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Thema: Vererbbarkeit von ADS ? |
Während des Besuches bei Kinderärztin: War mit Mutter und Tochter, 15 Jahre dort, um Alternative zu Ritalin zu finden.
Ärztin: Nach meinem Kenntnis/Wissenstand die richtige Therapie. Es gibt Homöopathische Mittel, deren Wirksamkeit nicht bewiesen ist.
Mutter: Ja, ich habe ja auch ADS und meine Schwester hat es auch.
Vater fragt Ärztin zu Vererbbarkeit. Ärztin: Nicht nur Umwelteinflüsse verursachen ADS. Es liegt auch in den Genen . . .
Unausgesprochen die Frage beider: Vielleicht haben Sie´s ja auch . . .
- und dann nimmt die ganze Familie Ritalin, habe ich hier im Forum schon gelesen -
Dann der Hammer: Ärztin: Tochter, was brauchst du denn noch ? Bitte Rezept für Jod-Tabletten. Mutter: Noch etwas ? Tochter: mmmmmmmmh
Mutter: Brauchst du sonst noch etwas ?
Tochter: mmmmmmmmhhh
Ich sah ihren roten Kopf und spürte den Druck, den sie empfand . . .
Meine Tochter sass zwischen ihrer Mutter und mir und weiss, dass ich gegen die Einnahme von Ritalin bin . . .
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Hallo Volker,
mich wundert schon ein wenig, dass du mit deiner mittlerweile fast erwachsenen Tochter zu einer Kinderärztin gehst,
noch dazu, wo es sich um eine so schwierige Materie wie "ADS" handelt.
Ich würde dringend empfehlen, einen guten Familientherapeuten (Psychiater oder approbierten Psychologen) aufzusuchen.
Bei dieser Gelegenheit wird dann gewiss nicht nur theoretisch über Genetik oder Medikation diskutiert, sondern eure Partnerbeziehung ernsthaft ins Auge gefasst - und da scheint mir einiges im Argen zu liegen.
Ich wünsche dir, dass du den Mut aufbringst, das zu tun.
Alles Gute
Kassandra
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Liebes Forum,
für Antworten oder Kommentare zur Frage "Vererbbarkeit von ADS" bin ich dankbar.
Gruesse,
Volker
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Hallo Volker,
aus meiner Antwort hast du ja gespürt, wie ich darüber denke.
Nun mal ehrlich: Was hast du davon, wenn du erfährst, dass man bisher von einer sehr hohen Erblichkeit von ADS ausgegangen ist (70-90%!), dass man aber den Beweis dafür mangels gültiger, bestätigter Untersuchungen noch nicht ausreichend liefern konnte?
Gewiss spielt die Genetik so gut wie immer eine Rolle, aber eben auch die Umweltfaktoren - beginnend bereits mit der pränatalen Phase und sich fortsetzend in Kindheit und Jugend. Das betrifft vor allem dich und deine Ehefrau, die ja für das Familienklima und für die Erziehung verantwortlich sind.
Selbst wenn eine Vererbung von ADS-begünstigenden Genen stattgefunden haben sollte, so ist dann immer noch nicht ein Ausbrechen der Krankheit die zwangsläufige Folge. Nicht jeder "Genschaden" wird auch krankheitswertig wirksam, wie uns die Neurobiologen versichern. Sogar bei eineiigen Zwillingen, die ja genau dieselben Gene geerbt haben, besteht nur eine Konkordanz von ca. 65%, dieselbe Krankheit zu bekommen.
Mir ist aus deinen Postings sehr stark aufgefallen, dass in eurer Familie starke Spannungen bestehen; ja, es sieht sogar so aus, als würdest du auf dem Rücken deiner Tochter euren Ehekonflikt austragen und suchst jetzt in diesem Forum nach neuer "Munition".
Deshalb nochmals mein dringender Rat: Sucht so schnell wie möglich eine qualifizierte Familien- und Eheberatung auf. Das "akademische" Diskutieren über Vererbungsfragen ist in deinem Fall nur Zeitverlust und Zuwarten macht die Dinge nur noch schlimmer.
Aber letztlich ist es deine Entscheidung, was du tust. Du musst allerdings die Folgen deiner Entscheidung deiner Tochter gegenüber verantworten.
Viele Grüße und alles Gute
Kassandra
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Hallo Kassandra,
ich bin erstaunt, dass du trotz meiner postings vom 28. und 29. Oktober, ( hast du sie gelesen ? ), dieser Meinung bist. Es ist mein einziges Bestreben, fuer meine Tochter das Beste zu finden.
Gruss,
Volker
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Hallo Volker,
auf deine Ermahnung hin habe ich deine Postings durchgelesen und dabei festgestellt, dass dir Herr Schmidt ebenfalls bereits empfohlen hatte, eine Familientherapie zu machen.
Es könnte also doch etwas dran sein an meinem Ratschlag.
Du sagst, dass du deiner Tochter helfen willst - das glaube ich gern.
Aber hast du schon einmal daran gedacht, dass deine Tochter sich nur ändern kann, wenn du und deine Frau sich ändern?
Es liegt jetzt alles bei dir, die verfahrene Situation zu bessern. Ruf' am besten heute noch deine Frau an und schlage ihr eine gemeinsame Sitzung bei einem Familientherapeuten vor.
Viel Glück!
Kassandra
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Hi Volker,
Kassandra hat es vielleicht etwas undiplomatisch ausgedrückt, jedoch möchte ich mich dem Ratschlag anschließen: Die Paarebene gehört offenbar bei Euch geklärt; wenn das gelingt, dann ist das Thema ADHS+Ritalin leichter zu lösen.
In größeren Städten gibt es Psych. Beratungsstellen, die nix kosten. Zumeist wird parallel Erz.-beratung angeboten. Wär das nix?
All the best
Bertram
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Hallo Kassandra und Betram,
Euren Rat finde ich gut und hatte dies bereits vor drei Jahren mit meiner getrennt lebenden Ehefrau angefangen und auf ihren Wunsch hin abgebrochen.
Vielleicht / hoffentlich kriegen wir es hin, das noch mal / erneut zu machen.
Der Hintergrund meiner Frage zur Vererbbarkeit war, das die Mutter meiner Tochter der Kinderaerztin und sich selbst gegenueber erklärt, sie und ihre Schwester haben ADS - da ist es doch kein Wunder, das die Tochter es auch hat . . .
Die Meinung von Herrn Schmidt dazu bei
http://www.ads-kritik.de/Leitfaden.htm
ist mir sehr wichtig als Munition dafuer,
mein Kind NICHT aufgrund fragwuerdiger Tests bei einer Kinderaerztin und angeblichem Vorhandensein von ADS bei Mutter und Tante zu pathologisieren, mit Psychopharmaka zu fuettern und nicht am Umfeld, zum Beispiel auch mit einer Familientherapie, da habt ihr wohl recht, zu arbeiten.
Gruesse,
Volker
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Hallo Volker,
DANKE für Deine Antwort.
Falls es Dir etwas hilft: Ich habe einen Reader (4,50 Euro)verfaßt (27 Seiten), der in erster Linie auf die verschiedenen - nachweislich hilfreichen - Therapiemöglichkeiten bei AD(H)S eingeht, und aufzeigt, dass viele Wege nach Rom führen. Der Reader beinhaltet sowohl psychosoziale als auch naturheilkundliche Therapieansätze (incl. Belege für die Wirksamkeit). Ziel ist u.a., den Glaubenssatz zu knacken, dass bei ADHS angeblich nur Psychostimulanzien etwas bringen.
Falls Dir so etwas interessant erscheint, um etwas anderes als Ritalin & Co. anzusteuern, kannst Du ihn gerne von mir beziehen.
MFG
Bertram
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NOCH ETWAS FÜR VOLKER:
Ärzte Zeitung, 28.02.2003
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Ein Elternteil muß über Therapie für Kind entscheiden
Urteil des OLG Bamberg
BAMBERG/GEMÜNDEN (ras). Geschiedene Eltern, die sich nicht einvernehmlich für oder gegen eine medizinische Therapie ihres gemeinsamen Kindes entscheiden können, dürfen die Verantwortung für eine Behandlung nicht dem Familiengericht übertragen.
Um Klarheit zu schaffen, muß das Gericht in einem solchem Fall die Entscheidungskompetenz einem Elternteil übertragen. Dieses Urteil hat das Oberlandesgericht Bamberg gefällt und damit die Beschwerde eines Vaters aus dem Landkreis Main-Spessart zurückgewiesen. Er wollte verhindern, daß sein offensichtlich am Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Syndrom (ADHS) leidender Sohn weiter mit dem Medikament Ritalin® behandelt wird.
Nach Ansicht des Oberlandesgerichts könne das gemeinsame elterliche Sorgerecht nicht aufrecht erhalten werden, da dies ein Mindestmaß an Verständigungsbereitschaft der Eltern voraussetzt. Da sich der Vater hartnäckig gegen den Einsatz des Medikaments gestellt und die Erkrankung seines Sohnes angezweifelt hat, sei eine Einigung der Eltern nicht mehr zu erwarten gewesen.
Deshalb war die nachträgliche teilweise Übertragung des elterlichen Sorgerechts auf die Mutter notwendig gewesen. Damit haben die Richter am OLG Bamberg die gleichlautende Entscheidung des Amtsgerichts Gemünden, die vom Vater angefochten worden war, bestätigt. Das Oberlandesgericht hat jedoch nicht darüber befunden, ob die Behandlung des Sohnes mit Ritalin® medizinisch indiziert war oder nicht.
Oberlandesgericht Bamberg Az.: 7 UF 94/02
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Hallo Betram,
ja, danke, sehr gerne nehme ich Dein Angebot fuer den Reader an. Soll ich EUR 4.50 in Briefmarken schicken ? Wohin ? Oder ein anderer Weg ?
Danke auch fuer das Urteil.
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Hi Volker,
das Urteil besagt einiges, jedoch nicht, DASS ES IMMER SO LAUFEN MUSS. Ich wollte es Dir jedoch zur Kenntnis bringen.
MFG
Bertram
PS: Wegen Reader mailen wir
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Ich bin eine betroffene Mutter und bin das erste Mal hier durchs Forum gesurft. Mir stellt sich hier die Frage, ob Ihr alle ADS-Betroffene seid? Oder ob Ihr nur Kritiker seid. Bei uns in der Familie läßt sich ADS 3 Generationen zurückverfolgen. Wobei er bei der älteren Generation unbehandelt blieb. Einer leidet jetzt unter schwersten Depressionen mit immer wiederkehrenden Schüben. Und der nächste ist an den Folgen von Alkoholismus gestorben. Da klingelt es bei mir, wenn ich an die zitierten Folgen einer unbehandelten ADS denke. Nach der Diagnose folgten Jahre der alternativen Behandlungsversuche, Ernährungsumstellung usw. Während einer wiederholten Ergotherapie begannen wir mit der Medikinet-Behandlung. Wir sagten jedoch der Therapeutin nichts davon. Nach zwei Sitzungen bat sie uns zu einem Elterngespräch und sagte , dass unser Sohn für sie unerklärbare Fortschritte gemacht hat. Sowohl in der Grob- als auch in der Feinmotorik sind alle für sie auffälligen Probleme wie weggefegt. Und das nach zwanzig Sitzungen mit eher mäßigen Erfolg. Bei der Logopädin das gleiche. Bei ihm wurde eine Hörverarbeitungsstörung diagnostiziert, was wiederum oft zur Legasthenie führt. Durch die Einnahme von Medikinet ist er in der Lage diese Störung so gut zu kompensieren, dass sich bei ihm keine Zeichen der Schwäche weiterentwickelt haben. Bei einem Test in der Schule, der für die PISA Studie landesweit in allen Schulen durchgeführt wurde hatte er keinen Fehler und war mit dieser Leistung Klassenbester. Ich möchte noch bemerken, dass ich auch noch ein gesundes Kind habe. Das ist für Eltern mit einem ADS-ler ein Segen! Weil man den Unterschied sieht, und nicht ständig mit sich am hadern ist.
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Hallo Annika,
es ist unbestreitbar, dass es ADS-Fälle gibt, die so gravierend sind, dass über eine gewisse Zeit hinweg ein Psychostimulans als in der Abwägung vertretbare Lösung erscheint.
Und dass diese starken, am Zentralnervensystem ansetzenden Mittel wirken, das ist ebenfalls unbestreitbar.
Du wirst glücklich sein, dass sich die Sorge um dein Kind auf diese Weise stark vermindert hat, und dass dein Kind jetzt gut in der Schule mitkommt und Freude am Lernen hat.
Aber bist du auch wirklich darüber im Bilde, wie Methylphenidat im Gehirn genau wirkt?
Kennst du die Namen der vielen Gehirnbereiche, an welchen dieses Stimulans angreift?
Weißt du, wie die einzelnen Gehirnbereiche zusammenwirken? Weißt du, welche Körperorgane außer dem Gehirn noch von der Medikamentenwirkung betroffen werden?
Kennst du die lange Liste von möglichen kurzfristig einsetzenden Nebenwirkungen?
Weißt du, wie sich die Einnahme des Mittels langfristig auf die Gesundheit deines Kindes auswirken wird?
Diese Fragen werden ja nicht gestellt, weil jemand Kritik um der Kritik willen betreiben will. Sondern deshalb, weil eben noch vieles im Unklaren liegt und das, was man schon wissen könnte, bei vielen nicht bekannt ist.
Viele Grüße und weiterhin deinem Kind alles Gute!
Kassandra
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Hallo Annika,
nun, wie man in Deinem Fall sieht, gibt es durchaus punktuell verblüffende Effekte von Methyphenidat. Das möchte ich gar nicht abstreiten. Es läuft jedoch nicht immer so, es gibt auch die Fälle wo es schlimmer wird, es gibt Fälle mit Depressionen als Folge-/Nebenwirkung u. Kinder, bei denen es ein halbes Jahr hilft und dann...? Meiner Erfahrung nach sind solche Reaktionen/Wirkungen, wie von Dir geschildert, die Ausnahme.
Ausserdem: Oft hilft etwas anderes oder hätte etwas anderes (weniger nebenwirkungsreiches) geholfen. Wie man sieht, hast Du wenigstens vorher Alternativen ausprobiert (wenn wohl auch nicht "alle").
Zu Deiner Frage, wer hier im Forum schreibt: Für meine Person kann ich sagen, dass ich Betroffene behandle.
Es ist auch gut, wenn im Forum Betroffene, Fachleute und "Nur-Kritiker" sind. Denn auch diese haben ein Recht auf ihre Meinung(sbildung).
Noch etwas: Dein Beitrag zeigt auf, dass die ADHS-Diagnose offenbar für alles mögliche verantwortlich gemacht wird (Alkoholismus, Depressionen). Vielleicht ist es ja auch umgekehrt: Es gibt einen Grund für den Alkoholismus (den ich nicht kenne). Und dieser Grund bewirkt viele Symptome (Alkoholkonsum, Unruhe, Unaufmerksamkeit etc.). Die "ADHS"-Symptome sind doch bei einer so schweren Belastung fast immer dabei. Oder gibt es etwa einen hochgradigen Alkoholiker, der die Ruhe selbst ist u. sich prima konzentrieren kann?
Gruss
Bertram
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