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Thema: Brummtonhören eine Form von MCS?


MCS = Multiple-Chemikalien-Sensivität

Und wieder sehe ich die Richtigkeit der Annahme bestätigt, dass das Brummtonhören die Folge einer Funktionsstörung des Nervensystems durch den Einfluss von Neurotoxinen ist.
Was mir bisher jedoch ganz und gar nicht klar war, ist, dass bereits geringste Spuren eines Schadstoffes ausreichen, um diese Störung zu verursachen.

Hintergrund dieser Erkenntnis ist, dass es bei mir aktuell wieder zu Brummen angefangen hat. Nicht so extrem wie Ende 2016 nach dem Gebrauch von phenoxyethanolhaltigem Haargel und vor allem ohne dieses massiv beeinträchtigende Vibrationsgefühl im Mittelohr. Damals ging es mir zeitweise richtig schlecht.

Es ist mehr wie ein unangenehmes Wummern oder Dröhnen, dass nur bei Vorhandensein von kaum wahrnehmbaren Brummgeräuschen in meinem linken Ohr entsteht. Am deutlichsten war das mit dem Laufgeräusch des PCs auf der Arbeit: andere hörten kaum was bzw. nur das ganz normale sehr leise surren. Ich nahm das als ein sehr unangenehmes gleichmäßiges Brummen/Dröhnen/Wummern im linken Ohr wahr. Zuhause hat den gleichen Effekt das Dauerrauschen der nicht weit entfernten, viel befahrenen Autobahn, das in Räumen mit dicht schließenden Fenstern normalerweise kaum wahrnehmbar ist. Allerdings ist hier das im Ohr entstehende Brummen/Dröhnen/Wummern nicht so gleichmäßig, sondern in unregelmäßigen Abständen abgehackt.
In Räumen wo das Geräusch von vornherein lauter zu hören ist, oder wenn man das dicht verschlossene Fenster einen Spalt weit öffnete, verlor sich der Effekt und ich hörte ganz normal das Rauschen der Autobahn.
Einen ähnlichen Effekt können auch die gerne außer Acht gelassenen körpereigenen Geräusche haben, die im Normalfall unser Gehirn aus dem Wahrnehmungsspektrum herausfiltert.

Mit der Autobahn gibt es hier also rund um die Uhr eine ununterbrochene Geräuschquelle, die bei mir einen unangenehmen Effekt im Ohr verursachen kann. Wenn Zuhause in einem Raum ohne andere Störgeräusche nichts im Ohr brummt/dröhnt/wummert, liegt es also nicht daran, dass nur gerade kein auslösendes Geräusch zur Verfügung steht. Der Grund für die Brummpause muss ein anderer sein.

Mal brummte/dröhnte/wummerte es vormittags, mal nachmittags, mal den ganzen Tag, mal gab es einige fast brummfreie Tage, dann wieder fing es erst im Laufe der Nacht zu brummen an, dann brummte es auch in dem bisher nicht betroffenen Ohr. Mal war es mehr ein Brummen, dann ein Wummern oder Dröhnen. Mal stärker mal schwächer usw.. Alles ohne Plan und Muster.
Etwas Ähnliches hatte ich schon Anfang des Jahres, aber nicht so lang anhaltend. Da dachte ich allerdings, es wären noch die Nachwirkungen der Phenoxyethanolgeschichte vom Herbst/Winter 2016. Im Frühling und Sommer 2017 war alles gut, bis es Mitte September wieder anfing.

Da schon mal Textilien an meinem Brummton beteiligt waren, hatte ich bei der Fahndung nach der Ursache als erstes eine neue Jacke im Visier. Doch es brummte auch, wenn ich diese Jacke mehrere Tage nicht anhatte. Zudem hat eine Jacke praktisch keinen direkten Hautkontakt und ich hatte sie auch immer nur relativ kurz an. Die Jacke als Ursache schloss ich deswegen aus. Doch die insgesamt mehrere Wochen dauernde Suche blieb erfolglos.

Erst nachdem ich 14 Tage lang minutiös ein „Brummtagebuch“ geführt habe, wann das Brummen jeweils begonnen und aufgehört hat, wann es stärker bzw. schwächer wurde und wo ich mich jeweils davor/währenddessen aufhielt bzw. was ich davor gemacht hatte, kristallisierte sich ein Zusammenhang heraus: Immer wieder spielte direkt oder indirekt doch die Jacke eine Rolle. Nicht nur wenn ich sie anhatte, sondern auch wenn ich mich nur kurz im gleichen Raum aufhielt, wo sie aufbewahrt wurde.
Inwieweit diesmal Phenoxyethanol daran beteiligt ist, weiß ich natürlich nicht. Textilien können ja eine ganze Menge Schadstoffe enthalten. Eine schwerflüchtige Substanz wie Phenoxyethanol würde aber als Verursacher wieder perfekt ins Bild passen.

Die Jacke hatte ich Anfang des Jahres neu gekauft und da nur unregelmäßig einige Male angehabt. Hier besteht wahrscheinlich der Zusammenhang mit dem Brummen Anfang des Jahres. Den Sommer über hing sie im hintersten Eck des Kleiderschranks, zwischen anderen, älteren, schon mehrfach gewaschenen Herbst/Winter-Jacken. (Neue Jacken wasche ich üblicherweise nicht vor dem ersten Gebrauch, da sie praktisch keinen direkten Hautkontakt haben, zudem leidet die Optik oder es gehen bestimmte Gewebe-Eigenschaften beim Waschen verloren).
Eine Reaktion zeigte sich nicht nur, wenn ich die inzwischen nicht mehr neue, aber immer noch ungewaschene Jacke gerade mal 15 Minuten lang anhatte, sondern auch wenn ich die älteren Jacken anzog, die monatelang im Schrank neben der Neuen hingen. Eine Reaktion gab es ebenfalls, wenn ich mich nur in einem Raum aufhielt, wo die Jacken frei aufgehängt waren, ebenso wenn ich nur den Schrank öffnete, wo sie den Sommer über verstaut waren.

Das ganze hört sich so völlig absurd an, dass ich diese Möglichkeit eigentlich für absolut ausgeschlossen hielt. Ich hielt es nicht für möglich, dass bereits minimale Spuren eines Schadstoffes, über die Atemluft aufgenommen, eine derart deutliche Reaktion hervorrufen könnten.

Doch die Praxis belehrte mich eines besseren: Bereits nach einem Atemzug mit „belasteter“ Luft zeigte sich innerhalb 15 Minuten eine Reaktion und das Brummen/Dröhnen/Wummern verstärkte sich deutlich. Hatte ich keinen weiteren Kontakt zu den auslösenden Schadstoffen, ließ es je nach Dosis innerhalb ca. 0,5-3 Stunden wieder nach. Je nach Dosis/Einwirkdauer schwankt auch die Intensität und Dauer des Brummens. Je höher die Dosis, desto eher brummt es auch bei mehr Nebengeräuschen und desto lauter nahm ich das Brummen/Dröhnen/Wummern wahr. Je geringer die Dosis, desto stiller muss es sein, um den Effekt zu spüren. Das ganze habe ich mehrfach beobachtet. Ebenso steigt die Empfindlichkeit gegenüber den Schadstoffen, je häufiger ich mit ihnen bereits in Kontakt gekommen bin. Nach einer längeren Brummpause braucht es etwas länger bis sich wieder eine Wirkung zeigte.

Fortsetzung folgt


Zuletzt bearbeitet: 27.11.17 15:55 von Batian


Fortsetzung

Wenn bereits derart geringe Mengen eine so deutliche Wirkung haben, dann wird mir auch klar wieso 2016 die Beschwerden - im Vergleich zu jetzt - so dermaßen heftig waren. Die damals mit dem Haargel aufgebrachte Phenoxyethanoldosis war verglichen mit dem Bisschen was in ein paar Atemzügen abgestandener Luft enthalten sein kann ja mindestens tausendfach höher und hatte zudem über mehrere Tage hinweg dauerhaften Hautkontakt.

Die eingeleiteten Maßnahmen (Waschen aller direkt und indirekt belasteten Kleidungsstücke und/oder eine anschließende Warmluftbehandlung im Trockner und häufiges intensives Lüften der betroffenen Räume über mehrere Tage) brachten den erhofften Erfolg: Es brummt/dröhnt/wummert jetzt überhaupt nichts mehr. Und das bereits seit fast zwei Wochen.

Das ganze erinnert mich jetzt sehr an das Sick-Building-Syndrom oder Multiple-Chemical-Sensitivity (MCS), wo bereits geringste Spuren von Schadstoffen (sogar unter der Nachweisgrenze) über die Atemluft aufgenommen, bei den Betroffenen unterschiedlichste, teilweise sehr belastende - aus medizinischer Sicht aber unspezifische - Symptome hervorrufen können.

Der wesentliche Unterschied zu MCS ist nur, dass ich es bei mir nicht als chronisch ansehen und momentan auch keine anderen Symptome damit in Zusammenhang bringen würde. Auch sehe ich bis jetzt nicht, dass sehr viele Substanzen daran beteiligt sein könnten.

Ich habe mich über MCS nicht weiter informiert, aufgefallen ist mir nur, dass kaum einzelne konkrete Schadstoffe als Hauptverursacher genannt werden, sondern man in der Regel davon ausgeht, dass eine ganze Reihe von chemischen Stoffen dafür verantwortlich sein soll. Bemerkenswert finde ich allerdings, dass viele der häufig als Auslöser genannten Sachen zu den typischen Dingen gehören, die Phenoxyethanol enthalten können, z. B. Farben/Lacke, Klebstoffe, Lösemittel, Duftstoffe, Wasch-/Reinigungsmittel, Desinfektionsmittel usw.

Obwohl die Entstehung von MCS bislang nicht geklärt ist, scheint dabei die Beeinträchtigung des Nervensystems durch Neurotoxine eine wesentliche Rolle zu spielen.