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Thema: Phenoxyethanol – die Wurzel allen Übels?


Warum Phenoxyethanol für den Brummton verantwortlich sein kann:

(1) Phenoxyethanol ist die einzige Verbindung zwischen den drei Verursachern meines Brummtones. Es ist der einzige Bestandteil der Produkte, bei dem es Hinweise auf eine Neurotoxizität gibt, und der daher in der Lage ist diese Art Beschwerden hervorzurufen.

(2) Die Entstehung des Brummtones als neurologisches Problem wie im Ergo-Modell beschrieben (http://www.brummen.de/4.html), erscheint als absolut richtig.
Entgegen der Auffassung von Ergo würde ich aber die eigentliche Entstehung nur einigen wenigen Ursachen zuordnen. Mulitfaktorell wird es erst, nachdem eine (erste) relevante Schädigung des Zentralnervensystems (ZNS) stattgefunden hat.

(3) Eine Substanz wie Phenoxyethanol bringt die besten Voraussetzungen mit, für den Brummton und diverse andere neurologische Erkrankungen verantwortlich sein zu können, die ihren Ursprung im Gehirn haben. Auch Ergo nennt seine allererste Brummton-Ursache ein Desinfektionsmittel (phenoxyethanolhaltig?). Nachdem er nicht näher darauf eingeht, gehe ich davon aus, dass er keinen bestimmten Inhaltsstoff als Auslöser identifizieren konnte und sich infolge dessen nicht bewusst war, dass diese Substanz auch in ganz anderen Produkten enthalten gewesen sein könnte. (Auf eine direkte Anfrage an Ergo erhielt ich leider keine Antwort)

(4) Phenoxyethanol wird in technischen, medizinischen, kosmetischen und anderen Bereichen als Desinfektions-, Konservierungs-, Lösungsmittel und Antiseptikum eingesetzt. Meist aber nur in so begrenzter Menge, dass die unregelmäßige Verwendung eines Produktes alleine wahrscheinlich nicht ausreichen würde, eine nennenswerte neurologische Schädigung hervorzurufen. Erst durch Summierungseffekte und/oder einen in kurzer Zeit gehäuften Gebrauch phenoxyethanolhaltiger Produkte kann die Konzentration einen kritischen Punkt überschreiten und bestimmte Bereiche des ZNS schädigen. Ab da kommen alle anderen Faktoren ins Spiel, die den Brummton so unberechenbar erscheinen lassen.

(5) Angesichts der vielfältigen Einsatzgebiete und der Tatsache, dass Phenoxyethanol extrem leicht über die Haut oder Atemluft in den Körper eindringt, stellt sich die Frage „ob man schon mal damit in Kontakt gekommen ist“ gar nicht mehr, denn das lässt sich faktisch gar nicht vermeiden. Interessant ist nur noch, wie hoch die maximale Konzentration im Körper jemals gewesen ist, wie oft diese erreicht wurde und wie stark die Dauerbelastung ist. Und ganz wichtig: wie sensibel der Einzelne darauf reagiert.

(6) Der Gebrauch von Phenoxyethanol wird bis heute als sicher eingestuft, ohne genaue Kenntnis über die neurotoxische Wirkung am Menschen zu haben. Nach Zusammenhängen mit neurologischen Erkrankungen in Art des Brummtones wurde nie gezielt gesucht - Wie auch, wenn die meisten Betroffenen zunächst glauben, dass der Brummton von außen kommt?

So hat sich z. B. der Wissenschaftliche Ausschuss „Verbrauchersicherheit“ der EU (Scientific Committee on Consumer Safety, SCCS) im Jahr 2016 erneut auf rund 100 Seiten mit der Gebrauchssicherheit von Phenoxyethanol beschäftigt: http://ec.europa.eu/health//sites/health/files/scientific_committees/consumer_safety/docs/sccs_o_195.pdf

Ich fasse den Inhalt mal mit meinen Worten zusammen:
„Ja, es gibt Hinweise darauf, dass Phenoxyethanol das Hirn bzw. Nervensystem schädigt, bei längerer Anwendung auch bleibend. Das hat aber schon vor Jahrzehnten niemanden sonderlich interessiert, uns interessiert das heute auch überhaupt nicht. Hauptsache es bekommt niemand rote Pusteln, wenn er sich mit einem phenoxyethanolhaltigen Pflegeprodukt einreibt, ob er danach Brummtöne hört oder sonstige neurologische Folgeerkrankungen davonträgt ist uns egal.“

(7) Wo auch immer man nachliest, trifft man auf die Feststellung, dass über die Wirkung von Phenoxyethanol auf den Menschen kaum Erkenntnisse vorliegen.
Zu beachten ist auch, dass die bereits 1990 festgestellten Hinweise auf Neurotoxizität zwar überall erwähnt werden, sich bisher aber niemand die Mühe gemacht hat, das genauer zu untersuchen. Eingehende Studien zur Neurotoxizität von Phenoxyethanol scheint es nicht zu geben, sonst hätten sie in der Neubewertung des SCCS Beachtung gefunden. Da hierzu keine gezielten Untersuchungen am Menschen stattfanden ist auch über den Wirkmechanismus und das ganze Spektrum der möglichen Symptome nichts bekannt.
Lediglich Studien zum Sensibilisierungspotential wurden am Menschen durchgeführt, ohne jedoch gezielt neurotoxische Nebenwirkungen abzufragen.

Zitat: „… in einer klinischen Studie mit 23 Brandverletzten …. ist zu vermerken, daß die Behandelten nicht speziell auf Zeichen von Neurotoxizität untersucht wurden.
Quelle: http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/3527600418.mb12299kskd0026/full
Weitere Quellen: http://gestis.itrust.de/nxt/gateway.dll/gestis_de/020470.xml?f=templates$fn=document-frameset.htm$3.0



(8) Infos zu Phenoxyethanol:

Bei Phenoxyethanol handelt sich um eine Substanz mit der Konsistenz einer öligen Flüssigkeit mit angenehmem Geruch, die unglaublich vielfältige Einsatzgebiete hat.

Phenoxyethanol gelangt im Wesentlichen über die Haut und die Atemluft in unseren Körper.
Beachtlich ist, wie leicht es in unsere Blutbahn gelangt: Es finden sich Angaben, wonach bei Produkten die nur kurzzeitig mit der Haut in Kontakt kommen bis zu 47% aufgenommen werden, für Produkte die auf der Haut verbleiben ist die Rate mit bis zu 85 % angegeben.

Es findet Verwendung als:

- Konservierungsmittel in vielen Kosmetikprodukten wie Wasch- und Pflegelotionen, Shampoo, Hautcreme /-milch, Haarpflegemittel, Zahnpasta, Makeupentferner, Feuchttüchern usw.
- Desinfektions- bzw. Konservierungsmittel in Spül-, Wasch-, Putz,- Reinigungsmitteln aller Art
- Antiseptikum in medizinischen Produkten
- Fixativ bzw. Lösungsmittel in Parfüms und Raumdüften
- Narkosemittel in der Fischzucht
- Textilbehandlungsmittel
- Zusatz in Kühl- und Schmiermitteln
- Lösungsmittel und/oder Konservierungsstoff in Farben, Lacken und Klebstoffen. Ist auch in mit „Lösemittelfrei“ gekennzeichneten Produkten enthalten, da wegen des hohen Siedepunktes Phenoxyethanol nach der technischen Definition nicht zu den Lösungsmitteln zählt.
- Weichmacher in Kunststoffen
- und, und, und….

Wahrscheinlich würde z. B. ausgasendes Phenoxyethanol aus Bodenbelagsklebern und Wandfarben alleine nicht ausreichen um nennenswerte Schäden zu verursachen, aber das Ganze summiert sich ja mit der Aufnahme aus anderen Quellen. Täglich über die Atemluft aufgenommenes Phenoxyethanol könnte aber möglicherweise ausreichen, um eine in Gang gesetzte Erkrankung am Laufen zu halten.


(9) Beispiele für mögliche Zusammenhänge mit dem Brummtonphänomen

Mehr Frauen als Männer betroffen --> Eine wesentliche Aufnahmequelle sind Kosmetikprodukte und Reinigungsmittel, die werden von Frauen häufiger genutzt.

Höheres Durchschnittsalter beim ersten Auftreten des Brummtones --> Die Anfälligkeit für Nervenschädigungen steigt mit dem Lebensalter. Zudem könnte mit fortgeschrittenem Alter der Gebrauch von medizinischen phenoxyethanolhaltigen Mitteln höher sein, z. B. bei der Mundhygiene.

Urlaubseffekt --> Beruflicher Kontakt mit dem Auslöser entfällt oder es werden nicht die gleichen bzw. nicht alle Kosmetik- bzw. Reinigungsprodukte wie zuhause verwendet. Oder es entfällt die ortsgebundene Aufnahme von (z. B. ausgasendem) Phenoxyethanol vom Arbeitsplatz oder Zuhause.

Kein Urlaubseffekt --> Im Urlaub werden die gleichen Produkte wie zuhause bzw. ebenfalls belastete verwendet.

Mehrere Personen einer Familie betroffen --> Es werden die gleichen phenoxyethanolhaltigen Produkte verwendet. Oder zuhause ist zusätzlich die Raumluft mit ausgasendem Phenoxyethanol belastet.

Nicht alle Personen einer Familie betroffen, obwohl die gleichen phenoxyethanolhaltigen Produkte genutzt werden --> Nicht jeder Mensch reagiert gleichermaßen empfindlich auf Neurotoxine. Zudem müssen nicht die gleichen Bereiche des ZNS geschädigt werden, es könnten also auch ganz andere Symptome auftreten.

Regional gehäuftes Auftreten des Brummtones--> verstärktes Verarbeiten/Anbieten phenoxyethanolhaltiger Produkte örtlich ansässiger Firmen.

Insgesamt kleine Anzahl Brummton-Betroffener --> Der Brummton ist nur eine von vielen möglichen Auswirkungen einer Schädigung des ZNS. Nimmt man alle denkbaren Symptome einer zentralnervösen Störung zusammen (z. B. Kopfschmerzen, Unruhe, Müdigkeit, Benommenheit, Schwindel, Schlaflosigkeit, Wortfindungs-, Muskelfunktions-, Empfindungsstörungen usw.), kommt man auf eine viel größere Zahl Betroffener. Dazu kommen die, bei denen die Erkrankung scheinbar „spontan“ wieder abgeklungen ist, was jedoch auf eine stark verringerte Aufnahme von Phenoxyethanol zurückzuführen wäre, etwa durch einen Wohnungswechsel, Arbeitsplatzwechsel oder Änderung der Konsumgewohnheiten.

Schubweises Auftreten bzw. Verschlimmern der Symptome --> Hier war zeitlich begrenzt die Aufnahme von Phenoxyethanol besonders hoch oder es waren zusätzlich verstärkt andere Faktoren beteiligt.

Die Liste ließe sich beliebig erweitern, es gibt keinen Punkt der nicht für Phenoxyethanol sprechen würde.

Bei allen genannten Beispielen kommt zusätzlich noch die Beeinflussung durch bestimmte Umgebungsgeräusche, schwankende körperliche Verfassung, Hormone bzw. hormonähnlich wirkende Stoffe usw. hinzu.

Genauso wie hier für Phenoxyethanol dargestellt, könnten noch andere Substanzen mit bekannter aber auch solche mit noch weitgehend unerforschter neurotoxischer Wirkung ähnliche Symptome hervorrufen. Andere dürften aber kaum so alltäglich sein wie Phenoxyethanol.