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Thema: haarsträubende Entdeckung


Teil 2:

Wenn ich z. B. sage: „Jesus wurde hingerichtet, ermordet“ statt „Es war Gottes Wille, dass Jesus unser aller Leid trägt“, dann wecke ich damit die Aufmerksamkeit für das verbreitete Symbol: Jesus am Kreuz mit seinen Wundmalen. Es weckt Mitleid, Mitgefühl. Es weckt Emotionen. Oder aber es soll abgewehrt werden mit Karacho und vielen Gegensprüchen, um dieses Leid nicht an die eigene Seele zu lassen.

Wenn ich Mitgefühl zulassen kann, bin ich zugleich fähig, das Leid, das Jesus erfuhr (und viele andere), nicht zu wiederholen. Ich setze damit einen Stein, einen Zaun, eine Grenze, ich sage: Stopp. Dieses Grenzensetzen ist für viele Menschen nicht nur unangenehm, sondern zutiefst beängstigend, da sie Angst haben vor ihren eigenen, nicht zugelassenen Emotionen. Sie fühlen sich davon überwältigt, können sich nicht mehr kontrollieren, sind ausgeliefert. Aber es ist die einzige Chance, den vergrabenen Wundmalen Aufmerksamkeit zu widmen und sie endlich als solche wahrzunehmen: seelisch.

Sich an Begriffen oder verbalen Diskussionen (oder Ideologien) festzubeißen, ist in jedem Falle eine Flucht vor den inneren Regungen. Die Angst wird dadurch aber niemals besiegt, nur gesteigert.
Deshalb noch einmal: Wer sich leicht in Foren verrennt und festbeißt, wer sich ständig angegriffen fühlt, der sollte daran arbeiten, seinen Internetkonsum einzuschränken, wenn nicht gar eine langfristige Pause einlegen.

Für schwer Betroffene würde ich ohnehin empfehlen, nur in geschlossenen Foren zu posten, da genau einsichtig ist, wer daran teilnimmt und was die Einzelnen zu erwarten haben. Oder E-Mail-Verkehr mit Personen, die sich auch real kontakten ließen.

Hier müssen aber immer die Foren-Anbieter für Ordnung sorgen und entsprechende Kategorien einrichten, da z. B. eine Trennung besteht zwischen Betroffenen und Helfern, beruflich Engagierten und Hilfesuchenden usw. usf. Vor allem: offen oder geschlossen.

Jeder Mensch bedient eine Haustür, Wohnungstür oder Zimmertür. Im Internet ist dies genauso zu handhaben. Und jeder Mensch hat natürlich das Recht, die Türe nicht zu öffnen, wenn er nicht mag, bzw. einen Besucher abzuwimmeln.

Dies nun noch einmal länger ausgeführt, da ich es einfach unsinnig fände, wenn sich alte Fehler ständig wiederholen.

Alles Gute und besten Gruß,

Jutta





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