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Thema: Katze aus Lanzarote


Tierschutz (bezogen auf Haustiere) ist mittlerweile in der Mitte der lanzarotenischen Gesellschaft angekommen (ja klar, es gibt noch so manche Ausnahmen), und die Gemeinden haben sich darauf verständigt, eine „Ordenanza“ zu verabschieden,Tiere nicht mehr zu töten (wie‘s bei kranken Tieren ausschaut, weiß ich nicht), sondern den Fokus auf Adoption zu setzen. Auf dem Festland haben bereits diverse Autonome Gemeinschaften bzw. Provinzen die Tötung von Haustieren per Gesetz verboten; u.a. Madrid. Die Kanaren sind noch nicht so weit, aber die gesetzliche Verankerung ist in der Pipeline (die bisweilen allerdings ziemlich lang sein kann). Die Gemeinden von Lanzarote haben also bereits unabhängig davon gehandelt.

Yaiza hat die „Perrera Municipal“ schon vor einigen Jahren umbenannt in „Centro de acogida de animales“, ebenso wie Teguise, wo sie nun „Albergue de Animales“ heißt. In Haría gibt es zwar noch eine „Perrera-“ (na eher eine Mini-Perrera), die allerdings keine Tötungsstation ist.

Vielleicht melden sich noch User, die aktuellere Informationen beisteuern können.




@aurora

Dankeschön für die schon recht ausführlichen Infos.
Bei unserem letzten Inselbesuch wurde uns das so ungefähr auch vermittelt. War damals leider mit viel Händ´ und Füß´, rudimentärem Englisch und Spanisch.
Ich war mir bis jetzt nicht so ganz sicher, ob ich das alles richtig verstanden hatte.

Bei unseren Urlauben versuchen wir immer mit etwas sponsoring die Kastratation von Katzen zu fördern. Dies erscheint uns der sinnvollere Weg.




Ja dann hoffe ich mal, dass das alles so stimmt und auch umgesetzt wird.

Ich jedenfalls habe noch nichts davon gehört, im Gegenteil, bei unserem Rückflug Anfang Juni haben wir uns noch mit Leuten unterhalten, die gerade 2 Podencos adoptiert haben, welche kurz vorher aus einer der Tötungsstationen freigekauft wurden...naja.

Aber ist nichts neues, wenn man dafür angefeindet wird, ein Tier zu "importieren" - sagt man das eigentlich auch bei Kindern "Wir haben ein Waisenkind aus Afrika importiert"?
Nein, sind ja schließlich Menschen, da hilft man grenzübergreifend und sagt nicht, sollen die Ursachen doch im Ursprungsland bekämpft werden...





Das Problem ist, dass viele "Tierschutzorganisationen“ nach wie vor die alten Zustände als aktuell "verkaufen“, um mit dem Drücken auf die Tränendrüse für Auslands-Adoptionen zu sorgen. Ist ja durchaus eine Art Business.

Es gibt sicherlich viele Gründe für und gegen solche Adoptionen; da scheiden sich halt die Geister; hier im Forum gibt es ellenlange Threads zu diesem Thema.

Insgesamt halte ich es für wichtig, dass die Informationen aktualisiert werden. Auf Lanzarote wurden in Sachen (Haus-)Tierschutz in den letzten Jahren enorme Fortschritte gemacht, nicht nur, was die damaligen Tötungsstationen betrifft. Dank Sara und auch anderer Organisationen wie z.B. "Huella a Huella“ aufgrund ihrer unermüdlichen Initiativen vor Ort. D.h. die Sensibilisierung der Bevölkerung, das "Sich-den-Mund-fusselig-reden“ bei den Gemeinden und bei der Inselregierung, durch die Einbindung von Schulklassen usw. ; na und natürlich durch die Sterilisationskampagnen.

Vor etlichen Jahren waren mein Vater und noch eine Handvoll anderer Ausländer die einzigen, die in unserem Dorf ihren Hund Gassi geführt haben. Die meisten Hunde waren hier an kurzer Leine angekettet. Mittlerweile drehen hier viele Einheimische Ihre Gassi-Runden (ist so eine Art kommunikatives Happening); und Hunde an der kurzen Kette sind viel seltener geworden. Ja, es gibt sie noch; aber deren Halter sind durch Auslandsadoptionen ganz sicher nicht zu bekehren, und durch überhektisch agierende, ausländische Tierschützer, deren Zahl glücklicherweise abgenommen hat, noch viel weniger.

Zurück zu den Katzen: Wie bereits geschrieben, haben jene, die wenig bis gar kein Fell auf den Öhrchen haben, hier kein gutes Leben. In diesen Fällen bin ich ausnahmsweise für einen Export. Denn auf Lanzarote braucht man ein dickeres Fell .




Anfang Juni haben wir uns noch mit Leuten unterhalten, die gerade 2 Podencos adoptiert haben, welche kurz vorher aus einer der Tötungsstationen ...


Das ist durchaus möglich, wobei um politisch korrekt zu sein, man von "Tierheim" reden sollte. Perrera (zusammengesetzt aus "perro" und der Suffix "-era" = betreffend/gehörig) bedeutet - ganz neutral- nicht anders als Tierheim, also unabhängig davon, wie gut oder wie schlecht es den Tieren dort geht/ging (zu Deutsch wird er aber leider fast nur mit "Tötungsstation" übersetzt).
Unterhalte ich mich auf Spanisch und spreche über Tierheime hier, verwende ich auch mal aus praktischen Gründen das Wort "perrera" und niemand (außer aktive "animalistas", also Tierschützer, die halt sensibilisiert sind) würde auf die Idee kommen , ich spreche von Tötungsstationen in D. Zugegeben, heutzutage - da dort längst nicht nur Hunde leben- spricht man eher von "Refugio/Protectora de animales" o.ä., dennoch ändert es nicht daran, dass "perrera" eine - wenn auch veraltet- noch übliche allgemeine Bezeichnung für Tierheim ist.

Auroras Ausführungen kann ich nur bestätigen. In Spanien hat sich viel getan in den letzten Jahren und trotz immer noch geltendes Tierhaltungsgesetz der Kanaren (m.W. wird es z.Z daran gearbeitet) , wonach Hunde nach 21 Tagen eingeschläfert werden sollen, kann man heute behaupten, dass es inzwischen kaum noch zu Tötungen kommt.
Bis das neue Haltungsgesetz verabschiedet wird, wurden Anordnungen und Gesetze in den einzelnen Gemeinden bereits jetzt entsprechend angepasst (bzw. ist man dabei ). Auf Lanzarote hat die Policía Local seit 2015 einen zuständigen Mitarbeiter in Sachen "Tierschutz/Haltung" und es wird entsprechend gehandelt (Bußgelder, Anzeigen und Co.). Hunderte von Einschläferungen im Jahr gehören somit der Vergangenheit an und es dürfte nur vereinzelt dazu kommen.

Das Problem ist, dass viele "Tierschutzorganisationen“ nach wie vor die alten Zustände als aktuell "verkaufen“, um mit dem Drücken auf die Tränendrüse für Auslands-Adoptionen zu sorgen. Ist ja durchaus eine Art Business.


Das stimmt, es gehört zum "Geschäft" halt dazu, genauso wie bei anderen Spendenaufrufen. Viele hiesige Heime würden sogar ohne Auslandsprojekte sich kaum finanzieren können. Es ist halt so.

Wie dem auch sei. Es hat sich viel geändert und es läuft darauf hin, dass auf Lanzarote künftig keine Tiere mehr (grundlos) eingeschläfert werden. Dennoch sollte man sich im Klaren sein, dass ohne Tieradoptionen aus dem Ausland das ganze Vorhaben wahrscheinlich scheitern würde, denn auf einer Insel mit 130tausend Bewohnern sind die Kapazitäten ganz andere als z.B. in einem 80 Millionen Bewohner Land.
Unabhängig davon, ob ich Tieradoptionen aus dem Ausland befürworte oder nicht, finde ich super, wenn jemand sich bereit erklärt, ein Tier zu adoptieren und es ist für mich schon erstaunlich, dass viele Menschen davon ausgehen, die Probleme seien aus der Welt geschafft, wenn es Kastrationskampagnen gibt und keine Tiere mehr eingeschläfert werden. Das mag auf lange Sicht stimmen, aber eine Antwort wohin mit den vorhandenen Tieren, hat niemand so schnell parat. Na ja... es wird wohl daran liegen, dass die wenigsten sich Gedanken darüber machten, was Straßenhunde anrichten können geschweige davon, wie es dazu kam, dass es in Deutschland keine Straßenhunde gibt .

Ach ja, auf die schnelle gefunden, hier findet man ab und zu eine Katze, die ein neues Zuhause sucht.
Huella a Huella

Gruß
mono



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