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Thema: Diagnose mangelhaft |
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hallo,
na prima, da wagen sich wenigstens die funktionäre aus der deckung. die örtlichen psychotherapeuten sind immer überaus "nondirektiv" und "empathisch" gegenüber der ärzteschaft, wenn es um das thema ritalin & co. geht. da wäre etwas mehr zivilcourage dringend geboten (herrn schmidt mal ausgenommen - schmunzel).
gruss
bertram
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Ja, lieber Bertram, da gebe ich Ihnen Recht! Die Stellungnahme des BDP ist mir denn auch wieder mal zu "softy". Der Verband nörgelt eigentlich immer nur herum, dass Psychologen zu wenig einbezogen werden in die Diagnostik und Behandlung von ADHS. Es geht ihm wohl nur darum, am finanziellen Kuchen des Geschäfts ADHS besser mitessen zu dürfen. Grundsätzliche Kritik am Konstrukt ADHS aber trauen sie sich nicht.
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Hallo alle zusammen,
in der Pressemitteilung wird leider auch nicht klar zwischen Psychologen und Psychotherapeuten unterschieden. Psychologen dürfen Störungen wie ADHS nicht diagnostizieren. Das ist Sache von Psychotherapeuten oder Ärzten.
Gast_2
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Das stimmt natürlich so nicht. Die Pseudodiagnose ADHS darf jeder stellen, egal ob Glaskugelleser, Arzt, Psychologe, Heilpraktiker, Fußrefleologe, Sterndeuter, NLPler, Emoflexer usw.
Wenn es allerdings um die kassenärztliche Kostenübernahme geht, dann sind hier nur zugelassene Ärzte, Psychologische Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichen-psychotherapeuten anerkannt.
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liebe doerte,
das stimmt natürlich so nicht. diagnosen mit KRANKHEITSWERT (was ja ADHS offiziell ist) dürfen nur heilpraktiker, ärzte u. - as far as I know - zugelassene psychotherapeuten stellen. sonst wäre das ein verstoß gegen das heilpraktiker-gesetz. also mit sterndeuter-diagnosen...
gruss
bertram
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Lieber Betram,
in der Praxis ist es ja so, dass Lehrer, Eltern und Pädagogen die Diagnose häufig ohne mit der Wimper zu zucken aus dem Bauch heraus "stellen", und dann nur noch einen Arzt etc. suchen, der das verschriftlicht und damit festschreibt. Ich erinnere an die unsäglichen "Selbsttests" im Web und an den Druck, den manche Lehrer auf Eltern ausüben, "endlich" ihr Kind auf "ADHS" testen zu lassen. Es ist auch ganz im Sinne der biologischen und pharmakologischen Vertreter, zu suggerieren, die Diagnose könne praktisch jeder stellen, und "ADHS" sei ganz einfach und eindeutig zu erkennen.
Grüße
Matthias
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hallo,
nunja, bei dem verhalten ist's die frage, ob's nicht eher eine störung des sozialverhaltens ist ("trotz 40mg ritalin..."):
http://www.ksta.de/html/artikel/1246883683582.shtml
immerhin ne interessante einrichtung, die da vorgestellt wird. "bärige therapie"
bertram
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hallo,
paßt auch beiläufig zum thema "diagnose mangelhaft". ein 16jähriger, den ich betreue, war letzte woche bei der agentur für arbeit (wegen berufsfindung).
die sachbearbeiterin hat ihm ritalin & co. geraten. so läuft bei uns die diagnostik...
na bravo!!
gruss
bertram
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Hallo Bertram,
das ist wieder der typische oberflächliche ADHS-Forschungs-Schwachsinn! Man hat ja schon hunderte angebliche Hirnbesonderheiten bei "ADHS" gefunden, aber was beweisen die? Nur, dass das Gehirn sich je nach Nutzungsbedingungen entwickelt. So allgemein, und nicht spezifischer ist das. Keineswegs ist man damit ADHS auf der Spur. Londoner Taxifahrer haben ein anderes Gehirn als ein Eifelbauer. Die ADHS-Forscher interpretieren das damit, dass jemand, der ein bestimmtes Gehirn hat, Eifelbauer oder Londoner Taxifahrer wird. Welch altmodischer Unsinn, denn genau umgekehrt wird ein Schuh draus!
Und was noch typischer ist: Über "ADHS" belegen solche Untersuchungen gar nichts, solange man die Befunde nicht endlich mal mit anderen Verhaltensstilen oder Verhaltensstörungen vergleicht. Solange das keiner macht, kann man nicht davon ausgehen, dass solche Studien irgendetwas Spezifisches für "ADHS" belegen.
Also kalter Kaffee.
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hi,
wie man sieht, ist nicht nur bei ADHS der ganze background u. die therapie umstritten u. wackelig, auch beim thema depression (sogar die serotonin-mangelhypothese ist fragwürdig):
http://articles.mercola.com/sites/articles/archive/2010/05/08/robert-whitaker-interview.aspx
auszug:
What the Research Says about Alternative Treatments for Depression
One study conducted by Duke University in the late 1990’s divided depressed patients into three treatment groups:
1. Exercise only
2. Exercise plus antidepressant
3. Antidepressant drug only
After six weeks, the drug-only group was doing slightly better than the other two groups. However, after 10 months of follow-up, it was the exercise-only group that had the highest remission and stay-well rate.
gruss bertram
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hi,
wieder mal ein deutlicher hinweis, dass es eben keine genetische ursache gibt!:
ADHS: Oft Ritalin statt Erziehung
Stockholm –
An einer Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (AHDS) leiden bevorzugt Kinder aus sogenannten schwierigen Familienverhältnissen. Schwedische Public Health-Forscher führen in Acta Paediatrica (2010; 99: 920-924) die Hälfte aller Erkrankungen auf ein niedriges Bildungsniveau der Mutter und auf Alleinerziehende zurück.
http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/41445/ADHS_Oft_Ritalin_statt_Erziehung.htm
tja, und die logik "ritalin statt erziehungsberatung" wird wieder einmal absurder...
mit zufriedenem gruss
bertram
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