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Thema: neu hier; der Streit im Epigenetik-Thread


Hallo an alle,
ich lese hier (Webseite + Forum) schon seit einiger Zeit, ich suche Argumente aus psychosozialer Sicht auf AD(H)S, ein Thema, mit dem ich beruflich in Berührung kam und das mich auch persönlich ziemlich betroffen macht.

Das Ende des Epigenetik-Threads finde ich traurig aber interessant, um mir die Konfliktlinien anzuschauen.
Der bis vor kurzem noch mitschreibende Biologe wirft den ADHS-Kritikern vor, dass sie sich der großen Leistung der neurobiologischen Forschung nicht unterordnen, obwohl sie selbst nichts Wissenschftliches leisten. Für ihn eine schwere Normverletzung. Vielleicht auch ein Angriff auf seinen persönlichen Stolz und sein Weltbild als Wissenschaftler. Außerdem wurde er (schon vor seinem respektlosen Abschiedsbeitrag) nach meinem Eindruck nicht nur freundlich angeschrieben, das schafft natürlich auch Ärger.

"Wir Leute von der anderen Seite" haben auch unsere Normen, Weltbilder und Stolz, der auf unterschiedlichen Lebenserfahrungen beruht (Arbeit, Wissenschaft, Elternsein, eigene Kindheit, Partnerbeziehungen oder ihr Misslingen...). Ich jedenfalls. Deshalb KANN ich einfach nicht denken: ´die Neurobiologie hat belegt ..., und also wird es richtig sein, wenn die Kinder ihre Pillen schlucken und wenn die den Medikamenten nachgeordnete Verhaltenstherapie kaum Gelegenheit gibt, auszudrücken, was den Menschen emotional bewegt`. Außer ich erführe von gravierendem Sauerstoffmangel während der Geburt oder so, dergleichen würde mich ja überzeugen, dass ein echtes neurologisches Problem vorliegen kann (vergl. Gerda Junius).
Aber um mich noch weiter dem Standpunkt der Neurobiologen/-psychologen anzunähern, müsste ich verleugnen, was mir persönlich viel näher ist - die Gedanken darüber, was alles Menschen beunruhigt, was die Aufmerksamkeit von Leistungsanforderungen ablenkt, dass das "oppositionelle Trotzverhalten" eines Kindes seelisch existenziell sein kann- da gibt es so vieles, was die Symptome des ADHS aus meiner Sicht ganz anders erklärt als es die Neurobiologen tun.

Den Biologen empört an der (angeblich) einseitig verhaltenspsychologischen Argumentation, dass sie zur Verweigerung von dringend benötigter medikamentöser Hilfe führe - mich empört, wie häufig Kinder nicht die dringend benötigten Hilfen für ihre seelische oder ganzheitliche Entwicklung erhalten. Wenn das Problem eine erdrückend zubetonierte Umwelt ist, verändert die Umwelt, und wenn das Problem eine verletzte und verwirrte Seele ist, hört zu!

Bevor es noch pathetischer wird, mache ich hier mal Schluss.







Großhirn-Voodoo

http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,760220,00.html



Hallo, Katharina,
Dein Beitrag gefällt mir, herzlich willkommen. Du bringst schön aufden Punkt, was Leute wie der liebe r2d2 (oder wie er hieß...) einfach nicht verstehen wollen oder können. Das verstehe ich nun wiederum immer nicht...



Hi Manfred,
noch vor Kurzem trompetete dasselbe Blatt:

SPIEGEL





danke für die nette Begrüßung!

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