stuttgarter Zeitungen noch ein anderes Problem: Da wird nicht wirklich recherchiert (auch das Bild mit dem Mikro und dem Vorverstärker dürft ein „Beispiel-Bild“ sein). Mir kommt das eher wie Vereins-Berichterstattung vor. Schnell mal geschrieben wird, was der Vereins-Vorsitzende so raus lässt, egal wie kompetent. Nachhaken kann man auch nicht, denn der Verein verweigert Mail-Kontakte. Für die Stabilisierung der Auflage müssen die Randbereiche der Zeitung eben regelmäßig bedient werden, egal womit.
In den Zeitungsartikeln (auch für Steinhöring in Bayern) finde ich immer wieder nur recht „weiche Fakten“, Da hören(!) die Betroffenen schon mal gerne den bösen Infraschall oder verdächtigen eine unverstandene technische Anlage. Da bleibt dann eher unklar, wofür die öffentlichen Gelder letztlich versenkt wurden. Gut, von Lokalzeitungen kann keine wissenschaftliche Recherche erwartet werden. Und da wird gerne die Neugier der Leser bedient („Immer mehr Betroffene …“). Ohne Quellen, ohne Zahlen, ohne Namen und gerne mit Vermutungen und alten Geschichten.
Und der Knackpunkt „Hören alle Betroffenen wirklich zur gleichen Zeit das gleiche Geräusch mit gleicher Frequenz? Oder nur ganz unterschiedlich irgendwas Brummiges?“ ist noch gar nicht abgearbeitet.
Positiv allerdings, dass die ganz wilden Geschichten (HAARP, Radar, Mobilfunk und was die Verschwörungs-Szene so alles aufbietet) bisher nicht bemüht werden.
Kurzform: Das, was die beiden Stuttgarter Zeitungen bisher berichtet haben, dient unserem Interesse an der Aufklärung der Brummton-Geschichte bisher nicht so besonders nachhaltig und intensiv. Mehr und genauer wäre besser.
Freundlich wie immer grüßt der
Brummbär



Es ist still geworden um die versprochenen Messergebnisse in Leinfelden. Aber im Nachbarkreis steigt die dortige Lokalzeitung mit einem Fall ein.
In Bietigheim-Bissingen vermutet eine Rentnerin die 240m entfernte Hochspanungsleitung als Ursache …
http://www.swp.de/bietigheim/lokales/bietigheim_bissingen/brummton-raubt-den-schlaf-14046860.html

Nette Grüße vom Brummbär



Brummen in Leinfelden- Echterdingen und in Steinhöring …

Nein, weder in Leinfelden-Echterdingen noch in Steinhöring hört man was von den dort mit öffentlichen Mitteln finanzierten Messungen im letzten Jahr. Ist die Auswertung der Daten so aufwändig oder hat das Geld des Steuerzahlers für vernünftige Messungen nicht gereicht? Oder ist der Mess-Ansatz vielleicht nicht der richtige?

Immerhin gibt es aus der Nähe von Steinhöring eine Mini-Neuigkeit: Brummen jetzt auch in Reitmehring.
Die „Wasserburger Stimme“, eine Online-Zeitung, berichtet:
http://www.wasserburger-stimme.de/schlagzeilen/seltsames-brummen-auch-in-reitmehring/2017/02/23/
Reine Dorf-Berichterstattung („Kind beißt Hund …“), keine Fakten, keine Zahlen von Betroffenen.
Schade … Aber sicher gibt es dort auch eine Windmühle und einen Mobilfunkmast ;-) …
Nette Grüße vom Brummbär



Hallo Brumm-Baer,

ist ne einfache und kurze (fachliche) Antwort von mir dieses mal:

Der Messansatz (da hier nur Luftschall tieffrequent gemessen wurde und das auch dann noch mit unzureichendem technisch veralteten Equipment) war hier NICHT der RICHTIGE!

Ich denke hier wurder deinerseits auf "meine Antwort" dazu noch einmal spekuliert ;-)

Aber meine Meinung dazu hatte ich in meinem Post vom 12.11.16 ja auch schon klar und deutlich einmal geschrieben.
Ich hatte hier danach mit Prof. Krahé, bei einem Treffen des Normungsausschusses beim VDI/DIN in Berlin, zur dortigen Überarbeitung der DIN 45680 (dessen Mitglied ich hier ja auch bin) diesen Fall und "meine Ansicht dazu" heiß diskutiert und Ihm dann auch unberblümt dort selber schon gesagt, dass seine Messungen (und sein Ansatz) dort nur rausgeschmissenes Geld waren :-/

Nette Grüße - umweltmessung -

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