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Thema: Epigenetik: Erfahrungen verändern Gene


...Tim Kendall, ein Leiter des National Collaborating Centre for Mental Health (NCCMH), das für das National Institute for Health and Clinical Excellence (NICE) Behandlungsleitlinien erarbeitet, meinte gegenüber der BBC, der Nachweis von genetischen Varianten bei gerade einmal einem Sechstel der Patienten könne kaum belegen, dass das ADHS eine genetische Erkrankung sei. Gene würden seiner Ansicht auch nicht erklären, warum einige Kinder an einem ADHS erkranken, andere jedoch nicht.

Für pauschale Bewertung der Studienergebnisse scheint es tatsächlich etwas zu früh zu sein. Einen Einfluss auf Diagnose und Therapie der Erkrankung haben die Ergebnisse der Studie ohnehin nicht...


Ärzteblatt



Wir dürfen bei all diesen Korrelationsuntersuchungen auch niemals vergessen, dass mindestens der eine von beiden "Messwerten" schon mit hochgradiger Unschärfe, d.h. zweifelhafter Validität und Reliabilität belastet ist, nämlich die "ADHS-Diagnose". Es handelt sich ja nicht um eine homogene Population, wie wir immer wieder betonen. Und berücksichtigt man, dass sich die Ungenauigkeiten beider Messgrößen summieren bzw. multiplizieren zur Gesamtreliabilität (sog. "Minderungskorrektur"), so ist das insgesamt ein recht nichtssagendes Ergebnis. Man stellt einfach nur eine schwache Kovariation zweier Messgrößen fest. Kausalitäten sehen anders aus. Das ist etwas wie Kaffeesatzlesen.
Es gibt übrigens einen seh spannenden Artikel, der zeigt, dass ein Großteil der publizierten Hirnforschungskorrelationen auf statistischen Fehlern beruhen: http://neurocritic.blogspot.com/2009/01/voodoo-correlations-in-social.html oder
http://www.scientificamerican.com/article.cfm?id=brain-scan-results-overstated
oder hier die Untersuchung als pdf:
http://www.praxis-individualpsychologie.de/Voodoo_Correlations.pdf

Gruß

Matthias


Zuletzt bearbeitet: 03.10.10 18:49 von Matthias


hi,
bruce lipton infos u. videos:

http://www.gesundheitlicheaufklaerung.de/der-geist-ist-staerker-als-die-gene

gruss
bertram



hallo,
und wieder eine studie zum thema:

London/Sydney (dpa) - Wie der Vater, so die Tochter: Väter, die sich zu fettreich ernähren, zeugen mit erhöhter Wahrscheinlichkeit zuckerkranke Nachkommen. Das ergab eine Tierstudie, die in der Fachzeitschrift «Nature» vom Donnerstag veröffentlicht ist.


http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/1056090

gruss
bertram



Das ist mal wieder eine fragliche journalistische Aufarbeitung einer Studie.
in dem Artikel wird ja von "Schäden" an den Spermien gesprochen.
Ein Genschaden und Epigenetik sind ja 2 Paar Schuhe.

im Original http://www.nature.com/nature/journal/v467/n7318/full/nature09491.html
ist es eindeutig ein epigenetischer Mechanismus.

Man sieht, selbst in der "Süddeutschen" steht immer wieder Mist.



hi,
von "schaden an den spermien" spricht nicht nur die süddeutsche. look:

http://www.n-tv.de/wissen/Diabetes-durch-dicken-Rattenvater-article1756526.html

offenbar ist das eine übersetzungsart diverser zeitschriften, in englisch liest sich das so z.B.:

The researchers found the greatest difference in expression in a gene called Il13ra2. A gene's expression can be altered by methylation, in which methyl groups are added to the DNA, effectively 'silencing' the gene. But in the daughters of obese fathers, the level of methylation of this gene was around 25% of the level seen in the control daughters.


also lassen wir milde walten...

es grüßt
bertram





Naja, Milde.

Ich erwarte von einem Wissenschaftsredakteur der führenden deutschen Tageszeitung, dass er Genschaden und Gen-Schalter unterscheiden kann.
Einfach das abschreiben was irgendwer übersetzt hat, kann auch jede Schülerzeitung.

Service wäre auch die Originalarbeit zu verlinken.

nein, keine Milde.

globulus



Zuletzt bearbeitet: 27.10.10 08:52 von globulus


dear globulus,

wenn die methylierung etc. nicht mehr richtig funktioniert, kann man m.E. auch von einem schaden am gen sprechen. wenn etwas nicht mehr richtig funktioniert ist der begriff "schaden" sicher nicht ganz falsch. oder wäre das wissenschaftlich im hinblick auf gene wirklich soooo daneben?
jetzt sei doch a bisserl offenherziger der schreibenden zunft gegenüber und net so streng :-). wir sind alle nicht immer 100%ig.

sehr interessant hier der zusammenhang von ernährung (vitalstoffen, hihi!) und methylierung/gensteuerung:

auszug:
Dr. Frank Lyko, Leiter der Arbeitsgruppe Epigenetik, erhielt den Leibniz-Preis der Dt. Forschungsgesellschaft für die Erforschung der Bedeutung von Methylierungsprozessen der Erbsubstanz. Die Zufuhr von Methylgruppen, Folsäure, K, Mg und Carnithin schützt die Prozesse der Epigenetik, verhindert Präkanzerosen (eine Gewebsveränderung, die entarten kann), wirkt antikanzerogen und unterstützt die Reparaturvorgänge bei Fehlsteuerung des Genoms und der Proteine.


http://www.philognosie.net/index.php/article/articleview/811/

gruss
bertram



bertram:
dear globulus,

wenn die methylierung etc. nicht mehr richtig funktioniert, kann man m.E. auch von einem schaden am gen sprechen. wenn etwas nicht mehr richtig funktioniert ist der begriff "schaden" sicher nicht ganz falsch. oder wäre das wissenschaftlich im hinblick auf gene wirklich soooo daneben?


Ja, nicht die "methylierung funktioniert nicht mehr richtig" sondern die Methylierung ist die Markierung.

guck : http://de.wikipedia.org/wiki/DNA-Methylierung
Bei der DNA-Methylierung handelt es sich um eine chemische Abänderung an Grundbausteinen der Erbsubstanz einer Zelle. Diese Abänderung (Modifikation) wird durch die Übertragung von Methylgruppen durch Enzyme (DNA-Methyltranferasen) auf Nukleobasen an bestimmten Stellen innerhalb der DNA hervorgerufen. Da der jeweilige Grundbaustein an der jeweiligen Stelle erhalten bleibt, ist die DNA-Methylierung keine genetische Mutation. Die DNA-Methylierung ist eine DNA-Modifikation, kommt in sehr vielen verschiedenen (möglicherweise in allen) Lebewesen vor und hat verschiedene biologische Funktionen. Die Abfolge der DNA-Methylierung ist Teil des epigenetischen Codes einer Zelle.


gruss vom
globulus




Zuletzt bearbeitet: 28.10.10 11:41 von globulus


hi,
read this:

http://www.freitag.de/wissen/1043-der-code-des-linken-geistes

gruss
bertram

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