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Thema: adhs ist keine erfindung,aber..


hallo

ich selber wurde kürzlich mit der diagnose adhs im erwachsenenalter (nach gründlicher anamnese der kindheit,lebensgeschichte etc..) konfrontiert und habe seither einiges zur thematik gelesen und ua. auch dieses forum hier gefunden.

was mich hier stört ist dass viele hier adhs vor allem als erziehungsfehler bzw eine art charakterneurose betrachten und nicht als biochemische imbalance im gehirn.

ja ich nehme ritalin in sehr geringer dosierung,hatte anfangs auch ein paar unerfreuliche nw aber die haben sich wieder verflüchtigt und ich kann mich nun besser konzentrieren.

ich fühle mich weder wie auf koks noch wie auf sonst einer droge aber was ich zum thema sagen möchte, ist dass ich mir sehr wohl bewusst bin dass die meisten medikamente auf dauer nicht gesund sind (egal welche) und ich psychopharmaka eigentlich auch eher kritisch gegenüber stehe.
ich muss auch sagen dass ich mit der dosierung selbst sehr gut umgehen kann und keinerlei suchtgefühle verspüre.
an manchen tagen lass ich es sogar ganz aus und ritalin ist auch die einzige chemie die ich mir gebe.

meine kindheit war übrigens schön, ich habe keine traumen erlebt und auch meine eltern haben mich vernünftig erzogen,weder zu streng noch zu lasch,soziale probleme haben wir auch nicht und ich wurde gefördert (sollte jetzt KEIN vorurteil gegen sozial schwächere sein, habe selber bisher nicht viel erreicht...)
mein bruder wurde genauso wie ich erzogen und hat diese probleme nicht,meine eltern ebenfalls nicht.

daneben habe ich zwischenzeitlich auch andere psychische und seit einigen jahren körperliche störungsbilder die grundlos kommen und gehen und seit ein paar jahren ein merkwürdiges hautproblem.

ich war seit ich mich erinnern kann irgendwie "anders" und auffällig aber lernte mich trotzdem in der schule anfangs sehr leicht.
oft habe ich mich als kind und jugendliche gefragt warum ich so bin?
nach gründen gesucht,bei meinen eltern,mir selbst die schuld gegeben etc...
auch selber schon viel versucht um mich zu bessern,ne terapie gemacht als jungendliche
alles ohne ergebnisse.

ich hatte schon immer grosse probleme vor allem mit motorischer konzentration,antrieb,motivation,alltägliche entscheidungen fällen und manchmal auch kommunikation.
auch hyperaktivität und bewegungsdrang ist ein thema, auch heute noch als erwachsene.

was das vorschnelle diagnostizieren von adhs bei kindern und die voreilige gabe von ritalin betrifft teile ich auch eure meinung, ja es mag sogar fälle geben wo die kinder nur überaktiv/lebhaft sind aber mit dem konzentrieren gar keine probleme haben und alleine wegen ihrer lebhaften art ruhiggestellt werden sollten.
das finde ich auch sehr traurig und bedenklich.
zudem sollte man soweit lieber alternative terapien ausprobieren, das finde ich auch besser als vorschnell mph zu verschreiben.
und wenn es gegeben wird wird es leider vor allem bei kindern oft sehr hoch aufdosiert, was ich ebenfalls bedenklich finde.
am wichtigsten ist auch eine genaue diagnostik nach strengen richtlinien,gründlicher ausschluss körperlicher störungen und das betrachten des sozialen umfelds.

nun zum eigenen thema:
es gibt adhs, bzw störungen die wohl unter diesem krankheitsbegriff zusammengefasst werden,es ist ja nur ein name wie viele andere auch.
aber man muss die dinge eben auch irgendwie benennen,unsere welt ist eben nun mal so ausgerichtet.

allerdings liegen die ursachen manhchmal auch tiefer, dh häufig sind es verschiedenste nährstoffmängel,milde schilddrüsenstörungen oder andere dinge die diese erkrankung verstärken können.
und es könnte auch gut stimmen dass die neurotransmittoren gestört sind, auch dann wenn kein nährstoffmangel vorliegt und die krankheit wirklich im gehirn entsteht.

die genetische hypothese über adhs muss ebenfalls so nicht stimmen,ausserdem gibt es eine vielzahl von genen und nicht nur eines was dafür zuständig sein könnte.
trotzdem handelt es sich hier vorrangig um eine neurochemische imbalance, auch wenn die erziehung auch eine rolle spielt.

diese imbalance wird in unserer reizüberfluteten konsum- und leistungsgesellschaft natürlich weiterhin verstärkt und auch die qualität der ernährung ist heute nicht wirklich mehr die beste.

so bin ich schon vor einiger zeit zu dem entschluss gekommen mich gesünder zu ernähren,auch von der menge her genug zu essen und einige nährstoffe zu ergänzen, was auch schon kleine erfolge mit sich brachte.

und nein, meine körperlichen probleme die bild ich mir nicht ein, denn wenn es mir extrem schlecht geht dann muss ich sehr viel essen damit ich mich langsam wieder "hockriege".
und ne essstörungen habe/hatte ich auch keine, also so diäten machen und so.
bin zudem von natur aus auch kleiner und schlanker wie andere,habe wohl hormonelle störungen,eine sonnenallergie...

also dahinter steckt wohl zusätzlich auch ein nährstoffmangel der sich bei mir eben stärker ausgewirkt hat als zb bei anderen aus meiner familie (wir aßen/essen ja nicht mal wirklich so ungesund bei uns zuhause).

traurig aber wahr,
einerseits gelten wir "nur" als "schlecht erzogen",
und niemand hinterfragt die genauen ursachen der erkrankung,
und am ende macht auch die leistungsgesellschaft druck.
nur weil wir "anders" sind.

da braucht sich auch keiner mehr groß zu wundern warum adhs in den letzten jahren angeblich so stark zugenommen hat....




Zuletzt bearbeitet: 12.10.10 15:48 von kritisch


Doch, ADHS als angeblich eigenständige nosologische Entität ist eine reine Erfindung. Deine Schilderung ist ja der beste Beleg dafür. Du machst ja den üblichen Denkfehler, indem du nicht unterscheidest zwischen unspezifischen Symptomen (z.B. Unkonzentriertheit) und angeblich spezischer Krankheit ADHS. Deine Symptome gibt es, aber eine Krankheit ADHS nicht. Wieso ist das so schwer zu verstehen? (grübel)



dann beweist mir mal das gegenteil, nämlich dass es adhs NICHT gibt.
es gibt soviele menschen die die selbe kombi an symptomen haben (unkonzentriertheit,vergesslichkeit,bewegungsdrang,intensive interessen,et...) und das seit sie denken können.

wie ich schon gesagt habe es gibt adhs aber die genauen ursachen bei jedem einzelnen sind nich so gut erforscht.

liebe grüße



dann beweist mir mal das gegenteil, nämlich dass es adhs NICHT gibt.

Du Witzbold! Man kann nicht beweisen, dass es etwas nicht gibt. Sonst wär ja längst bewiesen, dass es Gott nicht gibt. Wer behauptet, dass es etwas gibt, ist beweispflichtig. Du müsstest also beweisen, dass all die Menschen, die deiner Meinung nach dieselben Symptome haben, auch dieselbe Krankheit haben. Aber streng dich erst gar nicht an, das wird dir genauso wenig gelingen wie der weltweiten ADHS-Forschung seit 40 Jahren. Du solltest deinen nick ändern in "unkritisch".



hallo beppo

ich kenn dich zwar nicht aber hast du selst die symptome von adhs? (auch wenn du dran nicht glaubst)

oder komische körperliche sachen ohne diagnose die vl zb mit nährstoffmängel zu tun haben?

für mich ist adhs noch hundertmal realistischer und wissenschaftlicher als zb die ganze psychoanalyse, auch wenn es ein sammelbegriff sein mag.

lg



Zuletzt bearbeitet: 13.10.10 12:09 von kritisch


ich kenn dich zwar nicht aber hast du selst die symptome von adhs? (auch wenn du dran nicht glaubst)

Ich sag´s ja, du bist ein Witzbold. Was du für widersinnige Fragen stellst! Wenn ich nicht an ADHS glaube, werde ich doch wohl keine entsprechenden Symptome haben. Aber auch wenn, würde ich nicht denken, dass ADHS dahinter steckt. Ich fände eine bessere Erklärung.
Und hör mir auf mit dem Nährstoffmangel-Unsinn. Wer sich bei uns normal ernährt, hat keinen Nährstoffmangel. Und was die Psychoanalyse betrifft: Was willst du damit sagen? Die Theorie der Psychoanalyse ist immer noch die beste Theorie zur Erklärung psychischer Störungen.



Hallo zusammen!
@Beppo:
Die Theorie der Psychoanalyse ist immer noch die beste Theorie zur Erklärung psychischer Störungen.

So ist es! Aber wenn einer glaubt, ADHS sei eine körperliche Störung, ist er natürlich nicht geeignet für eine psychoanalytische Therapie. Dann muss er halt Tabletten schlucken, solange, bis man ihn genetisch oder hirnchirurgisch "heilen" kann.
Es hat also jeder die Wahl bei ADHS, welche Therapie ihm hilft.



die psychoanalyse ist eine frauenfeindliche pseudowissenschaft, teils wurde den patienten sogar was eingeredet unter hypnose und co...

http://www.ppfi.de/buchbesp/israels.htm

früher sind die leute auch ohne sowas ausgekommen und haben aber zb kriege erlebt und andere schlimme sachen?
und warum?
weil die gesellschaft eine andere war.
jeder hatte seine aufgaben, man war nicht so reizüberflutet etc..
wenn jemand "ADHS" hatte war er eben mehr der jäger- und sammlertyp.
die ernährung war zwar früher von der menge her oft zu wenig und es gab hungerzeiten, dafür war sie hochwertiger und natürlicher weil nicht mit so vielen KÜNSTLICHEN ZUSATZSTOFFEN verarbeitet die natürliche vitamine und co kaputtmachen...

oder denkt ihr eine sonnenallergie (haut) lässt sich auch durch psychoanalyse erklären bzw therapieren??
sonnenallergie plus hirnprobleme = niacinmangel!, klingt viel logischer...

oder kurzsichtigkeit?
da braucht man eben auch eine brille oder kontaklinsen.
würdet ihr so jemand die brille wegnehmen?

und bei konzentrationsschwäche kann man auch nicht einfach sagen, tja hast halt pech gehabt für deine zukunft...

haha euer problem probiert es halt mit psychoanalyse, werdet sehen es bringt nicht viel bei konzentration,migräne,hauterkrankungen,neurodermitis und was es sonst noch alles so gibt
egal was...

ich hab auch nix gegen verhaltens- oder gesprächstherapie aber sorry wenn ich das so sage aber die psychoanalyse basiert wirkich auf null wissenschaft...

bertram von dem ich hier einiges gelesen habe liefert wenigestens realistischere theorien zu der ganzen sache.
das wir im gehirn auch einen stoffwechsel haben ist nämlich mittlerweile schon lange bewiesen.

lg




hallo,
ein DANKE an "kritisch" für sein "blumen".

mangelernährung/fehlernährung kann durchaus eine rolle spielen, für die konzentration benötigt es einiges an mineralstoffen (magnesium, zink) und vitaminen (b-vitamine z.B.). wer sich mc-donalds-mässig ernährt braucht sich nicht wundern...
freilich ist das nur EINE von x möglichen ursachen.

wie man sieht, gibt es einige alternativen:

http://www.welt.de/wissenschaft/article10317491/Wie-Sie-mit-Oel-und-Stromschlaegen-Ihren-IQ-verbessern.html

gruss
bertram



hi beppo,
übrigens, Deine these, dass eine "normale ernährung" (die ist ja eher übel, z.B. laut studien durchschnittlich nur 1,2 portionen obst u. gemüse täglich) zu keinen nährstoffmängeln führt, ist falsch. look:

Studie: Vitaminmangel in Deutschland weit verbreitet


Große Teile der deutschen Bevölkerung leiden unter Vitaminmangel – so das Ergebnis einer Studie, die beim Deutschen Institut für Ernährungsmedizin und Diätetik (D.I.E.T.) in Bad Aachen in Auftrag gegeben wurde.


quelle:
http://www.medizinauskunft.de/artikel/gesund/Vitalstoffe/820_studie_vitaminmangel_in_deutschland_verbreitet.php

tja....

bertram



@bertram
Da wäre ich etwas vorsichtiger, lieber bertram! Auf dem Gebiet Vitaminmangel bzw. Nahrungsergänzung wird genauso viel Unsinn erzählt (meist von industriellen Lobbies), wie beim Thema ADHS. Dieses von Dir zitierte D.I.E.T, ein e.V., hat z.B. keine eigene Website (ich kann jedenfalls keine finden, vielleicht kannst Du da helfen?). Wenn man auf den Link klickt, der auf der von Dir zitierten Quelle angeführt ist, landet man auch in der Irre. Ich selber empfehle z.B. besser dies:
Vermutlich kein Vitaminmangel


Zuletzt bearbeitet: 18.10.10 20:26 von Kollo


Ich sehe das wie Kollo. ...von Bad Aachen mal ganz abgesehen...



Die Frage ist ja immer: was ist normale Ernährung? Unser Organismus ist nicht für das gemacht, was wir heutzutage zu uns nehmen, zb. durchschnittlich 35kg Zucker/Jahr macht 100g pro Tag!

Andererseits war es noch nie leichter, sich ausgewogen zu ernähren, weil vitaminreiche Nahrungsmittel ganzjährig im Handel sind.

Mein Fazit: Es gibt jede Menge ernährungsbedingte Erkrankungen, aber Vitaminpräparate sollten nur in Zeiten erhöhten Bedarfs (Krankheit, Rekonvaleszenz) angewendet werden, ansonsten sollte eine frisch zubereitete abwechslungsreiche Kost genügen.



hi,
mal ganz simpel:
wenn die ernährung so gut u. so ausgewogen IN DER REALITÄT wäre, dann hätten wir nicht diese dramatische zunahme von adipösen kids, deren laborparameter und der fitnessgrad ebenfalls problematisch sind.
dass sich das auch auf die geistige leistungsfähigkeit auswirkt, dürfte auf der hand liegen.

dass wir in germanien bei einigen vitaminen drastisch unterversorgt sind, zeigen u.a. folgende studien am beispiel vit. D:

Stuttgart, im November 2008. Das Ergebnis einer in diesen Tagen veröffentlichten, repräsentativen Studie des Robert-Koch-Institutes in Berlin im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums, ist alarmierend: Mehr als die Hälfte der deutschen Bevölkerung hat ein z. T. erhebliches Defizit an Vitamin D. Die Studie mit mehr als 4.000 Teilnehmern zeigte bei 57% der untersuchten Männer und bei 58% der Frauen aller Altersstufen einen Vitamin D-Spiegel im Blut unterhalb des kritischen Grenzwertes. Bei den über 65-jährigen Frauen waren sogar 75% mit Vitamin D unterversorgt.


http://www.energieportal24.de/pn_65520.htm

Unterversorgung bei Kindern unterschätzt

Bei der Frage, wie viele Kinder in Deutschland einen Mangel an Vitamin D aufweisen, gaben 38 Prozent der Befragten an, nur jedes 10. Kind sei schätzungsweise betroffen. Damit wird die tatsächliche Vitamin D-Unterversorgung bei Kindern stark unterschätzt. Eine Sonderauswertung der DONALD-Studie des Forschungsinstituts für Kinderernährung Dortmund (FKE) untersuchte, wie viel Vitamin D Kinder über die Nahrung tatsächlich aufnehmen. „Aus unserer Donald Studie geht unter anderem hervor, dass in Deutschland 79% der Kinder nicht genügend Vitamin D über die Nahrung zu sich nehmen“, bestätigt Dr. Mathilde Kersting vom Forschungsinstitut für Kinderernährung.


http://www.food-monitor.de/2010/09/deutsche-haben-laut-dandone-studie-wenig-wissen-darueber-welche-nahrungsmittel-vitamin-d-enthalten/produkte-und-promotions/

von daher ist's nun mal nicht damit getan, dass man gebetsmühlenartig den leitspruch von der "ausgewogenen ernährung" von sich gibt, und meint, damit sei es in realitas auch so (allein die frage: WAS IST AUSGEWOGEN, dürfte wissenschaftler jahrzehnte im streit vereinen).

gruss
bertram



Lieber Bertram, das ist jetzt nicht dein Ernst, oder?

deine Quelle food-monitor ist eine Danone-Studie !!! und die empfiehlt - oh Wunder: Fruchtzwerge als Lösung, LOL , die Dinger enthalten 13% Zucker! http://de.wikipedia.org/wiki/Fruchtzwerge

Wikipedia: Die meisten Wirbeltiere, einschließlich des Menschen, decken einen Großteil ihres Vitamin-D-Bedarfs durch Sonnenbestrahlung ihrer Haut;

Das heisst wir sitzen zu viel drinnen!
Das RKI schreibt im Original:
Jugendliche erreichen auf Grund ihrer insgesamt höheren Verzehrsmengen die entsprechenden Empfehlungen eher als Kinder. Jedoch konsumieren sie auch mehr von den weniger wünschenswerten Lebensmitteln, z.B. Fast Food und Limonade. Der Anteil von Kohlenhydraten und Fett an der Energiezufuhr entspricht im Durchschnitt etwa den Referenzwerten. Aber das Fettsäuremuster ist nicht optimal und der Anteil von Mono- und Disacchariden ist zu hoch. Die Proteinzufuhr ist weit oberhalb der Referenzwerte. Positiv zu bewerten ist das die Zufuhr der meisten Mikronährstoffe oberhalb der Referenzwerte ist, außer von Folat und Vitamin D sowohl bei Kindern als auch bei Jugendlichen, von Calcium, Vitamin A und E bei Kindern und Eisen bei Mädchen.


Das klingt doch gleich anders, oder?

All diese Stoffe(ausser VIT-D) können durch gesunde Ernährung leicht in ausreichendem Mass aufgenommen werden.
Das Problem ist die Industrie-Kost, die die meisten Kinder bekommen.



Zuletzt bearbeitet: 21.10.10 00:22 von globulus
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Café Holunder: ADHS-KRITIK