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Thema: Leisen, störenden Geräuschen auf der Spur


Hallo alle,

eine meiner Meinung nach lesenswerte Zusammenfassung, der nicht unbedingt viel nach derzeitigem halbwegs gesichertem Kenntnisstand hinzuzufügen ist:

https://www.empa.ch/documents/56129/103139/Overview_L%C3%A4rmsorgen_Leise_Ger%C3%A4usche/2c45b4a3-5eb2-4474-9f82-3a8571eb5cac



Gruß entchen

PS:
In diesem Forum wird weniger eine Infraschall-Sau durch`s Dorf getrieben, eher treibt ein lernresistenter Troll im Dorf sein Unwesen.


Zuletzt bearbeitet: 02.09.17 17:26 von entchen


Hallo Entchen!
Liebe Mitleser!
Allerbesten Dank für diesen wunderbaren Text, in dem ich meine Sehweise Wort für Wort wiederfinde. Pflichtlektüre für jeden, der sich mit dem Brummton ernsthaft beschäftigt! Einfach wohltuend der sachliche Text vom Wissenschaftler, der ganz ohne Verschwörungs-Theorien, Ängste-Schüren, Esoterik, Taos-Hum, Mobilfunk, Radar, HAARP, Infraschall-Panik oder Windmühlen auskommt. Ausgezeichnete Schritt-für-Schritt-Anleitung, um das eigene Störgeräusch einzukreisen und zu verstehen.

Daher wiederhole ich deinen Link und rate ebenfalls jedem, der hier mitliest, die neun Seiten gründlich zu lesen.
https://www.empa.ch/documents/56129/103139/Overview_Lärmsorgen_Leise_Geräusche/2c45b4a3-5eb2-4474-9f82-3a8571eb5cac

Zur Herkunft des Textes:
Die EMPA, ehemals Eidgenössische Materiaprüfungsanstalt, ist eine der ETH (Eidgenössische Hochschule) angegliederte Forschungs-Einrichtung in der Schweiz. Und eine ganz hochkarätige Adresse in Sachen Wissenschaft und Forschung. Absolut serös.
Wer mehr über die EMPA wissen möchte:
https://de.wikipedia.org/wiki/Eidgen%C3%B6ssische_Materialpr%C3%BCfungs-_und_Forschungsanstalt
Zum Wissenschaftler R. Bütikofer konnte ich im Netz wenig finden. Der Mann scheint nicht über Kneipen-Hinterzimmer-Info-Veranstaltungen von aufgeregten Bürger-Initiativen zu tingeln ;-).

Leicht lächeln musste ich beim Lesen von Seite 7 (unten und in Schweizer Rechtschreibung):
„Falls vermutet wird, dass die Störungen z. B. von grossen Motoren, Pumpen oder aus einem Industriebetrieb über das Erdreich in das Gebäude übertragen werden, muss der Abstand zur vermuteten Quelle überprüft werden. Erfahrungsgemäss treten störende Geräusche nur auf, wenn die Abstände: - bei der Übertragung durch trockenen Sand / Kiesboden kleiner als 100 m und - bei der Übertragung durch Felsuntergrund oder von Grundwasser durchtränkte Bodenschichten kleiner als 500 m sind.“
Infraschall-Panik kommt da bei mir nicht auf …

Nette Grüße und nochmals besten Dank
Brummbär



was soll ich sagen, mein Anfangs- Köder war ausgelegt, und überzeugte Tiefton-Tinnitus Besitzer erreichen, wie von mir nicht anders erwartet, mit dem Öffnen des PDF Link wahrscheinlich den ultimativen Höhepunkt. ;-)
Ich wiederhole ebenfalls, die Anleitung ist unbedingt zu lesen von allen "Neuzugängen". Deswegen habe ich sie auch an den Anfang von diesem hoffentlich länger werdenden Treads gestellt.
Der Link betrifft genau den Großteil Brummtonhörer die NICHT unter dem Brummtonphänomen leiden.
Siehe dazu Thema: -Brummton, die physikalische Ursache- erster Beitrag (auszuschließen sind nur die....).

Der ehrenwerte Herr Bütikofer schreibt als selbst Betroffener aus der Sicht eines TT-geschädigten und ist mittlerweile pensioniert.

Zitat aus dem PDF:
der Autor schreibt nicht theoretisch sondern aus praktischer
Erfahrung. Er hat seit vielen Jahren einen Tinnitus. Zudem hat er auch viele Messungen von
vermuteten leisen Geräuschen durchgeführt, die in den allermeisten Fällen mit viel Aufwand,
aber ohne Erfolg endeten
Zitat Ende

Tja, so ganz sicher scheint der gute Mann sich wohl nie gewesen zu sein ob Tinnitus oder doch ein Geräusch von außen. Wenn keine Erklärung dann halt doch Tinnitus!
EMPA spielt keine Vorreiterrolle in der Erforschung von Infraschall. dB-A Messungen bis heute ohne Wenn und Aber und große rote Fragezeichen in den Publikationen zu Infraschallemmissionen von Windkraftanlagen zeugen in meinen Augen nicht unbedingt für grenzenlose Kompetenz im Infraschall-Sektor.

Sollte man laut Bütikofer Anleitung in den Bereich Tinnitus gelangen geht es jetzt hier im Anschluss weiter mit genau dem was sich die Interessengemeinschaft zur Aufklärung des Brummtons IGZAB vor langer Zeit auf die Fahne geschrieben hat.

!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Ich bitte diejenigen die überzeugt sind das ihr Brummton ohne äußere Einwirkung intern erzeugt wird (TT-Tinnitus) sich in diesem Tread ab sofort einfach mal mit Kommentaren zurück zu halten. Vielen Dank!
!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Alle anderen bitte ich um Mithilfe. Auch liebend gern alle Altvorderen z.B. neben vielen anderen, Wombattl und alle die sich an seinen Diskussionen beteiligten. Leider ist u.a. der hochinteressante Tread rund um die Phasenverschiebungen in Asynchronmotoren einfach im Sand verlaufen.
Allein ist das nicht zu schaffen. Das einzige was ich bisher in Erfahrung bringen konnte ist das der im Ohr erzeugte Brummton sich aus mehreren Komponenten zusammensetzt.

So, los geht`s:
Genaue Analyse meines Brummtones:
Ich benötige:
Smartphone Android und einen akkubetriebenen Bluetoothverstärker dessen untere Grenzfrequenz schon bei wenigstens 40Hz liegt.

Im Playstore nach Signalgenerator suchen -> android-design.nl (schwarzer Button mit weiser Sinuswelle) Der Generator kann drei Frequenzen gleichzeitig und ist in meinen Augen das beste was zur Zeit für unseren Zweck frei im Store erhältlich ist.

In der Nacht am besten das ganze Haus mit den Hauptsicherungen stromlos schalten. (Zähler sollten auch nicht mehr brummen)

Ins Bett, absolute Entspannung und Geduld, sonst funktioniert das nicht.

Der Bluetooth Lautsprecher ca. 1,5m entfernt vom Kopf positionieren.

Als erstes versuche ich den Phantom-Brummton durch Schwebung zu ermitteln.
Erfahrungsgemäß wird selbiger mit einer tieferen Frequenz empfunden als in der Realität.
Ich stelle im 1. Generator 45Hz ein und stellen Vol.% so ein das die gleiche Lautstärke wie unser empfundener Brummton eintritt.
Nun ganz langsam und mit viel Geduld die Frequenz in kleinen bis kleinsten Schritten erhöhen bis eine Schwebung eintritt.
(Ich habe dazu über eine halbe Stunde benötigt bis zur Schwebung da mein Phantomton diffus zwischen 68,2 bis 68,7 Hz schwankt)

Bis hierher vielleicht ein alter Hut.
Jetzt wird es interessanter:

Nach der Ermittlung des Brummers schaue ich weiter:

Diesmal bitte noch mehr Entspannung!
ich stelle feste Frequenzen mit vielfachen der Netzfrequenz ein, als erstes 50 Hz gerade unhörbar am Vol.% stellen, dann ganz langsam Lautstärke erhöhen. Verändert sich der zuvor ermittelte Phantom-Brummton? Nein?
Das gleiche wiederholen mit 100Hz, dann mit 200Hz.
Sich dabei wirklich Zeit lassen, nur ganz leise Töne erzeugen, die Lautstärke minimal ändern, Frequenz max +/- 1Hz ändern und nicht die Geduld verlieren!

Mein 68Hz samt der darauf sitzenden 1,2-3Hz Transition Phantom-Brummton lässt sich zum Beispiel mit exakt 200Hz und dazu einer fast nicht hörbaren Lautstärke komplett auslöschen. Das hat in dem Moment nichts mit Maskierung gemeinsam.

Welche Ergebnisse habt ihr?
Alles deutet in dem Moment auf eine mit Netzspannung, ohne Frequenzumrichter betriebene Quelle als Brummursache, jedenfalls bei mir hin.

Im Wasserfall kann ich messtechnisch weder den 68Hz Phantomton noch den hochkonstanten 200Hz Ton erfassen. Ich habe, wenn es brummt, dort sichtbar nur eine erhöhte Infraschallaktivität bis max. 12Hz. Die diffusen 68Hz könnten zu U/min von einem Elektromotor passen. Aber die wären ja messtechnisch ohne weiteres erfassbar, sind sie aber nicht. Wenn ich mich konzentriere kann ich in meinem Phantomton die 200Hz ebenfalls ganz leise hören. Man muss sich nur darauf konzentrieren und einschießen;-)
Die superleisen, und von der Lautstärke her ca. gleich lauten vom Generator generierten 200Hz die meinen Phantomton auslöschen sehe ich perfekt im Speclab wenn ich das Aufnahmemikro neben mir in das Bett lege. Schalte ich den Generator aus ist im Wasserfall nichts mehr bei 200 Hz sichtbar. In dem Moment wäre also nur der Infraschall die Quelle und alles andere Phantomtöne. Ich denke aber kaum dass das Ohr eine so hochkonstante Frequenz über lange Zeit erzeugen kann. Die 200Hz müssen zusätzlich definitiv von außen zugeführt werden. Nicht in Reinform, sondern amplitudenmoduliert, wie auch immer diese Hüllkurve aussehen mag, auf dem Infraschall.
Ich bin medizinisch ein totaler Laie. Wenn dem so wäre wie "decodiert" das (kranke?) Ohr so etwas und baut einen Phantomton daraus?
Infraschall befasst sich in allen mir bekannten Publikationen immer nur mit den Auswirkungen im Nahbereich. Das hat meiner Meinung nach nichts damit zu tun.

einen lieben Gruß von entchen


Zuletzt bearbeitet: 03.09.17 04:06 von entchen


Hi, entchen,

zunächst vielen Dank.
Mein Ergebnis kennst Du ja schon, ich werde es aber noch einmal
wiederholen.

>>>
Das hat in dem Moment nichts mit Maskierung gemeinsam.
<<<

Warum hat das nichts mit Maskierung zu tun?

_________________
Ins Gesicht gesagte Wahrheiten gelangen selten bis zu den Ohren.

Franz Christoph Schiermeyer (1952-)


Leider
Auch nach vielen stundenlangen Versuchen an zwei
Verschiedenen Tagen finde ich bei mir keinerlei
ähnliche Mechanismen

_________________
Ins Gesicht gesagte Wahrheiten gelangen selten bis zu den Ohren.

Franz Christoph Schiermeyer (1952-)


Hallo yewie56,

schön das du die Analyse durchgeführt hast, wenn auch nicht mit dem von mir erhofftem Erfolg.
Eine Frage hätte ich noch. Siehst du den Generator im Spektrum wenn du deinen (virtuellen?) Brummton auf gleicher Lautstärke in Schwebung bringst, also Mikro neben deinem Kopf?

Warum ich denke dass das nichts mit Maskierung zu tun hat?

1. bei mir einzig eine ganz schwach generierte 200Hz Frequenz den 68Hz Brummton vollkommen auslöscht. Nicht 199Hz, 201Hz 50Hz, 100Hz, 150Hz oder 250Hz.

2. mein im Ohr entstehender 68Hz Brummton rund 15db stärker ist als die, ebenfalls darin enthaltene, und auch nicht messbare hochkonstante 200Hz Komponente. Also ein wesentlich schwächeres Signal müsste ein stärkeres maskieren. Rein technisch, soweit ich das gelernt habe, unmöglich. Upward Spread of Masking dürfte in dem Moment noch zusätzlich die Überlagerung einer neuronalen Aktivität ausschließen. Ein Breitbandrauschen schafft es bei mir nur mit einer wesentlich höheren Lautstärke den 68 Hz Ton dann wirklich zu maskieren.

Gruß entchen


Zuletzt bearbeitet: 07.09.17 03:21 von entchen


liege ich richtig dass es bei fast allen hier zur Zeit nicht brummt?
Warum macht sonst keiner den Test? Warten hier die paar die noch mitlesen auf die ultimative Lösung? Die wird es für virtuelle Brummtöne nicht geben!
Ich bitte eindringlich jeden die Brummtonanalyse sorgfältig durchzuführen und hier zu berichten!
Sucht unbedingt die 200Hz ab. Besonders diejenigen die u.a. z.B. Trafostationen in bis zu 500m vorfinden. Ob die Umspanner vor Ort brummen oder nicht ist irrelevant.

In komprimierter Form das zurzeit beste im Netz was ich zu den Wirkmechanismen für die Entstehung des Brummtones im Ohr gefunden habe:

othes.univie.ac.at/26815/1/2013-01-30_0605299.pdf

für die ganz fixen Überflieger der Seiten, unbedingt zu lesen ist:
1.3.3 Residualtöne

bei mir z.B. spielen die 200Hz (als Oberwelle?) eine wichtige Rolle für die Entstehung des Brummtones. Maskierung /kritische Bandbreiten und die Mithörschwellen lassen die Brummtoneffekte in Bezug der Hörbarkeit bei Ortsveränderung immer schlüssiger werden. Dazu vielleicht später mehr.

Der Bau einer per Hardware erstellten, durchstimmbaren analogen CW Filter Einheit die dann einen, hoffentlich alles über S/R Abstand aufdeckenden, Oszi ansteuert soll Licht in das Dunkel bringen. Meine Techniker- Intuition sagt mir das die gängigen, per Software durchgeführten FFT Analysen irgendwie nicht alles ans Tageslicht befördern können.
Nicht die falschen Schlüsse jetzt ziehen, der Brummton ist weiterhin definitiv (jedenfalls bei mir) virtuell.

Also nochmal, raus aus der Lethargie und analysiert aus welchen Bestandteilen euer Brummton besteht!

Gruß entchen


Zuletzt bearbeitet: 25.09.17 23:54 von entchen
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