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Thema: die pharmaindustrie schläft nicht...


hallo,
das mit den 4jährigen, die ritalin & co bekommen ist noch gar nichts gegen einen lokalen kinderarzt hier vor ort, der - auch auf öffentlichen diskussionsveranstaltungen - dafür plädiert hat: JE FRÜHER MPH VERSCHREIBEN DESTO BESSER. kein problem sei das bei kleinkindern, war seine devise. achja, auf nachfrage im publikum nach nebenwirkungen.... da würde es keine geben.

so viel zur realität (zum glück nicht überall realität, aber kann ja noch kommen...)

gruss
bertram



PS:
interessant ... und die verflechtungen mit der pharma-industrie aufzeigend:

http://www.lehrerfreund.de/in/schule/1s/ritalin-usa-4-jaehrige-kinder/4036/

gruss
bertram



Nur schade, dass dort CCHR, eine Scientology-Organisation, als Quelle zitiert wird. Aber das beweist natürlich nicht, dass der Inhalt (connection zwischen AAP und Pharma) falsch wäre...


Zuletzt bearbeitet: 02.11.11 21:51 von Dolfin


Hallo Bertram,
das ist mal wieder echt krass, arme Kinder. Es lässt mich nach Möglichkeiten zum Schutz der Kinder fragen - aber dafür wären doch eigentlich die Eltern, und, wenn die es nicht gebacken kriegen, die Kinderärzte zuständig - wie kommt man dagegen an ...

Auf Youtube gab es mal einen Film über Therapien (Pseudopsycho-, und Pharma-) an Kindern mit tödlichen Nebenwirkungen. Es wurde von dem Todesfall von einem ca dreijährigen Mädchen erzählt, das Psychopharmaka bekommen hatte (ich habe leider keine Ahnung von Quelle und Wahrheitsgehalt).

Alle reden von Bildung, lebenstüchtig macht Bildung aber nur, wenn sich Gefühl, körperliche Impulse und Verstand GEMEINSAM entwickeln können - wie soll das gehen, wenn bei den Kleinkindern der impulsive und emotionale Teil chemisch gedämpft werden?





Hallo,
ich war nachdenklich, ob ich mit meinem Kommentar nicht übertrieben habe - als Nicht-Psychiater und Nicht-Neurologe will ich fachlich kompetenten Leuten nicht reinreden, wenn sie bei seltenen Fällen von einem neurologischen Problem ausgehen, (was ja eine Erhebung und Beantwortung psychosozialer Probleme nicht ausschließen muss), und dann von einer Psychopharmakaverschreibung für die Patienten Linderung erhoffen.

Doch wenn sich der Kinderarzt so ausdrückt, wie du erzählst:
"JE FRÜHER MPH VERSCHREIBEN DESTO BESSER. kein problem sei das bei kleinkindern, war seine devise. achja, auf nachfrage im publikum nach nebenwirkungen.... da würde es keine geben".
Dann gehe ich davon aus, dass er KEINE sorgfältige Abwägung von Nutzen und Schaden macht.

Es kursiert derzeit ein hübsches Sprichwort: "auf welcher Droge ist DER denn?"





Unter der Überschrift "Pharmaseelsorger" schreibt DER SPIEGEL:

Ein fragwürdiges Verständnis von Transparenz gibt die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) zu erkennen. In einer Selbsterklärung sollten 7o Funktionsträger, unter ihnen Mediziner angesehener Hochschulen, bereits vor einem Jahr angeben, inwiefern sie persönliche Honorare etwa für Beratungen von pharmazeutischen Firmen kassieren. Bis April hatten nur 54 von ihnen die Erklärung abgegeben — knapp die Hälfte musste Beziehungen zu Unternehmen einräumen. Inzwischen haben zwar auch die anderen geantwortet, jedoch sind ihre Interessenkonflikte anscheinend so brisant, dass die DGPPN jetzt beschlossen hat, sie auf Wunsch der Mitglieder unter Verschluss zu halten.

Quelle: DER SPIEGEL 50/2011, S. 144
Noch Fragen, Kienzle?



Wundert mich nicht. Ist dasselbe wie mit den vielen (ehemaligen) Abgeordneten mit Beraterverträgen bei irgendwelchen Firmen, wodurch natürlich ihr politisches Verhalten überhaupt nicht eingeengt werde ...

Viele werden persönlich überzeugt sein, dass die Forschung, auf die sich die Pharmakonzerne berufen, integer und überhaupt das Beste sei. So haben sie es gelernt, und so lange sie es glauben, ist ihre Welt in Ordnung. Also sind diese Psychiater selbst in Ordnung, und wenn sich wer über sie beklagt, muss das Problem beim "Angreifer" liegen.





hallo,
gehört der beitrag von katharina in den bereich "witze"?
klingt so...

gruss u. happy new zappelfree year
bertram



He bertram, Katharina hat doch völlig recht, oder wie oder was...sie schreibt doch ausdrücklich in indirekter Rede.


Zuletzt bearbeitet: 02.01.12 22:15 von Beppo


hi,
hmpf, offenbar habe ich die ironie von k. missverstanden. now I understand...

naja, man kommt in die jahre ... :-)

gruss
bertram



Hallo Bertram,
ich bin einfach frappiert von der Selbstsicherheit einiger Leute ...



Aus aktuellem Anlass.

Die Citigroup hat die Aktie von Shire Pharmaceuticals auf "Buy" mit einem Kursziel von 2.400 Pence belassen. Der jüngste Kursrückgang biete einen günstigen Zeitpunkt zum Einstieg, schrieb Analyst Liav Abraham in einer Studie vom Donnerstag. Die Ergebnisse der Briten dürften in den nächsten fünf Jahren stärker als der Rest der Pharmabranche zulegen. Der US-Markt für Medikamente gegen Aufmerksamkeitsdefizit und Hyperaktivitätssstörungen (ADHS) dürfte weiter stark wachsen, wovon vor allem Shire profitiere.


Quelle

Pharmawerbung auf Umwegen

Gruß Manfred



hallo,
somit haben offenbar alle FATIGUE-erkrankten AD(H)S:

In Fachkreisen gilt Methylphenidat als Hoffnungsträger. Die Substanz aus der Gruppe der Weckamine fördert die Konzentration und steigert die Entscheidungs- und Leistungsbereitschaft. Zudem kann Methylphenidat körperliche Abgeschlagenheit und Müdigkeit unterdrücken. Mehrere kleine Phase-II-Studien konnten positive Effekte bei Patienten mit Fatigue nachweisen. In einer auf dem Deutschen Krebskongress 2012 veröffentlichten und von der Deutschen Fatigue Gesellschaft unterstützten Studie ergab sich jedoch kein signifikanter Unterschied zu Placebo. Trotzdem befürwortet die Fachgesellschaft weiterhin den Einsatz von Methylphenidat. Rüffer: »Unsere und andere Studien weisen darauf hin, dass einzelne Gruppen profitieren können.« Hierzu gehöre vor allem die Untergruppe der Patienten, die seit mehr als drei Jahren unter Fatigue leiden.


http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=41683

oder auch: MPH macht alle glücklich, auch ohne AD(H)S...:-)

gruss
bertram



hallo,
da läuft ne imageverbesserung (ist offenbar dringend nötig):

http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/50121

gruss
bertram



Das sieht man zum Beispiel daran, dass einige Berliner Hotels ihre Dehoga-Sterne abgegeben haben, weil Pharmafirmen aufgrund des FSA-Kodexes keine Fünf-Sterne-Hotels mehr buchen.


Das heißt, dasselbe Hotel wird gebucht, es hat nur keine 5* mehr.

Das nenne ich einen wichtigen Schritt weg von dem Geruch der Bestechlichkeit, hin zu Transparenz und Wissenschaft ! Ein Hoch auf die Pharmaindustrie!!!

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Zum Café Holunder: