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Thema: Danke!


Hallo Volker,
ich schließe mich kurz Herrn Schmidt an. An deiner Stelle würde ich die ärztliche Diagnose anzweifeln genau mit der Begründung, dass die angewendeten Tests gar keine spezifischen ADHS-Tests sind. Es sind ganz allgemeine Tests, deren Ergebnisse man auch anders als mit ADHS interpretieren kann. Wenn ein Kind im d2 z.B. bei guter Intelligenz unterdurchschnittlich bleibt, kann das viele Ursachen haben (Wahrnehmungsstörungen, Prüfungsangst, Zufall, Bauchschmerzen, Kopfschmerzen, Depression...).

Verlange eine Kontroll-Diagnostik bei einem Arzt oder Psychologen z.B. in einer Erziehungsberatungsstelle, bei einem Fachmann, der KEIN überzeugter ADHS-Anhänger ist, sondern noch einen unvoreingenommenen diagnostischen Blick hat. Herr Schmidt macht ja als Psychologe auch Diagnostik. Frag im Zweifelsfall doch auch mal ihn.



Vielen Dank an Dieter Marbach und Hans Reinhard Schmidt fuer die beiden Meinungen.
Noch eine Meinung haette ich gerne von Ihnen:
Die Mutter meiner Tochter besteht darauf, dass Lena Marie bei dem Psychotherapeuten behandelt wird ( er bezeichnet sich als ADS-Spezialist ) bei dem sie selbst 1996 und bis vor einem halben Jahr in Behandlung war.
Ist das eine uebliche Praxis, zuerst die Mutter zu therapieren und dann die Tochter ... ?
Viele Gruesse,
Volker Niebergall




Das halte ich nur im begründeten Einzelfall (z.B. wenn sich Eltern einer gemeinsamen Therapie entziehen) für das notwendige Vorgehen. In Ihrem Fall wäre aber -soweit ich das beurteilen kann- ein familientherapeutisches Vorgehen sinnvoller, in das auch Sie als Vater einbezogen werden müssen. Denn aus Ihren Schilderungen wird ja sehr deutlich, dass Ihre Tochter im Zentrum eines Erziehungskonflikts ihrer Eltern steht. Um dem Kind zu helfen, muss an diesem Konflikt gearbeitet werden, und das kann eine Familientherapie leisten.

In ADS-Kreisen wird therapeutisch leider immer noch ausschließlich schulmedizinisch-kindfixiert therapiert. Das angeblich "kranke" Kind wird behandelt (als hätte es starken Schnupfen), nicht aber sein Umfeld, vor allem seine Familie. Damit wird man gerade den familiär oft sehr belasteten ADS-Kindern natürlich gar nicht gerecht. Es wird am Kind herumgedoktert (meist sogar ausschließlich medikamentös mit starken Psychopharmaka), aber nicht an den Ursachen seiner Probleme. Die bleiben leider meistens unverändert.

Das Verführerische an "Ritalin" ist eben auch, dass es im Hirn wirkt, ohne dass sich im Umwfeld des Kindes etwas ändern muss. Bei Psychotherapie ist es genau umgekehrt.

Das ganze biologistische ADS-Konstrukt ist ja so gestrickt. Die Psychodynamik und Familiendynamik der Kinder und Eltern wird total randständig abgetan. Ritalin verändert die Hirnchemie des Kindes, und das genügt dann! Der "ADS-Fachmann" Ihrer Frau praktiziert dies ja offensichtlich genau so einseitig, denn sonst hätte er Sie als Vater schon einbezogen. Viele sog. "ADS-Fachleute" gehen so erschreckend einseitig vor.

An Ihrer Stelle würde ich auf eine Familientherapie unter Einbezug beider Eltern pochen. In jeder guten Erziehungsberatungssstelle erhalten Sie diese Therapie kostenlos.



Hallo Volker,
es scheint sich doch etwas getan zu haben, denn Du schreibst jetzt, dass ein "ADHS-Spezialist" (wohl ein Psychotherapeut...oder was treibt der so?) das Kind behandeln soll. Klingt nicht nach Ritalin & Co. - oder?
Sollte das ein Kompromissvorschlag ANSTATT Ritalin-Behandlung sein? Ist dass das Ergebnis des Jugendamt-Gesprächs?

Gruss, Bertram



Hallo Herr Schmidt,
die "ADS-Familientherapie" sieht immer öfter so aus:

Die ganze Familie schluckt Ritalin!



Weshalb ist die ADS-Behandlung mit Psychopharmaka oft "Müttersache", wie Herr Schmidt ganz richtig schreibt?
Weil die Mütter meist die Hauptvorwürfe abbekommen, wenn mit dem Kind etwas schiefläuft.
Sprichwörtlich wurde die "Rabenmutter", später dann die "Kühlschrank-Mutter", heute die "Selbstverwirklichungs-"" oder "Ego-Trip-Mutter".
Deshalb auch treffen sich in den ADS-Selbsthilfe-Gruppen hauptsächlich Mütter, die von der ADS-Referentin immer wieder bestätigt bekommen wollten, dass sie an den Ungezogenheiten ihres Kindes keinesfalls die Schuld trügen.
ADS sei nun einmal "vererbt" - vielleicht vom Ehemann, vielleicht von den Großeltern? Vielleicht ist auch der Lehrer schuld?
Kassandra





Antwort zu:
Bertram
Datum:26.10.04 15:15

Nein, Bertram, leider nicht. Dies ist ein selbsternannter Pabst, der bei meinem Kennenlern-Besuch dort mir fuenf Info-Broschueren zu ADS, die er selbst sehr gut findet, in die Hand drueckte mit der Bitte, sie aufmerksam zu lesen, dann wuesste ich ueber die Krankheit meines Kindes Bescheid.
Die Broschueren sind von Firma MEDICE Chem.-pharm.Fabrik Puetter GmbH & Co. KG, Iserlohn . . .
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Hallo Hildegard,
was Sie so lapidar anmerken, ist ein wirklich ernstes Problem. Ich stelle das tatsächlich immer öfter fest: Wenn Eltern merken, dass die Probleme des Kindes mit ihrem eigenen Verhalten ursächlich zusammenhängen (was immerhin noch sehr wenige "ADHS"-Eltern überhaupt erwägen), dann kommen sie nicht etwa zur Einsicht, ihr eigenes Verhalten zu verändern, sondern sie erklären sich selbst ganz einfach ebenfalls für "ADHS"ler. Einen "passenden" Diagnose-Arzt zu finden ist auch nicht so schwer. Dann schluckt am Ende die ganze Familie Psychopharmaka und präsentiert sich noch ganz stolz im Internet (und sicher bald im TV).



Hi Volker,
wie war's beim Jugendamt?

Bertram



Hallo Betram,
Danke fuer Deine Frage zum Termin beim Jugendamt. Die Antwort moechte ich Dir gerne persoenlich / direkt schreiben. Bitte gib´doch Herrn Schmidt Deine e-mail Adresse. Ich melde mich dann.
Gruesse,
Volker


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