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Thema: Wie helfe ich meinem Kind?


Hallo Doris,
auch mich bedrückt die Situation, die du ansprichst, sehr.

Unser Schulsystem ist in seiner Form der Regelschule, der Realschule und des Gymnasiums auf den im Großen und Ganzen allseitig gleich begabten, psychisch gesunden Schüler ausgerichtet. Für Schüler, die eine besondere Förderung benötigen, gibt es die diversen Zweige der Förderschulen.

Aber wo ist ein Kind schulisch gut aufgehoben, wenn es zum Beispiel im sprachlichen Bereich überdurchschnittlich begabt, im praktischen Bereich aber sehr unterdurchschnittlich begabt ist? Ein solches Profil erscheint häufig im HAWIK-Intelligenztest bei Kindern mit autistischen Zügen, wenn z.B. Asperger-Autismus vorliegt.

Solche teilleistungsgestörten Kinder finden nicht nur keine zu ihnen passende Schule, sondern sie finden dann später noch weniger einen ihnen entsprechenden Beruf. Finden ja heute nicht einmal Kinder mit durchschnittlichen Schulabschlüssen und anschließender Lehre oftmals keinen Arbeitsplatz und müssen sich als Hartz-IV-Empfänger registrieren lassen.

Auch eine Behindertenwerkstätte ist für solche Kinder nicht der richtige Ort, da sie dort unterfordert sind. Darüber hinaus sind auch die Behindertenwerkstätten schon überfüllt, da sich dort immer mehr Jugendliche als Bewerber vorstellen.

Ich habe ein Kind in meiner Bekanntschaft, das heute genau vor dieser deprimierenden Situation steht. Ist es da verwunderlich, wenn sich so mancher dieser jungen Menschen radikal agierenden Gruppen anschließt, oder sich der Drogensucht ergibt?

Eine Lösung dieser traurigen Situation ist jedoch zur ZFeit weniger denn zuvor in Sicht.

Viele Grüße
Kassandra



Hallo Kassandra,

es muss ja für Kinder, die nicht so ins Schema 08/15 passen ja nicht einmal eine andere Schule sein.

Da wäre Flexibilität bei den Messzahlen für die Schüler einer Klasse angesagt. Im Kitabereich gibt es so etwas. Da können die Gruppengrößen reduziert werden, wenn es besondere Umstände gibt z.B. mehr als 2 ausländische Kinder, Kinder mit Verhaltensauffälligkeiten ect... Da ich früher als Verwaltungskraft in einem solchen Bereich gearbeitet habe auf Seiten der Genehmigungsbehörden, fand ich das gut. Es kann sogar Mehrpersonal zusätzlich geben.

Selbst für den Schulbereich kann die Schulaufsicht Mehrpersonal genehmigen, wenn es besondere Umstände wegen einzelner Schüler gibt.

Es wäre allerdings besser, könnte man die Klassengröße reduzieren.

Der Rektor unserer Rs hatte sogar ein Angebot der Schulaufsicht zu einem Lehrer mehr, auch zur Hilfe z.B. von Victoria abgewiesen. Da kann man nur den Kopf schütteln.

In der Realschule gibt es ja wegen erhöhter Anforderungen kaum Schüler, die Probleme mit der deutschen Sprache haben. Es gibt aber Schüler mit Diskalkulie, mit Legasthenie, mit massiven sozialen Problemen, agressive Schüler, Schüler mit psychischen Problemen usw...Bei Schülern mit besonderen Problemen müsste dies natürlich mit Attest belegt werden.

Wenn man hier auch den Lehrern Erleichterung verschaffen könnte, wäre das für alle besser.

Aber am Schlimmsten ist die Blindheit vieler Leiter weiterführender Schulen. Während die HS Leiter offen von den Problemen reden und sehr aktiv nach Lösungen suchen, mit viel Engagement arbeiten, reden sich Leiter und Lehrer weiterführender Schulen die Situation schön.

Ich hatte z.B. einmal ein Gespräche mit der Schulsozialarbeiterin, weil es Probleme mit einem Kind aus der Hauptschule gab. Mal abgesehen davon, dass diese Frau so richtig nett und einfühlsam ist und sich gut gekümmert hat um die Situation, konnte sie mir schildern, wie oft Eltern der Realschule händeringend um Hilfe bitten wegen der Gesamtsituation in der Realschule.

Sie meinte nur, das sie inzwischen, ohne auch nur mit einem Lehrer geredet zu haben ein sehr gütes Bild hätte. Das Schulleben in der Rs sei geprägt von Mobbing, Erniedrigung und Gewalt unter Schülern. Das macht viele Eltern wütend. Sie seien aber hilflos, weil abgewiegelt würde.

Mir ist klar, wieso ein solches Potential herrscht. Wenn jede Klasse überfüllt ist, wundert das ja nicht. In zu kleinen Räumen führt das zwangsläufig zu schlechter Stimmung.

Dazu kommt noch oft eine fehlende soziale Kompetenz. Viele haben nicht mehr gelernt, was Toleranz und Rücksichtnahme ist. Auch fehlt es vielen Schülern an Strategien mit Misserfolgen umzugehen. Dabei handelt es sich in 95% der Fälle um Jungs.

So wird der Frust an vermeindlich Schwächeren ausgelassen.

Aber all diese Jugendlichen müssen einmal arbeiten. Da wundert es nicht, dass Betriebe die Ausbildungsfähigkeit bemängeln.

Für das Kind in der Bekanntschaft hätte ich eine Idee:

Bei uns gibt es das Christliche Jugenddorf. Das ist eine Institution, die sich um Jugendliche mit besonderen Problemen kümmert, sie ausbildet und auch sehr unterstützt mit Hilfe beim Unterricht ect...

Diese Organisation gibt es in ganz Deutschland.

Eine Freundin von mir hatte da ihre Ausbildung gemacht und sie ist noch heute in Kontakt mit den Ausbildern.

Doris




Hallo Doris,
deine Forderung nach kleineren Klassen unterstütze ich voll und ganz.
Leider wird das aber ein schöner Traum bleiben und das Gegenteil wird eintreten, denn der Lehrermangel und die knappen öffentlichen Kassen werden die Klassenfrequenzen eher noch weiter ansteigen lassen.
Der Lehrermangel ist auch darauf zurückzuführen, dass heute immer weniger junge Menschen bereit sind, diesen nervenaufreibenden Beruf zu ergreifen. Insbesondere die Männer ziehen diese Berufswahl kaum mehr in Erwägung.

Für deinen Hinweis auf das christliche Jugenddorf danke ich dir sehr. Ich werde diesen Tipp gleich an meine Bekannten weitergeben.

Viele Grüße
Kassandra



Hallo mamamia,

dein Beitrag ist schon lange,lange her. Aber man findet wirklich kaum etwas an Erfahrungsberichten. Ich bin auch sehr an einer Micronährstofftherapie für unsere Tochter interessiert. Und scheinbar bin ich im gleichen Forum, in dem du gewesen bist. Ich wurde quasi ausgelacht, als ich geschrieben habe : Nährstoffe wären ja wichtig für die Entwicklung. Usw. Naja.
Ich hoffe, ich erreiche dich hierüber. Ich würde sehr gern genaueres wissen. Wie habt ihr es gemacht? Wie war der ganze Ablauf dieser Therapie? Die tollen Ergebnisse hast du knapp berichtet. Aber falls du mir Genaueres schreiben magst...
Ich würde mich sehr freuen.

Kathy4




Hi Kathy,

es gíbt einige Studien und viele gute Erfahrungswerte, die zeigen, dass folgende Substanzen bei AD(H)S-Symptomen
mitunter sehr gut wirken:

- Magnesium
- Zink
- Omega-3-Fettsäuren (Fischöl, Krillöl) ab 2 g pro Tag

Es wäre jedoch sinnvoll, Dich zu einem guten Heilpraktiker oder Naturheilarzt zu begeben, denn eine Ferntherapie macht wenig Sinn. Man sollte auch schauen, ob es einen Nährstoffmangel gibt, eine Schilddrüsenüberfunktion etc. etc.
Noch besser ist es, das Ganze mit Homöopathie zu kombinieren.

Die Dosierungen sind auch individuell anzupassen.

Auf jeden Fall wäre auch eine psychosoziale Beratung angezeigt. Man muss einfach schauen, wo das Ganze her kommt.

Gruss
Bertram



Ich kann bestätigen, dass bei vielen ADHS lern Omega3, Vitamin B und Magnesium viele Erscheinungen toll verbessert haben.



hi,
danke für die rückmeldung!

gruss
bertram

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