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Thema: die pharmaindustrie schläft nicht...


hmmm, da war doch mal ein thread "die pharmaindustrie schläft nicht"; naja, dann mache ich eben hiermit einen neuen auf:

http://www.prnewswire.co.uk/cgi/news/release?id=168055

gruss
bertram





Hallo bertram,
danke, ein aufschlussreicher link! Und ziemlich beängstigend. Bei den Gewinnen, die da für die Pharmaindustrie im Spiel sind, ist klar, dass ADHS unbedingt eine Krankheit bleiben muss!
Einen Vorteil hat das Pflaster: Kinder, die keine Lust mehr auf Ritalin haben, können es auf dem Schulweg entfernen...
Übrigens, - inzwischen schon 7,8% aller Kinder mit ADHS? Die Mutationsrate steigt rasant!
Gruß
Clara



ES KANN ABER AUCH SCHWER NACH HINTEN LOSGEHEN:

Merck wegen Schmerzmittel Vioxx erneut zu Millionenstrafe verureilt
Freitag, 7. April 2006

ddp

Washington - Der US-Arzneimittelkonzern Merck hat wegen seines Schmerzmittels Vioxx erneut eine Niederlage vor Gericht hinnehmen müssen. Ein Gericht in Atlantic City verurteilte das Unternehmen zur Zahlung von 4,5 Millionen Dollar (3,6 Millionen Euro) an einen 77-jährigen Kläger, der nach Einnahme des Medikaments einen Herzinfarkt erlitten hatte, wie das „Wall Street Journal“ am Mittwoch (Ortszeit) in seiner Online-Ausgabe berichtete. Der Konzern wies laut Urteil nicht ausreichend auf die Infarkt-Gefahr hin. Außerdem habe Merck die Risiken auch bei der Zulassung des Medikaments verschleiert.

Bereits im vergangenen August war der Konzern von einem Regionalgericht des Bundesstaates Texas zur Zahlung von 253,4 Millionen Dollar (212,5 Millionen Euro) Schadenersatz an die Witwe eines anderen Patienten verurteilt worden. In einem weiteren Verfahren im Staat New Jersey unterlag dagegen der Kläger, der seinen Herzanfall auf Vioxx zurückgeführt hatte. Merck hatte das Medikament 2004 vom Markt genommen, nachdem eine Studie der US-Arzneimittelbehörde FDA in Auftrag gegebene Studie zu dem Schluss gekommen war, dass sich das Herzinfarktrisiko bei einer längeren Einnahme des Medikaments verdoppelte. /afp


Quelle: Ärzteblatt



DAS HABEN WIR SCHON LÄNGER VERMUTET, HIER DAS GANZE SCHWARZ AUF WEISS:

http://www.medknowledge.de/abstract/med/med2006/03-2006-39-pharmaindustrie-da.htm

GRUSS
BERTRAM



hi,
oha! da gibt es sogar eine arzt-suche der pharmaindustrie im netz:

http://www.info-adhs.de/Psychosoziale_Faktoren_und_Ernaehrun.364.0.html?&fost=1

immerhin steht da:

Im Einzelfall können Überempfindlichkeiten auf Nahrungsstoffe zu ADHS vergleichbaren Symptomen führen, die dann aber durch eine entsprechende Diät behoben werden können (1). Dies ist nur bei etwa 10 Prozent der von ADHS betroffenen der Fall (3).




jetzt habt ihr es entgültig geschafft: meine schmerzgrenze ist überschritten und ihr habt eure spielwiese wieder für euch ganz allein. viel spaß!



da grünpflanzes "abschied" unter meinem beitrag mit dem zitat der pharmindustrie steht ("10% .... ) hat sie jetzt wohl die pharmaindustrie auf dem gewissen. ja, ist schon schlimm, was die immer schreiben, wir verstehen sie...

gruss
bertram



Hallo zusammen,

ich habe hier einen interessanten Artikel von meinem Hausarzt bekommen:

blitz-a-t 14. Juli 2006

PRIAPISMUS BEI THERAPIEUNTERBRECHUNG VON RETARDIERTEM METHYLPHENIDAT (CONCERTA)

Ein 16 Jahre alter Junge nimmt zur Behandlung des Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätssyndroms (ADHS) seit einem Jahr täglich 54 mg retardiertes Methylphenidat (CONCERTA) ein. Sobald er vergisst, das Medikament einzunehmen, entwickelt er bis zu 24 Stunden anhaltende und schmerzhafte Erektionen (Priapismus). Mit der nächsten Dosis Methylphenidat klingen die Beschwerden wieder ab. Unter der Therapie hat er sonst offenbar keine Störungen der Sexualfunktion (1).

Ähnliche Erfahrungen hat nach einem älteren Bericht ein 15-Jähriger ebenfalls mit CONCERTA gemacht, das er montags bis samstags einnimmt. Nach Erhöhung der Dosis von 24 mg auf 36 mg pro Tag hat er am folgenden therapiefreien Sonntag ohne sexuelle Stimulierung erstmals in seinem Leben intermittierende Erektionen, die jeweils 10 bis 15 Minuten lang anhalten, an den Folgesonntagen bis zu jeweils eine Stunde lang. Auch an einigen Wochentagen treten morgens vor Tabletteneinnahme Erektionen auf. 45 bis 60 Minuten nach Einnahme verschwinden sie und bis zum nächsten Morgen ist der Junge beschwerdefrei. In einer medikamentenfreien Ferienwoche leidet er fünf Tage lang an intermittierenden schmerzhaften Erektionen. Zwei Monate lang erwähnt der Junge sein Problem nicht. Da er aber berichtet, nachmittags müde und ohne Energie zu sein, wird die Tagesdosis auf 54 mg erhöht. Daraufhin nehmen in der Sonntagspause Dauer und Schmerzen der Erektionen zu und er vertraut seiner Mutter sein Problem an. Ein Urintest auf Drogen wie Kokain und Ecstasy, die ebenfalls Priapismus hervorrufen können, fällt negativ aus. Das Methylphenidat-Präparat wird ausschleichend abgesetzt. In den nächsten sechs Monaten tritt Priapismus nicht mehr auf (2).

Die beiden Berichte aus Kanada und den USA sind sehr ähnlich. Der wiederholte und enge zeitliche Zusammenhang spricht dafür, dass die Ereignisse kausal mit den Einnahmepausen der hoch dosierten Retardzubereitung mit Methylphenidat (CONCERTA*) zusammenhängen. Das Entzugsphänomen wird in den Fachinformationen von CONCERTA in Kanada, den USA und Deutschland nicht erwähnt. Es wird möglicherweise unterschätzt: Die betroffenen Jungen sind in einem Alter, in dem es schwer fallen mag, über anhaltende Erektionen zu sprechen. Daher sollte gezielt danach gefragt werden, insbesondere, wenn der Therapieplan Einnahmepausen am Wochenende oder in den Ferien vorsieht. Wir bitten gegebenenfalls um entsprechende Berichte.

1 Can. Adv. React. Newsl. 2006; 16 (3): 3

2 J. Pediatr. 2004; 144: 675-6

* In Deutschland ist in Dosierungen bis 40 mg mit MEDIKINET RETARD eine weitere retardierte Methylphenidat-Zubereitung im Handel.

Redaktion arznei-telegramm

A.T.I. Arzneimittelinformation Berlin GmbH

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Gf: Wolfgang BECKER-BRUESER



hi,
psychopillen boomen u. kosten millionen. sagen wir ja hier schon immer, auch wenn einige meinen, dass die pharmaindustrie ein wohlfahrtsverband ist:


NACHRICHTEN
Alle Schlagzeilen » Samstag, 12. August 2006

Teure Psychopillen: Fast fünf Millionen Kosten pro Tag

München (ddp). Die Zahl der Menschen, die täglich Psychopharmaka einnehmen, ist in den vergangenen fünf Jahren um 20 Prozent angestiegen. Gleichzeitig stieg auch der Preis für die Pillen gegen Depression, Schlafstörungen und Schizophrenie und Co. Rund 540.000 Menschen im Freistaat Bayern nehmen nach Erhebungen der Techniker Krankenkasse (TK) täglich Psychopharmaka. Die gesetzlichen Krankenkassen im Freistaat geben den Angaben zufolge pro Tag rund 750.000 Euro für Antidepressiva, Schlaftabletten und ähnliche Arzneien aus. Damit sind Psychopharmaka heuer in Bayern erstmals die ausgabenstärkste Medikamentengruppe. An Platz zwei liegen die Rheumatabletten mit Kosten von rund 720.000 Euro täglich. Bayerns TK-Chef Helmut Heckenstaller betonte: «Wir müssen nicht nur die Ausgaben für Medikamente in den Griff bekommen, sondern auch psychisch Erkrankte besser und effektiver ärztlich behandeln.» Neben Bayern seien nur noch in Hessen und Rheinland-Pfalz die Psychopillen an erster Stelle der Ausgabenliste. Bundesweit nehmen nach Angaben der TK täglich 3,3 Millionen Bürger diese Medikamente. Mit 4,8 Millionen Euro pro Tag sei es der dritthöchste Ausgabeposten im Bereich Arzneien.


quelle: netdoktor

gruss
bertram



danke , bertram.

hat hier nicht jemand behauptet, in Bayern wird nur jeder 2. psychisch Kranke behandelt?

schöne Zeit euch allen, ich bin erst mal reif für die Insel.

globulus




Hallo Matthias,
die Mitteilung über Priapismus (anhaltende Erektion) bei Jugendlichen bei Absetzen von das Dopamin-System beeinflussenden Psychostimulantien sind zwar Einzelfälle, aber sie geben dennoch zu Besorgnis Anlass.

Ich könnte mir den zu Grunde liegenden neuronalen Vorgang folgendermaßen vorstellen:

Wie HÜTHER darstellt, ist bei Patienten mit sogenannten ADHS-Symptomen das dopaminerge System im limbischen System (tief innen im Zentralhirn) überaktiv (was die immer wieder festgestellte Unteraktivität in Bereichen des Frontalhirns ja nicht ausschließt).

Der "ADHS"-Patient befindet sich sozusagen ständig "an der Zimmerdecke", sein dopaminerges System arbeitet auf Hochtouren, übermäßige Mengen von Dopamin werden hier fortwährend ausgeschüttet.

Wenn er nun mit Psychostimulantien behandelt wird, übernimmt die "Pille" die Dopamin-Regulierung, indem sein eigenes überstarkes System sich ausschaltet und eine Herabregulierung des Systems auf ein niedrigeres Level erfolgt.

Wird die "Pille" nun abgesetzt, setzt das eigene überstarke dopaminerge System plötzlich wieder mit voller Wucht ein - und dies könnte möglicherweise die Ursache für den erwähnten Priapismus sein.

Bei Normalpersonen mit normalem dopaminergen System haben Psychostimulantien nun gerade die entgegengesetzte Wirkung: Sie verstärken die Dopaminausschüttung und somit auch das sexuelle Arousal und die sexuelle Performance. Von Menschen, die z.B. Kokain schnupfen, wird diese sexuell stimulierende Wirkung ja immer wieder berichtet. Auch bei Verliebten wurde ja die Erhöhung der Dopamin-Ausschüttung und vice versa die Erniedrigung der Serotonin-Ausschüttung berichtet (Universität Pisa-Florenz).

Kassandra



hallo kassandra,

Du schreibst:

Bei Normalpersonen mit normalem dopaminergen System haben Psychostimulantien nun gerade die entgegengesetzte Wirkung


also doch ein annormales dopaminerges system?

gruss
bertram



Hallo Bertram,
"entgegengesetzt" bezieht sich auf das vorher Gesagte.
Ich habe ja auch dann noch erläutert, wie Psychostims bei "Normalpersonen" wirken.
Alles klar?

Viele Grüße
Kassandra



Hallo bertram,

also doch ein annormales dopaminerges system?


Ich verstehe das so: Es deutet einiges darauf hin, dass Kinder sich im Lauf der ersten Lebensjahre ein überentwickeltes dopaminerges System erwerben können, und zwar als Antwort auf die Auseinandersetzung mit einer zu stressigen Umwelt.

Auch vom exzessiven Computerspielen kriegen Kinder ein anderes Gehirn als "normal".

Es ist also nicht angeboren.

Gruß
Clara





HALLO;
HABE NUR PROBLEME MIT DEM "DOPAMINERGEN SYSTEM". DAS KLINGT FIXIERT, STATISCH. MÖCHTE VERMUTEN DASS MAN EINFACH DAVON AUSGEHT (RÜCKSCHLÜSSE).
DENN - SONST WÄREN WIR JA WIEDER BEI DER "HIRN-ANOMALIE"

gruss
bertram

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