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Thema: Immer häufiger wird Risperdal gegeben!


Bei uns vor Ort wird hyperaktiven Kindern immer häufiger Risperdal gegeben. Das ist ein Neuroleptikum (!). Wie man sieht, "hilft" einfach alles...

Infos zu Risperdal:

http://www.bfarm.de/de/Arzneimittel/am_sicher/am_sicher_akt/index.php?more=RISPERDAL_FAQs.php

http://www.ads-kritik.de/ADS-Kritik17.htm (Alecs Geschichte)

Habt Ihr diesbez. Beobachtungen gemacht?

Sehr bedenklich ist auch der Hinweis im Beipackzettel (bez. Warnhinweisen u. Gegenanzeigen):

Bestimmte Krebsleiden
Blutbildveränderungen
Keine Erfahrung bei Kindern und Jugendlichen
Stoffwechselstörungen, bei denen die Produktion des Hormons Prolaktin im Blut erhöht ist (Hyperprolaktinämie)
Vorsicht bei Anfallsleiden (Epilepsie)
Vorsicht bei Schüttellähmung (Parkinson-Krankkeit)
Vorsicht bei schweren Leber-, Nieren- und Herzerkrankungen

Sehr ausführlich dazu:
http://www.med1.de/Forum/Kindermedizin/74588/




Risperdal wird meistens denen gegeben, wo der Arzt eher nicht glaubt, dass es sich um ein ADHS handelt.

Ich hatte jahrelang Risperdal (und auch noch anderes, zB: Melleril, Trileptal und sonstiges) genommen.

Risperdal und co wirken eben genau umgekehrt wie Ritalin und sonstiges.

Beim Schildern der ADS-Symptome denkt eben ein Arzt zuerst immer an Neuroleptika, weil die so schön die Konzentration verbessern und die Ablenkbarkeit und STimmungsschwankungen in den Griff bekommen.

Leider wirken diese Medikamente eben nur dann positiv auf die Konzentrationsfähigkeit, wenn sie bei der passenden Diagnose (Schizophrenie etc.) angewandt werden. Bei jemanden mit einem ADHS killen sie sozusagen noch den letzten kleinen Rest an Konzentrationsfähigkeit. Nach außen hin ist man schön ruhig, aber das ist wohl das einzige, das da gut wirkt.

Risperdal und ähnliche Medikamente sind meiner Meinung nach die Medikamente, die hauptsächlich in Form von "Ruhigstellen" wirken. Ob der betreffende Mensch dann noch leistungsfähig ist, ist ja egal.

Anmerkung am Rande:
Aus der Zeit, wo ich Risperdal etc genommen hatte, stammt auch meine 80%ige BEhinderung mit "möglicherweise dauernder erwerbsunfähigkeit" Als MEnsch der Risperdal nimmt, kann man eben weder Bücher lesen, noch lernen noch sich auf eine Arbeit konzentrieren, sei die Arbeit auch noch so trivial und simpel, mit Risperdal (usw) intus, geht auch das nicht mehr wirklich.
Außerdem sind damit jegliche Ideen und jegliche Kreativität weg, man wird sozusagen als Persönlichkeit "stillgelegt" und hat nichtmal mehr die Chance, drüber nachzudenken, woher die dauernde Depression und Gleichgültigkeit nun wirklich kommt.

Es klingt vielleicht erschreckend, aber während der Jahre mit Risperdal et al, kam ich in meinem Hirn nichtmal auf die Idee, über etwas nachzudenken, da war alles weg, ich kam nichtmal zu dem GEdanken "Wieso geht es mir jetzt so?" ich kam auch nichtmal auf den Gedanken, nach einer besseren Behandlung zu suchen. Ich hatte einfach alles so hingenommen, wie es mir gesagt worden ist.
Hätte ich nicht meine langjährige Therapeutin gehabt, ich hätte auch nicht mal den Arzt gewechselt und ich hätte heute auch nicht die Diagnose ADS. Sie war es damals, die meinte "So kann es nicht weitergehen" und mich dann zu einer ihr bekannten Ärztin schickte.

Leider kann sich keiner vorstellen, wie die Wirkung solcher Medikamente ist, der nicht selbst schon mal sowas geschluckt hat!!! (Ritalin ist dagegen - vom persönlichen Erleben her - "gar nichts", da wird weder die Persönlichkeit gekillt noch wird Kreativität oder das Denken abgetötet)
Ich würde nichtmal meinem ärgsten Feind wünschen, auch nur für die Dauer von einen Tag eine solche Tablette (zB Risperdal) schlucken zu müssen! Es ist einfach das grausamste, das man sich nur vorstellen kann.

Leider erkennt man das auch erst nachdem man dsa zeug nicht mehr schluckt, denn immerhin kann man während der Wirkung nicht auf die Idee kommen, sowas zu denken, da ist das Leben einfach nur ein fortwährendes "Dahinvegetieren" mit immer wieder auftauchenden Impulsen "Da ist einfach nichts mehr das ich bin - ich sollte mich umbringen"

Nebenwirkungen!!
Ich bekam Blickkrämpfe und erfuhr erst nach etwa einem Jahr - weil ich zufällig mal einen Blickkrampf bei meiner Psychotherapeutin hatte, dass das eine Nebenwirkung der Neuroleptika waren. Bis dahin dachte ich mir immer "Arg, was das wohl ist? Ich darf davon nur ja nicht meinem Arzt erzählen, denn er ist ja kein Augenarzt und denkt ich sei deppert"
Draufhin bekam ich noch Akineton gegen die Nebenwirkungen. Davor hatte ich schon eine Brille bekommen - kurzsichtig 2,25 Dioptrien - und als ich Akineton schluckte, brauchte ich die Brille nicht mehr (die mir aber einiges an GEld gekostet hatte!!), die Blickkrämpfe hatte ich aber weiterhin, also bekam ich neben dem Akineton noch Kemadrin dazu, beides gleichzeitig! Mit dem Effekt, dass diese beiden Medikamente eigentlich auch noch eine negative Auswirkung auf die Konzentrationsfähigkeit hatten! Ob sie gegen die Blickkrämpfe wirkten, weiß ich gar nicht, weil ich aus Angst vor Blickkrämpfen das Haus nicht mehr verlassen hatte. Immerhin bekam ich den Sch.. ja nur so gegen Ende des Tages nach einigem an Anstrengung.

Und immer wenn ich erzählte, ich konnte mich noch weniger konzentrieren, wurde die Dosierung dieser Neuroleptika noch erhöht.

Ähnliche Erfahrungen machte ich mit Antiepileptika.

Bei den Antiepileptika weiß ich zB von meinem Bruder, der Lese-Epilepsie hat und täglich etwa 600mg Depakine (Valproinsäure) schluckt, dass es das "Ich" total stilllegt. Er muß sich tagtäglich enorm zusammenreißen, das tun zu können, das er tun soll und tun will. Er ist eigentlich die ganze Zeit enorm müde und muß sich extrem überwinden etwas zu tun. Auch die Konzentrationsfähigkeit leidet etwas drunter. SEin Studium ist deshalb alles andere als einfach.
(Wobei er aber durchaus ohne Medikament leben könnte, aber nur dann, wenn er das Lesen bleiben ließe und nie mehr als ein paar Zeilen liest. Leider ist aber für ihn Lesen nicht nur im Studium, sondern auch in der Freizeit das wichtigste für ihn. --> in einer Studie zum Thema "Lese-Epilepsie" las ich mal, dass manche Patienten durchaus ohne Medikamente und auch ohne anfälle leben, da sie das Lesen einfach aus ihrem Leben weitgehend verbannt haben)

Beim Thema Neuroleptika könnte ich echt ausrasten --> diese Medikamente hatten mir einige Jahre meines Lebens geraubt. ;-(

Nicht auszudenken, hätte ich nicht meine Psychotherapeutin gehabt, die mich dann doch mal dazu bewogen hatte, endlich mal den Arzt zu wechseln und mir geholfen hatte, jemanden zu finden, der mir wirklich hilft und mich nicht nur ruhigstellt!!

Das schlimmste ist aber:
Kein Mensch, der nichtmal schon sowas geschluckt hat, kann sich vorstellen, wie es einem damit geht. Eigentlich geht es einem damit "gar nicht", da ist nichts mehr in einem Menschen, außer die dauernd vorkommenden Gedanken "Scheiße, da ist nichts mehr in mir, alles ist weg, vielleicht hilft es, mich umzubringen"


Das ärgste ist zudem auch noch, dass es damit arge Nebenwirkungen geben und sogar Spätfolgen geben kann!!!
zB kann mit Neuroleptika mal ein Parkinson ausgelöst werden, man hat ja auch schon mit den Neuroleptika als Nebenwirkung parkinsons-ähnliche Symptome. Wenn man Pech hat, bekommt man sowas dann auch später mal, wenn man das Zeug nichtmal mehr schluckt!!

Wenn man Pech hat, hat man davon einen lebenslangen Schaden.

Bei Ritalin ist die Gefahr eines lebenslangen Schadens eher sehr viel geringer. Die Gefahr für lebenslänge Schäden bei Ritalin schätze ich mal auf 1% ein, bei Neuroleptika zB 75%





Bertram:

Sehr bedenklich ist auch der Hinweis im Beipackzettel (bez. Warnhinweisen u. Gegenanzeigen):


Nicht die Nebenwirkungen sind das bedenkliche an Neuroleptika, sondern vor allem die WIRKUNG!!!

Mit sowas wird man elendiglich ruhiggestellt und man ist als Persönlichkeit sozusagen "ausgelöscht", da ist dann nichts mehr da von Idee, Kreativität oder "ich kann mit anderen Gespräche führen". Man ist als Mensch einfach mal stillgelegt und damit hat es sich.

Nach außen hin wirkt man schön ruhig, aber ansonsten ist das der entsetzlichste Zustand, den es nur geben kann. ;-(

Und außerdem besteht die Gefahr, schon während der Behandlung parkinson-Symptome zu bekommen. (die ich zB schon hatte!) Und wenn man Pech hat, bekommt man das auch später erst, wenn man zB das Medikament schon längst abgesetzt hatte! (Spätfolgen!!)

Das schlimme an der Sache ist aber, dass manche Ärzte eher bereit sind, Risperdal et al zu verordnen, weil sie Ritalin für ach so gefährlich halten. Dabei wäre es eher umgekehrt zu denken, denn immerhin sind die meisten der negativen Wirkungen von Ritalin mit dem Absetzen des Ritalins weg. Hingegen sind aber viele Nebenwirkungen der Neuroleptika mit dem Absetzen nicht weg, viele haben dann lebenslang Probleme oder bekommen verhäuft Parkinson,in Form eines medikamenteninduzierten Parkinsons.

Hier ist dann das schlimme, dass die Medikamente, die neben der Neuroleptikabehandlung schon gegen die PArkinsonsymptome helfen, dann später eben gar nicht mehr helfen. Hat einer mal einen Schaden, dann ist der nicht mehr so leicht wegzubekommen.

Grüße,
Gast005




Hallo Gast005,
Danke für den aufschlussreichen Beitrag!
Tatsache ist jedoch leider, dass die hiesige Kinder-Jugendpsychiatrie Risperdal bei Kindern immer häufiger verschreibt...
Einen Kommentar dazu kann ich mir wohl sparen.

Gruss
Bertram



PS: Wie man sieht, ist das bei uns kein Einzelfall (verstärkte Risperdal-Verschreibung):

http://mysnip.sucheforum.de/thema/2306/34550/Wer+kennt+sich+mit+Risperdal+aus%3F.html

Ein durchaus interessanter Thread hierzu!!!

Auszüge daraus:
Re: Wer kennt sich mit Risperdal aus?
Hallo Meike, unsere Klinik setzt Risperdal oft in Kombination zu einem Stimulanz ein, wenn das Kind sehr aggressiv ist oder auch (wenn auch seltener), wenn das Kind unter starken Einschlafstörungen (auch schon ohne Stimulanz) leidet. Es gibt in unserer Elterngruppe also eine ganze Reihe Eltern, deren Kinder zwei Medikamente bekommen.


Risperdal wird, wie die meisten modernen Psychopharmaka, überschätzt, da v.a. die Pharmafirmen in den USA nur Studien für neue patentgeschützte und sehr teure Medikamente finanzieren. Freunde von mir waren auf dem Kinder- und Jugendpychiatriekongress in San Francisco im Herbst diesen Jahres: Obwohl sie selbst reichlich Medikamente verschreiben, waren sie von den zahllosen Werbe- und letztlich Bestechungsveranstaltungen der Firmen mehr als entsetzt. Viele euphorische Würdigungen zur phänomenalen Wirkung von SSRIs bei Depression und Zwang oder den neuen atypischen Neuroleptika für nahezu jede (Verhaltens-)Störung sind schlicht gekauft. Das heißt nicht, dass Wirkstoffe wie Risperidon nicht neue Behandlungsaspekte und eingeschränkt auch -felder eröffnen, doch phänomenale Erfolge gerade in der konstruktiven Beeinflussung der hochkomplexen Verhaltenssteuerung sind nicht zu sehen und nicht zu erwarten. Auch sind insbesondere die atypischen Neuroleptika v.a. langfristig bei weitem nicht so nebenwirkungsfrei, wie man das zunächst vermutet und propagiert hat. Eine langfristige Behandlung mit Neuroleptika jeder Entwicklungsstufe ist jenseits der Schizophrenie-Therapie und Psychoseprophylaxe in jedem Fall kritischer zu sehen als beispielsweise die Medikation von Hyperkinetikern mit Methylphenidat.


(Hervorhebung im letzten Beitrag ist vor mir!)



UND NOCH EINE WARNUNG (ein Forumsbeitrag der hypies):

Hirnwiesieb
Hi !
Um Himmelswillen lass bitte die finger von risperdal !!!!!!!
Ich habe Risperdal eingenommen und ich kann dir sagen das dieses Medikament ein Teufelszeug ist.
Mich Quälten ständige Pakinson änliche Unruhezustände.
Um diese unangenehmen Nebenwirkungen etgegen zu wirken,musste mir ein weiteres Medikament verbareicht werden was wiederrum Starke Nebenwirkungen hatte.
Also ! Alles nur nicht Risperdal !


Quelle: http://www.hypies.de/phpBB2/viewtopic.php?t=130&start=15&




Bertram:
Hallo Gast005,
Danke für den aufschlussreichen Beitrag!
Tatsache ist jedoch leider, dass die hiesige Kinder-Jugendpsychiatrie Risperdal bei Kindern immer häufiger verschreibt...
Einen Kommentar dazu kann ich mir wohl sparen.
Bertram


Ich hatte damals ja sogar eine Brille gebraucht, die mir etwa 150 Euro gekostet hatte (die Krankenkasse zahlte ja nicht alles).

Da die Brille (2,25 Dioptrien) dann obsolet wurde, als ich gegen die Blickkrampf- und Parkinson-Symptome zwei Medikamente bekommen hatte, lagerte sie bei mir einfach irgendwo.

Was sollte ich also mit der Brille tun??
Außerdem: Wenn ich mal alt werde, werde ich ja eher weitsichtig als kurzsichtig, also kann ich sie dann auch nicht mehr gebrauchen.

Also verkaufte ich die Brille vor schon längerer Zeit einfach bei Ebay. Die Frau aus deutschland, die sie für 1,- Euro ersteigert hatte, freute sich wohl enorm über diese Brille. ;-) Und ich war sie endlich los.

Grüße,
Gast005




UND NOCH EINE WARNUNG (ein Forumsbeitrag der hypies):

Hirnwiesieb
Hi !
Um Himmelswillen lass bitte die finger von risperdal !!!!!!!
Ich habe Risperdal eingenommen und ich kann dir sagen das dieses Medikament ein Teufelszeug ist.
Mich Quälten ständige Pakinson änliche Unruhezustände.
Um diese unangenehmen Nebenwirkungen etgegen zu wirken,musste mir ein weiteres Medikament verbareicht werden was wiederrum Starke Nebenwirkungen hatte.
Also ! Alles nur nicht Risperdal !


Quelle: http://www.hypies.de/phpBB2/viewtopic.php?t=130&start=15&




Hi Bertram --- das ist aber dasselbe wie vom 12.5.!

Beste Grüße

globulus



Lieber Schreiber, vielen Dank für Ihren Bericht. Ich interessiere mich sehr für Ihre Erfahrungen
mit "Risperdal". Wir arbeiten für eine Fernsehsendung beim ZDF zu den Nebenwirkungen von "Risperdal" und würden uns sehr gern einnmal mit Ihnen austauschen. Könnten sie mich vielleicht einmal kontaktieren? Das wäre sehr hilfreich für uns. Natürlich können Sie anonym bleiben. Meine Mail-Adresse ist Randerath.A@zdf.de
Herzlichen Dank für Ihre Mühe
A.Randerath



Liebe Astrid,
Du beziehst Dich auf Postings, die mittlerweile 8 Jahre alt sind. Also bitte nicht enttäuscht sein, wenn sich Gast005 nicht meldet, er ist hier schon viele Jahre nicht mehr aufgetaucht, jedenfalls nicht unter diesem nick.
Trotzdem viel Erfolg!
Mod



hallo,

tja, über diesen skandal weiss hierzulande kaum jemand bescheid:

http://tinyurl.com/ngql6uf
gruss
bertram


Zuletzt bearbeitet: 31.10.15 20:42 von Administrator


Hallo Bertram,
danke für diesen interessanten link. Das Thema SSRI bei Kindern und Jugendlichen ist wirklich akut, bei uns gottseidank noch weniger als anderswo. Dass es bei uns nicht noch schlimmer wird, da sollten wir dazuhelfen.



Hallo zusammen, das Thema ist wirklich wichtig. Hier ein Link, was das Ganze auch mit ADHS zu tun hat.
http://www.spiegel.de/gesundheit/schwangerschaft/adhs-und-co-aerzte-verschreiben-kindern-immer-mehr-neuroleptika-a-945013.html

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Zum Café Holunder: